Bleomycin-TEVA 15.000 IE Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Bleomycinsulfat
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Bleomycin sulfate
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Bleomycinsulfat 7.5-10.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
70424.00.00

Gebrauchsinformation

Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE Pulver zur Herstellung

Stand September 2010

einer Injektionslösung

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Bleomycinsulfat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Bleomycin-TEVA

15.000 IE und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Bleomycin-TEVA

15.000 IE beachten?

Wie ist Bleomycin-TEVA

15.000 IE anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Bleomycin-TEVA

15.000 IE aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST BLEOMYCIN-TEVA

®

15.000 IE UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Arzneimittelgruppe

Bleomycin gehört zur Gruppe der so genannten antibiotischen Zytostatika (Mittel gegen Krebs).

Bleomycin hemmt den Vorgang der Zellteilung und das Wachstum von sich teilenden (Krebs-)Zellen.

Dadurch blockiert es das Fortschreiten der Krebserkrankung. Normale Zellen reagieren weniger

empfindlich auf Bleomycin als Krebszellen. Daher werden diese Zellen überleben, während die

Krebszellen zerstört werden.

Anwendung

bestimmte Krebs-Formen im Bereich von Kopf und Hals, Gebärmutterhals und äußeren

Genitalien

bestimmte Formen von Lymphknotenkrebs (wie Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome)

Hodenkrebs

Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge, die durch Krebs bedingt sind.

Bleomycin wird fast immer in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Krebs und/oder in

Kombination mit einer Strahlentherapie angewendet.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON BLEOMYCIN-TEVA

®

15.000 IE

BEACHTEN?

Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE darf nicht angewendet werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Bleomycin sind

bei einer akuten Lungeninfektion oder bei stark beeinträchtigter Funktionsfähigkeit der Lunge

wenn bei Ihnen bestimmte Nebenwirkungen im Bereich der Lunge aufgetreten sind, die

(möglicherweise) durch Bleomycin verursacht wurden

bei einer bestimmten erblichen Erkrankung, bei der es zu Koordinationsstörungen (z. B. zu

unkoordiniertem Gehen wie ein Betrunkener) und schnellen rhythmischen Augenbewegungen

kommt und die mit einer Erweiterung der kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) und einer erhöhten

Neigung zu Atemwegsinfektionen einhergeht (Teleangiektasie-Ataxie-Syndrom)

in der Stillzeit (siehe auch Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE ist erforderlich

wenn Sie älter als 60 Jahre alt sind

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Gebrauchsinformation

Bleomycin-TEVA

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15.000 IE Pulver zur Herstellung

Stand September 2010

einer Injektionslösung

wenn Ihre Nieren oder Ihre Leber nur noch eingeschränkt arbeiten

wenn Sie an einer Lungenerkrankung leiden oder in der Vergangenheit gelitten haben

wenn Sie vor der Behandlung mit Bleomycin eine Bestrahlung der Lunge erhalten haben oder

wenn Sie während der Behandlung mit Bleomycin eine Strahlentherapie erhalten

wenn Ihnen Sauerstoff verabreicht wird. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, dass Sie

Bleomycin erhalten.

Die genannten Patientengruppen sind empfindlicher für die schädlichen Wirkungen von Bleomycin

auf die Lunge. Wahrscheinlich wird Ihr Arzt Sie häufiger untersuchen und/oder Röntgenaufnahmen

Ihrer Lunge anfertigen. Wenn Sie mit Bleomycin behandelt werden, sollte die Funktionsfähigkeit Ihrer

Lunge regelmäßig untersucht werden (Lungenfunktionsprüfungen), um Ihre Lunge auf mögliche

schädliche Auswirkungen von Bleomycin zu überwachen.

Wenn Sie husten und/oder sich kurzatmig fühlen, kann dies ein Hinweis auf eine schädliche Wirkung

von Bleomycin auf die Lunge sein. Informieren Sie in diesem Fall so schnell wie möglich Ihren

behandelnden Arzt hierüber.

Bei Anwendung von Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE mit anderen Arzneimitteln

Achtung: Die folgenden Anmerkungen können auch auf kürzlich angewendete oder auf die in naher

Zukunft erfolgende Anwendung von Arzneimitteln zutreffen.

Die in diesem Abschnitt genannten Arzneimittel sind Ihnen möglicherweise unter anderen Namen

bekannt, häufig unter dem Markennamen. In diesem Abschnitt werden nur die Wirkstoffe oder

Wirkstoffgruppen der Arzneimittel genannt, nicht die Markennamen. Lesen Sie daher bitte immer

sorgfältig auf der Packung oder in der Packungsbeilage nach, welche Wirkstoffe die von Ihnen

eingenommenen Arzneimittel enthalten.

Eine Wechselwirkung bedeutet, dass Produkte (z. B. Arzneimittel), die gemeinsam angewendet

werden, sich gegenseitig in ihrer Wirkung und/oder in ihren Nebenwirkungen beeinflussen können.

Wechselwirkungen können bei gleichzeitiger Anwendung von Bleomycin mit den folgenden

Arzneimitteln auftreten:

Carmustin, Mitomycin C, Cyclophosphamid (Arzneimittel, die bei bestimmten Krebs-Formen

angewendet werden) sowie Methotrexat (ein Arzneimittel, das bei bestimmten Krebs-Formen,

Rheuma und schweren Hauterkrankungen angewendet wird); das Risiko für eine

Lungenschädigung ist erhöht.

Cisplatin (ein Arzneimittel gegen Krebs) und andere Arzneimittel, die die Nieren schädigen;

das Risiko für Nebenwirkungen von Bleomycin ist erhöht.

Vinca-Alkaloide (eine Gruppe von Arzneimitteln, die bei bestimmten Krebs-Formen

angewendet werden, z. B. Vincristin oder Vinblastin); es können Durchblutungsstörungen in der

Körperperipherie auftreten (Finger, Zehen, Nase). In sehr schweren Fällen können diese

Körperabschnitte absterben (Nekrose).

Lebendimpfstoffe; es können schwere und tödlich verlaufende Infektionen auftreten.

Digoxin (ein Arzneimittel gegen Herzbeschwerden); die Wirkung von Digoxin kann

abnehmen.

Phenytoin (ein Arzneimittel gegen Epilepsie); die Wirkung von Phenytoin kann abnehmen.

Strahlentherapie; das Risiko für Nebenwirkungen im Bereich der Lunge und/oder Haut ist

erhöht.

Sauerstoff; es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Lungenschädigung, wenn Sie während einer

Narkose Sauerstoff erhalten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Bleomycin in der Schwangerschaft ist zu vermeiden.

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Verwendung dieses Arzneimittels in der Schwangerschaft

beim Menschen vor, sodass keine Aussagen über mögliche Schäden gemacht werden können. In

Untersuchungen an Tieren hat sich das Arzneimittel als schädlich erwiesen. Sowohl Männer als auch

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Gebrauchsinformation

Bleomycin-TEVA

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15.000 IE Pulver zur Herstellung

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einer Injektionslösung

Frauen müssen während und über einen Zeitraum von 3 Monaten nach der Behandlung mit Bleomycin

eine Empfängnisverhütung durchführen.

Wenn während der Behandlung mit Bleomycin eine Schwangerschaft eintritt, wird eine genetische

Beratung empfohlen.

Männer, die sich zu einem späteren Zeitpunkt Kinder wünschen, sollten sich vor Beginn der

Behandlung mit Bleomycin über die Möglichkeit einer Spermakonservierung beraten lassen.

Sie dürfen das Arzneimittel nicht erhalten, wenn Sie stillen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Die Anwendung von Bleomycin-TEVA 15.000 IE kann manchmal Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit

hervorrufen (siehe auch Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Sie dürfen sich nicht an

das Steuer eines Fahrzeugs setzen und/oder keine Maschinen bedienen, die Ihre Aufmerksamkeit

erfordern, wenn diese Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten.

3.

WIE IST BLEOMYCIN-TEVA

®

15.000 IE ANZUWENDEN?

Wenden Sie Bleomycin-TEVA 15.000 IE immer genau nach Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Bleomycin-TEVA 15.000 IE zu stark oder zu schwach ist.

Welche (Gesamt-)Dosis Sie erhalten, ist davon abhängig, welche Erkrankung behandelt wird, wie alt

Sie sind, wie gut Ihre Nieren arbeiten und ob die Behandlung in Kombination mit anderen

Arzneimitteln gegen Krebs erfolgt. Sie können z. B. ein oder zwei Injektionen pro Woche erhalten. Ihr

Arzt wird Ihre Bleomycin-Dosis, die Dauer Ihrer Behandlung und die Anzahl Ihrer Behandlungen

festlegen. Dies kann von Patient zu Patient unterschiedlich ausfallen.

Besonders bei Patienten mit Lymphom-Erkrankung besteht ein Risiko für schwerwiegende

Überempfindlichkeitsreaktionen. Diese können entweder direkt oder einige Zeit nach der

Verabreichung des Arzneimittels auftreten. Aus diesem Grund wird Ihr Arzt Ihnen eine Testdosis

verabreichen und Sie 4 Stunden lang überwachen, bevor Sie die Bleomycin-Therapie zum ersten Mal

erhalten.

Art der Anwendung

Ihr Arzt wird Ihnen Bleomycin in eine Vene oder Arterie, durch die Haut, in den die Lunge

umgebenden Spalt (intrapleural) oder in die Muskulatur verabreichen. Sie können das Arzneimittel als

Injektion oder Infusion erhalten.

Wenn Sie eine größere Menge Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE erhalten haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine zu große Dosis von Bleomycin-TEVA 15.000 IE erhalten haben, können die folgenden

Beschwerden auftreten: Blutdruckabfall, Fieber, beschleunigter Herzschlag und Kreislauf-Schock.

Wenn Sie den Verdacht haben, eine Überdosis erhalten zu haben, müssen Sie sofort Ihren Arzt in

Kenntnis setzen.

Das Arzneimittel muss unverzüglich abgesetzt werden.

Wenn Sie die Anwendung von Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE vergessen haben

Wenn Sie eine Injektion verpasst haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem behandelnden Arzt in

Verbindung, um zu besprechen, ob und wie die vergessene Injektion nachgeholt werden sollte.

Wenn Sie die Anwendung von Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE abbrechen

Wenn Sie die Anwendung von Bleomycin-TEVA 15.000 IE ohne Empfehlung eines Arztes plötzlich

abbrechen, können die Beschwerden, die vor Beginn der Behandlung bestanden haben, erneut

auftreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Bleomycin-TEVA 15.000 IE Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

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Bleomycin-TEVA

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15.000 IE Pulver zur Herstellung

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einer Injektionslösung

Die folgenden Nebenwirkungen können ungefähr in den angegebenen Häufigkeiten auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10)

Häufig (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100)

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1000)

Selten (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10 000)

Sehr selten (betrifft weniger als 1 Behandelten von 10 000), einschließlich gemeldete Einzelfälle

Unter anderem können die folgenden Nebenwirkungen auftreten:

Herz

Selten

Herzinfarkt, Erkrankung der Blutgefäße des Herzens.

Blut

Gelegentlich

Veränderungen des Blutes können sich durch unerwartete Blutungen und/oder blaue Flecken äußern.

Diese verschwinden nach Beendigung der Behandlung.

Immunsystem

Häufig

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen. Diese Reaktionen können sofort oder verzögert einige

Stunden nach der ersten oder zweiten Dosis auftreten.

Nervensystem

Kitzelnde, juckende oder kribbelnde Empfindungen ohne Ursache (Parästhesien), übermäßige

Empfindlichkeit.

Blutgefäße

Niedriger Blutdruck, Entzündung der Blutgefäße (Thrombophlebitis), Verschluss eines Blutgefäßes,

Verschlechterung der Durchblutung von Fingern, Zehen, Nasenspitze (Raynaud-Phänomen).

Selten

Schädigung der Blutgefäße (z. B. Durchblutungsstörungen im Gehirn, Entzündung der Blutgefäße im

Gehirn und eine schwere Erkrankung von Nieren und Blut [so genanntes hämolytisch-urämisches

Syndrom]).

Atemwege

Sehr häufig

Etwa 10 % der Patienten bilden eine Lungenentzündung aus. Dies kann zu einer bleibenden

Schädigung der Lunge und zum Tod führen. Setzen Sie sich so schnell wie möglich mit Ihrem Arzt in

Verbindung, wenn Sie Husten und/oder Kurzatmigkeit feststellen (siehe auch Abschnitt „Besondere

Vorsicht bei der Anwendung von Bleomycin-TEVA 15.000 IE ist erforderlich”).

Magen-Darm-Trakt

Sehr häufig

Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis), eine Entzündung oder Geschwürbildung im Bereich

der Schleimhäute kann sich verstärken bei Kombination mit einer Strahlentherapie oder mit anderen

Arzneimitteln, die die Schleimhäute schädigen.

Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme. Eine Entzündung der Mundschleimhaut ist

selten schwer ausgeprägt und verschwindet in der Regel nach Beendigung der Behandlung.

Haut

Sehr häufig

Dunkle und juckende Hautbereiche. Verdickung und Verhärtung der Haut. Empfindlichkeit und

Anschwellen der Fingerspitzen, Dehnungsstreifen, Blasenbildung, Nagelveränderungen. Anschwellen

der Haut an druckempfindlichen Stellen wie den Ellenbogen, Haarausfall, Hautprobleme im Bereich

von Händen und Füßen wie Rötung und Hautausschlag sind selten schwer ausgeprägt und klingen in

der Regel nach Beendigung der Behandlung ab.

Muskulatur und Knochen

Muskel- und Gliederschmerzen.

Geschlechtsorgane

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Bleomycin-TEVA

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15.000 IE Pulver zur Herstellung

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einer Injektionslösung

Während und direkt nach einer Chemotherapie mit Bleomycin können veränderte Spermien

(aneuploide Spermatozoen) auftreten.

Andere

Häufig

Fieber (2 bis 6 Stunden nach der ersten Injektion), Schmerzen im Bereich des Tumors, Schmerzen an

der Injektionsstelle.

Selten

Im Zusammenhang mit einer Verabreichung von Bleomycin in den die Lunge umgebenden Spalt

(intrapleurale Verabreichung) wurde über niedrigen Blutdruck, erhöhte Körpertemperatur und

Todesfälle berichtet.

Bei Verabreichung von Dosen, die über dem empfohlenen Dosisbereich lagen, wurde über akute

Reaktionen wie eine erhöhte Körpertemperatur und schwerwiegende Nebenwirkungen in Bezug auf

Herz und Atmung berichtet.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST BLEOMYCIN-TEVA

®

15.000 IE AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Vor dem Öffnen

Im Kühlschrank lagern (2-8 °C).

Nach der Rekonstitution/Verdünnung

muss die Lösung sofort verabreicht werden. Ist dies nicht möglich, kann die in der Durchstechflasche

befindliche Lösung in einem Kühlschrank (2-8 °C) über höchstens 10 Tage oder bei Raumtemperatur

(15-25 °C) über höchstens 24 Stunden aufbewahrt werden.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr anwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten

Tag des Monats.

Sie dürfen Bleomycin-TEVA 15.000 IE nicht verwenden, wenn Sie folgendes bemerken: sichtbare

Anzeichen für einen Qualitätsverlust des Präparats oder der Durchstechflasche wie eine Veränderung

der Farbe der Trockensubstanz oder eine Beschädigung der Durchstechflasche, des Stopfens oder des

Deckels.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme

hilft die Umwelt zu schützen.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE enthält

Der Wirkstoff ist: Bleomycin (als Bleomycinsulfat).

Eine 10-ml-Durchstechflasche enthält 7,0 bis 10,0 mg lyophilisiertes Bleomycinsulfat

(Trockenmasse), entsprechend einer standardisierten biologischen Aktivität von 15 mg Bleomycin

entsprechend 15 000 IE (EP) = 15 E (USP) Bleomycin.

Es gibt keine sonstigen Bestandteile.

Wie Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE aussieht und Inhalt der Packung

Das Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung ist in Glasflaschen zur Injektion zu 10 ml verpackt,

die in Mengen zu 1 oder 10 Flaschen abgepackt sind.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH

Wasastraße 50

D-01445 Radebeul

Telefon: (0351) 834-0

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Gebrauchsinformation

Bleomycin-TEVA

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15.000 IE Pulver zur Herstellung

Stand September 2010

einer Injektionslösung

Telefax: (0351) 834-2199

Mitvertrieb

AKP-Plus Dienstleistungs GmbH

Herbert-Wehner-Straße 2

D-59174 Kamen

Flamingo-Apotheke

Herr Apotheker Thomas Hans-Joachim Tennstedt

Bahnhofstraße 63

D-03046 Cottbus

Medicoline Pharma Solutions KG

Bahnstraße 51

D-61449 Steinbach/Ts.

SaniPlus Apotheke im PEP

Frau Apothekerin Doris Schwaabe

Ollenhauerstraße 6

D-81737 München

BIOTRADE GmbH

Hauptstraße 61a

D-16348 Wandlitz

Hersteller

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich

Bleomycin “Pharmachemie” 15000 I.E. - Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung

Belgien

BLEOMYCINE TEVA 15U poeder voor oplossing voor injectie

Bulgarien

Bleomycine Teva 15U, прах за инжекционен разтвор

Tschechische Republik

Bleomycin-Teva 15U, prášek pro přípravu injekčního roztoku

Dänemark

Bleomycin “Teva”

Estland

Bleomycin Teva

Frankreich

Bleomycine TEVA 15 000 UI, poudre pour solution injectable

Italien

Bleomicina TEVA, 15 U polvere per soluzione iniettabile

Lettland

Bleomycin Teva

Litauen

Bleomycin Teva

Luxemburg

BLEOMYCINE TEVA 15U poudre pour solution injectable

Niederlande

Bleomycine 15 U (USP), poeder voor oplossing voor injectie

Norwegen

Bleomycin Teva, Pulver og væske til injeksjonsvæske, oppløsning

Polen

Bleomycin Teva

Portugal

Bleomicina Teva

Slowakische Republik

Bleomycin-Teva prášok na injekčný roztok

Slowenien

Bleomicin Teva 15 U (USP), prašek za raztopino za injiciranje

Spanien

Bleomicina Teva 15 UI polvo para solución inyectable EFG

Deutschland

Bleomycin-TEVA 15.000 IE Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2010.

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Informationen für medizinisches Fachpersonal

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Bleomycin-TEVA

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15.000 IE Pulver zur Herstellung

Stand September 2010

einer Injektionslösung

Art der Anwendung

Intramuskuläre oder subkutane Injektion:

Die erforderliche Dosis in maximal 5 ml eines geeigneten Verdünnungsmittels wie Natriumchlorid 0,9

% auflösen. Bei Schmerzen an der Injektionsstelle kann der Lösung ein für die Injektion geeignetes

Lokalanästhetikum (1 % Lidocain-Lösung) hinzugefügt werden.

Intravenöse Verabreichung:

Die erforderliche Dosis in 5-1000 ml Natriumchlorid 0,9 % auflösen und langsam injizieren oder einer

laufenden Infusion hinzufügen.

Intraarterielle Infusion:

Es erfolgt eine langsame Infusion mit physiologischer Kochsalzlösung.

Intrapleurale Injektion:

60 x 10

IE in 100 ml Natriumchlorid 0,9 % auflösen.

Lokale/intratumorale Injektionen:

Bleomycin in Natriumchlorid 0,9 % auflösen, sodass sich eine Konzentration von 1-3 x 10

IE/ml

ergibt.

Sichere Handhabung

Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für die Zubereitung und Verabreichung von Zytostatika.

In Bezug auf die Entsorgung und Sicherheitsinformationen sind die Leitlinien zum sicheren Umgang

mit antineoplastischen Arzneimitteln zu befolgen. Die Zubereitung muss durch speziell geschultes

Personal erfolgen. Schwangere Frauen müssen darauf hingewiesen werden, dass sie nicht mit

zytotoxischen Substanzen arbeiten dürfen. Die Zubereitung muss unter aseptischen Bedingungen

erfolgen und sollte in einem dafür vorgesehenen Bereich vorgenommen werden. In diesem Bereich

sind Rauchen, Essen und Trinken verboten.

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Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

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Injektionslösung

Stand:

September 2010

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bleomycin-TEVA

15.000 IE Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine 10-ml-Durchstechflasche enthält 7,0 bis 10,0 mg lyophilisiertes Bleomycinsulfat

(Trockenmasse), entsprechend einer standardisierten biologischen Aktivität von 15 mg Bleomycin

entsprechend 15.000 IE (EP) = 15 E (USP) Bleomycin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Trockensubstanz aus weißem oder gelblich-weißem Pulver in versiegelten Durchstechflaschen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Bleomycin wird fast immer in Kombination mit anderen Zytostatika und/oder einer Strahlentherapie

verabreicht.

Bleomycin ist indiziert für die Behandlung von:

Plattenepithelkarzinomen (SCC) von Kopf und Hals, äußeren Genitalen und Zervix

Hodgkin-Lymphomen

Non-Hodgkin-Lymphomen von intermediärer und hoher Malignität bei Erwachsenen

Hoden-Karzinom (Seminomen und Nichtseminomen)

intrapleurale Therapie von malignen Pleuraergüssen.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Bleomycin darf nur unter strengster Überwachung durch einen auf die Anwendung onkologischer

Arzneimittel spezialisierten Arzt verabreicht werden, vorzugsweise in einem Krankenhaus mit

Erfahrung mit derartigen Therapien.

Warnhinweis: Die Dosierung wird in dieser Fachinformation für alle Anwendungsgebiete in „IE“ und

nicht in „mg“ angegeben. In einigen Klinikprotokollen steht möglicherweise, dass „mg“ anstelle

von Einheiten (E oder IE) zu verwenden sind. Diese Angaben beziehen sich auf die Milligramm-

Aktivität und nicht auf die Milligramm-Trockenmasse, was unterschiedliche Werte sind (siehe

auch Abschnitt 2).

Bleomycin kann intravenös, intramuskulär, intrapleural, intraperitoneal oder intraarteriell verabreicht

werden. Gelegentlich kann eine lokale Injektion direkt in den Tumor angezeigt sein.

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Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

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15.000 IE Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung

Stand:

September 2010

Dosierung und Abstände zwischen den Injektionen sind von Indikation, Verabreichungsart sowie Alter

und Zustand des Patienten abhängig. Es wird empfohlen, die Dosis an die Körperoberfläche des

Patienten anzupassen.

Plattenepithelkarzinom

Intramuskuläre oder intravenöse Injektion von 10-15 x 10

IE/m

ein- oder zweimal

wöchentlich. Die Behandlung kann in den darauf folgenden Wochen fortgesetzt werden oder, was

häufiger ist, in Abständen von 3-4 Wochen erfolgen, bis zu einer kumulativen Gesamtdosis von

400 x 10

Intravenöse Infusion von 10-15 x 10

IE/m

pro Tag über 6-24 Stunden an 4 bis 7 aufeinander

folgenden Tagen alle 3 bis 4 Wochen. Die individuelle Verträglichkeit in Bezug auf die

Höchstdosis lässt sich am Besten über das Auftreten einer Stomatitis bestimmen.

Hodenkarzinom

Intramuskuläre oder intravenöse Injektion von 10-15 x 10

IE/m

ein- oder zweimal

wöchentlich. Die Behandlung kann in den darauf folgenden Wochen fortgesetzt werden oder, was

häufiger ist, in Abständen von 3-4 Wochen erfolgen, bis zu einer kumulativen Gesamtdosis von

400 x 10

Intravenöse Infusion von 10-15 x 10

IE/m

pro Tag über 6-24 Stunden an 5 bis 6 aufeinander

folgenden Tagen alle 3 bis 4 Wochen. Die individuelle Verträglichkeit in Bezug auf die

Höchstdosis lässt sich am Besten über das Auftreten einer Stomatitis bestimmen.

Maligne Lymphome (Hodgkin, Non-Hodgkin)

Bei alleiniger Anwendung beträgt die empfohlene Dosis 5-15 x 10

IE ein- bis zweimal

wöchentlich, bis zu einer Gesamtdosis von 225 x 10

Auf Grund des erhöhten Risikos für anaphylaktische Reaktionen sollte die Behandlung bei Lymphom-

Patienten mit niedrigeren Dosen begonnen werden (zum Beispiel 2 x 10

IE).

Wenn über eine 4-stündige Beobachtungsdauer keine akute Reaktion auftritt, kann das normale

Dosisregime befolgt werden.

Intrapleurale Therapie bei malignem Pleuraerguss

Bleomycin-Monotherapie mit einmaliger Verabreichung von bis zu 60 x 10

IE intrapleural. Weitere

Einzelheiten sind der aktuellen Literatur zu entnehmen.

Nach Drainage der Pleurahöhle werden über die Drainage-Nadel oder -Kanüle 60 x 10

IE Bleomycin,

gelöst in 100 ml physiologischer Kochsalzlösung, infundiert. Nach der Verabreichung wird die Nadel

oder Kanüle entfernt. Die Verabreichung kann falls erforderlich wiederholt werden.

Etwa 45 % des Bleomycins werden resorbiert, was in Bezug auf die Gesamtdosis (Körperoberfläche,

Nierenfunktion, Lungenfunktion) zu berücksichtigen ist.

Kombinationstherapie

Einzelheiten zu den Behandlungsschemata bei spezifischen Indikationen können der aktuellen

Literatur entnommen werden.

Bei Anwendung von Bleomycin im Rahmen einer Kombinationstherapie kann eine Dosisanpassung

erforderlich werden.

Bei Anwendung von Bleomycin in Kombination mit einer Strahlentherapie besteht ein erhöhtes Risiko

für eine Schleimhautschädigung. Aus diesem Grund kann es notwendig sein, die Bleomycin-Dosis zu

reduzieren.

Bleomycin wird häufig als Teil eines Polychemotherapie-Protokolls verwendet (zum Beispiel bei

Plattenepithelkarzinomen, Hodenkarzinomen und Lymphomen).

Die Schleimhaut-Toxizität von Bleomycin muss bei der Auswahl und Dosierung von Präparaten mit

vergleichbarer Toxizität, die in Kombination verabreicht werden, berücksichtigt werden.

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Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

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15.000 IE Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung

Stand:

September 2010

Ältere Patienten

Die Bleomycin-Gesamtdosis sollte bei älteren Patienten nach folgendem Schema verringert werden:

Alter (in Jahren)

Gesamtdosis (IE)

Dosis pro Woche (IE)

≥ 80

100 x 10

15 x 10

70-79

150-200 x 10

30 x 10

60-69

200-300 x 10

30-60 x 10

< 60

400 x 10

30-60 x 10

Kinder

Bis weitere Informationen zur Verfügung stehen, sollte Bleomycin nur in Ausnahmefällen und in

Spezialzentren Kindern verabreicht werden. Die Dosis sollte sich an der empfohlenen Erwachsenen-

Dosis orientieren und an Körperoberfläche und Körpergewicht angepasst werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Nierenfunktion, insbesondere bei einer Kreatinin-Clearance < 35 ml/min, ist die

Elimination von Bleomycin verzögert. Es gibt keinen Richtlinien für eine spezielle Dosisanpassung

bei diesen Patienten, allerdings wird folgendes Vorgehen empfohlen:

Patienten mit mittelschwerer Niereninsuffizienz (GFR 10 bis 50 ml/Minute) sollten 75 % der üblichen

Dosis erhalten, verabreicht in den normalen Dosisintervallen, und Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz (GFR unter 10 ml/Minute) 50 % der üblichen Dosis, verabreicht im normalen

Dosisintervall. Bei Patienten mit einer GFR von mehr als 50 ml/Minute ist keine Dosisanpassung

erforderlich.

Art der Anwendung

Intramuskuläre und subkutane Injektion: Die benötigte Dosis in maximal 5 ml eines geeigneten

Lösungsmittels wie Natriumchlorid 0,9 % lösen. Bei Schmerzen an der Injektionsstelle kann der

Lösung ein für die Injektion geeignetes Lokalanästhetikum (1 % Lidocain-Lösung) hinzugefügt

werden.

Intravenöse Verabreichung: Die benötigte Dosis in 5-1000 ml Natriumchlorid 0,9 % lösen und

langsam injizieren oder einer laufenden Infusion hinzufügen.

Intraarterielle Verabreichung: langsame Infusion mit einer physiologischen Kochsalzlösung.

Intrapleurale Injektion: 60 x 10

IE in 100 ml Natriumchlorid 0,9 % lösen.

Intratumorale Injektionen: Bleomycin in Natriumchlorid 0,9 % lösen, sodass sich eine Konzentration

von 1-3 x 10

IE/ml ergibt.

4.3

Gegenanzeigen

Bleomycin ist bei den folgenden Patienten kontraindiziert:

Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Bleomycin

Patienten mit akuter Lungenentzündung oder stark eingeschränkter Lungenfunktion

Patienten mit Bleomycin-abhängiger Lungentoxizität oder eingeschränkter Lungenfunktion,

die auf eine Bleomycin-abhängige Lungentoxizität hinweist

Patienten mit Teleangiektasie-Ataxie-Syndrom

Patientinnen, die stillen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

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Bei mit Bleomycin behandelten Patienten sollten während der Behandlung und über bis zu 8 Wochen

nach Behandlungsende regelmäßige Lungenfunktionsprüfungen erfolgen und Röntgenaufnahmen des

Thorax angefertigt werden.

Bei gleichzeitiger Thorax-Bestrahlung sollten gegebenenfalls häufigere Lungenfunktionsprüfungen

und Röntgenaufnahmen des Thorax erfolgen. Die Lungenfunktionsprüfung, insbesondere die

Bestimmung der Kohlendioxiddiffusion und Vitalkapazität, ermöglicht häufig eine frühe Diagnose

einer Lungentoxizität.

Bei nicht erklärbarem Husten, Dyspnö, Krepitationen in den unteren Lungenanteilen oder diffuser

retikulärer Darstellung auf dem Röntgenthorax muss Bleomycin unverzüglich abgesetzt werden, bis

eine Bleomycin-Toxizität als mögliche Ursache ausgeschlossen wurde. Es wird empfohlen,

Antibiotika und, falls erforderlich, Kortikosteroide zu verabreichen (zum Beispiel über 5 Tage täglich

100 mg Hydrocortison intramuskulär in Form von Natriumsuccinat, gefolgt von 10 mg Prednisolon

zweimal täglich).

Im Fall einer Lungenschädigung durch Bleomycin darf Bleomycin nicht mehr verabreicht werden

(siehe Abschnitt 4.3).

Die Lungentoxizität von Bleomycin steigt unter einer kumulativen Dosis von 400 E deutlich an,

allerdings kann dies auch unter deutlich niedrigeren Dosen der Fall sein. Besonders betroffen sind

dabei ältere Patienten, Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, vorbestehender

Lungenerkrankung oder früherer Bestrahlung der Lunge und Patienten, die Sauerstoff erhalten. Diese

Patienten haben Risikofaktoren für eine Lungentoxizität.

Bei Patienten, die mit Bleomycin behandelt wurden, sollten keine Lungenfunktionsprüfungen mit 100

% Sauerstoff erfolgen. Stattdessen werden Lungenfunktionsprüfungen mit 21 % Sauerstoff empfohlen.

Wegen der Wirkung von Bleomycin auf das Lungengewebe haben Patienten, die das Arzneimittel

erhalten haben, ein erhöhtes Risiko für eine Lungentoxizität, wenn während eines operativen Eingriffs

Sauerstoff verabreicht wird. Eine Langzeitexposition mit sehr hohen Sauerstoffkonzentrationen ist

eine bekannte Ursache für eine Lungenschädigung, allerdings kann es nach Verabreichung von

Bleomycin bereits unter Konzentrationen unterhalb derer, die üblicherweise als sicher gelten, zu einer

Lungenschädigung kommen. Daher erfordert eine optimale intraoperative Betreuung die

Verabreichung der niedrigsten inspiratorischen Sauerstoff-Fraktion (FIO2), die eine ausreichende

Sauerstoffversorgung bietet (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).

Bleomycin sollte bei Patienten mit Lungenkrebs mit äußerster Vorsicht angewendet werden, da diese

Patienten eine erhöhte Lungentoxizitäts-Inzidenz zeigen.

Ältere Patienten sind gegenüber Bleomycin empfindlicher.

Da ⅔ der verabreichten Bleomycin-Dosis unverändert im Urin ausgeschieden werden, wird die

Exkretionsrate in hohem Maße durch die Nierenfunktion beeinflusst.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung weisen nach Verabreichung üblicher Dosen stark erhöhte

Plasmakonzentrationen auf.

Das Präparat darf schwangeren oder stillenden Frauen nicht verabreicht werden. Tierexperimentelle

Studien zeigten, dass Bleomycin wie die meisten Zytostatika teratogene und mutagene Eigenschaften

haben kann. Daher müssen sowohl männliche als auch weibliche Patienten eine adäquate

Kontrazeption bis drei Monate nach Beendigung der Behandlung durchführen (siehe Abschnitt 4.6).

Die Lungentoxizität von Bleomycin scheint dosisabhängig zu sein und steigt ab einer Gesamtdosis

von mehr als 400 x 10

IE stark an. Gesamtdosen von mehr als 400 x 10

IE sollten mit großer

Vorsicht verabreicht werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

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Digoxin: Es liegen Fallberichte von verminderter Wirksamkeit von Digoxin auf Grund einer

verminderten oralen Bioverfügbarkeit bei Kombination mit Bleomycin vor.

Phenytoin und Phosphophenytoin: Es liegen Fallberichte über erniedrigte Phenytoin-Spiegel bei

Kombination mit Bleomycin vor. Es besteht ein Risiko für eine Exazerbation von Krampfanfällen auf

Grund einer Abnahme der Phenytoin-Resorption aus dem Verdauungstrakt wegen der zytotoxischen

Arzneimittel sowie ein Risiko für eine verstärkte Toxizität oder einen Wirksamkeitsverlust der

zytotoxischen Arzneimittel auf Grund einer Steigerung des hepatischen Metabolismus durch

Phenytoin.

Die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen.

Vincaalkaloide: Bei Patienten mit Hodenkarzinom, die mit einer Kombination aus Bleomycin und

Vincaalkaloiden behandelt werden, wurde ein dem Raynaud-Phänomen ähnelndes Syndrom

beschrieben: Ischämie von peripheren Körperabschnitten, die zu einer Nekrose führen kann (Finger,

Zehen, Nase).

Lebendimpfstoffe: Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie dem Gelbfieberimpfstoff führten bei

Anwendung in Kombination mit immunsupprimierenden Chemotherapeutika zu schweren und tödlich

verlaufenden Infektionen. Dieses Risiko ist bei Personen erhöht, die bereits durch die

Grunderkrankung immunsupprimiert sind. Wenn erhältlich, einen inaktivierten Impfstoff verwenden

(Poliomyelitis).

Die Kombination darf nicht verabreicht werden.

Nephrotoxische Substanzen wie z. B. Cisplatin: Eine durch Cisplatin induzierte Nierenschädigung

kann eine Reduktion der Bleomycin-Clearance zur Folge haben. Bei Patienten, die Bleomycin und

Cisplatin erhielten, wurde eine erhöhte Lungentoxizität beschrieben, die in einigen Fällen zum Tode

führte.

Sauerstoff: Die Verabreichung von Sauerstoff im Rahmen einer Anästhesie kann zu einer

Lungenfibrose führen.

Patienten, die mit Bleomycin behandelt wurden, haben ein erhöhtes Risiko für eine Lungentoxizität,

wenn im Rahmen einer Operation reiner Sauerstoff verabreicht wird. Es wird empfohlen, die

Sauerstoffkonzentration während und nach der Operation zu verringern (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Strahlentherapie: Eine gleichzeitige Bestrahlung kann das Risiko für toxische Wirkungen im Bereich

der Lunge und der Haut erhöhen.

Eine vorherige oder begleitende Thoraxbestrahlung ist ein bedeutender Risikofaktor für eine höhere

Inzidenz und schwerere Ausprägung einer Lungentoxizität.

Bei gleichzeitiger Verabreichung anderer Substanzen mit toxischen Wirkungen auf die Lunge wie z. B.

Carmustin, Mitomycin-C, Cyclophosphamid und Methotrexat wurde ein erhöhtes Risiko für eine

Lungentoxizität beschrieben.

Ciclosporin, Tacrolimus: Es besteht eine ausgeprägte Immunosuppression mit Lymphoproliferations-

Risiko.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden dokumentierten Daten über die Anwendung von Bleomycin bei

Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

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Abschnitt 5.3). Auf der Grundlage der Ergebnisse von tierexperimentellen Studien und der

pharmakologischen Wirkung des Präparats besteht ein potentielles Risiko für embryonale und fetale

Anomalien.

Daher darf Bleomycin nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist

absolut erforderlich.

Wenn während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt, muss die Patientin über das Risiko für

das ungeborene Kind aufgeklärt und sorgfältig überwacht werden. Eine genetische Beratung ist in

Betracht zu ziehen. Bei Patienten mit Kinderwunsch nach der Behandlung wird ebenfalls eine

genetische Beratung empfohlen.

Frauen, im gebärfähigen Alter/Kontrazeption

Männliche wie weibliche Patienten müssen eine adäquate Kontrazeption bis drei Monate nach

Beendigung der Behandlung durchführen. Wegen der Möglichkeit, dass es durch die Behandlung mit

Bleomycin zu bleibender Unfruchtbarkeit kommt, ist vor der Behandlung eine Beratung über eine

Spermakonservierung angeraten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Bleomycin oder seine Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden werden.

Wegen der möglicherweise sehr schädlichen Wirkungen auf den Säugling, ist das Stillen während

einer Behandlung mit Bleomycin kontraindiziert.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Einige Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit können indirekten Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und/oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben.

4.8

Nebenwirkungen

sehr häufig (≥ 1/10)

häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100)

selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1000)

sehr selten (< 1/10 000)

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Wie die meisten Zytostatika kann Bleomycin sowohl akute als auch verzögerte toxische Wirkungen

haben.

Akute Symptome: Anorexie, Müdigkeit, Übelkeit und Fieber.

Herzerkrankungen

Selten

Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich

Bleomycin verursacht eine leichte Knochenmarksuppression. Es kann zu einer leichten Thrombopenie

kommen, die nach Beendigung der Behandlung schnell abklingt. Sie beruht auf einem erhöhten

Thrombozytenverbrauch und ist nicht auf eine verminderte Thrombozytenbildung zurückzuführen.

Erkrankungen des Nervensystems

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Es wurden Parästhesien und Hyperästhesien beschrieben.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig

Die häufigste Nebenwirkung ist eine interstitielle Pneumonie, die während oder gelegentlich nach

Beendigung der Bleomycin-Therapie auftreten kann. Eine interstitielle Pneumonie ist bei etwa 10 %

der mit Bleomycin behandelten Patienten zu beobachten. Durch Bleomycin verursachte Pneumonien

können gelegentlich eine Lungenfibrose zur Folge haben und führten bei etwa 1 % der mit Bleomycin

behandelten Patienten zum Tod.

Das Risiko für eine Lungentoxizität nimmt mit steigender kumulativer Dosis zu. Eine Lungentoxizität

kann bei älteren Patienten, Patienten, die eine Bestrahlung des Thorax erhalten haben und solchen, die

mit Sauerstoff behandelt werden, bereits nach sehr niedrigen kumulativen Dosen auftreten.

Es wurde darauf hingewiesen, dass Patienten, die präoperativ Bleomycin erhalten haben, ein erhöhtes

Risiko für eine Lungentoxizität haben. Bei Verwendung einer prozentualen Sauerstoffzufuhr von mehr

als 21 % wird empfohlen, die verabreichte Sauerstoff-Konzentration während und nach der Operation

zu verringern (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Es kommt zu Veränderungen an den Lungengefäßen, die teilweise die Elastizität der Gefäßwand

betreffen.

Bei nicht erklärbarem Husten, Dyspnö, Krepitationen über den Lungenbasen oder diffuser retikulärer

Darstellung auf dem Röntgenthorax muss Bleomycin jeweils unverzüglich abgesetzt werden, bis eine

Bleomycin-Toxizität als mögliche Ursache ausgeschlossen wurde. Es gibt keine spezifische

Behandlung für eine Lungentoxizität in Verbindung mit einer Bleomycin-Therapie. In einigen Fällen

wurden nach einer Behandlung mit Kortikosteroiden günstige Wirkungen beschrieben.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Bei der Mehrzahl der Patienten (bis zu 50 % der Patienten), die eine volle Bleomycin-Therapie

erhielten, kam es zu einer Schädigung der Schleimhäute oder der Haut (siehe Absatz Erkrankungen

der Haut und des Unterhautzellgewebes von Abschnitt 4.8). Die Ulzerationen in Bereich der

Schleimhäute können durch Kombination von Bleomycin mit einer Strahlentherapie oder anderen

Arzneimitteln mit toxischer Wirkung auf die Schleimhäute verstärkt werden.

Es können gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit,

Gewichtsabnahme und Schleimhautentzündungen (Mukositis, Stomatitis) auftreten, und zwar

insbesondere unter hohen Dosen. Antiemetika können hilfreich sein. Eine Stomatitis ist in seltenen

Fällen schwer ausgeprägt und klingt normalerweise nach Beendigung der Behandlung ab.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Bei der Mehrzahl der Patienten (bis zu 50 % der Patienten), die eine volle Bleomycin-Therapie

erhielten, kam es zu einer Schädigung der Haut oder Schleimhäute (siehe Absatz Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts von Abschnitt 4.8). Diese Nebenwirkungen treten in der Regel in der zweiten

oder dritten Behandlungswoche auf und sind normalerweise, allerdings nicht immer, reversibel.

Bei der flagellatartigen Pigmentierung handelt es sich um eine Form von lokalisierter

Hyperpigmentierung der Haut, die bei 8 bis 38 % der mit Bleomycin behandelten Patienten auftritt.

Die Veränderungen sind dosisabhängig und äußern sich als lineare Hyperpigmentierung mit Juckreiz.

Verdickungen, Hyperkeratosen, Rötung, Empfindlichkeit und Schwellungen im Bereich der

Fingerspitzen, Erytheme und Exantheme vorwiegend der Hände und Füße, Dehnungsstreifen, Blasen,

Nagelveränderungen, Anschwellen von druckempfindlichen Stellen wie der Ellbogen und ein

Haarausfall sind selten schwer ausgeprägt und bilden sich in der Regel nach Beendigung der

Behandlung zurück.

Bei mit Bleomycin behandelten Patienten wurde auch über eine Sklerodermie berichtet.

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Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Muskel- und Gliederschmerzen

Gefäßerkrankungen

Bei Patienten mit Morbus Hodgkin, die hohe Anfangsdosen erhielten, wurden hypotensive Episoden

beschrieben. Nach intravenöser Verabreichung kann es zu arterieller Hypotonie, lokaler

Thrombophlebitis und zu einem Venenverschluss kommen.

Es wurde ein dem Raynaud-Phänomen ähnelndes Syndrom beschrieben: Ischämie, die zu einer

Nekrose peripherer Körperabschnitte führen kann.

Selten

Schädigung der Blutgefäße (zum Beispiel Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit,

Durchblutungsstörungen des Gehirns, Entzündung der Blutgefäße des Gehirns, so genanntes

hämolytisch-urämisches Syndrom).

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig

Bei etwa 1 % der Patienten wurden eine schwere Überempfindlichkeit/idiosynkratische Reaktionen

beobachtet, die klinisch einer Anaphylaxie ähnelten und vorwiegend Lymphom-Patienten betrafen.

Anaphylaktische Reaktionen können sofort oder um mehrere Stunden verzögert auftreten. Sie sind in

der Regel nach der ersten oder zweiten Dosis zu beobachten, bestehen in Hypotonie, geistiger

Verwirrtheit, Fieber, Schüttelfrost und pfeifendem Atem und können tödlich verlaufen. Die

Behandlung ist symptomatisch und umfasst Volumenexpansion, Pressor-Substanzen, Antihistaminika

und Kortikosteroide.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Während und direkt nach einer Chemotherapie mit Bleomycin können aneuploide Spermatozoen

auftreten.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Zwei bis sechs Stunden nach der ersten Injektion kann es zu Fieber kommen (siehe Absatz

Erkrankungen des Immunsystems von Abschnitt 4.8). Bei kontinuierlichem Fieber kann die

Verabreichung fiebersenkender Präparate notwendig werden. Die Fieber-Inzidenz nimmt nach darauf

folgenden Injektionen ab.

Nach intravenöser oder intrakavitärer Verabreichung kann es zu Schmerzen an der Injektionsstelle und

im Bereich des Tumors kommen (intracavity).

Wenn Bleomycin als Teil eines Polychemotherapie-Protokolls verwendet wird, muss die Toxizität von

Bleomycin bei der Auswahl und Dosierung von Präparaten mit vergleichbarer Toxizität berücksichtigt

werden.

Bei Verabreichung weiterer Zytostatika können Modifikationen und Dosisänderungen erforderlich

werden.

Nach intravenöser Injektion von Dosen oberhalb des empfohlenen Dosisbereichs wurden akute

Reaktionen wie Hyperpyrexie und Herz-Kreislauf-Zusammenbruch beschrieben.

Selten

Nach intrakavitärer Verabreichung von Bleomycin wurden in seltenen Fällen Hypotonie, Hyperpyrexie

und arzneimittelabhängige Todesfälle beschrieben.

4.9

Überdosierung

Es gibt kein spezifisches Antidot. Die akuten Reaktionen nach einer Überdosierung bestehen in

Hypotonie, Fieber, beschleunigtem Herzschlag und einer allgemeinen Schocksymptomatik. Die

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Behandlung ist symptomatisch mit präziser Überwachung der Lungenfunktion und hämatologischen

Parameter.

Bei respiratorischen Komplikationen sollte der Patient mit Kortikosteroiden und Breitspektrum-

Antibiotika behandelt werden. Die Lungenreaktionen auf eine Überdosierung (Fibrose) sind in der

Regel nicht reversibel, es sei denn, sie werden in einem frühen Stadium erkannt. Bleomycin ist nicht

dialysierbar.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: andere zytostatische Antibiotika

ATC-Code: L01DC01.

Bleomycin gehört zur Gruppe der zytostatischen Antibiotika: Es besteht aus einer Mischung aus

strukturell verwandten, alkalischen, wasserlöslichen Glykopeptid-Antibiotika mit zytostatischer

Wirkung. Die Wirkung von Bleomycin beruht auf einer Interkalation mit DNA-Einzel- und

Doppelsträngen, die zu Einzel- und Doppelstrangbrüchen führt und Zellteilung, Zellwachstum und

DNA-Synthese hemmt.

Bleomycin beeinflusst darüber hinaus in geringerem Maße die RNA- und Proteinsynthese.

Der wichtigste Faktor für die Gewebeselektivität von Bleomycin sind Unterschiede in interzellulärer

Inaktivität. Zellen, die sich in der G2- und M-Phase des Zellzyklus befinden, sind besonders

empfindlich. Allerdings mehren sich in den letzten 10 Jahren die Hinweise darauf, dass auch die RNA

ein molekulares Ziel sein könnte. Plattenepithelzellen, in denen nur eine geringe Bleomycin-

Hydrolyse stattfindet, sind sehr empfindlich für Bleomycin. In empfindlichen Geweben und in

normalem neoplastischem Gewebe entstehen häufig Chromosomen-Anomalien wie

Fragmentierungen, Chromatid-Brüche und Translokationen.

Stärker differenzierte Tumoren reagieren in der Regel besser als anaplastische.

Der enzymatische Abbau von Bleomycin erfolgt im Wesentlichen im Plasma, in der Leber und in

anderen Organen sowie in geringerem Maße in der Haut und in der Lunge.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Bleomycin wird parenteral verabreicht. Nach intrapleuraler oder intraperitonealer Verabreichung

findet eine systemische Resorption statt. Nach intrapleuraler Verabreichung werden etwa 45 % in den

systemischen Kreislauf aufgenommen.

Die intramuskuläre Injektion von 15 x 10

IE erzielte beim Menschen 30 Minuten nach der

Verabreichung eine maximale Plasmakonzentration von 1 IE/ml. Die intravenöse Injektion von 15 x

IE/m

führte beim Menschen zu einer maximalen Plasmakonzentration von 1-10 IE/ml.

Eine Dauerinfusion von 30 x 10

IE Bleomycin pro Tag über 4 bis 5 Tage hatte eine mittlere Steady-

State-Plasmakonzentration von 1 bis 3 IE/ml zur Folge.

Verteilung

Bleomycin verteilt sich nach parenteraler Verabreichung vorwiegend in Haut, Lunge, Nieren,

Peritoneum und Lymphe. Im Knochenmark treten nur niedrige Konzentrationen auf. Bleomycin kann

die Blut-Hirn-Schranke bei intakten Meningen nicht passieren. Das Verteilungsvolumen beträgt etwa

17,5 l/m

. Bleomycin ist plazentagängig.

Im Plasma wird Bleomycin in geringem Maße an Plasmaproteine gebunden.

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Biotransformation

Die Biotransformation wurde nicht vollständig aufgeklärt.

Die Inaktivierung von Bleomycin erfolgt über einen enzymatischen Abbau durch Bleomycin-

Hydrolyse und zwar vorwiegend im Plasma, in der Leber und in anderen Organen sowie in geringerem

Maße in der Haut und der Lunge.

Exkretion

Nach intravenöser Verabreichung einer Bolusinjektion erfolgt die Clearance schnell und es kommt zu

einer zweiphasigen Elimination. An eine kurze initiale Phase (t

1/2α

; 24 min.) schließt sich eine längere

terminale Phase (t

1/2β

; 2-4 Stunden) an. Nach einer i.v. Bolusinjektion von 15 x 10

IE/m

beträgt die

maximale Plasmakonzentration 1 bis 10 μg/ml. Nach i.v. Dauerinfusion kann die

Eliminationshalbwertzeit auf etwa 9 Stunden ansteigen.

Etwa ⅔ der verabreichten Bleomycin-Dosis werden unverändert im Urin ausgeschieden. Die

Exkretionsrate wird stark von der Nierenfunktion beeinflusst.

Bei Verabreichung üblicher Dosen an Patienten mit Nierenfunktionsstörung kommt es zu stark

erhöhten Plasmakonzentrationen.

Bleomycin ist schlecht dialysierbar.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bleomycin besitzt auf Grund seiner pharmakologischen Eigenschaften mutagene, kanzerogene und

teratogene Wirkungen, die in entsprechenden Testsystemen nachgewiesen werden konnten.

Beim Menschen sind bei einer klinisch relevanten Exposition mutagene Wirkungen zu erwarten.

In Bezug auf die Reproduktionstoxizität wurden bei Mäusen und Ratten verschiedene Wirkungen

beobachtet. Bei Kaninchen wurde keine Teratogenität festgestellt. Bei Mäusen waren weibliche

reproduktive Zellen gegenüber den zytotoxischen und mutagenen Wirkungen von Bleomycin

empfindlicher als männliche Zellen.

Es wurden Chromosomenanomalien in menschlichen Knochenmarkzellen beobachtet. Die Bedeutung

dieser Beobachtung für die embryonale/fetale Entwicklung beim Menschen ist unbekannt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Nicht zutreffend.

6.2

Inkompatibilitäten

Bleomycin-Lösungen sollten auf Grund von chemisch-pharmazeutischen oder physikalischen

Inkompatibilitäten nicht mit Lösungen gemischt werden, die essentielle Aminosäuren, Riboflavin,

Ascorbinsäure, Dexamethason, Theophyllin (Aminophyllin), Furosemid, Carindacillin, Cefalotin-

Natrium, Terbutalin, Hydrocortison, Carbenicillin, Nafcillin, Benzylpenicillin, Cefazolin, Methotrexat

oder Mitomycin enthalten.

Substanzen vom Suflhydryl-Typ (z. B. Glutathion) heben die Wirkung von Bleomycin auf.

Da Bleomycin mit bi- und trivalenten Kationen Chelate bildet, darf es nicht mit Lösungen gemischt

werden, die derartige Ionen enthalten (insbesondere Kupfer).

Das Arzneimittel darf ausschließlich mit den in Abschnitt 6.6 aufgeführten Arzneimitteln gemischt

werden.

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6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Die folgenden Angaben zur Stabilität beziehen sich auf das Präparat in Natriumchlorid 0,9 % für

Injektionszwecke:

Nach Rekonstitution in der Durchstechflasche auf eine Konzentration von 15.000-1500 IE/ml (EP)

= 15-1,5 E/mL (USP) wurde die chemische und physikalische Stabilität bei Raumtemperatur (15-25

°C) über 24 Stunden und bei Aufbewahrung im Kühlschrank (2-8 °C) über 10 Tage nachgewiesen.

Nach Verdünnung in Infusionsbeuteln auf eine Konzentration von 75-15 IE/ml (EP) = 0,075-0,015

E/mL (USP) wurde die chemische und physikalische Stabilität bei Raumtemperatur (15-25 °C) über

24 Stunden nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte das Präparat sofort verabreicht werden. Wird es nicht

sofort verabreicht, liegen die Aufbewahrungsdauer und -bedingungen zwischen

Rekonstitution/Verdünnung und Verabreichung in der Verantwortlichkeit des Anwenders und sollten

normalerweise 24 Stunden bei 2-8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Rekonstitution/Verdünnung

hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Vor dem Öffnen:

Im Kühlschrank lagern (2-8 °C).

Lagerungsbedingungen des rekonstituierten und verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Farblose Durchstechflaschen aus Typ-I-Glas zu 10 ml, verschlossen mit Bromobutyl-Gummistopfen

und bedeckt durch Aluminium-Kappen und Snap-Cap.

Packungsgrößen: 1 Durchstechflasche, 10 Durchstechflaschen.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Zur einmaligen Anwendung. Nicht verwendeten Anteil verwerfen.

Intravenöse Injektion

Den Inhalt der Durchstechflasche in 5-10 ml Natriumchlorid 0,9 % auflösen.

Intravenöse Infusion

Den Inhalt der Durchstechflasche in 200-1000 ml Natriumchlorid 0,9 % auflösen.

Intramuskuläre und subkutane Injektion

Den Inhalt der Durchstechflasche in 1-5 ml Natriumchlorid 0,9 % auflösen. Bei Schmerzen an der

Injektionsstelle kann der Lösung ein für die Injektion geeignetes Lokalanästhetikum hinzugefügt

werden.

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Intraarterielle Verabreichung

Es erfolgt eine langsame Infusion mit Natriumchlorid 0,9 %.

Intrapleurale Verabreichung

60 x 10

IE Bleomycin werden in 100 ml Natriumchlorid 0,9 % gelöst.

Intratumorale Injektionen

Bleomycin in Natriumchlorid 0,9 % auflösen, sodass sich eine Konzentration von 1-3 x 10

IE/ml

ergibt.

Sichere Handhabung

Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für die Zubereitung und Verabreichung von Zytostatika.

In Bezug auf die Entsorgung und Sicherheitsinformationen sind die Leitlinien zum sicheren Umgang

mit antineoplastischen Arzneimitteln zu befolgen.

Die Zubereitung muss durch speziell geschultes Personal erfolgen. Schwangere Frauen müssen darauf

hingewiesen werden, dass sie nicht mit zytotoxischen Substanzen arbeiten dürfen. Die Zubereitung

muss unter aseptischen Bedingungen erfolgen und sollte in einem dafür vorgesehenen Bereich

vorgenommen werden. In diesem Bereich sind Rauchen, Essen und Trinken verboten.

Schutzmaßnahmen bestehen in Handschuhen, Maske, Schutzbrille und Schutzkleidung. Es wird

empfohlen, in einem Bereich mit laminarem Luftstrom (LAF) zu arbeiten. Bei der Verabreichung

sollten Handschuhe getragen werden. Bei der Entsorgung ist die zytotoxische Natur der Substanz zu

berücksichtigen. Direkter Kontakt mit Haut, Augen und Schleimhäuten ist zu vermeiden. Wenn es zu

einem direkten Kontakt gekommen ist, sofort gründlich mit Wasser waschen. Zur Reinigung der Haut

kann Seife verwendet werden.

Ausscheidungen und Erbrochenes sind mit Vorsicht zu behandeln.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH

Wasastraße 50

D-01445 Radebeul

Telefon (0351) 834-0

Telefax (0351) 834-2199

Mitvertrieb durch

AKP-Plus Dienstleistungs GmbH

Herbert-Wehner-Straße 2

D-59174 Kamen

Flamingo-Apotheke

Herr Apotheker Thomas Hans-Joachim Tennstedt

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D-03046 Cottbus

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Bahnstraße 51

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(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

TEVA GmbH

Bleomycin-TEVA

®

15.000 IE Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung

Stand:

September 2010

SaniPlus Apotheke im PEP

Frau Apothekerin Doris Schwaabe

Ollenhauserstraße 6

D-81737 München

BIOTRADE GmbH

Hauptstraße 61a

D-16348 Wandlitz

8.

ZULASSUNGSNUMMER

70424.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

14.10.2009

10.STAND DER INFORMATION

September 2010

11.VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

de_70424_00_00_spc.rtf

Seite 13

Version v. 02.08.10

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