Bramitob lösung zur inhalation über vernebler

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-06-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
tobramycinum
Verfügbar ab:
Chiesi SA
ATC-Code:
J01GB01
INN (Internationale Bezeichnung):
tobramycinum
Darreichungsform:
lösung zur inhalation über vernebler
Zusammensetzung:
tobramycinum 300 mg, excipiens der Lösung anstelle von 4 ml.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
infektionskrankheiten
Zulassungsnummer:
58751
Berechtigungsdatum:
2009-05-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-06-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-06-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Bramitob® 300 mg/4 ml

Chiesi SA

Was ist Bramitob und wann wird es angewendet?

Dieses Arzneimittel darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. Ärztin verwendet werden.

Bramitob enthält Tobramycin – ein Antibiotikum aus der Familie der sogenannten Aminoglykoside.

Bramitob wird bei Patienten mit cystischer Fibrose (CF; Mukoviszidose) zur Behandlung von

chronischen Infektionen der Atmungsorgane, die durch Bakterien der Pseudomonas-Gruppe

hervorgerufen werden angewendet.

Pseudomonas aeruginosa ist ein sehr häufig vorkommendes Bakterium, mit dem sich nahezu alle

Patienten mit cystischer Fibrose im Laufe ihres Lebens anstecken. Einige Menschen bekommen diese

Krankheit erst später in ihrem Leben, während andere schon in sehr jungen Jahren betroffen sind.

Wird die Infektion nicht unter Kontrolle gebracht, so führt sie zu einer zunehmenden Schädigung der

Lungen und weiteren gesundheitlichen Problemen.

Bramitob wird inhaliert und nicht eingenommen. So kann das Antibiotikum Tobramycin direkt in Ihre

Lungen gelangen und dort gegen die Bakterien wirken, welche die Infektion verursachen.

Bramitob ist nur für Patienten ab einem Alter von 6 Jahren angezeigt.

Damit Sie den bestmöglichen Behandlungserfolg erzielen, sollten Sie Ihr Arzneimittel unbedingt

entsprechend der ärztlichen Anweisung anwenden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Sie dürfen Bramitob in Ihrem Vernebler nicht mit anderen Arzneimitteln mischen oder verdünnen.

Wenn Sie verschiedene Behandlungen für die Mukoviszidose erhalten, sollten Sie sie in der folgenden

Reihenfolge anwenden:

·Krampflösendes Mittel für die Bronchialmuskulatur (Bronchodilatator) z.B.Salbutamol, dann

·Brustkorbphysiotherapie, dann

·Andere zu inhalierende Arzneimittel, dann

·Bramitob

Überprüfen Sie diese Reihenfolge auch mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Wann darf Bramitob nicht angewendet werden?

Bramitob darf nicht angewendet werden:

·Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Tobramycin, einen der sonstigen Bestandteile von

Bramitob oder irgendein anderes Aminoglykosid-Antibiotikum sind; Eine Überempfindlichkeit äussert

sich z.B. durch Asthma, Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Schwellungen der Schleimhäute sowie der

Haut (z.B. Nesselfieber) und Hautausschläge. Klären sie mit Ihrem Arzt ab, ob sie jemals auf die

Einnahme eines Antibiotikums allergisch reagiert haben.

·Wenn Sie Diurektika (Entwässerungstabletten) einnehmen, die Furosemid oder Etacrynsäure enthalten

oder

·Wenn Sie Harnstoff oder intravenös verabreichtes Mannitol einnehmen (mit diesen Arzneimitteln

werden schwere Krankheiten bei Klinikpatienten behandelt).

Wann ist bei der Anwendung von Bramitob Vorsicht geboten?

Das in Bramitob enthaltene Tobramycin gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die gelegentlich zu

Hörverlust, Schwindel und Nierenschäden führen können (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»)

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, falls bei Ihnen einer oder mehrere der

folgenden Punkte zutreffen:

·Wenn Sie nach der Anwendung von Bramitob ein Engegefühl im Brustkorb verspüren. Die Inhalation

von Arzneimitteln kann zu Beklemmungsgefühlen in der Brust führen. Ihr Arzt bzw. Ärztin wird bei der

ersten Anwendung von Bramitob anwesend sein und vor und nach der Anwendung Ihre Lungenfunktion

überprüfen. Wenn Sie nicht schon ein bronchienerweiterndes Mittel verwenden (z.B. Salbutamol), wird

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen möglicherweise eines verordnen, damit sie dies vor der Anwendung von

Bramitob benutzen.

·Wenn Sie irgendwann einmal an neuromuskulären Störungen gelitten haben, wie beispielsweise der

Parkinson-Krankheit oder anderen Erkrankungen mit Muskelschwäche einschliesslich Myasthenia

gravis.

·Wenn Sie in der Vergangenheit bereits einmal Nierenprobleme hatten. Bevor Sie mit der Anwendung

von Bramitob beginnen, prüft Ihr Arzt eventuell, ob Ihre Nieren richtig arbeiten, indem er Ihnen eine

Blut-oder eine Urinprobe entnimmt. Möglicherweise wir Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin dies während des

Behandlungsverlaufs in regelmässigen Abständen wiederholen.

·Wenn Sie in der Vergangenheit eines der folgenden Symptome festgestellt haben oder diese während

der Behandlung mit Bramitob auftreten:

·Ohrensausen

·andere Gehörprobleme

·Schwindelgefühl

·Ihr Arzt bzw. Ärztin wird möglicherweise vor Aufnahme der Bramitob-Behandlung oder im Laufe der

Behandlung Ihr Gehör überprüfen.

·Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie derzeit Blut mit Ihrem Auswurf aushusten. Das

Inhalieren von Arzneimitteln könnte bei Ihnen zu vermehrtem Husten führen und Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin könnte Sie bitten, die Anwendung von Bramitob zu unterbrechen, bis in Ihrem Auswurf kein Blut

mehr enthalten ist.

·Wenn Sie den Eindruck haben, dass Bramitob nicht so wirksam ist, wie es sein sollte. Bakterien können

manchmal gegen antibiotische Behandlungen resistent werden.

Einige Arzneimittel sollten nicht oder nur mit Vorsicht zusammen mit Bramitob angewendet werden,

das sie das Auftreten von gewissen unerwünschten Wirkungen (z.B. Schädigung von Nieren oder

Gehör) verstärken können.

Es kann sein, dass Sie nicht nur Bramitob zur Inhalation erhalten, sondern auch Injektionen mit

Tobramycin oder anderen Aminoglykosiden. Solche Injektionen können die sehr niedrigen

Konzentrationen von Aminoglykosid, die durch die Inhalation von Bramitob im Körper verursacht

werden, erhöhen. Zudem wird die gleichzeitige Anwendung von Bramitob mit folgenden Arzneimitteln

nicht empfohlen:

·Amphotericin B, Cefalotin, Cyclosporin, Tacrolimus, Polymyxine

·Platinverbindung (z.B. Carboplatin und Cisplatin)

·Anticholinesterasen (zum Beispiel Neostigmin und Pyridostigmin), Botulinumtoxin

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten

leiden Allergien haben, Arzneimittel mit den oben genannten Wirkstoffen oder andere Arzneimittel

(auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Bramitob während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Falls Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind, sollten Sie Bramitob nicht anwenden,

ausser auf ausdrückliche Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin über die Möglichkeit einer schädlichen Wirkung dieses Arzneimittels.

Stillzeit

Wenn Sie ein Kind stillen, sollten Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sprechen, bevor Sie Bramitob

anwenden.

Wie verwenden Sie Bramitob?

Bramitob wird inhaliert und die Inhalation muss mit einem sauberen, trockenen wieder verwendbaren

PARI LC PLUS Vernebler (nur zu Ihrer persönlichen Verwendung) und einem geeigneten Kompressor

durchgeführt werden. Fragen Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten bzw. Ihre Ärztin oder

Physiotherapeutin um Rat, welchen Kompressor Sie verwenden sollten.

Ihr Arzt oder Physiotherapeut kann Sie zudem bei der korrekten Anwendung von Bramitob und der

benötigten Ausrüstung beraten. (Möglicherweise benötigen Sie unterschiedliche Vernebler für andere zu

inhalierende Medikamente.)

Dosierung

Die Behandlung mit Bramitob erfolgt zyklisch, d.h. nach 28 Behandlungstagen mit Bramitob wird

jeweils eine 28-tägige Behandlungspause eingesetzt.

Die Dosis ist für alle Patienten ab einem Alter von sechs Jahren gleich.

Behandlungszyklus

Über einen Zeitraum von 28 Tagen, inhalieren Sie jeweils am Morgen und am Abend (= 2 Ampullen pro

Tag) den Inhalt einer Ampulle. Der Abstand zwischen den Behandlungen sollte möglichst genau 12

Stunden und nicht weniger als 6 Stunden betragen (bitte Anweisungen für die korrekte Anwendung von

Bramitob beachten).

Behandlungspause

Auf den 28-tägigen Behandlungszyklus folgt eine 28-tägige Behandlungspause, d.h. in den darauf

folgenden 28 Tagen wenden Sie Bramitob nicht an. Im Anschluss an die 28-tägige Behandlungspause

können Sie mit einem weiteren 28-tägigen Behandlungszyklus beginnen.

Es ist wichtig, dass Sie an jedem der 28 Behandlungstage das Produkt zweimal täglich anwenden und

dass Sie den Zyklusablauf mit 28 Tagen Behandlung/28 Tagen Behandlungspause einhalten.

Behandlung mit Bramitob

Keine Behandlung mit Bramitob

Bramitob anwenden zweimal täglich jeden Tag für 28

Tage

Bramitob nicht anwenden für die nächsten 28

Tage

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Anweisungen für die korrekte Anwendung von Bramitob

Vorbereiten

1.Bevor Sie mit der Anwendung von Bramitob beginnen, stellen Sie bitte sicher, dass die folgende

Ausrüstung bereit steht:

Bramitob-Ampulle;

Geeigneter Kompressor;

PARI LC PLUS wiederverwendbarer Vernebler;

Schlauchsystem zur Verbindung von Vernebler und Kompressor;

Saubere Papier-oder Stofftücher;

Nasenklemme (falls erforderlich).

2.Überprüfen Sie vor der Anwendung von Bramitob, ob Vernebler und Kompressor entsprechend den

Herstelleranweisungen einwandfrei funktionstüchtig sind.

3.Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife.

4.Entnehmen Sie der Packung einen Folienbeutel. Dieser enthält einen Streifen mit 4

Einzeldosenbehältnissen. Reissen Sie einen Beutel auf und trennen Sie ein Einzeldosenbehältnis wie

folgt vom Streifen ab: Biegen Sie das neue Behältnis nach hinten und vorne (Abb. A). Trennen Sie

dieses vorsichtig zuerst oben, dann in der Mitte von den übrigen ab (Abb. B). Stecken Sie den Rest

zurück in den Folienbeutel und bewahren Sie diesen im Kühlschrank auf.

5.Breiten Sie die Teile Ihres PARI LC PLUS Verneblers auf einem sauberen, trockenen Papier-oder

Stofftuch aus. Sie benötigen folgende Teile:

Oberteil und Unterteil des Verneblers:

Ventilkappe für das Einnehmen;

Mundstück mit Ventil:

Schlauchsystem.

6.Entfernen Sie das Oberteil vom Unterteil des Verneblers durch Drehen des Oberteils gegen den

Uhrzeigersinn und darauf folgendes Abheben. Legen Sie das Oberteil auf das Tuch und stellen Sie das

Unterteil aufrecht darauf.

7.Verbinden Sie das eine Ende des Schlauchsystems mit dem Luftauslass des Kompressors.

Stellen Sie sicher, dass das Schlauchsystem fest angeschlossen ist. Schliessen Sie den Kompressor ans

Stromnetz an.

8.Öffnen Sie das Einzeldosisbehältnis durch Drehen der Lasche in Pfeilrichtung (Abb. C). Achten Sie

darauf, das Einzeldosisbehältnis nicht zusammenzudrücken, bis Sie bereit sind, dessen Inhalt in den

Unterteil des Verneblers zu entleeren.

9.Drücken Sie vorsichtig den gesamten Inhalt der Ampulle in das Unterteil des Verneblers (Abb. D).

10.Setzen Sie das Oberteil des Verneblers wieder auf. Drehen Sie das Oberteil im Uhrzeigersinn, bis es

fest auf dem Unterteil des Verneblers sitzt.

11.Befestigen Sie das Mundstück am Auslass des Verneblers. Dann drücken Sie die Ventilkappe fest an

ihren Platz am Vernebleroberteil. Bitte beachten Sie: die Ventilkappe sollte fest und genau sitzen (lesen

Sie auch den entsprechenden Abschnitt in der Gebrauchsinformation Ihres PARI LC PLUS Verneblers).

12.Verbinden Sie das freie Ende des Schlauchsystems mit dem Lufteinlass am Unterteil des Verneblers

und stellen Sie sicher, dass Sie den Vernebler aufrecht halten. Drücken Sie Schläuche fest auf den

Lufteinlass.

Inhalieren

1.Schalten Sie den Kompressor ein.

2.Überprüfen Sie, ob ein gleichmässiger Nebel aus dem Mundstück austritt. Wenn kein Nebel zu sehen

ist, überprüfen Sie alle Schlauchverbindungen und stellen Sie sicher, dass der Kompressor einwandfrei

arbeitet.

3.Sitzen oder stehen Sie in aufrechter Haltung, so dass Sie normal atmen können.

4.Nehmen Sie das Mundstück zwischen Ihre Zähne und auf den Rücken Ihrer Zunge. Atmen Sie normal,

jedoch nur durch den Mund (eine Nasenklemme kann Ihnen dabei helfen). Achten Sie darauf, den

Luftfluss nicht mit Ihrer Zunge zu blockieren.

5.Setzen Sie die Inhalation fort, bis die gesamte Menge Bramitob aufgebraucht ist und kein Nebel mehr

produziert wird. Die Anwendung der gesamten Menge sollte etwa 15 Minuten in Anspruch nehmen.

Wenn die Schale des Verneblers leer ist, hören Sie eventuell ein zischendes Geräusch.

6.Nach dem Inhalieren muss der Mund gespült werden.

7.Denken Sie bitte daran, Ihren Vernebler nach der Behandlung zu reinigen und zu desinfizieren.

Was passiert, wenn ich beim Inhalieren unterbrochen werde?

Falls Sie bei der Anwendung unterbrochen werden, oder husten oder eine Ruhepause einlegen müssen,

schalten Sie den Kompressor ab, damit Ihr Arzneimittel nicht unnütz verdampft. Schalten Sie den

Kompressor wieder ein, wenn Sie bereit sind, mit der Behandlung fortzufahren.

Was passiert, wenn ich zu viel von meinem Arzneimittel inhaliere?

Falls Sie zu viel Bramitob inhalieren, werden Sie möglicherweise stark heiser. Teilen Sie dies so bald

wie möglich Ihrem Arzt mit. Sollten Sie Bramitob Inhalationsflüssigkeit versehentlich verschluckt

haben, ist dies nicht gefährlich, sie sollten jedoch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Was tue ich, wenn ich eine Dosis ausgelassen habe?

Sie dürfen innerhalb von 6 Stunden nicht mehr als eine Dosis anwenden.

Holen Sie die ausgelassene Dosis nach, wenn bis zum nächsten geplanten Anwendungstermin noch

mindestens 6 Stunden vergehen.

Lassen Sie diese Dosis aus, wenn Ihr nächster Anwendeungstermin in weniger als 6 Stunden geplant ist.

Welche Nebenwirkungen kann Barmitob haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Bramitob auftreten:

Wenn Sie nicht genau wissen, was die folgenden Nebenwirkungen sind, lassen Sie sie sich von Ihrem

Arzt oder Ihrer Ärztin erklären.

Häufige Nebenwirkungen, die bei mehr als 1 von 100 Behandelten auftreten können, sind: Husten,

Stimmstörung.

Gelegentliche Nebenwirkungen, die bei mehr als 1 von 1000 Behandelten auftreten können, sind:

Ausschlag im Mund (Candida-Infektion), Schwindel, Hörverlust, erhöhter Speichelfluss, Entzündung

der Zunge, Hautausschlag, Halsschmerzen, erhöhte Transaminase-Werte, laute Atemgeräusche,

Übelkeit, Trockenheit von Schleimhaut, Bluthusten, Schmerzen in Hals oder Brustkorb, Kopfschmerzen,

Kurzatmigkeit, Rasselgeräusche, Schwäche, Verschlimmerung von Husten, Husten mit Auswurf,

vermehrter Auswurf, Pilzinfektionen und Bauchschmerzen.Seltene Nebenwirkungen, die bei mehr als 1

von 10'000 Behandelten auftreten können, sind: Appetitlosigkeit, Ohrensausen, Beklemmungsgefühle in

der Brust oder Atemschwierigkeiten, Stimmausfall, Nasenbluten, laufende Nase, Geschwürbildung im

Mundbereicht, Erbrechen, Geschmackstörungen, , Asthma, Benommenheit, Kraftverlust, Fieber,

Schmerzen, Kehlkopfentzündung (Stimmveränderung mit Schmerzen in Hals und

Schluckbeschwerden).

Sehr seltene Nebenwirkungen, die bei weniger als 1 von 10'000 Behandelten auftreten können, sind:

Lymphknotenschwellung, Schläfrigkeit, Ohrerkrankungen, Ohrenschmerzen, verstärkte

Atmungsaktivität (Hyperventilation), Nasennebenhöhlenentzündung, Durchfall, allergische Reaktionen

einschliesslich Nesselsucht und Juckreiz, Sauerstoffmangel des Blutes und der Gewebe (Hypoxie),

Rückenschmerzen, Bauchschmerzen und Unwohlsein. Menschen mit Mukoviszidose haben durch ihre

Erkrankung viele Symptome. Diese Symptome können während der Behandlung mit Bramitob

fortbestehen, sollten jedoch nicht häufiger werden oder sich verschlechtern.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt, Apotheker

bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Bramitob ist im Kühlschrank zu lagern (2-8 °C). Wenn kein Kühlschrank zur Verfügung steht oder für

Transportzwecke können die Behältnisse 3 Monate lang bei einer Raumtemperatur (15- 25 °C)

aufbewahrt werden.

Ausserhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern aufbewahren!

Nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit

«EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

Monats. Sie können Bramitob auch verwenden, wenn sich die Lösung verfärbt haben sollte.

Wenn die Lösung trüb erscheint, Teilchen darin erkennbar sind oder wenn sie länger als 3 Monate bei

Zimmertemperatur aufbewahrt wurde, sollten sie das Arzneimittel nicht verwenden.

Behältnisse in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nach dem ersten Öffnen des Einzeldosisbehältnisses ist der Inhalt sofort zu verwenden.

Nach der ersten Anwendung ist das gebrauchte Einzeldosisbehältnis sofort zu verwerfen.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker bzw. Ihre Apothekerin, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

benötigen. Diese Massnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Die Reinigung Ihres Verneblers

Verwenden Sie nie einen Vernebler mit verstopfter Düse (wenn kein Nebel produziert wird, ist die Düse

verstopft). Verwenden Sie einen neuen Vernebler, wenn die Düse verstopft ist.

Es ist sehr wichtig, dass Sie alle Teile Ihres Verneblers nach Anweisung durch Ihren Physiotherapeuten

oder Arzt nach jeder Behandlung gründlich reinigen. Andernfalls gehen Sie das Risiko einer Infektion

durch Keimübertragung aus dem Vernebler ein.

1.Entfernen Sie das Schlauchsystem vom Vernebler und nehmen Sie den Vernebler auseinandner.

2.Waschen Sie alle Teile (mit Ausnahme des Schlauchsystems) mit warmem Wasser und flüssiger Seife.

3.Spülen Sie gründlich mit warmem Wasser nach und schütteln Sie das Wasser ab.

Eventuell in Ihrem Vernebler verbliebene Reste von Bramitob-Lösung sollten Sie sofort nach dem

Gebrauch auswaschen. Wenn Bramitob an der Innenseite des Verneblers antrocknet, ist es sehr schwer

zu entfernen.

4.Lassen Sie die Teile des Verneblers an der Luft trocknen oder wischen Sie sie mit einem sauberen,

fusselfreien Tuch trocken. Wenn alle Teile trocken sind, setzten Sie sie wieder zusammen und stellen

den Vernebler beiseite.

5.Wenn Sie möchten, können Sie alle Teile des Verneblers (mit Ausnahme des

Schlauchsystems) auch in der Spülmaschine reinigen. Legen Sie die Teile des Verneblers in den oberen

Korb der Spülmaschine. Entnehmen und trocknen Sie die Teile, wenn das Reinigungsprogramm

abgelaufen ist.

Die Desinfektion Ihres Verneblers

Sie sollten Ihren Vernebler nie gemeinsam mit anderen Menschen benutzen.

Des Weiteren ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Vernebler regelmässig an jedem zweiten

Behandlungstag desinfizieren (keimfrei machen), mit der folgenden Methode:

Die Teile des Verneblers (mit Ausnahme des Schlauchsystems) können durch zehnminütiges Kochen in

Wassser desinfiziert werden. Trocknen Sie die Teile nach diesem Vorgang auf einem sauferen,

fusselfreien Tuch.

Die Pflege des Kompressors

Folgen Sie den Herstellanweisungen zur Pflege und zum Gebrauch Ihres Kompressors.

Was ist in Bramitob enthalten?

Der Wirkstoff ist Tobramycin.

Jedes 4-ml-Einzeldosisbehältnis enthält 300 mg Tobramycin.

Die sonstigen Hilfsstoffe sind:

Natriumchlorid, Schwefelsäure und Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Wertes), Wasser für

Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

58751 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Bramitob? Welche Packungen sind erhältlich?

Sie erhalten Bramitob in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug

berechtigt.

Sie erhalten Ihre Bramitob Lösung für einen Vernebler in 4-ml-Einzeldosisbehältnissen. In jedem

versiegelten Folienbeutel befinden sich vier Einzeldosisbehältnisse; die Packungsgrösse ist

56 Einzeldosisbehältnisse.

Zulassungsinhaberin

Chiesi SA, Villars-sur-Glâne.

Hersteller

Chiesi Framceutici S.p.A., Parma, Italien.

Auslieferung

Vifor SA, Villars-sur-Glâne.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Transferiert von Vifor SA

Bramitob® 300 mg/4 ml

Chiesi SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Tobramycinum.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, acidum sulfuricum, natrii hydroxidum, aqua ad iniectabilia q.s. ad

solutionem (4 ml).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lösung zur Inhalation mit einem Vernebler, 300 mg/4 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von chronischer Infektion der Lunge mit Pseudomonas aeruginosa bei Patienten mit

Mukoviszidose ab einem Alter von 6 Jahren.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Bramitob ist für die inhalative Anwendung bestimmt und nicht für eine parenterale Anwendung

geeignet.

Die offiziellen Richtlinien zur sachgemässen Anwendung von Antibiotika sind zu beachten.

Die Therapie sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Mukoviszidose eingeleitet

werden. Es ist wichtig, dass nur der empfohlene Vernebler benutzt wird.

Dosierung

Die empfohlene Dosis für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren ist ein Einzeldosisbehältnis (300 mg)

zweimal täglich (morgens und abends) über einen Zeitraum von 28 Tagen. Der Abstand zwischen

den Dosen sollte möglichst genau 12 Stunden und nicht weniger als 6 Stunden betragen. Nach 28

Behandlungstagen mit Bramitob sollten die Patienten die Behandlung für die folgenden 28 Tage

aussetzen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder unter 6 Jahren

Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Bramitob wurden für Patienten unter 6 Jahren nicht

nachgewiesen.

Ältere Patienten ab 65 Jahren

Tobramycin sollte bei älteren Patienten, die möglicherweise eine eingeschränkte Nierenfunktion

haben, mit Vorsicht eingesetzt werden.

Patienten mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Tobramycin sollte bei Patienten mit bekannter oder bei Verdacht auf renale Funktionsstörungen mit

Vorsicht angewendet werden. Bei Auftreten von Nephrotoxizität ist Bramitob abzusetzen, bis der

Tobramycin-Spiegel im Serum unter 1 Mikroliter/ml gesunken ist.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Leberinsuffizienz ist keine Änderung der Bramitob-Dosis erforderlich.

Die Dosis wird nicht an das Körpergewicht angepasst. Alle Patienten sollten ein Einzeldosisbehältnis

Bramitob (300 mg Tobramycin) zweimal täglich anwenden.

Die zyklische Behandlung mit Tobramycin sollte fortgeführt werden, solange der Patient nach

ärztlicher Einschätzung aus der Bramitob-Behandlung einen klinischen Vorteil gewinnt. Falls eine

klinische Verschlechterung der pulmonalen Situation erkennbar wird, sollte eine zusätzliche gegen

Pseudomonaden gerichtete Therapie in Betracht gezogen werden.

Art der Anwendung

Siehe «Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung».

Kontraindikationen

Die Anwendung von Bramitob ist bei allen Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber

Tobramycin, anderen Aminoglykosiden oder einem der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels

kontraindiziert.

Ausserdem darf Bramitob nicht bei Patienten angewendet werden, die stark wirksame Diuretika wie

z.B. Furosemid oder Etacrynsäure einnehmen, die bekanntermassen ototoxisch wirken. Bramitob

darf nicht bei Patienten angewendet werden, die Medikamente einnehmen welche Harnstoff und

Mannitol enthalten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Tobramycin sollte bei Patienten mit bekannter oder vermuteter renaler, auditorischer, vestibulärer

oder neuromuskulärer Dysfunktion oder mit aktiver, schwerer Hämoptoe mit Vorsicht eingesetzt

werden.

Nieren-und Hirnnervenfunktion sollten bei Patienten mit bekannter Nierenfunktionsstörung oder

Verdacht auf eine solche Störung engmaschig überwacht werden. Das gilt auch für Patienten, deren

Nierenfunktion anfangs unauffällig ist, die aber unter der Therapie Anzeichen einer

Nierenfunktionsstörung entwickeln. Das Vorliegen einer Beeinträchtigung der renalen, vestibulären

und/oder auditorischen Funktion erfordert das Absetzen des Arzneimittels oder eine Dosisanpassung.

Die Tobramycin-Konzentration im Serum sollte nur aus Blutproben, die durch Venenpunktion und

nicht durch Einstechen der Fingerkuppe gewonnen wurden, überwacht werden. Es wurde festgestellt,

dass die Kontamination der Haut an den Fingern durch die Handhabung und Verneblung von

Tobramycin zu fälschlich erhöhten Serumspiegeln des Wirkstoffs geführt haben. Diese

Kontamination lässt sich auch durch Händewaschen vor dem Test nicht völlig vermeiden.

Bronchospasmus

Nach der Inhalation von Arzneimitteln können Bronchospasmen auftreten, dies wurde auch für

vernebeltes Tobramycin berichtet. Die erste Dosis Tobramycin sollte unter ärztlicher Aufsicht

gegeben werden, und zwar mit einem Bronchodilatator vor der Inhalation, wenn dies bereits Teil des

derzeitigen Behandlungsplans des Patienten ist. Vor und nach Verneblung ist die FEV1 (forcierte

exspiratorische Einsekundenkapazität) zu messen. Stellt sich heraus, dass bei einem Patienten, der

keinen Bronchodilatator erhält, ein therapieindizierter Bronchospasmus auftritt, sollte die

Behandlung zu einem anderen Zeitpunkt wiederholt werden, diesmal unter Anwendung eines

Bronchodilatators. Tritt ein Bronchospasmus unter gleichzeitiger Bronchodilator-Therapie auf, kann

dies ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion sollte

Tobramycin abgesetzt werden. Der Bronchospasmus ist mit klinisch angemessenen Massnahmen zu

behandeln.

Neuromuskuläre Störungen

Tobramycin sollte bei Patienten mit neuromuskulären Störungen, wie z.B. der Parkinson-Krankheit

oder anderen Erkrankungen mit Muskelschwäche einschliesslich Myasthenia gravis, mit grosser

Vorsicht angewendet werden. Aufgrund ihrer curareähnlichen Wirkungen auf die neuromuskuläre

Funktion können Aminoglykoside eine Muskelschwäche verschlimmern.

Nephrotoxizität

Obwohl die parenterale Aminoglykosid-Therpie mit einer Nephrotoxizität assoziiert ist, wurden im

Rahmen klinischer Studien mit Tobramycin keine Hinweise auf Nephrotoxizität gefunden.

Bei Patienten mit bekannter Nierenfunktionsstörung oder Verdacht auf eine solche Störung ist das

Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden, und die Tobramycin-Konzentrationen im Serum sollten

überwacht werden: z.B. sollten Bestimmungen der Serumspiegel nach zwei oder drei Dosierungen

durchgeführt werden, so dass die Dosierung wenn notwendig angepasst werden kann, und ausserdem

in 3- oder 4-Tages-Intervallen während der Therapie. Im Falle einer Veränderung der Nierenfunktion

sollten die Serumspiegel häufiger bestimmt werden, und eine Anpassung der Dosis oder der

Dosisintervalle erfolgen.

Für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, d.h. einem Serumkreatininwert >2 mg/dl (176,8

µmol/l) liegen keine Daten aus klinischen Studien vor.

Die derzeitige klinische Praxis empfiehlt eine Beurteilung der Baseline-Nierenfunktion. Ausserdem

sollte die Nierenfunktion in regelmässigen Abständen erneut untersucht werden, indem Harnstoff-

und Kreatininspiegel regelmässig, mindestens jedoch alle 6 komplette Zyklen der Tobramycin-

Therapie (180 Tage Behandlung mit vernebeltem Tobramycin), bestimmt werden. Wird eine

Nephrotoxizität festgestellt, so muss die Tobramycin-Behandlung abgesetzt werden, bis die

Wirkstoffkonzentration im Serum mindestens unter 1 µg/ml abgefallen ist.

Patienten, die eine parenterale Begleittherapie mit Aminoglykosiden erhalten, sind wegen der Gefahr

einer kumulierenden Toxizität engmaschig zu überwachen.

Eine Überwachung der Nierenfunktion ist vor allem bei älteren Patienten wichtig, bei denen eine

reduzierte Nierenfunktion sich möglicherweise nicht in den Ergebnissen der Routine-Screeningtests,

wie z.B. Harnstoff oder Serumkreatinin, zeigt. Eine Bestimmung der Kreatinin-Clearance ist

möglicherweise sinnvoller.

Der Urin sollte auf erhöhte Aussscheidung von Protein, Zellen und Zylindern untersucht werden. In

regelmässigen Abständen ist das Serumkreatinin oder die Kreatinin-Clearance (geeigneter als Serum-

Harnstoff) zu bestimmen.

Ototoxizität

Im Rahmen der Anwendung von Aminoglykosiden wurde über Ototoxizität, die sich sowohl als

auditorische (Hörminderung oder Auffällligkeiten bei der Hörprüfung) und vestibuläre Toxizität

(Vertigo, Ataxie oder Schwindel) äussert, berichtet.

Während kontrollierter klinischer Studien mit Tobramycin wurden mittelschwere und reversible

Hörminderung und Vertigo beobachtet.

In offenen Studien und in Anwendungsbeobachtungen wurde bei einigen Patienten mit anamnestisch

bekannter, länger vorangegangener oder gleichzeitiger intravenöser Anwendung von

Aminoglykosiden ein Hörverlust beobachtet. Der Arzt sollte an die Möglichkeit denken, dass

Aminoglykoside vestibuläre und cochleäre Schäden verursachen können, und deshalb die

Hörfunktion während der andauernden Tobramycin-Behandlung regelmässig prüfen.

Bei Patienten mit vorbestehendem Risiko aufgrund vorheriger längerer systemischer Behandlung mit

Aminoglykosiden kann es erforderlich sein, vor Beginn der Tobramycin-Behandlung eine

Hörprüfung durchzuführen.

Beim Auftreten eines Tinnitus sollte mit Vorsicht behandelt werden, da er ein ototoxisches Symptom

darstellen kann. Wenn der Patient während der Aminoglykosidtherpaie über Tinnitus oder

Schwerhörigkeit klagt, sollte der Arzt Hörprüfungen erwägen. Es wird empfohlen, möglichst

Audiogrammserien bei Patienten, die alt genug für solche Tests sind, durchzuführen; dies gilt vor

allem für Risikopatienten.

Patienten, die eine parenterale Begleittherapie mit Aminoglykosiden erhalten, sollten klinisch

gemessen überwacht werden, wobei das Risiko einer kumulativen Toxizität zu bedenken ist.

Hämoptoe

Die Inhalation von vernebelten Lösungen kann einen Hustenreflex auslösen. Vernebeltes

Tobramycin sollte bei Patienten mit aktiver, schwerer Hämoptoe nur angewendet werden, wenn der

Nutzen der Behandlung die Risiken, weitere Blutungen auszulösen, überwiegt.

Bakterienresistenz

In klinischen Studien wurde bei einigen Patienten, die mit vernebeltem Tobramycin behandelt

wurden, eine Zunahme der minimalen Aminoglykosid-Hemmkonzentration für P. aeruginosa-Isolate

festgestellt. Theoretisch besteht das Risiko, dass sich bei Patienten unter der Behandlung mit

vernebeltem Tobramycin P. aeruginosa-Isolate entwickeln können, die resistent gegenüber

intravenösem Tobramycin sind (siehe «Pharmakodynamik»). In klinischen Studien wurden keine

Daten bei Patienten mit Burkholderia-cepacia-Infektionen erhoben.

Für Informationen zur Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit

siehe «Schwangerschaft/Stillzeit».

Interaktionen

Kontraindikation (siehe auch Abschnitt «Kontraindikationen»).

Inhalatives Tobramycin darf nicht gleichzeitig mit Etacrynsäure, Furosemid, Harnstoff oder

Mannitol angewendet werden.

Nicht empfohlene Kombination (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die

gleichzeitige und/oder aufeinander folgende Anwendung von inhalativem Tobramycin mit anderen

potenziell nephrotoxischen oder ototoxischen Arzneimitteln ist zu vermeiden, z.B. Amphotericin B,

Cephalotin, Cyclosporin, Tacrolimus, Polymyxine (Gefahr erhöhter Nephrotoxizität),

Platinverbindungen (Gefahr erhöhter Nephro-und Ototoxizität).

Anticholinesterasen, Botulinumtoxin: wegen ihrer neuromuskulären Wirkungen sollte die

Kombination mit Tobramycin vermieden werden.

Kombination, bei denen Vorsicht geboten ist

Einige Diuretika können die Aminoglykosid-Toxizität verstärken, indem sie die Antibiotika-

Konzentration in Serum und Geweben verändern.

Andere

In klinischen Studien wurden bei Patienten, die vernebeltes Tobramycin gleichzeitig mit Mukolytika,

Beta-Agonisten, inhalativen Kortikosteoriden und anderen oralen oder parenteralen

Antipseudomonas-Antibiotika erhielten, unerwünschte Ereignisse beobachtet, die denen in der

Kontrollgruppe vergleichbar waren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bramitob darf während Schwangerschaft und Stillzeit nur dann angewendet werden, wenn der

Nutzen für die Mutter das Risiko für den Fötus oder das Neugeborene überwiegt.

Es liegen keine ausreichenden Daten über die inhalative Anwendung von Tobramycin bei

Schwangeren vor. Aus tierexperimentellen Studien ergeben sich keine Hinweise auf eine teratogene

Wirkung von Tobramycin (siehe Abschnitt «Präklinische Daten»). Aminoglycoside können jedoch

den Fötus schädigen (z.B. angeborene Taubheit), wenn bei einer Schwangeren hohe systemische

Konzentrationen erreicht werden. Wenn Bramitob während der Schwangerschaft angewendet wird

oder wenn eine Patientin unter der Behandlung mit Bramitob schwanger wird, ist die Patientin über

die mögliche Gefahr für den Fötus zu informieren.

Systemisch verabreichtes Tobramycin geht in die Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob

inhalatives Tobramycin zu Serumkonzentrationen führt, die hoch genug sind, um Tobramycin in der

Muttermilch nachzuweisen. Wegen des potenziellen Risikos von Ototoxizität und Nephrotoxizität

unter Tobramycin bei Säuglingen ist vorab zu entscheiden, ob die Stillzeit beendet oder die

Bramitob-Therapie abgesetzt werden sollte.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

Dennoch sollten Patienten, die fahren oder Maschinen bedienen wollen, darauf aufmerksam gemacht

werden, dass Benommenheit und/oder Schwindel auftreten könnten.

Unerwünschte Wirkungen

In kontrollierten klinischen Studien (200 behandelte Patienten) betrafen die häufigsten

Nebenwirkungen die Atemwege (Husten, Rasselgeräusche, Atemnot, erhöhter Auswurf,

Reduzierung des FEV1-Wertes). Ein Zusammenhang mit der Behandlung (Nebenwirkungen) wurde

bei 14,7% aller Fälle mit Bramitob und 17,3% mit Placebo angenommen.

Bei der Bewertung der Nebenwirkungen, die in klinischen Studien gemeldet wurden (s.u.), werden

folgenden Häufigkeiten zu Grunde gelegt;

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten (>1/10'000,

<1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: orale Candidose.

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Sehr selten: Pilzinfektionen.

Blut-und Lymphsystem

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Sehr selten: Lymphadenopathie.

Immunsystem

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Allergische Reaktionen einschliesslich Urtikaria und Pruritus.

Stoffwechsel-und Ernährungsstörungen

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Selten: Appetitverlust.

Nervensystem

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Selten: Schwindel, Kopfschmerzen.

Sehr selten: Benommenheit.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Vertigo, Hörminderung (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Selten: Tinnitus, Schwehörigkeit, Aphonie.

Sehr selten: Ohrenkrankheiten, Ohrenschmerzen.

Atmungsorgane

Häufig: Dyspnoe, Husten, Rasselgeräusche, erhöhter Auswurf, Heiserkeit, Stimmveränderungen.

Gelegentlich: Reduzierung des FEV1-Wertes.

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Gelegentlich: Verschlimmerung von Husten, Pharyngitis.

Selten: Bronchospasmus, Lungenerkrankung, vermehrter Auswurf, Hämoptoe, reduzierte

Lungenfuntion, Laryngitis, Epistaxis, Rhinitis, Asthma, Kurzatmigkeit.

Sehr selten: Hyperventilation, Hypoxie, Sinusitis.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: Speichelhypersekretion, Glossitis.

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Selten: Mundulzera, Erbrechen, Geschmacksstörungen.

Sehr selten: Diarrhoe, Bauchschmerzen, orale Monigliasis.

Haut und Unterhautzellgewebe

Gelegentlich: Ausschlag.

Muskelskelettsystem

Aus Anwedungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Sehr selten: Rückenschmerzen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Aus Anwendungsbeobachtungen mit vernebeltem Tobramycin:

Selten: Scherzen im Brustkorb, Asthenie, Fieber, Schmerzen, Kopfschmerzen.

Sehr selten: Abdominalschmerzen, Missempfindungen, Unwohlsein.

Untersuchungen

Gelegentlich: erhöhte Transaminasen.

Parenterale Aminoglykoside wurden mit Überempfindlichkeit, Ototoxizität und Nephrotoxizität in

Zusammenhang gebracht (siehe Abschnitt «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Symptome

Zu den Symptomen einer Aerosol-Überdosierung zählt schwere Heiserkeit.

Bei versehentlicher intravenöser Anwendung von Bramitob können die Anzeichen und Symptome

einer parenteralen Tobramycin-Überdosierung auftreten, wie z.B. Schwindel, Tinnitus, Vertigo,

Schwerhörigkeit, Atemnot und/oder neuromuskuläre Blockade und Nierenfunktionsstörungen.

Behandlung

Bei akuter Toxizität muss Bramitob sofort abgesetzt werden und es sollten Basisuntersuchungen der

Nierenfunktion durchgeführt werden. Die Bestimmung der Tobramycin-Serumspiegel kann zur

Überwachung einer Überdosierung hilfreich sein. Im Falle einer Überdosierung ist an die

Möglichkeit von Arzneimittelwechselwirkungen mit Veränderung der Ausscheidung von Bramitob

oder anderen Arzneimitteln zu denken.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01GB01

Wirkungsmechanismus

Tobramycin ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum, das von Streptomyces tenebrarius produziert wird.

Es wirk primär durch eine Unterbrechung der Proteinsynthese, und führt damit zu einer veränderten

Permeabilität der Zellmembran, progressiver Zerstörung der Zellhülle und schliesslich zum Zelltod.

Es wirkt bakterizid in gleichen oder leicht höheren Konzentrationen als die Hemmkonzentration.

Grenzwerte

Die bekannten Empfindlichkeitsgrenzwerte für die parenterale Verabreichung von Tobramycin

gelten nicht für die Verabreichung des Arzneimittels als Aerosol. Sputum bei Mukoviszidose hat

eine Hemmwirkung auf die lokale biologische Aktivität von vernebelten Aminoglykosiden. Daher

liegen die Sputumkonzentrationen von vernebeltem Tobramycin etwa zehn bis fünfundzwanzig Mal

über der minimalen Hemmkonzentration (MHK) für die Unterdrückung des Wachstums von P.

aeruginosa und die antibakterielle Wirkung. In kontrollierten klinischen Studien erreichten 90% der

Patienten Tobramycin-Sputumkonzentrationen, die zehn Mal höher waren als die höchste P.-

aeruginosa-MHK aus Patientenkulturen, und 84% der Patienten unter Tobramycin erreichten das 25-

fache der höchsten MHK. Ein klinischer Nutzen wird selbst noch bei einer Mehrheit der Patienten

erreicht, in deren Kulturen Stämme mit MHK-Werten über dem parenteralen Grenzwert gefunden

werden.

Empfindlichkeit

Da herkömmliche Empfindlichkeitsgrenzwerte für die inhalative Applikation fehlen, sollte bei der

Beurteilung, ob Keime empfindlich oder nicht empfindlich gegenüber vernebeltem Tobramycin sind,

mit Vorsicht vorgegangen werden.

In klinischen Studien mit inhalativem Tobramycin zeigten die meisten Patienten (88%), die zu

Beginn der Studie mit P.-aeruginosa-Isolaten eine Tobramycin-MHK von <128 µg/ml aufwiesen,

nach der Therapie mit Tobramycin eine verbesserte Lungenfunktion. Bei Patienten mit einem MHK-

Ausgangswert ≥128 µg/ml im P.aeruginosa-Isolat war die Wahrscheinlichkeit eines klinischen

Ansprechens geringer. Aufgrund der in-vitro Daten und/oder der Erfahrung aus klinischen Studien ist

zu erwarten, dass die Keime, die bei Mukoviszidose Lungeninfektionen auslösen, auf eine

Tobramycin-Therapie wie folgt ansprechen:

Empfindlich:

Pseudomonas aeruginosa

Haemophilus influenza

Staphylococcus aureus

Unempfindlich:

Burkholderia cepacia

Stenotrophomonas maltophilia

Alcaligenes xylosoxidans

Die Behandlung mit Tobramycin in klinischen Studien ergab eine geringe, aber doch eindeutige

Erhöhung der MHK von Tobramycin, Amikacin und Gentamycin für die untersuchten P. aeruginosa-

Isolate. Jede weitere 6-Monats-Behandlung führte zur weiteren schrittweisen Zunahme, die in ihrer

Grössenordnung vergleichbar war mit der, die in den 6 Monaten der kontrollierten Studien

beobachtet wurde. Der Aminoglycosid-Resistenzmechanismus, der am häufigsten bei P. aeruginosa-

Isolate von chronisch infizierten Mukoviszidose-Patienten auftritt, ist Impermeabilität, definiert als

generelles Fehlen der Empfindlichkeit gegenüber allen Aminoglykosiden. Von Mukoviszidose-

Patienten isolierte P.aeruginosa-Isolate zeigten ausserdem eine adaptive Aminoglykosid-Resistenz,

gekennzeichnet durch eine Reversion der Empfindlichkeit nach Absetzen des Antibiotikums.

Andere Informationen

In kontrollierten klinischen Studien führte die Behandlung mit Bramitob in den oben beschriebenen

alternierenden Zyklen zu einer Verbesserung der Lungenfunktion; diese bleibt während der Therapie

und der 28-tägigen Therapiepause erhalten. In klinischen Untersuchungen mit Tobramycin wurden

keine Daten bei Patienten unter 6 Jahren erhoben.

Es gibt keinen Beweis dafür, dass Patienten, die bis zu 18 Monate lang mit Bramitob behandelt

wurden, einem grösseren Risiko einer Infektion mit B. cepacia, S. maltophilia oder A. xylosoxidans

ausgesetzt waren als Patienten, die nicht mit Bramitob behandelt werden. Aspergillus-Spezies

wurden häufiger im Sputum von Patienten wiedergefunden, die Tobramycin erhielten; klinische

Folgeerkrankungen, wie beispielsweise eine allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA),

wurden seltener und in der gleichen Häufigkeit wie in der Kontrollgruppe gemeldet.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Bramitob wurde in zwei randomisierten, doppelbinden, plazebokontrollierten

Studien untersucht. Eingeschlossen wurden männliche und weibliche Patienten mit Mukoviszidose

und chronischer P. aeruginosa-Infektion, Alter ≥6 Jahre, FEV1≤80% und ≥40%. Hauptsächliche

Ausschlusskriterien waren verminderte Nieren- oder Hörfunktion und B. cepaciae-Infektion.

Bramitob (300 mg 2 mal täglich) oder Plazebo (Kochsalzlösung mit Chinin zur

Geschmackskorrektur) wurden mit einem Pari LC plus Vernebler mit Pari Turbo Boy Kompressor

verabreicht. Primärer Endpunkt war in beiden Studien die Lungenfunktion, gemessen mit FEV1 am

Ende der Behandlung.

In Studie 1 wurden 59 Patienten während 4 Wochen behandelt, 29 mit Bramitob und 30 mit Plazebo.

Am Ende der Behandlung hatte sich FEV1 in der Bramitob-Gruppe signifikant verbessert (+16.1%),

in der Plazebo-Gruppe gab es keine signifikante Veränderung (2.5%). 34.5% der Bramitob-

behandelten Patienten hatten am Ende der Behandlung negative Sputumkulturen für P. aeruginosa,

gegenüber 16.7% in der Plazebo-Gruppe. Diese Verbesserungen der Lungenfunktion und der

mikrobiologischen Parameter blieben während der nachfolgenden 4 Wochen ohne Behandlung nicht

bestehen.

Studie 2 hatte eine Dauer von 24 Wochen. Bramitob oder Plazebo wurde in 3 Zyklen, von je 28

Tagen Behandlung gefolgt von 28 Tagen ohne Behandlung, verabreicht. 161 Patienten erhielten

Bramitob, 86 Plazebo. FEV1 verbesserte sich in der Bramitob-Gruppe in den 2 ersten

Behandlungswochen und blieb während der gesamten Studiendauer, einschliesslich der

behandlungsfreien Phasen über dem Ausgangswert. Die Verbesserung von FEV1 am Ende der

letzten Behandlung gegenüber Placebo betrug 6.4% (p <0.001). Sputum-Kulturen am Ende de letzten

Behandlung waren negativ für P. aeruginosa in 33% der Bramitob- und in 16.5% der Placebo-

Patienten. Dieser Unterschied blieb aber in der behandlungsfreien Phase nicht erhalten. In der

Bramitob-Gruppe waren Hospitalisierungen (18.6% der Patienten, gegenüber 36% in der

Plazebogruppe, p=0.002), Bedarf für intravenöse anti-Pesudomonas-Antibiotika (55.9% gegenüber

70.2% der Patienten, p=0.029) und Absenztage in der Schule/bei der Arbeit (durchschnittlich 4.7

gegenüber 10 Tage, p<0.001) signifikant vermindert. Die Gewichtszunahme war signifikant grösser

in der Bramitob-Gruppe (95%-Konfidenzintervall: 1.5-2.1 kg) als in der Kontrollgruppe (0.6-1.5 kg).

Pharmakokinetik

Absorption/Distribution

Nach Vernebelung lag bei 6 Mukoviszidose-Patienten die mittlere absolute Bioverfügbarkeit von

Tobramycin bei etwa 9.1% der Dosis. Die systemische Resorption von Tobramycin ist bei

Aerosolinhalation sehr niedrig. Die Aufnahme des inhalierten Arzneimittels in den systemischen

Kreislauf ist beschränkt, schätzungsweise lagert sich etwa 10% der ursprünglichen

Arzneimittelmenge in der Lunge ab, und die restlichen 90% verbleiben entweder im Vernebler,

schlagen sich im Mund-Rachen-Bereich nieder und werden geschluckt oder werden in die

Umgangsluft ausgeatmet. Nach oraler Applikation werden nur 0.3-0.5% des Wirkstoffs im Urin

wiedergefunden.

Sputumkonzentrationen: Zehn Minuten nach Inhalation der ersten 300 mg-Dosis Bramitob liegt die

durchschnittliche Tobramycin-Konzentration im Sputum bei 695, 6 µg/g (Bereich: 36 bis 2.638

µg/g). Tobramycin akkumuliert nicht im Sputum; nach 20 Wochen Behandlung mit Bramitob beträgt

die durchschnittliche Tobramycin-Konzentration im Sputum nach 10 Minuten nach Inhalation 716,9

µg/g (Bereich: 40 bis 2.530 µg/g). Es wurde eine hohe Schwankungsbreite der Tobramycin-

Konzentrationen im Sputum beobachtet. Zwei Stunden nach Inhalation waren die

Sputumkonzentrationen auf etwa 14% der Tobramycin-Spiegel, die 10 Minuten nach Inhalation

gemessen worden waren, abgesunken.

Serumkonzentrationen: Die mediane Serumkonzentration von Tobramycin 1 Stunde nach Inhalation

einer Einzeldosis von 300 mg Bramitob bei Mukoviszidse-Patienten betrug 0.68 µg/ml (Bereich 0.06

µg/ml - 1,89 µg/ml). Nach 20 Wochen Behandlung mit dem Tobramycin-Regime betrug die mediane

Serumkonzentration 1 Stunde nach Verabreichung 1,05 µg/ml.

Die Ausscheidung von inhalativ appliziertem Tobramycin wurde nicht untersucht.

Elimination

Nach intravenöser Verabreichung wird systemisch resorbiertes Tobramycin hauptsächlich über die

glomeruläre Filtration ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit von Tobramycin aus dem

Serum beträgt etwa 2 Stunden. Weniger als 10% Tobramycin ist an Plasmaproteine gebunden. Nach

Tobramycin-Verabreichung wird nicht resorbiertes Tobramycin wahrscheinlich hauptsächlich in

ausgeworfenem Sputum ausgeschieden.

Präklinische Daten

Die Zielorgane in Toxizitätsstudien mit wiederholter Verabreichung sind die Nieren und die

vestibulären/cochlearen Funktionen. Im Allgemeinen werden Anzeichen und Symptome für

Nephrotoxizität und Ototoxizität bei höheren systemischen Tobramycin-Spiegeln beobachtet, deren

Höhe durch die Inhalation der empfohlenen klinischen Dosis nicht erreicht werden können.

In präklinischen Studien verursachte die Verabreichung von inhalativem Tobramycin über 28

aufeinanderfolgende Tage Anzeichen einer mässigen, unspezifischen und vollständig reversiblen (bei

Aussetzen der Therapie) Reizung der Atemwege und Anzeichen von Nierentoxizität (bei

Höchstdosierungen).

Mit inhalativem Tobramycin wurden keine Reproduktionsstudien durchgeführt, aber die subkuntane

Applikation von Dosierungen bis zu 100 mg/kg/Tag während der Organbildung bei Ratten war nicht

teratogen. Bei Kaninchen führte die subkutane Applikation von Dosierungen bis zu 20-40 mg/kg zu

maternaler Toxizität und Fehlgeburten, jedoch ohne Hinweis auf teratogene Wirkungen.

Aufgrund der bei Tieren gewonnenen Daten kann ein Toxizitätsrisiko (z.B. Ototoxizität) bei

Exposition im Mutterleib nicht ausgeschlossen werden.

Eine erbschädigende Wirkung wurde für Tobramycin nicht beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatiblitäten

Da keine Kompatiblitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht verdünt und im

Vernebler nicht mit anderen Arzenimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nach Anbruch des Einzeldosisbehältnisses: Sofort verwenden. Nicht verwendete Lösung sollte

verworfen werden, da Bramitob keine Konservierungsstoffe enthält.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank lagern (2-8 °C). Bramitob Beutel (intakt oder geöffnet) können bis zu 3 Monaten bei

Raumtemperatur (15- max. 25 °C) gelagert werden.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Die Bramitob-Lösung im Einzelbehältnis ist normalerweise gelblich; Farbschwankungen können

auftreten, die aber keinen Wirkungsverlust bedeuten, wenn das Produkt wie vorgeschrieben

aufbewahrt wurde.

Hinweise für die Handhabung:

Das Einzeldosisbehältnis darf erst unmittelbar vor Anwendung geöffnet werden. Unverbrauchte

Lösung, die nicht sofort verwendet wird, sollte verworfen und nicht für eine weitere Verwendung

aufbewahrt werden. Die Anwendung von Bramitob sollte entsprechend den allgemeinen

Hygienestandards erfolgen. Das verwendete Gerät muss sauber sein und ordnungsgemäss

funktionieren; der Vernebler, der nur für den persönlichen Gebrauch gedacht ist, ist sauber zu halten

und regelmässig zu desinfizieren.

Für die Reinigung und Desinfektion des Verneblers: Beziehen Sie sich auf die dem Vernebler

beiliegende Bedienungsanleitung.

Maximal verträgliche tägliche Dosis:

Die maximal verträgliche tägliche Dosis von Bramitob wurde nicht ermittelt.

Anleitung zum Öffnen des Einzeldosisbehältnisses:

1.Biegen Sie das Einzeldosisbehältnis in beide Richtungen.

2.Trennen Sie das Einzeldosisbehältnis vom Streifen ab, zuerst oben, dann in der Mitte.

3.Öffnen Sie das Einzeldosisbehältnis durch Drehen der Lasche in Pfeilrichtung.

4.Drücken Sie vorsichtig auf die Wände des Einzeldosisbehältnisses, um das Arzneimittel in das

dafür vorgesehene Behältnis des Verneblers fliessen zu lassen. Der Inhalt eines

Einzeldosisbehältnisses (300 mg) sollte nach Entleerung in den Vernebler durch eine Inhalation über

ca. 15 Minuten verabreicht werden. Hierzu wird ein wiederverwendbarer Vernebler PARI LC PLUS

mit einem PARI TURBO BOY-Kompressor benutzt (die Applikationsgeschwindigkeit beträgt

8 mg/Min, die Gesamtmenge applizierter Medikation 80 mg und medianer Massen-aerodynamischer

Durchmesser: D10 1,1 µm, D50 5,9 µm, D90 13,3 µm). Bramitob wird inhaliert, während der Patient

sitzt oder aufrecht steht und normal durch das Mundstück des Verneblers atmet. Nasenklemmen

können dem Patienten das Atmen durch den Mund erleichtern. Die Patienten sollten ihre übliche

Atemphysiotherapie fortsetzen. Je nach klinischer Notwendigkeit ist die Anwendung mit geeigneten.

Bronchodilatatoren fortzusetzen. Patienten, die mehrere verschiedene Atemwegstherapien erhalten,

wird empfohlen, diese in folgender Reihenfolge anzuwenden:

Bronchodilatator, Atemphysiotherapie, andere inhalierte Arzneimittel und zum Schluss Bramitob.

Bramitob darf nicht mit anderen Arzneimitteln zur Inhalation gemischt werden.

Zulassungsnummer

58751 (Swissmedic).

Packungen

Das Arzneimittel ist in 4-ml-Einzeldosisbehältnissen aus Polyethylen in versiegelten Beuteln mit je 4

Einzeldosisbehältnissen erhältlich.

Packungsgrössen: 56 Einzeldosisbehältnisse. (A)

Zulassungsinhaberin

Chiesi SA, Villars-sur-Glâne.

Auslieferung

Vifor SA, Villars-sur-Glâne.

Stand der Information

Mai 2009.

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