Bisoprolol dura plus 10 mg / 25 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Bisoprololfumarat (Ph.Eur.), Hydrochlorothiazid
Verfügbar ab:
Mylan Germany GmbH
ATC-Code:
C07BB07
INN (Internationale Bezeichnung):
Bisoprolol Fumarate (Ph. Eur.), Hydrochlorothiazide
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Bisoprololfumarat (Ph.Eur.) 10.mg; Hydrochlorothiazid 25.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
59799.01.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg Filmtabletten

Bisoprololhemifumarat und Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Bisoprolol dura plus und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bisoprolol dura plus beachten?

Wie ist Bisoprolol dura plus einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Bisoprolol dura plus aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Bisoprolol dura plus und wofür wird es angewendet?

Selektiver Beta-Rezeptorenblocker und Thiazid-Diuretikum (Arzneimittel zur Entwässerung des

Körpers).

Anwendungsgebiete

Bluthochdruck (essentielle Hypertonie).

Die fixe Dosiskombination Bisoprolol dura plus ist bei Patienten indiziert, deren Blutdruck mit

Bisoprolol oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert ist.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bisoprolol dura plus beachten?

Bisoprolol dura plus darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Bisoprololhemifumarat, Hydrochlorothiazid oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei akuter Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) oder während einer Verschlechterung

(Dekompensation) der Herzinsuffizienz, die eine intravenöse Therapie mit die Herzkraft

stärkenden Substanzen erfordert

bei durch Störungen der Herzfunktion ausgelöstem Schock (kardiogenem Schock)

bei höhergradigen Erregungsleitungsstörungen von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern

(AV-Block II. und III. Grades) ohne Herzschrittmacher

bei Syndrom des kranken Sinusknotens (Sick-Sinus-Syndrom)

bei gestörter Erregungsleitung zwischen Sinusknoten und Herzvorhof (sinuatrialem Block)

bei stark verlangsamter Herzschlagfolge (weniger als 60 Schläge pro Minute) vor

Behandlungsbeginn

bei Neigung zu schweren Bronchialverkrampfungen (Asthma bronchiale) oder chronisch stark

verengenden Atemwegserkrankungen

bei Spätstadien der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder Gefäßkrämpfen im Bereich

der Zehen und Finger (Raynaud-Syndrom)

bei Tumoren des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)

bei Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose)

bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz) mit stark eingeschränkter oder

fehlender Harnproduktion (Kreatinin-Clearance kleiner oder gleich 30 ml/Minute bzw.

Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml)

bei akuter Nierenentzündung (Glomerulonephritis)

bei Bewusstseinstrübungen, die durch schwere Lebererkrankungen bedingt sind

(Koma/Präkoma hepaticum)

bei Kaliummangelzuständen (Hypokaliämie), die auf Behandlung nicht ansprechen

bei schweren Natriummangelzuständen (Hyponatriämie)

bei erhöhtem Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)

bei Gicht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Bisoprolol dura plus einnehmen,

wenn Sie Hautkrebs haben oder hatten oder während der Behandlung eine unerwartete

Hautläsion entwickeln. Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid, insbesondere eine hochdosierte

Langzeitanwendung, kann das Risiko einiger Arten von Haut- und Lippenkrebs (weißer

Hautkrebs) erhöhen. Schützen Sie Ihre Haut vor Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen, solange

Sie Bisoprolol dura plus einnehmen.

bei Herzinsuffizienz (die Therapie der stabilen chronischen Herzinsuffizienz

(Herzmuskelschwäche) muss mit dem Einzelwirkstoff Bisoprolol und der dafür empfohlenen

Titrationsphase begonnen werden)

bei Bronchialverkrampfung (Asthma bronchiale, obstruktiven Atemwegserkrankungen)

bei gleichzeitiger Behandlung mit Inhalationsnarkotika

bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit stark schwankenden Blutzuckerwerten; Symptome

eines stark erniedrigten Blutzuckers (Hypoglykämiesymptome) können verschleiert werden

bei strengem Fasten

während einer Desensibilisierungstherapie

bei geringgradigen Erregungsleitungsstörungen von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern

(AV-Block I. Grades)

bei Durchblutungsstörungen des Herzens infolge von krampfartigen Verengungen der

Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina)

bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (Verstärkung der Beschwerden insbesondere bei

Therapiebeginn möglich)

bei Verminderung des Blutvolumens (Hypovolämie)

bei Leberfunktionsstörung.

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Bei Bronchialverkrampfungen (Asthma bronchiale) oder anderen chronisch obstruktiven

Lungenfunktionsstörungen, die Symptome verursachen können, sollte eine begleitende

bronchienerweiternde Therapie erfolgen. Gelegentlich kann eine Zunahme des Atemwegswiderstandes

bei Patienten mit Asthma auftreten und eine Dosiserhöhung von bronchienerweiternden Arzneimitteln

-Sympathomimetika) erfordern.

Wie auch andere Betablocker kann Bisoprolol sowohl die Empfindlichkeit gegenüber Allergie

auslösenden Stoffen (Allergenen) als auch die Schwere von allergischen (anaphylaktischen)

Reaktionen steigern. Das trifft auch bei einer laufenden Desensibilisierungstherapie zu. Adrenalin

zeigt hierbei nicht immer die gewünschte therapeutische Wirkung.

Bei Patienten mit bestehender Psoriasis oder Psoriasis in der Vorgeschichte sollte die Verordnung von

Betablockern (z.B. Bisoprolol) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Bei Patienten mit einem Nebennierenmarktumor (Phäochromozytom) dürfen Betablocker (z.B.

Bisoprolol) erst nach Blockade der Alpha-Rezeptoren verabreicht werden.

Die Behandlung mit Betablockern (z.B. Bisoprolol) kann die Symptome einer schweren

Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose) verschleiern.

Bei Patienten mit erhöhtem Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) ist das Risiko eines

Gichtanfalls erhöht.

Die Therapie mit Betablockern (z.B. Bisoprolol) sollte ohne zwingende Indikation nicht abrupt

beendet werden.

Fälle von akuter Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) sind bei Patienten mit Gallensteinleiden

(Cholelithiasis) berichtet worden.

Wenn Sie eine Vollnarkose erhalten, muss der Narkose-Arzt von der Therapie mit Betablockern

unterrichtet sein. Gegenwärtig wird empfohlen, die Therapie weiterzuführen, da während der

Operation möglicherweise auftretende Rhythmus- und Durchblutungsstörungen des Herzens günstig

beeinflusst werden können. Falls das Absetzen der Betablockertherapie vor der Operation für

notwendig erachtet wird, sollte dies ausschleichend erfolgen und ca. 48 Stunden vor der Narkose

abgeschlossen sein.

Photosensibilitätsreaktionen können in Verbindung mit Thiaziddiuretika auftreten. Falls

Photosensibilitätsreaktionen auftreten wird empfohlen, exponierte Körperbereiche vor Sonnen- bzw.

UVA-Strahlen zu schützen. In schweren Fällen kann es erforderlich sein die Behandlung mit

Bisoprolol dura plus abzubrechen.

Durch die Hydrochlorothiazid-Komponente kann die kontinuierliche Langzeitgabe von Bisoprolol

dura plus zu einer Störung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts führen, speziell Hypokaliämie

und Hyponatriämie, aber auch Hypomagnesiämie, Hypochloridämie und Hyperkalzämie.

Schwerer Kaliummangel (Hypokaliämie) führt eher zur Entwicklung von schweren

Rhythmusstörungen (Arrhythmien), teilweise zu Torsade de pointes mit tödlichem Ausgang.

Eine Störung des Säure-Base-Haushaltes (metabolische Alkalose) kann sich durch den gestörten

Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt verschlimmern.

Hinweis

Während der Behandlung mit Bisoprolol dura plus sollten die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium,

Natrium, Calcium), Kreatinin und Harnstoff, die Blutfette (Cholesterol und Triglyzeride), Harnsäure

und Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden, um Störungen im Wasser-/Elektrolythaushalt,

insbesondere Hyponatriämie, hypochlorämische Alkalose und Hypokaliämie, zu erkennen.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Bisoprolol dura plus kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Einnahme von Bisoprolol dura plus zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die gleichzeitige Einnahme mit folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Calciumantagonisten

wurden verzögerte Erregungsleitung von

Herzvorhöfen auf die Herzkammern sowie eine Herabsetzung der Kontraktionskraft

(Herzmuskelschwäche) des Herzmuskels beobachtet. Die intravenöse Applikation von

Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ kann zu einer ausgeprägten Hypotonie und AV-

Blockierungen führen.

Zentral wirksame blutdrucksenkende Arzneimittel, wie z.B. Clonidin und andere (z.B. Methyldopa,

Moxonidin und Reserpin) können bei gleichzeitiger Anwendung zu einer Verlangsamung der

Herzschlagfolge, einer Verringerung des Herzauswurfvolumens und zu einer Gefäßerweiterung

führen. Außerdem kann es nach Absetzen von Clonidin zu einem überschießenden Blutdruckanstieg

kommen.

Die gleichzeitige Verwendung von Lithium kann durch eine verringerte Lithiumausscheidung zu einer

stärkeren Schädigung von Herz und Nervensystem führen.

Die gleichzeitige Einnahme von Bisoprolol dura plus mit folgenden Arzneimitteln darf nur unter

bestimmten Bedingungen und mit besonderer Vorsicht erfolgen:

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (z.B. Nifedipin,

Amlodipin) kann eine verstärkte Blutdrucksenkung sowie bei Patienten mit Herzmuskelschwäche eine

weitere Herabsetzung der Kontraktionskraft des Herzmuskels auftreten.

Ein gesteigerter blutdrucksenkender Effekt ist bei der Kombination mit trizyklischen Antidepressiva,

Barbituraten, Phenothiazin sowie anderen Substanzen, die den zu hohen Blutdruck senken, möglich.

Bei einer gleichzeitigen Anwendung von ACE-Hemmern wie z.B. Captopril und Enalapril sowie

Angiotensin-II-Antagonisten ist übermäßige Blutdrucksenkung bei Patienten mit bestehendem

Natriummangel (Natriumdepletion) und insbesondere bei Patienten mit Nierenarterienstenose

(Verengung, der die Nieren versorgenden Arterie) und/oder akute Niereninsuffizienz (Nierenversagen)

zu Therapiebeginn mit ACE-Hemmern möglich. Bei einem durch eine diuretische Therapie

entstandenen Natriummangel sollte entweder das Diuretikum 3 Tage vor Beginn der ACE-Hemmer

Therapie abgesetzt werden oder die Therapie mit ACE-Hemmern einschleichend mit geringer Dosis

begonnen werden.

Antiarrhythmika können Torsade de pointes auslösen: Klasse-I-Antiarrhythmika (z.B. Chinidin,

Disopyramid), und Klasse III (z.B. Amiodaron und Sotalol). Hypokaliämien können das Auftreten von

Torsade de pointes begünstigen. Hypokaliämien sind zu vermeiden und, falls notwendig, zu

korrigieren. Das QT-Intervall ist zu kontrollieren. Im Fall eines Torsade de pointes sollten keine

Antiarrhythmika verabreicht werden (Schrittmachertherapie). Die Wirkung von Bisoprolol dura plus

kann bei gleichzeitiger Gabe von Antiarrhythmika verstärkt werden. Nicht zur Klasse der

Antiarrhythmika gehörende Substanzen, die einen Torsade de pointes auslösen können: Astemizol,

Erythromycin i.v., Halofantrin, Pentamidin, Sparfloxazin, Terfenadin und Vincamin. Im Falle einer

Hypokaliämie sind Arzneimittel zu verwenden, die keinen Torsade de pointes auslösen können.

Parasympathomimetika können möglicherweise zu einer Störung der Erregungsleitung des Herzens

führen und das Risiko für Bradykardien (Verlangsamung der Herzfrequenz) verstärken.

Die äußerliche Anwendung von Beta-Rezeptorenblockern (z.B. in Augentropfen bei Glaukom-

Behandlung) kann die Wirkung von Bisoprolol dura plus verstärken.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Bisoprolol dura plus und Insulin oder anderen

blutzuckersenkenden Arzneimitteln (Sulfonylharnstoffe) kann deren Wirkung verstärkt werden.

Warnzeichen eines erniedrigten Blutzuckers (Hypoglykämie) – insbesondere schneller Puls

(Tachykardie) – können verschleiert oder abgemildert sein.

Die gleichzeitige Anwendung von Bisoprolol dura plus und Narkosemitteln kann eine verstärkte

Blutdrucksenkung zur Folge haben. Gegenregulationsmechanismen, z.B. Anstieg der Herzfrequenz

(Reflextachykardie), können beeinträchtigt sein. Eine Fortsetzung der Betablockade reduziert das

Risiko für Rhythmusstörungen während Narkoseeinleitung und Intubation. Der Narkosearzt sollte vor

einer Allgemeinnarkose über die Behandlung mit Bisoprolol dura plus informiert werden.

Bei gleichzeitiger Therapie mit Bisoprolol dura plus und Digitalis begünstigt ein Kalium-Mangel das

Auftreten von Digitalis-bedingten Nebenwirkungen.

Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) (z.B. Acetylsalicylsäure) können den blutdrucksenkenden

Effekt von Bisoprolol dura plus abschwächen.

Nichtsteroidale Antirheumatika: Bei Patienten mit Verminderung des Blutvolumens kann bei

gleichzeitiger Anwendung ein akutes Nierenversagen auftreten.

Eine Kombination von Bisoprololfumarat mit Beta-Sympathomimetika kann zu einer

Wirkungsabschwächung beider Substanzen führen. Bei der Behandlung allergischer Reaktionen kann

eine erhöhte Dosierung von Adrenalin erforderlich sein.

Sympathomimetika, die Alpha- und Beta-Rezeptoren aktivieren (z.B. Adrenalin, Noradrenalin):

Mögliche Erhöhung des Blutdrucks und Verstärkung der Claudicatio intermittens. Solche

Interaktionen sind bei nicht-selektiven Betablockern wahrscheinlicher.

Die Wirkung von Harnsäure-senkenden Arzneimitteln kann bei gleichzeitiger Einnahme von

Bisoprolol dura plus abgeschwächt werden.

Erhöhte Kaliumverluste können bei gleichzeitiger Anwendung von Bisoprolol dura plus mit

Glucocorticoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Furosemid oder Abführmitteln auftreten.

Cholestyramin, Colestipol: Reduziert die Aufnahme von Hydrochlorothiazid.

Methyldopa: In vereinzelten Fällen wurde Hämolyse aufgrund von Antikörperbildung gegen

Hydrochlorothiazid beschrieben.

Bei gleichzeitiger Anwendung zu beachten:

Kortison-Präparate können die blutdrucksenkende Wirkung von Bisoprolol dura plus vermindern.

Anwendung mit Mefloquin: Erhöhtes Risiko für einen Abfall der Herzfrequenz.

Gleichzeitiger Einsatz von Monoaminoxidase-Hemmern (außer MAO-B) kann die blutdrucksenkende

Wirkung von Betablockern verstärken, aber auch das Risiko einer Bluthochdruck-Krise steigern.

Bei hoch dosierter Anwendung von Salicylaten kann deren toxische Wirkung auf das zentrale

Nervensystem verstärkt sein.

Einnahme von Bisoprolol dura plus zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Während der Behandlung mit Bisoprolol dura plus sollten Patienten auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich

nehmen (z.B. Bananen, Gemüse, Nüsse). Die Kaliumverluste können durch gleichzeitige Behandlung

mit kaliumsparenden Diuretika vermindert oder verhindert werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Die Einnahme von Bisoprolol dura plus wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, weil es

Hydrochlorothiazid enthält. Sie müssen Ihren Arzt über eine tatsächliche oder vermutete

Schwangerschaft informieren. In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen dann zu einem anderen Medikament

als Bisoprolol dura plus

raten, da Bisoprolol dura plus nicht zur Anwendung in der Schwangerschaft

empfohlen wird. Das liegt daran, dass Bisoprolol dura plus in die Plazenta gelangt und dass es bei

Anwendung nach dem dritten Schwangerschaftsmonat zu gesundheitsschädigenden Wirkungen für

den Fötus und das Neugeborene kommen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Bisoprolol dura plus

wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen; Ihr Arzt kann eine andere Behandlung

für Sie wählen, wenn Sie stillen wollen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bisoprolol dura plus hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit

und das Bedienen von Maschinen. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen auf das

Arzneimittel kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt sein. Dies sollte besonders zu Beginn der Behandlung sowie bei Änderungen

der Medikation und im Zusammenwirken mit Alkohol berücksichtigt werden.

3.

Wie ist Bisoprolol dura plus einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Bisoprolol dura plus kann bei Patienten angewendet werden, deren Blutdruck mit Bisoprolol oder

Hydrochlorothiazid allein nicht ausreichend eingestellt ist. Eine individuelle Dosiseinstellung

(Dosistitration) mit den Einzelsubstanzen (d.h. Bisoprolol und Hydrochlorothiazid) ist zu empfehlen.

Wenn klinisch vertretbar, kann eine direkte Umstellung von der Monotherapie auf die fixe

Kombination in Erwägung gezogen werden.

Dosierung bei Nierenfunktionsstörungen

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Ausscheidung des Hydrochlorothiazidanteils von

Bisoprolol dura plus vermindert.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bisoprolol dura plus sollte nicht von Kindern eingenommen werden, da die Sicherheit und die

Wirksamkeit nicht untersucht worden ist.

Art der Anwendung

Sie sollten die Filmtabletten morgens vor, während oder nach dem Frühstück unzerkaut mit etwas

Flüssigkeit einnehmen.

Während der Behandlung mit Bisoprolol dura plus sollten Sie auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich

nehmen (z.B. Bananen, Gemüse, Nüsse).

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere der

Erkrankung. Über die Dauer der Behandlung entscheidet der behandelnde Arzt.

Die Dosierung von Bisoprolol dura plus darf ohne Anweisung des Arztes nicht geändert werden. Die

spindelförmige Teilungsrille auf beiden Seiten der Tablette dient nicht zum Teilen der Tablette.

Wenn Sie eine größere Menge von Bisoprolol dura plus eingenommen haben, als Sie sollten

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Bisoprolol dura plus benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren

Arzt. Dieser kann entsprechend der Schwere der Überdosierung über die gegebenenfalls erforderlichen

Maßnahmen entscheiden.

Die häufigsten Zeichen einer Überdosierung mit Bisoprolol dura plus sind verlangsamte

Herzschlagfolge (Bradykardie), Bronchialverkrampfung (Bronchospasmus), starker Blutdruckabfall,

akute Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und Unterzuckerung (Hypoglykämie). Hinzu könnten

Benommenheit, Übelkeit, Schläfrigkeit, Verminderung des Blutvolumens (Hypovolämie), kommen,

die klinische Zeichen einer akuten oder chronischen Überdosierung von Hydrochlorothiazid sind.

Nach Überdosierung sollte die Behandlung mit Bisoprolol dura plus nach Rücksprache mit dem

behandelnden Arzt abgebrochen werden.

Wenn Sie die Einnahme von Bisoprolol dura plus vergessen haben

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht etwa die doppelte Menge ein, sondern führen Sie die Einnahme,

wie in der Dosierungsanleitung beschrieben bzw. wie vom Arzt verordnet, fort.

Wenn Sie die Einnahme von Bisoprolol dura plus abbrechen

Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Bisoprolol dura plus nicht, ohne dies vorher

mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.

Die Behandlung mit Bisoprolol dura plus darf nicht abrupt abgesetzt werden, da dies zu einer

Verschlechterung der Herzinsuffizienz führen kann. Die Behandlung sollte langsam ausschleichend

beendet werden (mit Dosishalbierung über 7-10 Tage), da ein abruptes Absetzen zu einer akuten

Verschlechterung des Zustandes des Patienten führen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Mögliche Nebenwirkungen

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen):

Nicht bekannt:

Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Selten:

Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Blutplättchenmangel

(Thrombozytopenie)

Sehr selten:

Verminderung der granulierten Leukozyten (Agranulozytose)

Psychiatrische Erkrankungen:

Gelegentlich:

Schlafstörungen, Depressionen

Selten:

Alpträume, Halluzinationen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig:

erhöhte Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) und, erhöhte Harnsäurespiegel im Blut

(Hyperurikämie), Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt insbesondere

verminderte Kalium- und Natriumspiegel im Blut (Hypokaliämie und

Hyponatriämie), verminderte Magnesium- und Chloridspiegel sowie

Kalziumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie, Hypochloridämie, Hyperkalzämie).

Gelegentlich:

Appetitlosigkeit

Sehr selten:

stoffwechselbedingte Zunahme von Basen im Blut (metabolische Alkalose)

Erkrankungen des Nervensystems:

Häufig:

Schwindel*, Kopfschmerz*

Augenerkrankungen:

Selten:

verminderter Tränenfluss (beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten),

Sehstörungen

Sehr selten:

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Selten:

Hörstörungen

Herzerkrankungen:

Gelegentlich:

Starke Verminderung der Herzfrequenz (Bradykardie), Erregungsleitungsstörungen

von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern (AV-Erregungsleitungsstörungen),

Verschlechterung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

Gefäßerkrankungen:

Häufig:

Kältegefühl oder Taubheit in den Extremitäten

Gelegentlich:

verstärkter Blutdruckabfall auch beim Übergang vom Liegen zum Stehen

(orthostatische Dysregulation)

Selten:

Kreislaufkollaps (Synkope)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:

Gelegentlich:

Bronchialkrampf (Bronchospasmus) bei Patienten mit Bronchialasthma oder

verengenden (obstruktiven) Atemwegserkrankungen in der Krankengeschichte

(Anamnese)

Selten:

allergischer Schnupfen (allerg. Rhinitis)

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts:

Häufig:

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö), Verstopfung (Obstipation)

Gelegentlich:

Bauchbeschwerden, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Leber- und Gallenerkrankungen:

Selten:

Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (Ikterus)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Selten:

Überempfindlichkeitsreaktionen: Jucken, Rötung (Flush), entzündliche

Hautveränderung (Exanthem), Hautausschlag bei Lichteinwirkung

(Photodermatitis), Hautblutung (Purpura), stark juckende Quaddeln (Urtikaria)

Sehr selten:

Betablocker können eine Psoriasis auslösen bzw. verschlechtern oder

psoriasisähnliche Exantheme verursachen, Haarausfall, Hautflechte (kutaner Lupus

erythematodes)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Gelegentlich:

Muskelschwäche und -krämpfe

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Selten:

Potenzstörungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig:

Müdigkeit*

Gelegentlich:

Erschöpfungszustand* (Asthenie)

Sehr selten:

Brustschmerzen

Untersuchungen:

Häufig:

Erhöhung der Blutfette (Triglyzeride, Cholesterin), erhöhte Ausscheidung von

Zucker mit dem Harn (Glukosurie)

Gelegentlich:

Anstieg der Amylase, reversibler Anstieg des Serumkreatinins und Harnstoffs

Selten:

Anstieg der Leberenzymwerte (ASAT, ALAT)

Diese Erscheinungen treten insbesondere zu Beginn der Behandlung auf. Sie sind im Allgemeinen

leichterer Art und verschwinden meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Bisoprolol dura plus aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Blisterpackung angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie

es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg enthält

Die Wirkstoffe sind Bisoprololhemifumarat und Hydrochlorothiazid.

Jede Filmtablette Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg enthält

10 mg Bisoprololhemifumarat und 25 mg

Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), mikrokristalline Cellulose, Maisstärke,

Calciumhydrogenphosphat, Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172), Dimeticon 100,

Macrogol 400, Titandioxid (E171), Hypromellose.

Wie Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg aussieht und Inhalt der Packung

Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg sind rötlich-graue, runde, beidseitig gewölbte Filmtabletten mit

einer spindelförmigen Teilungsrille auf jeder Seite.

Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg ist in Packungen mit 30, 50 und 100 Filmtabletten erhältlich. Es

werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Mitvertrieb:

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Hersteller

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

oder

McDermott Laboratories Limited

T/A Gerard Laboratories

T/A Mylan Dublin

Unit 35/36 Baldoyle Industrial Estate

Baldoyle

Dublin 13

Irland

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2019.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bisoprolol dura plus 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Bisoprolol dura plus 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 5 mg Bisoprololhemifumarat und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 10 mg Bisoprololhemifumarat und 25 mg Hydrochlorothiazid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Bisoprolol dura plus 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

rosa-weiß, rund, bikonvex, mit einer spindelförmigen Teilungsrille auf beiden Seiten. Die

spindelförmige Teilungsrille auf beiden Seiten der Tablette dient nicht zum Teilen der Tablette.

Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg Filmtabletten

rötlich-grau, rund, bikonvex, mit einer spindelförmigen Teilungsrille auf beiden Seiten. Die

spindelförmige Teilungsrille auf beiden Seiten der Tablette dient nicht zum Teilen der Tablette.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Essentielle Hypertonie.

Die fixe Dosiskombination Bisoprolol dura plus 5 mg/12,5 mg bzw. Bisoprolol dura plus 10 mg/25

mg ist bei Patienten indiziert, deren Blutdruck mit Bisoprolol oder Hydrochlorothiazid alleine nicht

ausreichend kontrolliert ist.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die fixen Dosiskombinationen Bisoprolol dura plus können bei Patienten angewendet werden, deren

Blutdruck mit Bisoprololhemifumarat oder Hydrochlorothiazid allein nicht ausreichend eingestellt ist.

Eine individuelle Dosiseinstellung (Dosistitration) mit den Einzelsubstanzen ist zu empfehlen.

Wenn klinisch vertretbar, kann eine direkte Umstellung von der Monotherapie auf die fixe

Kombination in Erwägung gezogen werden.

Niereninsuffizienz

Bei gleichzeitig eingeschränkter Nierenfunktion ist die Elimination des HCT-Anteils von Bisoprolol

dura plus vermindert, so dass gegebenenfalls die niedrigere Dosisform, Bisoprolol dura plus 5 mg/12,5

mg, zu bevorzugen ist (siehe Abschnitt 4.4).

Ältere Patienten

In der Regel ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keine Therapieerfahrungen mit Bisoprolol dura plus bei Kindern. Aus diesem Grunde kann

eine Anwendung bei Kindern nicht empfohlen werden.

Art und Dauer der Anwendung

Die Filmtabletten sollten morgens vor, während oder nach dem Frühstück unzerkaut mit etwas

Flüssigkeit eingenommen werden. Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet

sich nach Art und Schwere der Erkrankung.

Die Behandlung mit Bisoprolol sollte - insbesondere bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit nicht

abrupt beendet werden, da dies zu einer akuten Verschlechterung des Zustandes des Patienten führen

kann.

4.3

Gegenanzeigen

Bisoprolol dura plus darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen Bisoprolol, Hydrochlorothiazid oder andere Thiazide, Sulfonamide

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

akuter Herzinsuffizienz oder während einer Dekompensation der Herzinsuffizienz, die eine i.v.

Therapie mit inotropen Substanzen erfordert

kardiogenem Schock

AV-Block II. oder III. Grades (ohne Herzschrittmacher)

Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom)

sinuatrialem Block

Bradykardie mit weniger als 60 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn

schwerem Asthma bronchiale oder schwerer chronisch obstruktiver Lungenfunktionsstörung

Spätstadien der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder Raynaud-Syndrom

unbehandeltem Phäochromozytom (siehe Abschnitt 4.4)

metabolischer Azidose

schwerer Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie (Kreatinin-Clearance kleiner als 30

ml/min und/oder Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml)

akuter Glomerulonephritis

Koma und Präkoma hepaticum

therapieresistenter Hypokaliämie

schwerer Hyponatriämie

Hyperkalzämie

Gicht

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Behandlung mit Bisoprolol dura plus

sollte - insbesondere bei Patienten mit koronarer

Herzkrankheit - nicht abrupt beendet werden, da dies zu einer vorübergehenden Verschlechterung des

Zustandes des Patienten führen kann (siehe Abschnitt 4.2).

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:

Herzinsuffizienz (bei Patienten mit gleichzeitiger stabiler, chronischer Herzinsuffizienz muss

die Therapie mit dem Einzelwirkstoff Bisoprolol und der dafür empfohlenen Titrationsphase

begonnen werden)

Bronchospasmen (Asthma bronchiale, obstruktive Atemwegserkrankungen)

gleichzeitiger Behandlung mit Inhalationsnarkotika

Diabetes mellitus mit stark schwankenden Blutzuckerwerten; Hypoglykämiesymptome können

verschleiert werden

strengem Fasten

laufender Desensibilisierungstherapie

AV-Block I. Grades

Prinzmetal-Angina

peripherer arterieller Verschlusskrankheit (Verstärkung der Beschwerden insbesondere bei

Therapiebeginn möglich)

Hypovolämie

Leberfunktionsstörung

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

In zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters wurde

ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) [Basalzellkarzinom (BCC) und

Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ)

beobachtet. Photosensibilisierende Wirkungen von HCTZ könnten zur Entstehung von NMSC

beitragen.

Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es sollte ihnen

geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und unverzüglich alle verdächtigen

Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen

werden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren; z. B. Einschränkung der Exposition gegenüber

Sonnenlicht und UV-Strahlung oder im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen

Sonnenschutzes. Verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht werden, ggf.

einschließlich histologischer Untersuchungen von Biopsien. Bei Patienten, bei denen bereits ein

NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von HCTZ überprüft werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

Bei Asthma bronchiale oder anderen chronisch obstruktiven Lungenfunktionsstörungen, die

Symptome verursachen können, sollte eine begleitende bronchodilatatorische Therapie erfolgen.

Gelegentlich kann eine Zunahme des Atemwegswiderstandes bei Patienten mit Asthma auftreten und

eine Dosiserhöhung von

-Sympathomimetika erfordern.

Eine metabolische Alkalose kann sich durch den gestörten Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt

verschlimmern.

Wie auch andere

-Blocker kann Bisoprolol sowohl die Sensitivität gegenüber Allergenen als auch die

Schwere von anaphylaktischen Reaktionen steigern. Das trifft auch bei laufender

Desensibilisierungstherapie zu. Adrenalin zeigt hierbei nicht immer die gewünschte therapeutische

Wirkung.

Bei Patienten mit bestehender oder anamnestischer Psoriasis sollte die Verordnung von

-Blockern

(z.B. Bisoprolol) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Bei Patienten mit einem Phäochromozytom dürfen

-Blocker (z.B. Bisoprolol) erst nach Blockade der

Alpha-Rezeptoren verabreicht werden.

Die Behandlung mit

-Blockern (z.B. Bisoprolol) kann die Symptome einer Thyreotoxikose

verschleiern.

Fälle von akuter Cholezystitis sind bei Patienten mit Cholelithiasis berichtet worden.

Störung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts

Durch die Hydrochlorothiazid-Komponente kann die kontinuierliche Langzeitgabe von Bisoprolol

dura plus zu einer Störung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts führen, speziell Hypokaliämie

und Hyponatriämie, aber auch Hypomagnesiämie, Hypochloridämie und Hyperkalzämie.

Hypokaliämie führt eher zur Entwicklung von schweren Arrhythmien, teilweise zu Torsade de pointes

mit tödlichem Ausgang.

Bei Patienten mit Hyperurikämie ist das Risiko eines Gichtanfalls erhöht.

Während der Langzeitbehandlung mit Bisoprolol dura plus sollten die Serumelektrolyte (insbesondere

Kalium, Natrium, Calcium), Kreatinin und Harnstoff, die Blutfette (Cholesterol und Triglyceride),

Harnsäure und Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden.

Hinweis

Während der Behandlung mit Bisoprolol dura plus sollten Patienten auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich

nehmen (z.B. Bananen, Gemüse, Nüsse). Die Kaliumverluste können durch gleichzeitige Behandlung

mit kaliumsparenden Diuretika vermindert oder verhindert werden.

Allgemeinanästhesie

Bei Patienten, die eine Vollnarkose erhalten, reduzieren Betablocker das Auftreten von Arrhythmien

und myokardialen Ischämien während der Narkoseeinleitung, der Intubation und postoperativ. Es wird

gegenwärtig empfohlen, eine bestehende Betablockertherapie bei Operationen nicht zu beenden. Der

Anästhesist muss von der Therapie mit Betablockern unterrichtet sein, da potentielle Interaktionen mit

anderen Pharmaka, resultierende Bradyarrhythmien, Dämpfung von Reflextachykardien und die

Kompensation von Blutverlusten durch verringerte Reflexreaktionen die Folge sein können. Falls das

Absetzen der Betablockertherapie vor der Operation erforderlich ist, sollte dies ausschleichend

erfolgen und bis ca. 48 Stunden vor der Narkose abgeschlossen sein.

Photosensibilitätsreaktionen können in Verbindung mit Thiaziddiuretika auftreten. Falls

Photosensibilitätsreaktionen auftreten wird empfohlen exponierte Körperbereiche vor Sonnen- bzw.

UVA-Strahlen zu schützen. In schweren Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung mit

Bisoprolol dura plus

abzubrechen.

Die Anwendung von Bisoprolol dura plus kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Allgemeine Information:

Es muss berücksichtigt werden, dass in Folge von Störungen des Kaliumgehaltes im Serum bestimmte

Arzneimittel beeinflusst werden können.

Nicht empfohlene gleichzeitige Anwendung mit:

Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ und in geringerem Ausmaß vom Diltiazem-Typ: Negative

Beeinflussung der Kontraktilität, der atrio-ventrikulären Erregungsleitung. Die intravenöse

Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ kann bei Patienten unter

Betablockertherapie zu einer ausgeprägten Hypotonie und AV-Blockierungen führen.

Zentral wirksame blutdrucksenkende Arzneistoffe, wie z.B. Clonidin und andere (z.B. Methyldopa,

Moxonidin, Reserpin): Kombinationstherapie mit zentral wirksamen Antihypertensiva kann zu einer

Verschlechterung der Herzinsuffizienz durch Verringerung des zentralen Sympathikotonus (Reduktion

der Herzschlagfolge und Auswurfvolumen, Vasodilatation) führen. Abruptes Absetzen, besonders vor

Beendigung der Betablockertherapie, kann das Risiko einer „Rebound Hypertonie“ verstärken.

Lithium: Bisoprolol dura plus kann die kardiotoxischen und neurotoxischen Wirkungen von Lithium

durch verminderte Lithiumausscheidung verstärken.

Gleichzeitige Anwendung nur mit Vorsicht bei:

Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (z.B. Nifedipin, Amlodipin): Bei gleichzeitiger

Anwendung kann das Hypotonierisiko und eine Verschlechterung der ventrikulären Pumpfunktion bei

herzinsuffizienten Patienten nicht ausgeschlossen werden.

Trizyklische Antidepressiva, Barbiturate, Phenothiazin sowie andere Antihypertensiva: Gesteigerter

blutdrucksenkender Effekt.

ACE-Hemmer (z.B. Captopril, Enalapril), Angiotensin II Antagonisten: bei Patienten mit bestehender

Natriumdepletion und insbesondere bei Patienten mit Nierenarterienstenose ist übermäßige

Blutdrucksenkung und/oder akute Niereninsuffizienz zu Therapiebeginn mit ACE-Hemmern möglich.

Bei einer durch eine diuretische Therapie entstandene Natriumdepletion sollte entweder das

Diuretikum 3 Tage vor Beginn der ACE-Hemmer Therapie abgesetzt werden oder die Therapie mit

ACE Hemmern einschleichend mit geringer Dosis begonnen werden.

Klasse-I-Antiarrhythmika (z.B. Disopyramid, Chinidin, Lidocain, Phenytoin, Flecainid, Propafenon):

Mögliche Verstärkung der Wirkung auf atriale Überleitungszeit und der negativ inotropen Wirkung.

Klasse-III-Antiarrhythmika (z.B. Amiodaron): Mögliche Verstärkung der Wirkung auf atriale

Überleitungszeit.

Antiarrhythmika können Torsade de pointes auslösen: Klasse IA Substanzen (z.B. Chinidin,

Disopyramid), und Klasse III (z.B. Amiodaron und Sotalol). Hypokaliämien können das Auftreten von

Torsade de pointes begünstigen. Hypokaliämien sind zu vermeiden und, falls notwendig, zu

korrigieren. Das QT-Intervall ist zu kontrollieren. Im Fall eines Torsade de pointes sollten keine

Antiarrhythmika verabreichen werden (Schrittmachertherapie).

Nicht zur Klasse der Antiarrhythmika gehörende Substanzen, die einen Torsade de pointes auslösen

können: Astemizol, Erythromycin i.v., Halofantrin, Pentamidin, Sparfloxazin, Terfenadin und

Vincamin. Hypokaliämien können das Auftreten von Torsade de pointes begünstigen. Im Falle einer

Hypokaliämie sind Arzneimittel zu verwenden, die keinen Torsade de pointes auslösen können.

Parasympathomimetika: Kombinationstherapie kann die atrio-ventrikuläre Überleitungszeit und das

Risiko für Bradykardien verstärken. Topische Anwendung von Betablockern (z.B. Augentropfen bei

Glaukom-Behandlung) kann die systemische Wirkung von Bisoprolol verstärken.

Insulin und orale Antidiabetika: Verstärkung des blutzuckersenkenden Effektes. Blockade der

Adrenozeptoren kann die Zeichen einer Hypoglykämie verschleiern.

Narkosemittel: Abschwächung einer Reflextachykardie und erhöhtes Hypotonie-Risiko (s. a.

Abschnitt 4.4.).

Digitalisglykoside: Verlängerung der atrio-ventrikulären Überleitungszeit. Verlangsamung der

Herzfrequenz. Sollte sich während der Therapie mit Bisoprolol dura plus eine Hypokaliämie und/oder

Hypomagnesiämie entwickeln, kann das Myokard eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber

Herzglykosiden aufweisen und somit deren Wirkungen und auch Nebenwirkungen verstärken.

Nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAIDs): Verminderte blutdrucksenkende Wirkung. Bei Patienten,

die eine Hypovolämie entwickeln, kann es durch gleichzeitige Anwendung von nichtsteroidalen

Antirheumatika zu akutem Nierenversagen kommen.

Beta-Sympathomimetika: Kombination mit Bisoprolol kann zu einer Wirkungsabschwächung beider

Substanzen führen. Bei der Behandlung allergischer Reaktionen kann eine erhöhte Dosierung von

Adrenalin erforderlich sein.

Sympathomimetika, die α- und β-Rezeptoren aktivieren (z.B. Adrenalin, Noradrenalin): Mögliche

Erhöhung des Blutdrucks und Verstärkung der Claudicatio intermittens. Solche Interaktionen sind bei

nicht-selektiven Betablockern wahrscheinlicher.

Die Wirkung von Harnsäure-senkenden Arzneimitteln kann bei gleichzeitiger Einnahme von

Bisoprolol dura plus abgeschwächt werden.

Erhöhte Kaliumverluste können bei gleichzeitiger Anwendung von Bisoprolol dura plus mit

Glucocorticoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Furosemid oder Laxantien auftreten.

Cholestyramin, Colestipol: Reduziert die Resorption der Hydrochlorothiazid-Komponente von

Bisoprolol dura plus.

Methyldopa: In vereinzelten Fällen wurde Hämolyse aufgrund von Antikörperbildung gegen

Hydrochlorothiazid beschrieben.

Bei gleichzeitiger Anwendung zu beachten:

Corticosteroide: verminderter antihypertensiver Effekt.

Mefloquin: Erhöhtes Risiko für Bradykardien.

Monoaminoxidase-Hemmer (außer MAO-B-Hemmer): Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung

-Blockern, aber auch Risiko einer hypertensiven Krise.

Bei hoch dosierter Anwendung von Salicylaten kann deren toxische Wirkung auf das ZNS verstärkt

sein.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die pharmakologischen Wirkungen von Bisoprolol können sich negativ auf Schwangerschaft und/oder

Fetus/Neugeborenes auswirken. Im Allgemeinen vermindern Betablocker die Plazentaperfusion.

Hierdurch kann es zu intrauterinen Wachstumsstörungen, zum Tode der Feten, Fehlgeburten oder

vorzeitigen Wehen kommen. Unerwünschte Ereignisse (z. B. Hypoglykämie und Bradykardie) können

sowohl beim Fetus als auch beim Neugeborenen auftreten. Wenn die Behandlung mit einem

Betablocker erforderlich ist, so sind β

-selektive Betablocker zu bevorzugen.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der

Schwangerschaft vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien sind

unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Auf Grund des pharmakologischen Wirkmechanismus von

Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters zu einer

Störung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus,

Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Auf Grund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne

den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei

Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Präeklampsie nicht zur Anwendung

kommen.

Bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den seltenen Fällen,

in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden. Die Einnahme von Bisoprolol dura

plus wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen, da ein Thiaziddiuretikum enthalten ist.

Stillzeit

Bisoprololfumarat kann in die Muttermilch ausgeschieden werden. Hydrochlorothiazid geht in

geringen Mengen in die Muttermilch über. Thiazid-Diuretika, angewandt in hohen Dosen zur

intensiven Diurese, können die Laktation hemmen. Die Anwendung von Bisoprolol dura plus während

der Stillzeit wird nicht empfohlen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Bisoprolol dura plus

hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit

und das Bedienen von Maschinen.

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen auf das Arzneimittel kann die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Dies sollte besonders zu Beginn der Behandlung sowie bei Änderungen der Medikation und im

Zusammenwirken mit Alkohol berücksichtigt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Häufig

(≥1/100 bis <1/10), Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), Selten (≥1/10.000 bis <1/1000), Sehr selten

(<1/10.000), Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Nicht bekannt:

Nicht-melanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Selten:

Leukopenie, Thrombozytopenie

Sehr selten:

Agranulozytose

Psychiatrische Erkrankungen:

Gelegentlich:

Schlafstörungen, Depressionen

Selten:

Alpträume, Halluzinationen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig:

Hyperglykämie, Hyperurikämie, Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt

(besonders Hypokaliämie und Hyponatriämie, außerdem Hypomagnesiämie und

Hypochloridämie sowie Hyperkalzämie)

Gelegentlich:

Appetitlosigkeit

Sehr selten:

metabolische Alkalose

Erkrankungen des Nervensystems:

Häufig:

Schwindel*, Kopfschmerz*

Augenerkrankungen:

Selten:

verminderter Tränenfluss (beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten),

Sehstörungen

Sehr selten:

Konjunktivitis

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Selten:

Hörstörungen

Herzerkrankungen:

Gelegentlich:

Bradykardie, AV-Erregungsleitungsstörungen, Verschlechterung einer bestehenden

Herzinsuffizienz

Gefäßerkrankungen:

Häufig:

Kältegefühl oder Taubheit in den Extremitäten

Gelegentlich:

orthostatische Dysregulation

Selten:

Synkope

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:

Gelegentlich:

Bronchospasmus bei Patienten mit Bronchialasthma oder obstruktiven

Atemwegserkrankungen in der Anamnese

Selten:

allergische Rhinitis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig:

Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation

Gelegentlich:

Bauchbeschwerden, Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen:

Selten:

Hepatitis, Ikterus

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Selten:

Überempfindlichkeitsreaktionen (Jucken, Flush, Exanthem, Photodermatitis,

Purpura, Urtikaria)

Sehr selten:

-Blocker können eine Psoriasis auslösen bzw. verschlechtern oder

psoriasisähnliche Exantheme verursachen, Haarausfall, kutaner Lupus

erythematodes

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Gelegentlich:

Muskelschwäche und -krämpfe

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Selten:

Potenzstörungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig:

Müdigkeit*

Gelegentlich:

Asthenie

Sehr selten:

Brustschmerzen

Untersuchungen:

Häufig:

Erhöhung der Triglyzeride und des Cholesterins, Glukosurie

Gelegentlich:

Anstieg der Amylase, reversibler Anstieg des Serumkreatinins und Harnstoffs

Selten:

Anstieg der Leberenzymwerte (ASAT, ALAT)

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen

Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC

festgestellt (siehe auch Abschnitt 4.4 und 5.1 ).

Diese Erscheinungen treten insbesondere zu Beginn der Behandlung auf. Sie sind im Allgemeinen

leichterer Art und verschwinden meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung umfassen Bradykardie, Hypotonie, Bronchospasmus, akute

Herzinsuffizienz, Hypoglykämie und Erregungsleitungsstörungen im EKG. Auf eine einmalige Gabe

einer hohen Bisoprolol-Dosis wird interindividuell mit sehr unterschiedlicher Empfindlichkeit reagiert.

Herzinsuffiziente Patienten reagieren wahrscheinlich sehr empfindlich. Die durch eine Überdosierung

verursachte Bradykardie wird mit Atropin (1-2 mg intravenös), Isoprenalin oder einem passageren

Herzschrittmacher behandelt. Der Blutdruckabfall wird mit intravenöser Volumenzufuhr und bei

Bedarf mit der Gabe vasokonstriktorisch wirkender Katecholamine behandelt. Bronchospasmen

können mit Theophyllin, Theophyllin-Derivaten oder

-Sympathomimetika behandelt werden. Liegt

die Überdosierung erst kurze Zeit zurück (0-2 Stunden), wird dem Patienten Aktivkohle verabreicht,

eine Magenspülung sollte in Erwägung gezogen werden. Herzfrequenz, Blutdruck, Elektrolythaushalt

und Blutzucker müssen überwacht werden. Durch Hämodialyse kann die Elimination von Bisoprolol

nicht entscheidend gesteigert werden.

Das klinische Bild einer akuten oder chronischen Überdosierung von Hydrochlorothiazid ist

gekennzeichnet durch das Ausmaß von Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Häufigste Zeichen dafür

sind Schwindel, Übelkeit, Somnolenz, Hypovolämie. Hypotension, Hypokaliämie. Es liegen keine

ausreichenden Daten zur Effizienz der Hämodialyse zur Elimination Hydrochlorothiazid vor.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektiver Beta-Rezeptorenblocker und Diuretikum Thiazid

ATC-Code: C07BB07

Bisoprolol

Bisoprolol ist ein Beta-Rezeptorenblocker, der in Bezug auf Lipophilie und Hydrophilie eine

Mittelstellung einnimmt. Bisoprolol ist ein hochselektiver, herzspezifischer

-Blocker und besitzt

weder intrinsische sympathomimetische noch klinisch relevante membranstabilisierende Wirkungen.

Bisoprolol senkt die Reaktion auf die sympathoadrenerge Wirkung durch Blockade der kardialen

Rezeptoren. Dies führt zu einer Senkung der Herzfrequenz und Kontraktilität und damit Verminderung

des myokardialen Sauerstoffverbrauchs.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiadiazin-Derivat, das primär eine Mehrausscheidung von

Elektrolyten bewirkt und sekundär durch das osmotisch gebundene Wasser den Harnfluss vergrößert.

Hydrochlorothiazid hemmt vorwiegend im distalen Tubulus die Natriumresorption, wobei maximal

etwa 15% des glomerulär filtrierten Natriums ausgeschieden werden können. Das Ausmaß der

Chloridausscheidung entspricht in etwa dem der Natriumausscheidung.

Durch Hydrochlorothiazid nimmt auch die Kaliumausscheidung zu, die im Wesentlichen durch die

Kaliumsekretion im distalen Tubulus und im Sammelrohr bestimmt wird (vermehrter Austausch

zwischen Natrium- und Kaliumionen). Durch Azidose oder Alkalose wird die saluretische bzw.

diuretische Wirkung des Hydrochlorothiazids nicht wesentlich beeinflusst.

Die glomeruläre Filtrationsrate wird initial geringgradig vermindert. Während einer Langzeittherapie

mit Hydrochlorothiazid wird die Calciumausscheidung über die Nieren vermindert, so dass daraus

eine Hyperkalzämie resultieren kann.

Hydrochlorothiazid wirkt relaxierend auf die glatte Gefäßmuskulatur und verringert dadurch den

peripheren Widerstand.

Bei chronisch niereninsuffizienten Patienten (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder Serum-

Kreatinin über 1,8 mg/100 ml) ist Hydrochlorothiazid praktisch unwirksam. Bei Patienten mit renalem

und ADH-sensiblem Diabetes insipidus wirkt Hydrochlorothiazid antidiuretisch.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen

Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC

beobachtet. Eine Studie umfasste eine Grundgesamtheit aus 71 533 Fällen von BCC und 8 629 Fällen

von SCC mit Kontrollgruppen von 1 430 833 bzw. 172 462 Personen. Eine hohe HCTZ-Dosierung

50 000 mg kumulativ) war assoziiert mit einer bereinigten Odds-Ratio von 1,29 (95%

Konfidenzintervall: 1,23-1,35) für BCC und 3,98 (95 % Konfidenzintervall: 3,68-4;31) für SCC.

Sowohl bei BCC als auch bei SCC wurde eine eindeutige kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung

ermittelt. Eine weitere Studie ergab einen möglichen Zusammenhang zwischen Lippenkrebs (SCC)

und der Exposition gegenüber HCTZ: 633 Fälle von Lippenkrebs wurden mittels eines

risikoorientierten Stichprobenverfahrens mit einer Kontrollgruppe von 63 067 Personen abgeglichen.

Es wurde eine kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung mit einer bereinigten Odds-Ratio von 2,1 (95%

Konfidenzintervall: 1,7-2,6) festgestellt, die sich bei hoher Exposition (~ 25 000 mg) auf eine Odds-

Ratio von 3,9 (3,0-4,9) und bei der höchsten kumulativen Dosis (~ 100,000 mg) auf eine Odds-Ratio

von 7,7 (5,7-10,5) erhöhte (siehe auch Abschnitt 4.4).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bisoprolol

Bisoprolol ist aus Filmtabletten zu rund 90% bioverfügbar. Nach Einnahme wird Bisoprolol

annähernd vollständig (> 90 %) aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Zusammen mit dem sehr

niedrigen First-Pass-Effekt in der Leber (< 10 %) führt dies zu einer absoluten Bioverfügbarkeit von

88 %. Bisoprolol kann sowohl nüchtern als auch zu einem Frühstück eingenommen werden, ohne dass

sich Resorption oder Bioverfügbarkeit ändern. Bisoprolol wird zu etwa 30 % an Plasmaproteine

gebunden. Die Pharmakokinetik von Bisoprolol wird nicht durch pathophysiologische Veränderungen

der Plasmaproteine wie z. B.

-Glykoproteine beeinflusst. Maximale Plasmaspiegel werden in der

Regel 1-3 Stunden nach Applikation gemessen. Als nur mäßig lipophile Substanz weist Bisoprolol bei

niedriger Plasmaproteinbindung ein Verteilungsvolumen von 226 ± 11 l (x ± SEM) auf.

Bisoprolol wird über zwei gleichwertige Clearance-Wege aus dem Organismus entfernt: 50 % werden

in der Leber zu inaktiven Metaboliten umgewandelt und anschließend renal eliminiert. Die

verbleibenden 50 % werden als unveränderte Substanz über die Nieren eliminiert. Bisoprolol wird mit

einer Halbwertszeit von 10-12 Stunden aus dem Plasma eliminiert. Bezogen auf C

und AUC von

Bisoprolol im Steady State besteht Bioäquivalenz zwischen dem Kombinationspräparat mit

Hydrochlorothiazid und dem Monopräparat.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Applikation zu ca. 80 % aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Die systemische Verfügbarkeit beträgt 71 ± 15 %.

Die Plasmaproteinbindung von Hydrochlorothiazid beträgt 64 %; das relative Verteilungsvolumen

beträgt 0,5-1,1 l/kg.

Hydrochlorothiazid wird bei Gesunden zu mehr als 95 % unverändert renal ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei normaler Nierenfunktion bei 2,5 Stunden. Maximale

Plasmaspiegel werden in der Regel nach 2-5 Stunden gemessen. Diese Zeitspanne erhöht sich bei

eingeschränkter Nierenfunktion und liegt bei terminal niereninsuffizienten Patienten bei ca. 20

Stunden.

Die diuretische Wirkung tritt innerhalb 1-2 Stunden ein und hält dosisabhängig 10-12 Stunden an; die

antihypertensive Wirkung hält bis zu 24 Stunden an.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die herkömmlichen präklinischen Toxizitätstests (chronische Toxizität, Mutagenität, Genotoxizität

oder Kanzerogenität) ergaben für Bisoprolol und Hydrochlorothiazid keine Hinweise auf

gesundheitsschädigende Wirkung für den Menschen. Wie von anderen ß-Blockern bekannt, zeigten

sich für Bisoprolol in Tierstudien bei hohen Dosen maternal- (herabgesetzte Futteraufnahme und

Gewichtsabnahme) und embryo-/fetotoxische Effekte (erhöhte Zahl von Resorptionen, vermindertes

Geburtsgewicht der Nachkommen, verzögerte körperliche Entwicklung bis zum Ende der Säugezeit).

Bisoprolol und Hydrochlorothiazid erwiesen sich jedoch nicht als teratogen. Bei Kombinationsgabe

der beiden Komponenten zeigte sich keine erhöhte Toxizität.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Mikrokristalline Cellulose

Maisstärke

Calciumhydrogenphosphat

Filmüberzug

Eisen(III)-oxid (E172)

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Dimeticon 100

Macrogol 400

Titandioxid (E171)

Hypromellose

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung, bestehend aus einer Polyvinylchloridschicht und einer Aluminiumdeckfolie.

Packungen mit 30, 50, 100 Filmtabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Mitvertrieb:

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Bisoprolol dura plus 5 mg/12,5 mg Filmtabletten: 59799.00.00

Bisoprolol dura plus 10 mg/25 mg Filmtabletten: 59799.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Mai 2004

Datum der letzten Verlängerung: 13. August 2012

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen