Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

09-04-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

09-04-2019

Wirkstoff:
Buprenorphinhydrochlorid; Naloxonhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
Mylan Germany GmbH (8185157)
ATC-Code:
N07BC51
INN (Internationale Bezeichnung):
Buprenorphine Hydrochloride, Naloxone Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Sublingualtablette
Zusammensetzung:
Buprenorphinhydrochlorid (20181) 8,64 Milligramm; Naloxonhydrochlorid-Dihydrat (13441) 2,44 Milligramm
Verabreichungsweg:
Sublinguale Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
99115.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-08-13

Dokumente in anderen Sprachen

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Englisch

04-09-2018

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Buprenorphin/Naloxon

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Buprenorphin/Naloxon Mylan und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan beachten?

3. Wie ist Buprenorphin/Naloxon Mylan anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5 Wie ist Buprenorphin/Naloxon Mylan aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Buprenorphin/Naloxon Mylan und wofür wird es angewendet?

Buprenorphin/Naloxon Mylan ist zur Behandlung der Abhängigkeit von Opioiden (Narkotika), z.

B. Heroin oder Morphium, bei Drogenabhängigen bestimmt, die einer Suchtbehandlung

zugestimmt haben. Buprenorphin/Naloxon Mylan ist zur Behandlung von Erwachsenen und

Jugendlichen über 15 Jahren bestimmt, die gleichzeitig medizinisch, sozial und

psychotherapeutisch betreut werden.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan beachten?

Buprenorphin/Naloxon Mylan darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Buprenorphin, Naloxon oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schwere Atemprobleme haben.

wenn Sie schwere Leberprobleme

haben.

wenn Sie stark alkoholisiert sind oder alkoholbedingt an Zittern, starkem Schwitzen,

Angstzuständen, Verwirrtheit oder Halluzinationen leiden.

wenn Sie Naltrexon oder Nalmefen zur Behandlung von Alkohol- oder Opioid-Abhängigkeit

einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Buprenorphin/Naloxon Mylan anwenden, wenn:

bei Ihnen Asthma bronchiale oder sonstige Atemprobleme bestehen.

Lebererkrankungen wie Hepatitis vorliegen.

Sie niedrigen Blutdruck haben.

Sie vor kurzem an einer Kopfverletzung oder Erkrankungen des Gehirns litten.

Sie an Erkrankungen der Harnwege (bei Männern insbesondere in Zusammenhang mit einer

Prostatavergrößerung) leiden.

eine Nierenerkrankung vorliegt.

Sie Schilddrüsenprobleme haben.

eine Erkrankung der Nebennierenrinde vorliegt (z. B. Morbus Addison).

Wichtig zu wissen:

Zusätzliche Überwachung

Ihr Arzt wird Sie möglicherweise engmaschiger überwachen, wenn Sie jünger als 18 Jahre oder

älter als 65 Jahre sind. Dieses Arzneimittel sollte nicht von Personen unter 15 Jahren

angewendet werden.

Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch und Missbrauch

Dieses Arzneimittel kann für Personen von Interesse sein, die mit verschreibungspflichtigen

Arzneimitteln Missbrauch betreiben. Daher sollte es diebstahlsicher aufbewahrt werden. Geben

Sie dieses Arzneimittel nicht an Dritte weiter. Es kann bei anderen Menschen zum Tode führen

oder diesen anderweitig schaden.

Atemprobleme

Einige Menschen starben infolge respiratorischer Insuffizienz (Atemstillstand), weil sie dieses

Arzneimittel missbräuchlich oder zusammen mit anderen, das zentrale Nervensystem

dämpfenden Substanzen, wie z. B. Alkohol, Benzodiazepinen (Tranquilizern) oder anderen

Opioiden, angewendet haben.

Dieses Arzneimittel kann bei Kindern und nicht abhängigen Personen, die es versehentlich oder

absichtlich anwenden, schwere, möglicherweise tödliche Atemdepression (verringerte Fähigkeit

zu atmen) verursachen.

Abhängigkeit

Dieses Arzneimittel kann zur Abhängigkeit führen.

Entzugssymptome

Dieses Arzneimittel kann Entzugssymptome hervorrufen, wenn Sie es früher als sechs Stunden

nach Anwendung eines kurzwirksamen Opioids (z. B. Morphin, Heroin) oder früher als 24

Stunden nach Anwendung eines langwirksamen Opioids, z. B. Methadon, anwenden.

Buprenorphin/Naloxon Mylan kann auch dann Entzugssymptome hervorrufen, wenn Sie es

plötzlich absetzen.

Leberschäden

Fälle von Leberschäden wurden berichtet, insbesondere in Zusammenhang mit einer

missbräuchlichen Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan. Diese Schädigungen könnten

auf Virusinfektionen (chronische Hepatitis C), Alkoholmissbrauch, Anorexie oder Arzneimittel

zurückzuführen sein (siehe Abschnitt 4). Ihr Arzt kann regelmäßige Blutuntersuchungen

durchführen, um den Zustand Ihrer Leber zu überwachen. Informieren Sie Ihren Arzt vor

Behandlungsbeginn mit Buprenorphin/Naloxon Mylan, falls Sie Leberprobleme haben.

Blutdruck

Bei Anwendung dieses Arzneimittels kann es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen,

der Schwindel hervorruft, wenn Sie plötzlich aus dem Sitzen oder Liegen aufstehen.

Diagnose nicht suchtassoziierter Erkrankungen

Dieses Arzneimittel kann Schmerzsymptome verschleiern, die für die Diagnose bestimmter

Erkrankungen von Bedeutung sein könnten. Vergessen Sie nicht, Ihren Arzt zu informieren,

wenn Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen.

Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel

eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Bei Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan zusammen mit bestimmten Arzneimitteln

könnten die Nebenwirkungen verstärkt und manchmal sehr schwere Reaktionen ausgelöst werden.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie Buprenorphin/Naloxon Mylan zusammen mit

anderen, insbesondere den folgenden, Arzneimitteln anwenden:

Die gleichzeitige Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan und sedierenden

Arzneimitteln wie

Benzodiazepinen

(zur Behandlung von Angstzuständen oder

Schlafstörungen) oder verwandten Arzneimitteln erhöht das Risiko für Schläfrigkeit,

Atembeschwerden (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Aus diesem

Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine

anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Wenn Ihr Arzt jedoch Buprenorphin/Naloxon Mylan zusammen mit sedierenden Arzneimitteln

verordnet, sollten die Dosis und die Dauer der gleichzeitigen Behandlung von Ihrem Arzt

begrenzt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle sedierenden Arzneimittel, die Sie einnehmen und

halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Es könnte hilfreich sein,

Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei Ihnen auf die genannten Anzeichen und

Symptome zu achten. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn solche Symptome bei Ihnen

auftreten.

Andere Arzneimittel, die Sie möglicherweise schläfrig machen und die zur Behandlung von

Krankheiten wie Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Konvulsionen/Krampfanfällen, Schmerzen

eingesetzt werden. Diese Art von Arzneimitteln setzt Ihre Aufmerksamkeit herab und erschwert

das Führen von Fahrzeugen sowie das Bedienen von Maschinen. Sie können auch zu einer

Depression des Zentralnervensystems führen, was sehr schwerwiegend ist. Unten finden Sie

eine Auflistung dieser Art von Arzneimitteln:

andere opioidhaltige Arzneimittel wie Methadon, bestimmte Schmerzmittel und

Hustenblocker

Antidepressiva (zur Behandlung von Depressionen), z. B. Isocarboxazid, Phenelzin,

Selegilin, Tranylcypromin und Valproat, können die Wirkungen dieses Arzneimittels

verstärken

sedative Hı-Rezeptorantagonisten (zur Behandlung allergischer Reaktionen), z. B.

Diphenhydramin und Chlorphenamin

Barbiturate (die als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden), z. B. Phenobarbital,

Secobarbital

Tranquilizer (die als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden), z. B. Chloralhydrat.

Clonidin (zur Behandlung von Bluthochdruck) kann die Wirkungen dieses Arzneimittels

verstärken.

Antiretrovirale Arzneimittel (zur Behandlung von HIV), z. B. Ritonavir, Nelfinavir und

Indinavir, können die Wirkungen dieses Arzneimittels verstärken.

Bestimmte Antimykotika (zur Behandlung von Pilzinfektionen), z. B. Ketoconazol, Itraconazol

und bestimmte Antibiotika, können die Wirkungen dieses Arzneimittels verstärken.

Bestimmte Arzneimittel können die Wirkungen von Buprenorphin/Naloxon Mylan

abschwächen. Dies betrifft u. a. Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie (z. B.

Carbamazepin oder Phenytoin) und Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose

(Rifampicin).

Naltrexon und Nalmefen (Arzneimittel zur Behandlung von Suchterkrankungen) können

dietherapeutische Wirkung von Buprenorphin/Naloxon Mylan blockieren. Sie dürfen nicht

gleichzeitig mit Buprenorphin/Naloxon Mylan eingenommen werden, um ein plötzliches

Auftreten lang anhaltender und starker Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken

und Alkohol

Die Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan mit Alkohol kann die Schläfrigkeit verstärken

und das Risiko respiratorischer Insuffizienz erhöhen. Wenden Sie Buprenorphin/Naloxon Mylan

nicht zusammen mit Alkohol an. Nehmen Sie erst dann Speisen und Getränke zu sich, wenn sich

die Tablette vollständig aufgelöst hat.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt um Rat.

Die Risiken der Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan durch schwangere Frauen sind

nicht bekannt. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder beabsichtigen, schwanger

zu werden. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Behandlung mit einer alternativen Medikation

fortgeführt werden sollte.

Die Anwendung von Arzneimitteln wie Buprenorphin/Naloxon Mylan während der

Schwangerschaft, insbesondere gegen Ende der Schwangerschaft, kann zu Entzugssymptomen und

Atemproblemen beim Neugeborenen führen. Dies ist auch noch einige Tage nach der Geburt

möglich.

Stillen Sie nicht während der Behandlung mit diesem Arzneimittel, da Buprenorphin/Naloxon

Mylan in die Muttermilch übergeht.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Buprenorphin/Naloxon Mylan kann Schläfrigkeit hervorrufen. Dies kann in den ersten Wochen der

Behandlung, wenn Ihre Dosis eingestellt wird, öfter auftreten, ist jedoch auch dann möglich, wenn

Sie unter der Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon Mylan Alkohol trinken oder andere

Beruhigungsmittel anwenden. Führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine Werkzeuge oder

Maschinen und üben Sie keine gefährlichen Tätigkeiten aus, bis Sie genau wissen, wie dieses

Arzneimittel bei Ihnen wirkt.

Buprenorphin/Naloxon Mylan enthält Lactose und Natrium

Bitte wenden Sie dieses Arzneimittel daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt an, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Sublingualtablette, d.h. es ist

nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Buprenorphin/Naloxon Mylan anzuwenden?

Ihre Anwendung des Arzneimittels wird von Ärzten verordnet und überwacht, die Erfahrung in der

Behandlung von Drogenabhängigkeit besitzen.

Ihr Arzt bestimmt die für Sie am besten geeignete Dosis. Während Ihrer Behandlung wird der Arzt

in Abhängigkeit von Ihrem Ansprechen die Dosierung möglicherweise anpassen.

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach der mit Ihrem Arzt oder Apotheker getroffenen

Absprache an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Einleitung der Behandlung

Die empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahren beträgt ein bis zwei

Tabletten Buprenorphin/Naloxon Mylan 2 mg/0,5 mg. In Abhängigkeit von Ihrem Bedarf können

am 1. Tag zusätzlich eine bis zwei Tabletten Buprenorphin/Naloxon Mylan 2 mg/0,5 mg

angewendet werden.

Vor Anwendung der ersten Buprenorphin/Naloxon Mylan-Dosis müssen eindeutige Anzeichen von

Entzug vorliegen.

Wenn Ihr Arzt anhand Ihrer Verfassung befindet, dass der Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn

geeignet ist, erhalten Sie Ihre erste Buprenorphin/Naloxon Mylan-Dosis.

Beginn einer Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon Mylan bei bestehender

Heroinabhängigkeit

Wenn Sie heroinabhängig oder von einem kurzwirksamen Opioid abhängig sind, sollten Sie

Ihre Dosis Buprenorphin/Naloxon Mylan bei den ersten Anzeichen von Entzug, frühestens

jedoch 6 Stunden nach dem letzten Opioidgebrauch, anwenden.

Beginn einer Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon Mylan bei bestehender

Methadonabhängigkeit

Wenn Sie Methadon oder ein langwirksames Opioid angewendet haben, sollte die Tagesdosis

idealerweise auf 30 mg/Tag herabgesetzt werden, ehe mit einer Buprenorphin/Naloxon Mylan-

Therapie begonnen wird. Die erste Dosis Buprenorphin/Naloxon Mylan sollte bei den ersten

Entzugserscheinungen, jedoch frühestens 24 Stunden nach Ihrem letzten Methadongebrauch

angewendet werden.

Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan

Wenden Sie die Dosis einmal täglich an, indem Sie die Tabletten unter Ihre Zunge legen.

Halten Sie die Tabletten unter der Zunge, bis sie sich

vollständig aufgelöst

haben. Dies kann 5-

10 Minuten dauern.

Kauen oder verschlucken Sie die Tabletten nicht, da das Arzneimittel dann nicht wirkt und

Entzugssymptome auftreten können.

Nehmen Sie keine Speisen oder Getränke zu sich, bis sich die Tabletten vollständig aufgelöst

haben.

Dosisanpassung und Erhaltungstherapie

Nach Therapiebeginn kann der Arzt im Laufe der folgenden Tage Ihre Buprenorphin/Naloxon

Mylan-Dosis an Ihren Bedarf anpassen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Buprenorphin/Naloxon Mylan zu stark oder

zu schwach ist, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Die maximale Tagesdosis beträgt 24 mg.

Nachdem Sie eine Zeit lang erfolgreich behandelt wurden, werden Sie mit Ihrem Arzt

möglicherweise vereinbaren, die Dosis schrittweise auf eine niedrigere Erhaltungsdosis

herabzusetzen.

Behandlungsabbruch

In Abhängigkeit von Ihrer Verfassung kann die Buprenorphin/Naloxon Mylan-Dosis unter

sorgfältiger ärztlicher Überwachung weiter reduziert werden, bis die Therapie schließlich beendet

werden kann.

Ohne vorherige Zustimmung Ihres behandelnden Arztes dürfen Sie die Behandlung auf keine

Weise ändern oder abbrechen.

Wenn Sie eine größere Menge von Buprenorphin/Naloxon Mylan angewendet haben, als Sie

sollten

Wenn Sie oder eine andere Person eine zu hohe Dosis dieses Arzneimittels angewendet haben,

müssen Sie sich sofort zur Behandlung in eine Notaufnahme oder Klinik begeben bzw. dorthin

gebracht werden, da eine

Überdosierung

mit Buprenorphin/Naloxon Mylan schwerwiegende und

lebensbedrohliche Atemprobleme verursachen kann.

Symptome einer Überdosierung können z. B. sein: Gefühl von Schläfrigkeit und

Koordinationsprobleme mit verlangsamten Reflexen, verschwommenem Sehen und/oder

undeutliche Sprache. Sie können möglicherweise nicht klar denken und Ihre Atmung kann deutlich

langsamer sein, als das sonst bei Ihnen der Fall ist.

Wenn Sie die Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan vergessen haben

Informieren Sie baldmöglichst Ihren Arzt, wenn Sie eine Anwendung vergessen haben.

Wenn Sie die Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan abbrechen

Ohne vorherige Zustimmung Ihres behandelnden Arztes dürfen Sie die Behandlung auf keine

Weise ändern oder abbrechen. Ein plötzlicher Abbruch der Behandlung kann zu

Entzugssymptomen führen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt bzw. lassen Sie sich sofort notfallmäßig versorgen

wenn folgende Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten:

Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, wodurch Schluck- oder Atembeschwerden

auftreten können, schwerer Hautausschlag/Nesselsucht. Dies könnten Anzeichen einer

lebensbedrohlichen allergischen Reaktion sein.

Gefühl von Schläfrigkeit und Koordinationsstörungen, verschwommenes Sehen, undeutliche

Sprache, beeinträchtigtes, unklares Denken, oder Ihre Atmung ist deutlich langsamer, als das

sonst bei Ihnen der Fall ist.

Informieren Sie Ihren Arzt auch unverzüglich

, wenn Sie an folgenden Nebenwirkungen leiden:

starke Müdigkeit, Juckreiz mit Gelbfärbung der Haut oder der Augen. Dies könnten Symptome

einer Leberschädigung sein.

wenn Sie Dinge sehen oder hören, die in Wirklichkeit nicht da sind (Halluzinationen).

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Buprenorphin/Naloxon Mylan

Sehr häufige Nebenwirkungen

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Insomnie (Schlaflosigkeit)

Obstipation

Übelkeit

übermäßiges Schwitzen

Kopfschmerzen

Arzneimittelentzugssyndrom

Häufige Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Gewichtsverlust

Schwellung (der Hände und der Füße)

Schläfrigkeit

Angstgefühl

Nervosität

Kribbeln

Depressionen

verminderte Libido

erhöhte Muskelspannung

anomales Denken

vermehrte Tränenflüssigkeit (tränende Augen) oder andere Tränenflussstörungen

verschwommenes Sehen

Hitzegefühl

erhöhter Blutdruck

Migräne

laufende Nase

rauer Hals und Schmerzen beim Schlucken

verstärkter Husten

Magenverstimmung oder andere Magenprobleme

Diarrhoe

Leberfunktionsstörung

Flatulenz

Erbrechen

Hautausschlag

Juckreiz, Nesselsucht

Schmerzen

Gelenkschmerzen

Muskelschmerzen

Krämpfe in den Beinen (Muskelkrampf)

Schwierigkeiten

eine Erektion zu bekommen oder zu halten

Anomalie des Urins

Bauchschmerzen

Rückenschmerzen

Schwäche

Infektionen

Schüttelfrost

Schmerzen im Brustkorb

Fieber

grippeähnliche Symptome

allgemeines Unwohlsein

versehentliche Verletzungen aufgrund verringerter Aufmerksamkeit oder

Koordination

Ohnmacht und Schwindel

Gelegentliche Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Schwellung der Drüsen (Lymphknoten)

Agitiertheit, Zittern (Tremor)

abnorme Träume

übermäßige Muskelaktivität

Depersonalisation (Entfremdungsgefühl)

Arzneimittelabhängigkeit, Amnesie (Gedächtnisstörungen)

Interessenverlust

übertriebenes Gefühl des Wohlbefindens

Konvulsion (Anfälle)

Sprachstörungen

kleine Pupillen

Probleme beim Wasserlassen

Augenentzündungen oder -infektionen

beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag

niedriger Blutdruck

Palpitationen

Myokardinfarkt (Herzanfall)

Engegefühl in der Brust

Kurzatmigkeit

Asthma

Gähnen

Schmerzen und wunde Stellen im Mund

Zungenverfärbung

Akne

Hautknoten

Haarausfall

trockene oder schuppige Haut

Gelenkentzündungen

Harnwegsinfektion

abnorme Blutbefunde

Blut im Urin

anomale Ejakulation

Menstruations- oder Vaginalprobleme

Nierensteine

Eiweiß im Urin

Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen

Wärme- oder Kälteempfindlichkeit,

Hitzschlag

Appetitlosigkeit

Feindseligkeit

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlager der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Plötzlich auftretendes Entzugssyndrom in Folge einer zu frühen Anwendung von

Buprenorphin/Naloxon Mylan nach dem Gebrauch illegaler Opioide,

Arzneimittelentzugssyndrom bei Neugeborenen.

Verlangsamtes oder erschwertes Atmen, Leberschädigung mit oder ohne

Gelbsucht, Halluzinationen, Schwellung von Gesicht und Hals oder

lebensbedrohliche allergische Reaktionen, Blutdruckabfall beim Aufstehen aus

dem Sitzen oder Liegen.

Bei einer missbräuchlichen Anwendung dieses Arzneimittels mittels Injektion

kann es zu Entzugssymptomen, Infektionen, anderen Hautreaktionen und

potenziell schweren Leberproblemen kommen (siehe Abschnitt „Warnhinweise

und Vorsichtsmaßnahmen“).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Buprenorphin/Naloxon Mylan aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder und andere Personen in Ihrem Haushalt unzugänglich

auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Buprenorphin/Naloxon Mylan kann für Personen von Interesse sein, die verschreibungspflichtige

Arzneimittel missbräuchlich verwenden. Daher sollte es diebstahlsicher aufbewahrt werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel

zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Buprenorphin/Naloxon Mylan enthält

Die Wirkstoffe sind Buprenorphin und Naloxon.

Jede Sublingualtablette enthält 8 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 2 mg Naloxon (als

Hydrochlorid-Dihydrat).

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, Mannitol (Ph.Eur.), Maisstärke, Povidon

K29,7, Citronensäure, Natriumcitrat (Ph.Eur.), Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich],

Acesulfam-Kalium, Zitronen-Aroma, Pulver, Limetten-Aroma, Pulver.

Wie Buprenorphin/Naloxon Mylan aussieht und Inhalt der Packung

Buprenorphin/Naloxon Mylan sind weiße bis cremefarbene, runde und bikonvexe

Sublingualtabletten mit einer Bruchkerbe auf einer Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen

aufgeteilt werden.

Packungsgrößen:

Blisterpackungen mit 7 oder 28 Sublingualtabletten oder Blisterpackungen zur Abgabe von

Einzeldosen mit 7x1 oder 28x1 Sublingualtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Hersteller

G.L. Pharma GmbH

Schlossplatz 1

8502 Lannach

Österreich

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Dänemark

Buprenorfin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg resoriblet, sublingual

Deutschland

Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Finnland

Buprenorphine/Naloxone Mylan 8 mg/2 mg resoribletti

Frankreich

BUPRENORPHINE/NALOXONE MYLAN 8 mg/2 mg, comprimé

sublingual

Italien

Buprenorfina e Naloxone Mylan Pharma

Kroatien

Buprenorfin/Nalokson Mylan 8 mg/2 mg sublingvalne tablete

Niederlande

Buprenorphine/Naloxone Mylan 8 mg/2 mg, tabletten voor sublinguaal

gebruik

Schweden

Buprenorphine/Naloxone Mylan 8 mg/2 mg resoriblett, sublingual

Vereinigtes Königreich

Buprenorphine/Naloxone Mylan 8 mg/2 mg sublingual tablet

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2019

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Buprenorphin/Naloxon Mylan 2 mg/0,5 mg Sublingualtabletten

Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Buprenorphin/Naloxon Mylan 2 mg/0,5 mg Sublingualtabletten

Jede Sublingualtablette enthält 2 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 0,5 mg Naloxon (als

Hydrochlorid-Dihydrat).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Sublingualtablette enthält 39,90 mg Lactose (als Monohydrat).

Jede Sublingualtablette enthält 0,18 mg Natrium.

Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Jede Sublingualtablette enthält 8 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 2 mg Naloxon (als

Hydrochlorid-Dihydrat).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Sublingualtablette enthält 159,60 mg Lactose (als Monohydrat).

Jede Sublingualtablette enthält 0,72 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Sublingualtablette

Buprenorphin/Naloxon Mylan 2 mg/0,5 mg Sublingualtabletten

Weiße bis cremefarbene, runde und bikonvexe Tabletten, mit einer Bruchkerbe auf einer Seite und

einem Durchmesser von ca. 6,5 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Weiße bis cremefarbene, runde und bikonvexe Tabletten, mit einer Bruchkerbe auf einer Seite und

einem Durchmesser von ca. 11,5 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer und

psychotherapeutischer Maßnahmen. Mit dem Naloxon-Bestandteil soll ein intravenöser Missbrauch

verhindert werden. Die Substitutionstherapie ist zur Behandlung von Erwachsenen und

Jugendlichen über 15 Jahren bestimmt, die einer Suchtbehandlung zugestimmt haben.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung muss unter der Aufsicht eines Arztes mit Erfahrung in der Behandlung von

Opiatabhängigkeit/-sucht erfolgen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen vor Einleitung der Therapie

Vor der Einleitung der Therapie sollten die Art der Opioidabhängigkeit (d. h. lang- oder

kurzwirksames Opioid), der Zeitraum seit der letzten Opioidanwendung und der Grad der

Opioidabhängigkeit berücksichtigt werden. Zur Verhinderung eines beschleunigten Entzugs sollte

eine Einleitung mit Buprenorphin/Naloxon oder Buprenorphin erst dann erfolgen, wenn objektive

und eindeutige Anzeichen eines Entzugs vorliegen (z. B. kann eine Punktzahl, die eine leichte bis

mäßige Entzugssymptomatik auf der validierten Clinical Opioid Withdrawal Scale (COWS)

anzeigt, als Richtwert verwendet werden).

Bei heroinabhängigen oder von kurzwirksamen Opioiden abhängigen Patienten sollte die erste

Dosis Buprenorphin/Naloxon bei den ersten Anzeichen von Entzug, frühestens jedoch 6

Stunden nach der letzten Opioidanwendung angewendet werden.

Bei Patienten unter Methadon muss die Methadon-Dosis vor Beginn der

Buprenorphin/Naloxon-Therapie auf maximal 30 mg/Tag reduziert werden. Bei Einleitung einer

Buprenorphin/Naloxon-Therapie ist die lange Halbwertszeit von Methadon zu berücksichtigen.

Die erste Dosis Buprenorphin/Naloxon sollte erst beim Auftreten von Entzugserscheinungen,

frühestens jedoch 24 Stunden nachdem der Patient zuletzt Methadon eingenommen hat,

angewendet werden. Buprenorphin kann bei methadonabhängigen Patienten das Auftreten von

Entzugssymptomen beschleunigen.

Dosierung

Initialtherapie (Einleitung)

Die empfohlene Initialdosis bei Erwachsenen und Jugendlichen über 15 Jahren beträgt ein bis zwei

Sublingualtabletten Buprenorphin/Naloxon Mylan 2 mg/0,5 mg. In Abhängigkeit vom

individuellen Bedarf des Patienten können am ersten Tag ein bis zwei weitere Sublingualtabletten

Buprenorphin/Naloxon Mylan 2 mg/0,5 mg angewendet werden.

Zu Beginn der Therapie wird eine tägliche Überwachung der Dosierung empfohlen, um

sicherzustellen, dass die Tablette korrekt unter die Zunge gelegt wird und die Therapieantwort des

Patienten beobachten zu können, auf deren Grundlage eine effektive Dosistitration entsprechend

der klinischen Wirkung erfolgt.

Dosisanpassung und Erhaltungstherapie

Nach Einleitung der Behandlung am ersten Tag sollte der Patient im Laufe der folgenden Tage

entsprechend der individuell erzielten klinischen Wirkung durch schrittweise Dosisanpassung auf

eine Erhaltungsdosis eingestellt werden. Die Dosistitration erfolgt in Schritten von 2-8 mg

Buprenorphin auf der Grundlage der Neubewertung des klinischen und psychologischen Status des

Patienten und darf eine maximale tägliche Einzeldosis von 24 mg Buprenorphin nicht

überschreiten.

Seltenere als einmal tägliche Gabe

Nach Erreichen einer zufrieden stellenden Stabilisierung kann die Dosierungshäufigkeit auf ein

2-Tagesintervall herabgesetzt werden, wobei der Patient die doppelte individuell titrierte

Tagesdosis erhält. Beispiel: Ein Patient, der auf eine Tagesdosis von 8 mg Buprenorphin stabil

eingestellt ist, kann demnach an jedem zweiten Tag 16 mg Buprenorphin erhalten. An den

dazwischen liegenden Tagen erfolgen keine Dosisgaben. In bestimmten Fällen kann die Häufigkeit

der Anwendung nach Erreichen einer zufriedenstellenden Stabilisierung auf eine 3-mal

wöchentliche Gabe reduziert werden (z. B. montags, mittwochs und freitags). Die Montags- und

die Mittwochsdosis sollten jeweils doppelt so hoch sein wie die individuell titrierte Tagesdosis. Die

Freitagsdosis sollte das Dreifache der individuell titrierten Tagesdosis betragen. An den übrigen

Tagen erfolgen keine Dosisgaben. Die an einem Tag gegebene Dosis sollte jedoch 24 mg

Buprenorphin nicht übersteigen. Für Patienten, die eine titrierte Tagesdosis von > 8 mg

Buprenorphin/Tag benötigen, ist dieses Behandlungsschema möglicherweise nicht geeignet.

Medizinischer Entzug

Nach Erreichen einer zufrieden stellenden Stabilisierung und bei Einverständnis des Patienten kann

die Dosis allmählich auf eine niedrigere Erhaltungsdosis reduziert werden. In bestimmten

günstigen Fällen kann die Therapie beendet werden. Die zur Verfügung stehenden Dosisstärken

von 2 mg/0,5 mg und 8 mg/2 mg ermöglichen ein schrittweises Heruntertitrieren der Dosis. Bei

Patienten, die eine niedrigere Buprenorphin-Dosis benötigen, kann Buprenorphin 0,4 mg

angewandt werden. Nach der gezielten Ausleitung sind die Patienten zu überwachen, da die

Möglichkeit eines Rückfalls besteht.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Es liegen keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin/Naloxon bei Patienten

über 65 Jahren vor. Es können keine speziellen Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

Leberfunktionsstörung

Vor Einleitung der Therapie sollten die Leberfunktionswerte und der Virushepatitis-Status

bestimmt werden. Bei Patienten mit positivem Virushepatitisbefund, bei Patienten, die

Begleitmedikationen erhalten (siehe Abschnitt 4.5), und/oder bei Patienten, bei denen eine

Leberfunktionsstörung vorliegt, besteht das Risiko einer schnelleren Leberschädigung. Eine

regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Beide Wirkstoffe von Buprenorphin/Naloxon Mylan, Buprenorphin und Naloxon, werden extensiv

in der Leber metabolisiert; bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung

wurde ein erhöhter und Plasmaspiegel beider Wirkstoffe festgestellt. Die Patienten sollten auf

Anzeichen und Symptome von Opioid-Entzugserscheinungen und einer durch erhöhte

Buprenorphin- und/oder Naloxonkonzentration verursachten Toxizität oder Überdosierung

überwacht werden.

Da die Pharmakokinetik von Buprenorphin/Naloxon bei Patienten mit Leberfunktionsstörung

verändert sein kann, werden bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren

Leberfunktionsstörung niedrigere Initialdosen und eine vorsichtige Dosistitration empfohlen.

Buprenorphin/Naloxon ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert (siehe

Abschnitte 4.3 und 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Änderung der Buprenorphin/Naloxon-Dosis

erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist

Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin/Naloxon bei Kindern und Jugendlichen unter

15 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Der Arzt muss den Patienten darüber informieren, dass die sublinguale Anwendung die einzige

wirksame und sichere Art der Anwendung dieses Arzneimittels darstellt (siehe Abschnitt 4.4). Die

Tablette muss bis zur vollständigen Auflösung unter der Zunge gehalten werden. Die Patienten

dürfen nicht schlucken und keine Speisen oder Getränke zu sich nehmen, bis sich die Tablette

vollständig aufgelöst hat.

Die Dosis wird aus mehreren Buprenorphin/Naloxon Mylan Tabletten unterschiedlicher Stärken

zusammengestellt, die gleichzeitig oder auf zwei Portionen aufgeteilt eingenommen werden

können. Dabei ist die zweite Portion anzuwenden, sobald sich die erste Portion aufgelöst hat.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Schwere respiratorische Insuffizienz.

Schwere Leberfunktionsstörung.

Akuter Alkoholismus oder

Delirium tremens

Gleichzeitige Anwendung von Opioid-Antagonisten (Naltrexon, Nalmefen) zur Behandlung von

Alkohol- oder Opioidabhängigkeit.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch und Missbrauch

Buprenorphin kann, wie andere legale oder illegale Opioide auch, missbräuchlich oder nicht

bestimmungsgemäß angewandt werden. Risiken einer missbräuchlichen oder nicht

bestimmungsgemäßen Anwendung sind z. B. Überdosierung, Verbreitung von hämatogen

übertragenen viralen oder lokalen und systemischen Infektionen, Atemdepression und

Leberschädigung. Eine missbräuchliche Anwendung von Buprenorphin durch Personen, denen das

Arzneimittel nicht verordnet wurde, beinhaltet außerdem das Risiko neuer Drogenabhängiger, die

Buprenorphin als Hauptdroge missbrauchen, wenn das Arzneimittel direkt vom betreffenden

Patienten zum illegalen Gebrauch in Umlauf gebracht oder wenn es nicht genügend gegen

Diebstahl gesichert wird.

Eine suboptimale Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon kann einen Arzneimittelmissbrauch

durch den Patienten zur Folge haben, was zu Überdosierung oder Behandlungsabbruch führen

kann. Ein Patient, der eine zu niedrige Dosis Buprenorphin/Naloxon erhält, könnte auf

unkontrollierte Entzugssymptome weiterhin mit der Selbstbehandlung mit Opioiden, Alkohol oder

sonstigen Sedativa/Hypnotika, insbesondere Benzodiazepinen, reagieren.

Um das Risiko eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs und Missbrauchs zu minimieren,

sollten die Ärzte bei der Verordnung und Ausgabe von Buprenorphin geeignete

Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Daher sollten in der frühen Therapiephase nicht mehrere Dosen

gleichzeitig verschrieben und dem Bedarf des Patienten angemessene Nachbeobachtungstermine

zur klinischen Überwachung angesetzt werden.

Durch die Kombination von Buprenorphin mit Naloxon in Buprenorphin/Naloxon Mylan sollen

nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch und Missbrauch von Buprenorphin vermieden werden. Da

der Naloxon-Bestandteil in Buprenorphin/Naloxon Mylan das Auftreten von Entzugssymptomen

bei von Heroin, Methadon oder sonstigen Opioid-Agonisten abhängigen Personen beschleunigen

kann, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Buprenorphin/Naloxon Mylan missbräuchlich intravenös

oder intranasal appliziert wird, voraussichtlich geringer als bei der alleinigen Gabe von

Buprenorphin.

Risiken einer gleichzeitigen Anwendung sedierender Arzneimittel wie Benzodiazepine oder

verwandter Arzneimittel:

Die gleichzeitige Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan und sedierenden Arzneimitteln

wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma

und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verordnung mit diesen sedierenden

Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen

Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichzeitige Verordnung von

Buprenorphin/Naloxon Mylan zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die

niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie

möglich sein.

Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und

Sedierung überwacht werden. Es wird diesbezüglich unbedingt empfohlen, die Patienten und die

betreuenden Personen darauf anzuweisen, auf derartige Symptome zu achten (siehe Abschnitt 4.5).

Das Risiko für eine Atemdepression besteht auch, wenn Buprenorphin nicht gemäß der

Produktinformation angewendet wird. Todesfälle wurden auch in Zusammenhang mit der

gleichzeitigen Anwendung von Buprenorphin und anderen zentral dämpfenden Mitteln, z. B.

Alkohol und anderen Opioiden, berichtet. Bei Anwendung von Buprenorphin bei nicht

opioidabhängigen Personen, die keine Toleranz gegenüber den Wirkungen von Opioiden haben,

kann eine möglicherweise tödliche Atemdepression auftreten.

Das Arzneimittel sollte bei Patienten mit Asthma bronchiale oder respiratorischer Insuffizienz (z.

B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Cor pulmonale, eingeschränkte Atemreserve,

Hypoxie, Hyperkapnie, vorbestehende Atemdepression oder Kyphoskoliose (Verkrümmung der

Wirbelsäule mit potenziell resultierender Atemnot)) mit Vorsicht eingesetzt werden.

Buprenorphin/Naloxon kann bei Kindern und nicht abhängigen Personen bei versehentlicher oder

absichtlicher Einnahme zu einer schweren, möglicherweise tödlichen Atemdepression führen.

Patienten müssen ermahnt werden, die Blisterpackung an einem sicheren Ort aufzubewahren, die

Blisterpackung nie im Voraus zu öffnen, die Blisterpackung für Kinder und andere

Haushaltsmitglieder unerreichbar aufzubewahren und dieses Arzneimittel nie vor Kindern

einzunehmen. Bei versehentlicher Einnahme oder Verdacht auf Einnahme ist umgehend ein

Notdienst zu verständigen.

ZNS-dämpfende Wirkung

Buprenorphin/Naloxon kann Benommenheit hervorrufen, insbesondere wenn es zusammen mit

Alkohol oder zentral dämpfenden Mitteln (z. B. Tranquilizern, Sedativa oder Hypnotika)

eingenommen wird (siehe Abschnitt 4.5).

Abhängigkeit

Buprenorphin wirkt am μ (my)-Opioidrezeptor partiell agonistisch. Eine Dauertherapie führt zur

Abhängigkeit vom Opioidtyp. Tierexperimentelle Studien und die klinische Erfahrung haben

gezeigt, dass Buprenorphin zur Abhängigkeit führen kann, wobei diese Abhängigkeit jedoch nicht

so stark ausgeprägt ist wie bei einem vollen Agonisten, z. B. Morphin.

Ein plötzliches Absetzen des Arzneimittels wird nicht empfohlen, da dies zu einem

Entzugssyndrom führen kann, das möglicherweise auch verzögert eintritt.

Hepatitis und hepatische Ereignisse

In klinischen Studien und Nebenwirkungsberichten nach Markteinführung wurden bei

Opioidabhängigen Fälle von akuter Leberschädigung beschrieben. Das Spektrum der abnormen

Veränderungen reicht von passageren asymptomatischen Erhöhungen der Lebertransaminasen bis

hin zu Berichten von Leberversagen, Lebernekrose, hepatorenalem Syndrom, hepatischer

Enzephalopathie und Tod. In vielen Fällen könnten vorbestehende mitochondriale Störungen

(genetische Erkrankung, Abweichungen der Leberenzymwerte, Infektionen mit dem Hepatitis-B-

oder Hepatitis-C-Virus, Alkoholmissbrauch, Anorexie, die gleichzeitige Anwendung von anderen

potenziell hepatotoxischen Arzneimitteln) oder ein fortbestehender intravenöser Drogenmissbrauch

ursächlich sein oder dazu beitragen. Vor der Verordnung von Buprenorphin/Naloxon und während

der Therapie müssen diese zugrunde liegenden Faktoren berücksichtigt werden.

Bei Verdacht auf ein hepatisches Ereignis ist eine weitergehende biologische und ätiologische

Evaluierung erforderlich. Ausgehend von den Befunden kann das Arzneimittel vorsichtig abgesetzt

werden, um Entzugssymptome und einen erneuten illegalen Drogenabusus zu verhindern. Bei

Fortführung der Therapie ist die Leberfunktion engmaschig zu überwachen.

Beschleunigt einsetzendes Opioidentzugssyndrom

Zu Beginn der Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon muss sich der Arzt über das partiell

agonistische Wirkungsprofil von Buprenorphin im Klaren sein. Buprenorphin kann bei

opioidabhängigen Patienten zum beschleunigten Eintreten von Entzugssymptomen führen,

insbesondere wenn es dem Patienten früher als 6 Stunden nach der letzten Anwendung von Heroin

oder eines anderen kurzwirksamen Opioids oder früher als 24 Stunden nach der letzten Methadon-

Dosis verabreicht wird. Patienten sollten in der Umstellungsphase von Buprenorphin oder

Methadon auf Buprenorphin/Naloxon genau beobachtet werden, da von Entzugssymptomen

berichtet wurde. Zur Verhinderung eines beschleunigten Entzugs sollte die Einleitung der

Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon erfolgen, wenn objektive Anzeichen von Entzug vorliegen

(siehe Abschnitt 4.2).

Entzugssymptome können auch mit einer suboptimalen Dosierung assoziiert sein.

Leberfunktionsstörung

Der Einfluss einer beeinträchtigten Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin und

Naloxon wurde in einer Anwendungsbeobachtung untersucht. Da Buprenorphin und Naloxon

überwiegend in der Leber metabolisiert werden, wurden bei Patienten mit mittelschwerer und

schwerer Leberfunktionsstörung nach einer Einzeldosisgabe erhöhte Plasmaspiegel von

Buprenorphin und Naloxon festgestellt. Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome von

Opioid-Entzugserscheinungen und einer durch erhöhte Buprenorphin- und/oder

Naloxonkonzentration verursachten Toxizität oder Überdosierung überwacht werden.

Buprenorphin/Naloxon Mylan Sublingualtabletten sollten bei Patienten mit mittelschwerer

Beeinträchtigung der Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.3 und

5.2). Buprenorphin/Naloxon sind bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Nierenfunktionsstörung

Die Ausscheidung über die Niere kann verzögert sein, da 30 % der applizierten Dosis renal

eliminiert werden. Die Metaboliten von Buprenorphin akkumulieren sich bei Patienten mit

Niereninsuffizienz. Bei der Anwendung bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

(Kreatinin-Clearance <30 ml/min) ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Anwendung bei Jugendlichen (15-<18 Jahre)

Aufgrund mangelnder Daten für Jugendliche (Alter 15-<18 Jahre) sollten Patienten dieser

Altersgruppe während der Therapie engmaschiger überwacht werden.

CYP3A-Hemmer

Arzneimittel, die das Enzym CYP3A4 hemmen, können zu erhöhten Buprenorphin-

Konzentrationen führen. Daher kann eine Reduzierung der Buprenorphin/Naloxon-Dosis

erforderlich sein. Bei Patienten, die bereits mit CYP3A4-Hemmern behandelt werden, sollte die

Dosistitration von Buprenorphin/Naloxon vorsichtig erfolgen, da bei diesen Patienten eine

geringere Dosis ausreichend sein kann (siehe Abschnitt 4.5).

Allgemeine Warnhinweise für die Anwendung von Opioiden

Opioide können bei ambulant behandelten Patienten eine orthostatische Hypotonie verursachen.

Opioide können zu einem erhöhten Liquordruck führen, der Krampfanfälle verursachen kann, so

dass Opioide bei Patienten mit Kopfverletzungen, intrakraniellen Läsionen, anderen Zuständen mit

möglicher Erhöhung des Liquordrucks oder Krampfanfällen in der Krankengeschichte mit Vorsicht

anzuwenden sind.

Vorsicht ist geboten, wenn Opioide bei Patienten mit Hypotonie, Prostatahypertrophie oder

Urethralstenose angewendet werden.

Eine durch Opioide verursachte Miosis, Veränderungen des Bewusstseinszustands und

Veränderungen der Schmerzwahrnehmung als Symptom einer Krankheit können die

Patientenbeurteilung beeinträchtigen und die Diagnose oder den klinischen Verlauf einer

Begleiterkrankung verschleiern.

Opioide sollten bei Patienten mit Myxödem, Hypothyreose oder Nebenniereninsuffizienz (z. B.

Morbus Addison) mit Vorsicht angewendet werden.

Es hat sich gezeigt, dass Opioide den Druck im Gallengang erhöhen und bei Patienten mit

Dysfunktion der Gallenwege mit Vorsicht angewendet werden sollten.

Bei der Anwendung von Opioiden bei älteren oder geschwächten Patienten ist Vorsicht geboten.

Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) kann, ausgehend

von der Erfahrung mit Morphin, zu einer Verstärkung der Wirkung von Opioiden führen (siehe

Abschnitt 4.5).

Buprenorphin/Naloxon Mylan enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, völligem Lactase- Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses

Arzneimittel nicht anwenden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Sublingualtablette, d.h. es ist

nahezu „natriumfrei“.

Die Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Buprenorphin/Naloxon Mylan sollte nicht zusammen angewendet werden mit:

alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln, da Alkohol die sedierende

Wirkung von Buprenorphin verstärkt (siehe Abschnitt 4.7).

Es ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan zusammen mit:

Sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel:

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln wie

Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln erhöht aufgrund der additiven

ZNS-dämpfenden Wirkung das Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Die

Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Die Patienten sind zu warnen, dass es extrem gefährlich ist, nicht verordnete Benzodiazepine

gleichzeitig mit diesem Arzneimittel einzunehmen. Die Patienten sind außerdem darauf

hinzuweisen, dass Benzodiazepine zusammen mit diesem Arzneimittel nur auf Anweisung ihres

Arztes eingenommen werden dürfen (siehe Abschnitt 4.4).

anderen zentral dämpfenden Mitteln, anderen Opioidderivaten (z. B. Methadon, Analgetika und

Antitussiva), bestimmten Antidepressiva, sedativen H1-Rezeptorantagonisten, Barbituraten,

anderen Anxiolytika als Benzodiazepinen, Neuroleptika, Clonidin und verwandten Substanzen:

Diese Kombinationen verstärken die dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem.

Aufgrund der herabgesetzten Aufmerksamkeit kann es gefährlich sein, Fahrzeuge zu führen und

Maschinen zu bedienen.

Zudem kann es schwierig sein, eine ausreichende Analgesie zu erreichen, wenn Patienten, die

Buprenorphin/Naloxon erhalten, ein Opioid-Vollagonist verabreicht wird. Daher besteht die

Möglichkeit der Überdosierung mit einem Vollagonisten, insbesondere wenn versucht wird, die

partiell agonistische Wirkung von Buprenorphin zu überwinden oder wenn die Buprenorphin-

Plasmaspiegel sinken.

Naltrexon und Nalmefen sind Opioid-Antagonisten, die die pharmakologischen Wirkungen von

Buprenorphin blockieren können. Von einer gleichzeitigen Anwendung während einer

Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon ist wegen der potenziell gefährlichen Wechselwirkung,

die ei plötzliches Auftreten von anhaltenden und starken Symptomen eines Opioidentzugs

auslösen kann, unbedingt abzusehen (siehe Abschnitt 4.3).

CYP3A4-Hemmern: In einer Studie zur Wechselwirkung von Buprenorphin mit Ketoconazol

(einem starken CYP3A4-Hemmer) wurden erhöhte C

- und AUC-Werte (Fläche unter der

Kurve) für Buprenorphin (ca. 50 % bzw. 70 %) und zu einem geringeren Grad für

Norbuprenorphin gemessen. Patienten, die Buprenorphin/Naloxon Mylan erhalten, sind

engmaschig zu überwachen und bedürfen bei kombinierter Anwendung mit starken CYP3A4-

Hemmern (z. B. den Protease-Hemmern Ritonavir, Nelfinavir oder Indinavir oder Antimykotika

vom Azol-Typ, z. B. Ketoconazol oder Itraconazol, Makrolidantibiotika) möglicherweise einer

Dosisreduzierung.

CYP3A4-Induktoren: Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren mit Buprenorphin

kann die Buprenorphin-Plasmakonzentrationen senken und somit möglicherweise zu einer

suboptimalen Behandlung der Opioidabhängigkeit mit Buprenorphin führen. Es wird

empfohlen, Patienten, die Buprenorphin/Naloxon zusammen mit CYP3A4-Induktoren (z. B.

Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin) erhalten, engmaschig zu überwachen.

Die Buprenorphin- oder CYP3A4-Induktor-Dosis muss gegebenenfalls entsprechend angepasst

werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) kann,

ausgehend von der Erfahrung mit Morphin, zu einer Verstärkung der Wirkung von Opioiden

führen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan bei

Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann Buprenorphin auch nach kurzer Anwendungsdauer eine

Atemdepression beim Neugeborenen hervorrufen. Eine Langzeitanwendung von Buprenorphin

während der letzten drei Schwangerschaftsmonate kann zum Entzugssyndrom beim Neugeborenen

führen (z. B. Hypertonie, neonataler Tremor, neonatale Agitation, Myoklonus oder Krämpfe). Das

Syndrom tritt im Allgemeinen mit einer Verzögerung von einigen Stunden bis einigen Tagen nach

der Geburt auf.

Wegen der langen Halbwertszeit von Buprenorphin sollte das ungeborene Kind gegen Ende der

Schwangerschaft mehrere Tage lang überwacht werden, um dem Risiko einer Atemdepression oder

eines Entzugssyndroms bei Neugeborenen vorzubeugen.

Zudem sollte der Einsatz von Buprenorphin/Naloxon während der Schwangerschaft durch den Arzt

sorgfältig überprüft werden. Buprenorphin/Naloxon sollte während der Schwangerschaft nur

angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Naloxon beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Buprenorphin und

dessen Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden. Untersuchungen an Ratten haben

gezeigt, dass Buprenorphin die Laktation hemmt. Das Stillen sollte deshalb während der

Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon Mylan unterbrochen werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien haben eine Verringerung der weiblichen Fertilität unter hohen Dosen

gezeigt (systemische Exposition > 2,4-Fache der Exposition des Menschen bei der empfohlenen

Höchstdosis von 24 mg Buprenorphin, basierend auf den AUC-Werten). Siehe Abschnitt 5.3.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Buprenorphin/Naloxon hat geringen bis moderaten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, wenn es opioidabhängigen Patienten verabreicht wird.

Das Arzneimittel kann Benommenheit, Schwindel oder eine Beeinträchtigung des Denkens

verursachen, insbesondere bei Therapieeinleitung und Dosisanpassung. Diese Wirkung kann sich

verstärken, wenn es gleichzeitig mit Alkohol oder Mitteln angewandt wird, die eine dämpfende

Wirkung auf das zentrale Nervensystem ausüben (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Patienten sollten davor gewarnt werden, Fahrzeuge zu führen oder gefährliche Maschinen zu

bedienen, da Buprenorphin/Naloxon ihre diesbezüglichen Fähigkeiten beeinträchtigen kann.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen, die im Rahmen zulassungsrelevanter klinischer

Studien beschrieben wurden, waren Obstipation und Symptome, die im Allgemeinen mit

Entzugssymptomen assoziiert sind (d. h. Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Hyperhidrosis

und Schmerzen). Bestimmte berichtete Fälle von Krampfanfällen, Erbrechen, Diarrhoe und

erhöhten Leberfunktionswerten wurden als schwerwiegend beurteilt.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen aus zulassungsrelevanten klinischen Studien, in denen 342

von 472 Patienten (72,5 %) Nebenwirkungen berichteten, sowie die Nebenwirkungen, die nach

Markteinführung berichtet wurden, zusammengefasst.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 1: Therapiebedingte Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach

Markteinführung zu Buprenorphin/Naloxon berichtet wurden

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Grippe

Infektion

Pharyngitis

Rhinitis

Harnwegs-

infektion

Vaginalinfektion

Erkrankungen

des Blutes und

des

Lymphsystems

Anämie

Leukozytose

Leukopenie

Lymphadeno-

pathie

Thrombozyto-

penie

Erkrankungen

des

Immunsystems

Über-

empfindlichkeit

Anaphylaktischer

Schock

Stoffwechsel- und

Ernährungs-

störungen

Verminderter

Appetit

Hyperglykämie

Hyperlipidämie

Hypoglykämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Angstgefühl

Depression

Verminderte

Libido

Nervosität

Abnormes

Denken

Abnorme Träume

Agitiertheit

Apathie

Depersonalisa-

tion

Arzneimittel-

abhängigkeit

Euphorie

Feindseligkeit

Halluzinationen

Erkrankungen

des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Migräne

Schwindel

Hypertonie

Parästhesie

Somnolenz

Amnesie

Hyperkinesie

Krampfanfall

Sprachstörung

Tremor

Hepatische

Enzephalopathie

Synkope

Augen-

erkrankungen

Amblyopie

Tränenfluss-

störung

Konjunktivitis

Miosis

Erkrankungen

des Ohrs und des

Labyrinths

Schwindel

Herz-

erkrankungen

Angina pectoris

Bradykardie

Myokardinfarkt

Palpitationen

Tachykardie

Gefäß-

erkrankungen

Hypertonie

Vasodilatation

Hypotonie

Orthostatische

Hypotonie

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und

Mediastinums

Husten

Asthma

Dyspnoe

Gähnen

Bronchospasmus

Atemdepression

Erkrankungen

des

Gastrointestinal-

trakts

Obstipation

Übelkeit

Abdominal-

schmerz

Diarrhoe

Dyspepsie

Flatulenz

Erbrechen

Mundulzeration

Verfärbung der

Zunge

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Hepatitis

Akute Hepatitis

Gelbsucht

Hepatische

Nekrose

Hepatorenales

Syndrom

Erkrankungen

der Haut und des

Unterhaut-

zellgewebes

Hyperhidrosis

Pruritus

Hautausschlag

Urtikaria

Akne

Alopezie

Dermatitis

exfoliativa

Trockene Haut

Raumforderung

der Haut

Angioödem

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und Knochen-

erkrankungen

Rücken-

schmerzen

Arthralgie

Muskelspasmen

Myalgie

Arthritis

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Anomalie des

Urins

Albuminurie

Dysurie

Hämaturie

Nephrolithiasis

Harnretention

Erkrankungen

der Geschlechts-

organe und der

Brustdrüse

Erektionsstörung

Amenorrhoe

Ejakulations-

störung

Menorrhagie

Metrorrhagie

Allgemeine

Erkrankungen

und Beschwerden

am

Verabreichungs-

ort

Arzneimittel-

entzugssyndrom

Asthenie

Brustkorb-

schmerz

Schüttelfrost

Fieber

Unwohlsein

Schmerz

Ödem peripher

Hypothermie

Neonatales

Arzneimittel-

entzugssyndrom

(siehe

Abschnitt 4.6)

Untersuchungen

Abnormer

Leberfunktions-

test

Gewichts-

abnahme

Erhöhter

Kreatininwert im

Blut

Erhöhte

Transaminase-

werte

Verletzung,

Vergiftung und

durch Eingriffe

bedingte

Komplikationen

Verletzung

Hitzschlag

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

In Fällen intravenösen Missbrauchs von Arzneimitteln wurden lokale, in manchen Fällen

septische Reaktionen (Abszess, Cellulitis) und eine potenziell schwerwiegende akute Hepatitis

sowie andere akute Infektionen, wie Pneumonie und Endokarditis, beschrieben (siehe Abschnitt

4.4), wobei diese Nebenwirkungen eher dem Umstand des Missbrauchs als dem Arzneimittel

selbst zugeschrieben werden.

Bei Patienten mit ausgeprägter Drogenabhängigkeit kann die initiale Gabe von Buprenorphin zu

einem Arzneimittelentzugssyndrom führen, das dem für Naloxon beschriebenen

Entzugssyndrom ähnlich ist (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Das primäre Symptom bei Überdosierung, das eine Intervention erforderlich macht, ist eine

Atemdepression in Folge einer Depression des Zentralnervensystems, da diese zum Atemstillstand

und zum Tod führen könnte. Zeichen einer Überdosierung können unter anderem Somnolenz,

Amblyopie, Miosis, Hypotonie, Übelkeit, Erbrechen und/oder Sprachstörungen sein.

Behandlung

Es sind allgemeine supportive Maßnahmen einzuleiten, u. a. eine engmaschige Kontrolle der Atem-

und Herzfunktionen des Patienten. Eine symptomatische Behandlung der Atemdepression und

intensivmedizinische Standardmaßnahmen sind einzuleiten. Freie Atemwege und eine

unterstützende oder kontrollierte Beatmung müssen sichergestellt werden. Der Patient ist in eine

Einrichtung mit kompletter Reanimationsausrüstung zu überweisen.

Bei Erbrechen ist darauf zu achten, dass es nicht zu einer Aspiration des Erbrochenen kommt.

Die Anwendung eines Opioid-Antagonisten (d. h. Naloxon) wird trotz des im Vergleich zur

Wirkung bei Opioid-Vollagonisten möglicherweise mäßigen Effekts bei der Behebung der

Atemsymptome durch Buprenorphin empfohlen.

Wird Naloxon angewendet, ist bei der Festlegung der Behandlungsdauer und der medizinischen

Überwachung, die zur Behebung der Auswirkungen einer Überdosis erforderlich sind, die lange

Wirkdauer von Buprenorphin zu berücksichtigen. Naloxon kann schneller als Buprenorphin

ausgeschieden werden, was zu einem erneuten Auftreten der zuvor kontrollierten Symptome der

Buprenorphin-Überdosis führen kann, weshalb eine Dauerinfusion erforderlich sein kann. Wenn

keine Infusion möglich ist, kann eine wiederholte Naloxon- Anwendung erforderlich sein. Die

Naloxon-Initialdosen können bis zu 2 mg betragen und alle 2-3 Minuten wiederholt werden, bis ein

ausreichendes Ansprechen erreicht wird, wobei eine Anfangsdosis von 10 mg nicht überschritten

werden sollte. Die intravenösen Infusionsraten sind dem Ansprechverhalten des Patienten gemäß

anzupassen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Mittel für das Nervensystem; Mittel zur Behandlung von

Suchterkrankungen; Mittel zur Behandlung der Opiatabhängigkeit ATC-Code: N07BC51.

Wirkmechanismus

Buprenorphin ist ein partieller Opioid-Agonist/Antagonist, der an die µ

und ĸ

(Kappa)-Opioid-

Rezeptoren des Gehirns bindet. Seine Wirksamkeit in der Aufrechterhaltungstherapie mit Opiaten

beruht auf seiner Fähigkeit, sich langsam reversibel an die µ-Opioid-Rezeptoren zu binden,

wodurch das Bedürfnis des abhängigen Patienten nach Drogen über einen längeren Zeitraum

minimiert werden kann.

Opioid-agonistische Ceiling-Effekte wurden im Rahmen klinisch-pharmakologischer Studien bei

Opioidabhängigen beschrieben.

Naloxon wirkt antagonistisch an den µ-Opioidrezeptoren. Bei oraler oder sublingualer Gabe in den

üblichen Dosierungen weist Naloxon bei Patienten unter Opioidentzug aufgrund seines nahezu

vollständigen First-Pass-Metabolismus eine geringe oder keine pharmakologische Wirkung auf.

Bei intravenöser Anwendung bei Opioidabhängigen führt der Naloxon-Bestandteil in

Buprenorphin/Naloxon Mylan jedoch zu ausgeprägten opioid- antagonistischen Wirkungen und zu

Opioid-Entzugssymptomen, was einen intravenösen Missbrauch verhindert.

Klinische Wirksamkeit

Die Daten zur Wirksamkeit und zur Sicherheit von Buprenorphin/Naloxon stammen hauptsächlich

aus einer einjährigen klinischen Studie, die einen 4-wöchigen randomisierten doppelblinden

Vergleich von Buprenorphin/Naloxon, Buprenorphin und einem Placebo und im Anschluss daran

eine 48-wöchige Studie zur Sicherheit von Buprenorphin/Naloxon beinhaltete. In dieser Studie

wurden 326 heroinabhängige Patienten randomisiert und erhielten entweder Buprenorphin/Naloxon

16 mg täglich oder Buprenorphin 16 mg täglich oder ein Placebo. Patienten, die einer der

Verumgruppen zugewiesen wurden, erhielten zu Beginn der Therapie 8 mg Buprenorphin an Tag

1, danach 16 mg (zwei 8-mg-Tabletten) Buprenorphin an Tag 2. An Tag 3 wurden die Patienten,

die der Buprenorphin/Naloxon-Gruppe zugewiesen worden waren, auf die Kombinationstablette

umgestellt. Die Patienten kamen zur Ausgabe der Dosis und zur Beurteilung der Wirksamkeit

täglich in die Klinik (Montag bis Freitag).

Für die Wochenenden wurden Take-Home-Dosen ausgegeben. Primärer Vergleichswert der Studie

war die Beurteilung der individuellen Wirksamkeit von Buprenorphin und Buprenorphin/Naloxon

versus Placebo. Der prozentuale Anteil der dreimal wöchentlich entnommenen Urinproben, die im

Hinblick auf Nicht-Studien-Opioide negativ waren, war sowohl für Buprenorphin/Naloxon versus

Placebo (P < 0,0001) als auch für Buprenorphin versus Placebo (P < 0,0001) statistisch signifikant

höher.

In einer doppelblinden, doppelt placebokontrollierten Parallelgruppenstudie zum Vergleich von

Buprenorphin-Ethanol-Lösung mit einem Vollagonisten als Verumkontrolle wurden 162 Patienten

randomisiert und der Behandlung mit Buprenorphin als Ethanol-Sublinguallösung in einer

Dosierung von 8 mg/Tag (diese Dosis entspricht ungefähr einer Dosis von 12 mg/Tag

Buprenorphin/Naloxon) oder zwei relativ niedrigen Dosierungen des Verum-Kontrollpräparats

zugewiesen (eine dieser Dosierungen war niedrig genug, um als Alternative zum Placebo zu

dienen). Die Studie umfasste eine 3- bis 10-tägige Einleitungsphase, eine 16-wöchige

Erhaltungsphase und eine 7-wöchige Detoxifikationsphase. Buprenorphin wurde bis Tag 3 auf die

Erhaltungsdosis auftitriert. Die Dosistitration des Verum-Kontrollpräparats erfolgte langsamer.

Ausgehend von den Patienten, die in Behandlung blieben und vom prozentualen Anteil der dreimal

wöchentlich entnommenen Urinproben, die im Hinblick auf Nicht-Studien-Opioide negativ waren,

zeigte sich Buprenorphin im Hinblick auf die Fortführung der Therapie durch die

Heroinabhängigen und die Reduktion ihres Gebrauchs von Opioiden unter der Therapie wirksamer

als das niedrig dosierte Kontrollpräparat. Die Wirksamkeit von Buprenorphin 8 mg täglich war mit

der Wirksamkeit des moderat dosierten Verum Kontrollpräparats vergleichbar, eine Äquivalenz

wurde jedoch nicht belegt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Buprenorphin

Resorption

Buprenorphin unterliegt bei oraler Anwendung einem First-Pass-Metabolismus, wobei es zu einer

N-Dealkylierung und Glukuronidierung im Dünndarm und in der Leber kommt. Eine orale

Anwendung ist für dieses Arzneimittel daher ungeeignet.

Die Plasmaspitzenkonzentrationen werden 90 Minuten nach der sublingualen Applikation erreicht.

Die Buprenorphin-Plasmaspiegel stiegen mit der sublingual applizierten Dosis von

Buprenorphin/Naloxon an. Sowohl die C

-Werte als auch die AUC von Buprenorphin stiegen

mit Erhöhung der Dosis (im Bereich von 4 mg bis 16 mg) an. Der Anstieg war allerdings nicht

dosisproportional, sondern fiel geringer aus.

Tabelle 2 Pharmakokinetische Parameter von Buprenorphin

Pharmakokinetische

Parameter

Buprenorphin/Nalo

xon 4 mg

Buprenorphin/Nalo

xon 8 mg

Buprenorphin/Nalox

on 16 mg

ng/ml

1,84 (39)

3,0 (51)

5,95 (38)

0-48 Stunden

ng/ml

12,52 (35)

20,22 (43)

34,89 (33)

Verteilung

Auf die Resorption von Buprenorphin folgt eine rasche Verteilungsphase (die

Distributionshalbwertszeit beträgt 2 bis 5 Stunden).

Biotransformation und Eliminierung

Buprenorphin wird durch 14-N-Dealkylierung und Glukuronidierung des Stammmoleküls und des

dealkylierten Metaboliten metabolisiert. Klinische Daten bestätigen, dass CYP3A4 für die

N-Dealkylierung von Buprenorphin verantwortlich ist. N-Dealkylbuprenorphin ist ein

µ-Opioidagonist mit einer schwachen intrinsischen Aktivität.

Die Eliminierung von Buprenorphin verläuft mit einer mittleren Plasma-Halbwertszeit von

32 Stunden bi- oder tri-exponentiell.

Buprenorphin wird nach biliärer Exkretion der glukuronidierten Metaboliten (zu 70 %) über die

Fäzes ausgeschieden. Der Rest wird über den Urin ausgeschieden.

Naloxon

Resorption und Verteilung

Nach intravenöser Applikation wird Naloxon rasch verteilt (Distributionshalbwertszeit

~ 4 Minuten).

Nach oraler Gabe ist Naloxon kaum im Plasma nachweisbar. Nach sublingualer Gabe von

Buprenorphin/Naloxon sind die Plasmaspiegel von Naloxon niedrig und nehmen rasch ab.

Biotransformation

Das Arzneimittel wird in der Leber, vorwiegend durch Glukuronidierung, metabolisiert und über

den Urin ausgeschieden. Naloxon hat eine mittlere Plasma-Halbwertszeit von 1,2 Stunden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Es liegen keine pharmakokinetischen Daten zu älteren Patienten vor.

Nierenfunktionsstörung

Die renale Eliminierung spielt bei der Gesamtclearance von Buprenorphin/Naloxon eine relativ

geringe Rolle (~ 30 %). Ausgehend von der Nierenfunktion ist keine Dosismodifikation

erforderlich. Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung geboten (siehe

Abschnitt 4.3).

Leberfunktionsstörung

Die Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin und

Naloxon wurde in einer Anwendungsbeobachtung untersucht.

Tabelle 3

fasst die Ergebnisse einer klinischen Studie nach Einzeldosisgabe von

Buprenorphin/Naloxon 2,0/0,5 mg Sublingualtabletten an gesunde Probanden und an Probanden

mit Leberfunktionsstörungen zusammen.

PK

Parameter

Leichte

Leberfunktionsstörung

(Child-Pugh Class A)

(n=9)

Mittelschwere

Leberfunktionsstörung

(Child-Pugh Class B)

(n=8)

Schwere

Leberfunktionsstörung

(Child-Pugh Class C)

(n=8)

Buprenorphin

Cmax

1,2fache Erhöhung

1,1fache Erhöhung

1,7fache Erhöhung

last

Vergleichbar zur

gesunden

Kontrollgruppe

1,6fache Erhöhung

2,8fache Erhöhung

Naloxon

Cmax

Vergleichbar zur

gesunden

Kontrollgruppe

2,7fache Erhöhung

11,3fache Erhöhung

last

0,2fache Erhöhung

3,2fache Erhöhung

14,0fache Erhöhung

Insgesamt wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ein Buprenorphin-Anstieg im

Blutplasma um das Dreifache verzeichnet, während bei dieser Patientengruppe Naloxon im

Blutplasma 14fach erhöht war.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Kombination von Buprenorphin und Naloxon ist in tierexperimentellen Studien auf akute

Toxizität und auf Toxizität bei wiederholter Dosisgabe (bis zu 90 Tage bei Ratten) untersucht

worden. Eine synergistische Erhöhung der Toxizität ist nicht beobachtet worden. Nebenwirkungen

basierten auf der bekannten pharmakologischen Aktivität von Opioidagonisten und/oder -

antagonisten.

Die Kombination (4:1) von Buprenorphinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid erwies sich in

einem bakteriellen Mutationsassay (Ames-Test) als nicht mutagen und in einem

zytogenetischen

In-vitro

-Assay mit Humanlymphozyten bzw. in einem intravenösen Mikronucleus-Test bei der

Ratte als nicht klastogen.

Reproduktionsstudien mit oraler Gabe von Buprenorphin und Naloxon im Verhältnis von 1:1

deuteten darauf hin, dass bei Ratten unter allen Dosen bei maternaler Toxizität Embryoletalität

auftrat. Die geringste untersuchte Dosis repräsentierte die Exposition des 1-Fachen für

Buprenorphin und des 5-Fachen für Naloxon der auf einer mg/m²-Basis berechneten maximalen

therapeutischen Dosis für den Menschen. Bei Kaninchen wurde keine Entwicklungstoxizität bei

maternal toxischen Dosen beobachtet. Ferner ist weder bei Ratten noch bei Kaninchen

Teratogenität beobachtet worden. Eine peri-postnatale Studie mit Buprenorphin/Naloxon wurde

nicht durchgeführt. Die orale Verabreichung von hohen Buprenorphin-Dosen an das Muttertier

während der Gestation und Laktation führte jedoch zu Geburtsschwierigkeiten (möglicherweise

infolge der sedierenden Wirkung von Buprenorphin), hoher neonataler Mortalität und einer leichten

Verzögerung bei der Ausbildung bestimmter neurologischer Funktionen (Aufrichtungs- und

Schreckreflex) bei neugeborenen Ratten.

Die Verabreichung von Buprenorphin im Futter in Dosierungen von 500 ppm und darüber führte

bei Ratten zu einer Verringerung der Fertilität, die sich in niedrigeren Konzeptionsraten bei den

Weibchen äußerte. Eine Dosis von 100 ppm im Futter (die geschätzte Exposition betrug für

Buprenorphin etwa das 2,4-Fache der Humandosis von 24 mg Buprenorphin/Naloxon, basierend

auf der AUC; die Naloxon-Plasmaspiegel lagen unter der Nachweisgrenze für Ratten)

beeinträchtigte die Fertilität der Weibchen nicht.

Eine Kanzerogenitätsstudie mit Buprenorphin/Naloxon wurde bei Ratten in Dosierungen von

7, 30 und 120 mg/kg/Tag durchgeführt. Die geschätzte Exposition betrug hier das 3- bis 75-Fache

einer sublingualen Tagesdosis von 16 mg beim Menschen (berechnet auf mg/m²-Basis). In allen

Dosierungsgruppen wurde ein statistisch signifikanter Anstieg der Inzidenz benigner interstitieller

Hodenadenome (Leydigzell-Tumor) festgestellt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Mannitol (Ph.Eur.)

Maisstärke

Povidon K29,7

Citronensäure

Natriumcitrat (Ph.Eur.)

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Acesulfam-Kalium

Zitronen-Aroma, Pulver

Limetten-Aroma, Pulver

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

OPA/Al/PVC//Al Blisterpackungen.

Packungsgrößen:

7 oder 28 Sublingualtabletten

Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen mit 7x1 oder 28x1 Sublingualtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

99113.00.00

99115.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

18. Juli 2018

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel

Lesen Sie das vollständige Dokument

Zusammenfassung des öffentlichen

Bewertungsberichts

Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg

Sublingualtabletten

Buprenorphinhydrochlorid

Naloxonhydrochlorid-Dihydrat

Zulassungsinhaber: Mylan dura GmbH

HAUSANSCHRIFT

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

+49 (0)228 99 307-0

+49 (0)228 99 307-5207

E-MAIL

poststelle@bfarm.de

INTERNET

www.bfarm.de

Seite 2 von 3

Dieses Dokument enthält die Zusammenfassung des öffentlichen Bewertungsberichtes. Sie

erklärt, wie das BfArM den zugrundeliegenden Zulassungsantrag bewertet hat und zu seiner

Empfehlung für die Anwendung des Arzneimittels gekommen ist.

Für praktische Hinweise zur Anwendung des Arzneimittels lesen Sie bitte die Packungsbeilage

oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten und wofür wird es

eingesetzt?

Die Wirkstoffzusammensetzung von Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg

Sublingualtabletten ist:

Buprenorphinhydrochlorid

8.64

Naloxonhydrochlorid-Dihydrat

2.44

Bei Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten handelt es sich um ein so

genanntes Generikum. Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten ist

gleichwertig mit einem Arzneimittel, das in der Europäischen Union (EU) bereits seit mindestens

10 Jahren zugelassen ist und dadurch als Bezugs- oder Referenzarzneimittel dienen kann.

Das Arzneimittel ist in folgenden Anwendungsgebieten zugelassen:

Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer und

psychotherapeutischer Maßnahmen. Mit dem Naloxon-Bestandteil soll ein intravenöser

Missbrauch verhindert werden. Die Substitutionstherapie ist zur Behandlung von Erwachsenen

und Jugendlichen über 15 Jahren bestimmt, die einer Suchtbehandlung zugestimmt haben.

(Stand: 18.07.2018)

Wie ist das Arzneimittel anzuwenden?

Bitte lesen Sie Abschnitt 3 der Packungsbeilage „Wie ist Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2

mg Sublingualtabletten einzunehmen/anzuwenden?“

Was sind die Nutzen und Risiken von Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg

Sublingualtabletten?

Das Arzneimittel ist therapeutisch gleichwertig zum Referenzarzneimittel. Nutzen und Risiken

entsprechen daher denen des Referenzarzneimittels.

Der pharmazeutische Unternehmer hat zudem einen Risikomanagementplan entwickelt, um

sicherzustellen, dass das Arzneimittel so sicher wie möglich angewendet wird. Im

Risikomanagementplan sind bekannte sowie zum Zeitpunkt der Zulassung des Arzneimittels

Seite 3 von 3

vermutete potenzielle Risikoaspekte beschrieben und Strategien festgelegt, wie diesen

risikomindernd begegnet werden kann. Dabei handelt es sich z.B. um Informationen, die bereits

in der Packungsbeilage und in der Fachinformation aufgeführt sind, auf die jedoch im

Risikomanagementplan noch einmal gesondert und vertieft eingegangen wird. Der

Risikomanagementplan wird regelmäßig entsprechend dem neuesten Erkenntnisstand der

Wissenschaft aktualisiert.

Für weitere Informationen lesen Sie bitte auch Abschnitt 2 der Packungsbeilage „Was müssen Sie

vor der Anwendung von Buprenorphin/Naloxon Mylan 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

beachten?“ in Verbindung mit Abschnitt 4 der Packungsbeilage „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“

Warum wurde das Arzneimittel zugelassen?

Das BfArM ist bei der Bewertung dieses Arzneimittels zu dem Schluss gekommen, dass der

Nutzen mögliche Anwendungsrisiken, z.B. das Auftreten von Nebenwirkungen, übersteigt.

Der öffentliche Bewertungsbericht kann auf der folgenden Internet-Seite abgerufen werden:

http://mri.medagencies.org/Human/ bzw. http://www.dimdi.de/static/de/db/dbinfo/aj29.htm.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden,

sind den publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

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