Bicalutamid-ratiopharm 150 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Bicalutamid
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
L02BB03
INN (Internationale Bezeichnung):
Bicalutamide
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Bicalutamid 150.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
74168.00.00

Gebrauchsinformation:

Information für Anwender

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg Filmtabletten

Zur Anwendung bei männlichen Erwachsenen

Wirkstoff: Bicalutamid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

beachten?

Wie ist

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg und

wofür wird es angewendet?

Bicalutamid gehört zur Gruppe der Anti-Androgene. Antiandrogene hemmen die Wirkung von

Androgenen (männliche Sexualhormone).

Bicalutamid wird angewendet bei erwachsenen Männern zur Behandlung des nicht-metastasierten

Prostatakarzinoms, wenn operative Kastration oder andere Formen der Behandlung nicht angezeigt

oder inakzeptabel sind.

Es kann in Kombination mit Radiotherapie oder Prostataoperation in frühen Behandlungsstadien

eingesetzt werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg beachten?

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Bicalutamid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Allergien einnehmen, die die

Wirkstoffe Terfenadin oder Astemizol enthalten (siehe unter Abschnitt „Einnahme von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

.

Wenn Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsstörungen

einnehmen, die den Wirkstoff Cisaprid enthalten (siehe unter Abschnitt „Einnahme von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

.

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

darf nicht bei Frauen oder Kindern und Jugendlichen angewendet

werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

ist erforderlich, wenn

Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzrhythmussörungen (Arrythmie) haben oder wenn

Sie Arzneimittel dagegen erhalten. Bei der Anwendung von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

kann das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöht sein.

Ihre Leberfunktion mäßig oder stark eingeschränkt ist. Sie sollten das Arzneimittel nur

einnehmen, nachdem Ihr Arzt den möglichen Nutzen und die möglichen Risiken sorgfältig

abgewogen hat. In diesem Fall wird Ihr Arzt Ihre Leberfunktion regelmäßig überprüfen

(Bilirubin, Transaminasen, alkalische Phosphatase). Sollte es zu schweren Störungen der

Leberfunktion kommen, muss die Behandlung mit

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

beendet

werden. Von tödlichen Ausgängen wurde berichtet.

Ihre Nierenfunktion stark eingeschränkt ist. Sie sollten das Arzneimittel nur einnehmen,

nachdem Ihr Arzt den möglichen Nutzen und die möglichen Risiken sorgfältig abgewogen hat.

Sie an einer Erkrankung des Herzens leiden. In diesem Fall sollte Ihr Arzt Ihre Herzfunktion

regelmäßig überwachen.

Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel (Ciclosporin und Calciumantagonisten) einnehmen

(siehe unter Abschnitt „Einnahme von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

zusammen mit anderen

Arzneimitteln“.

bei Patienten mit einem Fortschreiten der Erkrankung unter der Behandlung mit

Bicalutamid-

ratiopharm

®

150 mg

(erhöhter PSA-Wert). In diesem Fall wird Ihr Arzt entscheiden, ob Sie

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

weiter einnehmen sollen.

Einnahme von Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

kann Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln zur

Behandlung von Herzrhythmusstörungen haben (z.B. Quinidin, Procainamid, Amiodaron und Sotalol)

oder mit anderen Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen können, [z. B. Methadon

(Anwendung als Schmerzmittel und bei der Entgiftung von Drogenabhängigen), Moxifloxacin (ein

Antibiotikum), Antipsychotika (Anwendung bei schweren psychischen Krankheiten)].

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

darf nicht gleichzeitig mit den folgenden Arzneimitteln angewendet

werden:

Terfenadin (gegen Heuschnupfen oder Allergien)

Astemizol (gegen Heuschnupfen oder Allergien)

Cisaprid (gegen Magenprobleme)

Bei einer gleichzeitigen Einnahme besteht die Möglichkeit, dass nicht abschätzbare, unerwünschte

Arzneimittelwirkungen auftreten.

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die über einen bestimmten Stoffwechselweg abgebaut

werden, ist Vorsicht geboten. Diese Arzneimittel oder

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

könnten

stärker als gewünscht wirken oder eher zu Nebenwirkungen führen. Dann wird Ihr Arzt

gegebenenfalls die Dosierung anpassen und regelmäßig Ihr Krankheitsbild und Ihre Blutwerte

überprüfen. Dies gilt z. B. für:

den Wirkstoff Ciclosporin (Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems),

Kalziumantagonisten (bestimmte Gruppe von Arzneimitteln zur Blutdrucksenkung).

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die die Abbauprozesse von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

in der Leber hemmen, ist besondere Vorsicht geboten. Es könnten vermehrt Nebenwirkungen

auftreten.

Dies gilt z. B. für die Wirkstoffe:

Cimetidin (Arzneimittel zur Hemmung der Magensäureproduktion),

Ketoconazol (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen).

Wenn Sie

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

gleichzeitig mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln

vom Cumarintyp, z. B. Warfarin, einnehmen, kann die gerinnungshemmende Wirkung dieser

Arzneimittel verstärkt werden. Da in diesem Fall die Blutgerinnungszeit erheblich verlängert sein

kann, wird Ihr Arzt bei Ihnen gegebenenfalls häufiger Kontrollen der Blutgerinnungszeit vornehmen.

Einnahme von Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, müssen aber im Ganzen

mit einem Glas Wasser geschluckt werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungsfähigkeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Bicalutamid ist bei Frauen kontraindiziert und darf Schwangeren oder stillenden Müttern nicht

verabreicht werden.

Bicalutamid kann einen Zeitraum verminderter Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit beim Mann

hervorrufen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bicalutamid beeinflusst wahrscheinlich nicht Ihre Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen

zu bedienen. Die Filmtabletten können jedoch möglicherweise dazu führen, dass Sie sich

benommen/schwindelig oder schläfrig fühlen. Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, dürfen Sie sich nicht

an das Steuer eines Fahrzeuges setzen oder Maschinen bedienen.

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg enthält Lactose

Bitte nehmen Sie

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein,

wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die übliche Dosis ist einmal täglich eine Tablette. Diese muss im Ganzen mit einem Glas Wasser

geschluckt werden. Versuchen Sie, das Arzneimittel jeden Tag etwa zur gleichen Zeit einzunehmen.

Diese Dosis gilt auch für ältere Patienten, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Patienten

mit leichten Leberfunktionsstörungen.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit mittelschweren bis schweren Leberfunktionsstörungen (siehe

Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

sollte ohne Unterbrechung mindestens zwei Jahre eingenommen

werden. Sollte die Krankheit in dieser Zeit bei Ihnen fortschreiten, kann Ihr Arzt den vorzeitigen

Abbruch der Behandlung mit

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

empfehlen.

Wenn Sie eine größere Menge von Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben, setzen Sie sich sobald wie möglich mit Ihrem Arzt

oder dem nächstgelegenen Krankenhaus in Verbindung. Nehmen Sie die verbliebenen Filmtabletten

oder die Packung mit, damit der Arzt feststellen kann, was Sie eingenommen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme Ihrer täglichen Dosis vergessen haben, lassen Sie diese aus und warten Sie,

bis es wieder Zeit für die nächste Einnahme ist. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die

vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg abbrechen

Brechen Sie die Einnahme des Arzneimittels nicht ab, auch wenn Sie sich gesund fühlen, es sei denn,

Ihr Arzt hat Ihnen die Anweisung hierzu gegeben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen:

Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen feststellen, sollten Sie sich unverzüglich mit

Ihrem Arzt in Verbindung setzen.

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Bauchschmerzen

Blut im Urin

Änderung der Leberfunktion

darunter erhöhte Leberwerte, Gallestauung und Gelbsucht), die

selten schwerwiegend waren. Diese Änderungen waren häufig vorübergehend und

verschwanden oder besserten sich bei fortgesetzter Behandlung bzw. nach Absetzen der

Therapie.

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Schwerwiegende allergische Reaktionen, die ein Anschwellen von Gesicht, Lippen, Zunge

und/oder Hals verursachen, wodurch es zu Schluck- oder Atemproblemen kommen kann, oder

Juckreiz auf der Haut mit Beulen hervorrufen.

Starke Kurzatmigkeit oder plötzliche Verschlechterung einer Kurzatmigkeit, möglicherweise

mit Husten oder Fieber. Bei einigen mit

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

behandelten

Patienten kommt es zu einer Lungenentzündung, die als interstitielle Lungenerkrankung

bezeichnet wird. Von tödlichen Ausgängen wurde berichtet.

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Leberversagen das mit folgenden Symptomen einhergehen kann: Gelbsucht, Juckreiz, Übelkeit,

Appetitverlust, Neigung zu blauen Flecken und Schlaflosigkeit. Von tödlichen Ausgängen

wurde berichtet. Eine regelmäßige Kontrolle der Laborwerte kann erforderlich sein (siehe

Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Ihnen eine der folgenden Nebenwirkungen Beschwerden bereitet:

Sehr häufig

(kann mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen):

Schwächegefühl

Hautausschlag

Druckempfindlichkeit der Brust oder Vergrößerung der Brust. Diese Beschwerden treten bei

einem Großteil der Patienten auf. In Studien wurden sie bei bis zu 5 % der Patienten als

schwerwiegend erachtet. Die Brustvergrößerung wird sich unter Umständen nach Abbruch der

Therapie nicht spontan zurückbilden. Dies gilt insbesondere nach längerer Behandlung.

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Verminderung der Anzahl an roten Blutkörperchen, die eine blasse Hautfarbe und Schwäche

oder Atemlosigkeit verursachen kann

Appetitverlust, verminderter Appetit

Diabetes mellitus

vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen

Depression

Schwindel

Schläfrigkeit

Hitzewallungen

Schmerzen im Brustkorb, Knochen- und Muskelschmerz

Durchfall oder Verstopfung

Magenverstimmung

Blähungen

Übelkeit (Unwohlsein)

Ergebnisse von Blutuntersuchungen, die eine Veränderung der Leberfunktion zeigen

Haarausfall

Nachwachsen von Haaren oder abnormer Haarwuchs

trockene Haut

Juckreiz

Schwitzen

Ödeme (Wasseransammlungen im Gesicht, am Rumpf und in den Gliedmaßen)

Gewichtszunahme

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

hoher Blutzucker

Kurzatmigkeit

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Erbrechen

erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung)

Hinweis:

Die Kombinationstherapie von Bicalutamid 50 mg und einer weiteren Hormonbehandlung (mit

LHRH-Analogon) wurde mit dem Auftreten von Herzinsuffizienz und Herzinfarkten in

Zusammenhang gebracht.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg enthält

Der Wirkstoff ist Bicalutamid.

Jede Filmtablette enthält 150 mg Bicalutamid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Povidon K-30, Croscarmellose-Natrium,

Natriumdodecylsulfat, Lactose-Monohydrat, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.

Eur.)

Filmüberzug: Hypromellose, Polydextrose, Titandioxid (E171), Macrogol 4000

Wie Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg aussieht und Inhalt der Packung

Weiße bis gebrochen weiße, runde, bikonvexe Filmtablette mit der Prägung „BCL“ auf einer Seite, die

andere Seite ist glatt.

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

ist in Packungen mit 30 und 90 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Teva Pharmaceutical Works Private Limited Company

Pallagi út 13

4042 Debrecen

Ungarn

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im November 2018

Versionscode: Z10

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 150 mg Bicalutamid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Eine Filmtablette enthält 105 mg Lactose-

Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Weiße bis gebrochen weiße, runde, bikonvexe Filmtablette mit der Prägung „BCL“ auf einer Seite,

die andere Seite ist glatt.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

ist angezeigt entweder als alleinige Therapie oder adjuvant zu

radikaler Prostatektomie oder Strahlentherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem

Prostatakarzinom und hohem Progressionsrisiko (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Erwachsene Männer einschließlich älteren Patienten

Dosierung

Einmal täglich 150 mg (1 Filmtablette) immer zur gleichen Zeit (im Allgemeinen morgens oder

abends).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen keine

Erfahrungen mit der Anwendung von Bicalutamid bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung vor (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) (siehe Abschnitt 4.4).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei

Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Einschränkung der Leberfunktion kann es zu einer

Kumulation des Wirkstoffs kommen (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Bicalutamid ist bei Kindern und Jugendlichen nicht indiziert.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Die Filmtablette sollte im Ganzen mit Flüssigkeit eingenommen werden.

Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Sie sollte wegen der besseren

Compliance stets zur gleichen Tageszeit erfolgen.

Dauer der Anwendung

Bicalutamid 150 mg sollte ohne Unterbrechung mindestens 2 Jahre oder bis zum Auftreten einer

Progression der Erkrankung angewendet werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Bicalutamid oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Bicalutamid ist bei Frauen und Kindern kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.6).

Die gleichzeitige Anwendung von Terfenadin, Astemizol oder Cisaprid mit Bicalutamid ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bicalutamid wird extensiv in der Leber verstoffwechselt. Bisherige Untersuchungen weisen darauf

hin, dass es bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung zu einer verlangsamten Elimination

und dadurch zu einer vermehrten Akkumulation von Bicalutamid kommen kann. Daher sollte

Bicalutamid bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörung mit Vorsicht

angewendet werden.

Wegen möglicher Leberveränderungen sollten regelmäßige Leberfunktionstests in Erwägung

gezogen werden. Die Mehrheit der Fälle ist in den ersten 6 Monaten der Behandlung mit

Bicalutamid zu erwarten.

Unter Bicalutamid wurde in seltenen Fällen schwerwiegende Leberveränderungen und

Leberinsuffizienz beobachtet, bei denen auch tödliche Ausgänge berichtet wurden (siehe Abschnitt

4.8). Bei schwerwiegenden Veränderungen sollte die Behandlung mit Bicalutamid abgebrochen

werden.

Es wurde gezeigt, dass Bicalutamid Cytochrom P450 (CYP 3A4) hemmt, daher sollte bei

gleichzeitiger Verabreichung mit Arzneimitteln, die vorwiegend durch CYP 3A4 metabolisiert

werden, Vorsicht geübt werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Da keine Erfahrungen zur Anwendung von Bicalutamid bei Patienten mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion vorliegen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), sollte Bicalutamid bei diesen Patienten

mit Vorsicht angewendet werden.

Bei Patienten mit Herzerkrankung ist eine regelmäßige Kontrolle der Herzfunktion ratsam.

Bei Patienten mit einer objektiven Progression der Erkrankung und einem erhöhten PSA-Wert sollte

ein Abbruch der Bicalutamid-Therapie in Betracht gezogen werden.

Androgendeprivationstherapie kann QT-Intervall verlängern

Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von bzw. mit Risikofaktoren für QT-Verlängerung und bei

Patienten mit Begleitmedikationen, die das QT-Intervall verlängern können (siehe Abschnitt 4.5),

sollte vor dem Einsatz von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

Filmtabletten

das Nutzen/Risiko-

Verhältnis einschließlich des Potentials für Torsade de pointes abgewogen werden.

Das Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In-vitro

-Studien zeigten, dass R-Bicalutamid ein CYP 3A4-Inhibitor ist und auch in geringerem

Ausmaß CYP 2C9, 2C19 und 2D6 hemmt.

In klinischen Studien in Kombination mit Phenazon als Marker für die Cytochrom-P450-(CYP)-

Aktivität konnte ein Arzneimittelwechselwirkungspotential mit Bicalutamid nicht nachgewiesen

werden. Die mittlere Midazolam-Exposition (AUC) war jedoch nach einer 28-tägigen gleichzeitigen

Verabreichung mit Bicalutamid um bis zu 80 % erhöht. Für Arzneimittel mit enger therapeutischer

Breite könnte eine solche Erhöhung relevant sein. Daher ist die gleichzeitige Verwendung von

Terfenadin, Astemizol und Cisaprid kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3), und bei der gemeinsamen

Gabe von Bicalutamid mit Verbindungen wie Cyclosporin und Kalziumkanal-Blockern sollte

Vorsicht geübt werden.

Eine Dosisreduktion kann für diese Arzneimittel vor allem dann erforderlich sein, wenn Beweise für

eine Wirkungssteigerung oder eine unerwünschte Arzneimittelwirkung vorliegen. Für Cyclosporin

wird empfohlen, dass zu Beginn oder nach Absetzen der Bicalutamid-Therapie

Plasmakonzentrationen und klinischer Zustand genau überwacht werden.

Bei der Verschreibung von Bicalutamid mit anderen Mitteln, die die Arzneimitteloxidation hemmen

können (wie Cimetidin und Ketoconazol), ist Vorsicht geboten. Es könnte theoretisch zu erhöhten

Plasmakonzentrationen von Bicalutamid und somit zu einem vermehrten Auftreten von

Nebenwirkungen kommen.

In-vitro

-Studien zeigten, dass Bicalutamid Warfarin, ein Antikoagulans vom Cumarin-Typ, aus

seiner Proteinbindung verdrängen kann. Daher wird empfohlen, zu Beginn einer Behandlung mit

Bicalutamid bei Patienten, die bereits Antikoagulantien vom Cumarin-Typ erhalten, die

Prothrombinzeit engmaschig zu überwachen.

Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist die gleichzeitige

Anwendung von

Bicalutamid-ratiopharm

®

150 mg

Filmtabletten

mit Arzneimitteln, die

bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern oder Arzneimittel, die Torsages de pointes hervorrufen

können wie Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Quinidin, Disopyramid) oder Klasse III (z.B.

Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Methadon, Moxifloxacin, Neuroleptika usw. sogfältig

abzuwägen (siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Bicalutamid ist bei Frauen kontraindiziert und darf Schwangeren oder stillenden Müttern nicht

verabreicht werden.

Fertilität

In Tierstudien wurden reversible Beeinträchtigungen der männlichen Fruchtbarkeit beobachtet (siehe

Abschnitt 5.3). Es ist mit einem Zeitraum verminderter Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit beim

Mann zu rechnen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Bicalutamid die Verkehrstüchtigkeit von Patienten und ihre Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Allerdings sollte beachtet werden, dass es gelegentlich

zu Schwindel oder Somnolenz (Schläfrigkeit) kommen kann. Alle davon betroffenen Patienten

sollten vorsichtig sein.

4.8

Nebenwirkungen

In diesem Abschnitt sind die Nebenwirkungen wie folgt definiert:

Sehr häufig: ≥ 1/10

Häufig: ≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich: ≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten: ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten: < 1/10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig:

Anämie

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Überempfindlichkeit, Angioödem und Urtikaria

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Anorexie, Diabetes mellitus, verminderter Appetit

Gelegentlich:

Hyperglykämie

Psychiatrische Störungen

Häufig:

Abnahme der Libido, Depression

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Schwindel, Somnolenz

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Hitzewallungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:

Dyspnoe, Interstitielle Lungenkrankheit

(tödliche Ausgänge wurden berichtet)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Abdominale Schmerzen, Obstipation/Verstopfung, Diarrhoe, Dyspepsie, Blähungen,

Übelkeit

Selten:

Erbrechen

Herzerkrankungen:

Nicht bekannt: QT-Verlängerungen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5)

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Lebertoxizität, Ikterus, Cholestase, Hypertransaminasämie

Selten:

Leberinsuffizienz

(tödliche Ausgänge wurden berichtet). Eine regelmäßige Kontrolle

der Leberwerte sollte daher in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Ausschlag

Häufig:

Alopezie, Hirsutismus/Haarnachwuchs, trockene Haut

, Juckreiz, Schwitzen

Selten:

Lichtempfindklichkeitsreaktion

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig:

Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Hämaturie

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig:

Gynäkomastie und Spannungsgefühl in der Brust

Häufig:

Erektionsstörung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Asthenie

Häufig:

Schmerzen im Brustkorb, Ödem

Untersuchungen

Häufig:

Gewichtszunahme

Leberfunktionsstörungen sind selten schwerwiegend und waren oft vorübergehend, verschwanden oder

besserten sich unter fortgesetzter Therapie oder nach Absetzen der Behandlung.

Aufgelistet als unerwünschte Arzneimittelwirkung aufgrund ausgewerteter Daten nach Markteinführung. Die

Häufigkeit der Leberinsuffizienz wurde aufgrund der Inzidenz berichteter unerwünschter Ereignisse bei

Patienten bestimmt, die im unverblindeten Bicalutamid-Arm der 150 mg EPC-Studien behandelt wurden.

Beim Großteil der Patienten, die 150 mg Bicalutamid als Monotherapie erhalten, treten Gynäkomastie

und/oder Brustschmerzen auf. In Studien wurden diese Symptome bei bis zu 5 % der Patienten als schwer

angesehen. Eine spontane Rückbildung der Gynäkomastie kann nach Absetzen der Therapie ausbleiben,

besonders nach einer Langzeitbehandlung.

Aufgrund der in den EPC-Studien angewandten Kodierungsmethode wurde das unerwünschte Ereignis

'trockene Haut' unter der COSTART-Bezeichnung 'Hautausschlag' aufgeführt. Deswegen gibt es keine

separate Häufigkeitsbewertung für die 150-mg-Dosis Bicalutamid, aber es wird die gleiche Häufigkeit

angenommen wie für die 50-mg-Dosis.

Aufgelistet als unerwünschte Arzneimittelwirkung aufgrund ausgewerteter Daten nach Markteinführung. Die

Häufigkeit der interstitiellen Pneumonie wurde aufgrund der Inzidenz berichteter unerwünschter Ereignisse

bestimmt, die im randomisierten Behandlungszeitraum der 150 mg EPC-Studien auftraten.

Hinweis: Die Kombinationstherapie von Bicalutamid 50 mg und einem LHRH-Analogon wurde mit

dem Auftreten von Herzinsuffizienz und Herzinfarkten in Zusammenhang gebracht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung beim Menschen berichtet. Es gibt kein spezifisches

Antidot. Die Behandlung sollte symptomatisch erfolgen. Da Bicalutamid in hohem Maße an Proteine

gebunden wird und nicht in unveränderter Weise im Urin nachweisbar ist, dürfte eine Dialyse nicht

hilfreich sein. Es sind allgemeine supportive Maßnahmen einschließlich einer engmaschigen

Kontrolle der Vitalfunktionen angezeigt.

Bei Patienten mit ungetrübter Bewusstseinslage sollte man Erbrechen auslösen, falls es nicht spontan

auftritt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hormon-Antagonisten und verwandte Mittel, Antiandrogene

ATC-Code: L02BB03

Bicalutamid ist ein nichtsteroidales Antiandrogen ohne andere endokrine Aktivität und liegt als

Racemat vor. Die antiandrogene Aktivität geht nahezu ausschließlich vom R-Enantiomer aus.

Bicalutamid bindet kompetitiv an den normalen („wild type“) zellulären Androgen-Rezeptor, ohne die

Genexpression zu aktivieren und unterbindet den Androgen-Stimulus auf die Prostata- bzw.

Prostatakarzinomzelle. Die Rückbildung von Prostatatumoren ist eine Folge dieser Hemmung.

Klinisch kann das Absetzen von Bicalutamid bei einem Teil der Patienten zu einem Antiandrogen-

Entzugssyndrom führen.

Bicalutamid 150 mg wurde untersucht bei Patienten mit lokal begrenztem (T1-T2, N0 oder NX, M0)

oder lokal fortgeschrittenem (T3-T4, alle N, M0; T1-T2, N+, M0) nicht-metastasiertem Prostatakrebs

in einer kombinierten Analyse von 3 placebokontrollierten, doppelblinden Studien an 8.113 Patienten,

in denen Bicalutamid als unmittelbare Hormontherapie oder adjuvant zu radikaler Prostatektomie oder

Strahlentherapie (vor allem externe Strahlentherapie) verabreicht wurde. Bei einer medianen

Nachbeobachtungsdauer von 9,7 Jahren trat bei 36,6 % und 38,17 % aller mit Bicalutamid bzw. mit

Placebo behandelten Patienten eine objektive Progression der Erkrankung auf.

Eine Verminderung des Risikos einer objektiven Progression der Erkrankung wurde bei den meisten

Patientengruppen beobachtet, jedoch war diese bei den Patientengruppen mit dem höchsten

Progressionsrisiko am deutlichsten. Deshalb könnte der behandelnde Arzt entscheiden, dass für einen

Patienten mit geringem Progressionsrisiko, insbesondere in der adjuvanten Situation nach einer

radikalen Prostatektomie, ein Aufschieben der hormonalen Therapie bis zum Auftreten von Anzeichen

einer Krankheitsprogression die optimale Behandlungsstrategie ist.

Bei einer Mortalität von 31,4 % (HR = 1,01; 95 % CI 0,94 bis 1,09) wurde nach einer medianen

Nachbeobachtungsdauer von 9,7 Jahren kein Unterschied hinsichtlich Gesamtüberleben beobachtet.

Dennoch waren in exploratorischen Subgruppen-Analysen einige Tendenzen ersichtlich.

Die Daten hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens im Zeitverlauf

basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung bei Patienten mit lokal fortgeschrittener Erkrankung sind

in den folgenden Tabellen zusammengefasst:

Tabelle 1: Anteil lokal fortgeschrittener Patienten mit Progression der Erkrankung im

Zeitverlauf nach Therapie-Subgruppen

Analyse-

Population

Behandlungs-

arm

Ereignisse

(%) nach 3

Jahren

Ereignisse

(%) nach 5

Jahren

Ereignisse

(%) nach 7

Jahren

Ereignisse

(%) nach 10

Jahren

Watchful

Waiting

(Beobachtendes

Abwarten)

(n = 657)

Bicalutamid

150 mg

Placebo

19,7 %

39,8 %

36,3 %

59,7 %

52,1 %

70,7 %

73,2 %

79,1 %

Strahlentherapie

(n = 305)

Bicalutamid

150 mg

Placebo

13,9 %

30,7 %

33,0 %

49,4 %

42,1 %

58,6 %

62,7 %

72,2 %

Radikale

Prostatektomie

(n = 1.719)

Bicalutamid

150 mg

Placebo

7,5 %

11,7 %

14,4 %

19,4 %

19,8 %

23,2 %

29,9 %

30,9 %

Tabelle 2: Gesamtüberleben bei lokal fortgeschrittener Erkrankung nach Therapie-

Subgruppen

Analyse-

Population

Behandlungs-

arm

Ereignisse

(%) nach 3

Jahren

Ereignisse

(%) nach 5

Jahren

Ereignisse

(%) nach 7

Jahren

Ereignisse

(%) nach 10

Jahren

Watchful

Waiting

(Beobachtendes

Abwarten)

(n = 657)

Bicalutamid

150 mg

Placebo

14,2 %

17,0 %

29,4 %

36,4 %

42,2 %

53,7 %

65,0 %

67,5 %

Strahlentherapie

(n = 305)

Bicalutamid

150 mg

Placebo

8,2 %

12,6 %

20,9 %

23,1 %

30,0 %

38,1 %

48,5 %

53,3 %

Radikale

Prostatektomie

(n = 1.719)

Bicalutamid

150 mg

Placebo

4,6 %

4,2 %

10,0 %

8,7 %

14,6 %

12,6 %

22,4 %

20,2 %

Bei Patienten mit lokal begrenzter Erkrankung, die Bicalutamid alleine erhielten, konnte kein

signifikanter Unterschied im progressionsfreien Überleben nachgewiesen werden. Bei diesen

Patienten, für die ansonsten beobachtendes Abwarten angewendet worden wäre, gab es einen Trend

zu verminderter Überlebensdauer im Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten (HR = 1,15; 95

% CI 1,00 bis 1,32). Vor diesem Hintergrund wird das Nutzen-Risiko-Profil für die Anwendung von

Bicalutamid bei Patienten mit lokal begrenzter Erkrankung als unvorteilhaft erachtet.

Bicalutamid liegt als Racemat vor. Die antiandrogene Aktivität geht nahezu ausschließlich vom (R)-

Enantiomer aus.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bicalutamid wird nach oraler Gabe gut resorbiert. Es gibt keine Hinweise auf einen klinisch

relevanten Effekt der Nahrung auf die Bioverfügbarkeit.

Bicalutamid liegt als Racemat, d. h. als Gemisch aus (R)- bzw. (S)-Enantiomer vor. Beide

Enantiomere unterscheiden sich deutlich in ihrer Pharmakokinetik:

Das (S)-Enantiomer wird in Relation zum (R)-Enantiomer schnell eliminiert. Letzteres hat eine

Plasmaeliminationshalbwertszeit von ungefähr einer Woche.

Bei täglicher Verabreichung von Bicalutamid 150 mg akkumuliert das (R)-Enantiomer wegen seiner

langen Halbwertszeit im Plasma um etwa das Zehnfache.

Bei täglicher Verabreichung von Bicalutamid 150 mg wurden Steady-state-Plasmaspiegel des (R)-

Enantiomers von etwa 22 Mikrogramm/ml beobachtet. Im Steady state liegen ca. 99 % der Substanz

in Form des hauptsächlich wirksamen (R)-Enantiomers im Plasma vor.

Die pharmakokinetischen Eigenschaften des (R)-Enantiomers werden weder durch das Alter der

Patienten noch durch Nierenfunktionsstörungen oder leichte bis mittelschwere

Leberfunktionsstörungen beeinflusst. Es gibt Hinweise, dass bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung das (R)-Enantiomer langsamer eliminiert wird.

Bicalutamid wird stark an Proteine gebunden (Racemat 96 %, (R)-Enantiomer > 99 %) und extensiv

verstoffwechselt (Oxidation und Glukuronidierung). Die Metaboliten werden zu annähernd gleichen

Teilen über Niere und Galle ausgeschieden.

In einer klinischen Studie betrug bei einer Tagesdosis von 150 mg Bicalutamid die durchschnittliche

Konzentration von R-Bicalutamid im Sperma des Mannes 4,9 Mikrogramm/ml. Die Menge an

Bicalutamid, die der weiblichen Partnerin beim Sexualverkehr potentiell übertragen werden kann, ist

gering und entspricht ungefähr 0,3 Mikrogramm/kg. Dies liegt unter dem Wert, der erforderlich ist,

um bei Labortieren Effekte bei der Nachkommenschaft auszulösen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bicalutamid ist ein wirksames Antiandrogen und im Tierversuch ein Induktor mischfunktioneller

Oxidasen. Veränderungen am Zielorgan, einschließlich einer Tumorinduktion (Leydig-Zellen,

Schilddrüse, Leber) bei Tieren, werden auf diese Wirkung zurückgeführt. Eine Enzyminduktion

wurde beim Menschen nicht beobachtet, und keiner dieser Befunde wird für die Behandlung von

Patienten mit Prostatakarzinom als relevant erachtet. Eine Atrophie der Hodenkanälchen ist ein

vorhersehbarer Klasseneffekt der Antiandrogene und wurde bei allen untersuchten Spezies

beobachtet. Hodenatrophien waren 24 Wochen nach einer 12-monatigen Toxizitätsuntersuchung bei

wiederholter Verabreichung an Ratten vollständig reversibel, wobei die Wiederherstellung der

Funktion in Reproduktionsstudien 7 Wochen nach 11-wöchiger Behandlungsdauer offensichtlich

war. Ein Zeitraum verminderter Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit beim Mann ist anzunehmen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose

Povidon K-30,

Croscarmellose-Natrium,

Natriumdodecylsulfat

Lactose-Monohydrat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

Filmüberzug:

Hypromellose

Polydextrose

Titandioxid (E171)

Macrogol 4000

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackung

Packung mit 30 Filmtabletten

Packung mit 90 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER

74168.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Februar 2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. Januar 2014

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2015

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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