Blopress 32 mg Plus 12,5 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

05-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

05-02-2021

Wirkstoff:
Candesartancilexetil; Hydrochlorothiazid
Verfügbar ab:
Takeda GmbH (8156606)
ATC-Code:
C09DA06
INN (Internationale Bezeichnung):
Candesartan Cilexetil, Hydrochlorothiazide
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Candesartancilexetil (27048) 32 Milligramm; Hydrochlorothiazid (512) 12,5 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
74307.00.00
Berechtigungsdatum:
2009-06-10

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Blopress

®

32 mg Plus 12,5 mg

Tabletten

Wirkstoffe: Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn Sie enthält wichtige Informationen für Sie.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Blopress Plus und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Blopress Plus beachten?

Wie ist Blopress Plus einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Blopress Plus aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen.

1.

Was ist Blopress Plus und wofür wird es angewendet

Der Name Ihres Arzneimittels ist Blopress Plus. Es wird angewendet, um hohen Blutdruck

Hypertonie

) bei erwachsenen Patienten zu behandeln. Es beinhaltet zwei Wirkstoffe:

Candesartancilexetil und Hydrochlorothiazid. Diese arbeiten zusammen, um Ihren Blutdruck zu

senken.

Candesartancilexetil gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten genannt werden. Es entspannt und erweitert Ihre

Blutgefäße. Dies hilft, Ihren Blutdruck zu senken.

Hydrochlorothiazid gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die

Diuretika

(Entwässerungstabletten) genannt werden. Es hilft Ihrem Körper, Wasser und Salze wie

Natrium über den Urin zu beseitigen. Dies hilft, Ihren Blutdruck zu senken.

Ihr Arzt kann Blopress Plus verschreiben, wenn Ihr Blutdruck durch Candesartancilexetil oder

Hydrochlorothiazid alleine nicht richtig kontrolliert werden konnte.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Blopress Plus beachten?

Blopress Plus darf nicht eingenommen werden

Wenn Sie allergisch gegen Candesartancilexetil oder Hydrochlorothiazid oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Wenn Sie allergisch gegenüber Sulphonamid-Arzneimitteln sind. Falls Sie nicht sicher sind, ob

dies auf Sie zutrifft, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Während der letzten 6 Monate einer Schwangerschaft (es wird empfohlen, Blopress Plus auch in

der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden, siehe Abschnitt Schwangerschaft und

Stillzeit).

Wenn Sie schwere Nierenprobleme haben.

Wenn Sie eine schwere Lebererkrankung oder Gallestauung haben (ein Problem des Abflusses der

Galle aus der Gallenblase).

Wenn Sie dauerhaft niedrige Kaliumspiegel in Ihrem Blut haben.

Wenn Sie dauerhaft hohe Calciumspiegel in Ihrem Blut haben.

Wenn Sie jemals Gicht hatten.

Wenn Sie an der Zuckerkrankheit (

Diabetes mellitus

) leiden oder eine eingeschränkte

Nierenfunktion haben und mit einem blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthält,

behandelt werden.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob eine der Angaben auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker, bevor Sie Blopress Plus einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Blopress Plus einnehmen,

Wenn Sie Diabetes haben.

Wenn Sie Herz-, Leber- oder Nierenprobleme haben.

Wenn Sie kürzlich eine Nierentransplantation hatten.

Wenn Sie erbrechen müssen, kürzlich heftig erbrochen haben oder Durchfall haben.

Wenn Sie eine Erkrankung der Nebenniere haben, die Conn-Syndrom genannt wird (auch

primärer Hyperaldosteronismus

genannt).

Wenn Sie schon einmal eine Krankheit hatten, die systemischer

Lupus erythematodes

(SLE)

genannt wird.

Wenn Sie niedrigen Blutdruck haben.

Wenn Sie schon einmal einen Schlaganfall hatten.

Wenn Sie schon einmal Allergien oder Asthma hatten.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden

könnten). Die Einnahme von Blopress Plus in der frühen Phase der Schwangerschaft wird nicht

empfohlen, und Blopress Plus darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat

eingenommen werden, da die Einnahme von Blopress Plus in diesem Stadium zu schweren

Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe Abschnitt Schwangerschaft).

Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

Einen ACE-Hemmer (z. B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril), insbesondere wenn Sie

Nierenprobleme aufgrund von Diabetes mellitus haben.

Aliskiren.

Wenn Sie Hautkrebs hatten oder wenn Sie eine unerwartete Hautveränderung während der

Behandlung mit Hydrochlorothiazid entwickeln. Besonders bei einer Langzeitbehandlung mit

hohen Dosen, könnte das Risiko für bestimmte Arten von Haut- und Lippenkrebs (nicht-

melanozytärer Hautkrebs) ansteigen. Schützen Sie Ihre Haut vor der Sonne und vor UV-Strahlung

während Sie Blopress Plus anwenden.

Wenn Sie eine Abnahme des Sehvermögens oder Augenschmerzen feststellen. Dies können

Symptome einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges (Aderhauterguss) oder

ein Druckanstieg in Ihrem Auge sein und innerhalb von Stunden bis Wochen nach Einnahme von

Blopress Plus auftreten. Dies kann zu einem dauerhaften Sehverlust führen, wenn es nicht

behandelt wird. Wenn Sie bereits früher eine Penicillin- oder Sulfonamidallergie hatten, können

Sie ein höheres Risiko haben, diese Symptome zu entwickeln.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z. B.

Kalium) in Ihrem Blut in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Siehe auch Abschnitt „Blopress Plus darf nicht eingenommen werden“.

Wenn einer der oben angegebenen Umstände auf Sie zutrifft, möchte Ihr Arzt Sie eventuell häufiger

sehen und einige Untersuchungen vornehmen.

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, informieren Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt darüber, dass Sie

Blopress Plus einnehmen. Der Grund dafür ist, dass Blopress Plus in Kombination mit einigen

Narkosemitteln einen Blutdruckabfall verursachen könnte.

Blopress Plus könnte erhöhte Sensibilität der Haut gegenüber der Sonne hervorrufen.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keine Erfahrungen mit der Anwendung von Blopress Plus bei Kindern (unter 18 Jahren). Daher

sollte Blopress Plus nicht an Kinder gegeben werden.

Die Anwendung von Blopress Plus kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Bei Einnahme von Blopress Plus zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen. Blopress

Plus kann die Wirkung einiger anderer Arzneimittel beeinflussen, und einige Arzneimittel können

einen Einfluss auf Blopress Plus haben. Wenn Sie bestimmte Arzneimittel einnehmen, wird Ihr Arzt

eventuell von Zeit zu Zeit Blutuntersuchungen durchführen müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen, da Ihr

Arzt unter Umständen Ihre Dosierung anpassen und/oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen treffen muss:

Andere Arzneimittel, die helfen, Ihren Blutdruck zu senken, einschließlich Betablocker,

Diazoxid und

Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmer

wie Enalapril, Captopril,

Lisinopril oder Ramipril.

Nichtsteroidale

entzündungshemmende Arznei

mittel

(NSAR) wie Ibuprofen, Naproxen,

Diclofenac, Celecoxib oder Etoricoxib (Arzneimittel zur Linderung von Schmerz und

Entzündung).

Acetylsalicylsäure (wenn Sie mehr als 3 g pro Tag einnehmen) (Arzneimittel zur Linderung von

Schmerz und Entzündung).

Kaliumpräparate oder kaliumhaltige Salzersatzmittel (Arzneimittel, die die Menge an Kalium in

Ihrem Blut erhöhen).

Calcium- oder Vitamin D-Präparate.

Arzneimittel zur Senkung Ihres Cholesterins wie Colestipol oder Cholestyramin.

Arzneimittel gegen Diabetes (Tabletten oder Insulin).

Arzneimittel zur Kontrolle Ihres Herzschlags (

Antiarrhythmika

) wie Digoxin und Betablocker.

Arzneimittel die durch den Kaliumblutspiegel beeinflusst werden können, wie einige

antipsychotische Arzneimittel.

Heparin (ein Arzneimittel zur Blutverdünnung).

Entwässerungstabletten (

Diuretika

Abführmittel.

Penicillin (ein

Antibiotikum

Amphotericin (für die Behandlung von Pilzinfektionen).

Lithium (ein Arzneimittel gegen psychische Erkrankungen).

Steroide wie Prednisolon.

Hypophysenhormone (ACTH).

Arzneimittel zur Behandlung von Krebs.

Amantadin (für die Behandlung von Parkinson oder gegen schwere, durch Viren verursachte

Infektionen).

Barbiturate (eine Art von Beruhigungsmitteln, die auch zur Behandlung von Epilepsie

angewendet werden).

Carbenoxolon (für die Behandlung von Speiseröhrenerkrankungen oder Geschwüren im Mund).

Anticholinergika wie Atropin und Biperiden.

Cyclosporin, ein Arzneimittel, das bei Organtransplantation angewendet wird, um

Organabstoßung zu vermeiden.

Andere Arzneimittel, die zur Verstärkung des blutdrucksenkenden Effekts führen, wie Baclofen

(ein Arzneimittel zur Linderung von Spastizität), Amifostin (angewendet in der

Krebsbehandlung) und einige antipsychotische Arzneimittel.

Wenn Sie einen ACE-Hemmer oder Aliskiren einnehmen (siehe auch Abschnitte „Blopress Plus

darf nicht eingenommen werden" und „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Einnahme von Blopress Plus zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Sie können Blopress Plus mit oder ohne Nahrung einnehmen.

Wenn Ihnen Blopress Plus verschrieben wird, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Alkohol

trinken. Alkohol kann bei Ihnen ein Gefühl der Ohnmacht oder Schwindel hervorrufen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten).

In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, Blopress Plus vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie

wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen.

Die Anwendung von Blopress Plus in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen und Blopress

Plus darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die

Einnahme von Blopress Plus in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes

führen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Blopress Plus wird

nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen. Ihr Arzt kann eine andere Behandlung für Sie

wählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem solange Ihr Kind im Neugeborenenalter ist oder wenn es

eine Frühgeburt war.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Einige Personen können sich während der Einnahme von Blopress Plus müde oder schwindelig fühlen.

Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, führen Sie kein Fahrzeug bzw. bedienen Sie keine Werkzeuge oder

Maschinen.

Blopress Plus enthält Lactose

Lactose ist eine Zuckerart. Wenn Ihnen von Ihrem Arzt mitgeteilt wurde, dass Sie eine

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, bevor Sie

dieses Arzneimittel einnehmen.

3.

Wie ist Blopress Plus einzunehmen?

Nehmen Sie Blopress Plus immer genau nach der Anweisung Ihres Arztes ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. Es ist wichtig, Blopress Plus jeden Tag

einzunehmen.

Die empfohlene Dosis von Blopress Plus ist eine Tablette einmal am Tag.

Schlucken Sie die Tablette mit einem Schluck Wasser.

Versuchen Sie die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen. Dies wird Ihnen helfen, sich

daran zu erinnern, sie zu nehmen.

Die Bruchrille in der Tablette dient ausschließlich dazu, die Tablette leichter zu teilen, um Ihnen das

Schlucken zu erleichtern.

Wenn Sie eine größere Menge von Blopress Plus eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Blopress Plus eingenommen haben, als Ihnen von Ihrem Arzt

verschrieben wurde, wenden Sie sich bitte umgehend an einen Arzt oder Apotheker, um Rat zu

erhalten.

Wenn Sie die Einnahme von Blopress Plus vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um eine vergessene Tabletteneinnahme nachzuholen.

Nehmen Sie die nächste Dosis einfach wie üblich ein.

Wenn Sie die Einnahme von Blopress Plus abbrechen

Wenn Sie die Einnahme von Blopress Plus abbrechen, kann Ihr Blutdruck erneut ansteigen. Brechen

Sie daher die Einnahme von Blopress Plus nicht ab, ohne zuerst mit Ihrem Arzt zu sprechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Produkts haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Blopress Plus Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen. Wichtig ist, dass Sie sich dieser möglichen Nebenwirkungen bewusst sind. Einige der

Nebenwirkungen von Blopress Plus werden durch Candesartancilexetil und einige durch

Hydrochlorothiazid hervorgerufen.

Nehmen Sie Blopress Plus nicht weiter ein und suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn

Sie eine der folgenden allergischen Reaktionen haben

Schwierigkeiten beim Atmen mit oder ohne Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder

Rachen.

Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen, die möglicherweise Schwierigkeiten

beim Schlucken verursachen kann.

Starker Juckreiz der Haut (mit pustelähnlichen Schwellungen).

Blopress Plus kann zu einer Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen führen. Ihre

Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen kann verringert sein, und Sie bemerken möglicherweise

Müdigkeit, eine Infektion oder Fieber. Falls dies auftritt, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Möglicherweise wird Ihr Arzt gelegentlich Blutuntersuchungen durchführen, um zu überprüfen, ob

Blopress Plus einen Einfluss auf Ihr Blut hatte (

Agranulozytose

Andere mögliche Nebenwirkungen beinhalten:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Veränderungen bei Blutuntersuchungsergebnissen:

Eine erniedrigte Menge an Natrium in Ihrem Blut. In schweren Fällen bemerken Sie

möglicherweise Schwäche, Energiemangel oder Muskelkrämpfe.

Eine erhöhte oder erniedrigte Menge an Kalium in Ihrem Blut, besonders wenn Sie bereits

Nierenprobleme oder eine Herzleistungsschwäche haben. In schweren Fällen bemerken Sie

möglicherweise Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßigen Herzschlag oder ein Kribbeln

(„Ameisenlaufen“).

Eine erhöhte Menge an Cholesterin, Zucker oder Harnsäure in Ihrem Blut.

Zucker in Ihrem Urin.

Schwindel/Drehgefühl oder Schwäche.

Kopfschmerzen.

Atemwegsinfektion.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Niedriger Blutdruck. Dieser kann bei Ihnen ein Gefühl von Ohnmacht oder Schwindel

hervorrufen.

Appetitverlust, Durchfall, Verstopfung, Magenreizung.

Hautausschlag, beuliger Ausschlag (Nesselsucht), Ausschlag hervorgerufen durch

Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut oder des Weißen im Auge). Falls dies bei Ihnen zutrifft,

informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich.

Beeinflussung Ihrer Nierenfunktion, besonders wenn Sie Nierenprobleme oder eine

Herzleistungsschwäche haben.

Schwierigkeiten beim Schlafen, Depression, Unruhe.

Kribbeln oder Jucken in Ihren Armen oder Beinen.

Verschwommenes Sehen über eine kurze Zeit.

Unnormaler Herzschlag.

Atemschwierigkeiten (einschließlich Lungenentzündung und Flüssigkeit in den Lungen).

Hohe Temperatur (Fieber).

Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Dies verursacht mittelschwere bis starke Schmerzen im

Magen.

Muskelkrämpfe.

Schädigung von Blutgefäßen, die rote oder violette Punkte in der Haut hervorruft.

Eine Abnahme Ihrer roten oder weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen. Möglicherweise

bemerken Sie Müdigkeit, eine Infektion, Fieber oder leichtere Blutergussbildung.

Einen erheblichen, sich rasch entwickelnden Hautausschlag, mit Bläschenbildung oder Schälen

der Haut und möglicherweise Bläschenbildung im Mund.

Verschlechterung vorhandener

Lupus-erythematodes

-ähnlicher Reaktionen oder Auftreten

ungewöhnlicher Hautreaktionen.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen.

Juckreiz.

Rückenschmerzen, Schmerzen in Gelenken und Muskeln.

Veränderungen Ihrer Leberfunktion, einschließlich Leberentzündung (

Hepatitis

). Sie bemerken

möglicherweise Müdigkeit, eine Gelbfärbung Ihrer Haut und des Weißen im Auge sowie

grippeähnliche Beschwerden.

Husten.

Übelkeit.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Plötzliche Kurzsichtigkeit.

Verminderung des Sehvermögens oder Schmerzen in Ihren Augen aufgrund von hohem Druck

(mögliche Anzeichen einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges

(Aderhauterguss) oder akutes Winkelverschlussglaukom.

Haut- und Lippenkrebs (

nicht-melanozytärer Hautkrebs)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen

auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Blopress Plus aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchdrückpackung nach

„Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Blopress Plus enthält

Die Wirkstoffe sind: Candesartancilexetil und Hydrochlorothiazid.

Eine Tablette enthält 32 mg Candesartancilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind: Carmellose-Calcium, Hyprolose, Lactose-Monohydrat,

Magnesiumstearat, Maisstärke, Macrogol 8000 und Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172).

Wie Blopress Plus aussieht und Inhalt der Packung

Blopress Plus sind hellgelbe, ovale, flache Tabletten mit der Prägung 32 | C1 auf beiden Seiten. Die

Größe der Tabletten beträgt etwa 11 mm mal 6,5 mm.

Blopress Plus Tabletten sind in Blisterpackungen mit der Angabe der Wochentage auf dem Blister mit

28, 56 und 98 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Takeda GmbH

Byk-Gulden-Str. 2

78467 Konstanz

Tel.: 0800 8253325

Fax: 0800 8253329

E-Mail: medinfo@takeda.de

Hersteller

Delpharm Novara S.r.l.

Via Crosa 86

28065 Cerano (NO)

Italien

Tel.: 0039 03217 72097

Fax: 0039 03217 72190

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Name

Mitgliedstaat

Blopress Comp 32 mg / 12.5 mg

Schweden

Blopress Plus 32 mg / 12,5 mg

Österreich

Blopress 32 mg Plus 12,5 mg

Deutschland

Blopress Plus 32 mg / 12.5 mg

Irland

Blopresid 32 mg / 12,5 mg

Italien

Blopress Plus 32 mg / 12,5 mg

Spanien

Blopress 32 mg + 12,5 mg

Portugal

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2020.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Blopress

®

8 mg Plus 12,5 mg Tabletten

Blopress

®

16 mg Plus 12,5 mg Tabletten

Blopress

®

32 mg Plus 12,5 mg Tabletten

Blopress

®

forte 32 mg Plus 25 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Blopress 8 mg Plus 12,5 mg

Eine

Tablette

Blopress

Plus

12,5

enthält

Candesartancilexetil

12,5

Hydrochlorothiazid.

Blopress 16 mg Plus 12,5 mg

Eine Tablette Blopress 16 mg Plus 12,5 mg enthält 16 mg Candesartancilexetil und 12,5 mg

Hydrochlorothiazid.

Blopress 32 mg Plus 12,5 mg

Eine Tablette Blopress 32 mg Plus 12,5 mg enthält 32 mg Candesartancilexetil und 12,5 mg

Hydrochlorothiazid.

Blopress forte 32 mg Plus 25 mg

Eine Tablette Blopress forte 32 mg Plus 25 mg enthält 32 mg Candesartancilexetil und 25 mg

Hydrochlorothiazid.

Bestandteile mit bekannter Wirkung: Lactose (als Monohydrat)

Jede Tablette Blopress 8 mg Plus 12,5 mg enthält 76,9 mg Lactose-Monohydrat.

Jede Tablette Blopress 16 mg Plus 12,5 mg enthält 68,8 mg Lactose-Monohydrat.

Jede Tablette Blopress 32 mg Plus 12,5 mg enthält 150,2 mg Lactose-Monohydrat.

Jede Tablette Blopress forte 32 mg Plus 25 mg enthält 137,7 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette.

Blopress 8 mg Plus 12,5 mg

Blopress 8 mg Plus 12,5 mg Tabletten sind weiße bis cremefarbene, ovale, flache Tabletten mit einer

Größe von etwa 8,5 mm x 5 mm mit einer Bruchkerbe und der Prägung 8 | C auf beiden Seiten.

Die Tablette kann in zwei gleiche Hälften/Dosen geteilt werden.

Blopress 16 mg Plus 12,5 mg

Blopress 16 mg Plus 12,5 mg Tabletten sind blass rosa gefärbte, ovale, flache Tabletten mit einer

Größe von etwa 8,5 mm x 5 mm mit einer Bruchkerbe und der Prägung 16 | C auf beiden Seiten.

Die Tablette kann in zwei gleiche Hälften/Dosen geteilt werden.

Blopress 32 mg Plus 12,5 mg

Blopress 32 mg Plus 12,5 mg Tabletten sind hellgelbe, ovale, flache Tabletten mit einer Größe von

etwa 11 mm x 6,5 mm mit der Prägung 32

C1 auf beiden Seiten.

Die Bruchkerbe ist lediglich dazu gedacht, das Zerkleinern der Tablette zum erleichterten Schlucken

zu ermöglichen, und nicht um die Tablette in gleich große Hälften zu teilen.

Blopress forte 32 mg Plus 25 mg

Blopress forte 32 mg Plus 25 mg Tabletten sind hellrosa, ovale, flache Tabletten mit einer Größe von

etwa 11 mm x 6,5 mm mit der Prägung 32

C2 auf beiden Seiten.

Die Bruchkerbe ist lediglich dazu gedacht, das Zerkleinern der Tablette zum erleichterten Schlucken

zu ermöglichen, und nicht um die Tablette in gleich große Hälften zu teilen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Blopress Plus ist angezeigt zur:

Behandlung der essenziellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer

Candesartancilexetil- oder Hydrochlorothiazid-Monotherapie nicht optimal kontrolliert werden

kann.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosis von Blopress Plus ist eine Tablette einmal täglich.

Eine Dosistitration der jeweiligen Komponenten (Candesartancilexetil und Hydrochlorothiazid) wird

empfohlen. Wenn klinisch angezeigt, kann ein direkter Wechsel von der Monotherapie auf Blopress

Plus erwogen werden. Eine Dosistitration von Candesartancilexetil wird beim Wechsel von der

Hydrochlorothiazid-Monotherapie empfohlen. Blopress Plus kann Patienten, deren Blutdruck mit

einer Candesartancilexetil- oder einer Hydrochlorothiazid-Monotherapie oder Blopress Plus in

geringerer Dosierung nicht optimal kontrolliert werden kann, angewendet werden.

Innerhalb von vier Wochen nach Beginn der Behandlung ist der Großteil der blutdrucksenkenden

Wirkung üblicherweise erreicht.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patientengruppe

Bei älteren Patienten ist keine Anpassung der Dosis erforderlich.

Patienten mit intravaskulärem Volumenmangel

Für Patienten mit einem Hypotonierisiko, wie z. B. Patienten mit Verdacht auf Volumenmangel, wird

eine Dosistitration von Candesartancilexetil empfohlen (eine Anfangsdosis von 4 mg

Candesartancilexetil kann bei diesen Patienten in Betracht gezogen werden).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

In dieser Patientengruppe werden Schleifendiuretika gegenüber Thiaziden bevorzugt. Bei Patienten

mit leicht bis mittelschwer eingeschränkter Nierenfunktion [Kreatinin-Clearance ≥ 30 ml/min/1,73 m

Körperoberfläche (KO)]wird eine Dosistitration von Candesartancilexetil vor Behandlung mit

Blopress Plus empfohlen (die empfohlene Anfangsdosis von Candesartancilexetil bei diesen Patienten

ist 4 mg). Blopress Plus ist bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion

(Kreatinin-Clearance < 30 ml/min/1,73 m

KO) kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mittelschwer eingeschränkter Leberfunktion wird eine Dosistitration

von Candesartancilexetil vor Behandlung mit Blopress Plus empfohlen (die empfohlene

Anfangsdosis von Candesartancilexetil ist bei diesen Patienten 4 mg).

Blopress Plus ist bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Blopress Plus bei Kindern zwischen Geburt und 18 Jahren wurde

nicht belegt. Es sind keine Daten verfügbar.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Blopress Plus kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Die Bioverfügbarkeit von Candesartancilexetil wird durch Nahrung nicht beeinflusst.

Es gibt keine klinisch signifikante Wechselwirkung zwischen Hydrochlorothiazid und Nahrung.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile oder gegen Sulfonamid-abgeleitete Wirkstoffe. Hydrochlorothiazid ist ein

Sulfonamid-abgeleiteter Wirkstoff.

Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

Schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min/1,73 m

KO).

Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase.

Therapieresistente Hypokaliämie und Hypercalcämie.

Gicht.

Die gleichzeitige Anwendung von Blopress Plus mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten

mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m

) kontraindiziert

(siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

gibt

Belege

dafür,

dass

gleichzeitige

Anwendung

ACE-Hemmern,

Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des

RAAS

durch

gleichzeitige

Anwendung

ACE-Hemmern,

Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter

Aufsicht

eines

Spezialisten

unter

Durchführung

engmaschiger

Kontrollen

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion/Nierentransplantation

In dieser Patientengruppe werden Schleifendiuretika gegenüber Thiaziden bevorzugt. Wenn Blopress

Plus bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angewendet wird, ist eine regelmäßige

Kontrolle der Kalium-, Kreatinin- und Harnsäurespiegel zu empfehlen.

Für die Anwendung von Blopress Plus bei Patienten, bei denen vor Kurzem eine Nierentransplantation

vorgenommen wurde, liegen keine Erfahrungen vor.

Nierenarterienstenose

Arzneimittel, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, einschließlich

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs), können bei Patienten mit bilateraler

Nierenarterienstenose bzw. Arterienstenose einer Einzelniere den Blutharnstoff und das

Serumkreatinin erhöhen.

Intravaskulärer Volumenmangel

Bei Patienten mit intravaskulärem Volumen- und/oder Natriummangel kann eine symptomatische

Hypotonie auftreten, wie dies auch für andere, das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

beeinflussende Substanzen, beschrieben wird. Daher wird die Anwendung von Blopress Plus nicht

empfohlen, solange dieser Zustand nicht korrigiert worden ist.

Anästhesie und Chirurgie

Aufgrund der Blockade des Renin-Angiotensin-Systems kann bei Patienten, die mit AIIRAs behandelt

werden, unter Narkose und bei chirurgischen Eingriffen eine Hypotonie auftreten. Sehr selten kann die

Hypotonie so stark sein, dass die intravenöse Gabe von Flüssigkeiten und/oder Vasopressoren

gerechtfertigt ist.

Eingeschränkte Leberfunktion

Thiazide sollten bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder fortschreitender

Lebererkrankung mit Vorsicht angewendet werden, da schon geringfügige Änderungen des

Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes ein hepatisches Koma auslösen können. Klinische Erfahrungen

mit Blopress Plus bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen nicht vor.

Aorten- und Mitralklappenstenose (obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie)

Wie bei anderen Vasodilatatoren ist besondere Vorsicht angezeigt bei Patienten, die unter

hämodynamisch relevanter Aorten- oder Mitralklappenstenose oder obstruktiver hypertropher

Kardiomyopathie leiden.

Primärer Hyperaldosteronismus

Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus sprechen im Allgemeinen nicht auf blutdrucksenkende

Mittel an, die über eine Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems wirken. Deshalb wird

die Anwendung von Blopress Plus bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.

Störung des Elektrolythaushaltes

Eine regelmäßige Bestimmung der Serumelektrolyte sollte in geeigneten Abständen durchgeführt

werden. Thiazide, Hydrochlorothiazid eingeschlossen, können ein Flüssigkeits- oder

Elektrolytungleichgewicht verursachen (Hypercalcämie, Hypokaliämie, Hyponatriämie,

Hypomagnesiämie und hypochlorämische Alkalose).

Thiaziddiuretika können die renale Calciumausscheidung vermindern und zeitweilig zu leicht erhöhten

Serumcalciumspiegeln führen. Eine deutliche Hypercalcämie kann ein Anzeichen einer versteckten

Überfunktion der Nebenschilddrüse sein. Thiazide sollten vor Durchführung von Tests zur

Nebenschilddrüsenfunktion abgesetzt werden.

Hydrochlorothiazid erhöht die renale Kaliumausscheidung dosisabhängig, was zu einer Hypokaliämie

führen kann. Diese Wirkung von Hydrochlorothiazid scheint in Kombination mit Candesartancilexetil

weniger ausgeprägt zu sein. Das Risiko einer Hypokaliämie kann bei Patienten mit Leberzirrhose, bei

Patienten mit forcierter Diurese, bei Patienten mit unzureichender oraler Elektrolytaufnahme und bei

Patienten die gleichzeitig eine Behandlung mit Kortikosteroiden oder adrenokortikotropem Hormon

(ACTH) erhalten, erhöht sein.

Die Behandlung mit Candesartancilexetil kann eine Hyperkaliämie verursachen, insbesondere bei

Vorliegen einer Herzinsuffizienz und/oder einer eingeschränkten Nierenfunktion. Die gleichzeitige

Anwendung von Blopress Plus mit kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten oder kaliumhaltigen

Salzersatzmitteln oder anderen Arzneimitteln, die den Serumkaliumspiegel erhöhen können (z. B.

Heparin-Natrium), können zu Steigerungen des Serumkaliumspiegels führen. Soweit erforderlich,

sollte eine Kontrolle des Kaliums vorgenommen werden.

Es hat sich gezeigt, dass Thiazide die renale Ausscheidung von Magnesium steigern, das zu einer

Hypomagnesiämie führen kann.

Metabolische und endokrine Wirkungen

Die Behandlung mit einem Thiaziddiuretikum kann die Glucosetoleranz beeinträchtigen. Eine

Dosisanpassung von Antidiabetika, einschließlich Insulin, kann erforderlich sein. Ein latenter Diabetes

mellitus kann bei einer Thiazidtherapie manifest werden. Erhöhungen der Cholesterin- und der

Triglyzeridspiegel sind mit Thiaziddiuretikatherapie in Verbindung gebracht worden. Bei den in

Blopress Plus enthaltenen Dosen wurden nur minimale Wirkungen beobachtet. Thiaziddiuretika

erhöhen die Serumharnsäurekonzentration und können bei prädisponierten Patienten Gicht auslösen.

Photosensibilität

Es wurden Fälle von Photosensibilität während der Anwendung von Thiaziddiuretika beschrieben

(siehe Abschnitt 4.8). Falls Photosensibilität auftritt, wird empfohlen, die Behandlung zu beenden.

Falls die Wiederaufnahme der Behandlung erforderlich ist, wird empfohlen, diejenigen Bereiche, die

der Sonne oder künstlicher UVA-Strahlung ausgesetzt werden, zu schützen.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

Ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs

[Basalzellkarzinom (BZK) und

Plattenepithelkarzinom (PEK)] bei Exposition durch eine steigende Gesamtdosis von

Hydrochlorothiazid, wurde in zwei epidemiologischen Studien, basierend auf dem Nationalen

Dänischen Krebsregister, beobachtet.

Photosensibilisierende Reaktionen durch Hydrochlorothiazid könnten ein möglicher Mechanismus für

die Entstehung von nicht-melanozytärem Hautkrebs

sein.

Patienten, die Blopress Plus nehmen, sollten über das Risiko von der Entstehung von nicht-

melanozytärem Hautkrebs

aufgeklärt werden und. Ihnen sollte geraten werden sich regelmäßig

hinsichtlich neuer Läsionen zu untersuchen und verdächtige Hautläsionen sofort zu melden. Um die

Risiken für Hautkrebs zu minimieren, sollten Patienten über mögliche vorbeugende Maßnahmen wie

eingeschränkte Sonnenexposition und UV-Strahlung und im Fall einer Exposition angemessenen

Sonnenschutz, aufgeklärt werden.

Verdächtige Hautläsionen sollten sofort untersucht werden, einschließlich histologischer Abklärung

mittels Biopsie. Die Anwendung von Blopress Plus sollte bei Patienten überdacht werden, die bereits

nicht-melanozytären Hautkrebs

hatten (siehe auch Abschnitt 4.8).

Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres Winkelverschlussglaukom:

Sulfonamid oder Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion hervorrufen, die zu

einem Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, transienter Myopie und zu einem akuten

Winkelverschlussglaukom führen kann. Die Symptome umfassen den akuten Beginn einer

verminderten Sehschärfe oder Augenschmerzen und treten typischerweise innerhalb von Stunden bis

Wochen nach Medikamenteneinnahme auf. Ein unbehandeltes akutes Winkelverschlussglaukom kann

zu einem dauerhaften Sehverlust führen. Die primäre Behandlung besteht darin, die

Medikamenteneinnahme so schnell wie möglich zu beenden. Wenn der Augeninnendruck

unkontrolliert bleibt, müssen unter Umständen sofortige medizinische oder chirurgische Behandlungen

in Betracht gezogen werden. Risikofaktoren für die Entwicklung eines akuten

Winkelverschlussglaukoms können eine Sulfonamid- oder Penicillinallergie in der Anamnese sein.

Allgemeines

Bei Patienten, deren Gefäßtonus und Nierenfunktion überwiegend von der Aktivität des

Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängen (z. B. Patienten mit schwerer kongestiver

Herzinsuffizienz oder renaler Grunderkrankung, einschließlich Nierenarterienstenose), wurde die

Behandlung mit Arzneimitteln, die dieses System beeinflussen, einschließlich AIIRAs, mit akuter

Hypotonie, Azotämie, Oligurie oder selten akutem Nierenversagen in Verbindung gebracht. Wie bei

jedem blutdrucksenkenden Mittel könnte ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Patienten mit

ischämischer Herzerkrankung oder arteriosklerotischer zerebrovaskulärer Erkrankung zu einem

Myokardinfarkt oder Schlaganfall führen.

Überempfindlichkeitsreaktionen auf Hydrochlorothiazid können bei Patienten mit oder ohne Allergie

oder Bronchialasthma in der Vorgeschichte auftreten, sind jedoch bei Patienten mit entsprechender

Vorgeschichte wahrscheinlicher.

Bei der Therapie mit Thiaziddiuretika wurde über eine Verschlimmerung oder ein Wiederauftreten

eines systemischen Lupus erythematodes berichtet.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Blopress Plus kann durch andere Antihypertensiva verstärkt

werden.

Die Anwendung von Hydrochlorothiazid kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose als sonstigen Bestandteil, und Patienten mit der seltenen

hereditären Galactoseintoleranz, Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses

Arzneimittel nicht einnehmen.

Schwangerschaft

Die Behandlung mit AIIRAs sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Bei

Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative

blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei

denn, eine Fortführung der Behandlung mit AIIRAs ist zwingend erforderlich. Wird eine

Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn

erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Substanzen, die in klinischen Pharmakokinetikstudien untersucht wurden, umfassen Warfarin,

Digoxin, orale Kontrazeptiva (d. h. Ethinylestradiol/Levonorgestrel), Glibenclamid und Nifedipin. Es

wurden keine klinisch relevanten, pharmakokinetischen Wechselwirkungen in diesen Studien

festgestellt.

Der kaliumsenkende Effekt von Hydrochlorothiazid könnte erwartungsgemäß durch andere

Arzneimittel, die ihrerseits einen Kaliumverlust und eine Hypokaliämie verursachen können (z. B.

andere kaliuretische Diuretika, Laxanzien, Amphotericin, Carbenoxolon, Penicillin-G-Natrium,

Salicylsäurederivate, Steroide, ACTH), verstärkt werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Blopress Plus und kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten

oder kaliumhaltigen Salzersatzmitteln oder anderen Arzneimitteln, die den Serumkaliumspiegel

erhöhen können (z. B. Heparin-Natrium), kann zu Steigerungen des Serumkaliumspiegels führen. Eine

Überwachung des Kaliums sollte, soweit erforderlich, durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Diuretikainduzierte Hypokaliämie und Hypomagnesiämie prädisponieren für die potenziell

kardiotoxischen Wirkungen von Digitalisglykosiden und Antiarrhythmika. Eine regelmäßige

Kontrolle der Serumkaliumspiegel wird empfohlen, wenn Blopress Plus zusammen mit derartigen

Arzneimitteln angewendet wird und mit den folgenden Arzneimitteln, die Torsades de Pointes

verursachen könnten:

Klasse Ia Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid).

Klasse III Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid).

Einige Antipsychotika (z. B. Thioridazin, Chlorpromazin, Levomepromazin, Trifluperazin,

Cyamemazin, Sulpirid, Sultoprid, Amisulprid, Tiaprid, Pimozid, Haloperidol, Droperidol).

Andere (z. B. Bepridil, Cisaprid, Diphemanil, Erythromycin i.v., Halofantrin, Ketanserin,

Mizolastin, Pentamidin, Sparfloxacin, Terfenadin, Vincamin i.v.).

Bei gleichzeitiger Gabe von Lithium mit Angiotensin-Converting-Enzyme-(ACE)-Hemmern oder

Hydrochlorothiazid ist über reversible Anstiege der Serumlithiumkonzentrationen und der Toxizität

berichtet worden. Eine ähnliche Wirkung ist ebenfalls bei AIIRAs berichtet worden. Die Anwendung

von Candesartan und Hydrochlorothiazid mit Lithium wird nicht empfohlen. Wenn sich die

Kombination als notwendig erweist, wird eine sorgfältige Überwachung des Serumlithiumpiegels

empfohlen.

Bei gleichzeitiger Gabe von AIIRAs mit nichtsteroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln

(NSARs) (d. h. selektiven COX-2-Hemmern, Acetylsalicylsäure (> 3 g/Tag) und nichtselektiven

NSARs), kann es zu einer Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung kommen.

Wie bei ACE-Hemmern kann die gleichzeitige Gabe von AIIRAs und NSARs zu einem erhöhten

Risiko einer sich verschlechternden Nierenfunktion führen, einschließlich möglichem akuten

Nierenversagen, und zu einem Anstieg des Serumkaliums, besonders bei Patienten mit bereits

bestehender schlechter Nierenfunktion. Die Kombination sollte, besonders bei älteren Patienten, mit

Vorsicht angewendet werden. Die Patienten sollten ausreichend hydriert sein, und eine Überwachung

der Nierenfunktion sollte zu Beginn der Begleittherapie und in regelmäßigen Abständen danach in

Betracht gezogen werden.

Die diuretische, natriuretische und blutdrucksenkende Wirkung von Hydrochlorothiazid wird durch

NSARs abgeschwächt.

Die Resorption von Hydrochlorothiazid wird durch Colestipol und Cholestyramin vermindert.

Die Wirkung von nichtdepolarisierenden Muskelrelaxanzien (z. B. Tubocurarin) kann durch

Hydrochlorothiazid verstärkt werden.

Thiaziddiuretika können die Serumcalciumspiegel aufgrund einer verminderten Ausscheidung

erhöhen. Wenn Calciumpräparate oder Vitamin D verschrieben werden müssen, sollten die

Calciumspiegel kontrolliert und die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Der hyperglykämische Effekt von Betablockern und Diazoxid kann durch Thiazide verstärkt werden.

Anticholinergika (z. B. Atropin, Biperiden) können die Bioverfügbarkeit von Diuretika vom

Thiazidtyp erhöhen, indem sie die gastrointestinale Motilität und die

Magenentleerungsgeschwindigkeit herabsetzen.

Thiazide können das Risiko Amantadin-vermittelter Nebenwirkungen erhöhen.

Thiazide können die renale Ausscheidung von zytotoxischen Arzneimitteln (z. B. Cyclophosphamid,

Methotrexat) herabsetzen und deren myelosuppressive Wirkung verstärken.

Eine orthostatische Hypotonie kann bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol, Barbituraten oder

Anästhetika verstärkt werden.

Die Behandlung mit einem Thiaziddiuretikum kann die Glucosetoleranz beeinträchtigen. Eine

Dosisanpassung von Antidiabetika, einschließlich Insulin, kann erforderlich sein. Metformin sollte

aufgrund des Risikos einer möglichen Lactatazidose, induziert durch ein mögliches funktionales

Nierenversagen in Verbindung mit Hydrochlorothiazid, mit Vorsicht eingenommen werden.

Hydrochlorothiazid kann zu einer verminderten arteriellen Reaktion auf blutdrucksteigernde Amine (z.

B. Adrenalin) führen, jedoch nicht in dem Maße, dass eine blutdruckerhöhende Wirkung

ausgeschlossen wird.

Hydrochlorothiazid kann das Risiko einer akuten Niereninsuffizienz erhöhen, insbesondere mit hohen

Dosen jodierter Kontrastmittel.

Die gleichzeitige Behandlung mit Cyclosporin kann das Risiko einer Hyperurikämie und

gichtähnlichen Komplikationen erhöhen.

Gleichzeitige Behandlung mit Baclofen, Amifostin, trizyklischen Antidepressiva oder Neuroleptika

kann zu einer Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung führen und Hypotonie hervorrufen.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf

das RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie,

Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens)

einher geht (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1)

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs):

Die Anwendung von AIIRAs wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4). Die Anwendung von AIIRAs im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester ist

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein geringfügig

erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn keine kontrollierten

epidemiologischen Daten zum Risiko von AIIRAs vorliegen, so bestehen möglicherweise für diese

Arzneimittelklasse vergleichbare Risiken. Sofern ein Fortsetzen der AIIRA-Therapie nicht als

notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative

blutdrucksenkende Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für die Anwendung in der

Schwangerschaft umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit

AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit AIIRAs während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion,

verzögerte Schädelossifikation) und neonatal toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie,

Hyperkaliämie) hat (siehe Abschnitt 5.3).

Im Falle einer Exposition mit AIIRAs ab dem zweiten Schwangerschaftstrimester werden

Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter AIIRAs eingenommen haben, sollten häufig wiederholt auf Hypotonie

untersucht werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Hydrochlorothiazid:

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der

Schwangerschaft vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien sind

unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Aufgrund des pharmakologischen Wirkmechanismus von

Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters zu einer

Störung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus,

Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Aufgrund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne

den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei

Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Präeklampsie nicht zur Anwendung

kommen.

Bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorohiazid nur in den seltenen Fällen,

in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden.

Stillzeit

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs):

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Blopress Plus in der Stillzeit vorliegen, wird Blopress Plus

nicht empfohlen; eine alternative antihypertensive Therapie mit einem besser geeigneten

Sicherheitsprofil bei Anwendung in der Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere wenn Neugeborene

oder Frühgeborene gestillt werden.

Hydrochlorothiazid:

Hydrochlorothiazid wird in geringen Mengen in die menschliche Milch abgegeben. Thiazide, in hohen

Dosierungen, die eine intensive Diurese hervorrufen, können die Milchproduktion hemmen. Die

Anwendung von Blopress Plus während der Stillzeit wird nicht empfohlen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Beim Führen von Kraftfahrzeugen oder beim Bedienen von

Maschinen sollte berücksichtigt werden, dass gelegentlich Schwindel oder Müdigkeit während einer

Behandlung mit Blopress Plus auftreten können.

4.8

Nebenwirkungen

In kontrollierten klinischen Studien mit Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid waren die

Nebenwirkungen leicht und vorübergehend. Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten

Ereignissen waren ähnlich bei Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid (2,3 - 3,3 %) und bei Placebo

(2,7 - 4,3 %).

In klinischen Studien mit Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid waren Nebenwirkungen auf

diejenigen beschränkt, die zuvor über Candesartancilexetil und/oder Hydrochlorothiazid berichtet

wurden.

Die nachstehende Tabelle zeigt Nebenwirkungen von Candesartancilexetil aus klinischen Studien und

Erfahrungen nach Markteinführung. Bei einer zusammenfassenden Analyse von Daten aus klinischen

Studien mit hypertensiven Patienten wurden Nebenwirkungen unter Candesartancilexetil definiert auf

Basis der Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen unter Candesartancilexetil, die mindestens 1 %

höher war als die Häufigkeit, die unter Placebo beobachtet wurde.

Die Häufigkeiten, welche in den Tabellen des gesamten Abschnitts 4.8 angegeben werden, sind: sehr

häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Häufig

Atemwegsinfektion

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Sehr selten

Leukopenie, Neutropenie und

Agranulozytose

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr selten

Hyperkaliämie, Hyponatriämie

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Schwindel/Drehschwindel,

Kopfschmerzen

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Sehr selten

Husten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr selten

Übelkeit

Nicht

bekannt

Diarrhoe

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten

Erhöhte Leberenzymwerte,

Leberfunktionsstörungen oder Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr selten

Angioödem, Hautausschlag, Urtikaria,

Pruritus

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Sehr selten

Rückenschmerzen, Arthralgie, Myalgie

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Sehr selten

Einschränkung der Nierenfunktion,

einschließlich Nierenversagen bei

anfälligen Patienten (siehe

Abschnitt 4.4)

In nachfolgender Tabelle sind Nebenwirkungen unter Hydrochlorothiazid-Monotherapie bei einer

Dosierung von üblicherweise 25 mg oder höher aufgeführt.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Selten

Leukopenie,

Neutropenie/Agranulozytose,

Thrombozytopenie, aplastische Anämie,

Knochenmarkdepression, hämolytische

Anämie

Erkrankungen des Immunsystems

Selten

Anaphylaktische Reaktionen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Häufig

Hyperglykämie, Hyperurikämie,

Ungleichgewicht des

Elektrolythaushaltes (einschließlich

Hyponatriämie und Hypokaliämie)

Psychiatrische Erkrankungen

Selten

Schlafstörungen, Depressionen, Unruhe

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Benommenheit, Drehschwindel

Selten

Parästhesie

Augenerkrankungen

Selten

Vorübergehend unscharfes Sehen

Nicht

bekannt

choroidaler Erguss (Aderhauterguss),

akute Myopia (Kurzsichtigkeit),

akutes Engwinkelglaukom

Herzerkrankungen

Selten

Kardiale Arrhythmien

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich

Orthostatische Hypotonie

Selten

Nekrotisierende Angiitis (Vaskulitis,

kutane Vaskulitis)

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Selten

Atemnot (inklusive Pneumonie und

Lungenödem)

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich

Anorexie, Appetitverlust,

Magenreizung, Diarrhö, Obstipation

Selten

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Ikterus (intrahepatischer cholestatischer

Ikterus)

Erkrankungen der Haut und des

Gelegentlich

Ausschlag, Urtikaria, Photosensibilität

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Unterhautzellgewebes

Selten

Toxische epidermale Nekrolyse,

Reaktionen ähnlich einem kutanen

Lupus erythematodes, Reaktivierung

eines kutanen Lupus erythematodes

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Selten

Muskelkrämpfe

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Häufig

Glukosurie

Selten

Nierenfunktionsstörungen und

interstitielle Nephritis

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig

Schwäche

Selten

Fieber

Untersuchungen

Häufig

Anstieg von Cholesterol und

Triglyzeriden

Selten

Anstieg von BUN und Serumkreatinin

Gutartige, bösartige und

unspezifische Neubildungen

(einschl. Zysten und Polypen)

Nicht

bekannt

Heller Hautkrebs (Basalzellkarzinom

und Plattenepithelkarzinom)

Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Basierend auf den vorhandenen Daten epidemiologischer Studien,

wurde ein gesamtdosisabhängiger Zusammenhang zwischen Hydrochlorothiazid und nicht-

melanozytärem Hautkrebs beobachtet (siehe auch Abschnitte 4.4 und 5.1).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Aufgrund pharmakologischer Überlegungen ist es wahrscheinlich, dass eine Überdosierung von

Candesartancilexetil sich hauptsächlich als symptomatische Hypotonie und als Schwindel manifestiert.

In Einzelfallberichten zu Überdosierungen (von bis zu 672 mg Candesartancilexetil) verlief die

Erholung der Patienten ohne Zwischenfälle.

Die Hauptmanifestation einer Überdosierung von Hydrochlorothiazid ist ein akuter Flüssigkeits- und

Elektrolytverlust. Symptome wie Schwindel, Hypotonie, Durst, Tachykardie, ventrikuläre

Arrhythmien, Sedierung/Bewusstseinstrübung und Muskelkrämpfe können ebenfalls beobachtet

werden.

Maßnahmen

Zur Behandlung einer Überdosierung mit Blopress Plus liegen keine spezifischen Informationen vor.

Die folgenden Maßnahmen werden jedoch für den Fall einer Überdosierung vorgeschlagen.

Gegebenenfalls sollte die Auslösung von Erbrechen oder eine Magenspülung in Erwägung gezogen

werden. Eine eventuell auftretende symptomatische Hypotonie sollte symptomatisch und unter

Überwachung der Vitalzeichen behandelt werden. Der Patient sollte in Rückenlage mit hochgelagerten

Beinen gebracht werden. Falls dies nicht ausreicht, sollte das Plasmavolumen durch Infusion von

physiologischer Kochsalzlösung vergrößert werden. Der Serumelektrolyt- und der Säurehaushalt

sollten kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Falls die oben genannten Maßnahmen nicht

ausreichen, können Sympathomimetika verabreicht werden.

Candesartan kann durch Hämodialyse nicht entfernt werden. Es ist nicht bekannt, in welchem Maße

Hydrochlorothiazid durch Hämodialyse entfernt wird.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten + Diuretika

ATC-Code: C09DA06

Wirkmechanismus

Angiotensin II ist das primäre vasoaktive Hormon des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und

spielt eine Rolle in der Pathophysiologie des Bluthochdrucks und anderer kardiovaskulärer

Erkrankungen. Es hat darüber hinaus Bedeutung in der Pathogenese der Organhypertrophie und

Endorganschädigung. Die hauptsächlichen physiologischen Wirkungen von Angiotensin II, wie z. B.

Vasokonstriktion, Aldosteronstimulation, Regulation der Salz- und Wasserhomöostase und

Stimulation des Zellwachstums, werden über den Rezeptortyp 1 (AT

) vermittelt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Candesartancilexetil ist ein Prodrug, welches während der Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt

durch Esterhydrolyse rasch in die aktive Wirkform Candesartancilexetil umgewandelt wird.

Candesartancilexetil ist ein für den AT

-Rezeptor selektiver AIIRA, der stark an den Rezeptor bindet

und langsam von ihm dissoziiert. Es hat keine agonistische Aktivität.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Candesartancilexetil beeinflusst nicht ACE oder andere Enzymsysteme, die normalerweise mit der

Anwendung von ACE-Hemmern in Zusammenhang stehen. Da keine Effekte auf den Abbau von

Kininen oder den Metabolismus anderer Substanzen, wie z. B. der Substanz P bestehen, sind AIIRAs

wahrscheinlich nicht mit Husten verbunden. In kontrollierten klinischen Vergleichsstudien mit

Candesartancilexetil und ACE-Hemmern war die Häufigkeit von Husten bei den Patienten, die

Candesartancilexetil erhielten, geringer. Weder bindet Candesartancilexetil an, noch blockiert es

andere Hormonrezeptoren oder Ionenkanäle, die bekannterweise für die kardiovaskuläre Regulation

bedeutend sind. Der Antagonismus des AT

-Rezeptors führt zu einem dosisabhängigen Anstieg des

Plasma-Renin-Spiegels, Angiotensin-I- und Angiotensin-II-Spiegel und zu einer Abnahme der

Plasma-Aldosteron-Konzentration.

Die Effekte von Candesartancilexetil 8-16 mg (durchschnittliche Dosis 12 mg) einmal täglich auf die

kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität wurden in einer randomisierten klinischen Studie mit

4.937 älteren Patienten (70 - 89 Jahre alt; 21 % 80 Jahre oder älter) mit leichter bis mittelschwerer

Hypertonie über einen Zeitraum von durchschnittlich 3,7 Jahren beobachtet (Study on Cognition and

Prognosis in the Elderly). Die Patienten erhielten Candesartancilexetil oder Placebo und zusätzlich

nach Bedarf eine andere blutdrucksenkende Behandlung. Der Blutdruck wurde in der

Candesartancilexetil-Gruppe von 166/90 auf 145/80 mmHg und in der Kontrollgruppe von 167/90 auf

149/82 mmHg reduziert. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied im primären Endpunkt,

schwere kardiovaskuläre Ereignisse (kardiovaskuläre Mortalität, nicht tödlicher Schlaganfall und nicht

tödlicher Myokardinfarkt). In der Candesartancilexetil-Gruppe gab es 26,7 Ereignisse pro

1.000 Patientenjahren gegenüber 30,0 Ereignissen pro 1.000 Patientenjahren in der Kontrollgruppe

(relatives Risiko 0,89; 95 % KI 0,75 bis 1,06; p = 0,19).

Hydrochlorothiazid hemmt die aktive Reabsorption von Natrium, hauptsächlich in den distalen

Nierentubuli, und fördert die Ausscheidung von Natrium, Chlorid und Wasser. Die renale Exkretion

von Kalium und Magnesium nimmt dosisabhängig zu, während Calcium in höherem Maße

reabsorbiert wird. Hydrochlorothiazid vermindert das Plasmavolumen und die extrazelluläre

Flüssigkeit und verringert das Herzzeitvolumen und den Blutdruck. Bei der Langzeittherapie trägt der

verminderte periphere Widerstand zur Blutdrucksenkung bei.

Große klinische Studien haben gezeigt, dass eine Langzeitbehandlung mit Hydrochlorothiazid das

Risiko von kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität senkt.

Candesartancilexetil und Hydrochlorothiazid haben additive blutdrucksenkende Wirkungen.

Bei Patienten mit Hypertonie bewirkt Blopress Plus eine dosisabhängige, lang anhaltende Senkung des

arteriellen Blutdrucks ohne reflektorische Zunahme der Herzfrequenz. Es gibt keinen Hinweis auf eine

schwerwiegende oder überschießende First-Dose-Hypotonie oder einen Rebound-Effekt nach

Beendigung der Therapie. Nach Gabe einer Einzeldosis von Blopress Plus setzt die blutdrucksenkende

Wirkung in der Regel innerhalb von 2 Stunden ein. Bei kontinuierlicher Therapie wird die

blutdrucksenkende Wirkung im Wesentlichen innerhalb von 4 Wochen erreicht und bleibt bei einer

Langzeitbehandlung erhalten. Blopress Plus einmal täglich bewirkt eine effektive und schonende

Blutdrucksenkung über 24 Stunden mit geringem Unterschied zwischen dem maximalen und

minimalen Effekt im Dosierungsintervall. In einer doppelblinden, randomisierten Studie verringerte

Blopress Plus 16 mg/12,5 mg einmal täglich den Blutdruck signifikant stärker und kontrollierte

signifikant mehr Patienten als die Kombination Losartan/Hydrochlorothiazid 50 mg/12,5 mg einmal

täglich.

In doppelblinden, randomisierten Studien war die Inzidenz unerwünschter Ereignisse, insbesondere

Reizhusten, bei der Behandlung mit Blopress Plus geringer als bei der Behandlung mit einer

Kombination aus ACE-Hemmern und Hydrochlorothiazid.

In zwei klinischen Studien (randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, parallele Gruppen) mit 275

und 1.524 randomisierten Patienten führten die Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid-

Kombinationen 32 mg/12,5 mg und 32 mg/25 mg zu Senkungen des Blutdrucks von 22/15 mmHg

bzw. 21/14 mmHg und waren signifikant effektiver als die jeweiligen Monokomponenten.

In einer randomisierten, doppelblinden klinischen Studie mit parallelen Gruppen mit 1.975

randomisierten Patienten, die durch 32 mg Candesartancilexetil einmal täglich nicht optimal

kontrolliert waren, bewirkte die Zugabe von 12,5 mg oder 25 mg Hydrochlorothiazid zusätzliche

Senkungen des Blutdrucks. Die Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid-Kombination 32 mg/25 mg

war signifikant effektiver als die Kombination mit 32 mg/12,5 mg und die gesamten

durchschnittlichen Blutdrucksenkungen betrugen 16/10 mmHg bzw. 13/9 mmHg.

Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid ist bei Patienten unabhängig von Alter und Geschlecht

ähnlich wirksam.

Derzeit gibt es keine Daten zur Anwendung von Candesartancilexetil/Hydrochlorothiazid bei

Patienten mit Nierenerkrankungen/Nephropathie, verminderter linksventrikulärer

Funktion/kongestiver Herzinsuffizienz und nach Myokardinfarkt.

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien [„ONTARGET” (ONgoing Telmisartan Alone

and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial) und „VA NEPHRON-D” (The Veterans

Affairs Nephropathy in Diabetes)] wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit

einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

„ONTARGET“–Studie

wurde

Patienten

einer

kardiovaskulären

oder

einer

zerebrovaskulären

Erkrankung

Vorgeschichte

oder

Diabetes

mellitus

nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Die „VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuläre

Endpunkte und Mortalität, während ein höheres Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung

und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer

Eigenschaften

sind

diese

Ergebnisse

auch

andere

ACE-Hemmer

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar. Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig

angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal

Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer

Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer

Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten Risikos unerwünschter

Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der

Aliskiren-Gruppe numerisch häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte Ereignisse

und besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie, Hypotonie,

Nierenfunktionsstörung).

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittelagentur hat auf die Verpflichtung der Einreichung der Ergebnisse aus

Studien mit Blopress Plus für alle Subgruppen der pädiatrischen Population mit essentieller

Hypertonie verzichtet (siehe Abschnitt 4.2 Information über

Kinder und Jugendliche

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

Basierend auf den verfügbaren Daten epidemiologischer Studien wurde ein gesamtdosisabhängiger

Zusammenhang zwischen Hydrochlorothiazid und nicht-melanozytärem Hautkrebs

beobachtet. Eine

Studie beinhaltete eine Population, die 71.533 Fälle von BZK und 8.629 Fälle von PEK umfasste.

Diese waren jeweils bezogen auf 1.430.833 und 172.462 Kontrollpersonen. Hoher Hydrochlorothiazid

Verbrauch (≥50,000 mg insgesamt) war assoziiert mit einem adjustiertem OR von 1,29 (95 % CI: 1,23

- 1,35) für BZK und 3,98 (95 % CI: 3,68 – 4,31) für PEK. Eine Geamtdosis-Wirkungs-Beziehung

wurde für BZK und PEK beobachtet. Eine andere Studie zeigte einen möglichen Zusammenhang

zwischen Plattenepithelkarzinomen der Lippen und der Exposition von Hydrochlorothiazid: 633 Fälle

von Krebs der Lippen wurden auf 63.067 Kontrollpersonen bei Verwendung einer Risk-Set-Strategie,

bezogen. Eine Gesamtdosis-Wirkungs-Beziehung wurde gezeigt mit einem adjustiertem OR 2,1 (95

% CI: 1,7 - 2,6) mit einem ansteigenden OR von 3,9 (3,0 – 4,9) bei hoher Einnahme (~25,000 mg) und

OR von 7,7 (5,7 - 10,5) bei höchster Gesamtdosis (~100,000 mg) (siehe auch Abschnitt 4.4).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die gleichzeitige Gabe von Candesartancilexetil und Hydrochlorothiazid hat keine klinisch

signifikanten Wirkungen auf die Pharmakokinetik des jeweils anderen Arzneimittels.

Resorption und Verteilung

Candesartancilexetil

Nach oraler Gabe wird Candesartancilexetil in die aktive Wirkform Candesartan umgewandelt. Die

absolute Bioverfügbarkeit von Candesartan beträgt nach einer oralen Candesartancilexetil-Lösung

etwa 40 %. Die relative Bioverfügbarkeit der Tabletten-Formulierung von Candesartancilexetil

verglichen mit der gleichen oralen Lösung beträgt ca. 34 % mit sehr geringer Variabilität. Die mittlere

Serumhöchstkonzentration (C

) wird 3 bis 4 Stunden nach Tabletteneinnahme erreicht. Die

Candesartan-Serumkonzentrationen steigen innerhalb des therapeutischen Dosierungsbereichs mit

steigenden Dosen linear an. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Pharmakokinetik von

Candesartan wurden nicht beobachtet. Die Fläche unter der Serumkonzentration/Zeit-Kurve (AUC)

von Candesartan wird durch Nahrung nicht signifikant beeinflusst.

Candesartan wird in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden (mehr als 99 %). Das apparente

Verteilungsvolumen von Candesartan beträgt 0,1 l/kg.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wird schnell aus dem Gastrointestinaltrakt mit einer absoluten Bioverfügbarkeit

von ca. 70 % resorbiert. Die gleichzeitige Einnahme von Nahrungsmitteln erhöht die Resorption um

ca. 15 %. Die Bioverfügbarkeit kann sich bei Patienten mit Herzinsuffizienz und ausgeprägten

Ödemen verringern.

Die Plasmaproteinbindung von Hydrochlorothiazid beträgt ca. 60 %. Das apparente

Verteilungsvolumen beträgt ca. 0,8 l/kg.

Biotransformation und Elimination

Candesartancilexetil

Candesartan wird hauptsächlich unverändert über Urin und Galle und nur in einem geringfügigen

Umfang durch den Leber-Metabolismus (CYP2C9) ausgeschieden. Vorhandene Interaktionsstudien

zeigen keine Wirkungen auf CYP2C9 und CYP3A4. Basierend auf

in-vitro

-Daten, würden

in-vivo

keine Wechselwirkungen mit Arzneimitteln erwartet werden, deren Metabolismus von den

Cytochrom-P450-Isoenzymen CYP1A2, CYP2A6, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP2E1 oder

CYP3A4 abhängig ist. Die terminale Halbwertszeit (t

) von Candesartan beträgt ca. 9 Stunden. Nach

Mehrfachgabe kommt es nicht zu einer Akkumulation. Die Halbwertszeit von Candesartan bleibt

unverändert (ungefähr 9 Stunden) nach Verabreichung von Candesartancilexetil in Kombination mit

Hydrochlorothiazid. Nach wiederholter Gabe der Kombination kommt es, verglichen mit der

Monotherapie, zu keiner zusätzlichen Akkumulation von Candesartan.

Die Gesamtplasma-Clearance von Candesartan beträgt ca. 0,37 ml/min/kg mit einer renalen Clearance

von etwa 0,19 ml/min/kg. Die renale Ausscheidung von Candesartan erfolgt sowohl durch glomeruläre

Filtration als auch durch aktive tubuläre Sekretion. Nach einer oralen Dosis von

C-markiertem

Candesartancilexetil werden ungefähr 26 % der Dosis als Candesartan und 7 % als inaktiver Metabolit

mit dem Urin ausgeschieden, während ungefähr 56 % der Dosis als Candesartan und 10 % als

inaktiver Metabolit in den Fäzes wiedergefunden werden.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wird nicht metabolisiert und fast vollständig als unveränderter Wirkstoff durch

glomeruläre Filtration und aktive tubuläre Sekretion ausgeschieden. Die terminale t

Hydrochlorothiazid beträgt ca. 8 Stunden. Ca. 70 % einer oralen Dosis werden innerhalb von 48

Stunden über den Urin eliminiert. Die Halbwertszeit von Hydrochlorothiazid bleibt unverändert

(ungefähr 8 Stunden) nach Verabreichung von Hydrochlorothiazid in Kombination mit

Candesartancilexetil. Nach wiederholter Gabe der Kombination kommt es, verglichen mit der

Monotherapie, zu keiner zusätzlichen Akkumulation von Hydrochlorothiazid.

Pharmakokinetik bei speziellen Populationen

Candesartancilexetil

Bei älteren Menschen (über 65 Jahre) sind C

und AUC von Candesartan um ca. 50 % bzw. 80 % im

Vergleich zu jungen Probanden erhöht. Das Ansprechen des Blutdrucks und die Häufigkeit von

unerwünschten Ereignissen sind jedoch nach Verabreichung der Dosis von Blopress Plus bei jungen

und älteren Patienten ähnlich (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten mit leicht bis mittelschwer eingeschränkter Nierenfunktion stiegen C

und AUC von

Candesartan während wiederholter Dosierung im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion

um ca. 50 % bzw. 70 % an, aber die terminale t

blieb unverändert. Die entsprechenden

Veränderungen bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion betrugen ca. 50 % bzw.

110 %. Die terminale t

von Candesartan war bei Patienten mit schwerer Einschränkung der

Nierenfunktion ungefähr verdoppelt. Die Pharmakokinetik bei Dialysepatienten war ähnlich der von

Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion.

In zwei Studien, die beide Patienten mit leicht bis mittelschwer eingeschränkter Leberfunktion

einschlossen, gab es eine Zunahme der mittleren AUC von Candesartan von ca. 20 % in der einen

Studie und 80 % in der anderen Studie (siehe Abschnitt 4.2). Es liegen keine Erfahrungen bei

Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion vor.

Hydrochlorothiazid

Die terminale t

von Hydrochlorothiazid ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

verlängert.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Im Vergleich zu den Einzelbestandteilen gab es keine qualitativ neuen toxikologischen Erkenntnisse

für die Kombination. In präklinischen Sicherheitsstudien hatte Candesartan selbst in hohen Dosen bei

Mäusen, Ratten, Hunden und Affen Wirkungen auf die Nieren und auf die Parameter der roten

Blutkörperchen. Candesartan führte zu einem Rückgang der Parameter der roten Blutkörperchen

(Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit). Effekte auf die Nieren (wie z. B. Regeneration, Dilatation

und Basophilie der Tubuli; erhöhte Plasmakonzentrationen von Harnstoff und Kreatinin) wurden

durch Candesartan hervorgerufen, was eine Folge der hypotensiven Wirkung sein könnte, welche zu

Veränderungen der Nierendurchblutung führt. Die Zugabe von Hydrochlorothiazid erhöht die

Nephrotoxizität von Candesartan. Darüber hinaus führte Candesartan zu Hyperplasie/Hypertrophie der

juxtaglomerulären Zellen. Man nimmt an, dass diese Veränderungen durch die pharmakologische

Aktivität von Candesartan verursacht werden und von geringer klinischer Relevanz sind.

In der späten Trächtigkeit ist eine Fetotoxizität von Candesartan beobachtet worden. Die zusätzliche

Gabe von Hydrochlorothiazid wirkte sich nicht signifikant auf das Ergebnis von Studien zur fetalen

Entwicklung bei Ratten, Mäusen und Kaninchen aus (siehe Abschnitt 4.6).

Candesartan und Hydrochlorothiazid zeigen beide in sehr hohen Konzentrationen/Dosen genotoxische

Aktivität. Daten aus

in-vitro

- und

in-vivo

-Genotoxizitätstests zeigen, dass Candesartan und

Hydrochlorothiazid unter klinischer Anwendung wahrscheinlich keine mutagene oder klastogene

Wirkung haben.

Es gab keinen Hinweis darauf, dass eine der beiden Substanzen kanzerogen ist.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Carmellose-Calcium

Hyprolose

Lactose-Monohydrat

Magnesiumstearat

Maisstärke

Macrogol 8000

Die 16 mg Plus 12,5 mg und forte 32 mg Plus 25 mg Tabletten enthalten zusätzlich Eisen(III)-oxid (E

172).

Die 32 mg Plus 12,5 mg Tabletten enthalten zusätzlich Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172).

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Folgende

Aluminium-Blisterpackungen

Angabe

Wochentage

Blister

sind

erhältlich:

Packungen mit 28 Tabletten.

Packungen mit 56 Tabletten.

Packungen mit 98 Tabletten.

Klinikpackungen mit 100 (10 x 10) Tabletten (8 mg Plus 12,5 mg und 16 mg Plus 12,5 mg Tabletten).

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Takeda GmbH

Byk-Gulden-Str. 2

78467 Konstanz

Tel.: 0800 8253325

Fax: 0800 8253329

E-Mail: medinfoEMEA@takeda.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Blopress 8 mg Plus 12,5 mg

44475.00.00

Blopress 16 mg Plus 12,5 mg

44475.01.00

Blopress 32 mg Plus 12,5 mg

74307.00.00

Blopress forte 32 mg Plus 25 mg

74308.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Blopress 8 mg Plus 12,5 mg

Datum der Erteilung der Zulassung: 04.02.1999

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 29.10.2007

Blopress 16 mg Plus 12,5 mg

Datum der Erteilung der Zulassung: 16.05.2000

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 29.10.2007

Blopress 32 mg Plus 12,5 mg und Blopress forte 32 mg Plus 25 mg

Datum der Erteilung der Zulassung: 10.06.2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 11.08.2014

10.

STAND DER INFORMATION

November 2020

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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