Candezek Combi 16+5 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

14-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

14-06-2021

Wirkstoff:
Candesartancilexetil; Amlodipinbesilat; Amlodipinbesilat
Verfügbar ab:
Adamed Pharma S.A. (8115435)
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Candesartancilexetil (27048) 16 Milligramm; Amlodipinbesilat (24866) 6,935 Milligramm; Amlodipinbesilat (24866) 6,935 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2203515.00.00
Berechtigungsdatum:
2020-09-30

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Candezek Combi 8 mg/5 mg, Hartkapseln

Candezek Combi 8 mg/10 mg, Hartkapseln

Candezek Combi 16 mg/5 mg, Hartkapseln

Candezek Combi 16 mg/10 mg, Hartkapseln

Candesartancilexetil/Amlodipin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Candezek Combi und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Candezek Combi beachten?

Wie ist Candezek Combi einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Candezek Combi aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Candezek Combi und wofür wird es angewendet?

Candezek Combi enthält die zwei Wirkstoffe Amlodipin und Candesartan. Beide diese Wirkstoffe

helfen, Bluthochdruck zu kontrollieren.

Amlodipin gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten „Calciumkanalblocker“. Amlodipin

verhindert, dass Calcium in bestimmte Muskelzellen gelangt.

Candesartan gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten „Angiotensin-II-

Rezeptorantagonisten“. Angiotensin-II wird im Körper gebildet und bewirkt eine Verengung der

Blutgefäße und dadurch einen Anstieg des Blutdrucks. Candesartan wirkt, indem es die Wirkung

von Angiotensin-II blockiert.

Beide Wirkstoffe helfen, eine Verengung der Blutgefäße zu stoppen. Als Ergebnis entspannen sich

die Blutgefäße und der Blutdruck wird gesenkt.

Candezek Combi wird angewendet zur Behandlung von Bluthochdruck bei Patienten, deren

Blutdruck durch die Kombination von Amlodipin und Candesartan, die separat in der gleichen

Dosierung wie in Candezek Combi eingenommen werden, bereits unter Kontrolle ist.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Candezek Combi beachten?

Candezek Combi darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Amlodipin oder andere Calciumantagonisten (z. B. Nifedipin,

Felodipin, Nitrendipin, Isradipin), Candesartancilexetil oder einen der in Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie an stark erniedrigtem Blutdruck (Hypotonie) leiden.

wenn Sie an schwerer Verengung des Ausflusstraktes der linken Herzkammer leiden

(Aortenstenose) oder an einem kardiogenen Schock (dann kann Ihr Herz den Körper nicht mehr

mit genügend Blut versorgen)

wenn Sie nach einem Herzinfarkt an Herzinsuffizienz leiden.

wenn Sie mehr als drei Monate schwanger sind. (Es wird empfohlen, Candezek Combi auch in

der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden, siehe Abschnitt Schwangerschaft und

Stillzeit)

wenn Sie eine schwere Lebererkrankung oder Gallenstauung haben (ein Problem des Abflusses

der Galle aus der Gallenblase).

wenn Sie Diabetes oder eine mäßig eingeschränkte Nierenfunktion haben und mit einem

blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthält, behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Candezek Combi einnehmen, wenn

Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden oder gelitten haben:

Sie kürzlich einen Herzinfarkt hatten

Herzinsuffizienz

starker Anstieg des Blutdrucks (hypertensive Krise)

niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Sie älter sind und Ihre Dosis erhöht wurde

Sie Herz-, Leber- oder Nierenprobleme haben oder Dialyse-Patient sind

Sie kürzlich eine Nierentransplantation hatten

Sie erbrechen müssen, kürzlich heftig erbrochen haben oder Durchfall haben

Sie eine Erkrankung der Nebenniere haben, die Conn-Syndrom genannt wird (auch primärer

Hyperaldosteronismus genannt)

Sie schon einmal einen Schlaganfall hatten

Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

einen ACE-Hemmer (z. B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril), insbesondere wenn Sie

Nierenprobleme aufgrund von Diabetes haben

Aliskiren.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z. B.

Kalium) in Ihrem Blut in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Siehe auch Abschnitt „Candezek Combi darf nicht eingenommen wer

den“.

Wenn bei Ihnen eine dieser Erkrankungen vorliegt, wird Ihr Arzt Sie möglicherweise häufiger

untersuchen.

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, informieren Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt, dass Sie

Candezek Combi einnehmen. Der Grund dafür ist, dass Candezek Combi in Kombination mit

einigen Narkosemitteln einen übermäßigen Blutdruckabfall verursachen könnte.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keine Erfahrung mit der Einnahme von Candezek Combi bei Kindern (unter 18 Jahren).

Aus diesem Grund ist die Anwendung von Candezek Combi bei Kindern und Jugendlichen bis zu

18 Jahren nicht empfohlen. Candezek Combi darf nicht angewendet werden bei Kindern unter 1

Jahr, aufgrund des potenziellen Risikos für die sich entwickelnden Nieren.

Einnahme von Candezek Combi zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Candezek Combi kann andere Arzneimittel beeinflussen oder von ihnen beeinflusst werden, wie

z.B.:

Ketoconazol, Itraconazol (gegen Pilzerkrankungen), die Anwendung dieser Arzneimittel

gemeinsam mit Candezek Combi kann beim Aufstehen zu einem plötzlichen Blutdruckabfall

führen.

Ritonavir, Indinavir, Nelfinavir (sogenannte Proteasehemmer zur Behandlung von HIV-

Infektionen). Die Anwendung dieser Arzneimittel gemeinsam mit Candezek Combi kann beim

Aufstehen zu einem plötzlichen Blutdruckabfall führen.

Rifampicin, Erythromycin, Clarithromycin (Antibiotika), die Anwendung dieser Arzneimittel

gemeinsam mit Candezek Combi kann beim Aufstehen zu einem plötzlichen Blutdruckabfall

führen.

Hypericum perforatum (Johanniskraut).

Verapamil, Diltiazem (Herzmittel), die Anwendung dieser Arzneimittel gemeinsam mit

Candezek Combi kann beim Aufstehen zu einem plötzlichen Blutdruckabfall führen.

Dantrolen (eine Infusion bei schweren Störungen der Körpertemperatur).

Tacrolimus, Sirolimus, Temsirolimus und Everolimus (Arzneimittel zur Beeinflussung des

Immunsystems).

Simvastatin (zur Senkung der Cholesterinwerte).

Ciclosporin, ein Arzneimittel, das nach Organtransplantationen verwendet wird, um eine

Organabstoßung zu vermeiden.

andere Arzneimittel, die helfen, Ihren Blutdruck zu senken, einschließlich Betablocker,

Diazoxid und Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern (ACE-Hemmer) wie Enalapril,

Captopril, Lisinopril oder Ramipril oder Aliskiren (siehe auch Informationen in den Abschnitten

„Candezek Combi darf nicht eingenommen werden“ und „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac, Celecoxib oder

Etoricoxib (Arzneimittel zur Linderung von Schmerz und Entzündung). Gemeinsam mit

Candezek Combi angewendet, können das Risiko von Nierenversagen erhöhen. Die Wirkung

von Candezek Combi kann durch NSAR verringert werden.

Acetylsalicylsäure (wenn Sie mehr als 3 g pro Tag einnehmen) (ein Arzneimittel zur Linderung

von Schmerz und Entzündung).

Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel.

„Entwässerungstabletten“ (Diuretika).

Heparin (zur Blutverdünnung und Verhinderung von Blutgerinnseln). Die gleichzeitige

Anwendung dieses Arzneimittelels mit Candezek Combi kann die Ka

liumwerte in Ihrem Blut

erhöhen.

Eine gemeinsame Anwendung von Lithium (ein Arzneimittel gegen psychische Erkrankungen)

mit Candezek Combi kann die Lithiumtoxizität erhöhen. Wenn Sie Lithium einnehmen müssen,

wird Ihr Arzt Ihre Lithiumblutwerte messen.

Steroide wie z. B. Prednisolon können die antihypertensive Wirkung von Candezek Combi

reduzieren.

Andere Arzneimittel, die zu einer Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung führen können,

wie z. B. Baclofen (ein Arzneimittel zur Linderung von Spastizität), Amifostin (wird bei der

Krebsbehandlung verwendet) und einige Antipsychotika.

Einnahme von Candezek Combi zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Personen, die Candezek Combi einnehmen, sollten keine Grapefruit essen und keinen

Grapefruitsaft trinken, weil hierdurch der Blutspiegel des Wirkstoffs Amlodipin erhöht werden

kann, was möglicherweise zu einem unkontrollierten Anstieg der blutdrucksenkenden Wirkung von

Candezek Combi führt..

Wenn Ihnen Candezek Combi verschrieben wurde, besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt, bevor Sie

Alkohol trinken. Alkohol kann bei Ihnen ein Gefühl der Ohnmacht oder Schwindel hervorrufen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden

könnten). In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, Candezek Combi vor einer Schwangerschaft

bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes

Arzneimittel empfehlen. Die Anwendung von Candezek Combi in der frühen Schwangerschaft

wird nicht empfohlen und Candezek Combi darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von Candezek Combi in diesem

Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann.

Stillzeit

Amlodipin geht in kleinen Mengen in die Muttermilch über.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Candezek

Combi wird bei stillenden Müttern nicht zur Anwendung empfohlen; Ihr Arzt kann eine andere

Behandlung für Sie wählen, wenn Sie stillen möchten, vor allem, solange Ihr Kind im

Neugeborenenalter ist oder wenn es eine Frühgeburt war.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann

durch Candezek Combi beeinträchtigt werden. Falls die Kapseln bei Ihnen ein Krankheitsgefühl,

Schwindel oder Müdigkeit hervorrufen oder Kopfschmerzen auftreten, fahren Sie kein Auto oder

bedienen Sie keine Maschinen.

Candezek Combi enthält Lactose-Monohydrat

Bitte nehmen Sie Candezek Combi erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Candezek Combi einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt eine Kapsel pro Tag.

Schlucken Sie die Kapseln mit einem Glas Wasser mit oder ohne etwas zu Essen. Versuchen Sie

Ihre tägliche Dosis jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit einzunehmen. Candezek Combi darf

nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden.

Patienten, die Candesartan und Amlodipin als separate Arzneimittel erhalten, können stattdessen

Candezek Combi-Kapseln mit derselben Dosierung der Wirkstoffe erhalten.

Wenn Sie eine größere Menge von Candezek Combi eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Kapseln eingenommen haben, kann Ihr Blutdruck abfallen oder auch gefährlich

niedrig werden. Sie können sich schwindlig, benommen oder schwach fühlen oder ohnmächtig

werden. Wenn Ihr Blutdruckabfall stark genug ist, kann es zu einem Schock kommen. Ihre Haut

kann sich dann kalt und feucht anfühlen und Sie könnten das Bewusstsein verlieren. Begeben Sie

sich sofort in medizinische Überwachung, wenn Sie zu viele Kapseln eingenommen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Candezek Combi

vergessen haben

Wenn Sie eine Kapsel vergessen haben, lassen Sie diese Dosis vollständig aus. Nehmen Sie die

nächste Dosis dann wieder zur gewohnten Zeit ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein,

wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Candezek Combi abbrechen

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange Sie Ihr Arzneimittel einnehmen müssen. Wenn Sie die

Anwendung dieses Arzneimittels beenden, bevor er Sie dazu aufgefordert hat, können Ihre

Beschwerden zurückkehren. Brechen Sie daher die Einnahme von Candezek Combi nicht ab, ohne

zuvor mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Beenden Sie die Einnahme von Candezek Combi und suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf, wenn

es nach der Anwendung dieses Arzneimittels zu einer der folgenden Nebenwirkungen kommt:

plötzliches Keuchen beim Atmen, Schmerzen im Brustbereich, Kurzatmigkeit oder

Atembeschwerden

Anschwellen der Augenlider, des Gesichts oder der Lippen

Anschwellen der Zunge oder der Kehle, was zu starken Atembeschwerden führt

schwere Hautreaktionen einschließlich starken Hautausschlags, Nesselsucht, Hautrötung am

ganzen Körper, starkes Jucken, Blasenbildung, Abschälen und Anschwellen der Haut,

Entzündung von Schleimhäuten (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)

oder andere allergische Reaktionen

Herzinfarkt, ungewöhnlicher Herzschlag

Bauchspeicheldrüsenentzündung, die zu starken Bauch- und Rückenschmerzen mit

ausgeprägtem Unwohlsein führen kann

Candesartan kann zu einer Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen führen. Ihre

Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen kann verringert sein und Sie bemerken

möglicherweise Müdigkeit, eine Infektion oder Fieber. Falls dies auftritt, wenden Sie sich an Ihren

Arzt. Möglicherweise wird Ihr Arzt gelegentlich Blutuntersuchungen durchführen, um zu

überprüfen, ob Candezek Combi bislang einen Einfluss auf Ihr Blut hatte (Agranulozytose).

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Da es sich bei Candezek Combi um eine Kombination von zwei Wirkstoffen handelt, stehen die

berichteten Nebenwirkungen entweder in Zusammenhang mit der Einnahme von Amlodipin oder

Candesartan.

Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Einnahme von Amlodipin

Die folgenden Nebenwirkungen wurden beobachtet: Wenn Ihnen diese Probleme bereiten oder

länger als eine Woche andauern, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden.

Sehr häufig: (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Flüssigkeitsansammlung im Körper (Ödeme)

Häufig: (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit (vor allem zu Beginn der Behandlung)

Herzklopfen (Palpitationen) , Hautrötung mit Wärmegefühl

Bauchschmerzen, Übelkeit (Nausea)

veränderte Darmentleerungsgewohnheiten, Durchfall, Verstopfung, Verdauungsstörungen

Müdigkeit, Schwächegefühl

Schwellung der Knöchel

Gelegentlich: (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Stimmungsschwankungen, Angstgefühl, Depression, Schlaflosigkeit

Geschmacksstörungen, kurze Bewusstlosigkeit

verminderte Empfindlichkeit für Berührungsreize oder Kribbeln in den Extremitäten, Verlust

des Schmerzgefühls

Ohrgeräusche

plötzliches Keuchen, Schmerzen im Brustbereich, Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden;

ungewöhnlicher Herzschlag, niedriger Blutdruck

Niesen/laufende Nase durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis)

Husten

Mundtrockenheit, Erbrechen

Haarausfall, vermehrtes Schwitzen, Hautjucken, rote Flecken auf der Haut, Hautverfärbung

Störungen beim Wasserlassen, vermehrter nächtlicher Harndrang, häufigeres Wasserlassen

Unfähigkeit eine Erektion zu bekommen, Beschwerden an den Brustdrüsen oder Vergrößerung

der Brustdrüsen beim Mann

Schmerzen, Unwohlsein

Gelenk- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen

Zittern

Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme

Sehstörungen, Doppeltsehen

Muskelkrämpfe

Selten: (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Verwirrung

Sehr selten: (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Verminderung der weißen Blutkörperchen, Verminderung der Blutplättchen, was zu

ungewöhnlichen blauen Flecken oder leichtem Bluten führen kann

erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)

Allergische Reaktionen, Anschwellen der Augenlider, des Gesichts oder der Lippen,

Anschwellen der Zunge oder der Kehle, was zu starken Atembeschwerden führt

eine Nervenstörung, die zu Muskelschwäche, Kribbeln oder verminderter Empfindlichkeit für

Berührungsreize führen kann

Schwellung des Zahnfleisches

aufgeblähter Bauch (Gastritis)

gestörte Leberfunktion, Entzündung der Leber (Hepatitis), Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht),

Anstieg der Leberenzyme, wodurch bestimmte medizinische Tests beeinflusst werden können

Bauchspeicheldrüsenentzündung, die zu starken Bauch- und Rückenschmerzen mit

ausgeprägtem Unwohlsein führen kann

entzündliche Reaktionen der Blutgefäße, häufig mit Hautausschlag

Herzinfarkt

schwere Hautreaktionen einschließlich starker Hautausschlag, Nesselsucht, Hautrötung am

ganzen Körper, starkes Jucken, Blasenbildung, Abschälen und Anschwellen der Haut,

Entzündung von Schleimhäuten (Stevens-Johnson-Syndrom)

Lichtempfindlichkeit

erhöhte Anspannung der Muskeln oder erhöhter Widerstand gegen passive

Bewegung/Hypertonus

Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Zittern, starre Haltung, maskenhaftes Gesicht, langsame Bewegungen und schlurfender,

unausgewogener Gang

toxische epidermale Nekrolyse

Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Einnahme von Candesartan

Häufig: (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Schwindel/Drehgefühl

Kopfschmerzen

Atemwegsinfektion

Sehr selten: (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen

eine Abnahme der Anzahl Ihrer roten oder weißen Blutkörperchen - möglicherweise bemerken

Sie Müdigkeit, eine Infektion oder Fieber

Hautausschlag, beuliger Ausschlag (Nesselsucht)

Juckreiz

Rückenschmerzen, Schmerzen in Gelenken und Muskeln

Veränderungen Ihrer Leberfunktion einschließlich Leberentzündung (Hepatitis) - Sie bemerken

möglicherweise Müdigkeit, eine Gelbfärbung Ihrer Haut und des Weißen im Auge sowie

grippeähnliche Beschwerden

Husten

Übelkeit

Auswirkungen darauf, wie Ihre Nieren arbeiten, besonders wenn Sie bereits an

Nierenproblemen oder einer Herzinsuffizienz leiden. In sehr seltenen Fällen kann es zu

Nierenversagen kommen.

Veränderungen bei Blutuntersuchungsergebnissen:

eine niedrige Menge an Natrium in Ihrem Blut - in schweren Fällen bemerken Sie

möglicherweise Schwäche, Energiemangel oder Muskelkrämpfe.

Veränderungen bei Blutuntersuchungsergebnissen:

eine erhöhte Menge an Kalium in Ihrem Blut, besonders wenn Sie bereits an Nierenproblemen

oder einer Herzinsuffizienz leiden. In schweren Fällen bemerken Sie möglicherweise

Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßigen Herzschlag oder Kribbeln.

Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Durchfall

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Candezek Combi

aufzubewahren?

Dieses Arzneimittel benötigt keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton/der Blisterpackung nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es

nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Candezek Combi enthält

Die Wirkstoffe sind Amlodipin und Candesartancilexetil.

Candezek Combi 8 mg/5 mg, Hartkapseln

Jede Kapsel enthält 8 mg Candesartancilexetil und 5 mg Amlodipin (als Besilat).

Candezek Combi 8 mg/10 mg, Hartkapseln

Jede Kapsel enthält 8 mg Candesartancilexetil und 10 mg Amlodipin (als Besilat).

Candezek Combi 16 mg/5 mg, Hartkapseln

Jede Kapsel enthält 16 mg Candesartancilexetil und 5 mg Amlodipin (als Besilat).

Candezek Combi 16 mg/10 mg, Hartkapseln

Jede Kapsel enthält 16 mg Candesartancilexetil und 10 mg Amlodipin (als Besilat).

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Carmellose-Calcium, Macrogol

Typ 8000, Hyprolose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), gereinigtes Wasser.

Kapselhülle (8 mg/5 mg, 8 mg/10 mg):

Chinolingelb (E 104), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172), Titandioxid (E 171), Gelatine

Kapselhülle (16 mg/5 mg):

Chinolingelb (E 104), Titandioxid (E 171), Gelatine

Kapselhülle (16 mg/10 mg):

Titandioxid (E 171), Gelatine

16 mg/5 mg, 8 mg/10 mg:

Drucktinte: Schellack, Eisen(II,III)-oxid (E172), Propylenglycol, konzentrierte Ammoniaklösung,

Kaliumhydroxid

Wie Candezek Combi aussieht und Inhalt der Packung

Candezek Combi 8 mg/5 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 3, weißer, undurchsichtiger

Korpus, dunkelgelbe Kappe, befüllt mit weißem bis cremefarbenem Granulat

Candezek Combi 8 mg/10 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 1, weißer,

undurchsichtiger Korpus mit schwarzem Aufdruck CAN 8, gelbe Kappe mit schwarzem Aufdruck

AML 10, befüllt mit weißem bis cremefarbenem Granulat

Candezek Combi 16 mg/5 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 1, weißer,

undurchsichtiger Korpus mit schwarzem Aufdruck CAN 16, hellgelbe Kappe mit schwarzem

Aufdruck AML 5, befüllt mit weißem bis cremefarbenem Granulat

Candezek Combi 16 mg/10 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 1, weißer,

undurchsichtiger Korpus, weiße, undurchsichtige Kappe, befüllt mit weißem bis cremefarbenem

Granulat

Candezek Combi Hartkapseln sind in Packungen mit 28 oder 56 Hartkapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Adamed Pharma S.A.

ul. Mariana Adamkiewicza 6a

05-152 Pieńków, Czosnów

Polen

Hersteller

Adamed Pharma S.A.

ul. Mariana Adamkiewicza 6a

05-152 Pieńków, Czosnów

Polen

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Dänemark

Candezek Combi

Deutschland

Candezek Combi

Italien

CAMLAD

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 09.2020

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Candezek Combi 8 mg/5 mg, Hartkapseln

Candezek Combi 8 mg/10 mg, Hartkapseln

Candezek Combi 16 mg/5 mg, Hartkapseln

Candezek Combi 16 mg/10 mg, Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Candezek Combi 8 mg/5 mg, Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 8 mg Candesartancilexetil und 5 mg Amlodipin (als Besilat).

Candezek Combi 8 mg/10 mg, Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 8 mg Candesartancilexetil und 10 mg Amlodipin (als Besilat).

Candezek Combi 16 mg/5 mg, Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 16 mg Candesartancilexetil und 5 mg Amlodipin (als Besilat).

Candezek Combi 16 mg/10 mg, Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 16 mg Candesartancilexetil und 10 mg Amlodipin (als Besilat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Candezek Combi 8 mg/5 mg, Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 96,85 mg Lactose-Monohydrat.

Candezek Combi 8 mg/10 mg, Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 201,3 mg Lactose-Monohydrat.

Candezek Combi 16 mg/5 mg, Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 193,71 mg Lactose-Monohydrat.

Candezek Combi 16 mg/10 mg, Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 193,71 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Candezek Combi 8 mg/5 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 3, weißer, undurchsichtiger

Korpus, dunkelgelbe Kappe, befüllt mit weißem bis cremefarbenem Granulat

Candezek Combi 8 mg/10 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 1, weißer,

undurchsichtiger Korpus mit schwarzem Aufdruck CAN 8, gelbe Kappe mit schwarzem Aufdruck

AML 10, befüllt mit weißem bis cremefarbenem Granulat

Candezek Combi 16 mg/5 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 1, weißer,

undurchsichtiger Korpus mit schwarzem Aufdruck CAN 16, hellgelbe Kappe mit schwarzem

Aufdruck AML 5, befüllt mit weißem bis cremefarbenem Granulat

Candezek Combi 16 mg/10 mg, Hartkapseln: Hartgelatinekapseln, Größe 1, weißer,

undurchsichtiger Korpus, weiße, undurchsichtige Kappe, befüllt mit weißem bis cremefarbenem

Granulat

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Candezek Combi wird angewendet als Substitutionstherapie bei Erwachsenen mit essenzieller

Hypertonie, deren Blutdruck mit der gleichzeitigen Gabe von Candesartan und Amlodipin im

selben Dosierungsbereich adäquat kontrolliert wird.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Substitutionstherapie, Erwachsene

1 Kapsel täglich. Patienten sollten die Stärke einnehmen, die ihrer bisherigen Behandlung mit

Candesartan und Amlodipin als separate Präparate entspricht.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung für ältere Patienten notwendig. Bei der Erhöhung der Dosierung ist

Vorsicht geboten. Es liegen wenig Informationen für hochbetagte Patienten vor.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (siehe auch Abschnitt 4.4)

Es ist keine Dosisanpassung notwendig für Patienten mit leicht bis mittelschwer eingeschränkter

Nierenfunktion. Die Überwachung des Kalium- und Kreatininspiegels wird bei mittelschwerer

Niereninsuffizienz empfohlen. Bei Patienten mit sehr schwerer Niereninsuffizienz oder mit

Niereninsuffizienz im Endstadium (ClKr <15 ml/min) oder Hämodialyse liegen begrenzte

Erfahrungen vor. Vorsicht ist geboten.

Zwischen dem Grad der Niereninsuffizienz und den Veränderungen der Amlodipin-Plasmaspiegel

besteht keine Korrelation, sodass die üblichen Dosierungen empfohlen werden.. Amlodipin und

Candesartancilexetil sind nicht dialysierbar.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwer eingeschränkter Leberfunktion sollte Candezek Combi

mit Vorsicht verabreicht werden. Candezek Combi ist bei Patienten mit schwerer Einschränkung

der Leberfunktion und/oder Cholestase kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Candezek Combi wurde bei Kindern unter 18 Jahren nicht

erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Orale Anwendung.

Candezek Combi kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Es wird empfohlen

Candezek Combi mit etwas Flüssigkeit einzunehmen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, Dihydropyridin-Derivate oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase.

Kinder unter 1 Jahr (siehe Abschnitt 5.3).

Gallenwegsobstruktionen und schwere Einschränkung der Leber.

Schock (einschließlich kardiogenem Schock).

Schwere Hypotonie.

Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z. B. hochgradige Aortenstenose).

Hämodynamisch instabile Herzinsuffizienz nach einem akuten Myokardinfarkt.

Die gleichzeitige Anwendung von Candezek Combi mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei

Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60

ml/min/1,73 m

) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Amlodipin

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Amlodipin bei einer hypertensiven Krise konnten noch nicht

bestätigt werden.

Patienten mit Herzinsuffizienz

Bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten. In einer

placebokontrollierten Langzeitstudie gab es im Vergleich zur Placebo-Gruppe bei Patienten mit

schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III und IV) unter Amlodipin vermehrte Berichte von

Lungenödemen (siehe Abschnitt 5.1). Calciumkanalblocker, einschließlich Amlodipin, sollten bei

Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden, da sie das Risiko

zukünftiger kardiovaskulärer Ereignisse sowie das Mortalitätsrisiko erhöhen können.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Halbwertszeit von Amlodipin verlängert

und die AUC-Werte sind höher; Dosierungsempfehlungen bestehen nicht. Amlodipin sollte daher

bei diesen Patienten am unteren Ende des Dosierungsbereichs begonnen werden und sowohl bei

Therapiebeginn als auch bei einer Dosiserhöhung mit Vorsicht verabreicht werden. Bei Patienten

mit stark eingeschränkter Leberfunktion kann eine langsame Dosistitration sowie engmaschige

Überwachung notwendig sein.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sollte die Dosierung nur mit Vorsicht erhöht werden (siehe Abschnitte 4.2

und 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Amlodipin kann bei solchen Patienten in üblichen Dosierungen angewendet werden. Zwischen dem

Grad der Niereninsuffizienz und den Veränderungen der Amlodipin-Plasmaspiegel besteht keine

Korrelation.

Amlodipin ist nicht dialysierbar.

Candesartan

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Wie bei anderen das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System hemmenden Substanzen können bei

anfälligen Patienten, die mit Candesartan behandelt werden, Veränderungen der Nierenfunktion

erwartet werden.

Wenn Candesartan bei Bluthochdruck-Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angewendet

wird, wird eine regelmäßige Überwachung der Serumkalium- und Serumkreatininspiegel

empfohlen. Bei Patienten mit einer sehr schweren Niereninsuffizienz bzw. mit Niereninsuffizienz

im Endstadium (Cl

Kreatinin

< 15 ml/min) liegen begrenzte Erfahrungen vor. Bei diesen Patienten

sollte Candesartan vorsichtig und unter sorgfältiger Überwachung des Blutdrucks titriert werden.

Die Beurteilung von Patienten mit Herzinsuffizienz soll eine regelmäßige Bewertung der

Nierenfunktion einschließen, insbesondere bei Patienten, die 75 Jahre oder älter sind, und bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Während der Dosistitration von Candesartan wird

die Überwachung des Serumkreatinins und -kaliums empfohlen. In klinischen Studien zur

Herzinsuffizienz wurden keine Patienten mit Serumkreatinin > 265 μmol/l (> 3 mg/dl) einbezogen.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des

RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Hämodialyse

Während der Dialyse kann der Blutdruck infolge des reduzierten Plasmavolumens und der

Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems besonders empfindlich auf eine AT1-

Rezeptorblockade reagieren. Deshalb sollte Candesartan bei Hämodialyse-Patienten unter

sorgfältiger Überwachung des Blutdrucks vorsichtig titriert werden.

Nierenarterienstenose

Arzneimittel, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, einschließlich

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs), können bei Patienten mit bilateraler

Nierenarterienstenose bzw. Arterienstenose einer Einzelniere den Blutharnstoff und das

Serumkreatinin erhöhen.

Nierentransplantation

Über die Anwendung von Candesartan bei Patienten, bei denen vor Kurzem eine

Nierentransplantation vorgenommen wurde, liegen keine Erfahrungen vor.

Hypotonie

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz kann während der Behandlung mit Candesartan eine Hypotonie

auftreten. Dies kann auch bei Bluthochdruck-Patienten mit intravaskulärem Volumenmangel

vorkommen, z. B. bei jenen, die hoch dosierte Diuretika erhalten. Bei Behandlungsbeginn ist

Vorsicht geboten, und es sollte versucht werden, den Volumenmangel zu beheben.

Anästhesie und Chirurgie

Aufgrund der Blockade des Renin-Angiotensin-Systems kann bei Patienten, die mit Angiotensin-

II-Antagonisten behandelt werden, unter Narkose und bei chirurgischen Eingriffen eine Hypotonie

auftreten. Sehr selten kann die Hypotonie so stark sein, dass die intravenöse Gabe von

Flüssigkeiten und/oder Vasopressoren gerechtfertigt ist.

Aorten- und Mitralklappenstenose (obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie)

Wie bei anderen Vasodilatatoren ist besondere Vorsicht angezeigt bei Patienten, die an einer

Aorten- oder Mitralklappenstenose oder obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie leiden.

Primärer Hyperaldosteronismus

Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus sprechen im Allgemeinen nicht auf

blutdrucksenkende Arzneimittel an, die über eine Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-

Systems wirken. Deshalb wird die Anwendung von Candesartan nicht empfohlen.

Hyperkaliämie

Die gleichzeitige Anwendung von Candesartan mit kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten,

kaliumhaltigen Salzersatzmitteln oder anderen Arzneimitteln, die die Kaliumspiegel erhöhen

können (z. B. Heparin, Cotrimoxazol auch bekannt als Trimethoprim/Sulfamethoxazol), kann zu

einer Erhöhung des Serumkaliums bei Bluthochdruck-Patienten führen. Soweit erforderlich, sollte

eine Kontrolle des Kaliums vorgenommen werden. Bei Herzinsuffizienz-Patienten, die mit

Candesartan behandelt werden, kann eine Hyperkaliämie auftreten. Eine regelmäßige

Überwachung des Serumkaliums wird empfohlen. Die Kombination eines ACE-Hemmers, eines

kaliumsparenden Diuretikums (z. B. Spironolacton) und Candesartan wird nicht empfohlen und

sollte nur nach sorgfältiger Beurteilung der möglichen Nutzen und Risiken in Erwägung gezogen

werden.

Allgemeines

Bei Patienten, deren Gefäßtonus und Nierenfunktion überwiegend von der Aktivität des Renin-

Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängen (z. B. Patienten mit schwerer kongestiver

Herzinsuffizienz oder renaler Grunderkrankung, einschließlich Nierenarterienstenose), wurden

akute Hypotonie, Azotämie, Oligurie oder selten akutes Nierenversagen mit der Behandlung mit

anderen Arzneimitteln, die dieses System beeinflussen, in Verbindung gebracht. Die Möglichkeit

ähnlicher Wirkungen kann für AIIRAs nicht ausgeschlossen werden. Wie bei jeder

antihypertensiven Substanz könnte ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Patienten mit ischämischer

Kardiomyopathie oder ischämischer zerebrovaskulärer Erkrankung zu einem Myokardinfarkt oder

Schlaganfall führen.

Die antihypertensive Wirkung von Candesartan kann durch andere Arzneimittel mit

blutdrucksenkenden Eigenschaften verstärkt werden, unabhängig davon, ob diese als

Antihypertensivum oder für andere Indikationen verschrieben wurden.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollte nicht während der

Schwangerschaft begonnen werden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine

Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil

für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten ist zwingend erforderlich. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die

Behandlung mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten unverzüglich zu beenden und, wenn

erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung

Candezek Combi enthält Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Candezek Combi nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In klinischen Studien wurden keine Wechselwirkungen zwischen den zwei Komponenten dieser

Fixdosiskombination beobachtet.

Bekannte Wechselwirkungen dieser Kombination.

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Arzneimittel-Wechselwirkungen durchgeführt.

Bei gleichzeitiger Anwendung zu berücksichtigen

Andere antihypertensive Arzneimittel

Der blutdrucksenkende Effekt von Candezek Combi kann durch die gleichzeitige Anwendung

anderer antihypertensiver Arzneimittel erhöht werden.

Arzneimittel die blutdrucksenkendes Potenzial haben

Aufgrund von pharmakologischen Eigenschaften kann erwartet werden, dass die folgenden

Arzneimittel die hypotensive Wirkung aller Antihypertensiva einschließlich von Candezek Combi

verstärken können, z. B. Baclofen, Amifostin, Neuroleptika oder Antidepressiva. Darüber hinaus

kann die orthostatische Hypotonie durch Alkohol verschlimmert werden.

Kortikosteroide (systemische Route)

Verringerung der antihypertensiven Wirkung.

Wechselwirkungen in Zusammenhang mit Candesartan

Substanzen, die in klinischen Pharmakokinetikstudien untersucht wurden, umfassen

Hydrochlorothiazid, Warfarin, Digoxin, orale Kontrazeptiva (d. h. Ethinylestradiol/

Levonorgestrel), Glibenclamid, Nifedipin und Enalapril. Es wurden keine klinisch relevanten,

pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit diesen Arzneimitteln festgestellt.

Kaliumsparende Diuretika, Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel oder andere

Arzneimittel (z. B. Heparin), die die Kaliumspiegel erhöhen können

Die gleichzeitige Anwendung von kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten, kaliumhaltigen

Salzersatzmitteln oder anderen Arzneimitteln (z. B. Heparin), können den Kaliumspiegel erhöhen.

Eine Überwachung des Kaliums sollte, soweit erforderlich, durchgeführt werden (siehe Abschnitt

4.4).

Lithium

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lithium und ACE-Hemmern ist über reversible Anstiege der

Serumlithiumkonzentrationen und der Toxizität berichtet worden. Eine ähnliche Wirkung kann

unter AIIRAs auftreten. Die Anwendung von Candesartan mit Lithium wird nicht empfohlen.

Wenn sich die Kombination als notwendig erweist, wird eine sorgfältige Überwachung des

Serumlithiumspiegels empfohlen.

NSAR

Wenn AIIRAs gleichzeitig mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) (d. h. selektiven COX-2-

Hemmern, Acetylsalicylsäure (> 3 g/Tag) und nichtselektiven NSAR) verabreicht werden, kann es

zu einer Abschwächung der antihypertensiven Wirkung kommen.

Wie bei ACE-Hemmern kann die gleichzeitige Anwendung von AIIRAs und NSAR zu einem

erhöhten Risiko einer sich verschlechternden Nierenfunktion führen, einschließlich möglichem

akuten Nierenversagen, und zu einem Anstieg des Serumkaliums, besonders bei Patienten mit

bereits bestehender schlechter Nierenfunktion. Die Kombination sollte, besonders bei älteren

Patienten, mit Vorsicht verabreicht werden. Die Patienten sollten ausreichend hydriert sein, und

eine Überwachung der Nierenfunktion sollte nach Beginn der Begleittherapie und in regelmäßigen

Abständen danach in Betracht gezogen werden.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die

auf das RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie,

Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten

Nierenversagens) einhergeht (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1).

Wechselwirkungen in Zusammenhang mit Amlodipin

Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Amlodipin:

CYP3A4-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Amlodipin mit starken oder mäßigen CYP3A4-Inhibitoren

(Proteaseinhibitoren, Azol-Antimykotika, Makrolide wie z. B. Erythromycin oder Clarithromycin,

Verapamil oder Diltiazem) kann zu einer signifikanten Erhöhung der Amlodipin-Exposition

führen. Die klinischen Konsequenzen dieser geänderten Pharmakokinetik können bei älteren

Personen ausgeprägter sein. Daher können eine klinische Kontrolle sowie eine Dosisanpassung

notwendig werden.

CYP3A4-Induktoren

Die gleichzeitige Verabreichung von Amlodipin mit Grapefruit oder Grapefruitsaft wird nicht

empfohlen, weil dadurch die Bioverfügbarkeit von Amlodipin bei einigen Patienten erhöht sein

kann. Dies würde zu einer verstärkten Blutdrucksenkung führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von bekannten CYP3A4-Induktoren kann es zu unterschiedlichen

Plasmaspiegeln von Amlodipin kommen. Somit sollte der Blutdruck überwacht und eine

Dosisregulierung in Betracht gezogen werden, sowohl während als auch nach der gleichzeitigen

Gabe insbesondere von starken CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Hypericum perforatum).

Dantrolen (Infusion)

Im Tiermodell wurde nach Verabreichung von Verapamil und intravenösem Dantrolen letales

Kammerflimmern und Kreislaufkollaps in Verbindung mit Hyperkaliämie beobachtet. Aufgrund

des Hyperkaliämie-Risikos wird empfohlen, eine gleichzeitige Verabreichung von

Calciumkanalblockern wie Amlodipin bei den Patienten zu vermeiden, die empfänglich für eine

maligne Hyperthermie sind oder wegen einer malignen Hyperthermie behandelt werden.

Wirkungen von Amlodipin auf andere Arzneimittel:

Die blutdrucksenkende Wirkung von Amlodipin verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung anderer

blutdrucksenkender Arzneimittel.

Tacrolimus

Es besteht das Risiko eines erhöhten Tacrolimusspiegels im Blut bei gleichzeitiger Gabe mit

Amlodipin. Um eine Toxizität von Tacrolimus zu vermeiden, muss bei der Verabreichung von

Amlodipin an einen Patienten unter Tacrolimusbehandlung der Tacrolimusspiegel im Blut

überwacht und die Tacrolimusdosis gegebenenfalls angepasst werden.

Mechanistisches Ziel des Rapamycins (mTOR) Inhibitoren

mTOR-Inhibitoren wie z.B. Sirolimus, Temsirolimus und Everolimus sind CYP3A-Substrate und

Amlodipin ist ein schwacher CYP3A-Inhibitor. Amlodipin kann bei gleichzeitiger Anwendung mit

mTOR-Inhibitoren die mTOR-Inhibitoren-Exposititon erhöhen.

Ciclosporin

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen mit Ciclosporin und

Amlodipin an gesunden Probanden oder anderen Patientengruppen durchgeführt. Eine Ausnahme

sind Patienten mit Nierentransplantation, bei denen variable Anstiege der

Talspiegelkonzentrationen (durchschnittlich 0 % bis 40 %) von Ciclosporin beobachtet wurden. Bei

Patienten mit Nierentransplantation sollte unter Anwendung von Amlodipin eine Überwachung der

Ciclosporinspiegel erwogen und, falls erforderlich, eine Dosisreduktion von Ciclosporin

vorgenommen werden.

Simvastatin

Die gleichzeitige Mehrfachgabe von 10 mg Amlodipin mit 80 mg Simvastatin führte, im Vergleich

zur alleinigen Gabe von Simvastatin, zu einer 77%igen Erhöhung der Simvastatinexposition. Bei

Patienten, die Amlodipin erhalten, ist die Dosis von Simvastatin auf 20 mg täglich zu beschränken.

In klinischen Wechselwirkungsstudien zeigte Amlodipin keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik

von Atorvastatin, Digoxin oder Warfarin.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

In Zusammenhang mit Candesartan

Die Anwendung von AIIRAs wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4). Die Anwendung von AIIRAs im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester ist

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein

geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Auch wenn keine kontrollierten epidemiologischen Daten zum Risiko von AIIRAs vorliegen, so

bestehen möglicherweise für diese Arzneimittelklasse vergleichbare Risiken. Sofern ein Fortsetzen

der AIIRA-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger

zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für

Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit

AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit AIIRAs während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion,

verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie,

Hyperkaliämie) hat (siehe Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit AIIRAs ab dem zweiten

Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des

Schädels empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter AIIRAs eingenommen haben, sollten engmaschig auf Hypotonie

untersucht werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

In Zusammenhang mit Amlodipin

Die Sicherheit von Amlodipin während der Schwangerschaft beim Menschen konnte bisher noch

nicht bestätigt werden.

In tierexperimentellen Studien wurde bei hohen Dosen eine Reproduktionstoxizität beobachtet

(siehe Abschnitt 5.3).

Eine Anwendung während der Schwangerschaft wird nur dann empfohlen, wenn keine sichereren

Therapiealternativen zur Verfügung stehen und die Krankheit ein höheres Risiko für Mutter und

Fötus bedingt.

Stillzeit

In Zusammenhang mit Candesartan

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Candesartan in der Stillzeit vorliegen, wird

Candesartan nicht empfohlen. Eine alternative antihypertensive Therapie mit einem besser

geeigneten Sicherheitsprofil in der Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere wenn Neugeborene oder

Frühgeborene gestillt werden.

In Zusammenhang mit Amlodipin

Amlodipin geht beim Menschen in die Muttermilch über. Der Anteil der mütterlichen Dosis, der

auf den Säugling übergeht, wird in einem Interquartilbereich von 3-7 % geschätzt, mit einem

Maximum von 15 %. Es ist nicht bekannt, ob Amlodipin Auswirkungen auf Säuglinge hat. Bei der

Entscheidung, entweder weiterzustillen/abzustillen oder die Behandlung mit Amlodipin

fortzusetzen/abzusetzen, sind der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Therapie mit

Amlodipin für die Mutter zu berücksichtigen.

Fertilität

In Zusammenhang mit Amlodipin

Bei einigen Patienten, die mit Calciumkanalblockern behandelt worden waren, wurden reversible

biochemische Veränderungen im Kopfteil der Spermatozoen beobachtet. Die klinischen Daten in

Hinblick auf einen möglichen Einfluss von Amlodipin auf die Fertilität sind noch ungenügend. In

einer Studie an Ratten zeigten sich unerwünschte Auswirkungen auf die Fertilität der männlichen

Tiere (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Candesartan auf die Verkehrstüchtigkeit und

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, durchgeführt. Es sollte jedoch in Betracht gezogen

werden, dass gelegentlich Schwindel oder Müdigkeit während einer Behandlung mit Candesartan

auftreten können.

Amlodipin kann geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen haben. Falls Patienten während der Behandlung mit Amlodipin unter

Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit leiden, kann die Reaktionsfähigkeit

beeinträchtigt sein. Vorsicht ist geboten, speziell zu Beginn der Behandlung.

4.8

Nebenwirkungen

Fixdosiskombination

Es wurden keine klinischen Studien durchgeführt. Nebenwirkungen, die für einen der Wirkstoffe

beobachtet wurden, sind untenstehend beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen einer der individuellen Komponenten (Candesartan oder Amlodipin), die

früher bereits beobachtet wurden, können potenziell ebenso zu unerwünschten Wirkungen mit

Candezek Combi führen, selbst wenn diese nicht in klinischen Studien oder nach Markteinführung

beobachtet wurden.

Candesartan:

Behandlung von Hypertonie

In kontrollierten klinischen Studien waren die Nebenwirkungen leicht und vorübergehend. Die

Gesamtinzidenz der unerwünschten Ereignisse zeigte keinen Zusammenhang mit der Dosis oder

dem Lebensalter. Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse waren unter

Candesartancilexetil (3,1 %) und Placebo (3,2 %) ähnlich.

Bei einer zusammenfassenden Analyse von Daten aus klinischen Studien bei Bluthochdruck-

Patienten wurden Nebenwirkungen unter Candesartancilexetil definiert auf Basis der Häufigkeit

von unerwünschten Ereignissen unter Candesartancilexetil, die mindestens 1 % höher war als die

Häufigkeit, die unter Placebo beobachtet wurde. Gemäß dieser Definition waren die am häufigsten

beobachteten Nebenwirkungen Schwindel/Drehschwindel, Kopfschmerzen und

Atemwegsinfektionen.

Die nachstehende Tabelle zeigt Nebenwirkungen aus klinischen Studien und Erfahrungen nach

Markteinführung.

Die in den Tabellen im gesamten Abschnitt 4.8 verwendeten Häufigkeitsangaben sind wie folgt

definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten

(≥1/10.000, <1/1.000) und sehr selten (<1/10.000).

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Häufig

Atemwegsinfektion

Erkrankungen des

Blutes und

Lymphsystems

Sehr selten

Leukopenie, Neutropenie und

Agranulozytose

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr selten

Hyperkaliämie, Hyponatriämie

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Schwindel/Drehschwindel,

Kopfschmerzen

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Sehr selten

Husten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr selten

Übelkeit

Nicht bekannt

Diarrhö

Leber- und

Gallenerkrankungen

Sehr selten

Erhöhte Leberenzymwerte,

Leberfunktionsstörungen oder

Hepatitis

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr selten

Angioödem, Hautausschlag,

Urtikaria, Pruritus

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Sehr selten

Rückenschmerz, Arthralgie, Myalgie

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Sehr selten

Niereninsuffizienz, einschließlich

Nierenversagen bei anfälligen

Patienten (siehe Abschnitt 4.4)

Laborwerte

Wie bei anderen Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems zeigte sich ein

geringfügiges Absinken des Hämoglobins. Bei Patienten, die Candesartan erhalten ist

üblicherweise keine routinemäßige Überwachung der Laborwerte erforderlich. Bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion wird jedoch eine regelmäßige Überwachung der Serumkalium- und

Serumkreatininspiegel empfohlen.

Amlodipin

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen der Behandlung sind Schläfrigkeit, Schwindel,

Kopfschmerzen, Palpitationen, Hautrötung mit Wärmegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit,

Knöchelschwellungen, Ödeme und Müdigkeit.

In jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmender Schwere angeführt.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und

Lymphsystems

Sehr selten

Leukopenie, Thrombozytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Sehr selten

allergische Reaktionen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr selten

Hyperglykämie

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Schlaflosigkeit,

Stimmungsschwankungen

(einschließlich Angstgefühl),

Depression

Selten

Verwirrtheit

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Schläfrigkeit, Schwindel,

Kopfschmerzen (vor allem bei

Behandlungsbeginn)

Gelegentlich

Tremor, Geschmacksstörungen,

Synkope, Hypästhesie, Parästhesien

Sehr selten

erhöhter Muskeltonus, periphere

Neuropathie

Nicht bekannt

extrapyramidales Syndrom

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Sehstörungen (einschließlich

Diplopie)

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Gelegentlich

Tinnitus

Herzerkrankungen

Häufig

Palpitationen

Gelegentlich

Arrhythmien (einschließlich

Bradykardie, ventrikuläre

Tachykardie und Vorhofflimmern)

Sehr selten

Myokardinfarkt

Gefäßerkrankungen

Häufig

Hautrötung mit Wärmegefühl

Gelegentlich

Hypotone Kreislaufreaktionen

Sehr selten

Vaskulitis

Erkrankungen der Atemwege,

des Brustraums und

Mediastinums

Häufig

Dyspnoe

Gelegentlich

Husten, Rhinitis

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Abdominalschmerzen, Übelkeit,

Dyspepsie, veränderte

Darmentleerungsgewohnheiten

(einschließlich Diarrhö und

Obstipation)

Gelegentlich

Erbrechen, Mundtrockenheit

Sehr selten

Pankreatitis, Gastritis,

Gingivahyperplasie

Leber- und

Gallenerkrankungen

Sehr selten

Hepatitis, Ikterus, Erhöhung der

hepatischen Enzyme*

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich

Alopezie, Purpura,

Hautverfärbungen, vermehrtes

Schwitzen, Pruritus, Hautausschlag,

Exanthem, Urtikaria

Sehr selten

Angioödem, Erythema multiforme,

Urtikaria, exfoliative Dermatitis,

Stevens-Johnson-Syndrom, Quincke-

Ödem, Photosensibilität

Nicht bekannt

toxische epidermale Nekrolyse

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig

Knöchelschwellungen

Gelegentlich

Arthralgie, Myalgie, Muskelkrämpfe,

Rückenschmerzen

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Gelegentlich

Miktionsstörungen, Nykturie, erhöhte

Harnfrequenz

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdüse

Gelegentlich

Impotenz, Gynäkomastie

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Ödeme

Häufig

Müdigkeit, Asthenie

Gelegentlich

Brustschmerzen, Schmerzen,

Unwohlsein

Untersuchungen

Gelegentlich

Gewichtszunahme,

Gewichtsabnahme

*meist im Zusammenhang mit Cholestase

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Die Erfahrungen mit Fällen von beabsichtigter Überdosierung beim Menschen sind limitiert.

Symptome

Die vorliegenden Daten lassen vermuten, dass eine schwerwiegende Überdosierung von Amlodipin

zu ausgeprägter peripherer Vasodilatation und möglicherweise zu Reflextachykardie führen kann.

Ausgeprägte und möglicherweise anhaltende systemische Hypotonie bis hin zu und einschließlich

einer tödlichen Schockreaktion wurden berichtet.

Aufgrund pharmakologischer Überlegungen ist es wahrscheinlich, dass eine Überdosierung von

Candesartan sich hauptsächlich als symptomatische Hypotonie und als Schwindel manifestiert. In

Einzelfallberichten zu Überdosierungen (von bis zu 672 mg Candesartancilexetil) verlief die

Erholung der Patienten ohne Zwischenfälle.

Maßnahmen

Falls eine symptomatische Hypotonie auftritt, sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet

und die Vitalzeichen überwacht werden. Der Patient sollte in Rückenlage mit hochgelagerten

Beinen gebracht werden. Falls das nicht ausreicht, sollte durch Infusion, zum Beispiel von

isotonischer Kochsalzlösung das Plasmavolumen vergrößert werden. Falls die genannten

Maßnahmen nicht ausreichen, können Sympathomimetika verabreicht werden.

Candesartan lässt sich durch Hämodialyse nicht entfernen.

Bei klinisch relevanter Hypotonie aufgrund einer Überdosis Amlodipin bedarf es aktiver

Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems einschließlich engmaschiger Überwachung von Herz-

und Lungenfunktion, Hochlagerung der Extremitäten und Kontrolle der Flüssigkeitsbilanz und der

Urinausscheidung.

Zur Wiederherstellung des Gefäßtonus und des Blutdrucks kann ein Vasokonstriktor verabreicht

werden, sofern dieser nicht kontraindiziert ist. Intravenös verabreichtes Calciumgluconat kann zur

Aufhebung der Effekte der Calcium-Kanal-Blockade von Nutzen sein.

Eine Magenspülung kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Bei gesunden Probanden hat sich

gezeigt, dass durch die Gabe von Aktivkohle bis zu 2 Stunden nach der Einnahme von 10 mg

Amlodipin die Resorption von Amlodipin verringert wird. Da Amlodipin in großem Umfang an

Plasmaproteine gebunden wird, ist eine Dialyse nicht erfolgversprechend.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System;

Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) und Calciumkanalblocker; ATC Code: C09DB07.

Candezek Combi kombiniert zwei antihypertensive Wirkstoffe mit komplementären

Wirkmechanismen, um den Blutdruck bei Patienten mit essentieller Hypertonie zu kontrollieren:

einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, Candesartancilexetil und einen Dihydropyridin-

Calciumkanalblocker, Amlodipin.

Die Kombination dieser Wirkstoffe hat eine additive antihypertensive Wirkung, welche den

Blutdruck stärker senkt als eine der Komponenten einzeln.

Candesartancilexetil

Angiotensin II ist das primäre vasoaktive Hormon des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und

spielt eine Rolle in der Pathophysiologie des Bluthochdrucks, der Herzinsuffizienz und anderer

kardiovaskulärer Erkrankungen. Es hat darüber hinaus Bedeutung in der Pathogenese der

Endorganhypertrophie und -schädigung. Die hauptsächlichen physiologischen Wirkungen von

Angiotensin II, wie z. B. Vasokonstriktion, Aldosteronstimulation, Regulation der Salz- und

Wasserhomöostase und Stimulation des Zellwachstums, werden über den Rezeptortyp 1 (AT1)

vermittelt.

Candesartancilexetil ist ein Prodrug, das für die orale Anwendung geeignet ist. Während der

Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt wird es durch Esterhydrolyse rasch in die aktive

Wirkform Candesartan umgewandelt. Candesartan ist ein für den AT1-Rezeptor selektiver AIIRA,

der stark an den Rezeptor bindet und langsam von ihm dissoziiert. Es hat keine agonistische

Aktivität.

Candesartan hemmt nicht das ACE, welches das Angiotensin I in Angiotensin II umwandelt und

Bradykinin abbaut. Es hat keine Wirkung auf ACE und keine Potenzierung von Bradykinin oder

Substanz P. In kontrollierten klinischen Vergleichsstudien mit Candesartan und ACE-Hemmern

war die Inzidenz von Husten bei den Patienten, die Candesartancilexetil erhielten, geringer. Weder

bindet sich Candesartan an noch blockiert es andere Hormonrezeptoren oder Ionenkanäle, die

bekannterweise für die kardiovaskuläre Regulation bedeutend sind. Der Antagonismus des

Angiotensin-II-(AT1)-Rezeptors führt zu einem dosisabhängigen Anstieg der Plasma-Renin-

Spiegel, Angiotensin-I- und Angiotensin-II-Spiegel und zu einer Abnahme der Plasma-Aldosteron-

Konzentration.

Hypertonie

Bei Hypertonie bewirkt Candesartan eine dosisabhängige, lang anhaltende Senkung des arteriellen

Blutdrucks.

Die antihypertensive Wirkung beruht auf einem verminderten systemischen peripheren Widerstand,

ohne reflektorische Zunahme der Herzfrequenz.

Es gibt keinen Hinweis auf eine schwerwiegende oder überschießende First-Dose-Hypotonie oder

einen Rebound-Effekt nach Beendigung der Therapie.

Nach Gabe einer Einmaldosis von Candesartancilexetil setzt die antihypertensive Wirkung in der

Regel innerhalb von 2 Stunden ein. Bei kontinuierlicher Therapie wird bei jeder Dosierung die

antihypertensive Wirkung normalerweise innerhalb von vier Wochen erreicht und bleibt bei einer

Langzeittherapie erhalten. Gemäß einer Meta-Analyse war der durchschnittliche zusätzliche Effekt

einer Dosiserhöhung von 16 mg auf 32 mg einmal täglich gering. Unter Berücksichtigung der

interindividuellen Schwankung kann bei einigen Patienten eine überdurchschnittliche Wirkung

erwartet werden. Candesartancilexetil einmal täglich bewirkt eine effektive und gleichmäßige

Blutdrucksenkung über 24 Stunden mit geringem Unterschied zwischen den maximalen und

minimalen Effekten während des Dosierungsintervalls.

Die antihypertensive Wirkung und die Verträglichkeit von Candesartan und Losartan wurden in

zwei randomisierten Doppelblindstudien mit insgesamt 1268 Patienten mit leichter bis mäßiger

Hypertonie verglichen. Die minimale Absenkung des Blutdrucks (systolisch/diastolisch) betrug

13,1/10,5 mmHg unter Candesartancilexetil 32 mg einmal täglich und 10,0/8,7 mmHg unter

Losartan-Kalium 100 mg einmal täglich (Unterschied der Blutdrucksenkung 3,1/1,8 mmHg,

p<0,0001/p<0,0001).

Wenn Candesartancilexetil zusammen mit Hydrochlorothiazid angewendet wird, ist die Senkung

des Blutdrucks additiv. Eine verstärkte antihypertensive Wirkung wird ebenfalls beobachtet, wenn

Candesartancilexetil mit Amlodipin oder Felodipin kombiniert wird.

Arzneimittel, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System blockieren, haben eine weniger

ausgeprägte antihypertensive Wirkung bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe (üblicherweise eine

Population mit niedrigen Reninspiegeln) als bei Patienten mit nichtschwarzer Hautfarbe. Dies ist

ebenso für Candesartan der Fall. In einer offenen klinischen Studie mit 5156 Patienten mit

diastolischer Hypertonie war die Blutdrucksenkung während der Therapie mit Candesartan bei

Patienten mit schwarzer Hautfarbe signifikant geringer als bei Patienten mit nichtschwarzer

Hautfarbe (14,4/10,3 mmHg vs. 19,0/12,7 mmHg, p<0,0001/p<0,0001).

Candesartan steigert den renalen Blutfluss und hat entweder keinen Einfluss auf oder erhöht die

glomeruläre Filtrationsrate, während der renale Gefäßwiderstand und die Filtrationsfraktion

reduziert sind. In einer 3-monatigen klinischen Studie an Bluthochdruck-Patienten mit Typ-2-

Diabetes mellitus und Mikroalbuminurie reduzierte die antihypertensive Behandlung mit

Candesartancilexetil die Albuminausscheidung im Urin (Albumin/Kreatinin-Quotient, Mittelwert

30 %, 95 %-KI 15-42 %). Es gibt gegenwärtig keine Daten zur Wirkung von Candesartan auf den

Verlauf einer diabetischen Nephropathie.

Die Effekte von Candesartancilexetil 8-16 mg (durchschnittliche Dosis 12 mg) einmal täglich auf

die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität wurden in einer randomisierten klinischen Studie mit

4937 älteren Patienten (70-89 Jahre alt; 21 % 80 Jahre oder älter) mit leichter bis mäßiger

Hypertonie über einen Zeitraum von durchschnittlich 3,7 Jahren beobachtet (Study on Cognition

and Prognosis in the Elderly). Die Patienten erhielten Candesartancilexetil oder ein Placebo und

zusätzlich nach Bedarf eine andere antihypertensive Behandlung. Der Blutdruck war in der

Candesartan-Gruppe von 166/90 auf 145/80 mmHg und in der Kontrollgruppe von 167/90 auf

149/82 mmHg reduziert. Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede im primären

Endpunkt, schwere kardiovaskuläre Ereignisse (kardiovaskuläre Mortalität, nicht tödlicher

Schlaganfall und nicht tödlicher Myokardinfarkt). In der Candesartan-Gruppe gab es 26,7

Ereignisse pro 1000 Patientenjahren gegenüber 30,0 Ereignissen pro 1000 Patientenjahren in der

Kontrollgruppe (relatives Risiko 0,89; 95 %-KI 0,75 bis 1,06; p=0,19).

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien [„ONTARGET“ (ONgoing Telmisartan

Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial) und „VA NEPHRON-D“ (The

Veterans Affairs Nephropathy in Diabetes)] wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-

Hemmers mit einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“-Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder einer

zerebrovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit

nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Die „VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuläre

Ergebnisse und Mortalität, während ein höheres Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung

und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollen ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten

mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal

Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer

Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder

kardiovaskulärer Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten

Risikos unerwünschter Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre Todesfälle als auch

Schlaganfälle traten in der Aliskiren-Gruppe numerisch häufiger auf als in der Placebogruppe,

ebenso unerwünschte Ereignisse und besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse

(Hyperkaliämie, Hypotonie, Nierenfunktionsstörung).

Amlodipin

Amlodipin ist ein Calciumantagonist vom Dihydropyridin-Typ, der den Einstrom von

Calciumionen in die Herzmuskelzellen und glatten Gefäßmuskelzellen hemmt (Blockade der

langsamen Calciumkanäle; Calciumkanalblocker).

Die antihypertensive Wirkung von Amlodipin beruht auf der Erschlaffung der glatten

Gefäßmuskulatur. Die genaue Wirkungsweise, durch die Amlodipin antianginös wirkt, ist noch

nicht vollständig bekannt, es verringert die Ischämie jedoch durch folgende zwei Wirkungen:

1) Amlodipin erweitert die peripheren Arteriolen. Damit wird der periphere Widerstand (Nachlast),

gegen den das Herz arbeiten muss, gesenkt. Da die Herzfrequenz stabil bleibt, verringert diese

Entlastung des Herzens den myokardialen Energieverbrauch und den Sauerstoffbedarf.

2) Wahrscheinlich bewirkt Amlodipin eine Dilatation der koronaren Arterien und Arteriolen,

sowohl in normalen als auch in ischämischen Bereichen. Durch diese Dilatation wird die

myokardiale Sauerstoffversorgung bei Patienten mit Spasmen der Koronararterien (Prinzmetal-

oder vasospastische Angina) verstärkt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Bei Patienten mit Hypertonie führt die einmal tägliche Verabreichung zu einer signifikanten

Senkung des Blutdrucks sowohl im Liegen und als auch im Stehen über 24 Stunden. Aufgrund des

langsamen Wirkungseintritts ist bei Amlodipingabe nicht mit akuter Hypotonie zu rechnen.

Bei Patienten mit Angina Pectoris bewirkt die einmal tägliche Gabe von Amlodipin eine Erhöhung

der Belastbarkeit, eine Verlängerung der Zeit bis zum Auftreten der Beschwerden sowie bis zur

ST-Streckensenkung um 1 mm und eine Senkung der Anfallshäufigkeit und des Glyceryl-

Nitratbedarfs.

Unter Amlodipin kam es zu keinen unerwünschten metabolischen Wirkungen oder zu

Veränderungen der Lipidwerte. Es kann bei Patienten mit Asthma, Diabetes und Gicht angewendet

werden.

Anwendung bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA-Klasse II bis IV zeigten hämodynamische

Untersuchungen und kontrollierte klinische Belastungsstudien keine klinische Verschlechterung

durch Amlodipin. Messparameter waren Belastbarkeit, linksventrikuläre Ejektionsfraktion und

klinische Symptomatik.

Eine placebokontrollierte Studie (PRAISE) zur Untersuchung von Patienten mit Herzinsuffizienz

der NYHA-Klassen III-IV, die mit Digoxin, Diuretika und ACE-Hemmern behandelt wurden,

zeigte, dass Amlodipin zu keiner Erhöhung des Mortalitätsrisikos oder der kombinierten Mortalität

und Morbidität bei Patienten mit Herzinsuffizienz führte.

In einer anschließenden, langfristigen und placebokontrollierten Studie (PRAISE-2) mit Amlodipin

bei Patienten mit Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen III und IV ohne klinische Symptome oder

objektive Befunde einer zugrundeliegenden ischämischen Erkrankung, die gleichzeitig mit ACE-

Hemmern, Digitalis und Diuretika in stabiler Dosis behandelt wurden, ergab sich für Amlodipin

kein Einfluss auf die gesamte kardiovaskuläre Mortalität. In der gleichen Patientenpopulation

wurde Amlodipin mit vermehrt berichteten Lungenödemen in Verbindung gebracht.

Treatment-to-Prevent-Heart-Attack-Studie (ALLHAT)

Um neuere Therapieansätze zu vergleichen, wurden die Auswirkungen auf Mortalität und

Morbidität in einer randomisierten doppelblinden Studie untersucht (Antihypertensive and Lipid-

Lowering Treatment to Prevent Heart Attack Trial, ALLHAT): täglich 2,5 bis 10 mg Amlodipin

(Calciumkanalblocker) oder täglich 10 bis 40 mg Lisinopril (ACE-Hemmer) als First-Line-

Therapie im Vergleich mit dem Thiaziddiuretikum Chlortalidon (12,5 bis 25 mg täglich) bei

leichter bis mittelschwerer Hypertonie.

In diese Studie wurden insgesamt 33.357 Bluthochdruck-Patienten ab einem Alter von 55 Jahren

eingeschlossen und über durchschnittlich 4,9 Jahre beobachtet. Sie hatten mindestens einen

zusätzlichen Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit, einschließlich: Myokardinfarkt oder

Schlaganfall in der Anamnese (> sechs Monate vor Einschluss in die Studie) bzw. eine andere

nachgewiesene atherosklerotische Herz-Kreislauferkrankung (insgesamt 51,5 %), Typ 2 Diabetes

(36,1 %) HDL-C <35 mg/dl (11,6 %), durch EKG oder Echokardiographie bestätigte

linksventrikuläre Hypertrophie (20,9 %), Zigarettenraucher (21,9 %).

Der primäre Endpunkt war die Kombination aus Tod durch koronare Herzkrankheit und

nichttödlichem Myokardinfarkt. Zwischen der Amlodipin-Therapie und der Chlortalidon-Therapie

ergab sich hinsichtlich des primären Endpunkts kein signifikanter Unterschied (RR 0,98 95 %-KI

(0,90-1,07) p=0,65). Bei den sekundären Endpunkten war die Häufigkeit von Herzinsuffizienz

(Bestandteil eines zusammengesetzten kardiovaskulären Endpunkts) in der Amlodipin-Gruppe im

Vergleich mit der Chlortalidon-Gruppe signifikant höher (10,2 % vs. 7,7 %; RR 1,38; 95 %-KI

1,25 bis 1,52; p<0,001). Bei der Gesamtmortalität gab es jedoch zwischen der Amlodipin-Therapie

und der Chlortalidon-Therapie keine signifikanten Unterschiede (RR 0,96 95 %-KI [0,89-1,02]

p=0,20).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Candesartancilexetil

Resorption und Verteilung

Nach oraler Gabe wird Candesartancilexetil in die aktive Wirkform Candesartan umgewandelt. Die

absolute Bioverfügbarkeit von Candesartan beträgt nach einer oralen Candesartancilexetil-Lösung

etwa 40 %. Die relative Bioverfügbarkeit der Kapsel-Formulierung verglichen mit der gleichen

oralen Lösung beträgt ca. 34 % mit sehr geringer Variabilität. Die geschätzte absolute

Bioverfügbarkeit der Kapsel beträgt daher 14 %. Die mittlere Serumhöchstkonzentration (C

wird 3 bis 4 Stunden nach Kapseleinnahme erreicht. Die Candesartan-Serumkonzentrationen

steigen innerhalb des therapeutischen Dosierungsbereichs mit steigenden Dosen linear an.

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Pharmakokinetik von Candesartan wurden nicht

beobachtet. Die Fläche unter der Serumkonzentration/Zeit-Kurve (AUC) von Candesartan wird

durch Nahrung nicht signifikant beeinflusst.

Candesartan wird in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden (mehr als 99 %). Das apparente

Verteilungsvolumen von Candesartan beträgt 0,1 l/kg.

Die Bioverfügbarkeit von Candesartan wird durch Nahrung nicht beeinflusst.

Biotransformation und Elimination

Candesartan wird hauptsächlich unverändert über Urin und Galle und nur in einem geringfügigen

Ausmaß durch den Leber-Metabolismus (CYP2C9) ausgeschieden.

Vorhandene Interaktionsstudien zeigen keine Wirkungen auf CYP2C9 und CYP3A4. Basierend auf

in-vitro-

Daten würden

in-vivo

keine Wechselwirkungen mit Substanzen erwartet werden, deren

Metabolismus von den Cytochrom-P450-Isoenzymen CYP1A2, CYP2A6, CYP2C9, CYP2C19,

CYP2D6, CYP2E1 oder CYP3A4 abhängig ist. Die terminale Halbwertszeit von Candesartan

beträgt ca. 9 Stunden. Nach Mehrfachgabe kommt es nicht zu einer Akkumulation.

Die Gesamtplasma-Clearance von Candesartan beträgt ca. 0,37 ml/min/kg mit einer renalen

Clearance von etwa 0,19 ml/min/kg. Die renale Ausscheidung von Candesartan erfolgt sowohl

durch glomeruläre Filtration als auch durch aktive tubuläre Sekretion. Nach einer oralen Dosis von

C-markiertem Candesartancilexetil werden ungefähr 26 % der Dosis als Candesartan und 7 % als

inaktiver Metabolit mit dem Urin ausgeschieden, während ungefähr 56 % der Dosis als

Candesartan und 10 % als inaktiver Metabolit in den Fäzes wiedergefunden werden.

Pharmakokinetik bei speziellen Populationen

Bei älteren Menschen (über 65 Jahre) sind C

und AUC von Candesartan um ca. 50 % bzw. 80 %

im Vergleich zu jungen Probanden erhöht. Das Ansprechen des Blutdrucks und die Häufigkeit von

unerwünschten Ereignissen sind jedoch nach Verabreichung der Dosis von Candesartancilexetil bei

jungen und älteren Patienten ähnlich (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion stiegen C

und AUC von

Candesartan während wiederholter Dosierung im Vergleich zu Patienten mit normaler

Nierenfunktion um ca. 50 % bzw. 70 % an, t

blieb unverändert. Die entsprechenden

Veränderungen bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion betrugen ca. 50 %

bzw. 110 %. Die terminale t

von Candesartan war bei Patienten mit schwerer Einschränkung der

Nierenfunktion ungefähr verdoppelt. Die AUC von Candesartan bei Dialysepatienten war ähnlich

der von Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion.

In zwei Studien, die beide Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion

einschlossen, gab es eine Zunahme der mittleren AUC von Candesartan von ca. 20 % in der einen

Studie und 80 % in der anderen Studie (siehe Abschnitt 4.2). Es liegen keine Erfahrungen bei

Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion vor.

Amlodipin

Resorption, Verteilung, Plasmaproteinbindung

:

Nach Einnahme therapeutischer Dosen wird

Amlodipin gut resorbiert, wobei Spitzenkonzentrationen im Blut nach 6-12 Stunden nach der Dosis

erreicht werden. Die absolute Bioverfügbarkeit beim Menschen beträgt etwa 64 bis 80 %. Das

Verteilungsvolumen beträgt etwa 21 l/kg. In

in-vitro

konnte gezeigt werden, dass etwa 97,5 % des

zirkulierenden Amlodipin an Plasmaproteine gebunden sind. Die Bioverfügbarkeit von Amlodipin

ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme.

Biotransformation/Elimination

Die terminale Plasmahalbwertszeit beträgt 35 bis 50 Stunden und ermöglicht eine einmal tägliche

Dosierung. Amlodipin wird in der Leber größtenteils zu inaktiven Metaboliten verstoffwechselt. Im

Urin werden 10 % der Substanz unverändert sowie 60 % der Metaboliten ausgeschieden.

Behandlung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Zur Anwendung von Amlodipin bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen sehr

begrenzte klinische Daten vor. Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion zeigen eine verringerte

Clearance von Amlodipin, was zu einer verlängerten Halbwertszeit und einer um ca. 40 bis 60 %

erhöhten AUC führt.

Ältere Patienten

Die Zeitspanne bis zum Erreichen von maximalen Plasmakonzentrationen von Amlodipin ist bei

älteren und jüngeren Patienten gleich. Bei älteren Patienten scheint die Amlodipin-Clearance

herabgesetzt zu sein, was zu einer Erhöhung der AUC und der Eliminationshalbwertszeit führt. Die

Erhöhung der AUC und der Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit Herzinsuffizienz entsprach

den Erwartungen in Bezug auf die untersuchte Altersgruppe.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Daten, die für die Komponenten dieser Fixdosiskombination verfügbar sind, sind

untenstehend angeführt.

Candesartan

Unter klinisch relevanten Dosen gab es keine Hinweise auf eine abnorme systemische oder eine

Zielorgan-Toxizität. In präklinischen Sicherheitsstudien hatte Candesartan in hohen Dosen bei

Mäusen, Ratten, Hunden und Affen Wirkungen auf die Nieren und auf die Parameter der roten

Blutkörperchen. Candesartan führte zu einem Rückgang der Parameter der roten Blutkörperchen

(Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit). Effekte auf die Nieren (wie z. B. interstitielle Nephritis,

Tubulusvergrößerung, basophile Tubuli; erhöhte Plasmakonzentrationen von Harnstoff und

Kreatinin) wurden durch Candesartan hervorgerufen, was eine Folge der hypotensiven Wirkung

sein könnte, welche zu Veränderungen der Nierendurchblutung führt. Darüber hinaus führte

Candesartan zu Hyperplasie/Hypertrophie der juxtaglomerulären Zellen. Man nimmt an, dass diese

Veränderungen durch die pharmakologische Aktivität von Candesartan verursacht werden. Für

therapeutische Dosen von Candesartan beim Menschen scheint die Hyperplasie/Hypertrophie der

renalen juxtaglomerulären Zellen keinerlei Bedeutung zu haben.

In der späten Trächtigkeit ist eine Fetotoxizität beobachtet worden (siehe Abschnitt 4.6).

Daten aus

in-vitro

- und

in-vivo

-Mutagenitätstests zeigen, dass Candesartan unter den Bedingungen

einer klinischer Anwendung keine mutagenen oder klastogenen Aktivitäten ausübt.

Es gab keine Anzeichen auf Kanzerogenität.

Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der

Niere

in utero

. Es wurde gezeigt, dass eine Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

zu einer anomalen Nierenentwicklung bei sehr jungen Mäusen führt. Die Verabreichung von

Arzneimitteln, die direkt auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System wirken, kann eine normale

Nierenentwicklung beeinflussen. Daher sollten Kinder, die jünger als 1 Jahr sind

Candesartancilexetil nicht erhalten (siehe Abschnitt 4.3).

Amlodipin

Reproduktionstoxizität

In Studien zur Reproduktionstoxizität wurden bei Ratten und Mäusen bei Dosierungen, die rund

50-mal höher waren als die auf mg/kg bezogene empfohlene Maximaldosis beim Menschen, eine

Verzögerung des Geburtstermins, eine Verlängerung des Geburtsvorgangs und eine erhöhte

perinatale Mortalität der Nachkommen beobachtet.

Beeinträchtigung der Fertilität

Bei Dosierungen bis zu 10 mg/kg/Tag (das 8-Fache* der empfohlenen Maximaldosis von 10 mg

beim Menschen, bezogen auf mg/m

) zeigten sich keine Auswirkungen auf die Fertilität von mit

Amlodipin behandelten Ratten (bei Männchen für 64 Tage und Weibchen 14 Tage vor der

Paarung). In einer anderen Studie an Ratten, in der männliche Ratten über 30 Tage mit

Amlodipinbesilat in Dosen behandelt wurden, die, bezogen auf mg/kg, mit der Dosierung beim

Menschen vergleichbar waren, wurde sowohl eine Abnahme des follikelstimulierenden Hormons

und des Testosterons im Plasma als auch eine Abnahme der Spermiendichte und eine Verringerung

reifer Spermatiden und Sertoli-Zellen gefunden.

*Ausgehend von einem 50 kg schweren Patienten

Kanzerogenität, Mutagenität

Bei Ratten und Mäusen, die über zwei Jahre Amlodipin in Tagesdosen von 0,5, 1,25 und 2,5 mg/kg

im Futter erhielten, ergaben sich keine Hinweise auf eine Kanzerogenität. Die höchste Dosis (für

Mäuse ebenso viel und für Ratten das Doppelte* der empfohlenen Maximaldosis von 10 mg beim

Menschen, bezogen auf mg/m

) lag nahe an der maximal von Mäusen tolerierten Dosis, jedoch

nicht an der von Ratten.

Mutagenitätsstudien ergaben keine arzneimittelbedingten Wirkungen auf dem Gen- oder auf dem

Chromosomen-Niveau.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt:

Lactose-Monohydrat

Maisstärke

Carmellose-Calcium

Macrogol Typ 8000

Hyprolose

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

Kapselhülle - Unterteil:

Titandioxid (E 171)

Gelatine

Kapselhülle - Oberteil (8 mg/5 mg, 8 mg/10 mg):

Chinolingelb (E 104)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172)

Titandioxid (E 171)

Gelatine

Kapselhülle – Oberteil (16 mg/5 mg):

Chinolingelb (E 104)

Titandioxid (E 171)

Gelatine

Kapselhülle – Oberteil (16 mg/10 mg):

Titandioxid (E 171)

Gelatine

Drucktinte (8 mg/10 mg, 16 mg/5 mg):

Schellack

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Propylenglycol

Ammoniaklösung, konzentriert

Kaliumhydroxid

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

36 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Dieses Arzneimittel benötigt keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PA/Aluminium/PVC-Aluminium-Blisterpackungen in einer Kartonschachtel.

Die Verpackung enthält 28 oder 56 Hartkapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Adamed Pharma S.A.

ul. Mariana Adamkiewicza 6a

05-152 Pieńków, Czosnów

Polen

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

2203513.00.00

2203514.00.00

2203515.00.00

2203516.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

24. September 2020

10.

STAND DER INFORMATION

09.2020

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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