Carbaflux 400mg retard Retardtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Carbamazepin
Verfügbar ab:
Hennig Arzneimittel GmbH & Co KG
ATC-Code:
N03AF01
INN (Internationale Bezeichnung):
Carbamazepine
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Carbamazepin 400.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
43769.01.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

Carbamazepin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

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Arzneimittels

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Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker

oder das medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn

Nebenwirkungen

bemerken,

wenden

sich

Ihren

Arzt,

Apotheker

oder

medizinische

Fachpersonal.

Dies

gilt

auch

für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

sind

Carbaflux

retard

Retardtabletten

wofür

werden

angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

beachten?

Wie sind Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS SIND CARBAFLUX 400 MG RETARD RETARDTABLETTEN UND WOFÜR

WERDEN SIE ANGEWENDET?

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten sind ein Arzneimittel zur Behandlung von

epileptischen Anfallserkrankungen und anderen Anfallskrankheiten sowie bestimmten

Schmerzzuständen sowie zur Vorbeugung bei bestimmten psychischen Störungen

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten werden angewendet zur Behandlung von

Epilepsien:

Anfällen, die von einem

umschriebenen

Gebiet

des Gehirns ausgehen

(fokale Anfälle). Die Anfälle können ohne Bewusstseinsstörungen (einfache

partielle Anfälle) oder einhergehend mit Bewusstseinsstörungen (komplexe

partielle Anfälle, psychomotorische Anfälle) auftreten.

Beide

Gehirnhälften

betreffende

Anfälle

(generalisierte

Anfälle),

insbesondere wenn sie ursprünglich von einem umschriebenen Gebiet des

Gehirns ausgehen (Schlaf-Grand-mal, diffuses Grand-mal);

gemischte Epilepsieformen.

Anfallsartig auftretende Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie).

Anfallsartige

Schmerzen

unbekannter

Ursache

Rachenraumbereich

(genuine Glossopharyngeus-Neuralgie).

Schmerzzustände

Nervenschädigungen

durch

Zuckerkrankheit

(diabetische Neuropathie).

Nichtepileptische

Anfälle

multipler

Sklerose,

Trigeminus-

Neuralgie, tonische Anfälle (Anfälle mit gleichmässiger Muskelspannung,

anfallsartige

Sprech-

Bewegungsstörungen,

Missempfindungen

(paroxysmale

Dysarthrie

Ataxie,

paroxysmale

Parästhesien)

Schmerzanfälle.

Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom.

Vorbeugung

manisch-depressiver

Phasen

(bestimmter

psychischer

Störungen mit Stimmungsschwankungen), wenn die Therapie mit Lithium

versagt hat bzw. wenn Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel

erlebten und wenn mit Lithium nicht behandelt werden darf.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON CARBAFLUX 400 MG RETARD

RETARDTABLETTEN BEACHTEN?

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten dürfen nicht eingenommen werden

wenn

allergisch

gegen

den Wirkstoff

Carbamazepin

oder

einen

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Vorliegen

einer

Knochenmarkschädigung,

Störung

Blutbildung

Knochenmark in der Vorgeschichte,

bei Überleitungsstörungen des Herzens (atrioventrikulärer Block),

bekannter

Überempfindlichkeit

gegen

Carbamazepin,

trizyklische

Antidepressiva

oder

einen

sonstigen

Bestandteile

(siehe

"sonstige

Bestandteile"),

akuter

intermittierender

Porphyrie

(bestimmter

erblicher

Stoffwechseldefekt).

gleichzeitiger

Behandlung

einem

Monoaminoxidase-Hemmer

(depressionslösendes Mittel)

gleichzeitiger

Behandlung

Voriconazol

(Arzneimittel

gegen

Pilzerkrankungen),

Therapieversagen

dieses

Medikamentes

kommen kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal,

bevor Sie Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten einnehmen.

Da Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten Absencen (Bewusstseinstrübungen)

hervorrufen bzw. bereits bestehende verstärken können, sollten bei Patienten, die

unter diesen Anfallsformen leiden,

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

nicht

angewendet werden.

Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale

Nekrolyse), die möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden in Zusammenhang mit

der Anwendung von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten berichtet. Diese zeigen

sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken (oft mit

einer Blase in der Mitte) am Körperstamm. Der Hautausschlag kann zu einer

großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen. Zusätzliche Symptome,

auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Ulcera) in Mund,

Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerötete und geschwollene Augen

(Konjunktivitis). Diese möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft

von grippeähnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen)

begleitet.

Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den

ersten Behandlungswochen. Wenn bei lhnen ein Stevens-Johnson-Syndrom oder

eine Toxisch epidermale Nekrolyse in Zusammenhang mit der Anwendung von

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten aufgetreten ist, dürfen Sie nie wieder mit

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten behandelt werden.

Wenn bei lhnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der

Haut auftreten, suchen Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin auf. Teilen Sie ihr/ihm mit,

dass Sie Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten einnehmen.

Die beschriebenen schweren Hautreaktionen können bei Personen aus bestimmten

asiatischen Ländern häufiger auftreten. Wenn Sie zur Bevölkerungsgruppe der Han-

Chinesen oder Thailänder gehören, kann Ihr Arzt anhand eines Bluttests erkennen,

ob Sie ein erhöhtes Risiko für diese schweren Hautreaktionen haben. Ihr Arzt kann

Ihnen sagen, ob vor der Einnahme von Carbamazepin ein Bluttest erforderlich ist.

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten dürfen nur nach strenger Nutzen/Risiko-

Abwägung und entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen verabreicht werden bei

Patienten mit:

Erkrankungen der blutbildenden Organe (hämatologische Erkrankungen),

gestörtem Natrium-Stoffwechsel,

schweren

Herz-,

Leber-

Nierenfunktionsstörungen

(siehe

unter

“Welche Nebenwirkungen sind möglich" und 3. "Wie sind Carbaflux 400 mg

retard Retardtabletten einzunehmen").

Patienten mit myotoner Dystrophie (degenerative Muskelerkrankung), da bei

diesen Patienten häufig kardiale Überleitungsstörungen auftreten

Insbesondere

beim

Auftreten

Fieber,

Halsschmerzen,

allergischen

Hautreaktionen

Hautausschlag

Lymphknotenschwellungen

und/oder

grippeähnlichen Krankheitsbeschwerden unter der Behandlung mit Carbaflux 400

mg retard Retardtabletten muss sofort der Arzt aufgesucht sowie das Blutbild

untersucht werden. Bei schweren allergischen Reaktionen sind Carbaflux 400 mg

retard Retardtabletten sofort abzusetzen.

Bei Auftreten bestimmter Blutbildveränderungen (insbesondere Leukozytopenien

Thrombozytopenien)

kann

Absetzen

Carbaflux

retard

Retardtabletten

erforderlich

sein;

dies

immer

Fall,

wenn

gleichzeitig

Beschwerden

allergische

Symptome,

Fieber,

Halsschmerzen

oder

Hautblutungen auftreten.

Bei Anzeichen einer Leberschädigung bzw. -funktionsstörung, wie Schlappheit,

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbfärbung der Haut, Vergrößerung der Leber, soll

umgehend der Arzt aufgesucht werden.

Aufgrund

unter

Nebenwirkungen

genannten

möglichen

unerwünschten

Wirkungen

sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen

sind,

insbesondere

Langzeitbehandlung, das Blutbild, die Nieren- und Leberfunktion regelmäßig zu

kontrollieren.

Die Plasmakonzentrationen von Carbamazepin und die der anderen Antiepileptika

(Mittel gegen Anfallsleiden) bei Kombinationstherapie sind ebenfalls regelmäßig

zu bestimmen, ggf. sind die Tagesdosen zu verringern.

Es empfiehlt sich, Blutbild und Leberwerte zunächst vor der Behandlung mit

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten, dann in wöchentlichen Abständen im

ersten Monat der Behandlung, danach in monatlichen Abständen zu kontrollieren.

Nach 6-monatiger Behandlung reichen teilweise 2 – 4-malige Kontrollen im Jahr

aus.

Bei Patienten mit Glaukom (grüner Star) soll der Augeninnendruck regelmäßig

überprüft werden.

Wird

eine

Umstellung

Behandlung

Patienten

Epilepsie,

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten behandelt werden, erforderlich, darf die

Behandlung nicht plötzlich, sondern muss ausschleichend auf die Behandlung mit

einem anderen Antiepileptikum (Mittel gegen Anfallsleiden) umgestellt werden.

Im Anwendungsgebiet "Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom" dürfen

Carbaflux

retard

Retardtabletten

nur unter

stationären

Bedingungen

angewendet werden.

Zu beachten ist, dass die auftretenden Nebenwirkungen von Carbaflux 400 mg

retard

Retardtabletten

bei der

Behandlung

Alkoholentzugssyndroms den

Entzugserscheinungen ähnlich sind bzw. mit ihnen verwechselt werden können.

Wenn

Carbaflux

retard

Retardtabletten

Vorbeugung

manisch-

depressiver

Phasen

unzureichender

Wirksamkeit

Lithium

alleine

Ausnahmefällen zusammen mit Lithium gegeben werden soll, ist zur Vermeidung

von unerwünschten Wechselwirkungen (siehe „Bei Einnahme von Carbaflux 400

mg retard Retardtabletten mit anderen Arzneimitteln“) darauf zu achten, dass eine

bestimmte Plasmakonzentration von Carbamazepin nicht überschritten wird (8

µg/ml),

Lithiumspiegel

niedrig

genannten

unteren

therapeutischen

Bereich gehalten wird (0,3 bis 0,8 mval/L) und eine Behandlung mit Neuroleptika

(Arzneimittel gegen seelische Erkrankungen) länger als 8 Wochen zurückliegt und

auch nicht gleichzeitig erfolgt.

Aufgrund der Möglichkeit einer Photosensibilisierung (erhöhte Lichtempfindlichkeit der

Haut)

sollten

sich

während

Behandlung

Carbaflux

retard

Retardtabletten vor starker Sonnenbestrahlung schützen.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie

Carbaflux 400 mg

retard Retardtabletten

behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu

verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche

Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Kinder

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten sind wegen des zu hohen Wirkstoffgehaltes

und fehlender Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet.

Ältere Menschen

Bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Einnahme von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten zusammen mit anderen

Arzneimitteln:

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen/anwenden,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen/angewendet

haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Mindestens 2 Wochen vor Beginn einer Behandlung mit Carbaflux 400 mg retard

Retardtabletten

muss

eine

Behandlung

MAO-Hemmern

(Arzneimittel

Behandlung von Depressionen) abgeschlossen worden sein.

Beachten Sie bitte, dass die folgenden Angaben auch für vor kurzem angewandte

Arzneimittel gelten können.

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch Carbaflux 400

mg retard Retardtabletten

Carbaflux

retard

Retardtabletten

kann

Aktivität

bestimmter

Leberenzyme

erhöhen

dadurch

Plasmaspiegel

anderer

Arzneimittel

senken.

Die Wirkung einiger anderer, gleichzeitig verabreichter Arzneimittel, die auf die

gleiche Weise wie Carbamazepin abgebaut werden, kann deshalb abgeschwächt

oder sogar aufgehoben werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten ist die

Dosierung

folgender

Wirkstoffe

verschiedenen

Anwendungsbereichen

gegebenenfalls den klinischen Erfordernissen anzupassen:

Clonazepam,

Ethosuximid,

Felbamat,

Primidon,

Lamotrigin,

Tiagabin,

Topiramat, Valproinsäure (Antiepileptika, andere Mittel zur Behandlung von

Anfallsleiden),

Alprazolam, Clobazam (angstlösende Arzneimittel),

Haloperidol,

Bromperidol,

Clozapin,

Olanzapin,

Risperidon,

Quetiapin

(Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen)

Imipramin, Amitryptilin, Nortryptilin, Clomipramin (depressionslösende Mittel),

Tetrazykline, z. B. Doxycyclin (Antibiotikum),

Mittel

Behandlung

(systemischen)

Pilzinfektionen:

Caspofungin,

Antimykotika vom Azol-Typ (z.B. Voriconazol, Itraconazol),

Indinavir (Mittel gegen Viruserkrankungen/HIV),

Praziquantel (Arzneimittel gegen Parasiten),

Fentanyl (Betäubungsmittel), Midazolam (Schlaf-/Beruhigungsmittel)

Methylphenidat

(Psychostimulans,

Mittel

Behandlung

Aufmerksamkeitsstörungen),

Phenazon (Schmerzmittel), Methadon (Schmerzmittel),

Flunarizin (Calciumantagonist; Arzneimittel zur Behandlung von Schwindel,

Migräne),

Theophyllin

(Arzneimittel

Behandlung

schwerwiegender

Atemwegserkrankungen),

Chinidin (Mittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen),

Digoxin, (Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen),

Propranolol (ß-Blocker, blutdrucksenkendes Mittel)

Felodipin (blutdrucksenkendes Mittel)

Kortikosteroide (z. B. Prednisolon, Dexamethason),

Ciclosporin (Mittel zur Hemmung von Abwehrmechanismen nach Organtrans-

plantationen, Immunsuppressivum),

Tacrolimus (Immunsuppressivum),

blutgerinnungshemmende Mittel wie Warfarin, Phenprocoumon, Dicumarol,

hormonale Kontrazeptiva (Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung).

Einnahme

"Pille"

(hormonales

Kontrazeptivum)

können,

infolge

Wirkungsabschwächung

hormonalen

Kontrazeptivums,

plötzliche

Zwischenblutungen auftreten. Deshalb sind in Absprache mit Ihrem Arzt andere,

nichthormonale Verhütungsmethoden zu erwägen.

Die Plasmakonzentration von Phenytoin kann durch Carbaflux 400 mg retard

Retardtabletten

sowohl

erhöht

auch

vermindert

werden,

wodurch

Ausnahmefällen Verwirrtheitszustände bis hin zum Koma auftreten können.

Carbaflux

retard

Retardtabletten

können

Plasmaspiegel

Bupropion (Arzneimittel zur Unterstützung der Raucherentwöhnung) senken und

Spiegel

Abbauproduktes

Hydroxybupropion

erhöhen

somit

klinische Wirksamkeit und Sicherheit von Bupropion verringern.

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten können den Plasmaspiegel von Trazodon

(depressionslösendes

Mittel)

senken,

scheinen

jedoch

dessen

depressionslösenden Effekt zu verstärken.

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten können möglicherweise den Abbau von

Zotepin (Arzneimittel gegen seelische Erkrankungen) beschleunigen

Verminderte Plasmakonzentration von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

durch andere Arzneimittel:

Plasmaspiegel

Carbaflux

retard

Retardtabletten

können

vermindert werden durch:

Phenobarbital,

Phenytoin,

Primidon,

Valproinsäure

(andere

Antiepileptika),

Theophyllin

(Arzneimittel

Behandlung

schwerwiegender

Atemwegser-

krankungen, Rifampicin (Antibiotikum); Cisplatin, Doxorubicin (Arzneimittel zur

Behandlung von Krebserkrankungen), Johanniskraut (pflanzliches Mittel gegen

depressive

Verstimmungen).

Andererseits

können

Plasmaspiegel

pharmakologisch wirksamen Abbauprodukts von Carbamazepin (Carbamazepin-

10,11-epoxid) durch Valproinsäure sowie Primidon erhöht werden.

Durch

gleichzeitige

Gabe

Felbamat

kann

Plasmaspiegel

Carbamazepin

vermindert

Carbamazepin-10,

11-epoxid

erhöht

werden, gleichzeitig kann der Felbamat-Spiegel gesenkt werden.

Aufgrund

wechselseitigen

Beeinflussung,

insbesondere

gleichzeitiger

Verabreichung mehrerer Antiepileptika, empfiehlt es sich, die Plasmaspiegel zu

kontrollieren und die Dosierung von

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten ggf.

anzupassen.

Erhöhte Plasmakonzentration von Carbamazepin durch andere Arzneimittel:

Folgende

Wirkstoffe

können

Plasmakonzentrationen

Carbamazepin

erhöhen:

Makrolidantibiotika

Erythromycin,

Troleandomycin,

Josamycin,

Clarithromycin (Wirkstoffe zur Behandlung bakterieller Infektionen),

Isoniazid (Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose),

Antimykotika vom Azol-Typ, wie z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol

(Mittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen),

Ritonavir (Mittel gegen Viruserkrankungen/HIV)

Calcium-Antagonisten

Verapamil,

Diltiazem

(Wirkstoffe

Behandlung der Angina pectoris),

Acetazolamid (Arzneimittel zur Behandlung des Glaukoms),

Dextropropoxyphen/ Propoxyphen (Schmerzmittel),

Viloxazin , Nefazodon, Fluoxetin (depressionslösende Mittel),

Danazol (Arzneimittel zur Hemmung des Sexualhormons Gonadotropin),

Cimetidin (Arzneimittel zur Behandlung von Magen-Darmgeschwüren

Nicotinamid in hoher Dosierung bei Erwachsenen (Vitamin der B-Gruppe),

Terfenadin, Loratadin (Mittel zur Behandlung von allergischen Reaktionen),

möglicherweise

auch

Desipramin

Fluvoxamin

(depressionslösende

Mittel).

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin können zu den unter Nebenwirkungen

genannten

Symptomen

(z.B.

Schwindel,

Müdigkeit,

Gangunsicherheit,

Doppeltsehen) führen. Daher sollte die Carbamazepin-Plasmakonzentration bei

Auftreten

solcher

Symptome

überprüft

Dosis

nötigenfalls

verringert

werden.

Andere Wechselwirkungen:

Die gleichzeitige Anwendung von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten und

Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen) oder

Metoclopramid (Arzneimittel zur Behandlung von Magen-Darm-Störungen) kann

das Auftreten neurologischer Nebenwirkungen begünstigen.

Bei Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, können Carbaflux 400 mg

retard Retardtabletten auf der anderen Seite die Plasmaspiegel dieser Arzneimittel

senken und dadurch eine Verschlechterung des Krankheitsbildes verursachen. Es

kann daher vom Arzt auch eine Dosiserhöhung des jeweiligen Neuroleptikums für

erforderlich gehalten werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere die gleichzeitige Anwendung von

Lithium

(Arzneimittel

Behandlung

Vorbeugung

bestimmter

geistig-

seelischer Erkrankungen) und Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten die das

Nervensystem schädigende Wirkung beider Wirkstoffe verstärken kann. Daher ist

eine

sorgfältige

Überwachung

Blutspiegel

beiden

notwendig.

Eine

vorherige Behandlung mit Neuroleptika soll länger als 8 Wochen zurückliegen und

auch nicht gleichzeitig erfolgen. Auf folgende Anzeichen ist zu achten: unsicherer

Gang (Ataxie), Zuckungen bzw. Zittern der Augen (horizontaler Nystagmus),

gesteigerte Muskeleigenreflexe, Muskelzucken (Muskelfaszikulationen).

In der Literatur gibt es Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von

Carbamazepin

vorbestehender

Neuroleptikatherapie

Risiko

für

Auftreten

eines

malignen

neuroleptischen

Syndroms

(möglicherweise

lebensbedrohlicher Zustand mit Erhöhung der Körpertemperatur und Steifigkeit

der Muskulatur) oder eines Steven-Johnson-Syndroms (schwere Hautreaktion)

erhöht.

Leberschädlichkeit

Isoniazid

(Arzneimittel

Behandlung

Tuberkulose) kann durch Carbamazepin erhöht werden.

Die kombinierte Gabe von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten und einigen

harntreibenden

Mitteln

(Hydrochlorothiazid,

Furosemid)

kann

einem

verminderten Gehalt des Blutserums an Natrium führen.

Die Wirksamkeit von Arzneimitteln zur Muskelerschlaffung (Muskelrelaxanzien wie

Pancuronium)

kann

durch

Carbaflux

retard

Retardtabletten

beeinträchtigt werden. Dadurch ist eine raschere Aufhebung der neuromuskulären

Blockade möglich. Patienten, die mit Muskelrelaxanzien behandelt werden, sollten

diesbezüglich überwacht und deren Dosierung ggf. erhöht werden.

gleichzeitiger

Gabe

Isotretinoin

(Wirkstoff zur

Aknebehandlung)

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten sollten die Carbamazepin-Plasmaspiegel

kontrolliert werden.

gleichzeitige

Gabe

Carbaflux

retard

Retardtabletten

Paracetamol

(schmerzstillendes

fiebersenkendes

Arzneimittel)

kann

Bioverfügbarkeit und damit die Wirksamkeit von Paracetamol vermindern.

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten scheinen die Ausscheidung (Elimination)

von Schilddrüsenhormonen zu verstärken und den Bedarf an diesen bei Patienten

mit Schilddrüsenunterfunktion zu erhöhen. Deshalb sind bei diesen Patienten, die

eine Substitutionstherapie erhalten, zu Beginn und am Ende einer Therapie mit

Carbaflux

retard

Retardtabletten

Schilddrüsenparameter

bestimmen.

Gegebenenfalls

eine

Dosisanpassung

Schilddrüsenhormonpräparate vorzunehmen.

gleichzeitige

Gabe

Antidepressiva

Serotonin-

Wiederaufnahmehemmer (depressionslösende Arzneimittel wie z. B. Fluoxetin)

kann zu einem toxischen Serotonin-Syndrom führen.

Es wird empfohlen, Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten nicht in Kombination

mit Nefazodon (depressionslösendes Mittel) anzuwenden, da Carbamazepin zu

einer

deutlichen

Reduktion

Nefazodonplasmaspiegels

Wirkungsverlust führen kann. Darüber hinaus wird bei gleichzeitiger Einnahme von

Nefazodon und

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten der Carbamazepin-

Plasmaspiegel erhöht und der seines aktiven Abbauproduktes Carbamazepin-

10,11-epoxid erniedrigt.

Durch gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und anderen Medikamenten, die

eine kardiale Überleitungsstörung (Erregungsausbreitungsstörungen am Herzen)

verursachen

können,

Antiarrhythmika

(Medikamente

gegen

Herzrhythmusstörungen),

cyclische

Antidepressiva

(depressionslösende

Medikamente)

oder

Erythromycin

(Antibiotikum),

erhöht

sich

Risiko

für

kardiale Überleitungsstörungen.

Einnahme

von

Carbaflux

400

mg

retard

Retardtabletten

zusammen

mit

Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Während der Behandlung mit Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten sollten Sie

Alkohol meiden, da durch Alkohol die Wirkung von Carbaflux 400 mg retard

Retardtabletten in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt wird.

Carbamazepin kann, wie andere auf das zentrale Nervensystem wirkende Stoffe,

die Alkoholverträglichkeit der Patienten vermindern. Alkoholkonsum während der

Behandlung

Carbaflux

retard

Retardtabletten

sollten

daher

meiden.

Über

eine

Erhöhung

Carbamazepin-Plasmaspiegel

durch

Genuss

Grapefruitsaft wurde berichtet.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel

gelten können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein

oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Carbamazepin darf während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-

Risiko-Abwägung

durch

behandelnden

Arzt

verordnet

werden.

Kinderwunsch sollten sich Frauen unbedingt vom Arzt beraten lassen und eine

regelmäßige ärztliche Überwachung der Schwangerschaft sicherstellen.

für

einige

andere

Antiepileptika

wurden

auch

Carbamazepin

Fehlbildungen

unterschiedlicher

beschrieben.

verschiedenen

Studien

ergibt sich ein auf 1% erhöhtes Risiko für Spaltbildungen der Wirbelsäule (Spina

bifida). Es ist bisher ungeklärt, in welchem Maß die Behandlung mit Carbamazepin

für die Fehlbildungen verantwortlich ist, da auch ein Zusammenhang mit der

Grunderkrankung oder erblichen Faktoren nicht ausgeschlossen werden können.

Zur Früherkennung möglicher Schädigungen der Frucht werden diagnostische

Maßnahmen wie Ultraschall und alpha-Fetoprotein-Bestimmung empfohlen.

Carbamazepin

sollte

gebärfähigen

Frauen

besonders

während

Schwangerschaft wenn möglich als Monotherapie angewendet werden, da sich

Risiko

Fehlbildungen

einer

Kombinationstherapie

anderen

Antiepileptika erhöht.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung eine Schwangerschaft eintritt oder

wenn die Behandlung mit Carbamazepin in der Schwangerschaft erforderlich ist,

muss

Arzt

Notwendigkeit

einer

Anfallskontrolle

sorgfältig

gegen

mögliche

Risiko

für

ungeborene

Kind

abwägen.

Während

für

Fehlbildungen besonders anfälligen ersten drei Monate der Schwangerschaft und

besonders zwischen dem 20. und 40. Tag nach der Befruchtung soll die niedrigste

wirksame Dosis angewendet werden, da Fehlbildungen wahrscheinlich durch

hohe

Plasmakonzentrationen

Wirkstoffs

hervorgerufen

werden.

Eine

Überwachung der Plasmaspiegel wird empfohlen. In keinem Fall sollten Sie die

Einnahme ohne ärztlichen Rat abbrechen, da es bei epileptischen Anfällen zur

Schädigung des Kindes kommen kann.

Folsäuremangel, hervorgerufen durch die Aktivierung von Leberenzymen durch

Carbamazepin, kann ein zusätzlicher Faktor für die Entstehung von Fehlbildungen

sein. Deshalb kann die Gabe von Folsäure vor und während der Schwangerschaft

sinnvoll

sein.

Vermeidung

Blutgerinnungsstörungen

wird

auch

vorbeugende Gabe von Vitamin K1 in den letzten Wochen der Schwangerschaft

an die Mutter bzw. nach der Geburt an das Neugeborene empfohlen.

Stillzeit

Der Wirkstoff Carbamazepin tritt nur in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Deshalb ist in der Regel das Stillen während der Behandlung möglich. Nur wenn

beim Säugling schlechte Gewichtszunahmen oder überhöhtes Schlafbedürfnis

(Sedation) festgestellt werden, sollte abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen:

Durch

Auftreten

zentralnervöser

Nebenwirkungen,

Schwindel,

Benommenheit, Müdigkeit, zu Beginn der Behandlung oder in höheren Dosen

und/oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer, ebenfalls am Zentralnervensystem

angreifender Arzneimittel können

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten auch

bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen - unabhängig von

der Auswirkung des zu behandelnden Grundleidens - soweit verändern, dass z.B.

die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen oder das Arbeiten ohne sicheren Halt vermindert wird. Dies gilt in

verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und

gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen

keine

elektrischen Werkzeuge

Maschinen!

Arbeiten

nicht

ohne

sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit

noch weiter verschlechtert!

3.

WIE SIND CARBAFLUX 400 MG RETARD RETARDTABLETTEN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher

sind.

Die Dosierung ist individuell vom (Fach-)Arzt zu bestimmen und zu kontrollieren, wobei

Anfallsfreiheit

möglichst

niedriger

Dosierung,

besonders

auch

Schwangerschaft, angestrebt werden sollte.

Ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt dürfen Sie keine Behandlungs- oder

Dosisänderungen vornehmen, um den Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

Es empfiehlt sich ein stufenweiser (einschleichender) Aufbau der Dosierung bis zur

optimal wirksamen Dosis.

Die Tagesdosis wird in der Regel in mehreren Einzelgaben, bei Retardtabletten in

1-2 Einzelgaben verabreicht.

allgemeine

Tagesdosisbereich

liegt

zwischen

1200

Carbamazepin.

Eine Gesamttagesdosis von 1600 mg Carbamazepin sollte in der Regel nicht

überschritten werden, da in höheren Dosen vermehrt Nebenwirkungen auftreten.

Festlegung

therapeutischen

Dosis

sollte,

insbesondere

Kombinationstherapie,

über

Bestimmung

Plasmaspiegel

Abhängigkeit von der Wirksamkeit erfolgen. Der therapeutische Carbamazepin-

Spiegel liegt erfahrungsgemäß zwischen 4 und 12 µg/ml.

Einzelfall

kann

erforderliche

Dosis

erheblich

angegebenen

Anfangs-

Erhaltungsdosis

abweichen

(z. B.

wegen Beschleunigung

Abbaus

durch

Enzyminduktion

oder

wegen

Arzneimittelwechselwirkungen

gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente).

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten sollten zur Behandlung der Epilepsie

bevorzugt allein (Monotherapie) angewendet werden. Die Behandlung ist von

einem

Epilepsiebehandlung

erfahrenen

Facharzt

überwachen.

Bei Umstellung auf die Behandlung mit Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

ist die Dosis des abzusetzenden Arzneimittels gegen Anfallsleiden schrittweise

herabzusetzen.

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen

Anfallsleiden empfohlen:

Anfangsdosis

Täglich

Erhaltungsdosis

täglich

Erwachsene

1-mal 200 mg oder als

Retardtablette

200 - 300 mg abends.

3-mal 200 - 400 mg oder als

Retardtablette

morgens 200(300) - 600 mg

abends (300)400 - 600 mg

Kinder*

1 - 5 Jahre

1 - 2mal 100 mg

1 – 2-mal 200 mg

6 - 10 Jahre

2-mal 100 mg oder als

Retardtablette

150 - 200 mg abends

3-mal 200 mg oder als

Retardtablette morgens

200 mg

abends 200 - 400 mg

11 - 15 Jahre

2 - 3mal 100 mg oder als

Retardtablette

150 - 200 mg abends

3mal 200 - 400 mg

bzw.

3 - 5mal 200 mg oder als

Retardtablette morgens 200

- 400 mg

abends 400 - 600 mg

Hinweise:

Für Kinder unter 6 Jahren stehen zur Initial- und Erhaltungsdosierung nicht-

retardierte Darreichungs-formen zur Verfügung (Suspension, Saft oder Tabletten).

Die Verabreichung von Retardtabletten kann wegen unzureichender Erkenntnis

nicht empfohlen werden.

Wie viel von und wie oft sollten Sie Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

einnehmen?

Anfallsleiden

(Epilepsie):--------------------------------Im

Allgemeinen

sollte

Erwachsenen die Anfangsdosis von 1/2 - 1 Retardtablette Carbaflux 400 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin/Tag) langsam bis auf

Erhaltungsdosis

Retardtabletten

Carbaflux

retard

Retardtabletten

(entsprechend

1200

Carbamazepin/Tag)

gesteigert

werden. Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10

- 20 mg Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag. Empfohlenes Dosierschema siehe

oben.

Anfallsartig auftretende Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie), anfallsartige

Schmerzen

unbekannter

Ursache

Rachenraumbereich

(genuine

Glossopharyngeus-Neuralgie):

Die Tagesdosis ist von einer Anfangsdosis von 1/2 - 1 Retardtablette Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin) bis

zum Eintritt der Schmerzfreiheit durchschnittlich auf 1 - 2-mal 1 Retardtablette

Carbaflux

retard

Retardtabletten

(entsprechend

Carbamazepin) zu erhöhen. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle

möglich, die Behandlung mit einer geringeren Erhaltungsdosis von 1-mal täglich 1

oder

2-mal

Retardtablette

Carbaflux

retard

Retardtabletten

(entsprechend

Carbamazepin/Tag)

fortzusetzen.

älteren

empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1-mal täglich 1/2 Retardtablette

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 200 mg Carbamazepin)

morgens oder

abends

ausreichend. Schmerzzustände bei

Schädigungen der

peripheren

Nerven

durch

Zuckerkrankheit

(diabetische

Neuropathie):Die

durchschnittliche

Tagesdosis

beträgt

morgens

Retardtablette,

abends

Retardtablette Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 600 mg

Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 2-mal täglich 1 1/2 Retardtabletten

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

Nichtepileptische Anfälle bei multipler Sklerose:----------------------------------------------

---------------

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1/2 - 1 Retardtablette Carbaflux

retard

Retardtabletten

(entsprechend

Carbamazepin).Anfallsverhütung

während

stationären

Alkoholentzugssyndrombehandlung:

durchschnittliche

Tagesdosis

beträgt

morgens 1/2 Retardtablette Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten, abends 1

Retardtablette Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 600 mg

Carbamazepin).In schweren Fällen kann sie in den ersten Tagen bis auf 2-mal

täglich

Retardtabletten

Carbaflux

retard

Retardtabletten

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin) erhöht werden. Die Kombination von

Carbaflux

retard

Retardtabletten

sedativ-hypnotischen

Mitteln

(Beruhigungs-, Schlafmittel) wird nicht empfohlen. Entsprechend den klinischen

Erfordernissen

können

Carbaflux

retard

Retardtabletten

jedoch

anderen in der Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen bei Bedarf

kombiniert werden. Es sind regelmäßige Kontrollen des Carbamazepin-Spiegels

vorzunehmen.

Wegen

zentralnervösen

vegetativen

Nebenwirkungen

(siehe zu Entzugserscheinungen unter 4. "Welche Nebenwirkungen sind möglich")

wird

eine

sorgfältige

klinische

Beobachtung

empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen: -----------------------------------------------------

-Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist,

beträgt 1/2 - 1 Retardtablette Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten täglich

(entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin). Gegebenenfalls kann die Dosis bis

2-mal

täglich

Retardtablette

Carbaflux

retard

Retardtabletten

(entsprechend 800 mg Carbamazepin) erhöht werden.

Hinweis:

----------

Patienten

schweren

Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

Leber-

Nierenleiden sowie bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt./

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Retardtabletten sind teilbar und werden während oder nach den Mahlzeiten

mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen. In manchen

Fällen hat sich die Verteilung der Tagesdosis auf 4 - 5 Einzelgaben als besonders

wirkungsvoll

erwiesen.

diesen

Fällen

sind

nicht-verzögert

freisetzende

Darreichungsformen

Carbamazepin

verzögert

freisetzenden

Darreichungsformen vorzuziehen.

Dauer der Anwendung

Anwendungsdauer

richtet

sich

nach

jeweiligen

Indikation

individuellen Reaktion des Patienten und wird durch den behandelnden Arzt

bestimmt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie. Über die

Einstellung, Behandlungsdauer und das Absetzen von Carbaflux 400 mg retard

Retardtabletten sollte im Einzelfall ein in der Epilepsiebehandlung erfahrener

Facharzt entscheiden.

Allgemeinen

eine

Dosisreduktion

Absetzen

Medikation

frühestens nach zwei- bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre

erfolgen; Kinder können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen anstelle

altersgemäßer Dosisanpassung, wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern

sollte.

Bei der Neuralgie-Behandlung hat es sich bewährt, die Therapie mit einer für die

Schmerzfreiheit gerade noch ausreichenden Erhaltungsdosis über einige Wochen

durchzuführen. Durch vorsichtige Dosisreduktion sollte festgestellt werden, ob es

inzwischen

einer

Spontanremission

gekommen

ist.

Beim

Wiederauftreten

Schmerzattacken

ursprünglichen

Erhaltungsdosis weiterzubehandeln.

Für die Behandlungsdauer der Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie

und der nichtepileptischen Anfälle bei Multipler Sklerose gilt das gleiche.

Anfallsverhütung

Alkoholentzugssyndrombehandlung

sollte

Therapie mit Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten unter ausschleichender

Dosierung nach 7 - 10 Tagen beendet werden.

Die Prophylaxe manisch-depressiver Phasen ist eine Langzeitbehandlung.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten zu stark oder zu

schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

eingenommen haben, als Sie sollten

Im Falle einer Überdosierung ist umgehend ärztliche Behandlung erforderlich.

Bei Überdosierung mit Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten können die unter

Nebenwirkungen genannten unerwünschten Symptome verstärkt in Erscheinung

treten.

Zusätzlich

treten

noch

folgende

Symptome

auf:

Zittern

(Tremor),

Erregung,

Krampfanfälle

Gehirns

(tonisch-klonische

Konvulsionen) sowie Störungen der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems mit

meist

erniedrigten

Blutdruckwerten

(evtl.

auch

Bluthochdruck),

erhöhtem

Herzschlag (Tachykardie) und Störungen der Erregungsausbreitung im Herzen

(AV-Block; EKG-Veränderungen), Bewusstseinsstörungen bis hin zum Atem- und

Herzstillstand.

Einzelfällen

wurden

veränderte

Laborbefunde

gemessen:

Leukozytose,

Leukopenie,

Neutropenie,

(erhöhte

oder

verringerte

Anzahl

weißer

Blutkörperchen) Glukosurie (Ausscheidung von Zucker mit dem Urin), Azetonurie

(Erhöhung eines bestimmten Stoffwechselproduktes im Urin).

Bei jedem Anwendungsfehler ist sofort ein Arzt zu informieren. Wurden hohe

Dosen eingenommen, sind Notfallmaßnahmen einzuleiten (Einlieferung in ein

Krankenhaus).

Ein spezifisches Gegenmittel bei akuten Vergiftungen mit Carbaflux 400 mg retard

Retardtabletten gibt es bislang nicht.

Die Behandlung einer Überdosierung mit Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

ist abhängig von den auftretenden Krankheitszeichen und muss in der Regel im

Krankenhaus erfolgen.

Wenn

Sie

die

Einnahme

von

Carbaflux

400

mg

retard

Retardtabletten

vergessen haben

Bitte nehmen Sie Ihr Medikament weiter so ein, wie es in seiner Anwendung

vorgesehen ist. Keinesfalls dürfen Sie eine vergessene Dosis durch die Einnahme

einer doppelten Dosis ausgleichen.

Wenn

Sie

die

Einnahme

von

Carbaflux

400

mg

retard

Retardtabletten

abbrechen

Sie dürfen auf keinen Fall die Behandlung mit Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden. Bitte sprechen Sie vorher mit

Ihrem behandelnden Arzt, wenn Unverträglichkeiten oder eine Änderung in Ihrem

Krankheitsbild eintreten. Sie können damit den Behandlungserfolg gefährden und

erneut epileptische Anfälle auslösen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie

sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufigkeitsangaben

Nebenwirkungen

werden

folgende

Kategorien

zugrunde gelegt:

Sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Die beobachteten Nebenwirkungen treten bei alleiniger Verabreichung von Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (Monotherapie) seltener als bei gleichzeitiger Gabe

anderer Antiepileptika (Kombinationstherapie) auf.

Großteil

Nebenwirkungen

kann

dosisabhängig,

insbesondere

Behandlungsbeginn auftreten, und verschwinden meist nach 8-14 Tagen von

selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion. Daher sollten Carbaflux 400

mg retard Retardtabletten

möglichst einschleichend dosiert werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Häufig bis sehr häufig

treten

Blutbildveränderungen

vermehrte

(Leukozytose,

Eosinophilie)

oder

verminderte Anzahl (Leukopenie) weißer Blutkörperchen oder der Blutplättchen

(Thrombozytopenie) auf. Nach Literaturangaben tritt davon am häufigsten eine

gutartige Leukopenie, in etwa 10 % der Fälle vorübergehend, in 2 % anhaltend,

auf.

Über

bestimmte,

Teil

lebensbedrohende

Blutzellschäden

Agranulozytose, aplastische Anämie, neben anderen Anämieformen (hämolytisch,

megaloblastisch), und über Lymphknotenschwellungen sowie Milzvergrößerung

wurde sehr selten berichtet.

Erkrankungen des Immunsystems: Vereinzelt wurde über Lupus erythematodes

disseminatus (Autoimmunerkrankung mit Gefäßentzündung) berichtet.

Endokrine Erkrankungen: Die Schilddrüsenfunktionsparameter T3, T4, TSH und

FT4 können, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln

gegen Anfallsleiden, beeinflusst werden.

Stoffwechsel-

und

Ernährungsstörungen:

Häufig

tritt

eine

Hyponatriämie

(verminderter Natriumgehalt des Blutserums) auf, die gelegentlich zu verminderter

Flüssigkeitsausscheidung,

Wasseransammlung

Gewebe

(Ödeme),

Gewichtszunahme

verminderter

Plasmaosmolalität

selten

Wasserintoxikation mit Erbrechen, Kopfschmerz, Verwirrung, Lethargie und anderen

neurologischen Auffälligkeiten führt. Durch die die Harnausscheidung hemmende

Wirkung (antidiuretischer Effekt) von Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten ist in

gelegentlichen

Fällen

eine

Verminderung

Natriumkonzentration

Blut

(Hyponatriämie)

gleichzeitigem

Erbrechen,

Kopfschmerz

vereinzelt

Verwirrung

aufgetreten.

Einzelfälle

Wasseransammlung

(Ödeme)

Gewichtszunahme wurden

beobachtet. Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten

können

Serum-Calciumspiegel

durch

beschleunigten

Abbau

25-OH-

Cholecalciferols

senken.

Dies

kann

sehr

selten

einer

Osteomalazie

(Knochenerweichung)

führen.

Erhöhte

Cholesterinspiegel,

einschließlich

HDL-

Cholesterin und Triglyceride, können sehr selten auftreten, ebenso eine Erhöhung

des freien Cortisols im Serum. Carbamazepin kann den Folsäurespiegel im Serum

senken, darüber hinaus gibt es Hinweise auf verminderte Vitamin-B 12-Spiegel und

erhöhte Homocystein-Spiegel im Serum unter Carbamazepin.

In zwei Fällen wurde eine akute intermittierende Porphyrie (Stoffwechselstörung

einhergehend

Leberfunktionsstörung,

Koliken,

neurologischen

Störungen)

ausgelöst.

Psychiatrische Erkrankungen: Sehr selten wurden Stimmungsveränderungen wie

depressive

oder

manische

(mit

gehobener

Stimmungslage,

Aggressionen

einhergehende) Verstimmungen, phobische Störungen (Angsstörungen), aggressives

Verhalten,

Denkerschwernis,

Antriebsverarmung

sowie

Sinnestäuschungen

(Halluzinationen) beobachtet. Unter der Behandlung mit Carbaflux 400 mg retard

Retardtabletten können latente Psychosen (unterschwellige seelische Erkrankungen)

aktiviert werden.

Erkrankungen

des

Nervensystems:

Sehr

häufig

können

Benommenheit,

Schwindel,

Müdigkeit,

Schläfrigkeit,

Gang-

Bewegungsstörung,

gelegentlich

Kopfschmerz, bei älteren Patienten Verwirrtheit und Unruhe (Agitation) auftreten.

Gelegentlich treten unwillkürliche Bewegungen (z. B. Flattertremor, Muskelzucken),

Augenbewegungsstörungen einhergehend mit Augenzittern (Nystagmus) und/oder

Doppelbildern

auf.

Darüber

hinaus

können

älteren

hirngeschädigten

Patienten Bewegungsstörungen wie z. B. unwillkürliche Bewegungen im Mund-

Gesichts-Bereich

Grimassieren

(orofaziale

Dyskinesien),

verschraubte

Bewegungen (Choreoathetose) auftreten. Sehr selten wurden über Sprechstörungen,

Missempfindungen,

Nervenerkrankungen

(Polyneuropathie),

Nervenentzündung

(periphere

Neuritis)

sowie

Lähmungserscheinungen

Beine

(Paresen)

Geschmacksstörungen berichtet. Es gibt Hinweise darauf, dass Carbamazepin zu

einer Verschlechterung der Symptome einer Multiplen Sklerose führen kann. Es

wurden Fälle von aseptischer Meningitis (nicht durch Bakterien oder Viren bedingte

Hirnhautentzündung)

unter

Carbamazepintherapie

berichtet

“Überempfindlichkeitsreaktionen”).Wie bei Einnahme anderer Medikamente gegen

Anfallsleiden auch kann es unter Carbamazepin zu einer Anfallshäufung kommen;

insbesondere Absencen (spezielle von beiden Hirnhälften ausgehende Anfallsform)

können verstärkt oder neu auftreten.

Augenerkrankungen:

Sehr

selten

treten

Bindehautentzündungen

auf.

Über

Linsentrübung wurde berichtet. Bei zwei Patienten wurde in Zusammenhang mit

einer

Carbamazepin-Langzeittherapie

über

Retinotoxizität

(Netzhautschädigung)

berichtet, die nach Absetzen des Carbamazepins rückläufig war. Erkrankungen des

Ohrs

Labyrinths:

Sehr

selten

wurden

Ohrensausen

(Tinnitus),

übersteigertes

oder

vermindertes

Hörempfinden (Hyper- oder Hypoakusis) sowie Änderung der Wahrnehmung von

Tonhöhen beobachtet.

Herzerkrankungen:

Gelegentlich

selten

können

eine

Verlangsamung

Herzschlages (Bradykardie) und Herzrhythmusstörungen sowie Verschlechterung

einer vorbestehenden koronaren Herzkrankheit auftreten, insbesondere bei älteren

Patienten oder bei Patienten mit bekannten Herzfunktionsstörungen. Gelegentlich

treten

Überleitungsstörungen

Herzen

(AV-Block),

Einzelfällen

Bewusstseinsverlust, sowie erhöhter oder erniedrigter Blutdruck auf. Besonders in

hoher Dosierung kann ein Blutdruckabfall auftreten.

Gefäßerkrankungen:

Gelegentlich

Auftreten

einer

Gefäßentzündung

(Vaskulitis)

beobachten.

Darüber

hinaus

wurden

Venenentzündung

(Thrombophlebitis) und Blutgerinnsel (Thrombembolie) beobachtet.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Einzelne

Fälle

Überempfindlichkeitsreaktionen

Lunge

Fieber,

Atemnot,

Lungenentzündung und Lungenfibrose wurden in der Literatur beschrieben.

Erkrankungen

des

Gastrointestinaltrakts:

Häufig

treten

Appetitlosigkeit,

Mundtrockenheit,

Übelkeit,

Erbrechen,

selten

Durchfall

oder

Verstopfung

auf.

Einzelfälle von Bauchschmerzen und Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-

Bereich (Stomatitis, Gingivitis, Glossitis) sind berichtet worden. In der Literatur finden

sich

Hinweise,

dass

Carbamazepin

möglicherweise

eine

Pankreatitis

(Bauchspeicheldrüsenentzündung) verursachen kann.

Leber-

und

Gallenerkrankungen:

Häufig

finden

sich

Veränderungen

Leberfunktionswerten, selten Gelbsucht, vereinzelt Leberentzündungen (Hepatitis in

unterschiedlicher

Form:

cholestatisch,

hepatozellulär,

granulomatös,

gemischt).Selten

tritt

insbesondere

innerhalb

ersten

Therapiemonate

eine

lebensbedrohliche

akute

Leberentzündung

(Hepatitis)

Leberversagen

allergischer

Basis

(s.a.

“Überempfindlichkeitsreaktionen”).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Häufig bis sehr häufig

wird über allergische Hautreaktionen mit und ohne Fieber, wie z. B. Bläschenbildung

(Urtikaria)

oder

Juckreiz

(Pruritus),

sowie

vereinzelt

über

großblättrige,

schuppenförmige Hautentzündungen (exfoliative Dermatitis, Erythrodermie), blasige

Ablösung

Haut

(Lyell-Syndrom),

Lichtempfindlichkeit

(Photosensibilität),

Hautrötungen mit scheiben- oder knotenförmigen Veränderungen und Einblutungen

(Erythema

exsudativum

multiforme

nodosum,

Stevens-Johnson-Syndrom),

kleinfleckige Hautblutungen (Purpura) berichtet. Haarausfall, vermehrtes Schwitzen,

Veränderungen der Hautpigmentierung, Akne, Hirsutismus (vermehrte Behaarung

vom männlichen Typ bei Frauen), traten vereinzelt bis gelegentlich auf. Selten traten

schwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Stevens-Johnson-

Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe Abschnitt 2) auf.

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs-

und

Knochenerkrankungen:

Gelegentlich

wurde

Muskelschwäche

beobachtet.

Sehr

selten

wurde

über

Gelenk-,

Muskelschmerzen

(Arthralgien,

Myalgien)

sowie

Muskelkrämpfe

berichtet.

Nach

Absetzen

Carbaflux

retard

Retardtabletten

verschwanden

diese

Erscheinungen.

Es wurden Fälle von Verringerungen der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu

Knochenbrüchen) berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker,

wenn Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine

Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere

Steroidhormone einnehmen.

Erkrankungen

der

Nieren

und

Harnwege:

Gelegentlich

treten

Störungen

Nierenfunktion, die zum Teil auf den antidiuretischen Effekt von Carbamazepin

zurückzuführen sind, wie z. B. Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie), Blut im Urin

(Hämaturie),

verminderte

Harnproduktion

(Oligurie),

sehr

selten

interstitieller Nehpritis (Nierengewebsentzündung) oder Nierenversagen, und andere

Beschwerden beim Harnlassen (Dysurie, Pollakisurie, Harnretention) auf.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse: Sehr selten wird über

Anschwellen

männlichen

Brustdrüsen

(Gynäkomastie)

oder

Milchfluss

(Galaktorrhöe) berichtet. Weiterhin traten Einzelfälle sexueller Störungen, wie z. B.

Impotenz,

verminderte

Libido,

verminderte

männliche

Fruchtbarkeit

und/oder

veränderte Bildung von Samenzellen auf.

Überempfindlichkeitsreaktionen:

Gelegentlich

sind

verzögerte,

mehrere

Organsysteme

betreffende

Überempfindlichkeitsreaktionen

Fieber,

Hautausschlag,

Gefäßentzündung,

Lymphknotenschwellung,

Gelenkschmerz,

veränderter

Anzahl

weißer

Blutkörperchen,

Vergrößerung

Leber

Milz,

veränderten Leberfunktionswerten. Diese Erscheinungen können in verschiedenen

Kombinationen

auftreten

auch

andere

Organe

Lunge,

Niere,

Bauchspeicheldrüse oder Herzmuskel und Dickdarm betreffen. Sehr selten wurde

eine akute allergische Allgemeinreaktion und eine aseptische (nicht durch Bakterien

Viren

ausgelöste)

Hirnhautentzündung

Muskelzucken

(Myoklonien)

Vermehrung

bestimmter

weißer

Blutkörperchen

(Eosinophilie),

anaphylaktische

(Schock-) Reaktionen und Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödeme)

beobachtet. Sollten Sie eine oder mehrere der oben genannten Nebenwirkungen bei

sich

beobachten,

benachrichtigen

sofort

Ihren

Arzt,

damit

über

Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden kann

(vgl. auch den Abschnitt “Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Carbaflux 400

retard

Retardtabletten

erforderlich”).

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt

oder

Nebenwirkungen

bemerken,

nicht

dieser

Gebrauchsinformation

aufgeführt sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker

oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in

dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE

SIND

CARBAFLUX

400

MG

RETARD

RETARDTABLETTEN

AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

Arzneimittel

nach

Umkarton

jeder

Durchdrückpackung nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr

anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen

Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehrverwenden.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht über 30 °C aufbewahren.

In der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten enthalten:

Der Wirkstoff ist: Carbamazepin.

1 Retardtablette enthält 300 mg Carbamazepin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Croscarmellose-Natrium, mikrokristalline Cellulose,

Macrogol (6000), Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Poly(ethylacrylat, methylmethacrylat,

trimethylammonioethylmethacrylat-chlorid)

1:2:0,1,

hochdisperses

Siliciumdioxid,

Talkum

Wie Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten aussehen und Inhalt der Packung:

Weiße, oblonge Retardtablette mit beidseitiger Bruchkerbe. Die Retardtablette kann

in gleiche Hälften geteilt werden.

Carbaflux 400 mg retard Retardtabletten sind in Packungen mit 50 , 100 und 200

Retardtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

HENNIG ARZNEIMITTEL GmbH & Co. KG

Liebigstraße 1-2

65439 Flörsheim am Main

Telefon: (0 61 45) 5 08-0

Telefax: (0 61 45) 5 08-1 40

info@hennig-am.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 03/2014.

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Carbaflux

200 mg Tabletten

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Carbamazepin

1 Tablette Carbaflux

200 mg Tabletten enthält 200 mg Carbamazepin.

1 Retardtablette Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten enthält 300 mg Carbamazepin.

1 Retardtablette Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten enthält 400 mg Carbamazepin.

1 Retardtablette Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten enthält 600 mg Carbamazepin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Tablette

Weiße, runde Tabletten mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Retardtablette

Weiße, runde Retardtabletten mit einseitiger Bruchkerbe.

Die Retardtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Retardtablette

Weiße, oblonge Retardtabletten mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Retardtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Retardtablette

Weiße, oblonge Retardtabletten mit beidseitiger Bruchkerbe

Die Retardtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von:

Epilepsien:

Einfache partielle Anfälle (fokale Anfälle); Komplexe partielle Anfälle

(psychomotorische Anfälle); Grand mal, insbesondere fokaler Genese (Schlaf-Grand

mal, diffuses Grand mal); gemischte Epilepsieformen.

Trigeminus-Neuralgie.

Genuine Glossopharyngeus-Neuralgie.

Schmerzhafte diabetische Neuropathie.

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose, wie z. B. Trigeminus-Neuralgie,

tonische Anfälle, paroxysmale Dysarthrie und Ataxie, paroxysmale Parästhesien und

Schmerzanfälle.

Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom.

Carbaflux

300 mg retard/400 mg retard Retardtabletten zusätzlich:

Zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen, wenn die Therapie mit Lithium versagt

hat bzw. wenn Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel erlebten, und wenn

mit Lithium nicht behandelt werden darf.

Hinweis:

Bei Umstellung von bisherigen (nicht retardierten) Darreichungsformen auf Carbaflux

mg retard/400 mg retard/600 mg retard Retardtabletten ist auf ausreichende Serumspiegel

von Carbamazepin zu achten.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Vor der Entscheidung zur Behandlung mit Carbamazepin sollten Patienten han-

chinesischer oder thailändischer Abstammung auf die Genvariante HLA-B*1502 hin

untersucht werden, wenn dies irgendwie möglich ist. Dieses Allel ist ein starker Prädiktor

für das Risiko des Auftretens des Stevens-Johnson-Syndroms bei einer Behandlung mit

Carbamazepin (siehe Hinweise zu Gentests und Hautreaktionen in Abschnitt 4.4).

Die Behandlung mit Carbaflux

wird einschleichend, in einer niedrigen Initialdosis, je

nach Art und Schwere des Krankheitsbildes, individuell begonnen, danach wird die

Dosis langsam bis zur am besten wirksamen Erhaltungsdosis erhöht.

Die Tagesdosis wird in der Regel in mehreren Einzelgaben, bei Retardtabletten in 1 – 2

Einzelgaben verabreicht.

Der allgemeine Tagesdosisbereich liegt zwischen 400 - 1200 mg Carbamazepin. Eine

Gesamttagesdosis von 1600 mg Carbamazepin sollte in der Regel nicht überschritten

werden, da in höherer Dosierung vermehrt Nebenwirkungen auftreten.

Die Festlegung der therapeutischen Dosis sollte, insbesondere bei

Kombinationstherapie, über die Bestimmung der Plasmaspiegel und in Abhängigkeit von

der Wirksamkeit erfolgen. Der therapeutische Carbamazepin-Spiegel liegt

erfahrungsgemäß zwischen 4 und 12 µg/ml.

Im Einzelfall kann die erforderliche Dosis erheblich von der angegebenen Anfangs- und

Erhaltungsdosis abweichen (z. B. wegen Beschleunigung des Metabolismus durch

Enzyminduktion oder wegen Arzneimittelinteraktionen bei eventuell kombinierter

Medikation).

Carbaflux

sollte zur Behandlung der Epilepsie bevorzugt allein (Monotherapie)

angewendet werden. Die Behandlung ist von einem in der Epilepsiebehandlung

erfahrenen Facharzt zu überwachen.

Bei Umstellung auf die Behandlung mit Carbaflux

ist die Dosis des abzusetzenden

Antiepileptikums schrittweise herabzusetzen.

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen

Anfallsleiden empfohlen:

Anfangsdosis

täglich

Erhaltungsdosis

täglich

Erwachsene

1-mal 200 mg

oder als Retardtablette

200 - 300 mg abends.

3-mal 200 - 400 mg

oder als Retardtablette

morgens 200(300) - 600 mg

abends (300)400 - 600 mg

Kinder*

1 - 5 Jahre

1 – 2-mal 100 mg

1 – 2-mal 200 mg

6 - 10 Jahre

2-mal 100 mg

oder als Retardtablette

150 - 200 mg abends

3-mal 200 mg

oder als Retardtablette

morgens 200 mg

abends 200 - 400 mg

11 - 15 Jahre

2 – 3-mal 100 mg

oder als Retardtablette

150 - 200 mg abends

3-mal 200 - 400 mg

bzw.

3 – 5-mal 200 mg

oder als Retardtablette

morgens 200 - 400 mg

abends 400 - 600 mg

Carbaflux

200 mg Tabletten:

*

Hinweise:

Bei Kindern unter 4 Jahren wird aufgrund klinischer Erfahrungen empfohlen, bevorzugt mit

einer Tagesdosis von 20 - 60 mg zu beginnen. Bis zum Erreichen der therapeutisch

notwendigen Dosis kann diese Tagesdosis um 20 - 60 mg Carbamazepin jeden zweiten

Tag gesteigert werden. Jedoch sollten die oben genannten Dosierungsbereiche nicht

überschritten werden.

Bei Kindern über 4 Jahren kann aufgrund klinischer Erfahrungen die Anfangsdosis 100

mg Carbamazepin pro Tag betragen. Diese Tagesdosis kann jeden zweiten Tag oder

wöchentlich um bis zu 100 mg Carbamazepin pro Tag bis zur erforderlichen Dosis

gesteigert werden. Jedoch sollten die oben genannten Dosierungsbereiche nicht

überschritten werden.

Carbaflux

300 mg retard/400 mg retard/600 mg retard Retardtabletten:

*

Hinweise:

Für Kinder unter 6 Jahren stehen zur Initial- und Erhaltungsdosierung nicht-retardierte

Darreichungsformen zur Verfügung (Suspension, Saft oder Tabletten).

Die Verabreichung von Retardtabletten kann wegen unzureichender Erkenntnis nicht

empfohlen werden.

Es gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

Epilepsien:

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1 - 2 Tabletten Carbaflux

200 mg Tabletten (entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin/Tag) langsam auf die

Erhaltungsdosis von 4 - 6 Tabletten Carbaflux

200 mg Tabletten (entsprechend 800 -

1200 mg Carbamazepin) gesteigert.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10 - 20 mg

Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag.

Empfohlenes Dosierschema siehe oben.

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1 Retardtablette Carbaf-

300 mg retard Retardtabletten (entsprechend 300 mg Carbamazepin/Tag) langsam

auf die Erhaltungsdosis von 2 - 4 Retardtabletten Carbaflux

300 mg retard (entspre-

chend 600 -1200 mg Carbamazepin/Tag) gesteigert. Im Allgemeinen beträgt die Erhal-

tungsdosis für Kinder durchschnittlich 10 - 20 mg/kg Körpergewicht/Tag.

Empfohlenes Dosierschema: siehe oben.

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Im allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von ½ - 1 Retardtablette

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 200 -400 mg

Carbamazepin/Tag) langsam auf die Erhaltungsdosis von 2 - 3 Retardtabletten

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 800 - 1200 mg

Carbamazepin/Tag) gesteigert.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10 - 20 mg/kg

Körpergewicht/Tag.

Empfohlenes Dosierschema: siehe oben.

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von ½ Retardtablette

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten (entsprechend 300 mg Carbamazepin/Tag)

langsam auf die Erhaltungsdosis von 1 - 2 Retardtabletten Carbaflux

600 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 600 -1200 mg Carbamazepin/Tag) gesteigert.

Für die Anwendung bei Kindern ist diese Dosierungsstärke nicht geeignet.

Empfohlenes Dosierschema siehe oben.

Trigeminus-Neuralgie, genuine Glossopharyngeus Neuralgie:

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 1 - 2 Tabletten Carbaflux 200 mg

Tabletten (entsprechend 200 – 400 mg Carbamazepin), in 1 - 2 Gaben, bis zum Eintritt

der Schmerzfreiheit auf 2 – 4-mal 1 Tablette Carbaflux

200 mg Tabletten

(entsprechend 400 - 800 mg Carbamazepin) erhöht. Im Anschluss daran ist es bei

einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit einer geringeren Erhaltungsdosis von

2-mal 1 Tablette Carbaflux

200 mg Tabletten (entsprechend 400 mg Carbamazepin)

täglich fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 2-mal täglich 1/2

Tablette Carbaflux

200 mg Tabletten (entsprechend 200 mg Carbamazepin)

ausreichend.

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von ½ -1 Retardtablette Carbaflux

300 mg

retard Retardtabletten (entsprechend 150 – 300 mg Carbamazepin) bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 1 - 3 Retardtabletten Carbaflux

300 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 300 – 900 mg Carbamazepin) - verteilt auf 2 Gaben -

erhöht. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit

einer geringeren Erhaltungsdosis von 1 - 1½ Retardtabletten Carbaflux

300 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 300 – 450 mg Carbamazepin/Tag ), verteilt auf 2 Gaben,

fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1/2 Retardtablette

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten morgens oder abends (entsprechend 150 mg

Carbamazepin/Tag) ausreichend.

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von ½ -1 Retardtablette Carbaflux

400 mg

retard Retardtabletten (entsprechend 200 – 400 mg Carbamazepin) bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 1 - 2mal 1 Retardtablette Carbaflux

400 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 400 – 800 mg Carbamazepin) erhöht. Im Anschluss

daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit einer geringeren

Erhaltungsdosis von 1mal 1 oder 2mal ½ Retardtablette Carbaflux

400 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 400 mg Carbamazepin/Tag) fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1mal ½

Retardtablette Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 200 mg/Tag

Carbamazepin) morgens oder abends ausreichend.

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 150 -300 mg Carbamazepin (wofür

niedriger dosierbare Darreichungsformen zur Verfügung stehen) bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit auf durchschnittlich ½ - 1½ Retardtabletten Carbaflux

600 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 300 – 900 mg Carbamazepin) - verteilt auf 1 - 2 Gaben -

erhöht. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit

einer geringeren Erhaltungsdosis von täglich 1-mal ½ Retardtablette Carbaflux

600 mg

retard Retardtabletten (entsprechend 300 mg Carbamazepin) fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist auf eine Darreichungsform mit niedrigerer

Dosisstärke auszuweichen, da als Anfangsdosis 150 mg Carbamazepin morgens oder

abends ausreichend sind.

Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie:

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 3-mal 1 Tablette Carbaflux

200 mg Tabletten

(entsprechend 600 mg Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 3-mal täglich 2

Tabletten Carbaflux

200 mg Tabletten (entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1 Retardtablette Carbaflux

300 mg re-

tard Retardtabletten (entsprechend 600 mg Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 2-

mal täglich 2 Retardtabletten Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten (entsprechend

1200 mg Carbamazepin).

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens ½ Retardtablette, abends 1

Retardtablette Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 600 mg

Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 2-mal täglich 1½ Retardtabletten Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal ½ Retardtablette Carbaflux

600 mg

retard Retardtabletten (entsprechend 600 mg Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu

2-mal täglich 1 Retardtablette Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten (entsprechend

1200 mg Carbamazepin).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose:

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2 – 4-mal 1 Tablette Carbaflux

200 mg

Tabletten (entsprechend 400 - 800 mg Carbamazepin).

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 1 – 2-mal 1 - 1½ Retardtabletten Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten (entsprechend 300 – 900 mg Carbamazepin).

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal ½ - 1 Retardtablette Carbaflux

400 mg

retard Retardtabletten (entsprechend 400 – 800 mg Carbamazepin).

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt ½ - 1½ Retardtabletten Carbaflux

600 mg

retard Retardtabletten (entsprechend 300 – 900 mg Carbamazepin) in 1 - 2

Einzelgaben.

Anfallsverhütung während der stationären Alkoholentzugssyndrombehandlung:

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 3-mal 1 Tablette Carbaflux

200 mg Tabletten

(entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 3-mal täglich 2 Tabletten

Carbaflux

200 mg Tabletten (entsprechend 1200 mg Carbamazepin) erhöht werden.

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1 Retardtablette Carbaflux

300 mg re-

tard Retardtabletten (entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 2 Retard-

tabletten Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten (entsprechend 1200 mg Carbama-

zepin) erhöht werden.

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens ½ Retardtablette Carbaflux

400 mg

retard Retardtabletten, abends 1 Retardtablette Carbaflux

400 mg retard

Retardtabletten (entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 1½

Retardtabletten Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 1200 mg

Carbamazepin) erhöht werden.

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal ½ Retardtablette Carbaflux

600 mg

retard Retardtabletten (entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 1

Retardtablette Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten (entsprechend 1200 mg

Carbamazepin) erhöht werden.

Die Kombination von Carbaflux

mit sedativ-hypnotischen Mitteln wird nicht empfohlen.

Entsprechend den klinischen Erfordernissen kann Carbaflux

jedoch mit anderen in der

Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen bei Bedarf kombiniert werden.

Es sind regelmäßige Kontrollen des Carbamazepin-Spiegels vorzunehmen. Wegen der

zentralnervösen und vegetativen Nebenwirkungen (siehe zu Entzugserscheinungen un-

ter "Nebenwirkungen") wird eine sorgfältige klinische Beobachtung empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen:

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt 1

Retardtablette Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten (entsprechend 300 mg

Carbamazepin) täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 2-mal 1 - 1½ Retardtab-

letten Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten (entsprechend 600 – 900 mg Carbama-

zepin) täglich erhöht werden.

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt ½ -

1 Retardtablette Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 200 - 400 mg

Carbamazepin) täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 2mal täglich 1

Retardtablette Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten (entsprechend 800 mg

Carbamazepin) erhöht werden.

Hinweis:

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und Nierenleiden

sowie bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Art und Dauer der Anwendung

Sowohl die Tabletten als auch die Retardtabletten sind teilbar und werden während oder

nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen.

In manchen Fällen hat sich die Verteilung der Tagesdosis auf 4 - 5 Einzelgaben als

besonders wirkungsvoll erwiesen. In diesen Fällen sind nicht-retardierte

Darreichungsformen von Carbamazepin retardierten Darreichungsformen vorzuziehen.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Indikation und der individuellen

Reaktion des Patienten. In jedem Fall darf das Arzneimittel durch den Patienten nicht

eigenmächtig abgesetzt werden.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie. Über die

Einstellung, Behandlungsdauer und das Absetzen von Carbaflux

sollte im Einzelfall ein

in der Epilepsiebehandlung erfahrener Facharzt entscheiden. Im Allgemeinen ist eine

Dosisreduktion und ein Absetzen der Medikation frühestens nach zwei- bis dreijähriger

Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre erfolgen;

Kinder können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen anstelle altersgemäßer

Dosisanpassung, wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern sollte.

Bei der Neuralgie-Behandlung hat es sich bewährt, die Therapie mit einer für die

Schmerzfreiheit gerade noch ausreichenden Erhaltungsdosis über einige Wochen

durchzuführen. Durch vorsichtige Dosisreduktion sollte festgestellt werden, ob es

inzwischen zu einer Spontanremission gekommen ist.

Beim Wiederauftreten von Schmerzattacken ist mit der ursprünglichen Erhaltungsdosis

weiterzubehandeln.

Für die Behandlungsdauer der Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie und der

nichtepileptischen Anfälle bei Multipler Sklerose gilt das gleiche.

Zur Anfallsverhütung bei der Alkoholentzugssyndrombehandlung sollte die Therapie mit

Carbaflux

unter ausschleichender Dosierung nach 7 - 10 Tagen beendet werden.

Die Prophylaxe manisch-depressiver Phasen ist eine Langzeitbehandlung.

4.3

Gegenanzeigen

Carbaflux

darf nicht angewendet bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile,

Vorliegen einer Knochenmarksschädigung, Knochenmarkdepression in der

Vorgeschichte,

atrioventrikulären Block,

bekannter Überempfindlichkeit gegen Carbamazepin oder trizyklische

Antidepressiva oder gegen andere Bestandteile des Arzneimittels ( siehe "Liste

der sonstigen Bestandteile"

akuter intermittierender Porphyrie,

gleichzeitiger Behandlung mit einem Monoaminoxidase-Hemmer,

gleichzeitiger Behandlung mit Voriconazol, da es zum Therapieversagen dieses

Medikamentes kommen kann.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hautreaktionen:

Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und To-

xisch epidermaler Nekrolyse (TEN)) wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von

Carbamazepin berichtet. Die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome dieser

schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezüglich des Auftretens von

Hautreaktionen überwacht werden.

Das Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten Behandlungswochen am

höchsten. Wenn Anzeichen oder Symptome für ein SJS oder eine TEN auftreten (z.B. ein

progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsio-

nen), muss die Therapie mit Carbamazepin beendet werden. Der Verlauf von SJS und

TEN wird maßgeblich von der frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen

aller verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d.h. frühzeitiges Absetzen verbessert die Progno-

Nach Auftreten eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von

Carbamazepin darf der Patient/die Patientin nie wieder mit Carbamazepin behandelt wer-

den.

Schwere und in einigen Fällen tödliche Hautreaktionen, wie toxische epidermaler Nekroly-

se (TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), treten bei schätzungsweise 1–6 von

10.000 neuen Anwendern in Ländern mit hauptsächlich kaukasischer Bevölkerung auf,

aber in einigen asiatischen Ländern liegt das Risiko den Schätzungen nach etwa 10-mal

höher.

Es liegen vermehrt Hinweise darauf vor, dass verschiedene HLA-Allele bei der Prädisposi-

tion von Patienten für immunvermittelte unerwünschte Reaktionen eine Rolle spielen (siehe

Abschnitt 4.2).

Allel HLA-A*3101 – Personen europäischer und japanischer Abstammung

Es liegen Daten vor, die darauf hinweisen, dass das Allel HLA-A*3101 bei Personen mit

europäischer Abstammung sowie bei Japanern mit einem erhöhten Risiko von Carbama-

zepin-induzierten unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut assoziiert ist, z. B. SJS,

TEN, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-

Syndrom) oder weniger schwerer akuter generalisierter exanthematischer Pustulose

(AGEP) und makulopapulösem Arzneimittelexanthem (siehe Abschnitt 4.8).

Die Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt starke Variationen zwischen den verschiede-

nen Bevölkerungsgruppen. Das Allel HLA-A*3101 hat eine Prävalenz von 2 % bis 5 % in

der europäischen Bevölkerung und von etwa 10 % bei der japanischen Bevölkerung.

Das Vorliegen des Allels HLA-A*3101 kann das Risiko Carbamazepin-induzierter Hautre-

aktionen (in den meisten Fällen von geringerem Schweregrad) von 5,0 % bei der Allge-

meinbevölkerung auf 26,0 % bei Patienten europäischer Abstammung steigern, wohinge-

gen das Fehlen dieses Allels das Risiko von 5,0 % auf 3,8 % senken kann.

Es liegen keine ausreichenden Daten für die Empfehlung einer Untersuchung auf das Vor-

liegen des Allels HLA-A*3101 vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin vor.

Ist bei Patienten europäischer oder japanischer Herkunft bekannt, dass sie das Allel HLA-

A*3101 tragen, kann die Anwendung von Carbamazepin in Erwägung gezogen werden,

wenn der voraussichtliche Nutzen größer ist als das Risiko.

Allel HLA-B*1502 bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen asiatischen Bevölke-

rungsgruppen

Es wurde nachgewiesen, dass das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 bei Personen,

die von Han Chinesen oder Thailändern abstammen, stark mit dem Risiko des Auftretens

schwerer Hautreaktionen, und zwar des Stevens-Johnson-Syndroms, verbunden ist. Die

Prävalenz von Trägern des HLA-B*1502-Allels beträgt bei Han-Chinesen und Thailändern

etwa 10 %. Diese Personen sollten vor Beginn der Therapie mit Carbamzepin genetisch

auf dieses Allel hin untersucht werden, wenn dies irgendwie möglich ist (siehe Abschnitt

4.2). Wenn der Test positiv ausfällt, sollte die Behandlung mit Carbamazepin nicht begon-

nen werden, es sei denn, es steht keine Behandlungsalternative zur Verfügung. Getestete

Personen, bei denen kein HLAB* 1502 gefunden wurde, haben ein geringes Risiko für das

Auftreten des Stevens-Johnson-Syndroms; dennoch können diese Reaktionen selten auf-

treten.

Einige Daten weisen bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen auf ein erhöhtes Risiko

von schweren Carbamazepin-assoziierten TEN-/SJS-Fällen hin. Aufgrund der Prävalenz

dieses Allels bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen (z. B. über 15 % auf den Phi-

lippinen und in Malaysia) kann erwogen werden, Patienten aus genetisch besonders ge-

fährdeten Bevölkerungsgruppen auf das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 zu testen.

Die Prävalenz des Allels HLA-B*1502 ist zu vernachlässigen bei Personen europäischer

Abstammung, in getesteten afrikanischen und lateinamerikanischen Bevölkerungsgruppen

sowie bei Japanern und Koreanern (< 1 %).

Da Carbamazepin Absencen hervorrufen bzw. bereits bestehende verstärken kann,

sollte Carbaflux

bei Patienten, die unter diesen Anfallsformen leiden, nicht angewendet

werden.

Carbaflux

darf nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und entsprechenden

Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden bei:

früheren oder bestehenden hämatologischen Erkrankungen, hämatologischen

Reaktionen auf andere Arzneimittel in der Vorgeschichte,

gestörtem Natrium-Stoffwechsel,

schweren Herz-, Leber- und Nierenfunktionsstörungen (siehe Nebenwirkungen und

Dosierung),

bei Patienten mit myotoner Dystrophie, da bei dieser Patientengruppe häufig cardiale

Überleitungsstörungen auftreten.

Warnhinweise und sonstige Hinweise:

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Bei Kindern unter 6 Jahren darf die Anwendung von Carbamazepin nur nach strenger

Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Carbaflux

300 mg retard/400 mg retard/600 mg retard Retardtabletten:

Carbaflux

300 mg retard/400 mg retard/600 mg retard Retardtabletten sind wegen des zu

hohen Wirkstoffgehaltes und fehlender Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder unter 6

Jahren ungeeignet.

Beim Auftreten von Fieber, Halsschmerzen, allergischen Hautreaktionen wie

Hautausschlag mit Lymphknotenschwellungen und/oder grippeähnlichen

Krankheitsbeschwerden unter der Behandlung mit Carbaflux

sollte der Patient sofort

den Arzt aufsuchen und das Blutbild bestimmt werden. Bei schweren allergischen

Reaktionen ist Carbaflux

sofort abzusetzen.

Der Patient ist anzuweisen, beim Auftreten von Symptomen einer Leberentzündung wie

Schlappheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbfärbung der Haut, Vergrößerung der Leber

umgehend den Arzt aufzusuchen.

Bei Auftreten bestimmter Blutbildveränderungen (insbesondere Leukozytopenien und

Thrombozytopenien) kann das Absetzen von Carbaflux

erforderlich sein; dies ist immer

der Fall, wenn gleichzeitig Beschwerden wie allergische Symptome, Fieber,

Halsschmerzen oder Hautblutungen auftreten.

Aufgrund der oben genannten möglichen Nebenwirkungen sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen sind, insbesondere bei Langzeittherapie, regelmäßig

Blutbild, Nieren- und Leberfunktion und der Carbamazepin-Spiegel sowie bei

Kombinationstherapie die Plasmakonzentrationen der anderen Antiepileptika zu

kontrollieren, ggf. sind die Tagesdosen zu reduzieren.

Es empfiehlt sich, Blutbild und Leberwerte zunächst vor der Behandlung mit Carbaflux

dann in wöchentlichen Abständen im ersten Monat der Behandlung, danach in

monatlichen Abständen zu kontrollieren. Nach 6-monatiger Behandlung reichen

teilweise 2 - 4malige Kontrollen im Jahr aus.

Bei Patienten mit Glaukom (grüner Star) soll der Augeninnendruck regelmäßig

gemessen werden.

Wird eine Umstellung der Therapie bei Patienten mit Epilepsie, die mit Carbaflux

behandelt werden, erforderlich, darf die Umstellung nicht plötzlich erfolgen, sondern es

muss ausschleichend auf die Behandlung mit einem anderen Antiepileptikum umgestellt

werden.

Warnhinweis: Im Anwendungsgebiet Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom

darf Carbaflux

nur unter stationären Bedingungen angewendet werden.

Zu beachten ist, dass die auftretenden Nebenwirkungen von Carbamazepin bei der

Behandlung des Alkoholentzugssyndroms den Entzugserscheinungen ähnlich sein bzw.

mit ihnen verwechselt werden können.

Wenn Carbaflux

zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen bei unzureichender

Wirksamkeit von Lithium alleine in Ausnahmefällen zusammen mit Lithium gegeben

werden soll, ist zur Vermeidung von unerwünschten Wechselwirkungen (siehe

"Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen") darauf

zu achten, dass eine bestimmte Plasmakonzentration von Carbamazepin nicht

überschritten wird (8 µg/ml), der Lithiumspiegel in einem niedrigen therapeutischen

Bereich gehalten wird (0,3 bis 0,8 mval/L) und eine Behandlung mit Neuroleptika länger

als 8 Wochen zurückliegt und auch nicht gleichzeitig erfolgt.

Aufgrund der Möglichkeit einer Photosensibilisierung sollten sich die Patienten während der

Behandlung mit Carbamazepin vor starker Sonnenbestrahlung schützen.

Kurzfristige Kontrollen (innerhalb 1 Woche) erforderlich bei:

Fieber, Infekt,

Hautausschlag,

allgemeinem Schwächegefühl,

Halsentzündung, Mundulzera,

rascher Ausbildung blauer Flecken,

Anstieg der Transaminasen,

Abfall der Leukozyten unter 3000/mm

bzw. der Granulozyten unter 1500/mm

Abfall der Thrombozyten unter 125 000/mm

Abfall der Retikulozyten unter 0,3 % = 20000/mm

Anstieg des Serumeisen über 150 µg %.

Absetzen von Carbamazepin erforderlich bei

petechialen oder Purpura-Blutungen,

Abfall der Erythrozyten unter 4 Mio/mm

Abfall des Hämatokrits unter 32 %,

Abfall des Hämoglobins unter 11 g %,

Abfall der Leukozyten unter 2000/mm

bzw. der Granulozyten unter 1000/mm

bzw. der Thrombozyten unter 80000/mm

bzw. bei symptomatischen Blutbildungsstörungen.

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit

Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurde, berichtet. Eine Metanalyse

randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht

erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der

Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren

Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von

Carbamazepin nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mindestens zwei Wochen vor Beginn einer Behandlung mit Carbaflux

muss eine

Behandlung mit MAO-Hemmern beendet worden sein.

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch Carbamazepin:

Carbamazepin induziert das Cytochrom-P-450-System (überwiegend das Isoenzym

CYP3A4), so dass die Plasmakonzentration von Substanzen, die über das Cytochrom-

P-450-System abgebaut werden, verringert werden können und deren Dosis ggf. den

klinischen Erfordernissen anzupassen ist.

Dies gilt beispielsweise für:

andere Antikonvulsiva (Clonazepam, Ethosuximid, Felbamat, Primidon, Lamotrigin,

Tiagabin, Topiramat, Valproinsäure),

Benzodiazepine (Alprazolam, Clobazam),

typische Neuroleptika (Haloperidol, Bromperidol) und atypische Neuroleptika (Clozapin,

Olanzapin, Risperidon, Quetiapin),

trizyklische Antidepressiva (z. B. Imipramin, Amitryptilin, Nortryptilin, Clomipramin),

Tetrazykline (z. B. Doxycyclin),

Antimykotika vom Azol-Typ (z. B. Voriconazol, Itraconazol, so dass es zum

Therapieversagen der Antimykotika kommen kann),

Praziquantel, Caspofungin, Indinavir,

Fentanyl, Midazolam, Phenazon, Methylphenidat, Methadon, Theophyllin, Chinidin,

Digoxin, Propranolol, Felodipin, Flunarizin,

Kortikosteroide (z. B. Prednisolon, Dexamethason), Ciclosporin, Tacrolimus,

blutgerinnungshemmende Mittel (wie Warfarin, Phenprocoumon, Dicoumarol),

hormonale Kontrazeptiva.

Bei Einnahme der "Pille" können, zusätzlich zur Wirkungsabschwächung der

hormonalen Kontrazeptiva, plötzliche Zwischenblutungen auftreten. Deshalb sollte das

orale Kontrazeptivum mehr als 50 µg Ethinylestradiol enthalten oder es sollten andere,

nichthormonale Verhütungsmethoden empfohlen werden.

Die Plasmakonzentration von Phenytoin kann durch Carbamazepin sowohl erhöht als

auch vermindert werden, wodurch in Ausnahmefällen Verwirrtheitszustände bis hin zum

Koma auftreten können.

Carbamazepin kann den Plasmaspiegel von Bupropion senken und den des Metaboliten

Hydroxbupropion erhöhen und somit die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von

Bupropion verringern.

Carbamazepin kann den Plasmaspiegel von Trazodon senken, scheint jedoch den

antidepressiven Effekt von Trazodon zu verstärken.

Carbamazepin kann möglicherweise die Metabolisierung von Zotepin beschleunigen.

Verminderte Plasmakonzentration von Carbamazepin:

Carbamazepin wird durch das Cytochrom-P-450-System (überwiegend durch das

Isoenzym CYP3A4) metabolisiert. Die Carbamazepin-Plasmakonzentration kann daher

durch Induktoren des Cytochrom-P-450-Systems vermindert werden, z. B. durch:

Andere Antikonvulsiva (Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Valproinsäure),

Theophyllin, Rifampicin, Doxorubicin, Cisplatin, Johanniskraut (Hypericum perforatum).

Andererseits können die Plasmaspiegel des pharmakologisch wirksamen Metaboliten

Carbamazepin-10,11-Epoxid durch Valproinsäure, sowie Primidon erhöht werden.

Durch gleichzeitige Gabe von Felbamat kann der Plasmaspiegel von Carbamazepin

vermindert und der von Carbamazepin-10, 11-epoxid erhöht werden, gleichzeitig kann

der Felbamat-Spiegel gesenkt werden.

Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung, insbesondere bei gleichzeitiger

Verabreichung mehrerer Antiepileptika, empfiehlt es sich, die Plasmaspiegel zu

kontrollieren und die Dosierung von Carbamazepin ggf. anzupassen.

Erhöhte Plasmakonzentration von Carbamazepin:

Carbamazepin wird durch das Cytochrom-P-450-System (überwiegend durch das

Isoenzym CYP3A4) metabolisiert. Die Carbamazepin-Plasmakonzentration kann daher

durch Inhibitoren des Cytochrom-P-450-Systems erhöht werden, z. B. durch:

Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin, Troleandomycin, Josamycin, Clarithromycin),

Isoniazid, Calcium-Antagonisten (z. B. Verapamil, Diltiazem), Acetazolamid,

Dextropropoxyphen/Propoxyphen, Viloxazin, Danazol, Ritonavir, Antimykotika vom Azol-

Typ (wie z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol), Nicotinamid (in hoher Dosierung

bei Erwachsenen), Fluoxetin, Nefazodon, Terfenadin, Loratadin, Cimetidin

möglicherweise auch Desipramin und Fluvoxamin.

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin (und/oder Carbamazepin 10,11-epoxid)

können zu den unter Nebenwirkungen genannten Symptomen (z. B. Schwindel,

Müdigkeit, Gangunsicherheit, Doppeltsehen) führen. Daher sollte die Carbamazepin-

Plasmakonzentration bei Auftreten solcher Symptome überprüft und die Dosis

nötigenfalls verringert werden.

Andere Wechselwirkungen:

Die gleichzeitige Anwendung von Carbaflux

und Neuroleptika oder Metoclopramid

kann das Auftreten neurologischer Nebenwirkungen begünstigen. Bei Patienten, die mit

Neuroleptika behandelt werden, ist darauf zu achten, dass Carbaflux

Plasmaspiegel dieser Arzneimittel reduzieren und dadurch eine Verschlechterung des

Krankheitsbildes verursachen können. Eine Dosisanpassung des jeweiligen

Neuroleptikums kann erforderlich sein.

Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere die gleichzeitige Anwendung von

Lithium und Carbamazepin die neurotoxische Wirkung beider Wirkstoffe verstärken

kann. Daher ist eine sorgfältige Überwachung der Blutspiegel von beiden notwendig.

Eine vorherige Behandlung mit Neuroleptika soll länger als 8 Wochen zurückliegen und

auch nicht gleichzeitig erfolgen. Auf folgende Anzeichen neurotoxischer Symptome ist

zu achten: unsicherer Gang, Ataxie, horizontaler Nystagmus, gesteigerte

Muskeleigenreflexe, Muskelzucken (Muskelfaszikulationen).

In der Literatur gibt es Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von

Carbamazepin bei vorbestehender Neuroleptikatherapie das Risiko für das Auftreten

eines malignen neuroleptischen Syndroms oder eines Steven-Johnson-Syndroms

erhöht.

Die Leberschädlichkeit von Isoniazid kann durch Carbaflux

erhöht werden.

Die kombinierte Gabe von Carbaflux

und einigen harntreibenden Mitteln

(Hydrochlorothiazid, Furosemid) kann zu einer symptomatischen Hyponatriämie führen.

Die Wirksamkeit von Muskelrelaxanzien, wie z. B. Pancuronium, kann durch Carbaflux

beeinträchtigt werden. Dadurch ist eine raschere Aufhebung der neuromuskulären

Blockade möglich. Patienten, die mit Muskelrelaxanzien behandelt werden, sollten

diesbezüglich überwacht und die Dosierung dieser Arzneimittel ggf. erhöht werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Isotretinoin (Wirkstoff zur Aknebehandlung) und Carbaflux

sollten die Carbamazepin-Plasmaspiegel kontrolliert werden.

Die gleichzeitige Gabe von Carbaflux

mit Paracetamol kann die Bioverfügbarkeit von

Paracetamol vermindern.

Carbamazepin scheint die Elimination von Schilddrüsenhormonen zu verstärken und

den Bedarf an diesen bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion zu erhöhen. Deshalb

sind bei solchen Patienten, die eine Substitutionstherapie erhalten, zu Beginn und am

Ende einer Therapie mit Carbaflux

die Schilddrüsenparameter zu bestimmen.

Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung der Schilddrüsenhormonpräparate

vorzunehmen. Insbesondere die gleichzeitige Behandlung mit Carbamazepin und

anderen Antikonvulsiva (z. B. Phenobarbital) kann die Schilddrüsenfunktion verändern.

Die gleichzeitige Gabe von Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-

Hemmer (z. B. Fluoxetin) kann zu einem toxischen Serotonin-Syndrom führen.

Es wird empfohlen, Carbaflux

nicht in Kombination mit Nefazodon

(depressionslösendes Mittel) anzuwenden, da Carbaflux

zu einer deutlichen Reduktion

der Nefazodonplasmaspiegels bis hin zum Wirkungsverlust führen kann. Darüber hinaus

wird bei gleichzeitiger Einnahme von Nefazodon und Carbaflux

der Carbamazepin-

Plasmaspiegel erhöht und der seines aktiven Abbauproduktes Carbamazepin-10,11-

epoxid erniedrigt.

Durch gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und Antiarrhythmica, cyclische

Antidepressiva oder Erythromycin erhöht sich das Risiko für kardiale Überleitungsstörungen.

Über eine Erhöhung der Carbamazepin-Bioverfügbarkeit und –Plasmaspiegel durch Genuss

von Grapefruit-Saft wurde berichtet.

Carbamazepin kann, wie andere psychoaktive Stoffe, die Alkoholtoleranz der Patienten

vermindern. Die Patienten sollten daher während der Behandlung keinen Alkohol trinken.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Carbamazepin darf während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-

Abwägung verordnet werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten unbedingt auf die

Notwendigkeit von Planung und Überwachung einer Schwangerschaft hingewiesen

werden. Carbamazepin sollte bei gebärfähigen Frauen und besonders während der

Schwangerschaft wenn möglich als Monotherapie angewendet werden, da sich das

Risiko von Fehlbildungen bei einer Kombinationstherapie mit anderen Antiepileptika

erhöht.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung eine Schwangerschaft eintritt oder wenn

die Behandlung mit Carbamazepin in der Schwangerschaft erforderlich ist, muss die

Notwendigkeit einer Anfallskontrolle sorgfältig gegen das mögliche Risiko dieser

Therapie für das ungeborene Kind abgewogen werden. Während der für Fehlbildungen

besonders anfälligen ersten drei Monate der Schwangerschaft und besonders zwischen

dem 20. und 40. Tag nach der Befruchtung soll die niedrigste wirksame Dosis

angewendet werden, da Fehlbildungen wahrscheinlich durch hohe

Plasmakonzentrationen hervorgerufen werden. Eine Kontrolle der Plasmaspiegel wird

empfohlen. Sie sollten im unteren Bereich des therapeutischen Bereiches (3 - 7 µg/ml)

liegen. In keinem Fall sollte die Behandlung ohne ärztlichen Rat abgebrochen werden,

da es bei epileptischen Anfällen zur Schädigung des Kindes kommen kann.

Erfahrungen mit der Anwendung von Carbamazepin im ersten Trimester liegen für über

500 Schwangerschaften vor. Wie auch für andere Antikonvulsiva sind nach

Carbamazepinexposition in utero verschiedene Fehlbildungen beschrieben worden. Es

treten vermehrt Kombinationen von Anomalien (leichte kraniofaziale Dysmorphien,

Fingernagelhypoplasien, Entwicklungsverzögerungen) auf. Aus epidemiologischen

Studien ergibt sich ein auf 1% erhöhtes Risiko für das Auftreten von Spina bifida, das

damit etwa 10fach höher ist als die Normalrate. Es ist bisher ungeklärt, in welchem Maß

die Behandlung mit Carbamazepin für die Fehlbildungen verantwortlich ist, da auch ein

Zusammenhang mit der Grunderkrankung oder genetischen Faktoren nicht ganz

ausgeschlossen werden kann. Die Patientinnen sollen über das erhöhte Risiko von

Fehlbildungen informiert und auf die Möglichkeit des pränatalen Screenings

hingewiesen werden.

Folsäuremangel, hervorgerufen durch die enzyminduzierende Wirkung von

Carbamazepin, kann ein zusätzlicher Faktor für die Entstehung von Fehlbildungen sein.

Deshalb kann die Gabe von Folsäure vor und während der Schwangerschaft sinnvoll

sein. Zur Vermeidung von Blutgerinnungsstörungen wird auch die prophylaktische Gabe

von Vitamin K1 in den letzten Wochen der Schwangerschaft an die Mutter bzw. post

partum an das Neugeborene empfohlen.

In Zusammenhang mit der Einnahme von Carbaflux

und anderen Antiepileptika wurde

über einige wenige Fälle von Krämpfen und/oder Atemdepression bei Neugeborenen

berichtet, ebenso über einige Fälle von Erbrechen, Diarrhöe und/oder verminderter

Nahrungsaufnahme. Dies könnten Anzeichen eines Entzugssyndroms beim

Neugeborenen sein.

Carbamazepin und sein wirksamer Metabolit treten in geringen Mengen in die

Muttermilch über (Milch/Plasma-Konzentrationsverhältnisse von 0,24-0,69). Deshalb

darf Carbaflux

in der Stillzeit eingenommen werden. Der gestillte Säugling sollte jedoch

auf mögliche Substanzwirkungen hin beobachtet werden (verringerte

Gewichtszunahme, Sedierung). Beim Auftreten solcher Substanzwirkungen sollte

abgestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Durch das Auftreten zentralnervöser Nebenwirkungen, wie z. B. Schwindel,

Benommenheit, Müdigkeit, zu Beginn der Behandlung oder in höheren Dosen und/oder

bei gleichzeitiger Einnahme anderer, ebenfalls am Zentralnervensystem angreifender

Arzneimittel kann Carbaflux

auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen - unabhängig von der Auswirkung des zu behandelnden

Grundleidens - soweit verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt

vermindert wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die beobachteten Nebenwirkungen traten bei alleiniger Verabreichung von Carbamazepin

(Monotherapie) seltener als bei gleichzeitiger Gabe anderer Antiepileptika

(Kombinationstherapie) auf.

Ein Großteil der Nebenwirkungen kann dosisabhängig, insbesondere bei

Behandlungsbeginn auftreten, und verschwindet meist nach 8-14 Tagen von selbst oder

nach vorübergehender Dosisreduktion. Daher sollte Carbaflux

möglichst einschleichend

dosiert werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Häufig bis sehr häufig treten Blutbildveränderungen in Form von Leukozytose, Eosinophilie

oder Leukopenie, Thrombozytopenie auf. Nach Literaturangaben tritt davon am häufigsten

eine gutartige Leukopenie, in etwa 10 % der Fälle vorübergehend, in 2 % persistierend,

auf. Eine gutartige Leukopenie tritt vor allem innerhalb der ersten vier Therapiemonate auf.

Sehr selten wurde über zum Teil lebensbedrohende Blutzellschäden wie Agranulozytose,

aplastische Anämie, neben anderen Anämieformen (hämolytisch, megaloblastisch),

Retikulozytose und über Lymphadenopathie und Milzvergrößerung berichtet.

Erkrankungen des Immunsystems:

Gelegentlich wurde über Lupus erythematodes disseminatus berichtet.

Endokrine Erkrankungen:

Insbesondere bei einer Kombinationstherapie mit anderen Antikonvulsiva können

Schilddrüsenfunktionsparameter verändert sein.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig tritt eine Hyponatriämie auf, die gelegentlich zu Flüssigkeitsretention, Ödem,

Gewichtszunahme und verminderter Plasmaosmolalität und selten zu Wasserintoxikation

mit Erbrechen, Kopfschmerz, Verwirrung, Lethargie und anderen neurologischen

Anomalien führt.

Carbamazepin kann den Serum-Calciumspiegel durch beschleunigten Metabolismus des

25-OH-Cholecalciferols senken. Dies führte vereinzelt zu einer Osteomalazie.

Erhöhte Cholesterinspiegel, einschließlich HDL-Cholesterin und Triglyceride, können sehr

selten auftreten, ebenso eine Erhöhung des freien Cortisols im Serum.

Carbamazepin kann den Folsäurespiegel im Serum senken, darüber hinaus gibt es

Hinweise auf verminderte Vitamin-B 12-Spiegel und erhöhte Homocystein-Spiegel im

Serum unter Carbamazepin.

In 2 Fällen wurde eine akute intermittierende Porphyrie ausgelöst.

Psychiatrische Erkrankungen:

Im psychischen Bereich wurden sehr selten Stimmungsveränderungen wie depressive

oder manische Verstimmungen, phobische Störungen, aggressives Verhalten,

Denkerschwernis, Antriebsverarmung sowie Halluzinationen (akustisch und visuell)

beobachtet.

Unter der Behandlung von Carbaflux

können latente Psychosen aktiviert werden.

Erkrankungen des Nervensystems:

Sehr häufig können Somnolenz, Sedierung, Schläfrigkeit, Schwindel, Ataxie (ataktische

und zerebellare Störungen), gelegentlich auch Kopfschmerzen, bei älteren Patienten

Verwirrtheit und Unruhe (Agitation), auftreten.

Gelegentlich treten unwillkürliche Bewegungen, wie z. B. Asterixis oder Ticks, Störungen

der Okulomotorik einhergehend mit Nystagmus und/oder Doppelbildern sowie

Akkommodationsstörungen auf. Darüber hinaus können bei älteren und hirngeschädigten

Patienten dyskinetische Störungen wie orofaziale Dyskinesien, Choreoathetose

(unwillkürliche Bewegungen im Mund-Gesichtsbereich wie Grimassieren, verschraubte

Bewegungen) auftreten. Sehr selten wurden Sprechstörungen, Missempfindungen,

Muskelschwäche, Polyneuropahtie, periphere Neuritis sowie Lähmungserscheinungen der

Beine (Paresen) und Geschmacksstörungen berichtet.

Es gibt Hinweise darauf, dass Carbamazepin zu einer Verschlechterung der Symptome

einer Multiplen Sklerose führen kann.

Es wurden Fälle von aseptischer Meningitis unter Carbamazepintherapie berichtet.

Wie bei Einnahme anderer Medikamente gegen Anfallsleiden auch kann es unter

Carbamazepin zu einer Anfallshäufung kommen; insbesondere Absencen (spezielle von

beiden Hirnhälften ausgehende Anfallsform) können verstärkt werden oder neu auftreten.

Augenerkrankungen:

Sehr selten treten Konjunktividen auf. Über Linsentrübung wurde berichtet. Bei zwei

Patienten wurde in Zusammenhang mit einer Carbamazepin-Langzeittherapie über

Retinotoxizität berichtet, die nach Absetzen des Carbamazepins rückläufig war.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Sehr selten wurden Tinnitus, Hyper- und Hypoakusis sowie Änderung der Wahrnehmung

von Tonhöhen beobachtet.

Herzerkrankungen:

Gelegentlich bis selten können Bradykardie und Herzrhythmusstörungen sowie

Verschlechterung einer vorbestehenden koronaren Herzkrankheit auftreten, insbesondere

bei älteren Patienten oder Patienten mit bekannten Herzfunktionsstörungen. Gelegentlich

tritt ein AV-Block, in Einzelfällen mit Synkopen sowie Hyper- oder Hypotonie auf. Besonders

in hoher Dosierung kann Blutdruckabfall auftreten.

Gefäßerkrankungen:

Vereinzelt bis gelegentlich wurde das Auftreten einer Vaskulitis beobachtet.

Darüber hinaus wurde über Thrombophlebitis und Thromboembolie berichtet.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Einzelfälle von Hypersensitivitätsreaktionen der Lunge mit Fieber, Dyspnoe und

Pneumonitis oder Pneumonie (Alveolitiden) und Lungenfibrose wurden in der Literatur

beschrieben.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig treten Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Nausea und Vomitus, selten Diarrhöe oder

Obstipation auf. Einzelfälle von Bauchschmerz sowie Schleimhautentzündungen im Mund-

Rachenbereich (Stomatitis, Gingivitis, Glossitis) sind berichtet worden.

In der Literatur finden sich Hinweise, dass Carbamazepin möglicherweise eine Pankreatitis

verursachen kann.

Leber- und Gallenerkrankungen:

Häufig finden sich Veränderungen von Leberfunktionswerten, selten Ikterus, vereinzelt

verschiedene Formen von Hepatitis (cholestatisch, hepatozellulär, granulomatös,

gemischt).

Selten tritt insbesondere innerhalb der ersten Therapiemonate eine lebensbedrohliche

akute Hepatitis mit Leberversagen auf allergischer Basis auf (s.a.

“Überempfindlichkeitsreaktionen”).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig bis sehr häufig wird über allergische Hautreaktionen mit und ohne Fieber, wie z. B.

Urtikaria oder Pruritus, sowie vereinzelt über exfoliative Dermatitis, Erythrodermie, Lyell-

Syndrom, Photosensibilität, Erythema exsudativum multiforme et nodosum, Steven-

Johnson-Syndrom, Purpura berichtet. Alopezie, vermehrtes Schwitzen, Veränderung der

Hautpigmentierung, Akne, Hirsutismus traten vereinzelt bis gelegentlich auf.

Es gibt zunehmend Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Genmarkern und dem

Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut wie SJS, TEN, DRESS,

AGEP und makulopapulösem Ausschlag. Bei japanischen und europäischen Patienten

wurde berichtet, dass eine Assoziation zwischen diesen Reaktionen und der Anwendung

von Carbamazepin bei gleichzeitigem Vorliegen des Allels HLA-A*3101 besteht. Bei einem

weiteren Marker, dem Allel HLA-B*1502, konnte gezeigt werden, dass ein starker

Zusammenhang mit dem Auftreten von SJS und TEN bei Han-Chinesen, Thailändern und

einigen anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen besteht (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4 für

weitere Informationen).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Sehr selten wurde über Arthralgien und Myalgien sowie Muskelkrämpfe berichtet. Nach

Absetzen von Carbamazepin verschwanden diese Erscheinungen.

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte unter dem Bild der Osteoporose

bis hin zu pathologischen Frakturen bei Patienten, die Carbamazepin über eine lange Zeit

angewendet haben. Der Mechanismus, über den Carbamazepin den Knochen-

Metabolismus beeinflusst, ist nicht bekannt.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Gelegentlich treten Nierenfunktionsstörungen, die zum Teil auf den antidiuretischen Effekt

von Carbamazepin zurückzuführen sind, wie z. B. Proteinurie, Hämaturie, Oligurie, sowie

andere Symptome einer Nierenerkrankung, sehr selten bis hin zu interstitieller Nephritis

oder Nierenversagen und andere Harnbeschwerden (Dysurie, Pollakisurie, Harnretention)

auf.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Sehr selten wird über Gynäkomastie oder Galaktorrhöe berichtet.

Weiterhin traten Einzelfälle sexueller Funktionsstörungen, wie z. B. Impotenz, verminderte

Libido, verminderte männliche Fertilität und/oder abnorme Spermiogenese auf.

Überempfindlichkeitsreaktionen:

Gelegentlich sind verzögerte, mehrere Organsysteme betreffende,

Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Hautausschlag, Vaskulitis,

Lymphknotenschwellung, Gelenkschmerz, Leukopenie, Eosinophilie, Vergrößerung von

Leber und Milz oder veränderte Leberfunktionswerte. Diese Erscheinungen können in

verschiedenen Kombinationen auftreten und auch andere Organe wie Lunge, Niere,

Bauchspeicheldrüse und Herzmuskel und Dickdarm betreffen. Sehr selten wurden akute

allergische Allgemeinreaktionen und aseptische Hirnhautentzündung mit Myoklonus und

Eosinophilie, anaphylaktische Reaktionen und Angioödeme beobachtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei jeder Beurteilung einer Intoxikation muss auch an die Möglichkeit einer evtl.

vorliegenden Mehrfach-Intoxikation durch mögliche Einnahme mehrerer Arzneimittel,

beispielsweise in suizidaler Absicht, gedacht werden.

Carbamazepin-Intoxikationen treten meist bei sehr hohen Dosen (4 - 20 g) auf, wobei die

Plasmaspiegel immer über 20 µg/ml liegen. Akzidentelle oder suizidale Einnahmen mit

Plasmakonzentrationen von 38 µg/ml wurden überlebt.

In der Literatur wurde über Intoxikationen (nach Einnahme von Carbamazepin in suizidaler

Absicht oder akzidenteller Einnahme) mit zum Teil letalem Ausgang berichtet.

Symptome einer Überdosierung

Bei einer Überdosierung mit Carbaflux

können die unter Nebenwirkungen genannten

Symptome verstärkt in Erscheinung treten:

Schwindel, Ataxie, Benommenheit, Stupor, Nausea, Vomitus, Unruhe, Verwirrtheit,

unwillkürliche Bewegungen, Mydriasis, Nystagmus, Flushing, Harnretention, Zyanose,

Opisthotonus, Reflexanomalien (abgeschwächte oder gesteigerte Reflexe).

Zusätzlich können noch folgende Symptome auftreten:

Tremor, Erregung, tonisch-klonische Konvulsionen, sowie respiratorische und

kardiovaskuläre Störungen mit meist hypotonen Blutdruckwerten (evtl. auch Hypertonus),

Tachykardie und AV-Block, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Atem- und Herzstillstand.

EEG-Dysrhythmien und EKG-Veränderungen (Arrhythmien, Überleitungsstörungen)

können vorkommen. In Einzelfällen wurden veränderte Laborparameter gemessen:

Leukozytose, Leukopenie, Neutropenie, Glykosurie, Azetonurie.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot bei Intoxikation mit Carbamazepin gibt es bislang nicht.

Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch: möglichst schnelle Entfernung der Noxe

(Auslösung von Erbrechen, Magenspülungen) sowie Verminderung der Resorption

(Verabreichen von z. B. Aktivkohle oder eines Laxans).

Die Vitalfunktionen müssen unter klinischen Bedingungen gesichert werden: die

Plasmakonzentration und Herzfunktion ist zu überprüfen, ggf. sind Korrekturen der

Elektrolytverschiebungen notwendig.

Bei Krampfanfällen können geeignete Antikonvulsiva verabreicht werden. Der Einsatz von

Barbituraten wird in der Literatur, wegen der Induzierung einer respiratorischen

Depression, besonders bei Kindern, nicht empfohlen.

Forcierte Diurese sowie Hämo- und Peritonealdialyse sind wegen der hohen

Proteinbindung von Carbamazepin wenig erfolgversprechend.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptikum

ATC Code: N03A F01

Carbamazepin ist ein Dibenzoazepin-Derivat. Pharmakologisch hat es Gemeinsamkeiten

mit Phenytoin.

Der Wirkungsmechanismus ist bislang nicht geklärt. Ähnlich wie Phenytoin hemmt

Carbamazepin die synaptische Übertragung und reduziert dadurch die Fortleitung von

konvulsiven Entladungen. In höheren Konzentrationen verursacht Carbamazepin eine

Herabsetzung der posttetanischen Potenzierung.

Die Schmerzlinderung bei der Trigeminus-Neuralgie kommt wahrscheinlich durch eine

Hemmung der synaptischen Reizübertragung im spinalen Trigeminuskern zustande.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption, Plasmakonzentrationen:

Carbamazepin wird (abhängig von der Darreichungsform) nach oraler Verabreichung

relativ langsam und fast vollständig resorbiert.

Die Resorptionshalbwertszeit liegt durchschnittlich bei 8,5 h und zeigt große intra- und

interindividuelle Unterschiede auf (ca. 1,72 bis 12 Stunden).

Die maximalen Plasmakonzentrationen werden nach einmaliger Gabe (je nach

Darreichungsformen) bei Erwachsenen nach 4 bis 16 Stunden (ganz selten bis 35 h),

bei Kindern etwa 4 – 6 h erreicht. Die Plasmaspiegel hängen nicht linear von der Dosis

ab und zeigen im höheren Dosisbereich einen flachen Kurvenverlauf.

Maximale Plasmakonzentrationen werden bei Verabreichung der Suspension schneller

erreicht als bei Gabe von Tabletten oder Retardtabletten.

Die Plasmaspiegel sind nach Gabe von Retardtabletten niedriger als bei nicht-

retardierten Tabletten.

Der steady-state wird nach 2 bis 8 Tagen erreicht. Es besteht keine enge Korrelation

zwischen der Dosis von Carbamazepin und der Plasmakonzentration im steady-state.

Im steady-state sind die Fluktuationen im Plasmaspiegel von Carbamazepin und seines

Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid beim Dosierungsintervall von 8 bzw. 12

Stunden nur gering.

In Literaturberichten wird hinsichtlich therapeutischer und toxischer

Plasmakonzentrationen darauf hingewiesen, dass die Anfallsfreiheit bei Plasmaspiegeln

von 4 bis 12 µg/ml erzielt werden kann. Eine Überschreitung des Plasmaspiegels von 20

µg/ml führte zur Verschlechterung des Krankheitsbildes. Bei Plasmakonzentrationen von

5 bis 18 µg/ml wird eine Schmerzlinderung bei Trigeminusneuralgie erreicht. Die

Schwellenkonzentrationen für das Auftreten von Nebenwirkungen liegt bei ca. 8 bis 9

µg/ml.

Plasmaproteinbindung, Verteilung:

Das Verteilungsvolumen beim Menschen wird mit Werten zwischen 0,8 - 1,9 l/kg

angegeben.

Die Plasmaproteinbindung von Carbamazepin liegt zwischen 70 und 80 %. Der Anteil an

ungebundenen Carbamazepin ist bei einer Konzentration bis 50 µg/ml konstant. Der

pharmakologisch aktive Metabolit Carbamazepin-10,11-epoxid wird zu 48 – 53 % (etwa

0,74 l/kg) an das Plasmaprotein gebunden.

Mit pharmakokinetischen Interaktionen ist zu rechnen, siehe Abschnitt

"Wechselwirkungen".

Die Carbamazepin-Konzentration im Liquor beträgt 33 % der jeweiligen

Plasmakonzentration.

Die Carbamazepin-Konzentration im Speichel entspricht der Konzentration freier

Muttersubstanz und steht in guter Korrelation zum Plasmaspiegel (etwa 20 – 30 %). Sie

lässt sich durch den Multiplikator 4 zur Plasmaspiegelschätzung im Rahmen der

Therapie verwenden.

Carbamazepin durchdringt die Plazentaschranke und geht in die Muttermilch über

(Konzentration etwa 58 % derjenigen im Plasma). Beim gestillten Säugling kann dies zu

Konzentrationen im Plasma führen, die denen der Muttermilch entsprechen.

Metabolismus:

Carbamazepin wird in der Leber oxidiert, desaminiert, hydroxiliert und anschließend mit

Glucuronsäure verestert.

Bislang wurden 7 Metabolite von Carbamazepin im Urin des Menschen identifiziert.

Davon hat der pharmakologisch nicht aktive Metabolit trans-10,11-Dihydroxy-10,11-

dihydrocarbamazepin den größten Mengenanteil. Der Metabolit Carbamazepin-10,11-

epoxid wird zu etwa 0,1 bis 2 % gefunden; er besitzt antikonvulsive Wirkungen.

Ausscheidung, Plasmaclearance, Plasmahalbwertszeit :

Nach Einzelgaben wird Carbamazepin mit einer Halbwertszeit von ca. 36 Stunden

(Bereich: 18 - 65 h) aus dem Plasma eliminiert.

Bei Dauertherapie sinkt die Halbwertszeit infolge Enzyminduktion um etwa 50 % (10 –

20 h). Die Halbwertszeiten sind in Kombinationstherapie mit anderen Antiepileptika

kürzer (durchschnittlich 6 – 10 h) als bei Monotherapie (11 – 13 h); bei Kindern kürzer

als bei Erwachsenen, bei Neugeborenen sind sie länger als bei Säuglingen.

Die Plasma-Clearance beträgt bei Gesunden etwa 19,8 + 2,7 ml/h/kg, bei Patienten in

Monotherapie etwa 54,6 + 6,7 ml/h/kg, bei Patienten in Kombinationstherapie etwa

113,3 + 33,4 ml/h/kg.

Nach einmaliger oraler Applikation werden etwa 72 % der Dosis in Form von

Metaboliten über die Nieren ausgeschieden. Der Rest von etwa 28 % wird über die

Faeces ausgeschieden, dabei teilweise in unveränderter Form. Nur 2 – 3 % der im Urin

ausgeschiedenen Substanzmenge liegt als unverändertes Carbamazepin vor.

Bioverfügbarkeit/Bioäquivalenz

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Eine im Jahr 1990 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung an 22 gesunden

Probanden (im Alter von 20 – 37 Jahren) ergab nach einmaliger Gabe von 1 Tablette

Carbaflux

200 mg Tabletten (entsprechend 200 mg Carbamazepin) im Vergleich zum

Referenzpräparat:

Testpräparat

Carbaflux

200 mg Tabletten

Referenzpräparat

maximale

Plasmakonzentration

) [µg/ml]:

2,62 ± 0,42

2,32 ± 0,28

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

) [h]:

10,36 ± 5,94

8,50 ± 5,67

Fläche unter der

Konzentrations-Zeit-

Kurve (AUC) [µg/ml

156,68 ± 34,43

148,83 ± 30,29

Angabe der Werte als Mittelwert und Streubreite.

Siehe Abbildung 1

Mittlere Serumspiegelverläufe im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem

Konzentrations-Zeit-Diagramm:

Zeit [h]

Konzentration [µg/ml]

Carbaflux

200 mg Tabletten

Referenzpräparat

Abbildung 1: Mittlere Carbamazepin-Plasmakonzentrationen nach Gabe von 200 mg unter

standardisierten Bedingungen (n=22)

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Eine im Jahr 1990 durchgeführte vergleichende Bioverfügbarkeitsuntersuchung (offen,

cross-over) an 20 gesunden männlichen Probanden (20 – 35 Jahre) ergab nach

mehrmaliger Einnahme von täglich je 2 Retardtabletten (600 mg Carbamazepin/Tag) im

Vergleich zum Referenzpräparat folgende Werte von Carbamazepin im steady-state:

Testpräparat

Carbaflux

300 mg retard

Referenzpräparat

[μg/ml] maximale

Plasmakonzentration

6,13 ± 0,70

5,80 ± 0,96

[μg/ml] mittlere

steady-state-

Konzentration

5,51 ± 0,71

5,23 ± 0,66

[h] Zeitpunkt der

max. Plasmakonzentra-

tion

3,53 ± 1,99

3,69 ± 1,69

[μg/ml·h] Fläche

unter der Konzentrati-

ons-Zeit-Kurve

66,10 ± 8,40

62,75 ± 9,86

Angabe der Werte als Mittelwert und Streubreite (Standardabweichung).

Siehe Abbildung 2

Mittlere Serumspiegelverläufe im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem

Konzentrations-Zeit-Diagramm:

Zeit [h]

Konzentration [µg/ml]

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten

Referenzpräparat

Abbildung 2: Mittlere Plasmaspiegelverläufe von Carbamazepin nach mehrmaliger Gabe

von täglich je 2 Retardtabletten (600 mg Carbamazepin/Tag) im Vergleich zum

Referenzpräparat im steady-state (n=20)

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Eine im Jahre 1990 durchgeführte vergleichende Bioverfügbarkeitsuntersuchung (offen,

cross-over) an 23 Patienten (im Alter von 19 – 63 Jahren) mit Trigeminus-Neuralgie oder

Anfallsleiden ergab nach jeweils einwöchiger Gabe von täglich einer Retardtablette (600

mg Carbamazepin/Tag) im Vergleich zum Referenzpräparat folgende Werte im steady-

state:

Testpräparat

Carbaflux

600 mg retard

Referenzpräparat

[μg/ml] maximale

Plasmakonzentration

9,1 ± 2,6

9,8 ± 3,0

ss av

[μg/ml] mittlere

Serumkonzentration

während eines

Dosierungsintervalls

6,8 ± 1,9

7,2 ± 2,3

[h] Zeitpunkt der

max.

Serumkonzentration

5,8 ± 2,7

5,9 ± 3,0

ss0-24 h

[mg/l·h]

Fläche unter der

Konzentrations-Zeit-

Kurve

154,4 ± 49,2

162,8 ± 54,3

PTF [%] Peak-Through-

Fluktuation

0,7 ± 0,2

0,7 ± 0,2

Angabe der Werte als Mittelwert und Streubreite (Standardabweichung).

Siehe Abbildung 3

Mittlere Serumspiegelverläufe im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem

Konzentrations-Zeit-Diagramm:

Abbildung 3: Mittlere Carbamazepin-Konzentrationen nach jeweils einwöchiger Gabe von

täglich einer 600 mg Retardtablette im Vergleich zum Referenzpräparat im steady-state

(n=23).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In-vitro-Untersuchungen und Studien am Tier ergaben keine Hinweise auf ein relevantes

mutagenes Potential von Carbamazepin.

In einer Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Ratten mit Carbamazepin wurden erhöhte

Inzidenzen von hepatozellulären Tumoren bei weiblichen Tieren sowie benigne

Testestumoren bei männlichen Tieren beobachtet. Es liegen jedoch keine Hinweise vor,

dass diese Beobachtungen für die therapeutische Anwendung am Menschen von

Bedeutung sind.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

Zeit [h]

Carbaflux® 600 mg Retardtabletten

Referenzpräparat

Konzentration [mg/l]

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Carbaflux

200 mg Tabletten enthalten mikrokristalline Cellulose, Carmellose-Natrium,

hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Carbaflux

300 mg retard/400 mg retard/600 mg retard Retardtabletten enthalten

Croscarmellose-Natrium, mikrokristalline Cellulose, Macrogol (6000), Magnesiumstearat

(Ph.Eur.), Poly(ethylacrylat, methylmethacrylat, trimethylammonioethylmethacrylatchlorid)

1 : 2 : 0,1, hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt für Carbaflux

200 mg Tabletten 5 Jahre.

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt für Carbaflux

300 mg retard/400 mg retard Retard-

tabletten 3 Jahre und für Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten 5 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Carbaflux

300 mg retard/400 mg retard Retardtabletten:

Nicht über 30ºC lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor

Feuchtigkeit zu schützen.

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Originalpackungen mit 50 Tabletten, 100 Tabletten und 200 Tabletten.

Unverkäufliches Muster mit 20 Tabletten.

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Originalpackungen mit 50 Retardtabletten, 100 Retardtabletten und 200 Retardtablet-

ten.

Unverkäufliches Muster mit 20 Retardtabletten.

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Originalpackungen mit 50 Retardtabletten, 100 Retardtabletten und 200 Retardtablet-

ten.

Unverkäufliches Muster mit 20 Retardtabletten.

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Originalpackungen mit 50 Retardtabletten, 100 Retardtabletten und 200 Retardtablet-

ten.

Anstaltspackung mit 250 (5 x 50) Retardtabletten als Bündelpackung in durchsichtiger

Folie.

Unverkäufliches Muster mit 20 Retardtabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

HENNIG ARZNEIMITTEL

GmbH & Co. KG

Liebigstraße 1 – 265439 Flörsheim am Main

Telefon: 06145/508-0

Telefax: 06145/508-140

http://www.hennig-am.de

info@hennig-am.de

8.

Zulassungsnummern

Carbaflux

200 mg Tabletten:

39425.00.00

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

43769.00.00

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

43769.01.00

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

11641.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

Carbaflux

200 mg Tabletten:

Datum der Zulassung: 25. 02. 1997

Datum der Verlängerung der Zulassung: 14. 06. 2002

Carbaflux

300 mg retard Retardtabletten:

Datum der Zulassung: 16. 11. 1998

Datum der Verlängerung der Zulassung: 14. 10. 2003

Carbaflux

400 mg retard Retardtabletten:

Datum der Zulassung: 16. 11. 1998

Datum der Verlängerung der Zulassung: 14. 10. 2003

Carbaflux

600 mg retard Retardtabletten:

Datum der Zulassung: 26. 11. 1997

Datum der Verlängerung der Zulassung: 01.07. 2003

10.

Stand der Information

03/2014

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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