carbadura 200mg Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Carbamazepin
Verfügbar ab:
Mylan Germany GmbH
ATC-Code:
N03AF01
INN (Internationale Bezeichnung):
Carbamazepine
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Carbamazepin 200.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
7535.00.00

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Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

carbadura 200 mg Tabletten

Wirkstoff: Carbamazepin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist carbadura 200 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von carbadura 200 mg beachten?

Wie ist carbadura 200 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist carbadura 200 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1

Was ist carbadura 200 mg und wofür wird es angewendet?

carbadura 200 mg ist ein Arzneimittel zur Behandlung von epileptischen Anfallserkrankungen und

anderen Anfallskrankheiten, bestimmten Schmerzzuständen sowie zur Vorbeugung bei bestimmten

psychischen Störungen.

carbadura 200 mg wird angewendet bei:

Epilepsien:

Anfällen, die von einem umschriebenen Gebiet des Gehirns ausgehen (fokale Anfälle). Die

Anfälle können ohne Bewusstseinsstörungen (einfache partielle Anfälle) oder

einhergehend mit Bewusstseinsstörungen (komplexe partielle Anfälle, psychomotorische

Anfälle) auftreten;

beide Gehirnhälften betreffenden Anfällen (generalisierten Anfällen), insbesondere wenn

sie ursprünglich von einem umschriebenen Gebiet des Gehirns ausgehen (Schlaf-Grand-

mal, diffuses Grand-mal);

gemischten Epilepsieformen;

anfallsartig auftretenden Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie);

anfallsartigen Schmerzen unbekannter Ursache im Rachenraumbereich (genuine

Glossopharyngeus-Neuralgie);

Schmerzzuständen bei Nervenschädigungen durch Zuckerkrankheit (diabetische

Neuropathie);

nichtepileptischen Anfällen bei Multipler Sklerose, wie z. B. Trigeminus-Neuralgie,

tonischen Anfällen (Anfälle mit gleichmäßiger Muskelspannung), anfallsartigen

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Sprech- und Bewegungsstörungen, Missempfindungen (paroxysmale Dysarthrie und

Ataxie, paroxysmale Parästhesien) und Schmerzanfällen;

zur Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom;

zur Vorbeugung manisch-depressiver Phasen (bestimmter psychischer Störungen mit

Stimmungsschwankungen), wenn die Therapie mit Lithium versagt hat bzw. wenn

Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel erlebten und wenn mit Lithium nicht

behandelt werden darf.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von carbadura 200 mg beachten?

carbadura 200 mg darf nicht eingenommen werden, wenn Sie:

allergisch gegen Carbamazepin, strukturell verwandte Medikamente (z.B. trizyklische

Antidepressiva, d.h. bestimmte Mittel gegen Depressionen) oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

eine Knochenmarkschädigung oder eine Störung der Blutbildung im Knochenmark in der

Vorgeschichte haben;

Überleitungsstörungen des Herzens (atrioventrikulärer Block) haben;

an bestimmten erblichen Stoffwechseldefekten (akuter intermittierender Porphyrie,

Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda) leiden;

gleichzeitig mit einem Monoaminoxidase-Hemmer (Mittel gegen Depressionen) behandelt

werden;

gleichzeitig mit Voriconazol (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen) behandelt werden, da

es zum Therapieversagen dieses Medikamentes kommen kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von carbadura 200 mg ist erforderlich,

wenn Sie unter Absencen (Bewusstseinstrübungen) leiden: dann sollte bei Ihnen carbadura 200 mg

nicht angewendet werden, da dieses Medikament solche Anfallsformen hervorrufen bzw. bereits

bestehende verstärken kann.

Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse), die

möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von

carbadura 200 mg berichtet. Diese zeigen sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder

kreisförmige Flecken (oft mit einer Blase in der Mitte) am Körperstamm. Der Hautausschlag kann

zu einer großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen. Zusätzliche Symptome, auf

die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Ulcera) in Mund, Hals, Nase und im

Genitalbereich sowie gerötete und geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese möglicherweise

lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeähnlichen Symptomen

(Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet.

Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten

Behandlungswochen. Wenn bei Ihnen ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine Toxisch

epidermale Nekrolyse in Zusammenhang mit der Anwendung von carbadura 200 mg aufgetreten

ist, dürfen Sie nie wieder mit carbadura 200 mg behandelt werden.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten,

suchen Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin auf. Teilen Sie ihr/ihm mit, dass Sie carbadura 200 mg

einnehmen.

Die beschriebenen schweren Hautreaktionen können bei Personen aus bestimmten asiatischen

Ländern häufiger auftreten. Wenn Sie zur Bevölkerungsgruppe der Han-Chinesen oder

Thailänder gehören, kann Ihr Arzt anhand eines Bluttests erkennen, ob Sie ein erhöhtes Risiko für

diese schweren Hautreaktionen haben. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob vor der Einnahme von

Carbamazepin ein Bluttest erforderlich ist.

Wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden:

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Erkrankungen der blutbildenden Organe (hämatologische Erkrankungen);

Zeichen einer ungewöhnlichen Empfindlichkeit (Hautausschlag oder andere Zeichen

einer Allergie) auf Oxcarbazepin oder ein anderes Arzneimittel. Wenn Sie allergisch auf

Carbamazepin reagieren, ist die Wahrscheinlichkeit etwa 25 %, dass Sie auch auf

Oxcarbazepin allergisch reagieren;

gestörter Natrium-Stoffwechsel;

Herz-, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, auch wenn Sie früher einmal daran gelitten

haben (siehe „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“ und „Wie ist carbadura 200 mg

einzunehmen?“);

erhöhter Augeninnendruck (grüner Star bzw. Glaukom) oder Beschwerden oder

Schmerzen beim Wasserlassen; in diesem Fall sollten Sie sorgfältig überwacht werden;

myotone Dystrophie (degenerative Muskelerkrankung, bei diesen Patienten treten häufig

Überleitungsstörungen am Herzen auf).

wenn Sie früher bereits einmal eine Behandlung mit Carbamazepin abgebrochen haben.

wenn Ihr Arzt bei Ihnen eine geistig-seelische Erkrankung mit dem Namen Psychose

festgestellt hat, die von Verwirrungs- und Übererregungszuständen begleitet sein kann.

Wenn Sie als Frau die „Pille“ (ein hormonales Kontrazeptivum) einnehmen, müssen Sie wissen,

dass carbadura 200 mg diese unwirksam machen kann. Sie sollten eine andere oder eine

zusätzliche nicht hormonale Verhütungsmethode verwenden, so lange Sie carbadura 200 mg

einnehmen. So können Sie das Risiko einer ungewünschten Schwangerschaft verringern.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt sofort, falls es zum Auftreten unregelmäßiger vaginaler

Blutungen oder Schmierblutungen kommt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie carbadura 200 mg behandelt

wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn

Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in

Verbindung.

Wenn etwas von dem oben Stehenden auf Sie zutrifft, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt

darüber. Sie dürfen dann carbadura 200 mg nur unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen

einnehmen.

Aufgrund der Möglichkeit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung)

sollten Sie sich während der Behandlung mit carbadura 200 mg vor starker Sonnenbestrahlung

schützen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

Wenn Sie bei sich Anzeichen wie Fieber, Halsschmerzen, allergische Hautreaktionen wie

Hautausschlag mit Lymphknotenschwellungen und/oder grippeähnliche

Krankheitsbeschwerden, Geschwüre im Mund, Neigung zur Entstehung „blauer Flecken“,

punktförmige oder flächige Hautblutungen feststellen, suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt

auf.

Wenn Sie bei sich Anzeichen einer allergischen Reaktion feststellen, die mit Symptomen

wie Fieber, Hautausschlag, Gefäßentzündungen, Lymphknotenschwellung oder

Gelenkschmerzen einhergehen kann, sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt oder gehen Sie in

die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses (siehe „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“).

Wenn Sie feststellen, dass Sie häufiger Krampfanfälle haben.

Wenn Sie bei sich Anzeichen einer Leberentzündung wie Abgeschlagenheit,

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen, Vergrößerung der

Leber feststellen.

Wenn Sie Nierenprobleme in Verbindung mit einem niedrigen Natriumspiegel im Blut

haben oder wenn Sie Nierenprobleme haben und gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die

den Natriumspiegel im Blut senken (Diuretika wie Hydrochlorothiazid, Furosemid).

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Kinder:

Kinder unter 6 Jahren dürfen Carbamazepin nur nach strenger Nutzen/Risiko-Abwägung

einnehmen.

Ältere Menschen:

Bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Einnahme von carbadura 200 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Eine Behandlung mit MAO-Hemmern (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) muss

mindestens 2 Wochen vor Beginn einer Behandlung mit carbadura 200 mg abgeschlossen worden sein.

Beachten Sie bitte, dass die folgenden Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel

gelten können.

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch carbadura 200 mg:

carbadura 200 mg kann die Aktivität bestimmter Leberenzyme erhöhen und dadurch die

Plasmaspiegel anderer Arzneimittel senken.

Die Wirkung einiger anderer, gleichzeitig verabreichter Arzneimittel, die auf die gleiche Weise

wie Carbamazepin abgebaut werden, kann deshalb abgeschwächt oder sogar aufgehoben werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von carbadura 200 mg ist die Dosierung folgender Wirkstoffe aus

verschiedenen Anwendungsbereichen gegebenenfalls den klinischen Erfordernissen anzupassen:

Schmerzmittel, entzündungshemmende Substanzen: Buprenorphin, Fentanyl, Methadon,

Paracetamol (Langzeitanwendung von Carbamazepin und Paracetamol (Acetaminophen)

kann zu einer Hepatotoxizität führen), Phenazon, Tramadol

Arzneimittel gegen Parasiten: Praziquantel, Albendazol

Blutgerinnungshemmende Mittel: Warfarin, Phenprocoumon, Dicumarol, Acenocumarol

Mittel zur Behandlung einer Depression: Bupropion, Citalopram, Mianserin, Nefazodon,

Sertralin, Trazodon (anscheinend jedoch Verstärkung des depressionslösenden Effekts)

Weitere Mittel zur Behandlung einer Depression (sogenannte trizyklische Antidepressiva):

Imipramin, Amitryptilin, Nortryptilin, Clomipramin

Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen: Aprepitant

Antiepileptika, andere Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden: Clonazepam,

Ethosuximid, Felbamat, Oxcarbazepin, Primidon, Lamotrigin, Tiagabin, Topiramat,

Valproinsäure, Zonisamid, Phenytoin (der Plasmaspiegel von Phenytoin kann erhöht oder

vermindert werden)

Mittel zur Behandlung von (systemischen) Pilzinfektionen: Caspofungin, Antimykotika

vom Azol-Typ: z.B. Itraconazol, Voriconazol, Für Patienten, die mit Voriconazol oder

Itraconazol behandelt werden, sind alternative Antikonvulsiva zu empfehlen.

Mittel gegen Viruserkrankungen/HIV: z.B. Indinavir, Ritonavir, Saquinavir

Angstlösende Arzneimittel: Alprazolam, Midazolam, Clobazam

Arzneimittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen: Theophyllin

Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen: Digoxin, Simvastatin, Atorvastatin,

Lovastatin, Cerivastatin, Ivabradin

Mittel zur Hemmung von Abwehrmechanismen nach Organtransplantationen,

Immunsuppressivum: Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus

Kalzium-Antagonisten (Arzneimittel zur Behandlung von Schwindel, Migräne,

Bluthochdruck): Felodipin, Flunarizin

Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung: hormonale Kontrazeptiva

Kortikosteroide: z.B. Prednisolon, Dexamethason

Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen: Haloperidol, Bromperidol,

Clozapin, Olanzapin, Risperidon, Quetiapin, Ziprasonid, Zotepin (Beschleunigung des

Abbaus), Aripiprazol, Paliperidon

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Schilddrüsenhormone: Levothyroxin

Antibiotika: Rifabutin, Tetrazykline, z. B. Doxycyclin

Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen: Imatinib, Cyclophosphamid,

Lapatinib, Temsirolimus

Sonstige: Chinidin (Mittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen), Östrogene

(Hormone), Methylphenidat (Psychostimulans, Mittel zur Behandlung von

Aufmerksamkeitsstörungen), Progesteronderivate (Hormone), Propranolol (Beta-Blocker,

blutdrucksenkendes Mittel)

Mittel zur Behandlung von Erektionsstörungen: Tadalafil

Bei Einnahme der "Pille" (hormonales Kontrazeptivum) können unerwartete Durchbruchblutungen

oder Schmierblutungen auftreten. Außerdem kann die Wirkung des hormonalen Kontrazeptivums

abgeschwächt sein, d. h., es kann zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen. Deshalb sind in

Absprache mit Ihrem Arzt andere, nicht hormonale Verhütungsmethoden in Betracht zu ziehen (siehe

oben „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von carbadura 200 mg ist erforderlich“).

carbadura 200 mg kann den Plasmaspiegel von Bupropion (Arzneimittel zur Unterstützung der

Raucherentwöhnung) senken und den Spiegel des Abbauproduktes Hydroxybupropion erhöhen

und somit die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von Bupropion verringern.

Verminderte Plasmakonzentration von carbadura 200 mg durch andere Arzneimittel:

Die Plasmaspiegel von carbadura 200 mg können vermindert werden durch:

Antiepileptika, andere Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden: Felbamat, Methosuximid,

Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phensuximid, Phenytoin, Fosphenytoin, Primidon, Progabid und

möglicherweise (hier sind die Daten teilweise widersprüchlich) Clonazepam, Valproinsäure,

Valpromid

Tuberkulosemittel: Rifampicin

Arzneimittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Antiasthmatika: Theophyllin,

Aminophyllin

Mittel gegen Hauterkrankungen: Isotretinoin

Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen: Cisplatin, Doxorubicin

Sonstige: Johanniskraut (

Hypericum perforatum

, pflanzliches Mittel gegen depressive

Verstimmungen)

Andererseits können die Plasmaspiegel des pharmakologisch wirksamen Abbauprodukts von

Carbamazepin (Carbamazepin-10, 11-epoxid) durch Valproinsäure sowie Primidon erhöht werden.

Durch gleichzeitige Gabe von Felbamat kann der Plasmaspiegel von Carbamazepin vermindert und

der von Carbamazepin-10,11-epoxid erhöht werden, gleichzeitig kann der Felbamat-Spiegel

gesenkt werden.

Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung, insbesondere bei gleichzeitiger Verabreichung

mehrerer Antiepileptika, empfiehlt es sich, die Plasmaspiegel zu kontrollieren und die Dosierung

von carbadura 200 mg ggf. anzupassen.

Erhöhte Plasmakonzentration von carbadura 200 mg durch andere Arzneimittel:

Folgende Wirkstoffe können die Plasmakonzentrationen von carbadura 200 mg erhöhen:

Schmerzmittel, entzündungshemmende Substanzen: Dextropropoxyphen/Propoxyphen, Ibuprofen

Arzneimittel zur Hemmung des Sexualhormons Gonadotropin: Danazol

Antibiotika, Wirkstoffe zur Behandlung bakterieller Infektionen: Makrolidantibiotika (z. B.

Erythromycin, Troleandomycin, Josamycin , Clarithromycin, Ciprofloxacin

Mittel zur Behandlung einer Depression: Fluoxetin, Fluvoxamin, Nefazodon, Paroxetin,

Trazodon, Viloxazin, möglicherweise auch Desipramin

Antiepileptika, andere Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden: Stiripentol, Vigabatrin

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Mittel zur Behandlung von (systemischen) Pilzinfektionen, Antimykotika vom Azol-Typ wie

z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol, Voriconazol. Für Patienten, die mit Voriconazol oder

Itraconazol behandelt werden, sind alternative Antikonvulsiva zu empfehlen

Mittel zur Behandlung von allergischen Reaktionen: Loratadin, Terfenadin

Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose: Isoniazid

Mittel gegen Viruserkrankungen/HIV, z. B. Ritonavir

Arzneimittel zur Behandlung des Glaukoms: Acetazolamid

Kalzium-Antagonisten (Wirkstoffe zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen):

Verapamil, Diltiazem

Arzneimittel zur Muskelerschlaffung (Muskelrelaxanzien): Oxybutynin, Dantrolen

Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen: Loxapin, Olanzapin, Quetiapin

Gerinnungshemmende Mittel: Ticlopidin

Arzneimittel zur Behandlung von Magen-Darm-Geschwüren: Omeprazol, möglicherweise

Cimetidin

Sonstige: Grapefruitsaft, Nicotinamid (Vitamin der B-Gruppe, in hoher Dosierung)

Erhöhte Plasmaspiegel von carbadura 200 mg können zu den unter „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“ genannten Symptomen (z.B. Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit, Doppeltsehen)

führen. Wenn Sie solche Symptome bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt; er wird dann die

Plasmaspiegel überprüfen und die Dosis nötigenfalls verändern.

Weitere Wechselwirkungen:

Die gleichzeitige Anwendung von carbadura 200 mg und Loxapin, Quetiapin (Arzneimittel zur

Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen), Primidon, Progabid, Valproinsäure, Valnoctamid und

Valpromid (Antiepileptika, andere Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden) kann zu einer Erhöhung

der Plasmaspiegel des wirksamen Abbauprodukts Carbamazepin-10,11-epoxid und damit zu den

gleichen Nebenwirkungen wie eine zu hohe Dosierung von carbadura 200 mg führen. Die

gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Levetiracetam kann die Toxizität von Carbamazepin

erhöhen.

Die Leberschädlichkeit von Isoniazid (Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose) kann durch

carbadura 200 mg erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von carbadura 200 mg und Lithium (Arzneimittel zur Behandlung

psychiatrischer Erkrankungen), Metoclopramid (Arzneimittel zur Behandlung von Magen-Darm-

Störungen) oder Neuroleptika (Haloperidol, Thioridazin: Arzneimittel zur Behandlung geistig-

seelischer Erkrankungen) kann das Auftreten neurologischer Nebenwirkungen begünstigen.

Bei Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, kann carbadura 200 mg auf der anderen

Seite die Plasmaspiegel dieser Arzneimittel senken und dadurch eine Verschlechterung des

Krankheitsbildes verursachen. Es kann daher vom Arzt auch eine Dosiserhöhung des jeweiligen

Neuroleptikums für erforderlich gehalten werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere die gleichzeitige Anwendung von Lithium

(Arzneimittel zur Behandlung und Vorbeugung bestimmter geistig-seelischer Erkrankungen) und

carbadura 200 mg die das Nervensystem schädigende Wirkung beider Wirkstoffe verstärken kann.

Daher ist eine sorgfältige Überwachung der Blutspiegel von beiden notwendig. Eine vorherige

Behandlung mit Neuroleptika soll länger als 8 Wochen zurückliegen und auch nicht gleichzeitig

erfolgen. Auf folgende Anzeichen ist zu achten: unsicherer Gang (Ataxie), Zuckungen bzw. Zittern

der Augen (horizontaler Nystagmus), gesteigerte Muskeleigenreflexe, Muskelzucken

(Muskelfaszikulationen).

Die kombinierte Gabe von carbadura 200 mg und einigen harntreibenden Mitteln

(Hydrochlorothiazid, Furosemid) kann zu einem verminderten Gehalt des Blutserums an Natrium

führen.

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Die Wirksamkeit bestimmter Arzneimittel zur Muskelerschlaffung, die im Rahmen von Narkosen

eingesetzt werden (nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien wie z. B. Pancuronium) kann durch

carbadura 200 mg beeinträchtigt werden. Dadurch ist eine raschere Aufhebung der

neuromuskulären Blockade möglich. Patienten, die mit Muskelrelaxanzien behandelt werden,

sollten diesbezüglich überwacht und deren Dosierung ggf. erhöht werden.

In der Literatur gibt es Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von Carbamazepin bei

vorbestehender Neuroleptika-Therapie das Risiko für das Auftreten eines malignen

neuroleptischen Syndroms (möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand mit Erhöhung der

Körpertemperatur und Steifigkeit der Muskulatur) oder eines Stevens-Johnson-Syndroms (schwere

Hautreaktion) erhöht.

Bei gleichzeitiger Gabe von Isotretinoin (Wirkstoff zur Aknebehandlung) und carbadura 200 mg

sollten die Carbamazepin-Plasmaspiegel kontrolliert werden.

Die gleichzeitige Gabe von carbadura 200 mg mit Paracetamol (schmerzstillendes und

fiebersenkendes Arzneimittel) kann die Bioverfügbarkeit und damit die Wirksamkeit von

Paracetamol vermindern.

carbadura 200 mg scheint die Ausscheidung (Elimination) von Schilddrüsenhormonen zu

verstärken und den Bedarf an diesen bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion zu erhöhen.

Deshalb sind bei diesen Patienten, die eine Substitutionstherapie erhalten, zu Beginn und am Ende

einer Therapie mit carbadura 200 mg die Schilddrüsenparameter zu bestimmen. Gegebenenfalls ist

eine Dosisanpassung der Schilddrüsenhormonpräparate vorzunehmen.

Die gleichzeitige Gabe von Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

(depressionslösende Arzneimittel wie z. B. Fluoxetin) kann zu einem toxischen Serotonin-

Syndrom führen.

Es wird empfohlen carbadura 200 mg nicht in Kombination mit Nefazodon (depressionslösendes

Mittel) anzuwenden, da carbadura 200 mg zu einer deutlichen Reduktion der Nefazodon-

Plasmaspiegels bis hin zum Wirkungsverlust führen kann. Darüber hinaus wird bei gleichzeitiger

Einnahme von Nefazodon und carbadura 200 mg der Carbamazepin-Plasmaspiegel erhöht und der

seines aktiven Abbauproduktes Carbamazepin-10,11-epoxid erniedrigt.

Durch gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und anderen Medikamenten, die eine kardiale

Überleitungsstörung (Erregungsausbreitungsstörungen am Herzen) verursachen können, wie

Antiarrhythmika (Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen), zyklische Antidepressiva

(depressionslösende Medikamente) oder Erythromycin (Antibiotikum), erhöht sich das Risiko für

kardiale Überleitungsstörungen.

Einnahme von carbadura 200 mg zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol:

Grapefruitsaft kann möglicherweise die Plasmaspiegel von Carbamazepin erhöhen und unter

Umständen zu Nebenwirkungen führen.

Carbamazepin kann, wie andere auf das zentrale Nervensystem wirkende Stoffe, dazu führen, dass

Sie nur noch wenig oder gar keinen Alkohol vertragen. Alkoholkonsum während der Behandlung

mit carbadura 200 mg sollten Sie daher meiden.

Schwangerschaft und Stillzeit:

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat

Carbamazepin darf während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

durch den behandelnden Arzt verordnet werden. Bei Kinderwunsch sollten sich Frauen unbedingt

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vom Arzt beraten lassen und eine regelmäßige ärztliche Überwachung der Schwangerschaft

sicherstellen.

Wie für einige andere Antiepileptika wurden auch mit Carbamazepin Fehlbildungen

unterschiedlicher Art beschrieben. Aus verschiedenen Studien ergibt sich ein auf 1% erhöhtes

Risiko für Spaltbildungen der Wirbelsäule (Spina bifida). Es ist bisher ungeklärt, in welchem Maß

die Behandlung mit Carbamazepin für die Fehlbildungen verantwortlich ist, da auch ein

Zusammenhang mit der Grunderkrankung oder erblichen Faktoren nicht ausgeschlossen werden

kann. Zur Früherkennung möglicher Schädigungen der Frucht werden diagnostische Maßnahmen

wie Ultraschall und alpha-Fetoprotein-Bestimmung empfohlen.

Carbamazepin sollte bei gebärfähigen Frauen und besonders während der Schwangerschaft wenn

möglich als Monotherapie angewendet werden, da sich das Risiko von Fehlbildungen bei einer

Kombinationstherapie mit anderen Antiepileptika erhöht.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung eine Schwangerschaft eintritt oder geplant wird oder

wenn eine Behandlung mit Carbamazepin in der Schwangerschaft begonnen werden soll, muss Ihr

Arzt die Notwendigkeit einer Anfallskontrolle sorgfältig gegen das mögliche Risiko für das

ungeborene Kind abwägen. Während der für Fehlbildungen besonders anfälligen ersten drei

Monate der Schwangerschaft und besonders zwischen dem 20. und 40. Tag nach der Befruchtung

soll die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden, da Fehlbildungen wahrscheinlich durch

hohe Plasmakonzentrationen des Wirkstoffs hervorgerufen werden. Eine Überwachung der

Plasmaspiegel wird empfohlen.

In keinem Fall sollten Sie die Einnahme ohne ärztlichen Rat abbrechen, da es bei epileptischen

Anfällen zur Schädigung des Kindes kommen kann.

In der Schwangerschaft kann es zu einem Folsäuremangel kommen. Antiepileptika können diesen

verstärken. Der Folsäuremangel kann ein zusätzlicher Faktor für die Entstehung von Fehlbildungen

sein. Deshalb kann die Gabe von Folsäure vor und während der Schwangerschaft sinnvoll sein. Zur

Vermeidung von Blutgerinnungsstörungen wird auch die vorbeugende Gabe von Vitamin K1 in den

letzten Wochen der Schwangerschaft an die Mutter bzw. nach der Geburt an das Neugeborene

empfohlen.

Stillzeit

Der Wirkstoff Carbamazepin tritt in die Muttermilch über. Trotzdem ist in der Regel das Stillen

während der Behandlung möglich.

Der gestillte Säugling sollte jedoch auf mögliche unerwünschte Wirkungen hin beobachtet werden

und wenn beim Säugling schlechte Gewichtszunahmen oder überhöhtes Schlafbedürfnis (Sedation)

oder allergische Hautreaktionen festgestellt werden, sollte abgestillt werden

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen:

Bekannte zentralnervöse Nebenwirkungen von carbadura 200 mg, wie z. B. Schwindel,

Benommenheit, Müdigkeit, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Störung der

Bewegungskoordination, zu Beginn der Behandlung, bei Dosissteigerung oder Einnahme höherer

Dosen und/oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer, ebenfalls am Zentralnervensystem

angreifender Arzneimittel führen auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu Einschränkungen

der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Daher dürfen Sie keine Kraftfahrzeuge führen, Maschinen bedienen oder andere gefahrvolle

Tätigkeiten ausführen. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol

3.

Wie ist carbadura 200 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

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Die empfohlene Dosis beträgt:

Die Dosierung ist individuell vom (Fach)Arzt zu bestimmen und zu kontrollieren, wobei Anfallsfreiheit

bei möglichst niedriger Dosierung, besonders auch in der Schwangerschaft, angestrebt werden sollte.

Ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt dürfen Sie keine Behandlungs- oder Dosisänderungen

vornehmen, um den Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

Es empfiehlt sich ein stufenweiser (einschleichender) Aufbau der Dosierung bis zur optimal wirksamen

Dosis.

Die Tagesdosis wird in der Regel in mehreren Einzelgaben verabreicht.

Der allgemeine Tagesdosisbereich liegt zwischen 400 und 1200 mg Carbamazepin.

Eine Gesamttagesdosis von 1600 mg Carbamazepin sollte in der Regel nicht überschritten werden,

da in höheren Dosen vermehrt Nebenwirkungen auftreten.

Die Festlegung der therapeutischen Dosis sollte, insbesondere bei Kombinationstherapie, über die

Bestimmung der Plasmaspiegel und in Abhängigkeit von der Wirksamkeit erfolgen. Der

therapeutische Carbamazepin-Spiegel liegt erfahrungsgemäß zwischen 4 und 12 Mikrogramm/ml.

Im Einzelfall kann die erforderliche Dosis erheblich von der angegebenen Anfangs- und

Erhaltungsdosis abweichen (z. B. wegen Beschleunigung des Abbaus durch Enzyminduktion oder

wegen Arzneimittelwechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente).

carbadura 200 mg sollte zur Behandlung der Epilepsie bevorzugt allein (Monotherapie)

angewendet werden. Die Behandlung ist von einem in der Epilepsie-Behandlung erfahrenen

Facharzt zu überwachen.

Bei Umstellung auf die Behandlung mit carbadura 200 mg ist die Dosis des abzusetzenden

Arzneimittels gegen Anfallsleiden schrittweise herabzusetzen.

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen Anfallsleiden

empfohlen:

Anfangsdosis

täglich in mg (bzw. Zahl der

Tabletten)

Erhaltungsdosis

Täglich in mg (bzw. Zahl der

Tabletten)

Erwachsene

2-mal 100 mg

(2-mal ½ Tbl.)

3-mal 200 - 400 mg

(3-mal 1 – 2 Tbl.)

Kinder

1 - 5 Jahre

1 – 2-mal 100 mg

(1–2-mal ½ Tbl.)

1 – 2-mal 200 mg

(1–2-mal 1 Tbl.)

6 - 10 Jahre

2-mal 100 mg

(2-mal ½ Tbl.)

3-mal 200 mg

(3-mal 1 Tbl.)

11 - 15 Jahre

2 – 3-mal 100 mg

(2–3-mal ½ Tbl.)

3-mal 200 - 400 mg

(3-mal 1–2 Tbl.)

> 15 Jahre

Entsprechend der Erwachsenendosis

*

Hinweise:

Bei Kindern unter 4 Jahren wird aufgrund klinischer Erfahrungen empfohlen, bevorzugt mit einer

Tagesdosis von 20 - 60 mg Carbamazepin zu beginnen. Bis zum Erreichen der therapeutisch

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notwendigen Dosis kann diese Tagesdosis um 20 - 60 mg Carbamazepin jeden zweiten Tag gesteigert

werden. Jedoch sollten die oben genannten Dosierungsbereiche nicht überschritten werden.

Bei Kindern über 4 Jahren kann, aufgrund klinischer Erfahrungen die Anfangsdosis 100 mg

Carbamazepin pro Tag betragen. Diese Tagesdosis kann jeden zweiten Tag oder wöchentlich um bis

zu 100 mg Carbamazepin pro Tag bis zur erforderlichen Dosis gesteigert werden. Jedoch sollten die

oben genannten Dosierungsbereiche nicht überschritten werden.

Empfohlene Maximaldosis:

bis zu 6 Jahren: 35 mg/kg/Tag

6-15 Jahre: 1000 mg/Tag

> 15 Jahre: 1200 mg/Tag

Anfallsleiden (Epilepsie):

Im Allgemeinen sollte bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1 - 2 Tabletten carbadura 200 mg

(entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin/Tag) langsam bis auf die Erhaltungsdosis von 4 - 6

Tabletten carbadura 200 mg (entsprechend 800 - 1200 mg Carbamazepin/ Tag) gesteigert werden.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10 - 20 mg

Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag.

Empfohlenes Dosierschema siehe oben.

Anfallsartig auftretende Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie), anfallsartige Schmerzen

unbekannter Ursache im Rachenraumbereich (genuine Glossopharyngeus-Neuralgie):

Die Tagesdosis ist von einer Anfangsdosis von 1 - 2 Tabletten carbadura 200 mg (entsprechend

200 - 400 mg Carbamazepin) in 1 - 2 Gaben bis zum Eintritt der Schmerzfreiheit durchschnittlich

auf 2 – 4-mal 1 Tablette carbadura 200 mg (entsprechend 400 - 800 mg Carbamazepin) zu erhöhen.

Die Maximaldosis beträgt 1200 mg am Tag. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle

möglich, die Behandlung mit einer geringeren Erhaltungsdosis von 2-mal 1 Tablette carbadura 200

mg (entsprechend 400 mg Carbamazepin) täglich fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 2-mal täglich 1/2 Tablette

carbadura 200 mg (entsprechend 200 mg Carbamazepin) ausreichend.

Schmerzzustände bei Schädigungen der peripheren Nerven durch Zuckerkrankheit (diabetische

Neuropathie):

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 3-mal 1 Tablette carbadura 200 mg (entsprechend 600 mg

Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 3-mal täglich 2 Tabletten carbadura 200 mg

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2 - 4mal 1 Tablette carbadura 200 mg (entsprechend

400 - 800 mg Carbamazepin).

Anfallsverhütung während der stationären Alkoholentzugssyndrom-Behandlung:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 3mal 1 Tablette carbadura 200 mg (entsprechend 600 mg

Carbamazepin).

In schweren Fällen kann sie in den ersten Tagen erhöht werden bis auf 3mal täglich 2 Tabletten

carbadura 200 mg (entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

Die Kombination von carbadura 200 mg mit sedativ-hypnotischen Mitteln (Beruhigungs-,

Schlafmittel) wird nicht empfohlen. Entsprechend den klinischen Erfordernissen kann carbadura

200 mg jedoch mit anderen in der Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen bei Bedarf

kombiniert werden.

Seite 11 von 18

Es sind regelmäßige Kontrollen des Carbamazepin-Spiegels vorzunehmen. Wegen der

zentralnervösen und vegetativen Nebenwirkungen (siehe zu Entzugserscheinungen unter

"Nebenwirkungen") wird eine sorgfältige klinische Beobachtung empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt 1 - 2mal

täglich 1 Tablette carbadura 200 mg (entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin). Gegebenenfalls

kann die Dosis bis auf 4 Tabletten carbadura 200 mg (entsprechend 800 mg Carbamazepin)

täglich, in 3 - 4 Gaben, erhöht werden.

Hinweis:

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und Nierenleiden sowie bei

älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Art der Anwendung:

Die Tabletten sind teilbar. Nehmen Sie die Tabletten bitte während oder nach den Mahlzeiten mit

ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Trinkwasser (200 ml)) ein.

In manchen Fällen hat sich die Verteilung der Tagesdosis auf 4 - 5 Einzelgaben als besonders

wirkungsvoll erwiesen.

Dauer der Anwendung:

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Indikation und der individuellen Reaktion

des Patienten und wird durch den behandelnden Arzt bestimmt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie.

Über die Einstellung, Behandlungsdauer und das Absetzen von carbadura 200 mg sollte im

Einzelfall ein in der Epilepsie-Behandlung erfahrener Facharzt entscheiden.

Im Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein Absetzen der Medikation frühestens nach zwei-

bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre erfolgen; Kinder

können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen anstelle altersgemäßer Dosisanpassung,

wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern sollte.

Bei der Neuralgie-Behandlung hat es sich bewährt, die Therapie mit einer für die Schmerzfreiheit

gerade noch ausreichenden Erhaltungsdosis über einige Wochen durchzuführen. Durch vorsichtige

Dosisreduktion sollte festgestellt werden, ob es inzwischen zu einer Spontanremission gekommen

ist.

Beim Wiederauftreten von Schmerzattacken ist mit der ursprünglichen Erhaltungsdosis

weiterzubehandeln.

Für die Behandlungsdauer der Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie und der

nichtepileptischen Anfälle bei Multipler Sklerose gilt das Gleiche.

Zur Anfallsverhütung bei der Alkoholentzugssyndrom-Behandlung sollte die Therapie mit

carbadura 200 mg unter ausschleichender Dosierung nach 7 - 10 Tagen beendet werden.

Die Prophylaxe manisch-depressiver Phasen ist eine Langzeitbehandlung.

Wird eine Umstellung der Behandlung bei Patienten mit Epilepsie, die mit carbadura 200 mg

behandelt werden, erforderlich, darf die Behandlung nicht plötzlich, sondern muss ausschleichend

auf die Behandlung mit einem anderen Antiepileptikum (Mittel gegen Anfallsleiden) umgestellt

werden.

Seite 12 von 18

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von carbadura 200 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge carbadura 200 mg eingenommen haben, als Sie sollten:

Im Falle einer Überdosierung ist umgehend ärztliche Behandlung erforderlich.

Bei Überdosierung mit carbadura 200 mg können die unter „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“ genannten unerwünschten Symptome verstärkt in Erscheinung treten.

Zentrales Nervensystem:

Dämpfung des Nervensystems, Bewusstseinsstörungen (Benommenheit, Schläfrigkeit

(Somnolenz), Starre (Stupor), Koma), Schwindel, Desorientiertheit, Unruhe, Erregung,

Verwirrtheit, plötzliches Hitzegefühl (Flushing), Halluzinationen, verschwommenes Sehen,

unartikuliertes oder verwaschenes Sprechen, Augenzittern (Nystagmus), unsicherer Gang (Ataxie),

Störungen oder Fehlfunktionen von Bewegungsabläufen (Dyskinesien), Reflexanomalien

(zunächst gesteigerte, dann abgeschwächte Reflexe), Krampfanfälle des Gehirns (tonisch-

klonische Konvulsionen), psychomotorische Störungen, Muskelzuckungen (Myoklonien),

Opisthotonus, unwillkürliche Bewegungen, Zittern (Tremor), zu niedrige Körpertemperatur

(Hypothermie), weite Pupillen (Mydriasis), EEG-Störungen

Atmungsorgane

Störungen der Atmung (Atemdepression), Wasser in der Lunge (Lungenödem), Blauverfärbung im

Gesicht (Zyanose), Atemstillstand

Herz-Kreislauf-System

Erhöhter Herzschlag (Tachykardie), meist erniedrigter (hypotoner) Blutdruck, evtl. auch

Bluthochdruck (Hypertonus), Störungen der Erregungsausbreitung im Herzen (EKG-

Veränderungen, Arrhythmien, AV-Block), Synkopen, Herzstillstand, heftige Hautröte mit

Hitzegefühl (Flushing)

Magen-Darm-Trakt

Übelkeit, Erbrechen, verzögerte Magenentleerung, verringerte Darmmotilität

Harntrakt, Geschlechtsorgane

Harnverhalten, verminderte oder ausbleibende Harnproduktion, Wasseransammlung im Körper

Laborbefunde

Verminderter Natriumgehalt des Blutserums (Hyponatriämie), möglicherweise Ansäuerung des

Blutes, möglicherweise erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), erhöhte Muskel-Kreatinphosphokinase,

erhöhte oder verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozytose, Leukopenie, Neutropenie),

Ausscheidung von Zucker mit dem Urin (Glykosurie), Erhöhung eines bestimmten

Stoffwechselproduktes im Urin (Azetonurie)

Bei jedem Anwendungsfehler ist sofort ein Arzt zu informieren. Wurden hohe Dosen

eingenommen, sind Notfallmaßnahmen einzuleiten (Einlieferung in ein Krankenhaus).

Ein spezifisches Gegenmittel bei akuten Vergiftungen mit carbadura 200 mg gibt es bislang nicht.

Die Behandlung einer Überdosierung mit carbadura 200 mg ist abhängig von den auftretenden

Krankheitszeichen und muss in der Regel im Krankenhaus erfolgen.

Wenn Sie die Einnahme von carbadura 200 mg vergessen haben:

Bitte nehmen Sie Ihr Medikament weiter so ein, wie es in seiner Anwendung vorgesehen ist.

Keinesfalls dürfen Sie eine vergessene Dosis durch die Einnahme einer doppelten Dosis

ausgleichen.

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Wenn Sie die Einnahme von carbadura 200 mg abbrechen:

Sie dürfen auf keinen Fall die Behandlung mit carbadura 200 mg eigenmächtig unterbrechen oder

vorzeitig beenden. Sie können damit den Behandlungserfolg gefährden und erneut epileptische

Anfälle auslösen. Bitte sprechen Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Unverträglichkeiten

oder eine Änderung in Ihrem Krankheitsbild eintreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von

10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Folgende Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben:

Suchen Sie sofort Ihren Arzt auf, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt. Diese

können frühe Anzeichen einer schweren Schädigung von Blut, Leber, Niere oder anderen Organen sein

und müssen möglicherweise dringend medizinisch behandelt werden.

Beim Auftreten von grippeähnlichen Krankheitsbeschwerden, Fieber, Halsschmerzen,

Hautausschlag, Geschwüren im Mund, Lymphdrüsenschwellung oder erhöhter

Infektionsanfälligkeit (Anzeichen bestimmter Blutbildveränderungen, insbesondere einer

Verringerung der weißen Blutkörperchen)

Beim Auftreten von Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung,

Schwindel, bleichem Aussehen, häufigen Infektionen, die zu Fieber, Schüttelfrost,

Halsschmerzen, Geschwüren im Mund führen, bei leichterem Auftreten von blauen Flecken als

normal, Nasenbluten (Anzeichen bestimmter Blutbildveränderungen, insbesondere

Panzytopenie)

Beim Auftreten von rotem, fleckigem Ausschlag hauptsächlich im Gesicht und gleichzeitiger

Erschöpfung, Fieber, Übelkeit, Appetitverlust (Anzeichen eines systemischen Lupus

erythematodes)

Bei Gelbverfärbung der Haut oder des Weißen im Auge (Anzeichen von Hepatitis)

Bei Dunkelverfärbung des Urins (Anzeichen von Porphyrie oder Hepatitis)

Bei verminderter Harnausscheidung aufgrund von Nierenfunktionsstörungen und bei Blut im

Urin

Bei starken Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Appetitverlust (Anzeichen von Pankreatitis)

Bei Hautausschlag, Hautrötung, Bläschen auf Lippen, Augen oder im Mund, Abschälen der

Haut und gleichzeitigem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Husten, Schmerzen am

ganzen Körper (Anzeichen von schweren Hautreaktionen)

Bei Schwellung von Gesicht, Augen oder Zunge, Schwierigkeiten beim Schlucken,

pfeifendem Atem, Nesselsucht oder Jucken am ganzen Körper, Hautausschlag, Fieber,

Bauchkrämpfen, Brustbeschwerden oder Enge um die Brust, Schwierigkeiten beim Luftholen,

Bewusstlosigkeit (Anzeichen von Angioödem oder schweren allergischen Reaktionen)

Bei Schlappheit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder deutlicher Verschlechterung der

Krampfanfälle (Symptome, die mit einem zu niedrigen Natriumspiegel im Blut

zusammenhängen können)

Bei Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, steifem Nacken und extremer

Lichtempfindlichkeit (Anzeichen von Meningitis)

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Bei Muskelsteifigkeit, hohem Fieber, Bewusstseinsveränderungen, hohem Blutdruck, starkem

Speichelfluss (Anzeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms)

Bei unregelmäßigem Herzschlag und Brustschmerzen

Bei Bewusstseinsstörungen und Ohnmacht.

Bei Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber (Anzeichen einer Darmentzündung). Die

Häufigkeit dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt.*

Mögliche weitere Nebenwirkungen:

Die beobachteten Nebenwirkungen treten bei alleiniger Verabreichung von carbadura 200 mg

(Monotherapie) seltener als bei gleichzeitiger Gabe anderer Antiepileptika (Kombinationstherapie) auf.

Ein Teil der Nebenwirkungen tritt dosisabhängig, vor allem zu Beginn der Behandlung, bei zu hoher

Anfangsdosierung oder bei älteren Patienten sehr häufig oder häufig auf, so zentralnervöse Störungen

(Schwindel, Kopfschmerzen, Gangstörungen, Schläfrigkeit, Sedierung, Erschöpfung, Doppeltsehen,

Akkomodationsstörungen wie verschwommenes Sehen), Störungen im Magen-Darm-Bereich (Übelkeit,

Erbrechen) und allergische Hautreaktionen. Dosisabhängige Nebenwirkungen klingen meist innerhalb

einiger Tage von selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion ab. Daher sollte carbadura 200 mg

möglichst einschleichend dosiert werden. Zentralnervöse Störungen können ein Zeichen einer relativen

Überdosierung oder starker Schwankungen der Plasmaspiegel sein; daher empfiehlt es sich in diesen

Fällen, die Plasmaspiegel zu bestimmen.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Nicht bekannt ist die Häufigkeit einer Reaktivierung einer Herpesvirus-Infektion (Dies kann

schwerwiegend sein, wenn die Immunabwehr vermindert ist.).*

Blut- und Lymphsystem

Sehr häufig treten Blutbildveränderungen wie verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie)

auf. Nach Literaturangaben tritt davon am häufigsten eine gutartige Leukopenie, in etwa 10 % der Fälle

vorübergehend, in 2 % anhaltend, auf. Eine gutartige Leukopenie tritt vor allem innerhalb der ersten

vier Therapiemonate auf.

Häufig tritt eine vermehrte Anzahl einer bestimmten Form weißer Blutkörperchen (Eosinophilie) oder

eine verminderte Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) auf.

Selten treten eine vermehrte Anzahl anderer weißer Blutkörperchen (Leukozytose) oder

Lymphknotenschwellungen sowie ein Folsäuremangel auf.

Sehr selten treten bestimmte, zum Teil lebensbedrohende Blutzellschäden wie Agranulozytose,

aplastische Anämie, Panzytopenie, Aplasie der roten Blutkörperchen, sowie andere Anämieformen

(megaloblastär, möglicherweise hämolytisch), Retikulozytose sowie verschiedene Formen der

Porphyrie (akute intermittierende Porphyrie, Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda) auf.

Milzvergrößerung wurde sehr selten berichtet.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich treten verzögerte, mehrere Organsysteme betreffende Überempfindlichkeitsreaktionen mit

Fieber, Hautausschlag, Gefäßentzündung, Lymphknotenschwellung, Pseudolymphom, Gelenkschmerz,

veränderter Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Eosinophilie), Vergrößerung von Leber und

Milz, veränderten Leberfunktionswerten und Lebererkrankungen mit Zerstörung und Schwund der

intrahepatischen Gallengänge auf. Diese Erscheinungen können in verschiedenen Kombinationen

auftreten und auch andere Organe wie Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse oder Herzmuskel und

Dickdarm betreffen.

Sehr selten wurde eine akute allergische Allgemeinreaktion und eine aseptische (nicht durch Bakterien

und Viren ausgelöste) Hirnhautentzündung (Meningitis) mit Muskelzucken (Myoklonien) und

Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), anaphylaktische (Schock-) Reaktionen

und Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödeme) beobachtet.

Nicht bekannt ist die Häufigkeit eines Hautausschlags mit Blutbildveränderungen und systemischen

Symptomen (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Syndroms).*

Stoffwechsel (Wasser- und Mineralhaushalt), Hormonstatus

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Häufig tritt eine Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme), verringerte Flüssigkeitsausscheidung,

Gewichtszunahme, Hyponatriämie (verminderter Natriumgehalt des Blutserums) und verminderte

Plasmaosmolalität auf, die selten zu Wasserintoxikation mit Lethargie, Erbrechen, Kopfschmerz,

Verwirrtheitszuständen und anderen neurologischen Störungen führen kann.

Sehr selten wird über einen Anstieg des Prolaktinspiegels mit oder ohne klinische Symptome wie

Anschwellen der männlichen Brustdrüsen (Gynäkomastie) oder Milchfluss (Galakthorrö) berichtet. Die

Schilddrüsenfunktionsparameter T3, T4, TSH und FT4 können, insbesondere bei gleichzeitiger

Anwendung mit anderen Arzneimitteln gegen Anfallsleiden, beeinflusst werden. Dabei treten meist

keine klinischen Symptome auf. carbadura 200 mg kann den Serum-Kalziumspiegel durch

beschleunigten Abbau des 25-OH-Cholecalciferols senken. Dies kann sehr selten zu einer Osteomalazie

(Knochenerweichung) führen.

Erhöhte Cholesterinspiegel, einschließlich HDL-Cholesterin und Triglyzeride, können sehr selten

auftreten, ebenso eine Erhöhung des freien Cortisols im Serum. Carbamazepin kann den

Folsäurespiegel im Serum senken, darüber hinaus gibt es Hinweise auf verminderte Vitamin-B12-

Spiegel und erhöhte Homocystein-Spiegel im Serum unter Carbamazepin.

Psyche:

Sehr häufig können Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gang- und

Bewegungsstörung; gelegentlich Kopfschmerz, bei älteren Patienten Verwirrtheit und Unruhe

(Agitation) auftreten.

Selten wurden Sinnestäuschungen (optische und akustische Halluzinationen),

Stimmungsveränderungen wie Depression, depressive oder manische (mit gehobener

Stimmungslage, Aggressionen einhergehende) Verstimmungen, Appetitlosigkeit, Ruhelosigkeit,

aggressives Verhalten, Verwirrtheit und Unruhe (Agitation) beobachtet.

Sehr selten traten phobische Störungen (Angststörungen), Denkerschwernis und

Antriebsverarmung auf. Unter der Behandlung mit carbadura 200 mg können latente Psychosen

(unterschwellige seelische Erkrankungen) aktiviert werden.

Nervensystem

Sehr häufig können Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gang- und

Bewegungsstörungen und Erschöpfung auftreten.

Häufig treten Kopfschmerzen, Doppelbilder sowie Akkommodationsstörungen (z. B.

verschwommenes Sehen), gelegentlich Augenbewegungsstörungen, einhergehend mit

Augenzittern (Nystagmus), unwillkürliche Bewegungen (z. B. Zittern, Flattertremor, Ticks,

Dystonie) auf. Darüber hinaus können selten Bewegungsstörungen wie z. B. unwillkürliche

Bewegungen im Mund-Gesichtsbereich wie Grimassieren (orofaziale Dyskinesien), verschraubte

Bewegungen (Choreoathetose) auftreten sowie Sprechstörungen (Dysarthrie, verwaschene

Sprache), Missempfindungen, Muskelschwäche, Nervenerkrankungen (Polyneuropathie),

Nervenentzündung (periphere Neuritis, periphere Neuropathie) sowie Lähmungserscheinungen

(Paresen).

Sehr selten wurde über Geschmacksstörungen oder über malignes neuroleptisches Syndrom

berichtet.

Nicht bekannt ist die Häufigkeit von Gedächtnisverlust.*

Es gibt Hinweise darauf, dass Carbamazepin zu einer Verschlechterung der Symptome einer

Multiplen Sklerose führen kann.

Wie bei Einnahme anderer Medikamente gegen Anfallsleiden auch kann es unter Carbamazepin zu

einer Anfallshäufung kommen; insbesondere Absencen (spezielle von beiden Hirnhälften

ausgehende Anfallsform) können verstärkt oder neu auftreten.

Augen:

Sehr selten treten Bindehautentzündungen, Linsentrübungen und erhöhter Augeninnendruck auf.

Bei zwei Patienten wurde in Zusammenhang mit einer Carbamazepin –Langzeittherapie über

Retinotoxizität (Netzhautschädigung) berichtet, die nach Absetzen des Carbamazepins rückläufig

war.

Seite 16 von 18

Ohr und Gleichgewichtsorgan

Sehr selten treten Hörstörungen wie Ohrensausen (Tinnitus), übersteigertes oder vermindertes

Hörempfinden (Hyper- oder Hypoakusis) sowie Änderung der Wahrnehmung von Tonhöhen auf.

Herz- und Kreislaufsystem

Gelegentlich treten Überleitungsstörungen am Herzen (AV-Block), in Einzelfällen mit

Bewusstseinsverlust, sowie erhöhter oder zu niedriger Blutdruck auf.

Gelegentlich bis selten können eine Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie) und

Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps, Herzinsuffizienz, sowie Verschlechterung einer

vorbestehenden koronaren Herzkrankheit auftreten. Darüber hinaus wurden Venenentzündung

(Thrombophlebitis) und Blutgerinnsel (Thromboembolie) beobachtet.

Atmungsorgane

Sehr selten wurden Überempfindlichkeitsreaktionen der Lunge mit Fieber, Atemnot,

Lungenentzündung (Pneumonitis, Pneumonie, Alveolitis) sowie Einzelfälle von Lungenfibrose in der

wissenschaftlichen Literatur beschrieben.

Magen-Darm-Trakt

Sehr häufig treten Übelkeit und Erbrechen, häufig Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, gelegentlich

Durchfall oder Verstopfung auf. Selten wurde über Bauchschmerzen, sehr selten über

Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-Bereich (Stomatitis, Gingivitis, Glossitis) oder über

Pankreatitis berichtet.

Leber und Galle

Veränderungen (Anstiege) von Leberfunktionswerten finden sich sehr häufig bei gamma-GT, häufig

bei alkalischer Phosphatase, gelegentlich bei Transaminasen, selten treten Gelbsucht oder

Leberentzündungen (Hepatitis in unterschiedlicher Form: cholestatisch, hepatozellulär, granulomatös,

gemischt) und Lebererkrankungen mit Zerstörung und Schwund der intrahepatischen Gallengänge

auf. Selten kann, insbesondere innerhalb der ersten Therapiemonate, eine lebensbedrohliche akute

Hepatitis oder Leberversagen eintreten.

Haut, Schleimhäute, Gefäßsystem:

Sehr häufig wird über allergische, auch stark ausgeprägte, Hautreaktionen mit und ohne Fieber und

Nesselsucht (Urtikaria) berichtet, gelegentlich über Hautentzündungen, bei denen sich die Haut oder

die Schleimhäute schuppend ablösen (exfoliative Dermatitis), den ganzen Körper betreffende

entzündliche Rötung und Schuppung der Haut (Erythrodermie), selten über schwere und

möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch

epidermale Nekrolyse) (siehe Abschnitt 2), Juckreiz (Pruritus) oder Lupus erythematodes

disseminatus (Autoimmunerkrankung mit Gefäßentzündung).

Sehr selten treten Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität), Hautrötungen mit scheiben- oder

knotenförmigen Veränderungen und Einblutungen (Erythema exsudativum multiforme et nodosum),

kleinfleckige Hautblutungen (Purpura), Haarausfall, vermehrtes Schwitzen, Veränderungen der

Hautpigmentierung, Akne, Hirsutismus (vermehrte Behaarung vom männlichen Typ bei Frauen),

Gefäßentzündung (Vaskulitis) auf. Nicht bekannt ist die Häufigkeit eines akuten generalisierten

Hautausschlags (akute generalisierte exanthemische Pustulosis), eines Auftretens von violetten bis

rot-violetten fleckförmigen Hautveränderungen, die möglicherweise jucken, sowie die Häufigkeit

eines Ausfalls der Nägel.*

Bewegungsapparat

Selten wurde über Muskelschwäche, sehr selten über Gelenkschmerzen (Arthralgie),

Muskelschmerzen (Myalgien) sowie Muskelkrämpfe berichtet. Nach Absetzen von carbadura 200

mg verschwanden diese Erscheinungen.

Es wurden Fälle von Verringerung der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu Knochenbrüchen)

berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Antiepileptika über eine

lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie

gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone einnehmen.

Seite 17 von 18

Harntrakt, Geschlechtsorgane

Gelegentlich treten Störungen der Nierenfunktion auf wie z. B. Eiweißausscheidung im Urin

(Albuminurie), Blut im Urin (Hämaturie), verminderte Harnproduktion (Oligurie) oder erhöhter

Harnstoffstickstoff im Blut (Azotämie), sehr selten interstitielle Nephritis

(Nierengewebsentzündung) oder Nierenversagen oder andere Beschwerden beim Harnlassen

(häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen, Drang zu häufigem Wasserlassen ohne

vermehrte Harnausscheidung (Pollakisurie), Harnverhalt). Weiterhin traten sehr selten sexuelle

Störungen, wie z. B. Impotenz, verminderte Libido, verminderte männliche Fruchtbarkeit und/oder

veränderte Bildung von Samenzellen (verminderte Spermienzahl und/oder -beweglichkeit) auf.

Laboruntersuchungen

Sehr selten wurde eine Verringerung der Gammaglobuline im Blut (Hypogammaglobulinämie)

festgestellt.

* Spontanmeldungen und Literaturfälle von Nebenwirkungen (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Im Rahmen von Erfahrungen nach Markteinführung von carbadura wurden Nebenwirkungen

anhand von Spontanmeldungen und Literatur bekannt. Da die Meldungen freiwillig und von einer

unbekannten Populationsgröße erfolgten, ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar. Sollten Sie eine oder mehrere der oben genannten Nebenwirkungen bei sich

beobachten, benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und die

gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen:

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen

auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-

Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist carbadura 200 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blister und dem Umkarton nach „verwendbar bis“

angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Keine besonderen Anforderungen an die Aufbewahrung.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was carbadura 200 mg enthält:

Der Wirkstoff ist: Carbamazepin.

1 Tablette enthält 200 mg Carbamazepin.

Seite 18 von 18

Die sonstigen Bestandteile sind:

Maisstärke; Gelatine; Croscarmellose-Natrium; Magnesiumstearat (Ph. Eur.).

Wie carbadura 200 mg aussieht und Inhalt der Packung:

carbadura 200 mg sind weiße bis fast weiße, runde, biplane Tabletten mit einseitiger Bruchrille und

der Prägung „L“ und „200“ ober- und unterhalb der Bruchrille.

carbadura 200 mg ist in Packungen mit 50, 100 und 200 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer:

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Mitvertrieb:

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Hersteller:

Mylan dura GmbH · Postfach 10 06 35 · 64206 Darmstadt

oder

Generics (UK) Ltd. · Station Close · Hertfordshire · EN6 1TL

Vereinigtes Königreich

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2019.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

carbadura 200 mg, Tabletten

carbadura 300 mg retard, Retardtabletten

carbadura 400 mg retard, Retardtabletten

carbadura 600 mg retard, Retardtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

carbadura 200 mg:

Jede Tablette enthält 200 mg Carbamazepin.

carbadura 300 mg retard:

Jede Retardtablette enthält 300 mg Carbamazepin.

carbadura 400 mg retard:

Jede Retardtablette enthält 400 mg Carbamazepin.

carbadura 600 mg retard:

Jede Retardtablette enthält 600 mg Carbamazepin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3.

DARREICHUNGSFORM

carbadura 200 mg:

Tablette

carbadura 200 mg

sind weiße bis fast weiße, runde, biplane Tabletten mit einseitiger

Bruchrille und der Prägung „L“ und „200“ ober- und unterhalb der Bruchrille.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

carbadura 300 mg retard:

Retardtablette

carbadura 300 mg retard

sind weiße, runde, gewölbte Retardtabletten mit einseitiger

Bruchkerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

carbadura 400 mg retard:

Retardtablette

carbadura 400 mg retard

sind weiße, gewölbte Oblongtabletten mit beidseitiger

Bruchkerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

carbadura 600 mg retard:

Retardtablette

carbadura 600 mg retard

sind weiße, gewölbte Oblongtabletten mit beidseitiger

Bruchkerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1.

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von:

Epilepsien:

Einfache partielle Anfälle (fokale Anfälle);

Komplexe partielle Anfälle (psychomotorische Anfälle);

Grand mal, insbesondere fokaler Genese (Schlaf-Grand mal, diffuses Grand mal);

gemischte Epilepsieformen.

Trigeminus-Neuralgie.

Genuine Glossopharyngeus-Neuralgie.

Schmerzhafte diabetische Neuropathie.

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose, wie z.B. Trigeminus-Neuralgie,

tonische Anfälle, paroxysmale Dysarthrie und Ataxie, paroxysmale Parästhesien und

Schmerzanfälle.

Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom.

Warnhinweis: Im Anwendungsgebiet Anfallsverhütung bei Alkoholentzugssyndrom

darf

carbadura

nur unter stationären Bedingungen angewendet werden.

Zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen, wenn die Therapie mit Lithium versagt

hat bzw. wenn Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel erlebten, und wenn

mit Lithium nicht behandelt werden darf.

Hinweis:

Bei Umstellung von bisherigen (nicht retardierten) Darreichungsformen auf

carbadura

retard ist auf ausreichende Serumspiegel von Carbamazepin zu achten.

4.2.

Dosierung und Art der Anwendung

Vor der Entscheidung zur Behandlung mit Carbamazepin sollten Patienten han-

chinesischer oder thailändischer Abstammung auf die Genvariante HLA-B*1502 hin

untersucht werden, wenn dies irgendwie möglich ist. Dieses Allel ist ein starker Prädiktor

für das Risiko des Auftretens des Stevens-Johnson-Syndroms bei einer Behandlung mit

Carbamazepin (siehe Hinweise zu Gentests und Hautreaktionen in Abschnitt 4.4).

Die Behandlung mit

carbadura

wird einschleichend, in einer niedrigen Initialdosis,

je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes, individuell begonnen, danach wird

die Dosis langsam bis zur am besten wirksamen Erhaltungsdosis erhöht.

Die Tagesdosis wird in der Regel in mehreren Einzelgaben (

carbadura 200 mg

bzw. in 1 - 2 Einzelgaben (Retardtabletten) verabreicht.

Der allgemeine Tagesdosisbereich liegt zwischen 400 -1200 mg Carbamazepin.

Eine Gesamttagesdosis von 1600 mg Carbamazepin sollte in der Regel nicht

überschritten werden, da in höherer Dosierung vermehrt Nebenwirkungen auftreten.

Die Festlegung der therapeutischen Dosis sollte, insbesondere bei

Kombinationstherapie, über die Bestimmung der Plasmaspiegel und in Abhängigkeit

von der Wirksamkeit erfolgen. Der therapeutische Carbamazepin-Spiegel liegt

erfahrungsgemäß zwischen 4 und 12 µg/ml.

Im Einzelfall kann die erforderliche Dosis erheblich von der angegebenen Anfangs-

und Erhaltungsdosis abweichen (z. B. wegen Beschleunigung des Metabolismus

durch Enzyminduktion oder wegen Arzneimittel-Interaktionen bei eventuell

kombinierter Medikation).

carbadura

sollte zur Behandlung der Epilepsie bevorzugt allein (Monotherapie)

angewendet werden. Die Behandlung ist von einem in der Epilepsie-Behandlung

erfahrenen Facharzt zu überwachen.

Bei Umstellung auf die Behandlung mit

carbadura

ist die Dosis des abzusetzenden

Antiepileptikums schrittweise herabzusetzen.

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen

Anfallsleiden empfohlen:

Anfangsdosis

täglich

Erhaltungsdosis

täglich

Erwachsene

carbadura 200 mg:

2-mal 100 mg

(2-mal ½ Tbl.)

carbadura 300 mg retard

carbadura 400 mg retard

carbadura 600 mg retard:

abends 200 – 300 mg.

carbadura 200 mg

3-mal 200 - 400 mg (3-mal 1-2

Tbl.)

carbadura 300 mg retard

carbadura 400 mg retard

carbadura 600 mg retard:

morgens 200 - 600 mg

abends 300 - 600 mg

Kinder

1 - 5 Jahre

carbadura 200 mg:

1 – 2-mal 100 mg

(1 – 2-mal ½ Tbl.)

carbadura 200 mg

1 – 2-mal 200 mg

(1 – 2-mal 1 Tbl.)

6 - 10 Jahre

carbadura 200 mg:

2-mal 100 mg

(2-mal ½ Tbl.)

carbadura 300 mg retard

abends 150 mg

carbadura 400 mg retard

abends 200 mg

carbadura 200 mg:

3-mal 200 mg

(3-mal 1 Tbl.)

carbadura 300 mg retard

morgens 150 mg

abends 150 – 300 mg

carbadura 400 mg retard

morgens 200 mg

abends 200 – 400 mg

11 - 15 Jahre

carbadura 200 mg:

2 – 3-mal 100 mg

(2 – 3-mal ½ Tbl.)

carbadura 300 mg retard

abends 150 mg

carbadura 400 mg retard

abends 200 mg

carbadura 200 mg:

3-mal 200 – 400 mg

(3-mal 1 – 2 Tbl.)

carbadura 300 mg retard

morgens 150 – 300 mg

abends 300 – 600 mg

carbadura 400 mg retard

morgens 200 – 400 mg

abends 400 – 600 mg

>

15 Jahre

entsprechend der Erwachsenendosis

*

Hinweise:

carbadura 200 mg:

Bei Kindern unter 4 Jahren wird aufgrund klinischer Erfahrungen empfohlen, bevorzugt

mit einer Tagesdosis von 20 - 60 mg zu beginnen. Bis zum Erreichen der therapeutisch

notwendigen Dosis kann diese Tagesdosis um 20 - 60 mg Carbamazepin jeden zweiten

Tag gesteigert werden. Jedoch sollten die oben genannten Dosierungsbereiche nicht

überschritten werden.

Bei Kindern über 4 Jahren kann aufgrund klinischer Erfahrungen die Anfangsdosis 100

mg Carbamazepin pro Tag betragen. Diese Tagesdosis kann jeden zweiten Tag oder

wöchentlich um bis zu 100 mg Carbamazepin pro Tag bis zur erforderlichen Dosis

gesteigert werden. Jedoch sollten die oben genannten Dosierungsbereiche nicht

überschritten werden.

Empfohlene Maximaldosis:

bis zu 6 Jahren: 35 mg/kg/Tag

6-15 Jahre: 1000 mg/Tag

>15 Jahre: 1200 mg/Tag

carbadura 300 mg retard, carbadura 400 mg retard:

Für Kinder unter 6 Jahren stehen zur Initial- und Erhaltungsdosierung nicht-retardierte

Darreichungsformen zur Verfügung (z.B.

carbadura 200 mg

, Tabletten). Die

Verabreichung von Retardtabletten kann wegen unzureichender Erkenntnis nicht

empfohlen werden.

carbadura 600 mg retard:

Für die Anwendung bei Kindern ist diese Dosierungsstärke nicht geeignet.

Es gelten folgende Dosierungsempfehlungen

Epilepsien:

carbadura 200 mg:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1 - 2 Tabletten

carbadura 200 mg

(entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin/Tag) langsam auf die

Erhaltungsdosis von 4 - 6 Tabletten

carbadura 200 mg

(entsprechend 800 - 1200 mg

Carbamazepin) gesteigert.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10 - 20 mg

Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag.

carbadura 300 mg retard:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1 Retardtablette

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 300 mg Carbamazepin/Tag) langsam auf

die Erhaltungsdosis von 2 - 4 Retardtabletten

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 600 -1200 mg Carbamazepin/Tag) gesteigert.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10 - 20

mg/kg Körpergewicht/Tag.

carbadura 400 mg retard:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1/2 - 1 Retardtablette

carbadura 400 mg

retard (entsprechend 200 -400 mg Carbamazepin/Tag) langsam

auf die Erhaltungsdosis von 2 - 3 Retardtabletten

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 800 - 1200 mg Carbamazepin/Tag) gesteigert.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10 - 20

mg/kg Körpergewicht/Tag.

carbadura 600 mg retard:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1/2 Retardtablette

carbadura 600 mg retard

(entsprechend 300 mg Carbamazepin/Tag) langsam auf

die Erhaltungsdosis von 1 - 2 Retardtabletten

carbadura 600 mg retard

(entsprechend 600 -1200 mg Carbamazepin/Tag) gesteigert.

Für die Anwendung bei Kindern ist diese Dosierungsstärke nicht geeignet.

Empfohlenes Dosierschema siehe oben.

Trigeminus-Neuralgie, genuine Glossopharyngeus-Neuralgie:

carbadura 200 mg:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 1 - 2 Tabletten

carbadura 200 mg

(entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin), in 1 - 2 Gaben, bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit auf 2 – 4-mal 1 Tablette

carbadura 200 mg

(entsprechend 400 - 800

mg Carbamazepin) erhöht. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle

möglich, die Behandlung mit einer geringeren Erhaltungsdosis von 2-mal 1 Tablette

carbadura 200 mg

(entsprechend 400 mg Carbamazepin) täglich fortzusetzen.

Die empfohlene Maximaldosis beträgt 1200 mg/Tag. Wenn eine Schmerzlinderung

erreicht wurde, sollte versucht werden, die Therapie schrittweise abzusetzen, bis

eine weitere Schmerzattacke auftritt.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 2-mal täglich 1/2

Tablette

carbadura 200 mg

(entsprechend 200 mg Carbamazepin) ausreichend.

carbadura 300 mg retard:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 1/2 -1 Retardtablette

carbadura

300 mg retard

(entsprechend 150 - 300 mg Carbamazepin) bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 1 - 3 Retardtabletten

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 300 - 900 mg Carbamazepin) - verteilt auf 2 Gaben - erhöht. Im

Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit einer

geringeren Erhaltungsdosis von 1 - 1 1/2 Retardtabletten

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 300 - 450 mg Carbamazepin/Tag), verteilt auf 2 Gaben, fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1/2

Retardtablette

carbadura 300 mg retard

morgens oder abends (entsprechend 150 mg

Carbamazepin/Tag) ausreichend.

carbadura 400 mg retard:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 1/2 -1 Retardtablette

carbadura

400 mg retard

(entsprechend 200 - 400 mg Carbamazepin) bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 1 – 2-mal 1 Retardtablette

carbadura 400 mg

retard

(entsprechend 400 - 800 mg Carbamazepin) erhöht. Im Anschluss daran ist es

bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit einer geringeren

Erhaltungsdosis von 1-mal 1 oder 2-mal 1/2 Retardtablette

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 400 mg Carbamazepin/Tag) fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1-mal 1/2

Retardtablette

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 200 mg/ Tag Carbamazepin)

morgens oder abends ausreichend.

carbadura 600 mg retard:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 150 -300 mg Carbamazepin (wofür

niedriger dosierbare Darreichungsformen zur Verfügung stehen) bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 1/2 - 1 1/2 Retardtabletten

carbadura 600 mg

retard

(entsprechend 300 - 900 mg Carbamazepin), verteilt auf 1 - 2 Gaben erhöht.

Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit

einer geringeren Erhaltungsdosis von täglich 1-mal 1/2 Retardtablette

carbadura

600 mg retard

(entsprechend 300 mg Carbamazepin) fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist auf eine Darreichungsform mit

niedrigerer Dosisstärke auszuweichen, da als Anfangsdosis 150 mg Carbamazepin

morgens oder abends ausreichend sind.

Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie:

carbadura 200 mg:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 3-mal 1 Tablette

carbadura 200 mg

(entsprechend 600 mg Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 3-mal täglich 2

Tabletten

carbadura 200 mg

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

carbadura 300 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1 Retardtablette

carbadura 300 mg

retard

(entsprechend 600 mg Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 2-mal

täglich 2 Retardtabletten

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 1200 mg

Carbamazepin).

carbadura 400 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens 1/2 Retardtablette, abends 1

Retardtablette

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 600 mg Carbamazepin), in

Ausnahmefällen bis zu 2-mal täglich 1 1/2 Retardtabletten

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

carbadura 600 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1/2 Retardtablette

carbadura 600

mg retard

(entsprechend 600 mg Carbamazepin), in Ausnahmefällen bis zu 2-mal

täglich 1 Retardtablette

carbadura 600 mg retard

(entsprechend 1200 mg

Carbamazepin).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose:

carbadura 200 mg:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2 – 4-mal 1 Tablette

carbadura 200 mg

(entsprechend 400 - 800 mg Carbamazepin).

carbadura 300 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 1 – 2-mal 1 – 1 1/2 Retardtabletten

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 300 - 900 mg Carbamazepin).

carbadura 400 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1/2 - 1 Retardtablette

carbadura 400

mg retard

(entsprechend 400 - 800 mg Carbamazepin).

carbadura 600 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 1/2 - 1 1/2 Retardtabletten

carbadura 600

mg retard

(entsprechend 300 - 900 mg Carbamazepin) in 1 - 2 Einzelgaben.

Anfallsverhütung während der stationären Alkoholentzugssyndrom-Behandlung:

carbadura 200 mg:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 3-mal 1 Tablette

carbadura 200 mg

(entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 3-mal täglich 2

Tabletten

carbadura 200 mg

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin) erhöht werden.

carbadura 300 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1 Retardtablette

carbadura 300 mg

retard

(entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 2

Retardtabletten

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin)

erhöht werden.

carbadura 400 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens 1/2 Retardtablette

carbadura 400

mg retard

, abends 1 Retardtablette

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 600 mg

Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 1 1/2

Retardtabletten

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin)

erhöht werden.

carbadura 600 mg retard:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 1/2 Retardtablette

carbadura 600

mg retard

(entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 1

Retardtablette

carbadura 600 mg retard

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin)

erhöht werden.

Die Kombination von

carbadura

mit sedativ-hypnotischen Mitteln wird nicht

empfohlen. Entsprechend den klinischen Erfordernissen kann

carbadura

jedoch mit

anderen in der Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen bei Bedarf

kombiniert werden.

Es sind regelmäßige Kontrollen des Carbamazepin-Spiegels vorzunehmen. Wegen

der zentralnervösen und vegetativen Nebenwirkungen (siehe zu

Entzugserscheinungen unter Abschnitt 4.8) wird eine sorgfältige klinische

Beobachtung empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen:

carbadura 200 mg:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt

1 – 2-mal täglich 1 Tablette

carbadura 200 mg

(entsprechend 200 - 400 mg

Carbamazepin). Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 4 Tabletten

carbadura 200

mg

(entsprechend 800 mg Carbamazepin) täglich, in 3 - 4 Gaben, erhöht werden.

carbadura 300 mg retard:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt

1 Retardtablette

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 300 mg Carbamazepin)

täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 2-mal 1 - 1 1/2 Retardtabletten

carbadura 300 mg retard

(entsprechend 600 - 900 mg Carbamazepin) täglich erhöht

werden.

carbadura 400 mg retard:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt

1/2 - 1 Retardtablette

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 200 - 400 mg

Carbamazepin) täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 2-mal täglich 1

Retardtablette

carbadura 400 mg retard

(entsprechend 800 mg Carbamazepin)

erhöht werden.

carbadura 600 mg retard:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt

1/2 Retardtablette

carbadura 600 mg retard

(entsprechend 300 mg Carbamazepin)

täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 1 1/2 Retardtabletten

carbadura 600

mg retard

(entsprechend 900 mg Carbamazepin) täglich erhöht werden.

Hinweis:

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und

Nierenleiden sowie bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten/Retardtabletten sind teilbar und werden während oder nach den Mahl-

zeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen.

In manchen Fällen hat sich die Verteilung der Tagesdosis auf 4 - 5 Einzelgaben als

besonders wirkungsvoll erwiesen. In diesen Fällen sind nicht-retardierte

Darreichungsformen von Carbamazepin retardierten Darreichungsformen

vorzuziehen.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Indikation und der

individuellen Reaktion des Patienten. In jedem Fall darf das Arzneimittel durch den

Patienten nicht eigenmächtig abgesetzt werden.

Die Dauer der Anwendung ist individuell verschieden und wird vom behandelnden

Arzt festgelegt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie.

Über die Einstellung, Behandlungsdauer und das Absetzen von

carbadura

sollte im

Einzelfall ein in der Epilepsie-Behandlung erfahrener Facharzt entscheiden. Im

Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein Absetzen der Medikation frühestens nach

zwei- bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre erfolgen,

Kinder können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen, anstelle altersgemäßer

Dosisanpassung, wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern sollte.

Bei der Neuralgie-Behandlung hat es sich bewährt, die Therapie mit einer für die

Schmerzfreiheit gerade noch ausreichenden Erhaltungsdosis über einige Wochen

durchzuführen. Durch vorsichtige Dosisreduktion sollte festgestellt werden, ob es

inzwischen zu einer Spontanremission gekommen ist.

Beim Wiederauftreten von Schmerzattacken ist mit der ursprünglichen

Erhaltungsdosis weiterzubehandeln.

Für die Behandlungsdauer der Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie und

der nichtepileptischen Anfälle bei Multipler Sklerose gilt das Gleiche.

Zur Anfallsverhütung bei der Alkoholentzugssyndrom-Behandlung sollte die

Therapie mit

carbadura

unter ausschleichender Dosierung nach 7 – 10 Tagen

beendet werden.

Die Prophylaxe manisch-depressiver Phasen ist eine Langzeitbehandlung.

Kinder:

Bei Kindern unter 6 Jahren darf die Anwendung von Carbamazepin nur nach

strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

4.3.

Gegenanzeigen

carbadura

darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder strukturell verwandte Medikamente

(z.B. trizyklische Antidepressiva) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile;

Vorliegen einer Knochenmarkschädigung, Knochenmarkdepression in der

Vorgeschichte;

atrioventrikulärem Block;

hepatischer Porphyrie, auch in der Vorgeschichte (z.B. akute intermittierende

Porphyrie, Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda);

gleichzeitiger Behandlung mit einem Monoaminoxidase-Hemmer;

gleichzeitiger Behandlung mit Voriconazol, da es zum Therapieversagen dieses

Medikamentes kommen kann.

4.4.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

carbadura

darf nur unter ärztlicher Überwachung und nach strenger Nutzen-Risiko-

Abwägung und unter entsprechendem engmaschigem Monitoring angewendet

werden bei:

früheren oder bestehenden hämatologischen Erkrankungen, hämatologischen

Reaktionen auf andere Arzneimittel in der Vorgeschichte;

gestörtem Natrium-Stoffwechsel;

Herz-, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, auch in der Vorgeschichte (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.8);

Patienten, die bereits einmal eine Behandlung mit Carbamazepin abgebrochen

haben;

Patienten mit myotoner Dystrophie, da bei dieser Patientengruppe häufig kardiale

Überleitungsstörungen auftreten.

Hämatologische Ereignisse

Auftreten

Agranulozytose

aplastischer

Anämie

wurde

Carbamazepin in Verbindung gebracht; eine Abschätzung des Risikos ist jedoch

aufgrund

sehr

geringen

Häufigkeit

schwierig.

unbehandelten

Bevölkerung beträgt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens 4,7 Fälle/Mio/Jahr für

Agranulozytose und 2,0 Fälle/Mio/Jahr für aplastische Anämie.

Eine vorübergehende oder dauerhafte Verminderung der Blutplättchenzahl oder der

Zahl weißer Blutkörperchen tritt unter Carbamazepin gelegentlich bis häufig auf. In

der Mehrzahl der Fälle ist dies vorübergehend und prognostiziert nicht den Beginn

einer Agranulozytose oder aplastischen Anämie. Trotzdem sollte das Blutbild

(einschließlich Thrombozyten und Retikulozyten sowie Serumeisen) zunächst vor

der Behandlung mit carbadura, dann in wöchentlichen Abständen im ersten Monat

der Behandlung, danach in monatlichen Abständen kontrolliert werden. Nach 6-

monatiger Behandlung reichen teilweise 2- bis 4-malige Kontrollen im Jahr aus.

Patienten sollten auf frühe Anzeichen potenzieller hämatologischer Probleme und

ebenso auf Symptome dermatologischer und hepatischer Reaktionen aufmerksam

gemacht

werden.

Treten

Reaktionen

Fieber,

Halsschmerzen,

allergische

Hautreaktionen

Hautausschlag

Lymphknotenschwellungen

und/oder

grippeähnliche Krankheitsbeschwerden, Geschwüre im Mund, Hämatomneigung,

petechiale oder Purpurablutungen unter der Behandlung mit carbadura auf, sollte

der Patient sofort den Arzt aufsuchen und das Blutbild bestimmt werden. Beim

Auftreten bestimmter Blutbildveränderungen (insbesondere Leukozytopenien und

Thrombozytopenien) kann das Absetzen von carbadura erforderlich sein; dies ist

immer der Fall, wenn gleichzeitig Beschwerden wie allergische Symptome, Fieber,

Halsschmerzen oder Hautblutungen auftreten. Anhaltspunkte geben die folgenden

Aufstellungen:

Kurzfristige Kontrollen (innerhalb 1 Woche) erforderlich bei:

Fieber, Infekt;

Hautausschlag;

allgemeinem Schwächegefühl;

Halsentzündung, Mundulzera;

rascher Ausbildung blauer Flecken;

Anstieg der Transaminasen;

Abfall

Leukozyten

unter

3000/mm

bzw.

Granulozyten

unter

1500/mm

Abfall der Thrombozyten unter 125 000/mm

Abfall der Retikulozyten unter 0,3 % = 20 000/mm

Anstieg des Serumeisen über 150 Mikrogramm%.

Absetzen von Carbamazepin erforderlich bei:

petechialen oder Purpura-Blutungen;

Abfall der Erythrozyten unter 4 Mio/mm

Abfall des Hämatokrits unter 32 %;

Abfall des Hämoglobin unter 11 g%;

Abfall

Leukozyten

unter

2000/mm

bzw.

Granulozyten

unter

1000/mm3 bzw. der Thrombozyten unter 80 000/mm

symptomatischen Blutbildungsstörungen.

Schwere Hautreaktionen

Fälle

lebensbedrohlichen

Hautreaktionen

(Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS)

und Toxisch epidermale Nekrolyse (TEN)) wurden in Zusammenhang mit der

Anwendung von carbadura berichtet. Die Patienten sollten über die Anzeichen und

Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezüglich

des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden.

Risiko

für

Auftreten

oder

ersten

Behandlungswochen am höchsten. Wenn Anzeichen oder Symptome für ein SJS

oder

eine

auftreten

(z.B.

progredienter

Hautausschlag,

Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen), muss die Therapie mit

carbadura

beendet werden. Der Verlauf von SJS und TEN wird maßgeblich von

der frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdächtigen

Arzneimittel bestimmt, d.h. frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose.

Nach Auftreten eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung

von carbadura darf der Patient/die Patientin nie wieder mit carbadura behandelt

werden.

Schwere und in einigen Fällen tödliche Hautreaktionen, wie toxische epidermale

Nekrolyse (TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), treten bei schätzungsweise

1–6 von 10.000 neuen Anwendern in Ländern mit hauptsächlich kaukasischer

Bevölkerung

auf,

aber

einigen

asiatischen

Ländern

liegt

Risiko

Schätzungen nach etwa 10-mal höher.

Es liegen vermehrt Hinweise darauf vor, dass verschiedene HLA-Allele bei der

Prädisposition von Patienten für immunvermittelte unerwünschte Reaktionen eine

Rolle spielen (siehe Abschnitt 4.2).

Allel HLA-A*3101 – Personen europäischer und japanischer Abstammung

Es liegen Daten vor, die darauf hinweisen, dass das Allel HLA-A*3101 bei

Personen mit europäischer Abstammung sowie bei Japanern mit einem erhöhten

Risiko von Carbamazepin-induzierten unerwünschten Arzneimittelwirkungen der

Haut assoziiert ist, z. B. SJS, TEN, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen

Symptomen

(DRESS-Syndrom)

oder

weniger

schwerer

akuter

generalisierter

exanthematischer

Pustolose

(AGEP)

makulopapulösem

Arzneimittelexanthem (siehe Abschnitt 4.8).

Die Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt starke Variationen zwischen den

verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Das Allel HLA-A*3101 hat eine Prävalenz

von 2 % bis 5 % in der europäischen Bevölkerung und von etwa 10 % bei der

japanischen Bevölkerung.

Das Vorliegen des Allels HLA-A*3101 kann das Risiko Carbamazepin-induzierter

Hautreaktionen (in den meisten Fällen von geringem Schweregrad) von 5,0 % bei

der Allgemeinbevölkerung auf 26,0 % bei Patienten europäischer Abstammung

steigern, wohingegen das Fehlen dieses Allels das Risiko von 5,0 % auf 3,8 %

senken kann.

Es liegen keine ausreichenden Daten für die Empfehlung einer Untersuchung auf

Vorliegen

Allels

HLA-A*3101

Beginn

einer

Behandlung

Carbamazepin vor.

Ist bei Patienten europäischer oder japanischer Herkunft bekannt, dass sie das Allel

HLA-A*3101

tragen,

kann

Anwendung

Carbamazepin

Erwägung

gezogen werden, wenn der voraussichtliche Nutzen größer ist als das Risiko.

Allel

HLA-B*1502

bei

Han-Chinesen,

Thailändern

und

anderen

asiatischen

Bevölkerungsgruppen

Es wurde nachgewiesen, dass das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 bei

Personen, die von Han Chinesen oder Thailändern abstammen, stark mit dem

Risiko des Auftretens schwerer Hautreaktionen, und zwar des Stevens-Johnson-

Syndroms, verbunden ist. Die Prävalenz von Trägern des HLA-B*1502-Allels

beträgt bei Han-Chinesen und Thailändern etwa 10 %. Diese Personen sollten vor

Beginn der Therapie mit Carbamzepin genetisch auf dieses Allel hin untersucht

werden, wenn dies irgendwie möglich ist (siehe Abschnitt 4.2). Wenn der Test

positiv ausfällt, sollte die Behandlung mit Carbamazepin nicht begonnen werden,

denn,

steht

keine

Behandlungsalternative

Verfügung.

Getestete

Personen, bei denen kein HLA-B* 1502 gefunden wurde, haben ein geringes

Risiko für das Auftreten des Stevens-Johnson-Syndroms; dennoch können diese

Reaktionen selten auftreten.

Einige Daten weisen bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen auf ein erhöhtes

Risiko von schweren Carbamazepin-assoziierten TEN-/SJS-Fällen hin. Aufgrund

der Prävalenz dieses Allels bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen (z. B.

über 15 % auf den Philippinen und in Malaysia) kann erwogen werden, Patienten

aus genetisch besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen auf das Vorhandensein

des Allels HLA-B*1502 zu testen.

Prävalenz

Allels

HLA-B*1502

vernachlässigen

Personen

europäischer Abstammung, in getesteten afrikanischen und lateinamerikanischen

Bevölkerungsgruppen sowie bei Japanern und Koreanern (< 1 %).

Die Identifizierung Einzelner, die HLA-B*1502-Allel-positiv sind und deshalb

nicht

Carbamazepin

therapiert

wurden,

reduzierte

Auftreten

Carbamazepin-induziertem SJS/TEN.

Limitierung der genetischen Tests

Genetische Tests können niemals eine sorgsame medizinische Betreuung ersetzen.

Viele asiatische Patienten, die für HLA-B*1502 positiv sind und mit carbadura

behandelt werden, entwickeln kein SJS/TEN und Patienten, die für HLA-B*1502

negativ sind, können dennoch SJS/TEN entwickeln. Ebenso werden viele HLA-

A*3101-positive

Patienten

trotz

Behandlung

carbadura

kein

SJS,

TEN,

DRESS, AGEP oder makulopapulösen Ausschlag entwickeln und Patienten aus

jeder ethnischen Gruppe, die HLA-A*3101-negativ getestet sind, können trotzdem

diese schweren Hautreaktionen entwickeln. Die Rolle möglicher anderer Faktoren

Entwicklung

Morbidität

dieser

schweren

Hautreaktion

AED-

Dosierung, Compliance, gleichzeitige Anwendung weiterer Arzneimittel und der

Grad an dermatologischer Überwachung wurden nicht untersucht.

Andere Hautreaktionen

Leichte Hautreaktionen, z. B. isolierte makuläre oder makulopapuläre Exantheme,

können ebenfalls auftreten und sind meist vorübergehend und nicht gefährlich. Sie

verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Tage oder Wochen, entweder bei

unveränderter Fortsetzung der Therapie oder nach Dosisreduktion. Da es jedoch

schwierig sein kann, die frühen Anzeichen schwerer Hautreaktionen von denen

leichter und vorübergehender Hautreaktionen zu unterscheiden, sollte der Patient

unter engmaschiger Beobachtung bleiben und ein sofortiges Absetzen in Betracht

gezogen werden, sollten sich die Hautreaktionen bei fortgesetzter Anwendung

verschlechtern.

Es wurde beobachtet, dass das HLA-A*A3101-Allel mit weniger schweren durch

Carbamazepin verursachten Hautreaktionen assoziiert ist und möglicherweise das

Risiko für Carbamazepin-Nebenwirkungen wie Antikonvulsiva-Hypersensitivität-

Syndrom

oder

nicht

schwerwiegenden

Ausschlag

(makulopapulösen

Hautausschlag) vorhersagbar macht. Das (HLA)-B*1502 Allel ist nicht prädiktiv

für das Auftreten der oben aufgeführten Hautreaktionen.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Carbamazepin

kann

Überempfindlichkeitsreaktionen

auslösen,

einschließlich

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS),

eine verzögerte, mehrere Organe betreffende Überempfindlichkeitsreaktion mit

Fieber,

Hautausschlag,

Vaskulitis,

Lymphknotenschwellung,

Gelenkschmerz,

Leukopenie,

Eosinophilie,

Vergrößerung

Leber

Milz,

veränderten

Leberfunktionswerten und Vanishing Bile Duct Syndrom (Zerstörung und Verlust

der intrahepatischen Gallengänge), die in verschiedenen Kombinationen auftreten

können. Andere Organe können ebenfalls betroffen sein (z. B. Lunge, Niere,

Bauchspeicheldrüse,

Herzmuskel,

Dickdarm)

(siehe

Abschnitt

Nebenwirkungen).

wurde

beobachtet,

dass

HLA-A*3101-Allel

Auftreten

Hypersensitivität-Syndroms, inkl. makulopapulösem Hautausschlag, assoziiert ist.

25 bis 30 % der Patienten, die auf Carbamazepin Überempfindlichkeitsreaktionen

gezeigt haben, zeigen eine Kreuzreaktion mit Oxcarbazepin. Eine Kreuzreaktion

kann

auch

Phenytoin

auftreten.

Wenn

Anzeichen

oder

Symptome

einer

Überempfindlichkeitsreaktion

auftreten,

sollte

Carbamazepin

sofort

abgesetzt

werden.

Krampfanfälle

Da Carbamazepin Absencen hervorrufen bzw. bereits bestehende verstärken kann,

sollte

carbadura

Patienten,

unter

Absencen

bzw.

gemischten

Epilepsieformen, die solche beinhalten, leiden, nicht angewendet werden. In diesen

Konstellationen könnte carbadura zu einer Anfallsverschlimmerung führen.

Falls es zur Exazerbation von Krampfanfällen kommt, sollte Carbamazepin

abgesetzt werden.

Leberfunktion

während

Behandlung

carbadura

müssen

Leberwerte

kontrolliert werden; es wird eine Bestimmung vor Behandlungsbeginn, dann in

wöchentlichen Abständen im ersten Monat der Behandlung, danach in monatlichen

Abständen

empfohlen.

gilt

insbesondere

für

Patienten

einer

Lebererkrankung in der Anamnese oder für ältere Patienten. Nach 6-monatiger

Behandlung reichen teilweise 2- bis 4-malige Kontrollen im Jahr aus.

Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, beim Auftreten von Symptomen

einer Hepatitis wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbfärbung der

Haut, Vergrößerung der Leber umgehend den Arzt aufzusuchen.

Wenn

sich

eine

Leberfunktionsstörung

verschlechtert

oder

eine

floride

Lebererkrankung auftritt, sollte Carbamazepin sofort abgesetzt werden.

Nierenfunktion

Es wird empfohlen, vor und regelmäßig während der Behandlung mit carbadura

einen Harnstatus und den Harnstoff-Stickstoff zu bestimmen.

Hyponatriämie

Unter

Einnahme

Carbamazepin

kommt

bekanntermaßen

einer

Hyponatriämie. Bei Patienten mit vorbestehenden Nierenerkrankungen, die mit

einer niedrigen Serum- Natrium-Konzentration einhergehen, oder bei Patienten, die

gleichzeitig

Natrium-

Konzentration

senkenden

Arzneimitteln

Diuretika, Arzneimittel, die mit einer inadäquaten ADH-Sekretion in Verbindung

stehen)

behandelt

werden,

sollte

Serum-

Natrium-Konzentration

Behandlung bestimmt werden. Danach sollte die Serum- Natrium-Konzentration

zunächst nach etwa zwei Wochen und dann während der ersten drei Monate der

Behandlung

monatlichen

Abständen

oder

entsprechend

klinischen

Notwendigkeit

bestimmt

werden.

oben

genannten

Risikofaktoren

treten

besonders bei älteren Patienten auf. Wenn eine Hyponatriämie festgestellt wird, ist

eine

Flüssigkeitsrestriktion

eine

wichtige

Gegenmaßnahme,

falls

dies

klinisch

indiziert ist.

Hypothyreose

Carbamazepin

kann

durch

Enzyminduktion

Serum-Konzentration

Schilddrüsenhormonen

reduzieren,

wodurch

eine

Erhöhung

Dosis

einer

Schilddrüsen- Hormonersatztherapie bei Patienten mit Hypothyreose erforderlich

wird. Daher ist eine Überwachung der Schilddrüsenfunktion empfohlen, um die

Dosierung einer Schilddrüsenhormonersatztherapie anzupassen.

Anticholinerge Effekte

Carbamazepin hat eine schwache anticholinerge Aktivität. Patienten mit Glaukom

(grüner Star) und Harnretention sollten daher während der Behandlung sorgfältig

überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).

Psychiatrische Reaktionen

Möglichkeit

einer

Aktivierung

latenter

Psychosen

und,

v. a.

älteren

Patienten, des Auftretens von Verwirrungs- oder Erregungszuständen sollte stets

bedacht werden.

Suizidgedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit

Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine

Metaanalyse

randomisierter,

placebo-kontrollierter

Studien

Antiepileptika

zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und

suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung

ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines

erhöhten Risikos bei der Einnahme von carbadura nicht aus.

Deshalb

sollten

Patienten

hinsichtlich

Anzeichen

Suizidgedanken

suizidalen

Verhaltensweisen

überwacht

eine

geeignete

Behandlung

Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden

medizinische

Hilfe

einzuholen,

wenn

Anzeichen

für

Suizidgedanken

oder

suizidales Verhalten auftreten.

Hormonale Kontrazeptiva

Bei mit carbadura behandelten Patientinnen, die gleichzeitig hormonale Kontrazeptiva

(die „Pille“) verwendeten, wurde über Durchbruchblutungen berichtet. Die

Zuverlässigkeit der hormonalen Kontrazeption kann durch carbadura negativ beeinflusst

werden. Deshalb sollte das orale Kontrazeptivum mehr als 50 Mikrogramm

Ethinylestradiol enthalten oder es sollten Frauen im gebärfähigen Alter andere, nicht

hormonale Verhütungsmethoden empfohlen werden.

Plasmaspiegel-Monitoring

Obwohl die Korrelation zwischen Dosis von Carbamazepin und Plasmaspiegel einerseits

und zwischen Plasmaspiegel und klinischer Wirksamkeit bzw. Verträglichkeit

andererseits sehr zweifelhaft ist, kann ein Plasmaspiegel-Monitoring in den folgenden

Fällen nützlich sein: auffälliger Anstieg der Anfallshäufigkeit, Überprüfung der

Patienten-Compliance, während der Schwangerschaft, bei der Behandlung von Kindern

oder Heranwachsenden, bei Verdacht auf Resorptionsstörungen, bei Verdacht auf

toxische Effekte, wenn mehrere Arzneimittel gleichzeitig gegeben werden (siehe

Abschnitt 4.5).

Alkoholentzugssyndrom

Im Anwendungsgebiet Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom darf carbadura

nur unter stationären Bedingungen angewendet werden.

Zu beachten ist, dass die auftretenden Nebenwirkungen von Carbamazepin bei der

Behandlung des Alkoholentzugssyndroms den Entzugserscheinungen ähnlich sein bzw.

mit ihnen verwechselt werden können.

Gabe zusammen mit Lithium

Wenn carbadura zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen bei unzureichender

Wirksamkeit von Lithium alleine in Ausnahmefällen zusammen mit Lithium gegeben

werden soll, ist zur Vermeidung von unerwünschten Wechselwirkungen (siehe Abschnitt

4.5) darauf zu achten, dass eine bestimmte Plasmakonzentration von Carbamazepin nicht

überschritten wird (8 Mikrogramm/ml), der Lithiumspiegel in einem niedrigen

therapeutischen Bereich gehalten wird (0,3 bis 0,8 mval/L) und eine Behandlung mit

Neuroleptika länger als 8 Wochen zurückliegt und auch nicht gleichzeitig erfolgt.

Photosensibilisierung

Aufgrund der Möglichkeit einer Photosensibilisierung sollten sich die Patienten während

der Behandlung mit Carbamazepin vor starker Sonnenbestrahlung schützen.

Dosisreduktion und Entzugseffekte

Ein abruptes Absetzen von Carbamazepin kann zu Anfällen führen. Daher sollte

Carbamazepin schrittweise über einen Zeitraum von 6 Monaten abgesetzt werden. Wird

eine Umstellung der Therapie bei Patienten mit Epilepsie, die mit carbadura behandelt

werden, erforderlich, darf die Umstellung nicht plötzlich erfolgen, sondern es muss

ausschleichend auf die Behandlung mit einem anderen Antiepileptikum umgestellt

werden. Falls bei Epilepsiepatienten eine abrupte Umstellung von Carbamazepin auf ein

anderes Antiepileptikum erforderlich ist, sollte diese unter Abdeckung mit geeigneten

Medikamenten erfolgen.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Inhibitoren des CYP3A4-Enzyms oder der Epoxid-

Hydrolase und Carbamazepin kann Nebenwirkungen zur Folge haben (Anstieg der

Plasmakonzentration von Carbamazepin oder Carbamazepin-10,11-epoxid). Die Dosis

von carbadura sollte entsprechend angepasst und/oder die Plasmaspiegel kontrolliert

werden.

Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren und Carbamazepin könnte

möglicherweise zu einer Verringerung der Carbamazepin-Plasmakonzentration und der

therapeutischen Wirkung führen. Umgekehrt könnte es nach Absetzen eines CYP3A4-

Induktors zu einem Anstieg der Carbamazepin-Plasmakonzentration kommen. Die

Dosierung von carbadura ist gegebenenfalls anzupassen.

Carbamazepin ist ein starker Induktor für CYP3A4 und andere Phase-I- und Phase-II-

Enzymsysteme in der Leber, so dass die Plasmakonzentrationen von Substanzen, die

hauptsächlich über CYP3A4 abgebaut werden, durch Aktivierung ihrer Metabolisierung

verringert werden können (siehe Abschnitt 4.5 Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen).

Weibliche Patienten im gebärfähigen Alter sollten gewarnt werden, dass die gleichzeitige

Anwendung von carbadura mit hormonalen Kontrazeptiva diese Form der Verhütung

unwirksam machen kann (siehe Abschnitt 4.5 Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen und 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit).

Deshalb werden während der Behandlung mit carbadura andere, nicht hormonale

Verhütungsmethoden empfohlen.

Laborkontrollen

Aufgrund der oben genannten möglichen Nebenwirkungen sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen sind, insbesondere bei Langzeittherapie, regelmäßig

Blutbild, Nieren- und Leberfunktion und der Carbamazepin-Spiegel sowie bei

Kombinationstherapie die Plasmakonzentrationen der anderen Antiepileptika zu

kontrollieren, gegebenenfalls sind die Tagesdosen zu reduzieren.

Sonstige Hinweise

Bei Kindern unter 6 Jahren darf die Anwendung von

carbadura 200 mg

nur nach

strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

carbadura 300 mg retard

carbadura 400 mg retard

sind wegen des zu hohen

Wirkstoffgehaltes und fehlender Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder unter 6 Jahren

ungeeignet.

carbadura 600 mg retard

ist wegen des zu hohen Wirkstoffgehaltes und fehlender

Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder ungeeignet.

4.5.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Anwendung von Carbamazepin in Kombination mit Monoamin-

Oxidasehemmern (MAO-Hemmern) wird nicht empfohlen. Daher muss eine

Behandlung mit MAO-Hemmern mindestens zwei Wochen vor Beginn einer

Behandlung mit carbadura beendet worden sein.

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch Carbamazepin:

Carbamazepin induziert das Cytochrom-P-450-System (überwiegend das Isoenzym

CYP3A4) und andere Phase-I- und Phase-II-Enzymsysteme in der Leber, so dass die

Plasmakonzentrationen von Substanzen, die hauptsächlich über CYP3A4 abgebaut

werden, verringert und diese unter Umständen unwirksam werden können. Ihre

Dosis ist gegebenenfalls den klinischen Erfordernissen anzupassen.

Dies gilt beispielsweise für:

Analgetika, entzündungshemmende Substanzen: Buprenorphin, Fentanyl,

Methadon, Paracetamol (Langzeitanwendung von Carbamazepin und

Paracetamol (Acetaminophen) kann zu einer Hepatotoxizität führen), Phenazon,

Tramadol

Anthelmintika: Praziquantel, Albendazol

Antikoagulantien: Warfarin, Phenprocoumon, Dicumarol, Acenocumarol

Antidepressiva: Bupropion, Citalopram, Mianserin, Nefazodon, Sertralin,

Trazodon (anscheinend jedoch Verstärkung des antidepressiven Effekts von

Trazodon)

Trizyklische Antidepressiva: Imipramin, Amitryptilin, Nortryptilin, Clomipramin

Antimimetika: Aprepitant

Andere Antikonvulsiva: Clonazepam, Ethosuximid, Felbamat, Lamotrigin,

Oxcarbazepin, Primidon, Tiagabin, Topiramat, Valproinsäure, Zonisamid. Um

eine Phenytoin-Intoxikation und subtherapeutische Konzentrationen von

Carbamazepin zu vermeiden, wird empfohlen, die Plasmakonzentration von

Phenytoin auf 13 Mikrogramm/ml einzustellen, bevor die zusätzliche

Behandlung mit Carbamazepin aufgenommen wird.

Antimykotika: Caspofungin, Antimykotika vom Azoltyp: z. B. Itraconazol,

Voriconazol

Für Patienten, die mit Voriconazol oder Itraconazol behandelt werden, sind

alternative Antikonvulsiva zu empfehlen

Antivirale Substanzen: Proteaseinhibitoren zur Behandlung von HIV, z. B.

Indinavir, Ritonavir, Saquinavir

Anxiolytika: Alprazolam, Midazolam, Clobazam

Bronchodilatatoren, Antiasthmatika: Theophyllin

Immunsuppressiva: Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus

Herz-Kreislauf-Medikamente: Kalzium-Antagonisten (vom Dihydropyridin-Typ,

z. B. Felodipin, Digoxin, Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin, Cerivastatin,

Ivabradin

Hormonale Kontrazeptiva

Kortikosteroide: z. B. Prednisolon, Dexamethason

Typische Neuroleptika: Haloperidol, Bromperidol

Atypische Neuroleptika: Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon, Ziprasonid,

Aripiprazol, Paliperidon

Schilddrüsenhormone: Levothyroxin

Tetrazykline: z. B. Doxycyclin

Zytostatika: Imatinib, Cyclophosphamid, Lapatinib, Temsirolimus

Sonstige: Chinidin, Östrogene, Methylphenidat, Progesteronderivate,

Propranolol, Flunarizin, Rifabutin

Arzneimittel zur Therapie der erektilen Dysfunktion: Tadalafil.

Bei Einnahme der "Pille" können, zusätzlich zur Wirkungsabschwächung der

hormonalen Kontrazeptiva, plötzliche Zwischenblutungen auftreten. Deshalb sollte

das orale Kontrazeptivum mehr als 50 µg Ethinylestradiol enthalten oder es sollten

andere, nicht hormonale Verhütungsmethoden empfohlen werden.

Die Plasmakonzentration von Phenytoin kann durch Carbamazepin sowohl erhöht

als auch vermindert werden, wodurch in Ausnahmefällen Verwirrtheitszustände bis

hin zum Koma auftreten können.

Carbamazepin kann den Plasmaspiegel von Bupropion senken und den des

Metaboliten Hydroxybupropion erhöhen und somit die klinische Wirksamkeit und

Sicherheit von Bupropion verringern.

Carbamazepin kann den Plasmaspiegel von Trazodon senken, scheint jedoch den

antidepressiven Effekt von Trazodon zu verstärken.

Carbamazepin kann möglicherweise die Metabolisierung von Zotepin

beschleunigen.

Verminderte Plasmakonzentration von Carbamazepin:

Carbamazepin wird durch das Cytochrom-P-450-System (überwiegend durch das

Isoenzym CYP3A4) metabolisiert. Induktoren von CYP3A4 könnten daher den

Carbamazepin-Metabolismus erhöhen und dadurch möglicherweise zu einer

Verringerung der Carbamazepin-Plasmakonzentration und der therapeutischen

Wirkung führen. Umgekehrt könnte es nach Absetzen eines CYP3A4-Induktors zu

einem verringerten Metabolismus von Carbamazepin kommen und in der Folge zu

einem Anstieg der Carbamazepin-Plasmakonzentration. Eine Verringerung der

Carbamazepin-Plasmakonzentration ist z. B. möglich durch die folgenden

Substanzen (nach Substanzklassen geordnet):

Andere Antikonvulsiva: Felbamat, Methosuximid, Oxcarbazepin, Phenobarbital,

Phensuximid, Phenytoin (um eine Phenytoin-Intoxikation und subtherapeutische

Konzentrationen von Carbamazepin zu vermeiden, wird empfohlen, die

Plasmakonzentration von Phenytoin auf 13 Mikrogramm/ml einzustellen, bevor

die zusätzliche Behandlung mit Carbamazepin aufgenommen wird),

Fosphenytoin, Primidon, Progabid und möglicherweise (hier sind die Daten

teilweise widersprüchlich) Clonazepam, Valproinsäure, Valpromid,

Tuberkulosemittel: Rifampicin

Bronchodilatatoren, Antiasthmatika: Theophyllin, Aminophyllin

Dermatika: Isotretinoin

Zytostatika: Cisplatin, Doxorubicin

Sonstige: Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Andererseits können die Plasmaspiegel des pharmakologisch wirksamen

Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid durch Valproinsäure sowie Primidon

erhöht werden.

Durch Gabe von Felbamat kann der Plasmaspiegel von Carbamazepin vermindert

und der von Carbamazepin-10, 11-epoxid erhöht werden, gleichzeitig kann der

Felbamat-Spiegel gesenkt werden.

Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung, insbesondere bei gleichzeitiger

Verabreichung mehrerer Antiepileptika, empfiehlt es sich, die Plasmaspiegel zu

kontrollieren und die Dosierung von

carbadura

gegebenenfalls anzupassen.

Erhöhte Plasmakonzentration von Carbamazepin und/oder Carbamazepin-10,11-

epoxid:

Carbamazepin wird hauptsächlich durch Cytochrom-P-450 3A4 (CYP3A4) zu dem

aktiven Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid metabolisiert. Die gleichzeitige

Anwendung von Inhibitoren von CYP3A4 kann daher zu einem Anstieg der

Carbamazepin-Plasmakonzentration führen, die Nebenwirkungen zur Folge haben

kann.

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin können zu den unter Abschnitt 4.8

genannten Symptomen (z. B. Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit,

Doppeltsehen) führen. Daher sollte die Carbamazepin-Plasmakonzentration bei

Auftreten solcher Symptome überprüft und die Dosis nötigenfalls verringert werden.

Die Plasmakonzentration an Carbamazepin kann z. B. durch die folgenden

Substanzen (geordnet nach Substanzklassen) erhöht werden:

Analgetika, entzündungshemmende Substanzen:

Dextropropoxyphen/Propoxyphen, Ibuprofen

Androgene: Danazol

Antibiotika: Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin, Troleandomycin,

Josamycin, Clarithromycin, Ciprofloxacin)

Antidepressiva: Fluoxetin, Fluvoxamin, Nefazodon, Paroxetin, Trazodon,

Viloxazin, möglicherweise auch Desipramin

Andere Antikonvulsiva: Stiripentol, Vigabatrin

Antimykotika: vom Azoltyp (wie z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol,

Voriconazol). Für Patienten, die mit Voriconazol oder Itraconazol behandelt

werden, sind alternative Antikonvulsiva zu empfehlen.

Antihistaminika: Loratadin, Terfenadin

Tuberkulosemittel: Isoniazid

Antivirale Substanzen: Proteaseinhibitoren zur Behandlung von HIV, z. B.

Ritonavir

Carboanhydrasehemmer (Diuretika): Acetazolamid

Kalzium-Antagonisten: Diltiazem, Verapamil

Muskelrelaxanzien: Oxybutynin, Dantrolen

Neuroleptika: Loxapin, Olanzapin, Quetiapin

Plättchenaggregationshemmer: Ticlopidin

Ulcustherapeutika: Omeprazol, möglicherweise Cimetidin

Sonstige: Grapefruchtsaft, Nicotinamid (in hoher Dosierung)

Erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid

Die menschliche mikrosomale Epoxid-Hydrolase wurde als dasjenige Enzym

identifiziert, das die Bildung des 10,11-trans-Diols aus Carbamazepin-10,11-epoxid

bewirkt. Die gleichzeitige Gabe von Inhibitoren der menschlichen mikrosomalen

Epoxid-Hydrolase kann daher zu erhöhten Plasmakonzentrationen an Carbamazepin-

10,11-epoxid führen.

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin 10,11-epoxid können zu den in Abschnitt

4.8 genannten Symptomen (z. B. Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit,

Doppeltsehen) führen. Daher sollte die Plasmakonzentration bei Auftreten solcher

Symptome überprüft und die Dosis nötigenfalls angepasst werden, wenn folgende

Substanzen gleichzeitig gegeben werden:

Loxapin, Quetiapin, Primidon, Progabid, Valproinsäure, Valnoctamid und

Valpromid.

Weitere Wechselwirkungen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen:

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Levetiracetam kann die

Toxizität von Carbamazepin erhöhen.

Die Leberschädlichkeit von Isoniazid kann durch Carbamazepin erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Lithium oder Metoclopramid

einerseits und von Neuroleptika (Haloperidol, Thioridazin) andererseits kann das

Auftreten neurologischer Nebenwirkungen begünstigen. Bei Patienten, die mit

Neuroleptika behandelt werden, ist darauf zu achten, dass Carbamazepin den

Plasmaspiegel dieser Arzneimittel reduzieren und dadurch eine Verschlechterung

des Krankheitsbildes verursachen kann. Eine Dosisanpassung des jeweiligen

Neuroleptikums kann erforderlich sein.

Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere die gleichzeitige Anwendung von

Lithium und Carbamazepin die neurotoxische Wirkung beider Wirkstoffe, auch bei

Vorliegen therapeutischer Lithium-Spiegel, verstärken kann. Daher ist eine

sorgfältige Überwachung der Blutspiegel von beiden notwendig. Eine vorherige

Behandlung mit Neuroleptika soll länger als 8 Wochen zurückliegen und auch nicht

gleichzeitig erfolgen. Auf folgende Anzeichen neurotoxischer Symptome ist zu

achten: unsicherer Gang, Ataxie, horizontaler Nystagmus, gesteigerte

Muskeleigenreflexe, Muskelzucken (Muskelfaszikulationen).

Die kombinierte Gabe von Carbamazepin und einigen Diuretika

(Hydrochlorothiazid, Furosemid) kann zu einer symptomatischen Hyponatriämie

führen.

Die Wirksamkeit nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien, wie z. B.

Pancuronium, kann durch Carbamazepin beeinträchtigt werden. Dadurch ist eine

raschere Aufhebung der neuromuskulären Blockade möglich. Patienten, die mit

Muskelrelaxanzien behandelt werden, sollten diesbezüglich überwacht und die

Dosierung dieser Arzneimittel gegebenenfalls erhöht werden.

Carbamazepin kann, wie andere psychoaktive Stoffe, die Alkoholtoleranz der

Patienten vermindern. Die Patienten sollten daher während der Behandlung keinen

Alkohol trinken.

In der Literatur gibt es Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von

Carbamazepin bei vorbestehender Neuroleptikatherapie das Risiko für das Auftreten

eines Malignen Neuroleptischen Syndroms oder eines Stevens-Johnson-Syndroms

erhöht.

Bei gleichzeitiger Gabe von Isotretinoin (Wirkstoff zur Aknebehandlung) und

carbadura

sollten die Carbamazepin-Plasmaspiegel kontrolliert werden.

Die gleichzeitige Gabe von

carbadura

mit Paracetamol kann die Bioverfügbarkeit

von Paracetamol vermindern.

Carbamazepin scheint die Elimination von Schilddrüsenhormonen zu verstärken und

den Bedarf an diesen bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion zu erhöhen.

Deshalb sind bei solchen Patienten, die eine Substitutionstherapie erhalten, zu

Beginn und am Ende einer Therapie mit

carbadura

die Schilddrüsenparameter zu

bestimmen. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung der

Schilddrüsenhormonpräparate vorzunehmen. Insbesondere die gleichzeitige

Behandlung mit Carbamazepin und anderen Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital)

kann die Schilddrüsenfunktion verändern.

Die gleichzeitige Gabe von Antidepressiva vom Typ der Serotonin-

Wiederaufnahme-Hemmer (z. B. Fluoxetin) kann zu einem toxischen Serotonin-

Syndrom führen.

Es wird empfohlen

carbadura

nicht in Kombination mit Nefazodon

(depressionslösendes Mittel) anzuwenden, da

carbadura

zu einer deutlichen

Reduktion der Nefazodon-Plasmaspiegels bis hin zum Wirkungsverlust führen kann.

Darüber hinaus wird bei gleichzeitiger Einnahme von Nefazodon und

carbadura

Carbamazepin-Plasmaspiegel erhöht und der seines aktiven Abbauproduktes

Carbamazepin-10,11-epoxid erniedrigt.

Durch gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und Antiarrhythmika, zyklischen

Antidepressiva oder Erythromycin erhöht sich das Risiko für kardiale

Überleitungstörungen.

Beeinträchtigung serologischer Untersuchungen

Durch Interferenz bei der HPLC-Analyse kann Carbamazepin zu falsch positiven

Perphenazin-Konzentrationen führen.

Carbamazepin und sein 10,11-Epoxid-Metabolit können bei

Fluoreszenzpolarisations- Immunoassays zu falsch positiven Konzentrationen von

trizyklischen Antidepressiva führen.

4.6.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es ist bekannt, dass der Nachwuchs von an Epilepsie erkrankten Müttern häufiger

Entwicklungsstörungen einschließlich Missbildungen aufweist. Es fehlen jedoch

schlüssige Belege aus kontrollierten Studien mit Carbamazepin als Monotherapie.

Es wurde in Zusammenhang mit der Anwendung von Carbamazepin über

Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen wie Spina bifida sowie über andere

angeborene Anomalien wie kraniofaziale Dysmorphien, kardiovaskuläre

Fehlbildungen, Fingernagelhypoplasien und Anomalien anderer Organsysteme

berichtet. Basierend auf den Daten eines nordamerikanischen

Schwangerschaftsregisters betrug die Rate von großen angeborenen Fehlbildungen,

definiert als strukturelle Anomalie mit operativer, medizinischer oder kosmetischer

Bedeutung, die innerhalb von 12 Wochen nach der Geburt diagnostiziert wurde 3,0

% (95-%-KI 2,1 bis 4,2 %) bei Müttern, die im ersten Trimester einer

Carbamazepin-Monotherapie ausgesetzt waren, und 1,1 % (95-%-KI 0,35 bis 2,5 %)

bei schwangeren Frauen, die keine Antiepileptika einnahmen (relatives Risiko 2,7,

95-%-KI 1,1 bis 7,0).

In Anbetracht dessen sollten folgende Punkte bedacht werden:

Schwangere Frauen mit Epilepsie sollten mit besonderer Vorsicht medikamentös

behandelt werden.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung eine Schwangerschaft eintritt oder

geplant wird oder wenn während einer Schwangerschaft eine Behandlung mit

Carbamazepin begonnen werden soll, muss der erwartete Nutzen des

Medikaments sehr sorgfältig gegen die möglichen Risiken dieser Therapie für

das ungeborene Kind abgewogen werden, besonders in den ersten drei Monaten.

Carbamazepin sollte bei gebärfähigen Frauen und besonders während der

Schwangerschaft wann immer möglich als Monotherapie angewendet werden, da

die Inzidenz von Fehlbildungen bei einer Kombinationstherapie mit anderen

Antiepileptika höher ist als bei einer Monotherapie. Das Risiko von

Fehlbildungen nach Carbamazepin-Exposition als Polytherapie variiert abhängig

von den einzelnen angewendeten Medikamenten und kann bei einer Polytherapie,

die Valproat beinhaltet, höher sein.

Während der für Fehlbildungen besonders anfälligen ersten drei Monate der

Schwangerschaft und besonders zwischen dem 20. und 40. Tag nach der

Befruchtung soll die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden, da

Fehlbildungen wahrscheinlich durch hohe Plasmakonzentrationen hervorgerufen

werden. Eine Kontrolle der Plasmaspiegel wird empfohlen. Sie sollten im

unteren Bereich des therapeutischen Bereiches (3–7 Mikrogramm/ml) liegen. Bei

einer Dosis von < 400 mg Carbamazepin pro Tag sind die Fehlbildungsraten

niedriger als bei höheren Dosen.

Die Patientinnen sollen über das erhöhte Risiko von Fehlbildungen informiert

und auf die Möglichkeit des pränatalen Screenings hingewiesen werden.

In keinem Fall sollte die Behandlung ohne ärztlichen Rat abgebrochen werden,

da es bei epileptischen Anfällen zur Schädigung des Kindes kommen kann.

Es ist bekannt, dass es in der Schwangerschaft zum Auftreten eines Folsäuremangels

kommen kann. Es wurde berichtet, dass Antiepileptika den Folsäuremangel

verstärken können. Der Folsäuremangel kann möglicherweise zur erhöhten Inzidenz

angeborenen Fehlbildungen bei Kindern, deren Mütter mit Antiepileptika behandelt

wurden, beitragen. Deshalb kann die Gabe von Folsäure vor und während der

Schwangerschaft sinnvoll sein.

Zur Vermeidung von Blutgerinnungsstörungen wird auch die prophylaktische Gabe

von Vitamin K1 in den letzten Wochen der Schwangerschaft an die Mutter bzw.

post partum an das Neugeborene empfohlen.

In Zusammenhang mit der Einnahme von carbadura und anderen Antiepileptika

wurde über einige wenige Fälle von Krämpfen und/oder Atemdepression bei

Neugeborenen berichtet, ebenso über einige Fälle von Erbrechen, Diarrhö und/oder

verminderter Nahrungsaufnahme. Dies könnten Anzeichen eines Entzugssyndroms

beim Neugeborenen sein.

Stillzeit

Carbamazepin und sein wirksamer Metabolit treten in die Muttermilch über

(Milch/Plasma- Konzentrationsverhältnisse von 0,24–0,69). Der Nutzen des Stillens

sollte jedoch gegen das geringe Risiko von Nebenwirkungen beim Säugling

abgewogen werden.

carbadura darf in der Stillzeit eingenommen werden, vorausgesetzt, der gestillte

Säugling wird bezüglich des Auftretens möglicher unerwünschter Wirkungen

beobachtet (verringerte Gewichtszunahme, Sedierung, allergische Hautreaktionen).

Beim Auftreten solcher Substanzwirkungen sollte abgestillt werden. Es liegen einige

Berichte über cholestatische Hepatitis bei Neugeborenen vor, die pränatal oder

während der Stillzeit Carbamazepin ausgesetzt waren. Daher sollten gestillte

Kinder, deren Mütter mit Carbamazepin behandelt werden, sorgfältig auf

hepatobiliäre Nebenwirkungen überwacht werden.

Fertilität

Es traten Einzelfälle sexueller Funktionsstörungen auf, wie z. B. Impotenz oder

verminderte Libido. Sehr selten wurde über verminderte männliche Fertilität

und/oder abnorme Spermatogenese berichtet.

Gebärfähige Frauen und Verhütungsmaßnahmen

Aufgrund von Enzyminduktion beeinträchtigt carbadura die Wirkung von oralen

Kontrazeptiva, die Östrogen und/oder Progesteron enthalten. Deshalb sollte während

der Behandlung mit carbadura eine andere wirksame und sichere

Verhütungsmethode angewendet werden.

4.7.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Durch das Auftreten zentralnervöser Nebenwirkungen, wie z.B. Schwindel,

Benommenheit, Müdigkeit, Ataxie, Doppeltsehen, Akkommodationsstörungen und

verschwommenes Sehen, zu Beginn der Behandlung oder in höheren Dosen

und/oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer, ebenfalls am Zentralnervensystem

angreifender Arzneimittel kann

carbadura

auch bei bestimmungsgemäßem

Gebrauch das Reaktionsvermögen - unabhängig von der Auswirkung des zu

behandelnden Grundleidens – so weit verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen oder Arbeiten

ohne sicheren Halt vermindert wird. Dies gilt in verstärktem Maße im

Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8.

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

1/10)

Häufig:

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich:

1/1.000 bis <1/100)

Selten:

1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten:

(< 1/10.000)

Nicht bekannt:

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Die beobachteten Nebenwirkungen traten bei alleiniger Verabreichung von

Carbamazepin (Monotherapie) seltener als bei gleichzeitiger Gabe anderer

Antiepileptika (Kombinationstherapie) auf.

Ein Teil der Nebenwirkungen tritt dosisabhängig vor allem zu Beginn der

Behandlung, bei zu hoher Anfangsdosierung oder bei älteren Patienten sehr häufig

oder häufig auf, so zentralnervöse Störungen (Schwindel, Kopfschmerzen, Ataxie,

Schläfrigkeit, Sedierung, Doppeltsehen), gastrointestinale Störungen (Übelkeit,

Erbrechen) und allergische Hautreaktionen.

Dosisabhängige Nebenwirkungen klingen meist innerhalb einiger Tage von selbst

oder nach vorübergehender Dosisreduktion ab. Daher sollte carbadura möglichst

einschleichend dosiert werden. Zentralnervöse Störungen können ein Zeichen einer

relativen Überdosierung oder starker Schwankungen der Plasmaspiegel sein; daher

empfiehlt es sich in diesen Fällen, die Plasmaspiegel zu bestimmen.

Die Nebenwirkungen sind gemäß der MedDRA-Terminologie entsprechend der

Organklassen aufgeführt. Innerhalb der Organklassen sind die Nebenwirkungen

nach absteigender Schwere aufgeführt.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Nicht bekannt**

Reaktivierung einer Infektion mit dem Humanen Herpesvirus

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig

Leukopenie. Nach Literaturangaben tritt dabei am häufigsten

eine gutartige Leukopenie, in etwa 10

% der

Fälle

vorübergehend, in 2 % persistierend, auf. Eine gutartige

Leukopenie tritt vor allem innerhalb der ersten vier

Therapiemonate auf

Häufig

Thrombozytopenie, Eosinophilie

Selten

Leukozytose, Lymphadenopathie

Sehr selten

Agranulozytose, aplastische Anämie, Panzytopenie, Aplasie

der Erythrozyten, Anämie, megaloblastäre Anämie,

Retikulozytose,

hämolytische Anämie, Milzvergrößerung

Nicht bekannt**

Knochenmarkinsuffizienz

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

Verzögerte, mehrere Organsysteme betreffende

Überempfindlichkeitsreaktionen

mit Fieber, Hautausschlag,

Vaskulitis, Lymphknotenschwellung, Pseudolymphom,

Gelenkschmerz, Leukopenie, Eosinophilie, Vergrößerung von

Leber und Milz oder mit veränderten Leberfunktionswerten

und Vanishing Bile Duct Syndrome (progrediente

cholestatische Hepatopathie mit Zerstörung und Schwund der

intrahepatischen Gallengänge). Diese Erscheinungen können

in verschiedenen Kombinationen

auftreten und

auch andere

Organe wie Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse und

Herzmuskel und Dickdarm betreffen.

Sehr selten

Akute allergische Allgemeinreaktionen, anaphylaktische

Reaktionen, Angioödeme, Hypogammaglobulinämie

Nicht bekannt**

Ausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

(Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms

[DRESS]).

Endokrine Erkrankungen

Häufig

Ödeme, Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme,

Hyponatriämie und verminderte Plasmaosmolalität aufgrund

einer ADH-ähnlichen Wirkung, die selten zu

Wasserintoxikation mit Lethargie, Erbrechen, Kopfschmerz,

Verwirrtheitszuständen und anderen neurologischen

Störungen führen kann

Sehr selten

Galaktorrhö und Gynäkomastie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten

Folsäuremangel, verminderter Appetit

Sehr selten

Akute Porphyrie (akute intermittierende Porphyrie, Porphyria

variegata), nicht-akute Porphyrie (Porphyria cutanea tarda)

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Bei älteren Patienten Verwirrtheitszustände und Unruhe

(Agitation).

Selten

Halluzinationen (akustisch und visuell), Depression,

depressive oder manische Verstimmungen, Ruhelosigkeit,

aggressives Verhalten.

Sehr selten

Aktivierung latenter Psychosen, Stimmungsveränderungen

wie phobische Störungen, Denkerschwernis,

Antriebsverarmung.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Schwindel, Ataxie (ataktische und zerebellare Störungen),

Somnolenz, Sedierung, Schläfrigkeit.

Häufig

Kopfschmerzen, Doppelbilder.

Gelegentlich

Unwillkürliche Bewegungen wie z. B. Tremor, Asterixis,

Dystonie oder Ticks, Störungen der Okulomotorik

einhergehend mit Nystagmus.

Selten

Dyskinetische Störungen wie orofaziale Dyskinesien,

Choreoathetose (unwillkürliche Bewegungen im Mund-

Gesichtsbereich wie Grimassieren, verschraubte

Bewegungen), Sprechstörungen (z. B. Dysarthrie,

verwaschene Sprache), Polyneuropathie, periphere Neuritis,

periphere Neuropathie, Parästhesie, Paresen.

Sehr selten

Malignes Neuroleptisches Syndrom, aseptische Meningitis

mit Myoklonus und peripherer Eosinophilie, Dysgeusie.

Nicht bekannt**

Gedächtnisstörung

Es gibt Hinweise darauf, dass Carbamazepin zu einer Verschlechterung der Symptome

einer Multiplen Sklerose führen kann. Wie bei Einnahme anderer Medikamente gegen

Anfallsleiden auch, kann es unter Carbamazepin zu einer Anfallshäufung kommen;

insbesondere Absencen können verstärkt oder neu auftreten.

Augenerkrankungen

Häufig

Akkommodationsstörungen (z. B. verschwommenes Sehen).

Sehr selten

Linsentrübung, Konjunktivis. Bei zwei Patienten wurde in

Zusammenhang mit einer Carbamazepin-Langzeittherapie

über Retinotoxizität berichtet, die nach Absetzen des

Carbamazepins rückläufig war.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr selten

Hörstörungen, z. B. Tinnitus und Hyper- und Hypoakusis

sowie Änderung der Wahrnehmung von Tonhöhen.

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Erregungsleitungsstörungen, AV-Block in Einzelfällen mit

Synkopen.

Gelegentlich bis selten

Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz,

Verschlechterung einer vorbestehenden koronaren

Herzkrankheit.

Gefäßerkrankungen

Selten

Hypertonie oder Hypotonie.

Sehr selten

Kreislaufkollaps, Embolie (z. B. Lungenembolie),

Thrombophlebitis.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten

Hypersensitivitätsreaktionen der Lunge mit Fieber, Dyspnoe

und Pneumonitis oder Pneumonie (Alveolitiden), Einzelfälle

von Lungenfibrose wurden in der Literatur beschrieben.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Erbrechen.

Häufig

Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit.

Gelegentlich

Diarrhö, Obstipation.

Selten

Bauchschmerz.

Sehr selten

Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-Bereich

(Stomatitis, Gingivitis, Glossitis), Pankreatitis.

Nicht bekannt**

Kolitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Verschiedene Formen von Hepatitis (cholestatisch,

hepatozellulär, gemischt), Vanishing Bile Duct Syndrome,

Ikterus, lebensbedrohliche akute Hepatitis, insbesondere

innerhalb der ersten Therapiemonate, Leberversagen.

Sehr selten

Granulomatöse Lebererkrankung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Allergische Hautreaktionen mit und ohne Fieber, wie z. B.

Urtikaria (auch stark ausgeprägt).

Gelegentlich

Exfoliative Dermatitis, Erythrodermie.

Selten

Lupus erythematodes disseminatus, Pruritus.

Sehr selten

Stevens-Johnson-Syndrom*, Lyell-Syndrom (Toxische

epidermale Nekrolyse), Photosensibilität, Erythema

exsudativum multiforme et nodosum, Veränderung der

Hautpigmentierung, Purpura, Akne, vermehrtes Schwitzen,

Alopezie; Hirsutismus und Vaskulitis wurden sehr selten

berichtet, aber hier ist der kausale Zusammenhang unklar.

Nicht bekannt**

Akute generalisierte exanthemische Pustulose (AGEP),

lichenoide Keratose, Onychomadese.

Es gibt zunehmend Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Genmarkern und

dem Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut wie SJS, TEN,

DRESS, AGEP und makulopapulösem Ausschlag. Bei japanischen und

europäischen Patienten wurde berichtet, dass eine Assoziation zwischen diesen

Reaktionen und der Anwendung von Carbamazepin bei gleichzeitigem Vorliegen

des Allels HLA-A*3101 besteht. Bei einem weiteren Marker, dem Allel HLA-B*

1502, konnte gezeigt werden, dass ein starker Zusammenhang mit dem Auftreten

von SJS und TEN bei Han-Chinesen, Thailändern und einigen anderen asiatischen

Bevölkerungsgruppen besteht (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4 für weitere

Informationen).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten

Muskelschwäche.

Sehr selten

Störungen im Knochenstoffwechsel (vermindertes Serum-

Kalzium und vermindertes 25-OH-Cholecalciferol), was

vereinzelt zu Osteomalazie führte, Arthralgien, Myalgien,

Muskelkrämpfe.

Nicht bekannt**

Frakturen

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte unter dem Bild der

Osteoporose bis hin zu pathologischen Frakturen bei Patienten, die Carbamazepin

über eine lange Zeit angewendet haben. Der Mechanismus, über den Carbamazepin

den Knochen-Metabolismus beeinflusst, ist nicht bekannt.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich

Nierenfunktionsstörungen (z. B. Albuminurie, Hämaturie,

Oligurie, erhöhter Harnstoffstickstoff im Blut/Azotämie).

Sehr selten

Tubulointerstitielle Nephritis, Nierenversagen, andere

Harnbeschwerden (häufiges Wasserlassen, Dysurie,

Pollakisurie, Harnretention).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Sehr selten

Sexuelle Dysfunktion, verminderte Libido, erektile

Dysfunktion, verminderte männliche Fertilität und/oder

abnorme Spermiogenese (verminderte Spermienzahl und/oder

-beweglichkeit).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig

Erschöpfung

Untersuchungen

Sehr häufig

Anstieg der γ-GT-Werte (bedingt durch hepatische

Enzyminduktion), üblicherweise klinisch nicht relevant.

Häufig

Anstieg der alkalischen Phosphatase im Blut.

Gelegentlich

Anstieg der Transaminasen.

Sehr selten

Erhöhter Augeninnendruck, erhöhte Cholesterinspiegel

einschließlich HDL-Cholesterin und Triglyzeride, veränderte

Schilddrüsenfunktionsparameter: Vermindertes L-Thyroxin

(freies Thyroxin, Thyroxin, Trijodthyronin) und erhöhtes TSH

im Blut, meist ohne klinische Symptome, Erhöhung des freien

Cortisols im Serum, erhöhte Prolaktin-Spiegel im Blut.

Es gibt Hinweise auf verminderte Vitamin-B12-Spiegel und erhöhte Homocystein-

Spiegel im Serum.

* In einigen asiatischen Ländern auch selten (siehe Abschnitt 4.4)

**Spontanmeldungen und Literaturfälle von Nebenwirkungen (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Zusätzliche Nebenwirkungen aus Spontanmeldungen (Häufigkeit nicht bekannt)

Im Rahmen von Erfahrungen nach Markteinführung von carbadura wurden

Nebenwirkungen anhand von Spontanmeldungen und Literatur bekannt. Da die

Meldungen freiwillig und von einer unbekannten Populationsgröße erfolgten, ist die

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für

Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9.

Überdosierung

Bei jeder Beurteilung einer Intoxikation muss auch an die Möglichkeit einer evtl.

vorliegenden Mehrfachintoxikation durch mögliche Einnahme mehrerer

Arzneimittel, beispielsweise in suizidaler Absicht, gedacht werden.

Carbamazepin-Intoxikationen treten meist bei sehr hohen Dosen (4 - 20 g) auf,

wobei die Plasmaspiegel immer über 20 µg/ml liegen. Akzidentelle oder suizidale

Einnahmen mit Plasmakonzentrationen von 38 µg/ml wurden überlebt.

In der Literatur wurde über Intoxikationen (nach Einnahme von Carbamazepin in

suizidaler Absicht oder akzidenteller Einnahme) mit zum Teil letalem Ausgang

berichtet.

Symptome einer Überdosierung

Bei einer Überdosierung mit

carbadura

können die unter Abschnitt 4.8

genannten Symptome verstärkt in Erscheinung treten. Normalerweise sind bei

Überdosierungen das zentrale Nervensystem, das Herz-Kreislaufsystem sowie

das respiratorische System betroffen.

Zentrales Nervensystem

ZNS-Depression, Bewusstseinsstörungen (Benommenheit, Somnolenz,

Stupor, Koma), Schwindel, Desorientiertheit, Unruhe, Erregung, Verwirrtheit,

Halluzinationen, verschwommenes Sehen, verwaschene Sprache, Dysarthrie,

Nystagmus, Ataxie, Dyskinesien, Reflexanomalien (zunächst gesteigerte, dann

abgeschwächte Reflexe), tonisch-klonische Konvulsionen, Krampfanfälle,

psychomotorische Störungen, Myoklonie, Opisthotonus, unwillkürliche

Bewegungen, Tremor, Hypothermie, Flushing, Mydriasis, EEG-

Dysrhythmien.

Respiratorisches System

Atemdepression, Lungenödem, Zyanose, Atemstillstand.

Herz-Kreislauf-System

Meist hypotone Blutdruckwerte (evtl. auch Hypertonus),

Überleitungsstörungen, EKG- Veränderungen (Arrhythmien, Verlängerung

des QRS-Komplexes), Tachykardie, Synkopen, AV-Block, Herzstillstand,

Flush.

Magen-Darm-Trakt

Übelkeit, Erbrechen, verzögerte Magenentleerung, reduzierte Darmmotilität.

Muskel-Skelett-System

Es gab einige Fälle, in denen von Rhabdomyolyse in Verbindung mit

Carbamazepin- Toxizität berichtet wurde.

Renales System

Harnretention, Oligurie oder Anurie, Flüssigkeitsretention,

Wasserintoxikation aufgrund einer ADH-ähnlichen Wirkung.

Laborbefunde

Hyponatriämie, möglicherweise metabolische Azidose, möglicherweise

Hyperglykämie, erhöhte Muskel-Kreatinphosphokinase, Leukozytose,

Leukopenie, Neutropenie, Glykosurie, Azetonurie.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot bei Intoxikation mit Carbamazepin gibt es bislang

nicht.

Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch: Stationäre Aufnahme,

Bestimmung des Carbamazepinspiegel, um die Carbamazepin-Intoxikation zu

bestätigen und das Ausmaß der Überdosierung festzustellen.

Möglichst schnelle Entfernung der Noxe (Magenentleerung,

Magenspülungen) sowie Verminderung der Resorption (Verabreichen von z.

B. Aktivkohle oder eines Laxans). Eine verzögerte Magenentleerung kann zu

einer verzögerten Absorption führen. Dies kann zur Folge haben, dass sich der

Zustand des Patienten während der Erholung von der Intoxikation wieder

verschlechtert.

Die Vitalfunktionen müssen unter klinischen Bedingungen gesichert werden:

die Plasmakonzentration und Herzfunktion ist zu überprüfen, gegebenenfalls

ist eine vorsichtige Korrektur von Elektrolytverschiebungen notwendig.

Eine Hämoperfusion über Aktivkohle wurde empfohlen. Eine Hämodialyse ist

eine wirksame Möglichkeit zur Behandlung einer Carbamazepin-

Überdosierung.

Eine mögliche Verschlechterung der Symptomatik am 2. und 3. Tag aufgrund

von verzögerter Resorption sollte berücksichtigt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Carbamazepin ist ein Dibenzoazepin-Derivat.

Pharmakologisch hat es Gemeinsamkeiten mit Phenytoin. Der

Wirkungsmechanismus ist bislang nicht geklärt.

ATC Code: N03A F01

Ähnlich wie Phenytoin hemmt Carbamazepin die synaptische Übertragung und

reduziert dadurch die Fortleitung von konvulsiven Entladungen. In höheren

Konzentrationen verursacht Carbamazepin eine Herabsetzung der posttetanischen

Potenzierung.

Die Schmerzlinderung bei der Trigeminus-Neuralgie kommt wahrscheinlich durch

eine Hemmung der synaptischen Reizübertragung im spinalen Trigeminuskern

zustande.

5.2.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption, Plasmakonzentrationen

Carbamazepin wird (abhängig von der Darreichungsform) nach oraler

Verabreichung relativ langsam und fast vollständig resorbiert.

Die Resorptionshalbwertszeit liegt durchschnittlich bei 8,5 Stunden und zeigt große

intra- und interindividuelle Unterschiede auf (ca. 1,72 bis 12 Stunden).

Die maximalen Plasmakonzentrationen werden nach einmaliger Gabe (je nach

Darreichungsformen) bei Erwachsenen nach 4 bis 16 Stunden (ganz selten bis

35 Stunden), bei Kindern etwa 4 - 6 Stunden erreicht. Die Plasmaspiegel hängen

nicht linear von der Dosis ab und zeigen im höheren Dosisbereich einen flachen

Kurvenverlauf.

Maximale Plasmakonzentrationen werden bei Verabreichung der Suspension

schneller erreicht als bei Gabe von Tabletten oder Retardtabletten.

Die Plasmaspiegel sind nach Gabe von Retardtabletten niedriger als bei nicht-

retardierten Tabletten.

Der Steady-State wird nach 2 bis 8 Tagen erreicht. Es besteht keine enge

Korrelation zwischen der Dosis von Carbamazepin und der Plasmakonzentration im

Steady-State.

Im Steady-State sind die Fluktuationen im Plasmaspiegel von Carbamazepin und

seines Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid beim Dosierungsintervall von 8

bzw. 12 Stunden nur gering.

In Literaturberichten wird hinsichtlich therapeutischer und toxischer

Plasmakonzentrationen darauf hingewiesen, dass die Anfallsfreiheit bei

Plasmaspiegeln von 4 bis 12 µg/ml erzielt werden kann. Eine Überschreitung des

Plasmaspiegels von 20 µg/ml führte zur Verschlechterung des Krankheitsbildes. Bei

Plasmakonzentrationen von 5 bis 18 µg/ml wird eine Schmerzlinderung bei

Trigeminus-Neuralgie erreicht.

Die Schwellenkonzentrationen für das Auftreten von Nebenwirkungen liegt bei ca. 8

bis 9 µg/ml.

Plasmaproteinbindung, Verteilung

Das Verteilungsvolumen beim Menschen wird mit Werten zwischen 0,8 - 1,9 l/kg

angegeben.

Die Plasmaproteinbindung von Carbamazepin liegt zwischen 70 und 80 %. Der

Anteil an ungebundenem Carbamazepin ist bei einer Konzentration bis 50 µg/ml

konstant. Der pharmakologisch aktive Metabolit Carbamazepin-10,11-epoxid wird

zu 48 - 53 % (etwa 0,74 l/kg) an das Plasmaprotein gebunden.

Mit pharmakokinetischen Interaktionen ist zu rechnen, siehe Abschnitt 4.5.

Die Carbamazepin-Konzentration im Liquor beträgt 33 % der jeweiligen

Plasmakonzentration.

Die Carbamazepin-Konzentration im Speichel entspricht der Konzentration freier

Muttersubstanz und steht in guter Korrelation zum Plasmaspiegel (etwa 20 - 30 %).

Sie lässt sich durch den Multiplikator 4 zur Plasmaspiegelschätzung im Rahmen der

Therapie verwenden.

Carbamazepin durchdringt die Plazentaschranke und geht in die Muttermilch über

(Konzentration etwa 58 % derjenigen im Plasma). Beim gestillten Säugling kann

dies zu Konzentrationen im Plasma führen, die denen der Muttermilch entsprechen.

Metabolismus

Carbamazepin wird in der Leber oxidiert, desaminiert, hydroxiliert und

anschließend mit Glukuronsäure verestert.

Bislang wurden 7 Metaboliten von Carbamazepin im Urin des Menschen

identifiziert. Davon hat der pharmakologisch nicht aktive Metabolit Trans-10,11-

Dihydroxy-10,11-Dihydrocarbamazepin den größten Mengenanteil. Der Metabolit

Carbamazepin-10,11-epoxid wird zu etwa 0,1 bis 2 % gefunden; er besitzt anti-

konvulsive Wirkungen. Die menschliche mikrosomale Epoxid-Hydrolase wurde als

dasjenige Enzym identifiziert, das die Bildung des 10,11-trans-Diols aus

Carbamazepin-10,11-epoxid bewirkt.

Ausscheidung, Plasma-Clearance, Plasmahalbwertszeit

Nach Einzelgaben wird Carbamazepin mit einer Halbwertszeit von ca. 36 Stunden

(Bereich: 18 - 65 Stunden) aus dem Plasma eliminiert.

Bei Dauertherapie sinkt die Halbwertszeit infolge Enzyminduktion um etwa 50 %

(10 - 20 Stunden). Die Halbwertszeiten sind in Kombinationstherapie mit anderen

Antiepileptika kürzer (durchschnittlich 6 - 10 Stunden) als bei Monotherapie (11 -

13 Stunden); bei Kindern kürzer als bei Erwachsenen, bei Neugeborenen sind sie

länger als bei Säuglingen.

Die Plasma-Clearance beträgt bei Gesunden etwa 19,8 + 2,7 ml/h/kg, bei Patienten

in Monotherapie etwa 54,6 + 6,7 ml/h/kg, bei Patienten in Kombinationstherapie

etwa 113,3 + 33,4 ml/h/kg.

Nach einmaliger oraler Applikation werden 72 % der Dosis in Form von

Metaboliten über die Nieren ausgeschieden. Der Rest von etwa 28 % wird über die

Fäzes ausgeschieden, dabei teilweise in unveränderter Form. Nur 2 - 3 % der im

Urin ausgeschiedenen Substanzmenge liegt als unverändertes Carbamazepin vor.

5.3.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Daten zeigen basierend auf konventionellen Studien zur Toxizität mit

Einmalgaben und mit wiederholter Gabe, zur Genotoxizität und zum kanzerogenen

Potenzial keine besondere Gefahr für Menschen. Die Tierstudien waren jedoch

unzureichend um die teratogene Wirkung von Carbamazepin auszuschließen.

Kanzerogenität

In einer Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Ratten mit Carbamazepin wurden

erhöhte Inzidenzen von hepatozellulären Tumoren bei weiblichen Tieren sowie

benigne Testestumoren bei männlichen Tieren beobachtet. Es liegen jedoch keine

Hinweise vor, dass diese Beobachtungen für die therapeutische Anwendung beim

Menschen von Bedeutung sind.

Genotoxizität

Verschiedenen Standard-Mutagenizitätsstudien an Bakterien und Säugetieren

ergaben keine Hinweise auf eine Genotoxizität von Carbamazepin.

Reproduktionstoxizität

Kumulative Nachweise aus verschiedenen Tierstudien an Mäusen, Ratten und

Kaninchen demonstrieren, dass Carbamazepin bei für den Menschen relevanten

Dosen kein oder nur ein geringes teratogenes Potential hat. Die Tierstudien waren

jedoch unzureichend, um ein teratogenes Potential für Carbamazepin

auszuschließen. In Reproduktionsstudien an Ratten zeigte der gestillte Nachwuchs

eine reduzierte Gewichtszunahme bei einer Dosis von 192 mg/kg/Tag beim

Muttertier.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1.

Liste der sonstigen Bestandteile

carbadura 200 mg:

Maisstärke; Gelatine; Croscarmellose-Natrium; Magnesiumstearat (Ph. Eur.).

carbadura 300 mg retard, carbadura 400 mg retard, carbadura 600 mg retard:

Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B) (Ph.Eur.); Mikrokristalline Cellulose;

Talkum; Croscarmellose-Natrium; Macrogol 6000; hochdisperses Siliciumdioxid;

Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

6.2.

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3.

Dauer der Haltbarkeit

carbadura 200 mg:

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.

carbadura retard:

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

Diese Arzneimittel sollen nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet

werden.

6.4.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

carbadura 200 mg:

Keine besonderen Lagerhinweise.

carbadura retard:

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5.

Art und Inhalt des Behältnisses

carbadura 200 mg:

Die Tabletten sind in Alu-PVC-Blister abgepackt.

Originalpackungen mit

50, 100, 200 Tabletten

Anstaltspackungen mit

500 (5 x 100) oder 1000 (10 x 100) Tabletten

carbadura retard 300 mg und 600 mg:

Die Retardtabletten sind in Alu-PVC/PVDC -Blister abgepackt.

Originalpackungen mit

50, 90, 100, 180, 200 Retardtabletten

Anstaltspackungen mit

1000 (20 x 50) oder 5000 (5 x (20x50))

Retardtabletten

carbadura retard 400 mg:

Die Retardtabletten sind in Alu-PVC/PVDC -Blister abgepackt.

Originalpackungen mit

50, 100, 200 Retardtabletten

Anstaltspackungen mit

1000 (20 x 50) oder 5000 (5 x (20x50))

Retardtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Mitvertrieb:

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

carbadura 200 mg:

7535.00.00

carbadura 300 mg retard:

13715.00.00

carbadura 400 mg retard:

13715.01.00

carbadura 600 mg retard:

31187.02.00

9.

DATUM DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

carbadura 200 mg

18.02.1986 / 24.07.2002

carbadura 300 mg retard, carbadura 400 mg retard

07.08.1996 / 22.09.2003

carbadura 600 mg retard

09.12.1996 / 22.09.2003

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2019

11.

VERSCHREIBUNGSSTATUS

Verschreibungspflichtig

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