BicaVera 1.5% Glucose 1,25 mmol/l Calcium, Peritonealdialyselösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

17-01-2022

Wirkstoff:
calcium chloridum anhydricum, natrii chloridum, magnesium, chloridum anhydricum, Glukose, natrii hydrogenocarbonas, Natrium, calcium, magnesium, chloridum, hydrogenocarbonas
Verfügbar ab:
Fresenius Medical Care (Schweiz) AG
ATC-Code:
B05DB
INN (Internationale Bezeichnung):
calcium chloridum anhydricum, natrii chloridum, magnesium chloridum anhydricum, glucose, natrii hydrogenocarbonas, sodium, calcium, magnesium, chloridum, hydrogenocarbonas
Darreichungsform:
1,25 mmol/l Calcium, Peritonealdialyselösung
Zusammensetzung:
Lösung nach Rekonstitution: calcii chloridum anhydricum 0.1387 g ut calcii chloridum dihydricum 0.1838 g, natrii chloridum 5.786 g, magnesii chloridum anhydricum 0.0476 g ut magnesii chloridum hexahydricum 0.1017 g, glucosum 15 g ut glucosum monohydricum 16.5 g, natrii hydrogenocarbonas 2.94 g, acidum hydrochloridum 25 per centum aut natrii hydroxidum, acidum hydrochloridum 25 per centum für die Einstellung des HCO3 / CO2 Gleichgewichts, aqua ad iniectabile q.s. ad solutionem pro 1000 ml, Corresp. natrium 134 mmol, calcium 1.25 mmol, magnesium 0.5 mmol, chloridum 103.5 mmol, hydrogenocarbonas 34 mmol, glucosum 83.25 mmol. A) saure Glucose-Elektrolytlösung (1000 ml): calcii chloridum anhydricum 0.2774 g ut calcii chloridum dihydricum 0.3675 g, natrii chloridum 11.57 g, magnesii chloridum anhydricum 0.0952 g ut magnesii chloridum hexahydricum 0.2033 g, glucosum 30 g ut glucosum monohydricum 33 g, acidum hydrochloridum 25 per centum aut natrii hydroxidum, acidum hydrochloridum 25 per centum für die Einstellung d
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Peritonealdialyselösung
Zulassungsnummer:
56149
Berechtigungsdatum:
1970-01-01

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-10-2017

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

17-01-2022

Name des Präparates

bicaVera

Zusammensetzung

Wirkstoff(e): Natriumchlorid, Calciumchlorid (als Calciumchlorid-Dihydrat), Magnesiumchlorid (als

Magnesiumchlorid-Hexahydrat), Glucose (als Glucose-Monohydrat), Natriumhydrogencarbonat.

Hilfsstoff(e): Salzsäure, Natriumhydroxid, Aqua ad injectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Peritonealdialyselösung

bicaVera 1,5%, 2,3%, 4,25% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium wird in einem Doppelkammerbeutel

abgegeben. Eine Kammer enthält die basische Hydrogencarbonat-Lösung, die andere die saure Glucose-

Elektrolyt-Lösung. Durch Öffnen der Trennnaht zwischen den beiden Kammern gleichen Volumens

mischen sich beide Lösungen und es entsteht die gebrauchsfertige Lösung.

bicaVera 1,5% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium (vor dem Mischen)

1000 ml der sauren Glucose-Elektrolyt-Lösung enthalten:

Aktive Substanzen:

Calciumchlorid-Dihydrat 0,5145 g

Natriumchlorid 11,57 g

Magnesiumchlorid-Hexahydrat 0,2033 g

Glucose-Monohydrat 33,0 g

(entsprechend Glucose-Anhydrat 30,0 g)

Ca2+ 3,5 mmol

Na+ 198,0 mmol

Mg2+ 1,0 mmol

Cl- 209,0 mmol

1000 ml der basischen Hydrogencarbonat-Lösung enthalten:

Aktive Substanzen:

Natriumhydrogencarbonat 5,88 g

Na+ 70 mmol

HCO3– 70 mmol

bicaVera 1,5% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium (nach dem Mischen)

1000 ml enthalten:

Aktive Substanzen:

Calciumchlorid-Dihydrat 0,2573 g

Natriumchlorid 5,786 g

Natriumhydrogencarbonat 2,940 g

Magnesiumchlorid-Hexahydrat 0,1017 g

Glucose-Monohydrat 16,5 g

(entsprechend Glucose-Anhydrat 15,0 g)

Theoretische Osmolarität 358 mosm

Ca2+ 1,75 mmol

Na+ 134,0 mmol

Mg2+ 0,5 mmol

Cl– 104,5 mmol

HCO3– 34,0 mmol

pH @7,4

bicaVera 2,3% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium (vor dem Mischen)

1000 ml der sauren Glucose-Elektrolyt-Lösung enthalten:

Aktive Substanzen:

Calciumchlorid-Dihydrat 0,5145 g

Natriumchlorid 11,57 g

Magnesiumchlorid-Hexahydrat 0,2033 g

Glucose-Monohydrat 50,0 g

(entsprechend Glucose-Anhydrat 45,46 g)

Ca2+ 3,5 mmol

Na+ 198,0 mmol

Mg2+ 1,0 mmol

Cl– 209,0 mmol

1000 ml der basischen Hydrogencarbonat-Lösung enthalten:

Aktive Substanzen:

Natriumhydrogencarbonat 5,88 g

Na+ 70 mmol

HCO3– 70 mmol

bicaVera 2,3% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium (nach dem Mischen)

1000 ml enthalten:

Aktive Substanzen:

Calciumchlorid-Dihydrate 0,2573 g

Natriumchlorid 5,786 g

Natriumhydrogencarbonat 2,940 g

Magnesiumchlorid-Hexahydrat 0,1017 g

Glucose-Monohydrat 25,0 g

(entsprechend Glucose-Anhydrat 22,73 g)

Theoretische Osmolarität 401 mosm

Ca2+ 1,75 mmol

Na+ 134,0 mmol

Mg2+ 0,5 mmol

Cl– 104,5 mmol

HCO3– 34,0 mmol

pH @7,4

bicaVera 4,25% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium (vor dem Mischen)

1000 ml der sauren Glucose-Elektrolyt-Lösung enthalten:

Aktive Substanzen:

Calciumchlorid-Dihydrat 0,5145 g

Natriumchlorid 11,57 g

Magnesiumchlorid-Hexahydrat 0,2033 g

Glucose-Monohydrat 93,5 g

(entsprechend Glucose-Anhydrat 85,0 g)

Ca2+ 3,5 mmol

Na+ 198,0 mmol

Mg2+ 1,0 mmol

Cl– 209,0 mmol

1000 ml der basischen Hydrogencarbonat-Lösung enthalten:

Aktive Substanzen:

Natriumhydrogencarbonat 5,88 g

Na+ 70 mmol

HCO3– 70 mmol

bicaVera 4,25% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium (nach dem Mischen)

1000 ml enthalten:

Aktive Substanzen:

Calciumchlorid-Dihydrate 0,2573 g

Natriumchlorid 5,786 g

Natriumhydrogencarbonat 2,940 g

Magnesiumchlorid-Hexahydrat 0,1017 g

Glucose-Monohydrat 46,75 g

(entsprechend Glucose-Anhydrat 42,5 g)

Theoretische Osmolarität 511 mosm

Ca2+ 1,75 mmol

Na+ 134,0 mmol

Mg2+ 0,5 mmol

Cl– 104,5 mmol

HCO3– 34,0 mmol

pH @7,4

Indikationen / Anwendungsmöglichkeiten

Endstadium (Dekompensation) chronischer Niereninsuffizienz jeder Genese, die mit Peritonealdialyse

behandelt werden kann.

Dosierung / Anwendung

bicaVera Peritoneallösungen dürfen ausschliesslich intraperitoneal angewendet werden.

Die Art der Therapie (Therapiemodus), die Häufigkeit der Anwendung und die Verweilzeit werden vom

behandelnden Arzt festgelegt.

Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD)

Erwachsene:

Soweit nicht anders verordnet, erhalten die erwachsenen Patienten viermal täglich eine Infusion von

2000 ml Lösung pro Beutelwechsel. Nach einer Verweilzeit von 2 bis 10 Stunden wird die Lösung

abgelassen („stay safe“-Applikationssystem).

Eine individuelle Anpassung von Dosierung, Volumen und Anzahl der Beutelwechsel ist in jedem Fall

erforderlich.

Falls zu Beginn der Behandlung Dehnungsschmerzen auftreten, sollte das Volumen pro Wechsel

anfänglich auf 500–1500 ml reduziert werden.

Bei grossen Patienten und bei Verlust der Restfunktion der Niere ist ein größeres Lösungsvolumen

erforderlich. Bei diesen Patienten oder bei Patienten, die grössere Volumina tolerieren, kann ein

Volumen von 2500 ml pro Wechsel gegeben werden.

Kinder und Jugendliche:

Bei Kindern ist das Lösungsvolumen pro Wechsel je nach Alter und Körperoberfläche zu verschreiben.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 600–800 ml/m2 Körperoberfläche pro Beutelwechsel mit 4

(manchmal 3 oder 5) Wechseln pro Tag. In Abhängigkeit von Verträglichkeit, Alter und

Nierenrestfunktion kann die Menge auf bis zu 1000-1200 ml/m2 Körperoberfläche erhöht werden.

Automatisierte Peritonealdialyse (APD)

Wenn die intermittierende oder kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse mit einer Maschine

(sleepsafe Cycler), durchgeführt wird, empfiehlt es sich, grössere Beutelvolumina einzusetzen, die mehr

als einen Lösungswechsel ermöglichen. Der Lösungswechsel mittels Cycler erfolgt gemäss des im

Cycler abgespeicherten Behandlungsregimes.

Erwachsene:

Die Patienten verbringen typischerweise 8-10 Stunden pro Nacht am Cycler. Das Verweilvolumen liegt

zwischen 1500 bis 3000 ml und die Anzahl der Zyklen variiert zwischen 3 bis 10 pro Nacht. Die Menge

der verwendeten Lösung liegt üblicherweise zwischen 10 bis 18 Litern, Mengen von 6 bis 30 Litern sind

möglich. Die nächtliche Cycler-Behandlung wird üblicherweise mit 1-2 Wechseln am Tag kombiniert.

Kinder und Jugendliche:

Das Lösungsvolumen pro Wechsel sollte bei 800-1000 ml/m2 Körperoberfläche mit 5 bis 10 Wechseln

pro Nacht liegen. In Abhängigkeit von Verträglichkeit, Alter und Nierenrestfunktion kann die Menge

auf bis zu 1400 ml/m2 Körperoberfläche erhöht werden.

Für ältere Patienten gelten keine besonderen Dosierungsempfehlungen.

bicaVera 1,5% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium kann je nach erforderlichem osmotischen Druck

sequentiell in Kombination mit einer anderen Peritonealdialyselösung höherer Glucosekonzentration

(d.h. mit höherer Osmolarität) angewendet werden.

bicaVera 2,3% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium kann je nach gewünschtem erforderlichem osmotischen

Druck sequentiell in Kombination mit einer anderen Peritonealdialyselösung niedrigerer oder höherer

Glucosekonzentration (d.h. mit niedrigerer oder höherer Osmolarität) angewendet werden.

bicaVera 4,25% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium kann je nach gewünschtem erforderlichem osmotischen

Druck sequentiell in Kombination mit einer anderen Peritonealdialyselösung niedrigerer

Glucosekonzentration (d.h. mit niedrigerer Osmolarität) angewendet werden.

Peritonealdialyselösungen mit einer höheren Glucosekonzentration (2,3% oder 4,25%) werden

eingesetzt, wenn das Körpergewicht über dem gewünschten Trockengewicht liegt. Der

Flüssigkeitsentzug aus dem Körper steigt mit der Glucosekonzentration in der Peritonealdialyselösung

an. Diese Lösungen sollten vorsichtig eingesetzt werden, um das Bauchfell zu schonen, um

Volumenmangelzustände zu vermeiden, und um die Glucosebelastung so gering wie möglich zu halten.

bicaVera 1,5% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium enthält in 1000 ml Lösung 15 g Glucose,

bicaVera 2,3% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium enthält in 1000 ml Lösung 22,73 g Glucose,

bicaVera 4,25% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium enthält in 1000 ml Lösung 42,5 g Glucose.

Bei Beachtung der Dosieranleitung werden bei jeder Anwendung bis zu 30 g resp. 45,46 g resp. 85 g

Glucose dem Körper zugeführt.

Die Peritonealdialyse stellt eine Langzeitbehandlung mit wiederholten Einzelanwendungen dar.

Art der Anwendung

Siehe auch «Hinweise für die Handhabung».

Bevor der Patient die Peritonealdialyse eigenständig zu Hause durchführt, muss er gründlich ausgebildet

werden, er muss die Anwendungstechnik einüben und die erforderliche Fertigkeit unter Beweis stellen.

Das Training sollte durch geschultes Personal erfolgen. Der behandelnde Arzt muss sicherstellen, dass

der Patient die erforderlichen Techniken ausreichend beherrscht, bevor er ihn die Peritonealdialyse zu

Hause durchführen lässt. Beim Auftreten von Problemen und Unklarheiten sollte der behandelnde Arzt

aufgesucht werden.

Die Peritonealdialysebehandlung sollte unter Einhaltung der verschriebenen Dosis täglich und solange

durchgeführt, wie eine Nierenersatztherapie erforderlich ist.

Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD): staysafe Beutel

Die Lösung wird zuerst auf Körpertemperatur erwärmt. Für Beutel mit einem Volumen bis zu 3000 ml

sollte dies mittels einer für diesen Zweck geeigneten Wärmeplatte erfolgen. Bei einer

Ausgangstemperatur von 22 °C beträgt die Aufheizzeit für einen 2000 ml Beutel ca. 120 min. Die

Temperaturregelung erfolgt automatisch und ist auf 39 °C +/- 1 °C eingestellt. Genauere Angaben

können der Gebrauchsanweisung der Wärmeplatte entnommen werden. Der Einsatz von

Mikrowellengeräten ist wegen der Gefahr von lokalen Überhitzungen generell nicht empfehlenswert.

Die angegebene Dosis wird mit Hilfe eines Peritonealdialysekatheters über einen Zeitraum von 5-20 min

in den Bauchraum infundiert. Nach Angaben des Arztes verbleibt die Lösung 2 bis 10 Stunden in der

Bauchhöhle (Äquilibrierungszeit) und wird dann abgelassen.

Automatisierte Peritonealdialyse (APD): sleepsafe Beutel

Die Konnektoren der verordneten sleepsafe Lösungsbeutel werden in die freien sleepsafe

Ladeschächte eingelegt. Der Cycler stellt automatisch eine Verbindung mit dem sleepsafe Schlauchset

her. Der Cycler erkennt die mit Barcodes versehenen Lösungsbeutel und gibt Alarm, wenn die Beutel

nicht mit dem im Cycler abgespeicherten Behandlungsregime übereinstimmen. Nach dieser Kontrolle

kann das Schlauchset mit der Katheter-Verlängerung des Patienten konnektiert und mit der Behandlung

begonnen werden. Die sleepsafe Lösung wird automatisch beim Durchfluss durch den sleepsafe Cycler

in die Bauchhöhle auf Körpertemperatur erwärmt. Verweildauer und Wahl der Glucose-Konzentrationen

erfolgen gemäss dem im Cycler abgespeicherten Behandlungsregime (genauere Angaben siehe

Gebrauchsanweisung des sleepsafe Cyclers).

Kontraindikationen

Spezifisch für diese Dialyselösungen:

bicaVera 1.5% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium:

darf nicht angewendet werden bei Patienten mit ausgeprägter Hypokaliämie und ausgeprägter

Hypercalcämie.

bicaVera 2.3% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium:

darf nicht angewendet werden bei Patienten mit ausgeprägter Hypokaliämie, ausgeprägter

Hypercalcämie, Hypovolämie und arterieller Hypotonie.

bicaVera 4,25% Glucose, 1.75 mmol/l Calcium:

darf nicht angewendet werden bei Patienten mit ausgeprägter Hypokaliämie, ausgeprägter

Hypercalcämie, Hypovolämie und arterieller Hypotonie.

Peritonealdialyse allgemein:

Eine Peritonealdialysebehandlung sollte bei Vorliegen einer oder mehrerer der folgenden Erkrankungen

nicht begonnen werden:

-kürzlich erfolgte Bauchoperationen oder Bauchverletzungen, multiple abdominelle Voroperationen mit

Verwachsungen oder fibrinösen Verklebungen, schwere Bauchhautverbrennungen, abdominelle

Perforation,

-ausgedehnte entzündliche Bauchhautveränderungen (Dermatitiden),

-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Diverticulitis),

-Peritonitis,

-interne oder externe abdominelle Fistelungen,

-abdominelle Hernien,

-intra-abdominelle Tumoren,

-Darmverschluss (lleus),

-Lungenerkrankungen, insbesondere Lungenentzündung (Pneumonie),

-Sepsis,

-extreme Hyperlipidämie,

-seltene Fälle einer Urämie, die durch Peritonealdialyse nicht mehr behoben werden können,

-Kachexie und Gewichtsverlust, insbesondere, wenn eine ausreichende Protein-haltige Ernährung nicht

möglich ist,

-bei Patienten, die physisch oder psychisch nicht in der Lage sind, die Peritonealdialyse entsprechend

den Anweisungen des Arztes durchzuführen.

Sollte eine der oben genannten Störungen im Verlauf der Peritonealdialysebehandlung auftreten,

bestimmt der behandelnde Arzt über das weitere Vorgehen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Peritonealdialyselösungen dürfen nicht zur intravenösen Infusion angewendet werden.

bicaVera, Peritonealdialyselösungen dürfen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet

werden bei:

-Elektrolytverlust durch starkes Erbrechen und/oder Durchfall (eine vorübergehende Umstellung auf

eine kaliumhaltige Peritonealdialyselösung könnte erforderlich werden),

-Hypercalzämie, z.B. als Folge hoher Dosen von calciumhaltigen Phosphatbindern: Ein vorübergehender

oder dauerhafter Wechsel zu einer Lösung mit niedrigerem Calciumgehalt sollte erwogen werden,

-Behandlungen mit Digitalis: eine regelmässige Kontrolle des Kaliumspiegels im Serum ist erforderlich.

Eine ausgeprägte Hypokaliämie kann die Anwendung einer kaliumhaltigen Peritonealdialyselösung

neben diätetischen Massnahmen erforderlich machen.

Die metabolische Azidose bedingt durch die Niereninsuffizienz kann möglicherweise durch den

Bicarbonat-Gehalt (34 mmol/l) der infundierten Lösung nicht vollständig kompensiert werden. Azidose

kann mit Nebenwirkungen wie Fehlernährung assoziiert sein.

Ein Verlust von Protein-, Aminosäuren- und wasserlöslichen Vitaminen tritt unter der

Peritonealdialysbehandlung auf. Um Mangelzustände zu vermeiden, sollte für eine ausreichende Diät

oder Nahrungsergänzung gesorgt werden.

Die Transporteigenschaften des Peritoneums können sich im Verlauf der Langzeitperitonealdialyse

verändern, was sich primär in einem Verlust der Ultrafiltration bemerkbar macht. In schweren Fällen

muss dann die Peritonealdialysebehandlung abgebrochen und mit einer Hämodialyse begonnen werden.

Die regelmässige Überwachung der folgenden Parameter wird empfohlen:

-Körpergewicht zur frühzeitigen Erkennung von Hypo- oder Hypervolämie,

-Serumspiegel von Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Säure-Basen-Haushalt,

Blutproteine,

-Serumspiegel von Kreatinin und Harnstoff,

-Parathormon und andere Parameter des Knochenstoffwechsels,

-Blutzucker,

-Nierenrestfunktion zur Anpassung der Peritonealdialysebehandlung.

Die auslaufende Dialyseflüssigkeit sollte auf Volumen und Klarheit geprüft werden. Eine Trübung, die

mit Bauchschmerzen verbunden sein kann aber nicht sein muss, oder Bauchschmerzen allein sind

Hinweise auf eine Peritonitis.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist die erhöhte Häufigkeit von Hernien vor Therapiebeginn zu berücksichtigen.

Fertilität

Es liegen keine Daten zu möglichen Auswirkungen auf die Fertilität vor. Bei therapeutischer

Anwendung werden allerdings keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit erwartet.

Interaktionen

Die Anwendung dieser Peritonealdialyselösung kann zu einer verminderten Wirksamkeit anderer

Medikamente führen, wenn diese durch das Peritoneum dialysierbar sind. Eine Dosisanpassung kann

dann erforderlich sein.

Eine deutliche Erniedrigung der Serum-Kalium-Spiegel kann die Häufigkeit durch Digitalis verursachter

Nebenwirkungen erhöhen. Der Kalium-Spiegel muss insbesondere bei gleichzeitiger Digitalis-Therapie

engmaschig überwacht werden (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Gleichzeitige Gabe von Calciumverbindungen und/oder Vitamin D kann zu einem Calciumüberschuss

(Hypercalcämie) führen.

Die Anwendung harntreibender Medikamente (Diuretika) kann zur Aufrechterhaltung der

Nierenrestfunktion sinnvoll sein, kann aber auch zu Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes

führen.

Bei Diabetikern muss die tägliche Dosis Insulin oder anderer Arzneimittel, die den Blutzucker senken,

an die Glucosezufuhr angepasst werden.

Schwangerschaft / Stillzeit

Schwangerschaft

Klinische Daten zur Anwendung von bicaVera, Peritonealdialyselösungen bei schwangeren Frauen

liegen nicht vor (siehe auch „Präklinische Daten“). Tierversuche sind hinsichtlich Reproduktions- und

Entwicklungstoxizität nicht ausreichend.

Bei der Entscheidung über eine Peritonealdialysebehandlung während der Schwangerschaft sollte der

Nutzen der Therapie gegen die potentiellen Risiken und Komplikationen für Mutter und Kind

abgewogen werden.

Gegen Ende der Schwangerschaft ist das abdominale Volumen vermindert und kann somit die

Behandlung in Frage stellen. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft sollte auf die Zugabe hypertonischer

PD-Lösungen (bicaVera 4.25% Glucose, 1.75mmol/l Calcium) verzichtet werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob die Inhaltsstoffe von bicaVera, Peritonealdialyselösungen in die Muttermilch

übergehen.

bicaVera, Peritonealdialyselösungen sollten bei stillenden Frauen nur angewendet werden, wenn der

Nutzen für die Mutter dem potenziellen Risiko für das Kind klar überwiegt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

bicaVera, Peritonealdialyselösungen haben einen vernachlässigbaren Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen.

Es soll sichergestellt werden, dass der Zustand des Patienten diese Aktivitäten erlaubt.

Unerwünschte Wirkungen

Potentiell unerwünschte Wirkungen der Peritonealdialysebehandlung können durch das Verfahren selbst

oder durch die Peritonealdialyselösung bedingt sein.

Die unerwünschten Wirkungen werden nach folgenden Häufigkeiten sortiert aufgelistet.

sehr häufig

³1/10

häufig

³1/100, <1/10

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