Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Bicalutamid
Verfügbar ab:
Winthrop Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
L02BB03
INN (Internationale Bezeichnung):
Bicalutamide
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Bicalutamid 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
69836.00.00

Gebrauchsinformation

Information für Anwender

Bicalutamid Winthrop

®

50 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Bicalutamid

Für erwachsene Männer

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten beachten?

Wie sind Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was sind Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten und wofür werden Sie angewendet?

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten ist ein Arzneimittel, das die Wirkung des männlichen

Sexualhormons (Testosteron) hemmt (nicht steroidales Antiandrogen).

Kombinationstherapie in einer Dosierung von 50 mg Bicalutamid:

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten werden für die Behandlung des fortgeschrittenen

Prostatakrebses angewendet. Sie werden zusammen mit einem Arzneimittel, das als LHRH-

(Luteinisierendes-Hormon-Releasing-Hormon-)Analogon bezeichnet wird – eine weitere

Hormontherapie – oder zusammen mit einer operativen Entfernung der Hoden angewendet.

Monotherapie in einer Dosierung von 150 mg Bicalutamid:

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten werden angewendet bei lokal fortgeschrittenem

Prostatakrebs und einem hohen Risiko des Fortschreitens der Erkrankung

als alleinige Therapie oder

zusätzlich zu einer Strahlentherapie bzw. einer operativen Entfernung der Prostata.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten

beachten?

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten dürfen nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Bicalutamid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsstörungen

einnehmen, die den Wirkstoff Cisaprid enthalten (siehe Abschnitt 2., „Einnahme von

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten zusammen mit anderen Arzneimitteln“),

wenn Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Allergien einnehmen, die die

Wirkstoffe Terfenadin oder Astemizol enthalten (siehe Abschnitt 2., „Einnahme von

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten zusammen mit anderen Arzneimitteln“),

von Frauen,

von Kindern.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Die Behandlung mit Bicalutamid sollte unter fachärztlicher Aufsicht begonnen werden. Im Anschluss

sollte eine regelmäßige Überwachung erfolgen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Bicalutamid Winthrop 50 mg

Filmtabletten einnehmen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie folgende Erkrankungen haben:

Jegliche Herz- oder Gefäßerkrankungen, einschließlich Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), oder

wenn Sie mit Arzneimitteln für diese Erkrankungen behandelt werden. Das Risiko für

Herzrhythmusstörungen kann erhöht sein, wenn Sie Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten

einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Bicalutamid Winthrop ist erforderlich,

wenn Sie mittelschwere bis schwere Leberfunktionsstörungen haben. Wegen möglicher

Leberveränderungen wird Ihr Arzt regelmäßig Leberfunktionstests durchführen. Wenn bei

Ihnen während der Behandlung schwere Leberfunktionsstörungen auftreten, wird Ihr Arzt

die Behandlung mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten abbrechen. Es wurde über

Todesfälle berichtet.

wenn Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel (Ciclosporin und Kalziumantagonisten oder

blutgerinnungshemmende Arzneimittel vom Cumarintyp, z. B. Warfarin) einnehmen (siehe

Abschnitt 2., „Einnahme von Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten zusammen mit

anderen Arzneimitteln“).

wenn Ihre Nierenfunktion stark eingeschränkt ist. Sie sollten das Arzneimittel nur

einnehmen, nachdem Ihr Arzt den möglichen Nutzen und die möglichen Risiken sorgfältig

abgewogen hat.

wenn Sie an einer Erkrankung des Herzens leiden. In diesem Fall sollte Ihr Arzt Ihre

Herzfunktion regelmäßig überwachen.

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Bicalutamid Winthrop ist erforderlich, wenn Sie

gleichzeitig LHRH-Agonisten (testosteronsenkende Arzneimittel) erhalten. In diesem

Zusammenhang wurde eine Verminderung der Glucosetoleranz beobachtet. Dies kann sich als

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder in einer Entgleisung des Blutzuckerspiegels äußern, vor

allem, wenn Sie bereits an Diabetes mellitus leiden. Eine Kontrolle der Blutzuckerspiegel wird

daher empfohlen. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt.

Einzeltherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von 150 mg (siehe

Abschnitt 1.):

Bei Patienten mit einem Fortschreiten der Erkrankung unter der Behandlung mit Bicalutamid

Winthrop (erhöhter PSA-Wert) ist besondere Vorsicht bei der Einnahme von Bicalutamid Winthrop

erforderlich. In diesem Fall wird Ihr Arzt entscheiden, ob Sie Bicalutamid Winthrop weiter einnehmen

sollen.

Einnahme von Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen/angewendet

haben

oder

beabsichtigen,

andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden mit

Arzneimitteln, die folgende Wirkstoffe enthalten:

Terfenadin (in einigen Arzneimitteln gegen Allergien),

Astemizol (in einigen Arzneimitteln gegen Allergien),

Cisaprid (in einigen Arzneimitteln gegen bestimmte Verdauungsstörungen).

Bei einer gleichzeitigen Einnahme besteht die Möglichkeit, dass nicht abschätzbare, unerwünschte

Arzneimittelwirkungen auftreten.

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die über einen bestimmten Stoffwechselweg

abgebaut werden, ist Vorsicht geboten. Diese Arzneimittel oder Bicalutamid Winthrop 50 mg

Filmtabletten könnten stärker als gewünscht wirken oder eher zu Nebenwirkungen führen. Dann

wird Ihr Arzt gegebenenfalls die Dosierung anpassen und regelmäßig Ihr Krankheitsbild und Ihre

Blutwerte überprüfen. Dies gilt z. B. für:

den Wirkstoff Ciclosporin (Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems),

Kalziumantagonisten (bestimmte Gruppe von Arzneimitteln zur Blutdrucksenkung).

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die die Abbauprozesse von Bicalutamid Winthrop

50 mg Filmtabletten in der Leber hemmen, ist besondere Vorsicht geboten. Es könnten vermehrt

Nebenwirkungen auftreten.

Dies gilt z. B. für die Wirkstoffe:

Cimetidin (Arzneimittel zur Hemmung der Magensäureproduktion),

Ketoconazol (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen).

Wenn Sie Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten gleichzeitig mit blutgerinnungshemmenden

Arzneimitteln vom Cumarintyp, z. B. Warfarin, einnehmen, kann die gerinnungshemmende

Wirkung dieser Arzneimittel verstärkt werden.

Da in diesem Fall die Blutgerinnungszeit erheblich verlängert sein kann, wird Ihr Arzt bei Ihnen

gegebenenfalls häufiger Kontrollen der Blutgerinnungszeit vornehmen und die Dosierung des

blutgerinnungshemmenden Arzneimittels möglicherweise anpassen.

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten können Auswirkungen auf einige Arzneimittel haben, die

zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z. B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron und Sotalol)

angewendet werden, oder können das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen, wenn sie

zusammen mit einigen anderen Arzneimitteln angewendet werden (z. B. Methadon [angewendet zur

Schmerzbehandlung und als Teil einer Drogenentzugsbehandlung], Moxifloxacin [ein Antibiotikum],

Antipsychotika, angewendet bei ernsthaften psychischen Erkrankungen).

Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Bicalutamid Winthrop und andere üblicherweise

gleichzeitig angewendete Arzneimittel, insbesondere Arzneimittel, die die Freisetzung bestimmter

männlicher Hormone hemmen (LHRH-Analoga), gegenseitig beeinflussen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Dieses Arzneimittel ist nicht für die Anwendung bei Frauen bestimmt.

Da in Tierstudien vorübergehende Beeinträchtigungen der männlichen Fruchtbarkeit beobachtet

wurden, ist auch beim Mann mit einem Zeitraum verminderter Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit

durch Bicalutamid Winthrop zu rechnen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Gelegentlich kann es vorkommen, dass die Filmtabletten Sie schwindelig oder schläfrig machen.

Seien Sie in diesen Fällen vorsichtig beim Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen.

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten enthalten Lactose.

Bitte nehmen Sie Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten daher erst nach Rücksprache mit

Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie sind Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von

50 mg Bicalutamid (siehe Abschnitt 1.):

Die übliche Dosis ist einmal täglich eine Filmtablette. Die Einnahme von Bicalutamid Winthrop

sollte drei Tage vor einer weiteren Hormonbehandlung (LHRH-Analogon-Therapie) bzw.

gleichzeitig mit der operativen Entfernung des Hodengewebes (Orchiektomie) begonnen werden.

Einzeltherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von 150 mg

Bicalutamid (siehe Abschnitt 1.):

Die übliche Dosis ist einmal täglich 3 Filmtabletten.

Bitte achten Sie darauf, die 3 Tabletten gleichzeitig einzunehmen. Die Dosis darf nicht verringert

werden, Sie gefährden sonst den Erfolg der Therapie.

Hinweis

Die Dosierungen gelten auch für ältere Patienten, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und

Patienten mit leichten Leberfunktionsstörungen. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit mittelschweren

bis schweren Leberfunktionsstörungen (siehe Abschnitt 2., „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Art der Anwendung

Die Filmtabletten sollten unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Die Einnahme

kann unabhängig von den Mahlzeiten, sollte jedoch möglichst zur gleichen Tageszeit erfolgen.

Auch wenn Sie sich nach einiger Zeit deutlich besser fühlen, muss die Behandlung regelmäßig

fortgesetzt werden. Die Dauer bestimmt der behandelnde Arzt in Abhängigkeit von Ihrer

Erkrankung.

Wenn Sie eine größere Menge von Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten eingenommen

haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Filmtabletten eingenommen haben, setzen Sie sich sobald wie möglich mit

Ihrem Arzt oder dem nächstgelegenen Krankenhaus in Verbindung. Nehmen Sie die verbliebenen

Filmtabletten oder die Packung mit, damit der Arzt feststellen kann, was Sie eingenommen haben.

Die unerwünschten Wirkungen nach der Einnahme von zu hohen Bicalutamid-Dosen sind nicht

bekannt. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel. Eine Dialyse ist nach dem derzeitigen Stand der

Erkenntnis nicht zweckmäßig. Bei Verdacht auf Überdosierung müssen die Beschwerden behandelt

werden. Darüber hinaus empfehlen sich allgemein unterstützende Maßnahmen, einschließlich einer

ständigen Überwachung des Patienten.

Wenn Sie die Einnahme von Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten vergessen haben,

sollten Sie die Behandlung wie verordnet fortsetzen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein,

wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten abbrechen,

kann der Behandlungserfolg gefährdet werden. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne

Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Wenn Sie irgendeine der folgenden Beschwerden bemerken, informieren Sie umgehend Ihren Arzt

oder suchen Sie die Notaufnahme Ihres nächstgelegenen Krankenhauses auf. Es handelt sich dabei

um sehr schwere Nebenwirkungen:

Hautausschlag, Juckreiz, Quaddeln sowie Abschälung, Blasenbildung oder Krustenbildung der

Haut,

Schwellungen von Gesicht oder Hals sowie von Lippen, Zunge oder Rachen, die Atem- oder

Schluckbeschwerden verursachen können,

Atemprobleme mit oder ohne Husten und Fieber,

Gelbfärbung der Haut oder Augen.

Mögliche Nebenwirkungen

Im Zusammenhang mit Bicalutamid wurde bei der Einzeltherapie bzw. bei der Kombinationstherapie

über folgende Nebenwirkungen berichtet:

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Spannungsgefühl der Brust

, Größenzunahme der männlichen Brust (Gynäkomastie)

Blutarmut

Hitzewallungen

, Schwächegefühl, Schwindel

/Benommenheit, Ödeme

(Wasseransammlungen

im Gesicht, am Rumpf und in den Gliedmaßen)

Ausschlag (Hautausschlag, mit Flecken und Knötchen einhergehender Ausschlag)

Bauchschmerzen

, Verstopfung

, Übelkeit

Blut im Urin

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen bis hin zur Impotenz

Beckenschmerzen, Schmerzen allgemein, Schüttelfrost; Brustkorbschmerzen

Schläfrigkeit

Depression

Durchfall, Verdauungsstörungen, Blähungen

Änderungen der Leberfunktion (darunter erhöhte Leberenzymwerte, erhöhte Bilirubinwerte,

Gallestauung, Gelbsucht und Vergrößerung der Leber), die selten schwerwiegend waren. Diese

Änderungen waren häufig vorübergehend und verschwanden oder besserten sich bei

fortgesetzter Behandlung bzw. nach Absetzen der Therapie.

Schwitzen, Nachwachsen von Haaren/abnormer Haarwuchs, Haarausfall, trockene Haut,

Juckreiz

Zuckerkrankheit, verminderter Appetit, Gewichtszunahme

Herzinfarkt

(über Todesfälle wurde berichtet), Herzleistungsschwäche

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen

Schlaflosigkeit

Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden

Erhöhung des Blutzuckers, Gewichtsverlust

Überempfindlichkeitsreaktionen, schmerzhafte Schwellungen von Haut und Schleimhaut

(Angioödem) und Nesselsucht (Urtikaria)

Erkrankung im Zwischengewebe der Lunge (interstitielle Lungenerkrankung; es wurde über

Todesfälle berichtet), Atemnot

nächtliches Wasserlassen

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Erbrechen

Leberversagen (über Todesfälle wurde berichtet). Eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte

kann erforderlich sein (siehe Abschnitt 2., „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Lichtempfindlichkeit der Haut

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Verringerung der Blutplättchenzahl

Herzanfälle (Angina Pectoris), Herzrhythmusstörungen, EKG-Veränderungen (PR-

Verlängerung, unspezifische Veränderungen)

Häufigkeit nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Änderungen im EKG (QT-Verlängerung)

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von 50 mg

Bicalutamid (siehe Abschnitt 1.):

Verminderung der Häufigkeit ist möglich, wenn gleichzeitig eine

weitere Hormonbehandlung durchgeführt wird (mit LHRH-Analoga) oder das Hodengewebe

operativ entfernt wird.

Einzeltherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von 150 mg

Bicalutamid (siehe Abschnitt 1.):

Bei einem Großteil der Patienten tritt eine Vergrößerung der

männlichen Brust ein (Gynäkomastie) und/oder es kommt zu Brustschmerzen. In Studien wurden

diese Symptome bei bis zu 5 % der Patienten als schwerwiegend erachtet. Die Brustvergrößerung

wird sich unter Umständen nach Abbruch der Therapie spontan nicht zurückbilden, insbesondere

nach längerer Behandlung.

Einzeltherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von 150 mg

Bicalutamid (siehe Abschnitt 1.):

Kategorie „Häufig“.

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von 50 mg

Bicalutamid (siehe Abschnitt 1.):

Möglicherweise reduziert.

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten in einer Dosierung von 50 mg

Bicalutamid (siehe Abschnitt 1.):

Das Risiko für das Auftreten einer Herzleistungsschwäche oder

eines Herzinfarktes scheint erhöht zu sein, wenn gleichzeitig eine weitere Hormonbehandlung (mit

LHRH-Analoga) durchgeführt wird. Kein erhöhtes Risiko war zu erkennen, wenn Bicalutamid

Winthrop 50 mg Filmtabletten in der Dosierung 150 mg als Einzeltherapie für die Behandlung von

Prostatakrebs eingesetzt wurde.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie sind Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten nicht verwenden, wenn Sie sichtbare

Anzeichen einer Verschlechterung des Filmtablettenaussehens bemerken.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser, da sie die Umwelt schädigen können. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten enthalten

Der Wirkstoff ist Bicalutamid.

1 Filmtablette enthält 50 mg Bicalutamid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat, Povidon K 29/32, Crospovidon, Natriumdodecylsulfat

[pflanzlich], Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Filmüberzug:

Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 4.000.

Wie Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten aussehen und Inhalt der Packung

Weiße, runde, gewölbte Filmtabletten mit der Markierung „BCM 50“ auf einer Seite.

Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten sind in Blisterpackungen mit 30 und 90 Filmtabletten

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Winthrop Arzneimittel GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 02 00 10

Telefax: (01 80) 2 02 00 11

Mitvertrieb

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

Alternative Hersteller

Synthon BV

Microweg 22

6545 Nijmegen

Niederlande

Synthon Hispania S.L

Castelló 1

Polígono Las Salinas

08830 Sant Boi de Llobregat

Spanien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Juli 2018.

Verschreibungspflichtig.

*0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

Mat.-Nr.: 324306

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bicalutamid Winthrop

50 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Filmtablette enthält 50 mg Bicalutamid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Enthält Lactose-Monohydrat (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße, runde, bikonvexe Filmtabletten mit der Markierung „BCM 50“ auf einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Kombinationstherapie

Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms in Kombination mit einer LHRH-

(Luteinisierendes-Hormon-Releasing-Hormon-)Analogon-Therapie oder einer operativen Kastration.

Monotherapie mit 3 Filmtabletten Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten (150 mg Bicalutamid)

Bicalutamid in einer Dosierung von 150 mg ist angezeigt entweder als alleinige Therapie oder

adjuvant zu radikaler Prostatektomie oder Strahlentherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem

Prostatakarzinom und hohem Progressionsrisiko (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Kombinationstherapie

Erwachsene Männer sowie ältere Patienten

Eine Filmtablette 1-mal täglich.

Die Dauer der Behandlung bestimmt der behandelnde Arzt.

Die Behandlung mit Bicalutamid sollte ununterbrochen mindestens 3 Tage vor Beginn einer

Behandlung mit einem LHRH-Analogon oder zur gleichen Zeit wie eine operative Kastration

begonnen werden.

Mat.-Nr.: 324306

Monotherapie mit 3 Filmtabletten Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten (150 mg

Bicalutamid)

Erwachsene Männer sowie ältere Patienten

3 Filmtabletten 1-mal täglich. Die Einnahme der 3 Filmtabletten sollte gleichzeitig erfolgen.

Im Rahmen der Monotherapie sollte Bicalutamid ohne Unterbrechung mindestens 2 Jahre oder bis

zum Auftreten einer Progression der Erkrankung angewendet werden.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Bicalutamid ist kontraindiziert bei Kindern und Jugendlichen (siehe Abschnitt 4.3).

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen

keine Erfahrungen zur Anwendung von Bicalutamid bei Patienten mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion vor (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) (siehe Abschnitt 4.4).

Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichten Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei

Patienten mit mittelschweren bis schweren Leberfunktionsstörungen kann eine erhöhte Kumulation

auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Die Filmtabletten werden unzerkaut mit Wasser eingenommen.

Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Sie sollte wegen der besseren

Compliance stets zur gleichen Tageszeit erfolgen.

4.3

Gegenanzeigen

Bicalutamid ist bei Frauen und Kindern kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.6).

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Die gleichzeitige Anwendung von Terfenadin, Astemizol oder Cisaprid mit Bicalutamid ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Behandlung sollte unter fachärztlicher Aufsicht begonnen werden und anschließend sollten die

Patienten regelmäßig überwacht werden.

Bicalutamid wird extensiv in der Leber metabolisiert. Bisherige Untersuchungen legen nahe, dass die

Elimination bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen langsamer ist und dies zu einer

erhöhten Kumulation von Bicalutamid führen kann. Daher sollte Bicalutamid bei Patienten mit

mittelschweren bis schweren Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendet werden.

Wegen möglicher Leberveränderungen sollten regelmäßige Leberfunktionstests in Erwägung gezogen

werden. Die Mehrheit der Fälle ist in den ersten 6 Monaten der Behandlung mit Bicalutamid zu

erwarten.

Schwere Leberfunktionsstörungen und Leberversagen wurden bei der Behandlung mit Bicalutamid

selten beobachtet, über Todesfälle wurde berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Wenn schwere

Leberfunktionsstörungen auftreten,

sollte die Behandlung mit Bicalutamid abgebrochen werden.

Mat.-Nr.: 324306

Aufgrund fehlender Erfahrung zur Anwendung von Bicalutamid bei Patienten mit stark

eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) sollte Bicalutamid bei diesen

Patienten mit Vorsicht angewendet werden.

Bicalutamid hemmt die Aktivität des Cytochrom-P450-Systems (CYP 3A4), daher ist bei der

gleichzeitigen Verabreichung von Arzneimitteln, die überwiegend durch CYP 3A4 metabolisiert

werden, Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Eine Potenzierung der Effekte blutgerinnungshemmender Arzneimittel vom Cumarintyp bei Patienten,

die gleichzeitig Bicalutamid erhalten, kann zu einer Erhöhung der Prothrombinzeit (PT) und der

International Normalized Ratio (INR) führen. Einige solcher Fälle waren mit einem erhöhten

Blutungsrisiko bzw. dem Auftreten akuter Blutungen verbunden. Es wird daher empfohlen, die

PT/INR bei Patienten, die gleichzeitig blutgerinnungshemmende Arzneimittel vom Cumarintyp und

Bicalutamid erhalten, engmaschig zu überwachen. Eine Dosisanpassung des

blutgerinnungshemmenden Arzneimittels sollte in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Patienten mit einer Herzerkrankung ist eine regelmäßige Kontrolle der Herzfunktion ratsam.

Bei einer Androgen-Entzugstherapie kann das QT-Intervall verlängert sein.

Bei Patienten mit einer QT-Verlängerung in der Vorgeschichte oder mit Risikofaktoren für eine QT-

Verlängerung und bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das QT-Intervall verlängern

können (siehe Abschnitt 4.5), muss der Arzt vor dem Behandlungsbeginn mit Bicalutamid das Nutzen-

Risiko-Verhältnis einschließlich des Potenzials für Torsade de pointes abschätzen.

Monotherapie mit 3 Filmtabletten Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten

Bei Patienten mit einer objektiven Progression der Erkrankung und einem erhöhten PSA-Wert sollte

ein Abbruch der Bicalutamid-Therapie in Betracht gezogen werden.

Kombinationstherapie

Bei männlichen Patienten, die LHRH-Agonisten erhalten, wurde eine Verminderung der Glucose-

Toleranz beobachtet. Dieses kann sich als Diabetes oder Verlust der glykämischen Kontrolle bei

Patienten mit vorbestehendem Diabetes manifestieren. Daher sollte bei Patienten, die Bicalutamid in

Kombination mit LHRH-Agonisten erhalten, eine Überwachung des Blutzuckerspiegels in Betracht

gezogen werden.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz,

Laktase-Mangel oder Glucose-Galaktose-Malabsorption sollten Bicalutamid Winthrop 50 mg

Filmtabletten nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es gibt bisher keine Hinweise auf pharmakodynamische oder pharmakokinetische Interaktionen

zwischen Bicalutamid und anderen üblicherweise gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln

(insbesondere LHRH-Analoga).

In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass R-Bicalutamid die Aktivität des CYP 3A4 hemmt sowie

in geringerem Ausmaß auch die Aktivität von CYP 2C9, 2C19 und 2D6.

Obwohl klinische Studien mit Phenazon als Marker für die Cytochrom-P450-(CYP-)Aktivität keine

Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen mit Bicalutamid ergaben, vergrößerte sich die Fläche unter

der Plasmaspiegel-Zeit-Kurve (AUC) von Midazolam um bis zu 80 % nach gleichzeitiger

Verabreichung von Bicalutamid über 28 Tage. Ein derartiger Anstieg könnte für Arzneimittel mit

einer geringen therapeutischen Breite relevant sein. Daher ist die gleichzeitige Anwendung von

Bicalutamid zusammen mit Terfenadin, Astemizol und Cisaprid kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3),

und bei der gleichzeitigen Verabreichung von Bicalutamid und Wirkstoffen wie Ciclosporin und

Calciumantagonisten ist Vorsicht geboten. Eine Reduzierung der Dosis dieser Arzneimittel kann

Mat.-Nr.: 324306

erforderlich sein, insbesondere bei Anzeichen für verstärkte oder unerwünschte

Arzneimittelwirkungen. Bei der Gabe von Ciclosporin wird eine sorgfältige Überwachung der

Plasmakonzentrationen und des Krankheitsbildes nach Beginn und Beendigung der Behandlung mit

Bicalutamid empfohlen.

Bicalutamid sollte bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die die Oxidationsprozesse

in der Leber hemmen, wie z. B. Cimetidin und Ketoconazol, mit besonderer Vorsicht angewendet

werden. Theoretisch könnte dies die Plasmakonzentration von Bicalutamid erhöhen und zu vermehrten

Nebenwirkungen führen. Die bisherigen Erfahrungen mit höheren Dosen in der Monotherapie zeigen

jedoch keine Veränderungen in der Verträglichkeit.

In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass Bicalutamid Warfarin, ein blutgerinnungshemmendes

Arzneimittel vom Cumarintyp, aus seiner Eiweißbindung verdrängen kann. Es sind Fälle eines

verstärkten Effektes von Warfarin und anderen blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln vom

Cumarintyp bekannt, wenn diese zusammen mit Bicalutamid angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Da eine Androgen-Entzugstherapie das QT-Intervall verlängern kann, sollte die gleichzeitige

Anwendung von Bicalutamid mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern oder

möglicherweise Torsade de pointes induzieren, sorgfältig abgeschätzt werden. Zu diesen

Arzneimitteln gehören Antiarrhythmika der Klasse IA (z. B. Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III

(z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid) sowie Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika usw.

(siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität,

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bicalutamid ist bei Frauen kontraindiziert und darf nicht an Schwangere verabreicht werden.

Stillzeit

Bicalutamid ist während der Stillzeit kontraindiziert.

Fertilität

In Tierstudien wurden reversible Beeinträchtigungen der männlichen Fruchtbarkeit beobachtet (siehe

Abschnitt 5.3). Es ist mit einem Zeitraum verminderter Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit beim

Mann zu rechnen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Während der Behandlung mit Bicalutamid sind Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen unwahrscheinlich.

Gelegentlich können Benommenheit oder Somnolenz (Schläfrigkeit) auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Betroffene Patienten sollten vorsichtig sein.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

≥ 1/10

Häufig:

≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich:

≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten:

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten:

< 1/10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Im Zusammenhang mit Bicalutamid wurden in der Monotherapie bzw. in der

Mat.-Nr.: 324306

Kombinationstherapie mit LHRH-Analoga die folgenden Nebenwirkungen beobachtet:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Anämie

Sehr selten:

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Überempfindlichkeit, Angioödem, Urtikaria

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Diabetes mellitus, verminderter Appetit, Gewichtszunahme

Gelegentlich:

Erhöhung des Blutzuckers, Gewichtsverlust

Psychiatrische Erkrankungen:

Häufig:

verminderte Libido, Depression

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Schwindel

/Benommenheit

Häufig:

Somnolenz

Gelegentlich:

Schlaflosigkeit

Herzerkrankungen:

Häufig:

Myokardinfarkt (über Todesfälle wurde berichtet)

, Herzinsuffizienz

Sehr selten:

Angina Pectoris, Arrhythmien, PR-Verlängerungen, unspezifische EKG-

Veränderungen

Häufigkeit

nicht bekannt:

QT-Verlängerungen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5)

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig:

Hitzewallungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:

interstitielle Lungenerkrankung (über Todesfälle wurde berichtet)

, Atemnot

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Bauchschmerzen

, Verstopfung

, Übelkeit

Häufig:

Diarrhö, Dyspepsie, Flatulenz

Gelegentlich:

Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden

Selten:

Erbrechen

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Hepatotoxizität, Ikterus, Hypertransaminasämie

, Cholestase

, Bilirubinämie

Hepatomegalie

Selten:

Leberversagen

(über Todesfälle wurde berichtet). Eine regelmäßige Kontrolle der

Leberwerte sollte daher in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Ausschlag (Rash, makulopapulöser Ausschlag)

Häufig:

Schwitzen, Hirsutismus/Nachwachsen von Haaren, Alopezie, trockene Haut

Pruritus

Selten:

Photosensibilität

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig:

Hämaturie

Gelegentlich:

nächtliches Wasserlassen

Mat.-Nr.: 324306

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig:

Spannungsgefühl der Brust

, Gynäkomastie

Häufig:

Erektionsstörungen bis hin zur Impotenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Asthenie, Ödeme

(Körperoberfläche: Gesicht, Extremitäten bzw. Stamm)

Häufig:

Beckenschmerzen, Schmerzen allgemein, Schüttelfrost, Brustkorbschmerzen

Gelegentlich:

Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen

Monotherapie mit 3 Filmtabletten Bicalutamid Winthrop 50

mg Filmtabletten: Kategorie „Häufig“.

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten: Beobachtungen in einer

pharmakoepidemiologischen Studie über die Behandlung von Prostatakarzinomen mit LHRH-

Agonisten und Antiandrogenen. Unter Behandlung mit 50 mg Bicalutamid in Kombination mit

LHRH-Agonisten schien das Risiko erhöht zu sein. Kein erhöhtes Risiko war zu erkennen, wenn

150 mg Bicalutamid als Monotherapie für die Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt wurde.

Wurde nach Auswertung von Daten nach Markteinführung als Nebenwirkung aufgenommen. Die

Häufigkeit wurde anhand des Auftretens von interstitieller Pneumonie als unerwünschtes Ereignis

bei Patienten bestimmt, die während der randomisierten Behandlungsphase der EPC-Studien mit

150 mg Bicalutamid behandelt wurden.

Die Leberveränderungen sind für gewöhnlich nicht schwer und gingen bei Fortsetzung der

Behandlung häufig zurück oder wurden schwächer oder verschwanden nach Beendigung der

Behandlung völlig.

Wurde nach Auswertung von Daten nach Markteinführung als Nebenwirkung aufgenommen. Die

Häufigkeit wurde anhand des Auftretens von Leberversagen als unerwünschtes Ereignis bei

Patienten bestimmt, die während der offenen Behandlungsphase der EPC-Studien mit 150 mg

Bicalutamid behandelt wurden.

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten: Möglicherweise reduziert.

Gemäß den Kodierungs-Konventionen, die in den EPC-Studien angewendet wurden, wurden

unerwünschte Ereignisse von „trockener Haut“ unter dem COSTART-Begriff „Rash“ kodiert. Daher

kann für die 150-mg-Dosis keine separate Häufigkeit bestimmt werden. Es wird jedoch die gleiche

Häufigkeit wie für die 50-mg-Dosis angenommen.

Kombinationstherapie mit Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten: Möglicherweise bei

gleichzeitiger Kastration reduziert.

Monotherapie mit 3 Filmtabletten Bicalutamid Winthrop 50 mg Filmtabletten: Der Großteil der

Patienten entwickelt eine Gynäkomastie und/oder bekommt Brustschmerzen. In Studien wurden

diese Symptome bei bis zu 5 % der Patienten als schwerwiegend erachtet. Die Gynäkomastie wird

sich unter Umständen nach Abbruch der Therapie nicht spontan zurückbilden, insbesondere nach

längerer Behandlung.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es gibt keine Erfahrungen bezüglich der Überdosierung beim Menschen. Da Bicalutamid zu den

Anilid-Verbindungen gehört, besteht ein theoretisches Risiko für das Auftreten einer

Methämoglobinämie. Bei Tieren wurde nach einer Überdosierung eine Methämoglobinämie

Mat.-Nr.: 324306

beobachtet. Entsprechend kann bei einem Patienten mit akuter Intoxikation eine Zyanose auftreten. Es

existiert kein spezifisches Antidot. Eine Überdosierung sollte daher symptomatisch behandelt werden.

Da Bicalutamid in hohem Maße an Proteine gebunden ist und nicht unverändert mit dem Urin

ausgeschieden wird, ist eine Dialyse nicht zweckmäßig. Es empfehlen sich allgemeine unterstützende

Maßnahmen, einschließlich einer engmaschigen Überwachung der Vitalfunktionen des Patienten.

Bei Patienten mit ungetrübter Bewusstseinslage sollte man Erbrechen auslösen, falls es nicht spontan

auftritt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: nicht steroidales Antiandrogen,

ATC-Code: L02BB03.

Bicalutamid ist ein nicht steroidales Antiandrogen ohne andere endokrine Aktivität

und liegt als

Racemat vor. Die antiandrogene Aktivität geht nahezu ausschließlich vom R-Enantiomer aus.

Bicalutamid bindet kompetitiv an den normalen („wild type“) zellulären Androgen-Rezeptor, ohne die

Genexpression zu aktivieren und unterbindet den Androgen-Stimulus auf die Prostata- bzw.

Prostatakarzinomzelle. Die Rückbildung von Prostatatumoren ist eine Folge dieser Hemmung.

Neben dieser peripheren Wirkung wird durch die Besetzung der zentralen Androgen-Rezeptoren das

negative Feedback am Hypothalamus blockiert. Als Folge kommt es zu einem Anstieg der

Gonadotropinsekretion und nachfolgend des Testosterons. Bezogen auf den Ausgangswert lag der

Testosteronanstieg bei dem 1,6fachen innerhalb eines Monats nach Therapiebeginn (Monotherapie-

Studien). Bei der Kombinationsbehandlung Bicalutamid 50 mg plus LHRH-Analogon bzw. nach

Orchiektomie spielt dieser zentrale Effekt keine Rolle, da die LH-Freisetzung bzw. Testosteron-

produktion bereits unterdrückt ist.

Klinisch kann das Absetzen von Bicalutamid bei einem Teil der Patienten zu einem Antiandrogen-

Entzugssyndrom führen.

Bicalutamid in einer Dosierung von 150 mg wurde untersucht bei Patienten mit lokal begrenztem (T1–

T2, N0 oder NX, M0) oder lokal fortgeschrittenem (T3–T4, alle N, M0; T1–T2, N+, M0) nicht

metastasiertem Prostatakrebs in einer kombinierten Analyse von 3 placebokontrollierten,

doppelblinden Studien an 8.113 Patienten, in denen Bicalutamid als unmittelbare Hormontherapie

oder adjuvant zu radikaler Prostatektomie oder Strahlentherapie (vor allem externe Strahlentherapie)

verabreicht wurde. Bei einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 9,7 Jahren trat bei 36,6 % und

38,17 % aller mit Bicalutamid bzw. mit Placebo behandelten Patienten eine objektive Progression der

Erkrankung auf.

Eine Verminderung des Risikos einer objektiven Progression der Erkrankung wurde bei den meisten

Patientengruppen beobachtet, jedoch war diese bei den Patientengruppen mit dem höchsten

Progressionsrisiko am deutlichsten. Deshalb könnte der behandelnde Arzt entscheiden, dass für einen

Patienten mit geringem Progressionsrisiko, insbesondere in der adjuvanten Situation nach einer

radikalen Prostatektomie, ein Aufschieben der hormonalen Therapie bis zum Auftreten von Anzeichen

einer Krankheitsprogression die optimale Behandlungsstrategie ist.

Bei einer Mortalität von 31,4 % (HR = 1,01; 95 % CI 0,94 bis 1,09) wurde nach einer medianen

Nachbeobachtungsdauer von 9,7 Jahren kein Unterschied hinsichtlich Gesamtüberleben beobachtet.

Dennoch waren in exploratorischen Subgruppen-Analysen einige Tendenzen ersichtlich.

Die Daten hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens im Zeitverlauf

basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung bei Patienten mit lokal fortgeschrittener Erkrankung sind

in den folgenden Tabellen zusammengefasst:

Mat.-Nr.: 324306

Tabelle 1: Anteil der Patienten mit lokal fortgeschrittener Erkrankung mit Progression der

Erkrankung im Zeitverlauf nach Therapie-Subgruppen

Analyse-

Population

Behandlungs-

arm

Ereignisse

(%) nach 3

Jahren

Ereignisse

(%) nach 5

Jahren

Ereignisse

(%) nach 7

Jahren

Ereignisse

(%) nach

10 Jahren

Watchful Waiting

(Beobachtendes

Abwarten)

(n = 657)

Bicalutamid

150 mg

19,7

36,3

52,1

73,2

Placebo

39,8

59,7

70,7

79,1

Strahlentherapie

(n = 305)

Bicalutamid

150 mg

13,9

33,0

42,1

62,7

Placebo

30,7

49,4

58,6

72,2

Radikale

Prostatektomie

(n = 1.719)

Bicalutamid

150 mg

14,4

19,8

29,9

Placebo

11,7

19,4

23,2

30,9

Tabelle 2: Gesamtüberleben bei lokal fortgeschrittener Erkrankung nach Therapie-Subgruppen

Analyse-

Population

Behandlungs-

arm

Ereignisse

(%) nach 3

Jahren

Ereignisse

(%) nach 5

Jahren

Ereignisse

(%) nach

7 Jahren

Ereignisse

(%) nach

10 Jahren

Watchful Waiting

(Beobachtendes

Abwarten)

(n = 657)

Bicalutamid

150 mg

14,2

29,4

42,2

65,0

Placebo

17,0

36,4

53,7

67,5

Strahlentherapie

(n = 305)

Bicalutamid

150 mg

20,9

30,0

48,5

Placebo

12,6

23,1

38,1

53,3

Radikale

Prostatektomie

(n = 1.719)

Bicalutamid

150 mg

10,0

14,6

22,4

Placebo

12,6

20,2

Bei Patienten mit lokal begrenzter Erkrankung, die Bicalutamid allein erhielten, konnte kein

signifikanter Unterschied im progressionsfreien Überleben nachgewiesen werden. Bei diesen

Patienten,

für die ansonsten beobachtendes Abwarten angewendet worden wäre, gab es einen Trend zu

verminderter Überlebensdauer im Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten (HR = 1,15; 95 %

CI 1,00 bis 1,32). Vor diesem Hintergrund wird das Nutzen-Risiko-Profil für die Anwendung von

Bicalutamid bei Patienten mit lokal begrenzter Erkrankung als unvorteilhaft erachtet.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bicalutamid wird nach oraler Gabe gut resorbiert. Es gibt keine Hinweise auf einen klinisch relevanten

Einfluss der Nahrung auf die Bioverfügbarkeit.

Bicalutamid liegt als Racemat, d. h. als Gemisch aus R- bzw. S-Enantiomer, vor. Beide Enantiomere

unterscheiden sich deutlich in ihrer Pharmakokinetik:

Einmalgabe: S-Bicalutamid wird schnell resorbiert und eliminiert. Nach Einmalgabe von 50 mg

Mat.-Nr.: 324306

Bicalutamid bei gesunden Freiwilligen wurde innerhalb von 2,5 Stunden für S-Bicalutamid eine

Plasmaspitzenkonzentration von durchschnittlich 66,1 ng/ml erreicht. Die mittlere

Eliminationshalbwertszeit betrug 1,3 Tage.

Im Gegensatz dazu stieg der Plasmaspiegel des R-Enantiomers, von dem die hauptsächliche

antiandrogene Wirkung ausgeht, langsamer an; er erreichte nach 29 ± 3 Stunden eine durchschnittliche

Spitzenkonzentration von 741 ± 27 (SE; n = 27) ng/ml. Die Eliminationshalbwertszeit betrug 5,75 ±

0,46 Tage.

Bei einmal täglicher Verabreichung von 50 mg oder 150 mg Bicalutamid akkumuliert das R-

Enantiomer wegen seiner langen Halbwertszeit im Plasma um etwa das Zehnfache; der Steady-State-

Plasmaspiegel wird nach etwa einem Monat erreicht.

Die durchschnittliche Steady-State-Konzentration des R-Enantiomers liegt bei 8,9 Mikrogramm/ml

(Bereich: 1,5–17,5 Mikrogramm/ml) bei täglicher Gabe von 50 mg Bicalutamid. Die durchschnittliche

Eliminationshalbwertszeit, die sich aus der täglichen Dosierung ergab, betrug 7,4 Tage (Bereich: 2,3–

22,2 Tage).

Bei täglicher Verabreichung von 150 mg Bicalutamid wurden Steady-State-Plasmaspiegel des R-

Enantiomers von etwa 22 Mikrogramm/ml beobachtet. Im Steady State liegen ca. 99 % der Substanz

in Form des hauptsächlich wirksamen R-Enantiomers im Plasma vor.

Die pharmakokinetischen Eigenschaften des R-Enantiomers werden weder durch das Alter der

Patienten noch durch Nierenfunktionsstörungen oder leichte bis mittelschwere

Leberfunktionsstörungen beeinflusst. Es gibt Hinweise, dass bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung das R-Enantiomer langsamer eliminiert wird.

Bicalutamid wird stark an Proteine gebunden (Racemat 96 %, R-Enantiomer > 99 %) und extensiv

verstoffwechselt (Oxidation und Glukuronidierung). Die Metaboliten werden zu annähernd gleichen

Teilen über Niere und Galle ausgeschieden.

In einer klinischen Studie betrug bei einer Tagesdosis von 150 mg Bicalutamid die durchschnittliche

Konzentration von R-Bicalutamid im Sperma des Mannes 4,9 Mikrogramm/ml. Die Menge an

Bicalutamid, die der weiblichen Partnerin beim Sexualverkehr potenziell übertragen werden kann, ist

gering und entspricht ungefähr 0,3 Mikrogramm/kg. Dies liegt unter dem Wert, der erforderlich ist,

um bei Labortieren Effekte bei der Nachkommenschaft auszulösen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bicalutamid ist ein wirksames Antiandrogen und im Tierversuch ein Induktor mischfunktioneller

Oxidasen. Veränderungen am Zielorgan, einschließlich einer Tumorinduktion (Leydig-Zellen,

Schilddrüse, Leber) bei Tieren, werden auf diese Wirkung zurückgeführt. Eine Enzyminduktion wurde

beim Menschen nicht beobachtet, und keiner dieser Befunde wird für die Behandlung von Patienten

mit Prostatakarzinom als relevant erachtet. Eine Atrophie der Hodenkanälchen ist ein vorhersehbarer

Klasseneffekt der Antiandrogene und wurde bei allen untersuchten Spezies beobachtet.

Hodenatrophien waren 6 Monate nach einer 12-monatigen Toxizitätsuntersuchung bei wiederholter

Verabreichung an Hunden vollständig reversibel, wobei die Wiederherstellung der Funktion in

Reproduktionsstudien an Ratten 7 Wochen nach 11-wöchiger Behandlungsdauer offensichtlich war.

Ein Zeitraum verminderter Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit beim Mann ist anzunehmen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat, Crospovidon, Povidon K 29/32, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich],

Mat.-Nr.: 324306

Natriumdodecylsulfat [pflanzlich].

Filmüberzug:

Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Macrogol 4.000, Titandioxid (E 171).

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PE/PVDC/Aluminium-Blisterpackungen.

Packungen mit 10, 30 und 90 Filmtabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Winthrop Arzneimittel GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 02 00 10

Telefax: (01 80) 2 02 00 11

Mitvertrieb

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

8.

ZULASSUNGSNUMMER

69836.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 08. Januar 2008

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 11. September 2013

0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

Mat.-Nr.: 324306

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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