Bylvay

Europäische Union - Deutsch - EMA (European Medicines Agency)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-01-1970

Wirkstoff:
Odevixibat
Verfügbar ab:
Albireo
ATC-Code:
A05AX
INN (Internationale Bezeichnung):
odevixibat
Therapiegruppe:
Gallen- und Lebertherapie
Therapiebereich:
Cholestasis, Intrahepatic
Anwendungsgebiete:
Bylvay is indicated for the treatment of progressive familial intrahepatic cholestasis (PFIC) in patients aged 6 months or older (see sections 4. 4 und 5.
Berechtigungsstatus:
Autorisiert
Zulassungsnummer:
EMEA/H/C/004691
Berechtigungsdatum:
2021-07-16
EMEA-Code:
EMEA/H/C/004691

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Bulgarisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Bulgarisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Bulgarisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Spanisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Spanisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Spanisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Tschechisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Tschechisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Tschechisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Dänisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Dänisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Dänisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Estnisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Estnisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Estnisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Griechisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Griechisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Griechisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Englisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Englisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Englisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Französisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Italienisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Lettisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Lettisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Lettisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Litauisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Litauisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Litauisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Ungarisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Ungarisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Ungarisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Maltesisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Maltesisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Maltesisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Niederländisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Niederländisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Niederländisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Polnisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Polnisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Polnisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Portugiesisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Portugiesisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Portugiesisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Rumänisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Rumänisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Rumänisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Slowakisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Slowakisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Slowakisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Slowenisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Slowenisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Slowenisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Finnisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Finnisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Finnisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Schwedisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Schwedisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Schwedisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Norwegisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Norwegisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Isländisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Isländisch

01-01-1970

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Kroatisch

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation - Kroatisch

01-01-1970

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Kroatisch

01-01-1970

Lesen Sie das vollständige Dokument

B.

PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Bylvay 200 Mikrogramm Hartkapseln

Bylvay 400 Mikrogramm Hartkapseln

Bylvay 600 Mikrogramm Hartkapseln

Bylvay 1 200 Mikrogramm Hartkapseln

Odevixibat

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Bylvay und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bylvay beachten?

Wie ist Bylvay einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Bylvay aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Bylvay und wofür wird es angewendet?

Bylvay enthält den Wirkstoff Odevixibat. Odevixibat ist ein Arzneimittel, das die Ausscheidung von

als Gallensäuren bezeichneten Stoffen aus dem Körper erhöht. Gallensäuren sind Bestandteile der als

Galle bezeichneten Verdauungsflüssigkeit, die von der Leber produziert und in den Darm abgegeben

wird. Odevixibat hemmt den Mechanismus, der die Gallensäuren normalerweise wieder aus dem

Darm aufnimmt, wenn ihre Arbeit getan ist. Dadurch können die Gallensäuren über den Stuhl aus dem

Körper ausgeschieden werden.

Bylvay wird zur Behandlung der progressiven familiären intrahepatischen Cholestase (PFIC) bei

Patienten ab einem Alter von 6 Monaten angewendet. PFIC ist eine Lebererkrankung, die durch die

Ansammlung von Gallensäuren (Cholestase) verursacht wird, die sich im Laufe der Zeit

verschlimmert und oft mit schwerem Juckreiz einhergeht.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bylvay beachten?

Bylvay darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Odevixibat oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Bylvay einnehmen, wenn:

bei Ihnen ein vollständiges Fehlen oder eine mangelnde Funktion des Proteins der

Gallensalzexportpupme (BSEP) nachgewiesen wurde,

Sie eine schwere Leberfunktionsstörung haben,

Sie verringerte Magen- oder Darmmotilität haben oder der Kreislauf von Gallensäuren zwischen

Leber, Galle und Dünndarm aufgrund von Arzneimitteln, chirurgischen Eingriffen oder anderen

Krankheiten als PFIC verringert ist,

da diese Faktoren die Wirkung von Odevixibat beeinträchtigen können.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie während der Anwendung von Bylvay an Durchfall

leiden. Patienten mit Durchfall sollten ausreichend Flüssigkeit trinken, um einem Flüssigkeitsmangel

vorzubeugen.

Bei einigen Patienten, die Bylvay erhalten, können erhöhte Leberwerte auftreten. Eine Überprüfung

der Leberfunktion wird vor der Behandlung mit Bylvay bei allen Patienten empfohlen. Ihr Arzt kann

Ihnen eine häufigere Überwachung empfehlen, wenn Ihre Leberwerte erhöht sind.

Ihr Arzt kann empfehlen, dass Ihr Vitamin-A-, -D- und -E-Spiegel im Blut und der

Blutgerinnungswert INR vor und während der Behandlung mit Bylvay getestet werden.

Kinder

Bylvay wird nicht für Säuglinge unter 6 Monaten empfohlen, da nicht bekannt ist, ob das Arzneimittel

bei dieser Altersgruppe sicher und wirksam ist.

Einnahme von Bylvay zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Die Behandlung mit Odevixibat kann die Aufnahme fettlöslicher Vitamine wie Vitamin A, D und E

sowie einiger Arzneimittel, einschließlich oral eingenommener Verhütungsmittel, beeinflussen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Die Anwendung von Bylvay während der Schwangerschaft und bei Frauen in gebärfähigem Alter, die

keine Empfängnisverhütung anwenden, wird nicht empfohlen. Es wird die Anwendung einer

Barrieremethode zur Empfängnisverhütung empfohlen, da die Aufnahme lipophiler oraler

Verhütungsmittel durch Odevixibat beeinträchtigt werden kann.

Es ist nicht bekannt, ob Odevixibat in die Muttermilch übergehen und sich auf das Kind auswirken

kann. Ihr Arzt wird Ihnen helfen, zu entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die

Behandlung mit Bylvay vermieden werden sollte. Dabei wird der Nutzen des Stillens für das Kind und

der Nutzen von Bylvay für die Mutter berücksichtigt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bylvay hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

3.

Wie ist Bylvay einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Behandlung muss von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der Erfahrung in der

Behandlung einer progressiven Lebererkrankung mit vermindertem Gallenfluss besitzt.

Die Dosis von Bylvay hängt von Ihrem Körpergewicht ab. Ihr Arzt wird für Sie die richtige Anzahl

und Stärke der Kapseln bestimmen, die Sie einnehmen sollen.

Die empfohlene Dosis beträgt

40 Mikrogramm Odevixibat pro Kilogramm Körpergewicht einmal täglich.

Wenn das Arzneimittel nach 3 Monaten nicht ausreichend wirksam ist, kann Ihr Arzt die Dosis

auf 120 Mikrogramm Odevixibat pro Kilogramm Körpergewicht (bis höchstens

7 200 Mikrogramm einmal täglich) erhöhen.

Für Erwachsene werden keine Dosisunterschiede empfohlen.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Kapseln einmal täglich morgens mit oder ohne Nahrung ein.

Alle Kapseln können entweder unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt oder auf die Nahrung

gestreut werden.

Die größeren Kapseln mit 200 µg und 600 µg sind dazu bestimmt, geöffnet und auf Lebensmittel

gestreut zu werden, können aber auch im Ganzen geschluckt werden.

Die kleineren Kapseln mit 400 µg und 1200 µg sind dazu bestimmt, im Ganzen geschluckt zu werden,

können aber auch geöffnet und auf Lebensmittel gestreut werden.

So öffnen Sie die Kapseln und verteilen den Inhalt auf die Nahrung:

Geben Sie eine kleine Menge weicher Lebensmittel in eine Schüssel (2 Esslöffel/30 ml Joghurt,

Apfelmus, Bananen- oder Karottenpüree, Schokoladenpudding, Milchreis oder Haferbrei). Die

Temperatur der Nahrung sollte der Raumtemperatur entsprechen oder darunter liegen;

Halten Sie die Kapsel horizontal an beiden Enden

und drehen Sie sie in entgegengesetzte Richtungen.

Ziehen Sie die Kapsel auseinander, sodass der

Inhalt in die Schüssel mit der weichen Nahrung

fällt.

Tippen Sie die Kapsel vorsichtig an, damit alle

Pellets herausfallen.

Wiederholen Sie die letzten Schritte, wenn die

Dosis mehr als eine Kapsel erfordert.

Rühren Sie den Inhalt der Kapsel vorsichtig in die

weiche Nahrung ein.

Nehmen Sie die gesamte Dosis unmittelbar nach dem Einrühren ein. Bewahren Sie das Gemisch

nicht für den späteren Verzehr auf.

Trinken Sie nach der Einnahme der Dosis ein Glas Wasser.

Entsorgen Sie alle leeren Kapselhüllen.

Falls das Arzneimittel Ihre Erkrankung nach 6-monatiger kontinuierlicher täglicher Behandlung nicht

lindert, wird Ihnen Ihr Arzt eine andere Behandlung empfehlen.

Wenn Sie eine größere Menge von Bylvay eingenommen haben, als Sie sollten

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vermuten, dass Sie zu viel Bylvay eingenommen haben.

Mögliche Symptome einer Überdosierung sind Durchfall sowie Magen- und Darmbeschwerden.

Wenn Sie die Einnahme von Bylvay vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Nehmen Sie die nächste Dosis am folgenden Tag zum gewohnten Zeitpunkt ein.

Wenn Sie die Einnahme von Bylvay abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Bylvay nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Nebenwirkungen können mit den folgenden Häufigkeiten auftreten:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Durchfall, einschließlich Durchfall mit blutigem Stuhl, weicher Stuhl

Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen)

Vergrößerung der Leber

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Bylvay aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Flasche nach „verwendbar bis“

bzw. „verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Für dieses Arzneimittel

sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Bylvay enthält

Der Wirkstoff ist: Odevixibat.

Jede Bylvay 200 Mikrogramm Hartkapsel enthält 200 Mikrogramm Odevixibat (als 1,5 H

Jede Bylvay 400 Mikrogramm Hartkapsel enthält 400 Mikrogramm Odevixibat (als 1,5 H

Jede Bylvay 600 Mikrogramm Hartkapsel enthält 600 Mikrogramm Odevixibat (als 1,5 H

Jede Bylvay 1 200 Mikrogramm Hartkapsel enthält 1 200 Mikrogramm Odevixibat (als

1,5 H

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt

Mikrokristalline Cellulose

Hypromellose

Kapselhülle

Bylvay 200 µg und 600 µg Hartkapseln

Hypromellose

Titandioxid (E171)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Bylvay 400 µg und 1 200 µg Hartkapseln

Hypromellose

Titandioxid (E171)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Eisen(III)-oxid (E172)

Drucktinte

Schellack

Propylenglycol

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Wie Bylvay aussieht und Inhalt der Packung

Bylvay 200 Mikrogramm Hartkapseln:

Kapsel der Größe 0 (21,7 mm x 7,64 mm) mit lichtundurchlässigem elfenbeinweißen Kapseloberteil

und lichtundurchlässigem weißen Kapselunterteil mit der Aufschrift „A200“ in schwarzer Tinte.

Bylvay 400 Mikrogramm Hartkapseln:

Kapsel der Größe 3 (15,9 mm x 5,82 mm) mit lichtundurchlässigem orangefarbenen Kapseloberteil

und lichtundurchlässigem weißen Kapselunterteil mit der Aufschrift „A400“ in schwarzer Tinte.

Bylvay 600 Mikrogramm Hartkapseln:

Kapsel der Größe 0 (21,7 mm x 7,64 mm) mit lichtundurchlässigem elfenbeinweißen Kapselober- und

-unterteil mit der Aufschrift „A600“ in schwarzer Tinte.

Bylvay 1 200 Mikrogramm Hartkapseln:

Kapsel der Größe 3 (15,9 mm x 5,82 mm) mit lichtundurchlässigem orangefarbenen Kapselober- und -

unterteil mit der Aufschrift „A1200“ in schwarzer Tinte.

Bylvay Hartkapseln sind in einer Kunststoffflasche mit kindergesichertem Originalitätsverschluss aus

Polypropylen verpackt. Packungsgröße: 30 Hartkapseln.

Pharmazeutischer Unternehmer

Albireo AB

Arvid Wallgrens backe 20

413 46 Göteborg

Schweden

E-Mail: medinfo@albireopharma.com

Hersteller

Almac Pharma Services Ltd.

Seagoe Industrial Estate

Portadown, Craigavon

County Armagh

BT63 5UA

Vereinigtes Königreich (Nordirland)

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Dieses Arzneimittel wurde unter „Außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen. Das bedeutet, dass es

aufgrund der Seltenheit dieser Erkrankung nicht möglich war, vollständige Informationen zu diesem

Arzneimittel zu erhalten.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird alle neuen Informationen zu diesem Arzneimittel, die

verfügbar werden, jährlich bewerten, und falls erforderlich, wird die Packungsbeilage aktualisiert

werden.

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/

verfügbar.

Sie finden dort auch Links zu anderen Internetseiten über seltene Erkrankungen und Behandlungen.

ANHANG IV

SCHLUSSFOLGERUNGEN DER EUROPÄISCHEN ARZNEIMITTEL-AGENTUR ZUR

ERTEILUNG DER GENEHMIGUNG FÜR DAS INVERKEHRBRINGEN UNTER

„AUSSERGEWÖHNLICHEN UMSTÄNDEN“

Schlussfolgerungen der Europäischen Arzneimittel-Agentur

Genehmigung für das Inverkehrbringen unter „außergewöhnlichen Umständen“

Der CHMP ist nach Prüfung des Antrages der Ansicht, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis positiv ist,

und empfiehlt die Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen unter „außergewöhnlichen

Umständen“, wie im Europäischen Öffentlichen Beurteilungsbericht näher erläutert wird.

ANHANG I

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bylvay 200 Mikrogramm Hartkapseln

Bylvay 400 Mikrogramm Hartkapseln

Bylvay 600 Mikrogramm Hartkapseln

Bylvay 1 200 Mikrogramm Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Bylvay 200 µg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält Odevixibat 1,5 H

O entsprechend 200 Mikrogramm Odevixibat.

Bylvay 400 µg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält Odevixibat 1,5 H

O entsprechend 400 Mikrogramm Odevixibat.

Bylvay 600 µg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält Odevixibat 1,5 H

O entsprechend 600 Mikrogramm Odevixibat.

Bylvay 1 200 µg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält Odevixibat 1,5 H

O entsprechend 1 200 Mikrogramm Odevixibat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Bylvay 200 µg Hartkapseln

Kapsel der Größe 0 (21,7 mm x 7,64 mm) mit lichtundurchlässigem elfenbeinweißen Kapseloberteil

und lichtundurchlässigem weißen Kapselunterteil mit der Aufschrift „A200“ in schwarzer Tinte.

Bylvay 400 µg Hartkapseln

Kapsel der Größe 3 (15,9 mm x 5,82 mm) mit lichtundurchlässigem orangefarbenen Kapseloberteil

und lichtundurchlässigem weißen Kapselunterteil mit der Aufschrift „A400“ in schwarzer Tinte.

Bylvay 600 µg Hartkapseln

Kapsel der Größe 0 (21,7 mm x 7,64 mm) mit lichtundurchlässigem elfenbeinweißen Kapselober- und

-unterteil mit der Aufschrift „A600“ in schwarzer Tinte.

Bylvay 1 200 µg Hartkapseln

Kapsel der Größe 3 (15,9 mm x 5,82 mm) mit lichtundurchlässigem orangefarbenen Kapselober- und -

unterteil mit der Aufschrift „A1200“ in schwarzer Tinte.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Bylvay wird angewendet zur Behandlung der progressiven familiären intrahepatischen Cholestase

(PFIC) bei Patienten im Alter ab 6 Monaten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung muss von Ärzten eingeleitet und überwacht werden, die Erfahrung in der Behandlung

der PFIC haben.

Dosierung

Die empfohlene Dosis von Odevixibat beträgt 40 µg/kg und wird einmal täglich morgens oral

verabreicht. Odevixibat kann mit einer Mahlzeit oder unabhängig davon eingenommen werden.

Tabelle 1 zeigt die Stärke und Anzahl der Kapseln, die täglich entsprechend dem Körpergewicht

verabreicht werden sollten, um eine Dosierung von ca. 40 µg/kg/Tag zu erreichen.

Tabelle 1:

Anzahl der zum Erreichen der Nominaldosis von 40 µg/kg/Tag erforderlichen

Bylvay-Kapseln

Körpergewicht (kg)

Anzahl an 200-µg-Kapseln

Anzahl an 400-µg-Kapseln

4 bis < 7,5

1

oder

nicht zutreffend

7,5 bis < 12,5

2

oder

12,5 bis < 17,5

3

oder

nicht zutreffend

17,5 bis < 25,5

4

oder

25,5 bis < 35,5

oder

3

35,5 bis < 45,5

oder

4

45,5 bis < 55,5

oder

5

≥ 55,5

oder

6

Die durch

Fettdruck

hervorgehobene Kapselstärke/-anzahl wird basierend auf der prognostizierten

Anwenderfreundlichkeit empfohlen.

Dosiseskalation

Bei einigen Patienten kann nach Beginn der Behandlung mit Odevixibat allmählich eine Linderung

des Pruritus und eine Senkung des Gallensäurespiegels im Serum auftreten. Wenn nach 3-monatiger

kontinuierlicher Therapie kein angemessenes klinisches Ansprechen erreicht wird, kann die Dosis auf

120 µg/kg/Tag erhöht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Tabelle 2 zeigt die Stärke und Anzahl der Kapseln, die basierend auf dem Körpergewicht täglich

verabreicht werden sollten, um eine Dosierung von ungefähr 120 µg/kg/Tag zu erreichen, wobei die

Tageshöchstdosis von 7 200 µg/Tag nicht überschritten werden darf.

Tabelle 2:

Anzahl der zum Erreichen der Nominaldosis von 120 µg/kg/Tag erforderlichen

Bylvay-Kapseln

Körpergewicht (kg)

Anzahl an 600-µg-Kapseln

Anzahl an 1 200-µg-Kapseln

4 bis < 7,5

1

oder

nicht zutreffend

7,5 bis < 12,5

2

oder

12,5 bis < 17,5

3

oder

nicht zutreffend

17,5 bis < 25,5

4

oder

25,5 bis < 35,5

oder

3

35,5 bis < 45,5

oder

4

45,5 bis < 55,5

oder

5

≥ 55,5

oder

6

Die durch

Fettdruck

hervorgehobene Kapselstärke/-anzahl wird basierend auf der prognostizierten

Anwenderfreundlichkeit empfohlen.

Eine alternative Behandlung sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, für die nach 6-monatiger

kontinuierlicher täglicher Behandlung mit Odevixibat kein therapeutischer Nutzen nachgewiesen

werden kann.

Versäumte Dosen

Wenn eine Dosis Odevixibat versäumt wird, sollte der Patient die versäumte Dosis so schnell wie

möglich einnehmen, ohne die Menge von einer Dosis pro Tag zu überschreiten.

Besondere Patientengruppen

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung

erforderlich.

Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Odevixibat bei Patienten mit mittelschwerer bis

schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz (ESRD) vor

(siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung

erforderlich (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).

Für PFIC-Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) liegen keine Daten

vor. Bei diesen Patienten kann eine zusätzliche Überwachung auf Nebenwirkungen gerechtfertigt sein,

wenn Odevixibat angewendet wird (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Odevixibat bei Kindern im Alter von weniger als 6 Monaten ist

nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Bylvay ist zum Einnehmen. Das Arzneimittel ist morgens mit oder ohne Nahrung einzunehmen (siehe

Abschnitt 5.2).

Die größeren Kapseln mit 200 µg und 600 µg sind dazu bestimmt, geöffnet und auf Lebensmittel

gestreut zu werden, können aber auch im Ganzen geschluckt werden.

Die kleineren Kapseln mit 400 µg und 1 200 µg sind dazu bestimmt, im Ganzen geschluckt zu werden,

können aber auch geöffnet und auf Lebensmittel gestreut werden.

Wird die Kapsel im Ganzen geschluckt, sollte der Patient angewiesen werden‚ sie morgens mit einem

Glas Wasser einzunehmen.

Beim Öffnen der Kapseln sollte der Patient angewiesen werden, wie folgt vorzugehen:

eine kleine Menge (30 ml/2 Esslöffel) weicher Nahrung (Joghurt, Apfelmus, Haferbrei,

Bananenpüree, Karottenpüree, Schokoladenpudding oder Milchreis) in eine Schüssel geben. Die

Temperatur der Nahrung sollte der Raumtemperatur entsprechen oder darunter liegen;

die Kapsel horizontal an beiden Enden anfassen, in entgegengesetzte Richtung drehen und

auseinanderziehen, sodass die Pellets in die Schüssel mit der weichen Nahrung fallen. Die

Kapsel sollte vorsichtig angetippt werden, damit alle Pellets herausfallen;

den letzten Schritt wiederholen, wenn die Dosis mehr als eine Kapsel erfordert;

die Pellets vorsichtig mit einem Löffel in die weiche Nahrung einrühren;

die gesamte Dosis unmittelbar nach dem Einrühren einnehmen. Das Gemisch nicht zum

späteren Verzehr aufbewahren;

nach Einnahme der Dosis ein Glas Wasser trinken;

alle leeren Kapselhüllen entsorgen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Der Wirkmechanismus von Odevixibat setzt voraus, dass der enterohepatische Kreislauf von

Gallensäuren und der Gallensalztransport in die Gallenkanälchen erhalten bleibt. Zustände,

Medikamente oder chirurgische Eingriffe, die entweder die gastrointestinale Motilität oder den

enterohepatischen Kreislauf der Gallensäuren beeinträchtigen, einschließlich des Transports der

Gallensalze in die Gallenkanälchen, können die Wirksamkeit von Odevixibat reduzieren. Aus diesem

Grund werden z. B. Patienten mit PFIC2, die ein vollständiges Fehlen oder eine mangelnde Funktion

des Proteins der Gallensalzexportpupme (BSEP) aufweisen (d. h. Patienten mit dem BSEP3-Subtyp

von PFIC2), nicht auf Odevixibat ansprechen.

Zu Odevixibat bei anderen PFIC-Subtypen als 1 und 2 liegen begrenzte bzw. keine klinischen Daten

vor.

Die Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) wurde

nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2). Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollten

regelmäßige Leberfunktionstests in Betracht gezogen werden.

Diarrhö wurde als häufige Nebenwirkung bei der Einnahme von Odevixibat gemeldet. Diarrhö kann

zu Dehydratation führen. Die Patienten sollten regelmäßig überwacht werden, um eine ausreichende

Hydration während Diarrhö-Episoden sicherzustellen (siehe Abschnitt 4.8).

In klinischen Studien wurden bei einigen Patienten, die Odevixibat erhielten, erhöhte

Leberfunktionswerte beobachtet. Vor Beginn der Einnahme von Bylvay wird bei allen Patienten eine

Beurteilung der Leberfunktionswerte (Alaninaminotransferase, Aspartataminotransferase, Gamma-

Glutamyltransferase, alkalische Phosphatase und Gesamtbilirubin) empfohlen; die Überwachung sollte

entsprechend der klinischen Standardpraxis erfolgen.

Bei Patienten mit erhöhten Leberfunktionswerten sollte eine häufigere Überwachung in Betracht

gezogen werden.

Vor Beginn der Einnahme von Bylvay wird bei allen Patienten die Beurteilung der Spiegel

fettlöslicher Vitamine (Vitamin A, D, E) und der International Normalised Ratio (INR) empfohlen; die

Überwachung sollte entsprechend der klinischen Standardpraxis erfolgen.

Die Behandlung mit Odevixibat kann die Resorption fettlöslicher Arzneimittel, einschließlich

lipophiler oraler Kontrazeptiva, beeinflussen (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Transporter-vermittelte Wechselwirkungen

Odevixibat ist ein Substrat für den Effluxtransporter P-Glycoprotein (P-gp). Bei gesunden

erwachsenen Studienteilnehmern erhöhte die gleichzeitige Anwendung des starken P-gp-Inhibitors

Itraconazol die Plasmaexposition einer Einzeldosis Odevixibat 7 200 µg um etwa 50-60 %. Dieser

Anstieg wird nicht als klinisch relevant angesehen. Es wurden keine weiteren potenziell relevanten

Transporter-vermittelten Wechselwirkungen

in vitro

festgestellt (siehe Abschnitt 5.2).

Cytochrom-P450-vermittelte Wechselwirkungen

In vitro

induzierte Odevixibat keine CYP-Enzyme (siehe Abschnitt 5.2).

In-vitro

-Studien erwies sich Odevixibat als CYP3A4/5-Inhibitor (siehe Abschnitt 5.2).

Bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern verringerte die gleichzeitige Anwendung von

Odevixibat die Fläche unter der Kurve (AUC) von oralem Midazolam (einem CYP3A4-Substrat) um

30 % und die 1-OH-Midazolam-Exposition um weniger als 20 %, was nicht als klinisch relevant

angesehen wird.

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit UDCA und Rifampicin

durchgeführt.

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit oralen hormonellen Kontrazeptiva

oder anderen lipophilen Arzneimitteln durchgeführt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die

Resorption oraler Kontrazeptiva bei gleichzeitiger Anwendung von Odevixibat beeinflusst wird.

In klinischen Studien wurden bei einigen Patienten, die Odevixibat erhielten, reduzierte Spiegel

fettlöslicher Vitamine beobachtet. Die Spiegel fettlöslicher Vitamine sollten überwacht werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

durchgeführt. Es sind keine Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen zu

erwarten.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, wenn sie mit

Bylvay behandelt werden. Da die Aufnahme von lipophilen oralen Kontrazeptiva durch Odevixibat

beeinträchtigt werden kann, sollte eine Barriereverhütungsmethode angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Odevixibat bei

Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Bylvay während der Schwangerschaft und bei Frauen im

gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Odevixibat oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Es gibt nur

ungenügende Informationen darüber, ob Odevixibat beim Tier in die Milch übergeht (siehe

Abschnitt 5.3).

Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung

darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Bylvay

verzichtet werden soll/die Behandlung mit Bylvay zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen

des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Mutter zu berücksichtigen.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten zur Fertilität beim Menschen vor. Tierexperimentelle Studien

ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte Auswirkungen auf die Fertilität oder Reproduktion

(siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Bylvay hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten gemeldete Nebenwirkung war Diarrhö (bei 7 % der Patienten).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In der Tabelle sind die Nebenwirkungen aufgelistet, die in klinischen Studien an Patienten mit PFIC

im Alter von 4 Monaten bis 25 Jahren (Median: 3 Jahre 7 Monate) identifiziert wurden.

Die Nebenwirkungen werden nach Systemorganklassen eingeteilt und wie folgt klassifiziert: sehr

häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000,

< 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 3:

Häufigkeit der Nebenwirkungen bei PFIC-Patienten

MedDRA-Systemorganklasse

Häufig

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Diarrhö,

Abdominalschmerz

hämorrhagische Diarrhö,

weicher Stuhl

Leber- und Gallenerkrankungen

Hepatomegalie

Einschließlich Schmerzen im Oberbauch

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Gastrointestinale Nebenwirkungen

Gastrointestinale Nebenwirkungen traten bei mit Bylvay behandelten Patienten mit einer Häufigkeit

von 11 % auf. Die Nebenwirkungen Diarrhö, Abdominalschmerz und weicher Stuhl waren von kurzer

Dauer, wobei die meisten Ereignisse ≤ 5 Tage dauerten; der Median für den Zeitpunkt des ersten

Auftretens lag bei 16 Tagen. Alle gemeldeten Ereignisse waren von leichtem bis mittlerem

Schweregrad und nicht schwerwiegend. Zwei Patienten hatten klinisch signifikante Diarrhö als

Nebenwirkung. Diese wird definiert als Diarrhö, die ohne sonstige Ätiologie 21 oder mehr Tage

andauerte und schwer war, stationäre Behandlung erforderte oder als wichtiges medizinisches Ereignis

angesehen wurde, oder die mit einer Dehydratation einherging, die eine Behandlung mit oraler oder

intravenöser Flüssigkeitstherapie und/oder andere Behandlungsmaßnahmen erforderte (siehe

Abschnitt 4.4). Bei 4 % der Patienten wurde von Behandlungsunterbrechungen aufgrund von Diarrhö

berichtet, und bei 1 % der Patienten wurde ein Abbruch der Anwendung von Bylvay aufgrund von

Diarrhö berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine Überdosierung kann zu Symptomen führen, die durch ein übermäßig starkes Auftreten der

bekannten pharmakodynamischen Wirkungen des Arzneimittels bedingt sind. Diese sind vor allem

Diarrhö und gastrointestinale Wirkungen.

Die maximale Dosis, die gesunden Studienteilnehmern in klinischen Studien gegeben wurde, war

Odevixibat 10 000 µg als Einzeldosis ohne unerwünschte Folgen.

Im Falle einer Überdosierung ist der Patient symptomatisch zu behandeln, und unterstützende

Maßnahmen sind nach Bedarf einzuleiten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gallen- und Lebertherapie, andere Mittel zur Gallentherapie, ATC-

Code: A05AX05

Wirkmechanismus

Odevixibat ist ein reversibler, starker, selektiver Inhibitor des ilealen Gallensäuretransporters (IBAT).

Pharmakodynamische Wirkungen

Odevixibat wirkt lokal im distalen Ileum. Es verringert die Wiederaufnahme der Gallensäuren, erhöht

die Clearance der Gallensäuren über den Dickdarm und reduziert so die Gallensäurekonzentration im

Serum. Das Ausmaß der Reduktion der Gallensäuren im Serum korreliert nicht mit der systemischen

Pharmakokinetik.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Bylvay bei Patienten mit PFIC wurde in zwei Phase-III-Studien bewertet. Bei

Studie 1 handelte es sich um eine 24-wöchige, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte

Studie, an der 62 Patienten mit bestätigter PFIC-Typ-1- oder PFIC-Typ-2-Diagnose teilnahmen. Die

Patienten wurden 1:1:1 randomisiert und erhielten Placebo oder 40 µg/kg/Tag Odevixibat oder

120 µg/kg/Tag Odevixibat und wurden nach PFIC-Typ (1 oder 2) und Alter (6 Monate bis 5 Jahre, 6

bis 12 Jahre und 13 bis ≤ 18 Jahre) stratifiziert. Patienten mit pathologischen Variationen des

ABCB11-Gens, die das vollständige Fehlen des BSEP-Proteins prognostizieren, und Patienten mit

ALT-Konzentrationen > 10 x ULN oder Bilirubin-Konzentrationen > 10 x ULN wurden

ausgeschlossen. Bei 13 % der Patienten war zuvor eine biliäre Diversionsoperation durchgeführt

worden. Patienten, die Studie 1 abgeschlossen hatten, konnten an Studie 2, einer 72-wöchigen offenen

Verlängerungsstudie, teilnehmen. Der primäre Endpunkt in Studie 1 war der Anteil an Patienten, bei

denen der Gallensäurespiegel im Serum (nüchtern) um mindestens 70 % gesenkt wurde oder die in

Woche 24 einen Wert von ≤ 70 µmol/l erreichten.

Der Anteil der positiven Pruritus-Bewertungen auf Patientenebene über den 24-wöchigen

Behandlungszeitraum basierend auf einem von einem Beobachter festgestellten Ergebnis („observer-

reported outcome“, ObsRO) war ein sekundärer Endpunkt. Eine positive Pruritus-Bewertung war ein

Wert von ≤ 1 oder eine Verbesserung um mindestens 1 Punkt gegenüber dem Ausgangswert. Pruritus-

Bewertungen wurden morgens und abends mit einer 5-Punkte-Skala (0-4) durchgeführt. Weitere

sekundäre Endpunkte umfassten Veränderungen des Wachstums, der Schlafparameter (per ObsRO)

und der ALT-Konzentrationen vom Ausgangswert bis zum Ende der Behandlung.

Das Medianalter (Spanne) der Patienten in Studie 1 betrug 3,2 (0,5 bis 15,9) Jahre; 50 % der Patienten

waren männlich und 84 % weiß. 27 % der Patienten wiesen einen PFIC-Typ 1 auf und 73 % hatten

den PFIC-Typ 2. Zu Studienbeginn (Baseline) wurden 81 % der Patienten mit UDCA, 66 % mit

Rifampicin und 89 % mit UDCA und/oder Rifampicin behandelt. Die Baseline der

Leberbeeinträchtigung nach Child-Pugh-Klassifikation war bei 66 % der Patienten leicht und bei 34 %

der Patienten mittelschwer. Der mittlere Ausgangswert (Standardabweichung) der eGFR betrug 164

(30,6) ml/min/1,73 m². Die mittleren Ausgangswerte (Standardabweichung) der ALT-, AST- und

Bilirubin betrugen 99 (116,8) E/l, 101 (69,8) E/l bzw. 3,2 (3,57) mg/dl. Die mittlere Baseline

(Standardabweichung) des Pruritus-Scores (Spanne: 0-4) und der Gallensäurespiegel im Serum waren

bei den mit Odevixibat behandelten Patienten (2,9 [0,089] bzw. 252,1 [103,0] µmol/l) ähnlich wie bei

den mit Placebo behandelten Patienten (3,0 [0,143] bzw. 247,5 [101,1] µmol/l).

Tabelle 4 zeigt die Ergebnisse des Vergleichs der wichtigsten Wirksamkeitsdaten in Studie 1 zwischen

Odevixibat und Placebo. Diese Daten werden über die 24-wöchige Behandlungsdauer grafisch in

Abbildung 1 (Gallensäurespiegel im Serum) und Abbildung 2 (Pruritus-Scores) dargestellt.

Tabelle 4:

Vergleich der wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse für Odevixibat und Placebo

während des 24-wöchigen Behandlungszeitraums bei Patienten mit PFIC in Studie 1

Wirksamkeitsendpunkt

Placebo

(N = 20)

Odevixibat

40 µg/kg/Tag

(N = 23)

120 µg/kg/Tag

(N = 19)

Insgesamt

(N = 42)

Anteil der Patienten mit reduzierten Gallensäurespiegeln im Serum am Ende der Behandlung

n (%)

(95%-KI)

(0,00, 16,84)

10 (43,5)

(23,19, 65,51)

4 (21,1)

(6,05, 45,57)

14 (33,3)

(19,57, 49,55)

Relativer Unterschied im

Vergleich zu Placebo

(95%-KI)

0,44

(0,22, 0,66)

0,21

(0,02, 0,46)

0,33

(0,09, 0,50)

Einseitiger p-Wert

0,0015

0,0174

0,0015

Anteil der positiven Pruritus-Bewertungen während des Behandlungszeitraums

Anteil

28,74

58,31

47,69

53,51

Relativer Unterschied

(SF) im Vergleich zu

Placebo (95%-KI)

28,23 (9,18)

(9,83, 46,64)

21,71 (9,89)

(1,87, 41,54)

24,97 (8,24)

(8,45, 41,49)

Basiert auf dem nach PFIC-Typ stratifizierten Cochran-Mantel-Haenszel-Test. Die p-Werte für die

Dosisgruppen wurden hinsichtlich Multiplizität angepasst.

Basiert auf dem Kleinstquadrat-Mittelwert (least squares means) aus einer Kovarianzanalyse, wobei

die Baseline-Pruritus-Werte (Tag und Nacht) als Kovariaten und die Behandlungsgruppe und

Stratifikationsfaktoren (PFIC-Typ und Altersgruppe) als fixe Effekte eingestuft werden.

Abbildung 1:

Mittlere Veränderung (± SF) der Gallensäurekonzentration im Serum (µmol/l)

gegenüber der Baseline (µmol/l) im Laufe der Zeit

Abbildung 2:

Mittlere (± SF) Veränderung des Schweregrads des Pruritus (Kratzen)

gegenüber der Baseline im Laufe der Zeit

Anzahl der Patienten

Placebo

20

20

20

20

20

20

20

20

20

20

20

20

20

18

18

17

17

17

16

15

15

15

15

13

12

40 µg/kg/Tag

23

23

23

23

23

23

23

22

22

23

23

23

23

19

19

19

19

20

19

18

19

19

19

19

17

120 µg/kg/Tag

19

19

19

19

19

19

19

19

19

18

18

18

18

16

16

16

16

16

16

16

16

16

16

15

14

Alle Dosen

42

42

42

42

42

42

42

41

41

41

41

41

41

35

35

35

35

36

35

34

35

35

35

34

31

Entsprechend den Ergebnissen der Pruritus-Reduzierung (Kratzen) senkte Odevixibat den

prozentualen Anteil der Tage, an denen die Patienten lindernde Mittel benötigten; zudem benötigten

sie weniger Hilfe beim Einschlafen und es gab weniger Tage, an denen eine Betreuungsperson bei

ihnen schlafen musste. Unter der Behandlung mit Odevixibat verbesserten sich auch die

Leberfunktionswerte gegenüber der Baseline (Tabelle 5). Außerdem wird die Wirkung von Odevixibat

auf die Wachstumsparameter über 24 Wochen dargestellt.

-250

-200

-150

-100

-50

0

50

100

0

4

8

12

16

20

24

Mean (SE) of Change

from Baseline

Weeks

Placebo

N=20

Odevixibat 40 µg/kg/Tag

N=23

Odevixibat 120 µg/kg/Tag

N=19

Odevixibat Alle Dosen

N=42

-2.0

-1.5

-1.0

-0.5

0.0

0.5

0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

Mean (SE) of Change

from Baseline

Weeks

Placebo

N=20

Odevixibat 40 µg/kg/Tag

N=23

Odevixibat 120 µg/kg/Tag

N=19

Odevixibat Alle Dosen

N=42

Anzahl der Patienten

Placebo

20

20

18

17

16

12

11

40 µg/kg/Tag

23

21

21

20

15

14

17

120 µg/kg/Tag

19

19

16

16

11

11

15

Alle Dosen

42

40

37

36

26

25

32

18

22

Mittlere (SF)

Veränderung

gegenüber der Baseline

Mittlere (SF)

Veränderung

gegenüber der Baseline

Wochen

Wochen

Lesen Sie das vollständige Dokument

Official address

Domenico Scarlattilaan 6

1083 HS Amsterdam

The Netherlands

An agency of the European Union

Address for visits and deliveries

Refer to www.ema.europa.eu/how-to-find-us

Send us a question

Go to www.ema.europa.eu/contact

Telephone

+31 (0)88 781 6000

© European Medicines Agency, 2021. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/295840/2021

EMEA/H/C/004691

Bylvay (Odevixibat)

Übersicht über Bylvay und warum es in der EU zugelassen ist

Was ist Bylvay und wofür wird es angewendet?

Bylvay ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Patienten ab einem Alter von 6 Monaten mit

progressiver familiärer intrahepatischer Cholestase (PFIC), einer seltenen Art von Lebererkrankung, bei

der sich Gallensäuren in der Leber ansammeln. Gallensäuren sind ein Bestandteil der Galle, einer in der

Leber gebildeten Flüssigkeit, die hilft, Fette aus dem Darm zu absorbieren.

Bylvay enthält den Wirkstoff Odevixibat.

Wie wird Bylvay angewendet?

Bylvay ist als Kapseln erhältlich. Die empfohlene Dosis beträgt 40 Mikrogramm pro Kilogramm

Körpergewicht. Die Kapseln sollten einmal täglich morgens eingenommen werden. Sie können ganz

eingenommen oder geöffnet und auf die Nahrung gestreut werden. Wenn das Arzneimittel nach drei

Monaten nicht ausreichend wirkt, kann der behandelnde Arzt die Dosis auf bis zu 120 Mikrogramm pro

Kilogramm Körpergewicht erhöhen.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich, und die Behandlung sollte von einem

Arzt eingeleitet und überwacht werden, der Erfahrung in der Behandlung von PFIC besitzt. Weitere

Informationen zur Anwendung von Bylvay entnehmen Sie der Packungsbeilage, oder wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie wirkt Bylvay?

Der Wirkstoff in Bylvay, Odevixibat, blockiert die Wirkungen eines Proteins im Darm (IBAT), das

Gallensäure aus dem Darm in die Leber transportiert. Indem es die Wirkung des IFAT blockiert,

verringert Odevixibat die Menge an Gallensäure, die vom Darm in die Leber transportiert wird. Dies

verhindert die Ansammlung von Gallensäuren und eine Schädigung des Lebergewebes.

Welchen Nutzen hat Bylvay in den Studien gezeigt?

In einer Hauptstudie, an der 62 Patienten im Alter von 6 Monaten bis 18 Jahren teilnahmen,

verringerte Bylvay die Schwere der PFIC wirksamer als ein Placebo (eine Scheinbehandlung). Der

Bylvay (Odevixibat)

EMA/295840/2021

Seite 2/3

Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Anzahl der Patienten, deren Gallensäurespiegel im Blut

nach 24-wöchiger Behandlung um mindestens 70 % sank.

Die Behandlung mit Bylvay führte bei etwa 44 % (10 von 23) der Patienten, die die Standarddosis

(40 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag) erhielten, und bei etwa 21 % (4 von 19) der

Patienten, die die Tageshöchstdosis (120 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag)

erhielten, zu der erforderlichen Verringerung, verglichen mit 0% (0 von 20) der Patienten, die Placebo

erhielten. Die Studie zeigte außerdem, dass Bylvay Symptome wie Juckreiz lindern und verzögertes

Wachstum verhindern kann.

Welche Risiken sind mit Bylvay verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Bylvay (die bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen können) sind

weicher Stuhl, Durchfall, Bauchschmerzen und eine vergrößerte Leber. Die vollständige Auflistung der

im Zusammenhang mit Bylvay berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Warum wurde Bylvay in der EU zugelassen?

Eine Hauptstudie hat gezeigt, dass Bylvay bei der Reduzierung der Gallensäuremenge im Blut von

Patienten mit PFIC wirksam ist. Bylvay war auch bei der Verringerung der Anzeichen und Symptome

von PFIC wie Juckreiz wirksam. Da es sich bei PFIC um eine sehr seltene Erkrankung handelt, war die

Studie klein, aber die verfügbaren Kurzzeitdaten wiesen darauf hin, dass Bylvay das Fortschreiten der

Erkrankung und die Notwendigkeit einer Operation und/oder Lebertransplantation verzögern könnte.

Die bislang beobachteten Nebenwirkungen werden als beherrschbar erachtet. Angesichts der Schwere

der Erkrankung und des Mangels an bestehenden Behandlungen gelangte die Europäische Arzneimittel-

Agentur zu dem Schluss, dass der Nutzen von Bylvay gegenüber den Risiken überwiegt und dass es

zur Anwendung in der EU zugelassen werden kann.

Bylvay wurde unter „außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen. Dies bedeutet, dass es aufgrund der

Tatsache, dass die Indikation so selten auftritt, nicht möglich war, vollständige Informationen über das

Arzneimittel zu erhalten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird jedes Jahr sämtliche neuen

Informationen prüfen, die verfügbar werden, und die vorliegende Zusammenfassung wird

gegebenenfalls aktualisiert.

Welche Informationen werden für Bylvay noch erwartet?

Da Bylvay unter außergewöhnlichen Umständen zugelassen wurde, wird das Unternehmen, das Bylvay

in Verkehr bringt, eine Studie durchführen, um Daten zur langfristigen Wirksamkeit von Bylvay

bereitzustellen. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie wird sein, ob die Behandlung mit Bylvay die

leberbezogene Operation und/oder die Lebertransplantation bei PFIC-Patienten verzögert.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Bylvay ergriffen?

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Bylvay, die von

Angehörigen der Heilberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden in die Zusammenfassung

der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Wie bei allen Arzneimitteln werden Daten zur Anwendung von Bylvay kontinuierlich überwacht.

Gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen von Bylvay werden sorgfältig ausgewertet und alle

notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Patienten ergriffen.

Bylvay (Odevixibat)

EMA/295840/2021

Seite 3/3

Weitere Informationen über Bylvay

Weitere Informationen zu Bylvay finden Sie auf den Internetseiten der Agentur:

ema.europa.eu/medicines/human/EPAR/bylvay

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen