Bosentan Accord 62,5 mg Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-03-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-03-2021

Wirkstoff:
BOSENTAN
Verfügbar ab:
Accord Healthcare B.V.
ATC-Code:
C02KX01
INN (Internationale Bezeichnung):
bosentan
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
135970
Berechtigungsdatum:
2015-02-24

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Bosentan Accord 62,5 mg Filmtabletten

Bosentan Accord 125 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Bosentan

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Bosentan Accord und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bosentan Accord beachten?

Wie ist Bosentan Accord einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Bosentan Accord aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Bosentan Accord und wofür wird es angewendet?

Bosentan Accord enthält Bosentan, das ein natürlich vorkommendes Hormon namens Endothelin-1

(ET-1) blockiert, das die Verengung der Blutgefäße bewirkt. Bosentan Accord bewirkt daher die

Erweiterung der Blutgefäße und gehört zur Klasse der Arzneimittel namens “Endothelin -Rezeptor-

Antagonisten”.

Bosentan Accord wird angewendet zur Behandlung von:

Pulmonal-arterieller Hypertonie

(PAH): PAH ist eine Erkrankung der starken Verengung

der Blutgefäße in der Lunge, welche zu Bluthochdruck in den Blutgefäßen (den

Pulmonalarterien) führt, die das Blut vom Herzen zur Lunge transportieren. Dieser Druck

verringert die Menge an Sauerstoff, welche in der Lunge in das Blut aufgenommen werden

kann, was die körperliche Aktivität erschwert. Bosentan Accord erweitern die

Pulmonalarterien und erleichtern dem Herzen dadurch das Pumpen des Blutes durch die Arterien.

Dies erniedrigt den Blutdruck und lindert die Symptome.

Bosentan Accord wird für die Behandlung von Patienten mit PAH der Klasse III zur Verbesserung der

körperlichen Belastbarkeit (Fähigkeit zur Ausübung körperlicher Aktivitäten) und der Symptomatik

angewendet. Die ‘Klasse’ bezieht sich auf den Schweregrad der Erkrankung: ‘Klasse III’ bedeutet eine

deutliche Einschränkung der körperlichen Aktivität. Gewisse Verbesserungen zeigen sich auch bei

Patienten mit PAH der Klasse II. ‘Klasse II’ bedeutet eine leichte Einschränkung der körperlichen

Aktivität. Die PAH, für die Bosentan Accord indiziert ist, kann:

primär sein (unbekannter oder familiärer Ursache);

als Folge von Sklerodermie (auch systemische Sklerose genannt, einer Krankheit mit abnormem

Wachstum von Bindegewebe, das die Haut und andere Organe stützt) auftreten;

durch kongenitale (angeborene) Herzfehler mit Shunts (abnormen Durchgängen) auftreten, die

den abnormen Fluss von Blut durch Herz und Lunge verursachen.

Digitalen Ulzerationen:

(wunde Stellen an Fingern und Zehen) bei Erwachsenen mit einer

Erkrankung genannt Sklerodermie. Bosentan reduziert die Bildung neuer Ulzerationen an Fingern

und Zehen.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bosentan Accord beachten?

Bosentan Accord darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Bosentan

oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie Leberprobleme haben

(fragen Sie Ihren Arzt)

wenn Sie schwanger sind bzw. werden könnten

, da Sie keine zuverlässigen

empfängnisverhütenden Methoden anwenden. Bitte lesen Sie die Informationen des Abschnitts

“Verhütungsmittel” und “Einnahme von Bosentan Accord zusammen mit anderen

Arzneimitteln”.

wenn Sie Cyclosporin A

(ein Arzneimittel, das nach einer Transplantation oder zur

Behandlung von Psoriasis angewendet wird) einnehmen.

Falls etwas von diesem bei Ihnen zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Tests, die Ihr Arzt vor der Behandlung durchführen wird

einen Bluttest zur Überprüfung Ihrer Leberfunktion

einen Bluttest zur Untersuchung auf Anämie (niedrige Hämoglobinwerte)

einen Schwangerschaftstest bei Frauen im gebärfähigen Alter

Bei einigen Patienten, die Bosentan einnahmen, wurden abnormale Leberfunktionswerte und Anämie

(niedrige Hämoglobinwerte) festgestellt.

Untersuchungen, die Ihr Arzt während der Behandlung durchführen wird

Während der Behandlung mit Bosentan Accord wird Ihr Arzt regelmäßige Bluttests zur Untersuchung

auf Veränderungen Ihrer Leberfunktion und Ihres Hämoglobinwerts veranlassen.

Bitte ziehen Sie bei allen Untersuchungen Ihre Patientenkarte mit Warnhinweisen (in der Packung

von Bosentan Accord enthalten) hinzu. Es ist wichtig, dass Sie diese regelmäßigen Bluttests machen

lassen, solange Sie Bosentan Accord einnehmen. Es ist zu empfehlen, dass Sie das Datum Ihrer

letzten Untersuchung und auch Ihrer nächsten Untersuchung (fragen Sie Ihren Arzt nach dem Datum)

in die Patientenkarte eintragen, um Sie an Ihren nächsten Test zu erinnern.

Blutuntersuchungen zur Leberfunktion:

Diese werden jeden Monat während der Behandlung mit Bosentan Accord durchgeführt. Nach einer

Dosiserhöhung wird ein zusätzlicher Test nach 2 Wochen durchgeführt.

Blutuntersuchungen auf Anämie:

Diese Untersuchungen werden jeden Monat während der ersten 4 Monate der Behandlung

durchgeführt, danach alle 3 Monate, da Patienten, die Bosentan Accord einnehmen, eine Anämie

bekommen können.

Wenn diese Ergebnisse nicht im Normbereich liegen, wird Ihr Arzt gegebenenfalls die Dosis

verringern oder die Behandlung mit Bosentan Accord beenden und weitere Untersuchungen

durchführen, um der Ursache nachzugehen.

Kinder und Jugendliche

Bosentan Accord wird bei pädiatrischen Patienten mit systemischer Sklerose und digitalen

Ulzerationen nicht empfohlen. Siehe auch Abschnitt 3. „Wie ist Bosentan Accord einzunehmen?“

Einnahme von Bosentan Accord zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden oder

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Sagen Sie Ihrem Arzt vor allem, wenn Sie Folgendes

nehmen:

Cyclosporin A (ein Arzneimittel, das nach Transplantationen oder zur Behandlung von

Psoriasis angewendet wird), das nicht zusammen mit Bosentan Accord eingenommen werden

darf

Sirolimus oder Tacrolimus, Arzneimittel, die nach Transplantationen angewendet werden, da

die gleichzeitige Anwendung mit Bosentan Accord nicht empfehlenswert ist

Glibenclamid (zur Behandlung von Diabetes), Rifampicin (zur Behandlung von Tuberkulose),

Fluconazol (zur Behandlung von Pilzinfektionen) Ketoconazol (zur Behandlung des Cushing-

Syndroms) oder Nevirapin (zur Behandlung von HIV-Infektion), da die Anwendung dieser

Arzneimittel zusammen mit Bosentan Accord nicht empfohlen wird

andere Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion, da bei gleichzeitiger Anwendung

mit Bosentan Accord eine spezielle Überwachung erforderlich werden kann

hormonelle Verhütungsmittel, da sie als alleinige Verhütungsmethode nicht wirksam sind,

wenn Sie Bosentan Accord einnehmen. In Ihrer Packung mit Bosentan Accord finden Sie eine

Patientenkarte mit Warnhinweisen, die Sie sorgfältig lesen sollten. Ihr behandelnder Arzt

und/oder Gynäkologe wird die für Sie geeignete Verhütungsmethode festlegen.

andere Medikamente zur Behandlung pulmonaler Hypertonie: Sildenafil und Tadalafil;

Warfarin (ein Blutverdünnungsmittel);

Simvastatin (zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bosentan Accord hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit

und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Allerdings kann Bosentan Accord Hypotonie

(Abfall des Blutdrucks) verursachen, die bei Ihnen zu Schwindel, zu einer Beeinträchtigung Ihres

Sehvermögens und zu Auswirkungen auf Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen Führen kann. Wenn Sie sich daher während der Behandlung mit Bosentan Accord

schwindlig fühlen oder den Eindruck haben, verschwommen zu sehen, dürfen Sie kein Fahrzeug

führen oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Nehmen Sie Bosentan Accord NICHT ein, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft

planen.

Schwangerschaftstests

Bosentan Accord kann das ungeborene Kind schädigen, wenn Sie vor Beginn oder während der

Behandlung schwanger werden. Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, wird Ihr

behandelnder Arzt Sie bitten, vor Beginn der Einnahme von Bosentan Accord und regelmäßig

während der Behandlung mit Bosentan Accord einen Schwangerschaftstest durchzuführen.

Verhütungsmittel

Wenn Sie schwanger werden können, wenden Sie bitte eine zuverlässige Verhütungsmethode

(Empfängnisverhütung) an, während Sie Bosentan Accord einnehmen. Ihr behandelnder Arzt oder

Gynäkologe wird Sie über zuverlässige Verhütungsmethoden während der Behandlung mit Bosentan

Accord beraten. Da Bosentan Accord hormonelle Verhütungsmittel (z. B. orale, Injektionen,

Implantate oder Verhütungspflaster) wirkungslos machen kann, sind diese alleine zur

Schwangerschaftsverhütung nicht zuverlässig. Deshalb müssen Sie, wenn Sie hormonelle

Verhütungsmittel anwenden, zusätzlich eine Barriere-Methode verwenden (z. B. ein Kondom für die

Frau, Diaphragma oder Verhütungsschwamm, oder Ihr Partner muss auch ein Kondom benutzen). In

Ihrer Packung mit Bosentan Accord finden Sie eine Patientenkarte mit Warnhinweisen. Sie sollten

diese Karte ausfüllen und zu Ihrem nächsten Arztbesuch mitnehmen, so dass Ihr behandelnder Arzt

oder Gynäkologe beurteilen kann, ob Sie zusätzliche oder andere zuverlässige Verhütungsmethoden

benötigen. Monatliche Schwangerschaftstests werden während der Einnahme von Bosentan Accord

empfohlen, wenn Sie im gebärfähigen Alter sind.

Teilen Sie Ihrem Arzt unverzüglich mit, wenn Sie während der Behandlung mit Bosentan Accord

schwanger geworden sind oder in naher Zukunft eine Schwangerschaft planen.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt

unverzüglich mit,

ob Sie stillen

. Ihnen wird empfohlen, vor der Einnahme von

Bosentan Accord abzustillen, da nicht bekannt ist, ob dieses Arzneimittel in die Muttermilch übertritt.

Fertilität

Wenn Sie ein Mann sind und Bosentan einnehmen, ist es möglich, dass dieses Arzneimittel Ihre

Spermienzahl senken kann. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Ihre Fähigkeit ein Kind zu

erzeugen, beeinflusst werden könnte. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Fragen oder

Bedenken zu diesem Thema haben.

Wie ist Bosentan Accord einzunehmen?

Die Behandlung mit Bosentan Accord ist nur durch einen Arzt einzuleiten und zu überwachen, der in

der Behandlung von PAH oder systemischer Sklerose erfahren ist.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Einnahme von Bosentan Accord zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Bosentan Accord kann mit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Empfohlene Dosierung

Erwachsene

In den ersten 4 Wochen wird die Behandlung von Erwachsenen normalerweise mit 62,5 mg zweimal

täglich (morgens und abends) eingeleitet. Abhängig davon, wie Sie auf die Behandlung mit Bosentan

Accord ansprechen, wird Ihnen Ihr Arzt danach zweimal täglich eine Tablette mit 125 mg verordnen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Dosierungsempfehlung bei Kindern gilt nur für PAH. Bei Kindern im Alter von 2 Jahren oder

älter wird die Behandlung normalerweise mit 2 mg pro kg Körpergewicht zweimal täglich (morgens

und abends) begonnen. Ihr Arzt wird Sie über die Dosierung informieren.

Bitte beachten Sie, dass auch andere Formulierungen von Bosentan verfügbar sind, die eine korrekte

Dosierung für Kinder und Patienten mit geringem Körpergewicht oder Schluckschwierigkeiten bei der

Einnahme von Filmtabletten vereinfachen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Bosentan Accord

zu stark oder zu schwach ist, um zu klären, ob Ihre Dosis geändert werden muss.

Wie ist Bosentan Accord einzunehmen?

Es wird empfohlen, die Tabletten (morgens und abends) mit Wasser zu schlucken. Die Tabletten

können mit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Bosentan Accord eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Tabletten eingenommen haben als verordnet, suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf.

Wenn Sie die Einnahme von Bosentan Accord vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Bosentan Accord vergessen haben, nehmen Sie sofort eine Tablette ein,

wenn Sie daran denken, und nehmen Sie Ihre Tabletten danach wieder zur gewohnten Zeit ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Bosentan Accord abbrechen

Wenn Sie die Behandlung mit Bosentan Accord abrupt beenden, können sich Ihre Symptome

verschlimmern. Setzen Sie Bosentan Accord nur auf Anweisung Ihres Arztes ab. Der Arzt wird Ihnen

gegebenenfalls raten, zunächst einige Tage lang eine geringere Dosis einzunehmen, bevor Sie das

Arzneimittel ganz absetzen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Bosentan Accord sind:

abnormale Leberfunktion, welche bei mehr als 1 von 10 Personen auftreten können

Anämie (niedriger Blutwert an Hämoglobin), welche bei mehr als 1 von 10 Personen auftreten

kann. Eine Anämie kann gelegentlich eine Bluttransfusion erfordern.

Ihre Leber- und Blutwerte werden während der Behandlung mit Bosentan Accord überwacht (siehe

Abschnitt 2). Es ist wichtig, dass Sie diese Tests, wie von Ihrem Arzt verordnet, durchführen lassen.

Anzeichen dafür, dass Ihre Leber möglichersweise nicht richtig arbeitet, sind:

Übelkeit (Brechreiz)

Erbrechen

Fieber (erhöhte Temperatur)

Magenschmerzen (Bauchbeschwerden)

Gelbsucht (Gelbtönung der Haut oder des Augenweißes)

Dunkelfärbung des Urins

Hautjucken

Lethargie oder Fatigue (ungewöhnliche Müdigkeit oder Erschöpfung)

Grippeartige Beschwerden (Gelenk- und Muskelschmerzen mit Fieber)

Wenn Sie eines dieser Anzeichen feststellen,

informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt

Bosentan Accord - Andere Nebenwirkungen:

Sehr häufig

(kann bei

mehr als einer von 10

Personen auftreten):

Kopfschmerzen

Ödeme (Schwellungen der Beine und Fußgelenke oder andere Zeichen einer

Flüssigkeitsansammlung)

Häufig

(kann bei

bis zu einer von 10

Personen auftreten):

gerötetes Aussehen oder Rötung der Haut

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Hautentzündungen, Juckreiz und Hautausschlag)

gastroösophageale Refluxkrankheit (saurer Reflux)

Durchfall

Synkope (Ohnmacht)

Palpitationen (schneller oder unregelmäßiger Herzschlag)

niedriger Blutdruck

verstopfte Nase

Gelegentlich

(kann bei

bis zu einer von 100

Personen auftreten):

Thrombozytopenie (niedrige Blutplättchenzahl)

Neutropenie/Leukopenie (niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen)

erhöhte Leberfunktionswerte mit Hepatitis (Entzündung der Leber) einschließlich möglicher

Exazerbation einer zugrunde legenden Hepatitis und/oder Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut oder

des Augenweißes)

Selten

(kann bei

bis zu einer von 1000

Personen auftreten):

Anaphylaxie (allgemeine allergische Reaktion), Angioödem (Schwellung, üblicherweise im

Bereich der Augen, Lippen, Zunge oder des Rachens)

Zirrhose (Narbenbildung) der Leber, Leberversagen (schwerwiegende Störung der

Leberfunktion)

Verschwommenes Sehen wurde ebenfalls mit nicht bekannter Häufigkeit berichtet (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Die Nebenwirkungen, welche bei mit Bosentan Accord behandelten Kindern beschrieben wurden, sind

die gleichen wie bei Erwachsenen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Traisengasse 5,

AT-1200 WIEN, Fax: + 43 (0) 50 555 36207, Website: http://www.basg.gv.at/ anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Bosentan Accord aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „Verw. bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Aluminum-Aluminium-Blisterpackung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

PVC/PE/PVDC-Aluminium-Blisterpackung

Nicht über 30 °C aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker,

wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Bosentan Accord enthält

Bosentan Accord

62,5 mg Filmtabletten:

Der Wirkstoff ist Bosentan als Monohydrat. Jede

Tablette enthält 62,5 mg Bosentan (als Monohydrat).

Bosentan Accord 125 mg Filmtabletten:

Der Wirkstoff ist Bosentan als Monohydrat. Jede

Tablette enthält 125 mg Bosentan (als Monohydrat).

Die sonstigen Bestandteile

im Tablettenkern sind: Maisstärke, vorgelatinierte Stärke (Mais),

Natriumstärkeglycolat (Typ A), Povidon und Magnesiumstearat.

Der Filmüberzug

enthält

Hypromellose, Triacetin, Talkum, Titandioxid (E 171), Eisenoxidgelb (E 172) und Eisenoxidrot

(E 172).

Wie Bosentan Accord aussieht und Inhalt der Packung

Bosentan Accord 62,5 mg Filmtabletten sind hellorange, runde, ungefähr 6,20 mm im Durchmesser,

bikonvexe Filmtabletten, auf denen auf einer Seite „IB1“ eingeprägt ist und die auf der anderen Seite

glatt sind.

Bosentan Accord 125 mg Filmtabletten sind hellorange, ovale, ungefähr 11,00 mm lange, 5,00 mm

breite, bikonvexe Filmtabletten, auf denen auf einer Seite „IB2“ eingeprägt ist und die auf der anderen

Seite glatt sind.

Bosentan Accord 62,5 mg Filmtabletten sind in Aluminium-Aluminium-Blisterpackungen verpackt

und PVC/PE/PVDC-Aluminium-Blisterpackungen enthalten 14 Filmtabletten. Die Kartons enthalten

14, 56 oder 112 Filmtabletten.

Bosentan Accord 125 mg Filmtabletten sind in Aluminium-Aluminium-Blisterpackungen verpackt

und PVC/PE/PVDC-Aluminium-Blisterpackungen enthalten 14 Filmtabletten. Die Kartons enthalten

56 oder 112 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526KV Utrecht

Niederlande

Hersteller:

Accord Healthcare Limited

Sage House

319 Pinner Road

North Harrow

Middlesex, HA1 4HF

Vereinigtes Königreich

Accord Healthcare Polska Sp.z o.o.,

ul. Lutomierska 50,95-200 Pabianice, Polen

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526 KV Utrecht

Niederlande

Z.Nr.:

62,5 mg: 135970

125 mg: 135971

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Name des

Mitgliedsstaates

Bezeichnung des Arzneimittels

Vereinigtes

Königreich

Bosentan Accord 62.5/125 mg Film-coated Tablets

Österreich

Bosentan Accord 62,5/125 mg Filmtabletten

Belgien

Bosentan Accord 62.5/125 mg filmomhulde tabletten

Bulgarien

Bosentan Акорд 62.5/125 мг филмирани таблетки

Zypern

Bosentan Accord 62.5/125 mg Film-coated Tablets

Tschechische

Republik

Bosentan Accord 62,5/125 mg potahované tablety

Deutschland

Bosentan Accord 62,5/125 mg Filmtabletten

Dänemark

Bosentan Accord 62.5/125 mg filmovertrukne tabletter

Estland

Bosentan Accord

Spanien

Bosentan Accord 62,5/125 mg comprimidos recubiertos con pelicula

Finnland

Bosentan Accord 62.5/125 mg tabletti, kalvopäällysteinen

Frankreich

BOSENTAN ACCORD 62,5/125 mg comprimé pelliculé

Island

Bosentan Accord 62.5/125 mg filmuhúðaðar töflur

Italien

Bosentan Accord

Litauen

Bosentan Accord 62.5/125 mg pl

vele dengtos tablet

Malta

Bosentan Accord 62.5/125 mg Film-coated Tablets

Netherland

Bosentan Accord 62,5/125 mg filmomhulde tabletten

Norwegen

Bosentan Accord

Portugal

Bosentan Accord

Schweden

Bosentan Accord 62.5/125 mg filmdragerad tablet

Slowakei

Bosentan Accord 62.5/125 mg filmom obalené tablety

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Jänner 2021.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bosentan Accord 62,5 mg Filmtabletten

Bosentan Accord 125 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 62,5 mg Bosentan (als Monohydrat).

Jede Filmtablette enthält 125 mg Bosentan (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

hellorange, runde, ungefähr 6,20 mm im Durchmesser, bikonvexe Filmtablette, auf der einen Seite

mit „IB1“ geprägt, auf der anderen Seite glatt

hellorange, ovale, ungefähr 11,00 mm lange, 5,00 mm breite, bikonvexe Filmtablette, auf der einen

Seite mit „IB2“ geprägt, auf der anderen Seite glatt

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) zur Verbesserung der körperlichen

Belastbarkeit und der Symptome bei Patienten mit der funktionellen WHO-Klasse III. Die

Wirksamkeit wurde nachgewiesen bei:

primärer (idiopathischer und erblicher) pulmonal-arterieller Hypertonie

sekundärer pulmonal-arterieller Hypertonie in Assoziation mit Sklerodermie ohne

signifikante interstitielle Lungenerkrankung

pulmonal-arterieller Hypertonie in Assoziation mit kongenitalen systemisch-pulmonalen

Shunts und Eisenmenger-Physiologie

Einige Verbesserungen wurden auch bei Patienten mit pulmonal-arterieller Hypertonie der

funktionellen WHO-Klasse II gezeigt (siehe Abschnitt 5.1).

Bosentan-Tabletten sind außerdem zur Reduzierung der Anzahl neuer digitaler Ulzerationen

bei Patienten mit systemischer Sklerose und bei Patienten, die an digitalen Ulzerationen

leiden, indiziert (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Art der Anwendung

Die Tabletten sind morgens und abends mit oder unabhängig von den Mahlzeiten einzunehmen. Die

Filmtabletten sind mit Wasser einzunehmen.

Dosierung

Pulmonal-arterielle Hypertonie

Die Behandlung ist nur durch einen Arzt einzuleiten und zu überwachen, der in der Behandlung

der PAH erfahren ist.

Die Packung enthält eine Patientenkarte mit Warnhinweisen, die wichtige

Sicherheitsinformationen beinhaltet, die dem Patienten vor und während der Behandlung mit

Bosentan Accord bekannt sein müssen.

Erwachsene

Bei erwachsenen Patienten ist die Behandlung mit Bosentan mit einer Dosierung von zweimal

täglich 62,5 mg über 4 Wochen zu beginnen und anschließend auf eine Erhaltungsdosis von

zweimal täglich 125 mg zu erhöhen.

Die gleichen Empfehlungen gelten für die Wiederaufnahme

der Behandlung mit Bosentan nach Therapieunterbrechung (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Daten aus pharmakokinetischen Studien mit Kindern haben gezeigt, dass die

Plasmakonzentrationen von Bosentan bei Kindern mit PAH im Alter von 1 bis 15 Jahren im

Durchschnitt niedriger waren als bei erwachsenen Patienten und durch eine Steigerung der Dosis

von Bosentan-Tabletten auf über 2 mg/kg Körpergewicht oder durch Steigerung der

Dosierungsfrequenz von zweimal täglich auf dreimal täglich nicht erhöht wurden (siehe

Abschnitt 5.2). Aufgrund dieser pharmakokinetischen Befunde beträgt die empfohlene Start- und

Erhaltungsdosis von Bosentan Accord bei Kindern mit PAH im Alter von 1 Jahr oder älter 2 mg/kg

Körpergewicht morgens und abends.

Bei Neugeborenen mit persistierender pulmonaler Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) wurde

kein Nutzen von Bosentan in der Standard-of-Care-Behandlung gezeigt. Eine

Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).

Handhabung im Fall einer klinischen Verschlechterung der PAH

Im Fall einer klinischen Verschlechterung (z. B. Abnahme der Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest

um mindestens 10 % im Vergleich zum Ausgangswert vor der Behandlung) trotz einer

mindestens 8-wöchigen Behandlung mit Bosentan (Zieldosis seit mindestens 4 Wochen) sind

alternative Therapien in Erwägung zu ziehen. Dennoch können einige Patienten, welche nach 8-

wöchiger Behandlung mit Bosentan nicht angesprochen haben, möglicherweise nach weiteren 4

bis 8 Behandlungswochen positiv auf die Behandlung ansprechen.

Im Fall einer späteren klinischen Verschlechterung trotz einer Behandlung mit Bosentan (z. B. nach

mehreren Behandlungsmonaten) sollte eine Neubewertung der Behandlung erfolgen. Einige

Patienten, die nicht ausreichend auf die Bosentan-Dosis von zweimal täglich 125 mg ansprechen,

können möglicherweise ihre körperliche Belastbarkeit leicht verbessern, wenn die Dosis auf

zweimal täglich 250 mg erhöht wird. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung hat zu erfolgen und

es ist in Betracht zu ziehen, dass die Lebertoxizität dosisabhängig ist (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Absetzen der Behandlung

Es gibt begrenzte Erfahrungen mit einem plötzlichen Absetzen von Bosentan bei Patienten mit PAH.

Es gibt keinen Nachweis für einen akuten Rebound-Effekt. Dennoch sollte zur Vermeidung einer

möglichen schweren klinischen Verschlechterung infolge eines möglichen Rebound-Effekts eine

stufenweise Reduzierung (Halbierung der Dosis für 3 bis 7 Tage) in Betracht gezogen werden. Es

wird empfohlen, eine verstärkte Überwachung während des Absetzens durchzuführen.

Wenn ein Absetzen von Bosentan entschieden wird, sollte das Absetzen stufenweise erfolgen,

während mit einer alternativen Therapie begonnen wird.

Systemische Sklerose mit bestehenden digitalen Ulzerationen

Die Behandlung sollte ist durch einen Arzt einzuleiten und zu überwachen, der in der

Behandlung der systemischen Sklerose erfahren ist.

Die Packung enthält eine Patientenkarte mit Warnhinweisen, die wichtige

Sicherheitsinformationen beinhaltet, die dem Patienten vor und während der Behandlung mit

Bosentan Accord bekannt sein müssen.

Erwachsene

Die Behandlung mit Bosentan-Tabletten ist mit einer Dosierung von zweimal täglich 62,5 mg über 4

Wochen zu beginnen und anschließend auf eine Erhaltungsdosis von zweimal täglich 125 mg zu

erhöhen. Die gleichen Empfehlungen gelten für die Wiederaufnahme der Behandlung mit Bosentan

nach Therapieunterbrechung (siehe Abschnitt 4.4).

Die Erfahrungen aus kontrollierten klinischen Studien sind in diesem Indikationsbereich auf 6

Monate begrenzt (siehe Abschnitt 5.1).

Das Ansprechen des Patienten auf die Behandlung und die Notwendigkeit einer Fortsetzung

der Therapie sind in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Es ist eine sorgfältige Nutzen-

Risiko-Abwägung vorzunehmen, wobei die Lebertoxizität von Bosentan zu berücksichtigen

ist (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Kinder und Jugendliche

Für Patienten unter 18 Jahren liegen keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vor. Für

Kleinkinder mit dieser Erkrankung liegen keine pharmakokinetischen Daten zu Bosentan-

Tabletten vor.

Spezielle Patientengruppen

Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichten Leberfunktionsstörungen (d. h. Child-Pugh-Klasse A) ist keine

Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Bosentan ist bei mittleren bis schweren

Leberfunktionsstörungen kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Dialyse-

Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Bei Patienten über 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

mittlere bis schwere Leberfunktionsstörung, d. h. Child-Pugh-Klasse B oder C (siehe Abschnitt

5.2)

bei Erhöhung der Leber-Aminotransferasewerte, d. h. Aspartat-Aminotransferase (AST)

und/oder Alanin-Aminotransferase (ALT), vor Behandlungsbeginn auf mehr als das 3-Fache

des oberen Normwertes (> 3x ONW; siehe Abschnitt 4.4)

gleichzeitige Anwendung von Cyclosporin A (siehe Abschnitt 4.5)

Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6)

Frauen im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässigen Verhütungsmethoden anwenden (siehe

Abschnitte 4.4, 4.5 und 4.6)

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Wirksamkeit von Bosentan bei Patienten mit schwerer PAH ist nicht belegt. Bei

Verschlechterung des klinischen Zustandes sollte die Umstellung auf eine für schwere Stadien

der Erkrankung empfohlene Therapie (z. B. Epoprostenol) in Betracht gezogen werden (siehe

Abschnitt 4.2).

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Bosentan bei Patienten mit PAH der funktionellen WHO-Klasse I

wurde nicht untersucht.

Die Behandlung mit Bosentan sollte nur begonnen werden, wenn der systemische systolische

Blutdruck höher als 85 mm Hg ist.

Es wurde nicht nachgewiesen, dass Bosentan-Tabletten die Abheilung bereits bestehender

digitaler Ulzerationen begünstigt.

Leberfunktion

Die mit Bosentan assoziierten Erhöhungen der Leber-Aminotransferasewerte, d. h. Aspartat- und

Alanin-Aminotransferasen (AST und/oder ALT), sind dosisabhängig. Die Veränderungen der

Leberenzymwerte treten typischerweise innerhalb der ersten 26 Wochen der Behandlung auf, doch

sie können aber auch später während der Behandlung auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Diese Anstiege

sind möglicherweise zum Teil auf die kompetitive Hemmung der Gallensalz-Ausscheidung aus

Hepatozyten zurückzuführen, doch sind wahrscheinlich auch andere Mechanismen, die noch nicht

eindeutig nachgewiesen worden sind, am Auftreten von Leberfunktionsstörungen beteiligt. Eine

Zytolyse infolge der Akkumulation von Bosentan in Hepatozyten mit möglicherweise schwerer

Leberschädigung oder ein immunologischer Mechanismus sind nicht ausgeschlossen. Das Risiko für

eine Leberfunktionsstörung kann möglicherweise auch erhöht sein, wenn Bosentan gleichzeitig mit

Arzneimitteln verabreicht wird, die Inhibitoren der Gallensalz-Export-Pumpe sind, wie z. B.

Rifampicin, Glibenclamid und Cyclosporin A (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5), doch die Datenlage ist

limitiert.

Die Leber-Aminotransferasewerte müssen vor Behandlungsbeginn und danach während der

Behandlung mit Bosentan-Tabletten monatlich gemessen werden. Zusätzlich müssen die

Leber-Aminotransferasewerte 2 Wochen nach jeder Dosissteigerung gemessen werden.

Empfehlungen bei Erhöhung der ALT-/AST-Werte

ALT-/AST-Werte

Behandlung und Kontrollempfehlungen

> 3 und ≤ 5 × ONW

Das Ergebnis sollte durch einen zweiten Lebertest bestätigt werden; bei

Bestätigung sollte individuell über die Fortführung der Therapie mit

Bosentan-Tabletten, eventuell mit einer reduzierten Dosis, oder über das

Absetzen der Bosentan-Tabletten entschieden werden (siehe Abschnitt 4.2).

Weitere Kontrollen der Aminotransferasewerte sollten mindestens alle 2

Wochen durchgeführt werden. Wenn die Aminotransferasewerte auf den

Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen sind, sollte eine Fortsetzung

oder Wiederaufnahme der Behandlung mit Bosentan-Tabletten gemäß den

unten aufgeführten Bedingungen in Betracht gezogen werden.

> 5 und ≤ 8 × ONW

Das Ergebnis sollte durch einen zweiten Lebertest bestätigt werden; bei

Bestätigung sollte die Behandlung abgesetzt und die Kontrolle der

Aminotransferasewerte mindestens alle 2 Wochen durchgeführt werden.

Wenn die Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn

zurückgegangen sind, sollte eine Wiederaufnahme der Behandlung mit

Bosentan-Tabletten gemäß der unten aufgeführten Bedingungen in Betracht

gezogen werden.

> 8 × ONW

Die Behandlung muss abgesetzt werden und eine Behandlung mit

Bosentan-Tabletten darf nicht wieder aufgenommen werden.

Bei den assoziierten klinischen Symptomen einer Leberschädigung, d. h. Übelkeit, Erbrechen,

Fieber, Bauchschmerzen, Gelbsucht, ungewöhnlicher Lethargie oder Ermüdung, grippeartigen

Beschwerden (Arthralgie, Myalgie, Fieber), muss die Behandlung abgebrochen werden und eine

Wiederaufnahme der Behandlung mit Bosentan-Tabletten darf nicht in Betracht gezogen

werden.

Wiederaufnahme der Behandlung

Eine Wiederaufnahme der Behandlung mit Bosentan-Tabletten sollte nur in Betracht gezogen

werden, wenn der mögliche Nutzen einer Behandlung mit Bosentan-Tabletten die möglichen

Risiken überwiegt und wenn die Leber-Aminotransferasewerte auf den Stand vor

Behandlungsbeginn zurückgegangen sind. Es wird empfohlen, einen Hepatologen hinzuzuziehen.

Bei einer Wiederaufnahme der Behandlung sind die Hinweise in Abschnitt 4.2 zu befolgen. Nach

erfolgter Wiederaufnahme der Behandlung müssen die Aminotransferasewerte innerhalb der

ersten 3 Tage kontrolliert werden, dann nochmals nach weiteren 2 Wochen und danach

entsprechend der oben aufgeführten Empfehlungen.

ONW = Oberer Normwert

Hämoglobinkonzentration

Die Behandlung mit Bosentan war mit dosisabhängigen Abnahmen der Hämoglobinkonzentration in

Verbindung gebracht worden (siehe Abschnitt 4.8). In plazebokontrollierten Studien waren die mit

Bosentan in Zusammenhang stehenden erniedrigten Hämoglobinkonzentrationen nicht progredient

und stabilisierten sich nach den ersten 4-12 Wochen der Behandlung. Es wird empfohlen, die

Hämoglobinkonzentration vor Behandlungsbeginn, in monatlichem Abstand während der ersten 4

Monate und danach vierteljährlich zu überprüfen. Bei klinisch relevanter Abnahme der

Hämoglobinkonzentration sollten in weiteren Bewertungen und Untersuchungen die Ursache und

Notwendigkeit einer spezifischen Behandlung geklärt werden. Nach Markteinführung wurden Fälle

von Anämien beschrieben, die Erythrozytentransfusionen erforderten (siehe Abschnitt 4.8).

Frauen im gebärfähigen Alter

Da Bosentan-Tabletten hormonelle Kontrazeptiva wirkungslos machen können, und unter

Berücksichtigung des Risikos einer Verschlechterung der pulmonalen Hypertonie im Rahmen einer

Schwangerschaft sowie von teratogenen Effekten, die bei Tieren beobachtetet wurden,

darf Bosentan bei Frauen im gebärfähigen Alter nur dann eingenommen werden, wenn

zuverlässige Verhütungsmethoden angewendet werden und wenn ein Schwangerschaftstest

vor Behandlungsbeginn negativ ist

dürfen hormonelle Kontrazeptiva nicht als alleinige Verhütungsmethode während der

Behandlung mit Bosentan eingesetzt werden

sind monatliche Schwangerschaftstests während der Behandlung zu empfehlen, um die

Früherkennung einer Schwangerschaft zu ermöglichen.

Für weitere Informationen siehe Abschnitte 4.5 und 4.6.

Pulmonale venookklusive Erkrankung

Es gibt Fallberichte über Lungenödeme, die nach Anwendung von Vasodilatanzien (hauptsächlich

Prostazykline) bei Patienten mit einer pulmonalen venookklusiven Erkrankung auftraten. Daher

sollte, falls nach Anwendung von Bosentan bei Patienten mit PAH Symptome eines Lungenödems

auftreten, die Möglichkeit einer assoziierten venookklusiven Erkrankung in Betracht gezogen

werden. Nach der Markteinführung wurden Lungenödeme bei mit Bosentan behandelten Patienten

mit der Verdachtsdiagnose einer pulmonalen venookklusiven Erkrankung selten berichtet.

Anwendung bei Patienten mit pulmonal-arterieller Hypertonie und begleitender Linksherzinsuffizienz

Bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie und begleitender Linksherzinsuffizienz wurde keine

spezifische Studie durchgeführt. Jedoch wurden 1611 Patienten (804 mit Bosentan und 807 mit

Plazebo behandelte Patienten) mit schwerer chronischer Herzinsuffizienz (CHF) über einen mittleren

Zeitraum von 1,5 Jahren in einer plazebokontrollierten Studie behandelt (Studie AC-052-301/302

[ENABLE 1 & 2]). In dieser Studie kam es während der ersten 4–8 Wochen der Behandlung mit

Bosentan zu einer erhöhten Hospitalisierungsrate aufgrund von CHF, deren Ursache eine erhöhte

Flüssigkeitsretention gewesen sein könnte. In dieser Studie manifestierte sich die

Flüssigkeitsretention durch eine frühe Gewichtszunahme, eine erniedrigte Hämoglobinkonzentration

und eine erhöhte Inzidenz von Beinödemen. Bei Studienende war zwischen den mit Bosentan und

Plazebo behandelten Patienten insgesamt weder ein Unterschied in Bezug auf Hospitalisierungen

aufgrund von Herzinsuffizienz noch in Bezug auf die Mortalität zu beobachten. Daher wird

empfohlen, Patienten auf Anzeichen einer Flüssigkeitsretention (z. B. Gewichtszunahme) zu

überwachen, insbesondere dann, wenn gleichzeitig eine schwere systolische Dysfunktion vorliegt. In

einem solchen Fall empfiehlt sich die Aufnahme einer Behandlung mit Diuretika oder die Erhöhung

der jeweils aktuellen Diuretikadosis. Bei Patienten, die Anzeichen einer Flüssigkeitsretention

aufweisen, empfiehlt sich die Behandlung mit Diuretika vor Behandlungsbeginn mit Bosentan.

Anwendung bei pulmonal-arterieller Hypertonie in Assoziation mit HIV-Infektion

Die Erfahrungen aus klinischen Studien zur Behandlung von Patienten mit PAH in Assoziation mit

HIV-Infektion, die mit antiretroviralen Arzneimitteln behandelt wurden, mit Bosentan sind begrenzt

(siehe Abschnitt 5.1). Eine Wechselwirkungsstudie mit Bosentan und Lopinavir+Ritonavir zeigte

bei gesunden Probanden erhöhte Plasmakonzentrationen von Bosentan, wobei die höchsten Spiegel

in den ersten 4 Behandlungstagen auftraten (siehe Abschnitt 4.5). Wenn bei Patienten unter

Therapie mit Ritonavir-verstärkten Proteaseinhibitoren eine Behandlung mit Bosentan eingeleitet

wird, sollte die Verträglichkeit von Bosentan intensiv kontrolliert werden, zu Beginn der

Behandlung insbesondere hinsichtlich des Risikos einer Hypotonie und der Leberfunktionswerte.

Ein erhöhtes Langzeitrisiko für eine Leberschädigung und hämatologische Nebenwirkungen kann

bei Anwendung von Bosentan in Kombination mit antiretroviralen Arzneimitteln nicht

ausgeschlossen werden. Aufgrund der möglichen Wechselwirkungen in Verbindung mit der

induzierenden Wirkung von Bosentan auf CYP450 (siehe Abschnitt 4.5), die die Wirksamkeit der

antiretroviralen Therapie beeinträchtigen könnten, sollten diese Patienten auch bezüglich ihrer HIV-

Infektion intensiv kontrolliert werden.

Anwendung bei sekundärer pulmonaler Hypertonie in Assoziation mit chronisch obstruktiver

Lungenerkrankung (COPD)

Die Sicherheit und Verträglichkeit von Bosentan wurde im Rahmen einer nicht kontrollierten,

explorativen, 12-wöchigen Studie mit 11 Patienten mit sekundärer pulmonaler Hypertonie in

Assoziation mit schwerer COPD (Stadium III der GOLD-Klassifikation) untersucht. Es wurde eine

Zunahme des Atemminutenvolumens und eine Abnahme der Sauerstoffsättigung beobachtet, und das

häufigste unerwünschte Ereignis war Dyspnoe, die sich nach Absetzen von Bosentan wieder

zurückbildete.

Die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel

Die gleichzeitige Anwendung von Bosentan und Cyclosporin A ist kontraindiziert (siehe Abschnitte

4.3 und 4.5).

Die gleichzeitige Anwendung von Bosentan mit Glibenclamid, Fluconazol oder Rifampicin wird

nicht empfohlen. Für weitere Details siehe Abschnitt 4.5.

Die gleichzeitige Anwendung eines CYP3A4-Inhibitors und eines CYP2C9-Inhibitors mit

Bosentan sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bosentan ist ein Induktor der Cytochrom-P450 (CYP)-Isoenzyme CYP2C9 und CYP3A4. In-vitro-

Daten legen auch eine Induktion von CYP2C19 nahe. Folglich werden die Plasmakonzentrationen

der durch diese Isoenzyme metabolisierten Substanzen bei gleichzeitiger Einnahme von Bosentan

gesenkt. Die Möglichkeit einer veränderten Wirksamkeit der durch diese Isoenzyme metabolisierten

Arzneimittel sollte in Betracht gezogen werden. Eine Dosisanpassung dieser Arzneimittel kann nach

Beginn, Dosisänderung oder Absetzen einer gleichzeitigen Behandlung mit Bosentan erforderlich

werden.

Bosentan wird durch CYP2C9 und CYP3A4 metabolisiert. Eine Hemmung dieser Isoenzyme kann

die Plasmakonzentration von Bosentan erhöhen (siehe Ketoconazol). Der Einfluss von CYP2C9-

Inhibitoren auf die Bosentan-Konzentration wurde nicht untersucht. Eine solche Kombination

sollte nur mit Vorsicht angewendet werden.

Fluconazol und andere CYP2C9- und CYP3A4-Inhibitoren: Die gleichzeitige Verabreichung mit

Fluconazol, das überwiegend CYP2C9 inhibiert, jedoch in gewissem Ausmaß auch CYP3A4, könnte

zu starken Erhöhungen der Plasmakonzentrationen von Bosentan führen. Diese Kombination wird

nicht empfohlen. Aus dem gleichen Grund wird die gleichzeitige Verabreichung sowohl eines

potenten CYP3A4-Inhibitors (wie Ketoconazol, Itraconazol oder Ritonavir) als auch eines CYP2C9-

Inhibitors (wie Voriconazol) mit Bosentan nicht empfohlen.

Cyclosporin A: Die gleichzeitige Verabreichung von Bosentan und Cyclosporin A (einem

Kalzineurininhibitor) ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei gleichzeitiger Anwendung

waren die initialen Tal-Plasmakonzentrationen von Bosentan ungefähr 30-fach höher als nach

alleiniger Verabreichung von Bosentan. Im Steady-State waren die Bosentan-

Plasmakonzentrationen 3- bis 4-fach höher als nach alleiniger Verabreichung von Bosentan. Der

Mechanismus dieser Wechselwirkung beruht höchstwahrscheinlich auf einer Hemmung der durch

Transportproteine vermittelten Aufnahme von Bosentan in die Hepatozyten durch Cyclosporin A.

Die Blutkonzentrationen von Cyclosporin A (ein CYP3A4-Substrat) nahmen um ungefähr 50 %

ab. Dies ist höchstwahrscheinlich auf die Induktion von CYP3A4 durch Bosentan zurückzuführen.

Tacrolimus, Sirolimus: Die gleichzeitige Verabreichung von Tacrolimus oder Sirolimus und

Bosentan wurde beim Menschen nicht untersucht, doch, in Analogie zur gleichzeitigen Anwendung

von Cyclosporin A, könnte die gleichzeitige Anwendung von Tacrolimus oder Sirolimus und

Bosentan zu einem Anstieg der Plasmakonzentrationen von Bosentan führen. Die

Plasmakonzentrationen von Tacrolimus oder Sirolimus könnten durch die gleichzeitige

Verabreichung von Bosentan abnehmen. Daher wird die gleichzeitige Anwendung von Bosentan mit

Tacrolimus oder Sirolimus nicht empfohlen. Patienten, die eine Kombinationstherapie benötigen,

sollten zur Erfassung von unerwünschten Wirkungen durch Bosentan intensiv überwacht und die

Blutkonzentrationen von Tacrolimus und Sirolimus intensiv kontrolliert werden.

Glibenclamid: Die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich 125 mg Bosentan über 5 Tage

führte zu einer Erniedrigung der Plasmakonzentrationen von Glibenclamid (einem CYP3A4-Substrat)

um 40 % mit möglicherweise signifikant erniedrigter hypoglykämischer Wirkung. Die

Plasmakonzentrationen von Bosentan waren auch um 29 % erniedrigt. Darüber hinaus wurde bei

Patienten, die diese Kombination erhielten, eine erhöhte Inzidenz von Aminotransferasenerhöhungen

beobachtet. Sowohl Glibenclamid als auch Bosentan hemmen die Gallensalz-Export-Pumpe, was die

erhöhten Aminotransferasewerte erklären könnte. Diese Kombination sollte nicht angewendet werden.

Es liegen keine Daten zu Wechselwirkungen mit anderen Sulfonylharnstoffen vor.

Rifampicin: Bei 9 gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich

125 mg Bosentan während 7 Tagen mit Rifampicin, einem starken Induktor von CYP2C9 und

CYP3A4, zu einer Erniedrigung der Plasmakonzentration von Bosentan um 58 %. In einem einzelnen

Fall betrug die Erniedrigung fast 90 %. Infolge dessen ist eine signifikant reduzierte Wirksamkeit von

Bosentan zu erwarten, wenn es gleichzeitig mit Rifampicin verabreicht wird. Die gleichzeitige

Anwendung von Bosentan und Rifampicin wird nicht empfohlen. Daten zu anderen CYP3A4-

Induktoren, wie z. B. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin und Johanniskraut liegen nicht vor,

aber bei ihrer gleichzeitigen Verabreichung ist eine reduzierte systemische Verfügbarkeit von

Bosentan zu erwarten. Eine klinisch relevante Reduktion der Wirksamkeit kann nicht ausgeschlossen

werden.

Lopinavir/Ritonavir (und andere Ritonavir-verstärkte Proteaseinhibitoren): Die gleichzeitige

Verabreichung von zweimal täglich 125 mg Bosentan und zweimal täglich 400/100 mg

Lopinavir/Ritonavir über 9,5 Tage führte bei gesunden Probanden zu einer ungefähr 48-fach höheren

initialen Tal-Plasmakonzentrationen von Bosentan als nach alleiniger Verabreichung von Bosentan.

An Tag 9 waren die Plasmakonzentrationen von Bosentan ungefähr 5-fach höher als nach alleiniger

Verabreichung von Bosentan. Diese Interaktion ist höchstwahrscheinlich auf die Hemmung der durch

Transportproteine vermittelten Aufnahme von Bosentan in die Hepatozyten durch Ritonavir sowie der

Hemmung von CYP3A4 und der daraus resultierenden Abnahme der Clearance von Bosentan

zurückzuführen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Lopinavir/Ritonavir oder anderen Ritonavir-

verstärkten Proteaseinhibitoren sollte die Verträglichkeit von Bosentan überwacht werden.

Nach gleichzeitiger Verabreichung mit Bosentan über 9,5 Tage waren die Plasmaspiegel von

Lopinavir und Ritonavir in einem klinisch nicht signifikanten Ausmaß (um ungefähr 14 % bzw. 17 %)

erniedrigt. Es könnte jedoch sein, dass die vollständige Induktion durch Bosentan noch nicht erreicht

war, so dass eine weitere Abnahme des Plasmaspiegels der Proteaseinhibitoren nicht auszuschließen

ist. Eine angemessene Überwachung der HIV-Therapie wird empfohlen. Ähnliche Effekte sind für

andere Ritonavir-verstärkte Proteaseinhibitoren zu erwarten (siehe Abschnitt 4.4).

Andere antiretrovirale Arzneimittel: Aufgrund mangelnder Daten können keine spezifischen

Empfehlungen hinsichtlich anderer verfügbarer antiretroviraler Arzneimittel gemacht werden. Die

Kombination von Nevirapin und Bosentan wird aufgrund der ausgeprägten Hepatotoxizität von

Nevirapin, die additive Effekte bezüglich der Lebertoxizität von Bosentan haben könnte, nicht

empfohlen.

Hormonelle Kontrazeptiva: Die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich 125 mg Bosentan

über 7 Tage mit einer einzelnen Dosis eines oralen Kontrazeptivums, das 1 mg Norethisteron und

35 μg Ethinylestradiol enthielt, führte zu einer Erniedrigung der AUC von Norethisteron und

Ethinylestradiol um 14 % bzw. 31 %. Allerdings betrug bei einzelnen Personen die Erniedrigung der

Verfügbarkeit bis zu 56 % bzw. 66 %. Daher wird die alleinige Anwendung hormoneller

Kontrazeptiva, unabhängig von der Darreichungsform (d. h. orale, injizierbare, transdermale oder

implantierbare Formulierungen) nicht als zuverlässige Verhütungsmethode angesehen (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.6).

Warfarin: Die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich 500 mg Bosentan über 6 Tage führte

zu einer Erniedrigung der Plasmakonzentrationen von S-Warfarin (einem CYP2C9-Substrat) und R-

Warfarin (einem CYP3A4-Substrat) um 29 % bzw. 38 %. Klinische Erfahrungen über die gleichzeitige

Verabreichung von Bosentan und Warfarin bei Patienten mit PAH zeigten keine klinisch signifikanten

Veränderungen der International Normalized Ratio (INR) oder der Warfarin-Dosis (Vergleich

Ausgangslage mit Ende der klinischen Studien). Außerdem war die Häufigkeit der Veränderung der

Warfarin-Dosis während der Studien aufgrund von Veränderungen der INR oder aufgrund von

Nebenwirkungen bei den mit Bosentan und Plazebo behandelten Patienten ähnlich. Eine

Dosisanpassung von Warfarin und ähnlichen oralen Antikoagulanzien ist bei Beginn einer Therapie

mit Bosentan nicht erforderlich, aber eine intensive Überwachung der INR wird insbesondere zu

Behandlungsbeginn mit Bosentan und während der Auftitrierung empfohlen.

Simvastatin: Die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich 125 mg Bosentan über 5 Tage

senkte die Plasmakonzentrationen von Simvastatin (einem CYP3A4-Substrat) und dessen aktivem β-

Hydroxysäure-Metaboliten um 34 % bzw. 46 %. Die Plasmakonzentrationen von Bosentan blieben

bei der gleichzeitigen Verabreichung von Simvastatin unbeeinflusst. Die Überwachung der

Cholesterinwerte und eine nachfolgende Dosisanpassung sollten in Betracht gezogen werden.

Ketoconazol: Die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich 62,5 mg Bosentan über 6 Tage

mit Ketoconazol, einem starken CYP3A4-Inhibitor, erhöhte die Plasmakonzentrationen von

Bosentan auf ungefähr das Doppelte. Eine Dosisanpassung von Bosentan ist nicht erforderlich.

Obwohl durch in-vivo-Studien nicht belegt, sind ähnliche Erhöhungen der Bosentan-

Plasmakonzentrationen mit anderen potenten CYP3A4-Inhibitoren zu erwarten (wie z. B.

Itraconazol oder Ritonavir). Bei kombinierter Anwendung mit einem CYP3A4-Inhibitor besteht

jedoch für Patienten, die schlechte CYP2C9-Metabolisierer sind, ein Risiko für erhöhte

Plasmakonzentrationen von Bosentan, die von einer höheren Größe sein können, was zu potenziell

schädlichen Nebenwirkungen führen kann.

Epoprostenol: Begrenzte Daten aus einer Studie (AC-052-356 [BREATHE-3]) bei 10 pädiatrischen

Patienten, die mit einer Kombination von Bosentan und Epoprostenol behandelt wurden, belegen, dass

sich die C

- und AUC-Werte von Bosentan nach Verabreichung von Einzel- wie auch von

Mehrfachdosen bei Patienten mit oder ohne kontinuierliche Infusion von Epoprostenol ähnlich waren

(siehe Abschnitt 5.1).

Sildenafil: Die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich 125 mg Bosentan (Steady-State)

mit dreimal täglich 80 mg Sildenafil (Steady-State) über 6 Tage bei gesunden Probanden führte zu

einer 63 %igen Erniedrigung der AUC von Sildenafil und einer 50 %igen Erhöhung der AUC von

Bosentan. Es wird empfohlen, eine gleichzeitige Anwendung mit Vorsicht einzusetzen.

Digoxin: Die gleichzeitige Verabreichung von zweimal täglich 500 mg Bosentan mit Digoxin über 7

Tage führte zu einer Erniedrigung der AUC, C

und C

von Digoxin um 12 %, 9 % bzw. 23 %.

Der Mechanismus dieser Wechselwirkung ist möglicherweise auf eine Induktion von P-Glycoprotein

zurückzuführen. Diese Wechselwirkung hat wahrscheinlich keine klinische Relevanz.

Tadalafil: Nach mehreren Dosen der gleichzeitigen Verabreichung von Bosentan und Tadalafil

reduzierte Bosentan (zweimal täglich 125 mg) die systemische Verfügbarkeit von Tadalafil (einmal

täglich 40 mg) um 42 % und den Cmax von Tadalafil um 27 %. Tadalafil beeinträchtigte die

Verfügbarkeit (AUC und Cmax) von Bosentan bzw. seinen Metaboliten nicht.

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität (Teratogenität, Embryotoxizität, siehe

Abschnitt 5.3) gezeigt. Es liegen keine verlässlichen Daten zur Anwendung von Bosentan bei

Schwangeren vor. Das potenzielle Risiko für den Menschen ist noch unbekannt. Bosentan ist

während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Frauen im gebärfähigen Alter

Bevor eine Behandlung mit Bosentan bei Frauen im gebärfähigen Alter begonnen wird, ist eine

bestehende Schwangerschaft auszuschließen, die Patientin angemessen über zuverlässige

Verhütungsmethoden zu informieren und eine zuverlässige Empfängnisverhütung zu beginnen.

Patientinnen und Verordner müssen sich bewusst sein, dass aufgrund möglicher pharmakokinetischer

Wechselwirkungen Bosentan hormonelle Kontrazeptiva wirkungslos machen kann (siehe Abschnitt

4.5). Deshalb sind bei Frauen im gebärfähigen Alter hormonelle Kontrazeptiva (einschließlich oraler,

injizierbarer, transdermaler oder implantierbarer Formulierungen) nicht als alleinige

Verhütungsmethode einzusetzen, sondern es ist eine zusätzliche oder eine andere zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden. Bei Zweifeln, welche Verhütungsmethoden einer individuellen

Patientin zu empfehlen sind, sollte ein Gynäkologe hinzugezogen werden. Da während einer

Behandlung mit Bosentan hormonelle Kontrazeptiva möglicherweise versagen und man auch

bedenken muss, dass im Rahmen einer Schwangerschaft ein Risiko für eine schwerwiegende

Verschlechterung einer pulmonalen Hypertonie besteht, wird empfohlen, während der Behandlung

mit Bosentan monatliche Schwangerschaftstests durchzuführen, um eine eingetretene

Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Bosentan in die Muttermilch übergeht. Stillen wird während einer Behandlung

mit Bosentan nicht empfohlen.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien zeigten testikuläre Wirkungen (siehe Abschnitt 5.3). In einer Studie, bei

der der Einfluss von Bosentan auf die testikuläre Funktion bei männlichen PAH-Patienten untersucht

wurde, zeigten 8 von 24 Patienten eine verminderte Spermienkonzentration von mindestens 42 % des

Ausgangswertes nach 3 bzw. 6 Monaten Behandlung mit Bosentan. Basierend auf diesen

Erkenntnissen und präklinischen Daten kann nicht ausgeschlossen werden, dass Bosentan eine

nachteilige Wirkung auf die Spermatogenese bei Männern haben könnte. Bei Jungen kann eine

langfristige Auswirkung auf die Fruchtbarkeit nach der Behandlung mit Bosentan nicht

ausgeschlossen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine spezifischen Studien durchgeführt, um den direkten Einfluss von Bosentan auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen zu beurteilen. Allerdings kann

Bosentan Hypotonie mit Symptomen wie Schwindel, verschwommenem Sehen oder Synkopen

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen