Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-10-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-10-2021

Wirkstoff:
BETAMETHASON DIPROPIONAT; GENTAMICINSULFAT
Verfügbar ab:
Dermapharm GmbH
ATC-Code:
D07CC01
INN (Internationale Bezeichnung):
BETAMETHASONE DIPROPIONATE; Gentamicin sulfate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
140748
Berechtigungsdatum:
2021-07-16

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe

Wirkstoffe: Gentamicin und Betamethason

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Betagentin Salbe und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Betagentin Salbe beachten?

Wie ist Betagentin Salbe anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Betagentin Salbe aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Betagentin Salbe und wofür wird es angewendet?

Betagentin Salbe ist ein Kombinationspräparat zur äußerlichen Anwendung. Betagentin Salbe enthält

zwei Wirkstoffe:

Betamethason (als Betamethasondipropionat), ein künstlich hergestelltes

Nebennierenrindenhormon (

Glukokortikoid

Gentamicin (als Gentamicinsulfat), ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside.

Betagentin Salbe wird bei örtlich begrenzten, kleinflächigen Hauterkrankungen angewendet, wenn:

diese eine Behandlung mit einem stark wirksamen Glukokortikoid benötigen und

gleichzeitig eine zusätzliche Infektion (Superinfektion) mit Bakterien vorliegt und

diese Bakterien mit dem Wirkstoff Gentamicin wirksam behandelt werden können.

Der Wirkstoff Betamethason wirkt im Allgemeinen gegen Entzündungen und kann so Juckreiz,

Rötungen, Schwellungen und Schmerzen lindern.

Der Wirkstoff Gentamicin bekämpft Infektionen, die durch Bakterien hervorgerufen wurden.

Betagentin Salbe ist insbesondere für die Anwendung auf trockener Haut vorgesehen.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Betagentin Salbe beachten?

Betagentin Salbe darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen die Wirkstoffe Betamethason und Gentamicin, andere Arzneistoffe

aus der Gruppe der Glukokortikoide oder Aminoglykosid-Antibiotika oder einen der in

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei Virusinfektionen, einschließlich Impfreaktionen und Windpocken,

bei Tuberkulose oder Syphilis mit Beteiligung der Haut,

bei Virusinfektionen der Haut (z.B.

Herpes simplex, Gürtelrose

Hautausschlag um den Mund herum

bei Rosacea (Gesichtsrose) und Rosacea-artiger Hautentzündung,

Schwellungen um den Mund herum (periorale Dermatitis)

wenn Sie eine Pilzerkrankung an irgendeiner Hautstelle haben,

bei Augenerkrankungen,

bei gleichzeitiger Einnahme von Antibiotika aus der Gruppe der Aminoglykoside wegen der

Gefahr gesundheitsschädigender Mengen des Antibiotikums im Blut,

bei fortgeschrittener Nierenfunktionsstörung,

während der ersten 3 Monate, wenn Sie schwanger sind,

bei Säuglingen und Kleinkindern unter 1 Jahr.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Betagentin Salbe anwenden.

Wenden Sie Betagentin Salbe nicht im Gehörgang, am Auge und auf den Schleimhäuten an. Bei

versehentlichem Kontakt mit den Augen mit reichlich Wasser ausspülen und falls erforderlich einen

Augenarzt aufsuchen.

Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn Sie Betagentin Salbe im Gesicht anwenden.

Luftdicht abschließende Verbände (z.B. Bandagen, Windeln) sollten nicht zur Anwendung kommen.

Die Nebenwirkungen, die für in den Körper aufgenommene Glukokortikoide berichtet werden, können

ebenso bei auf der Haut angewendeten Glukokortikoiden auftreten.

Dies gilt insbesondere für Kleinkinder und Kinder.

Die Wirkung von Glukokortikoiden im Körper bei Anwendung auf der Haut steigt im Allgemeinen

mit ihrer Wirkstärke, der Anwendungsdauer, dem Ausmaß der behandelten Körperoberfläche und bei

Anwendung in Hautfalten.

Wegen einer möglichen Aufnahme der Wirkstoffe in den Körper ist eine Langzeitbehandlung

und/oder eine Anwendung auf großen Hautflächen zu vermeiden. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie

nicht sicher sind, ob bei Ihnen eine großflächige Hauterkrankung vorliegt.

Wenn bei Ihnen verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auftreten, wenden Sie sich an

Ihren Arzt.

Betagentin Salbe ist sorgfältig für die jeweilige individuelle Behandlung auszuwählen. Sie ist nur

anzuwenden, wenn ein Ansprechen auf andere Maßnahmen nicht zeitnah erfolgt, diese nicht

ausreichend sind oder nicht angewendet werden dürfen.

Die äußerliche Anwendung des Wirkstoffes Gentamicin in Betagentin Salbe bei Hautinfektionen

bringt das

Risiko allergischer Reaktionen

mit sich. Dieses Risiko steigt mit der Häufigkeit der

Anwendung und der Behandlungsdauer.

Wenn Sie auf andere Arzneimittel aus der Gruppe der Aminoglykosid-Antibiotika wie Neomycin und

Kanamycin allergisch sind, reagieren Sie auch auf den Wirkstoff Gentamicin in Betagentin Salbe

allergisch.

Wenn Sie durch eine äußerliche Anwendung eine Gentamicin-Allergie entwickelt haben, dürfen

Gentamicin und andere Aminoglykosid-Antibiotika später nicht mehr angewendet oder eingenommen

werden.

Gelegentlich führt eine längerfristige oder ausgedehnte äußerliche Anwendung von Antibiotika zu

einer Besiedelung mit nichtempfindlichen Erregern, einschließlich Pilzen. In diesem Fall oder bei

Auftreten von Hautreizungen, allergischen Reaktionen oder zusätzlichen Infektionen ist die

Behandlung mit Betagentin Salbe abzubrechen und eine geeignete Behandlung einzuleiten

werden.

Bei äußerlicher Anwendung von Gentamicin kann bei Behandlung großflächiger Hautbezirke, die

Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper erhöht sein. Dies trifft insbesondere bei Anwendung über

längere Zeit oder bei Vorliegen offener Hautstellen zu. Bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten, da

das Risiko für Nebenwirkungen erhöht ist.

Wenn Sie an einer bestimmten Form von Muskelschwäche (

Myasthenia gravis

), Parkinson oder

anderen Erkrankungen mit muskulärer Schwäche leiden, ist Vorsicht geboten. Arzneimittel aus der

Gruppe der Aminoglykosid-Antibiotika können die Funktionen von Nerven und Muskeln hemmen

(blockieren). Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel mit hemmender

Wirkung auf Muskeln und Nerven anwenden.

Tragen Sie Betagentin Salbe nicht auf Wunden oder offenen Beine auf.

Bei der Behandlung mit Betagentin Salbe im Genital- oder Analbereich kann es wegen der sonstigen

Bestandteile weißes Vaselin und dickflüssiges Paraffin zu einer Verminderung der Reißfestigkeit von

Kondomen aus Latex kommen. Dadurch kann die Sicherheit der Kondome beeinträchtigt werden.

Anwendung von Betagentin Salbe zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw.

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben, oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel handelt.

Tragen Sie Betagentin Salbe nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln auf die Haut auf, da sie sich

in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen können.

Verwenden Sie Betagentin Salbe nicht, wenn Sie mit anderen Arzneimitteln

behandelt werden, die folgende Wirkstoffe enthalten:

den Wirkstoff Amphotericin B gegen schwere Pilzerkrankungen

den Wirkstoff Heparin zur Blutverdünnung

folgende Antibiotika:

den Wirkstoff Sulfadiazin

Wirkstoffe aus der Gruppe der Betalaktam-Antibiotika (z.B. Cephalosporine).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Betagentin Salbe während der ersten 3 Monate der

Schwangerschaft nicht anwenden. Bitte setzen Sie sich umgehend mit Ihrem Arzt in Verbindung, um

sich über ein Absetzen oder Umstellen der Therapie zu beraten.

Ihr Arzt wird nach den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft entscheiden, ob Sie Betagentin

verwenden sollen.

Stillzeit

Betagentin Salbe sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden, da die Wirkstoffe in die

Muttermilch übergehen können.

Vermeiden Sie auf jeden Fall jeglichen Kontakt des Säuglings mit den bei Ihnen behandelten

Hautpartien.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Betagentin hat keinen oder nur geringen Einfluss auf die Fähigkeit, Maschinen zu fahren und zu

bedienen.

Wie ist Betagentin Salbe anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt

für Erwachsene:

Betagentin Salbe wird ein- bis zweimal täglich dünn auf die erkrankten Hautbezirke aufgetragen

und leicht eingerieben.

Die behandelte Hautfläche sollte nicht mehr als 10 % der Körperoberfläche betragen.

Die Behandlungsdauer mit Betagentin Salbe sollte 7-10 Tage nicht überschreiten.

Sprechen Sie bitte eine längere oder erneute Behandlung mit Ihrem Arzt ab.

für Kinder:

Allgemein ist bei der Behandlung von Kindern mit Glukokortikoid-Präparaten erhöhte Vorsicht

geboten, da es im Vergleich zum Erwachsenen zu einer erhöhten Aufnahme des Wirkstoffs

durch die kindliche Haut kommen kann.

Betagentin Salbe wird einmal täglich dünn auf die erkrankten Hautbezirke aufgetragen und

leicht eingerieben.

Betagentin Salbe ist bei Kindern nur kleinflächig anzuwenden.

Die Behandlungsdauer mit Betagentin Salbe sollte 7 Tage nicht überschreiten. Sprechen Sie

bitte eine längere oder erneute Behandlung mit dem behandelnden Arzt ab.

Betagentin Salbe darf nicht bei Säuglingen und Kleinkindern unter 1 Jahr verwendet werden.

Über die weitere Behandlung sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Er/Sie wird Ihnen möglicherweise

empfehlen, auf ein Arzneimittel mit nur einem Wirkstoff zu wechseln, abhängig vom Verlauf Ihrer

Erkrankung.

Luftdicht abschließende Verbände (z.B. Bandagen, Windeln) sollten wegen des Risikos einer

möglichen Aufnahme des Wirkstoffs Betamethason in den Körper nicht zur Anwendung kommen.

Betagentin Salbe ist insbesondere für die Anwendung auf trockener Haut vorgesehen. Für die

Anwendung auf fettiger Haut bzw. zur Behandlung von nässenden Hauterkrankungen steht Betagentin

Creme zur Verfügung, da eine Creme weniger fetthaltig ist als eine Salbe.

Wenn Sie eine größere Menge von Betagentin Salbe angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Betagentin Salbe versehentlich eingenommen wurde oder in zu großen Mengen bzw. über einen

zu langen Zeitraum angewendet wurde, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, denn dies kann

zu bestimmten Erkrankungen (z.B. Cushing Syndrom, Wundbesiedelung durch Pilze oder nicht

empfindliche Erreger) führen, die behandelt werden müssen.

Wenn Sie die Anwendung von Betagentin Salbe vergessen haben

Holen Sie die vergessene Anwendung sobald wie möglich nach und wenden Sie Betagentin Salbe

weiterhin wie mit Ihrem Arzt besprochen an.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Folgende Nebenwirkungen wurden berichtet:

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Endokrine Erkrankungen (nicht bekannt)

Unterdrückung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (verminderte körpereigene

Kortisolproduktion) und Cushing-Syndrom bei Kindern (Mondgesicht, verzögertes Wachstum,

vermehrte Körperbehaarung)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (nicht bekannt):

Brennen, Pruritus (Juckreiz), Hautreizung, Hauttrockenheit, Follikulitis (Haarbalgentzündung),

Hypertrichosis (vermehrter Haarwuchs), Steroidakne (akneähnliche Erscheinungen),

Pigmentveränderungen, Gesichtsrosen (Rosacea)-artige (Entzündung um den Mund herum)

allergische Hautreaktion (Kontaktdermatitis), Hautmazeration (Hautaufweichung), Erweiterung

Hautatrophie (Dünnerwerden der Haut), Striae (streifenförmige Hautrötung) und Miliaria

(Bläschenbildung), Erytheme (Hautrötungen), Überempfindlichkeit, Hautverfärbungen

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (nicht bekannt):

Wachstumsverzögerung bei Kindern

Gefäßerkrankungen (nicht bekannt):

Intrakranielle Hypertonie bei Kindern zeigt (Vorwölbung der Fontanelle, Kopfschmerzen, Schwellung

des Sehnervs)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (nicht bekannt):

Verminderte Gewichtszunahme bei Kindern

Augenerkrankungen (nicht bekannt):

Verschwommenes Sehen

Bei langdauernder (mehr als 4 Wochen) und/oder großflächiger Anwendung (ca. 10 % der

Körperoberfläche oder mehr), besonders unter undurchlässigen Verbänden, kann es zu verschiedenen

Hautschädigungen wie Aufquellen oder Dünnerwerden der Haut, Besenreisern, streifenförmiger

Hautrötung, akneähnlichen Erscheinungen (Steroidakne), Bläschenbildung (Miliaria),

Haarbalgentzündung (Follikulitis), verstärktem Haarwuchs (Hypertrichosis), Pigmentveränderungen

und Entzündungen rund um den Mund kommen.

Vorübergehende leichte Reizungen (Erytheme, Juckreiz), verursacht durch Gentamicin, erfordern

üblicherweise keine Unterbrechung der Behandlung.

Bei Auftreten von starken Reizungen, Überempfindlichkeitsreaktionen oder Infektionen sollten Sie die

Behandlung unterbrechen und Ihren Arzt aufsuchen.

Die äußerliche Anwendung des Wirkstoffs Gentamicin kann zu Störungen der Wundheilung führen.

Weiterhin kann es auch nach äußerlicher Anwendung von Gentamicin gelegentlich zu oto-, vestibular-

und nephrotoxischen Erscheinungen (Störungen im Bereich des Gehörorgans, des

Gleichgewichtsorgans und der Nieren) kommen, insbesondere bei wiederholter Anwendung von

Gentamicin auf großflächigen Wunden. Die Behandlung mit Gentamicin verursachte vorübergehende

Irritationen (Erythem und Juckreiz).

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Durch Verminderung der körpereigenen Kortisolproduktion kommt es zu einer niedrigen Menge an

Kortisol im Blut. Eine intrakranielle Hypertonie zeigt sich durch eine vorwölbende Fontanelle,

Kopfschmerzen und beidseitiger Stauungspapille.

Kinder sind besonders gefährdet, während der Behandlung mit Glukokortikoiden Nebenwirkungen zu

entwickeln.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: +43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Betagentin Salbe aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Tube nach “verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Haltbarkeit nach Anbruch

Betagentin Salbe ist nach dem ersten Öffnen 6 Monate haltbar.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich Das Produkt wird

von einer kurzen Lagerung im Kühlschrank nicht beeinflusst. Eine längere Lagerung des Produkts im

Kühlschrank (mehr als 8 Wochen) ist nicht vorgesehen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Betagentin Salbe enthält

Die Wirkstoffe sind:

Gentamicin und Betamethason

1 g Salbe enthält 1 mg Gentamicin (als 1,67 mg Gentamicinsulfat) und 0,5 mg Betamethason

(als 0,64 mg Betamethasondipropionat)

Die sonstigen Bestandteile sind:

Weißes Vaselin, all-rac-α-Tocopherol; dickflüssiges Paraffin

Wie Betagentin Salbe aussieht und Inhalt der Packung

Betagentin Salbe ist eine weiße bis leicht gelbliche, glänzende Salbe und ist in Aluminiumtuben zu 15

g, 20 g, 25 g, 30 g, 50 g und 60 g erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Dermapharm GmbH

Kleeblattgasse 4/13

1010 Wien

E-Mail: office@dermapharm.at

Hersteller

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Straße 15

06796 Brehna

Deutschland

(ein Tochterunternehmen der Dermapharm AG)

Z.Nr.:

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Deutschland:

Gentamicutan comp 0,64 mg/g + 1,67 mg/g Salbe

Italien:

Mibetin

Kroatien:

Cazal 0,5 mg/g + 1,0 mg/g mast

Österreich:

Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe

Polen:

Gebetil

Spanien:

Mibetin 0,5 mg/g + 1 mg/g pomada

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2021.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 g Salbe enthält 1 mg Gentamicin (als 1,67 mg Gentamicinsulfat) und 0,5 mg

Betamethason (als 0,64 mg Betamethasondipropionat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Salbe

Betagentin Salbe ist eine weiße bis leicht gelbliche, glänzende Salbe

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Betagentin Salbe wird angewendet bei lokalisierten, entzündlichen, kleinflächigen

Hauterkrankungen, die einer Behandlung mit einem stark wirksamen Glukokortikoid

bedürfen bei gleichzeitiger Superinfektion mit Gentamicin-empfindlichen Erregern.

Die amtlichen Leitlinien zur angemessenen Verwendung von antibakteriellen Mitteln sind

zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Betagentin Salbe wird ein- bis zweimal täglich, bei Kindern einmal täglich, aufgetragen.

Die Behandlungsdauer mit Betagentin Salbe sollte wegen des Gehalts an Gentamicin 7 -

10 Tage, bei Kindern 7 Tage, nicht überschreiten.

Sobald klinisch vertretbar (d.h. die mit einem stark wirksamen Glukokortikoid

behandlungsbedürftige Dermatose oder eine Superinfektion mit Gentamicin-

empfindlichen Erregern liegt nicht mehr vor) sollte die Weiterbehandlung in Form einer

Monotherapie mit einem Glukokortikoid (gegebenenfalls auch mit einem schwächer

wirksamen topischen Glukokortikoid) bzw. einem Antibiotikum erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Betagentin Salbe ist bei Säuglingen und Kleinkindern unter 1 Jahr kontraindiziert.

Art der Anwendung

Zur Anwendung auf der Haut

Betagentin Salbe wird dünn auf die erkrankten Hautstellen aufgetragen und leicht

eingerieben.

Die behandelte Hautfläche sollte nicht mehr als 10 % der Körperoberfläche betragen.

Betagentin Salbe ist bei Kindern nur kurzfristig und kleinflächig anzuwenden. Allgemein

ist bei der Behandlung von Kindern mit Kortikoidpräparaten erhöhte Vorsicht geboten, da

es im Vergleich zum Erwachsenen zu einer erhöhten Aufnahme des Kortikoids durch die

kindliche Haut kommen kann.

Eine Behandlung unter Okklusivverband ist wegen der Gefahr einer möglichen

Resorption von Betamethasondipropionat ebenfalls zu vermeiden.

Betagentin Salbe ist auf trockener Haut anzuwenden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, gegen andere Arzneistoffe vom Typ der

Glukokortikoide bzw. Aminoglykosidantibiotika oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

Betagentin Salbe ist in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.6).

Weiters darf Betagentin Salbe nicht angewendet werden bei

viralen Infekten einschließlich Impfreaktionen und Windpocken,

Tuberkulose und Syphilis der Haut,

Virusinfektionen der Haut (z.B. Herpes simplex, Herpes zoster),

Rosacea und Rosacea-artiger Dermatitis,

periorale Dermatitis,

Dermatomykosen,

ophthalmologischen Erkrankungen,

gleichzeitiger systemischer Anwendung von Aminoglykosidantibiotika wegen

der Gefahr toxischer Serumspiegel,

fortgeschrittener Niereninsuffizienz,

Säuglingen und Kleinkindern unter 1 Jahr.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Betagentin Salbe ist nicht zur Anwendung im Gehörgang, am Auge oder auf den

Schleimhäuten bestimmt. Bei versehentlichem Kontakt mit den Augen mit reichlich

Wasser ausspülen und falls erforderlich einen Augenarzt aufsuchen.

Gentamicin-haltige Produkte wie Betagentin Salbe sind sorgfältig für die jeweilige

individuelle Therapie auszuwählen. Sie sind nur anzuwenden, wenn ein Ansprechen auf

antiseptische Maßnahmen nicht zeitnah erfolgt, dieses nicht ausreichend ist bzw. die

antiseptische Therapie kontraindiziert ist.

Betagentin Salbe ist im Gesichtsbereich mit besonderer Vorsicht anzuwenden.

Wegen einer möglichen Wirkstoffresorption ist eine Langzeitbehandlung und/oder eine

Anwendung auf großen Hautflächen zu vermeiden.

Die Nebenwirkungen, die für systemisch angewendete Glukokortikoide berichtet werden,

einschließlich der eingeschränkten Nebennierenrindenfunktion, können ebenso bei

äußerlich angewendeten Glukokortikoiden nach systemischer Resorption auftreten. Dies

gilt besonders für Kleinkinder und Kinder.

Die systemische Resorption von topisch angewendeten Glukokortikoiden steigt im

Allgemeinen mit der Wirkungsstärke der Glukokortikoide, der Anwendungsdauer, dem

Ausmaß der behandelten Körperoberfläche und bei Behandlung von intertriginösen

Hautarealen oder bei Anwendung von Okklusivverbänden. Luftdicht abschließende

Verbände sollten insbesondere bei Kindern nicht zur Anwendung kommen.

Die topische Anwendung von Gentamicin bei Hautinfektionen bringt das Risiko

allergischer Reaktionen mit sich. Gentamicin ist ein Kontaktallergen mit einer

individuellen Sensibilisierungshäufigkeit von etwa 1,4 % mit steigender Tendenz. Die

Sensibilisierungsgefahr steigt mit zunehmender Therapiedauer. Zwischen Gentamicin

und anderen Aminoglykosiden wie Neomycin und Kanamycin besteht Gruppenallergie.

Die topisch akquirierte Gentamicin-Allergie schließt eine spätere systemische

Anwendung von Gentamicin und anderen Aminoglykosiden aus (siehe auch Abschnitte

4.3 Gegenanzeigen und 4.8 Nebenwirkungen).

Gelegentlich führt eine längerfristige oder ausgedehnte topische Anwendung von

Antibiotika zu einer Besiedelung durch nicht empfindliche Erreger einschließlich Pilze.

In diesem Fall oder bei Auftreten von Hautirritationen, allergischen Reaktionen oder

Superinfektionen ist die Behandlung mit Gentamicin abzubrechen und eine geeignete

Therapie einzuleiten.

Die systemische Resorption von topisch angewendetem Gentamicin kann bei Behandlung

großflächiger Hautgebiete, insbesondere über längere Zeit oder bei Hautrissen, erhöht

sein. Unter diesen Umständen ist, insbesondere bei Kindern, Vorsicht geboten, da die

Möglichkeit besteht, dass Nebenwirkungen auftreten, die auch nach systemischer

Anwendung von Gentamicin vorkommen.

Aufgrund der neuromuskulär blockierenden Wirkung von Aminoglykosiden bei

systemischer Resorption ist Vorsicht geboten bei Patienten mit Myasthenia gravis,

Parkinson, anderen Erkrankungen mit muskulärer Schwäche oder gleichzeitiger

Anwendung von anderen Arzneimitteln mit neuromuskulär blockierender Wirkung.

Bei der systemischen und topischen (einschließlich intranasaler, inhalativer und

intraokularer) Anwendung von Kortikosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn

ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen

vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung

möglicher Ursachen der Sehstörung in Erwägung gezogen werden; diese umfassen unter

anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z.B. zentrale seröse

Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer

Kortikosteroide gemeldet wurden.

Betagentin Salbe soll nicht auf Wunden oder Ulcera cruris aufgetragen werden.

Bei der Behandlung mit Betagentin Salbe im Genital- oder Analbereich kann es wegen

der Hilfsstoffe weißes Vaselin und dickflüssiges Paraffin bei gleichzeitiger Anwendung

von Kondomen aus Latex zu einer Verminderung der Reißfestigkeit und damit zur

Beeinträchtigung der Sicherheit von Kondomen kommen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Aufgrund der möglichen gegenseitigen Inaktivierung sollte Betagentin Salbe nicht

gleichzeitig zusammen mit anderen topischen Dermatika aufgetragen werden.

Gentamicin ist inkompatibel mit Amphotericin B, Heparin, Sulfadiazin und Betalaktam-

Antibiotika (z.B. Cephalosporine).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Betagentin Salbe bei

Schwangeren vor. Gentamicin durchdringt die Plazentaschranke und erreicht im fetalen

Gewebe und in der Amnionflüssigkeit messbare Konzentrationen. Tierexperimentelle

Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Betamethason zeigte in Tierversuchen nach systemischer und topischer Gabe

embryotoxische und teratogene Wirkungen. In Tierversuchen mit anderen Vertretern aus

der Wirkstoffgruppe der Glukokortikoide sind als typische embryotoxische und

teratogene Wirkungen u. a. Gaumenspalten, Skelettanomalien sowie intrauterine

Wachstumsstörungen und Embryoletalität festgestellt worden.

Auch bei menschlichen Feten wird ein erhöhtes Risiko für orale Spaltbildungen bei der

systemischen Anwendung von Glukokortikoiden während des ersten Trimenons

diskutiert.

Tierstudien haben gezeigt, dass die Gabe von Glukokortikoiden in subteratogenen Dosen

während der Schwangerschaft zu einem erhöhten Risiko für eine intrauterine

Wachstumsverzögerung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und/oder

Stoffwechselkrankheiten im Erwachsenenalter und zu einer bleibenden Veränderung der

Glukokortikoidrezeptordichte, des Neurotransmitterumsatzes und des Verhaltens beiträgt.

Die Anwendung von Betagentin Salbe während der ersten drei Schwangerschaftsmonate

ist daher kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Deshalb sollte Betagentin

Salbe nach den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der

potentielle Nutzen das Risiko überwiegt. Während der Schwangerschaft soll eine

langfristige und großflächige Anwendung vermieden werden.

Stillzeit

Gentamicin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Es liegen keine Daten zum

Übertritt von Betamethasondipropionat in die Muttermilch vor. Andere Glukokortikoide

gehen in die Muttermilch über. Bei einer großflächigen oder langfristigen Anwendung

soll Betagentin Salbe deshalb nicht während der Stillzeit angewendet werden. Ein

Kontakt des Säuglings mit den behandelten Hautpartien ist zu vermeiden.

Fertilität

Es wurden keine Studien mit Betagentin Salbe in Bezug auf die Fertilität durchgeführt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Betagentin Salbe hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen in Berichten nach Markteinführung

Sehr häufig

(>1/10)

Häufig

(≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000 bis <1/100)

Selten

(≥1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.)

Organklassen

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt

Suppression der Hypothalamus-

Hypophysen-Nebennieren-Achse,

Cushing-Syndrom bei Kindern

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Nicht bekannt

verzögerte Gewichtszunahme bei

Kindern

Augenerkrankungen

Nicht bekannt

Verschwommenes Sehen (siehe

auch Abschnitt 4.4)

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

intrakranielle Hypertension bei

Kindern

Erkrankungen der Haut

und des Unterhautgewebes

Nicht bekannt

Brennen, Jucken, Irritationen,

Trockenheit, Follikulitis,

Hypertrichose, Steroid-Akne,

akneähnlicher Hautausschlag,

Änderungen der

Hautpigmentierung, Rosacea-

artige (periorale) Dermatitis,

allergische Kontaktdermatitis,

Mazeration der Haut,

Hautatrophie, Striae, Miliaria,

Erythem, Überempfindlichkeit,

Hautverfärbung

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Nicht bekannt

Vermindertes Längenwachstum

bei Kindern

Bei langdauernder (mehr als 4 Wochen) und/oder großflächiger (ca. 10 % der

Körperoberfläche oder mehr) Anwendung, besonders unter Okklusion, kann es zu

Hautmazerationen, Hautatrophien, Teleangiektasien, Striae, Steroidakne, Miliaria,

Follikulitis, Hypertrichosis, Pigmentveränderungen und perioraler Dermatitis kommen.

Vorübergehende leichte Irritationen (Erytheme, Juckreiz), verursacht durch Gentamicin,

erfordern üblicherweise keine Unterbrechung der Behandlung.

Beim Auftreten von starken Irritationen, Sensibilisierungen oder Superinfektionen sollte

die Behandlung unterbrochen und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Die topische Anwendung von Gentamicin kann zu Störungen der Wundgranulation

führen.

Weiters kann es auch nach äußerlicher Anwendung von Gentamicin gelegentlich zu oto-,

vestibular- und nephrotoxischen Erscheinungen kommen, insbesondere bei wiederholter

Anwendung von Gentamicin auf großflächigen Wunden. Die Behandlung mit Gentamicin

verursachte transiente Irritationen (Erythem und Pruritus).

Kinder und Jugendliche:

Die Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse äußert sich bei

Kindern durch einen niedrigen Plasmakortisolspiegel und das fehlende Ansprechen auf

eine ACTH-Stimulation.

Die intrakranielle Hypertension äußert sich durch eine Vorwölbung der Fontanelle,

Kopfschmerzen und ein bilaterales Papillenödem.

Kinder sind aufgrund des größeren Verhältnisses Hautoberfläche zu Körpergewicht für

eine Glukokortikoid-induzierte suppressive Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-

Nebennieren-Achse und für exogene Glukokortikoideffekte empfänglicher als

erwachsene Patienten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen,

Traisengasse 5,

1200 Wien,

ÖSTERREICH,

Fax: +43 (0) 50 555 36207

http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Betagentin Salbe sollte nur in der empfohlenen Dosierung angewendet werden.

Symptome einer Überdosierung

Exzessive oder ausgedehnte Anwendung von topischen Glukokortikoiden (chronische

Überdosierung oder Missbrauch) kann zu einer Suppression der Hypothalamus-

Hypophysen-Nebennierenrinden-Funktion mit der Folge einer sekundären

Nebennierenrinden-Insuffizienz führen. Weiters können Symptome einer überhöhten

Anwendung von Glukokortikoiden auftreten einschließlich des Cushing-Syndroms.

Exzessive oder ausgedehnte Anwendung von topischen Antibiotika kann zur

Wundbesiedelung durch Pilze oder nicht empfindliche Erreger führen.

Therapie

Wenn Betagentin Salbe aus Versehen eingenommen wurde oder zu große Mengen bzw.

über einen zu langen Zeitraum angewendet wurden, ist sofort der Arzt darüber zu

informieren.

Eine angemessene symptomatische Behandlung ist einzuleiten.

In der Regel sind akute Symptome des Hyperkortizismus reversibel. Elektrolytstörungen

sind gegebenenfalls zu behandeln.

In Fällen von chronischer Toxizität ist ein schrittweises Absetzen des Glukokortikoids zu

empfehlen. Falls Besiedelung durch nicht empfindliche Erreger auftritt, ist die

Behandlung mit Betagentin Salbe abzubrechen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Wurde eine Anwendung vergessen, so ist sie sobald wie möglich nachzuholen und

anschließend der gewohnte Anwenderrhythmus wieder aufzunehmen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.2

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Kortikosteroide, stark wirksam, Kombinationen mit

Antibiotika

ATC-Code: D07CC01

Betamethasondipropionat ist ein synthetisches Glukokortikoid und wird lokal

angewendet.

Betamethason, ein Derivat des Prednisolon, zeigt hohe Glukokortikoidaktivität und nur

geringe Mineralokortikoidwirkung. Glukokortikoide zur lokalen Anwendung wie

Betamethasondipropionat sind vornehmlich wegen ihrer antientzündlichen,

juckreizlindernden und vasokonstriktiven Wirkung zur Behandlung von Glukokortikoid-

empfindlichen Dermatosen angezeigt.

Zum pharmakodynamischen Vergleich der Wirksamkeit zwischen

Betamethasondipropionat und verschiedenen bekannten fluorierten topischen

Glukokortikoiden kann u.a. der McKenzie Vasokonstriktionstest herangezogen werden.

In einem Test zeigte Betamethasondipropionat eine signifikant höhere Abblassungsrate (p

< 0,05) als Fluocinolonacetonid, Fluocortoloncapronat, Flumethasonpivalat und

Betamethasonvalerat.

Gentamicin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside. Es stellt ein

Gemisch aus den strukturell sehr ähnlichen Homologen Gentamicin C

und C

dar.

Wirkmechanismus

Kortikosteroide induzieren das entzündungshemmende Protein Lipocortin, das das Enzym

Phospholipase A2 hemmt. Dieses Enzym hemmt die Synthese von Prostaglandinen und

Lipoxygenaseprodukten.

Kortikosteroide

binden

auch

zytoplasmatische

Glucokortikoidrezeptoren (GRs), die in den Zellkern translozieren, wo es zu einer positiven

Regulation

entzündingshemmenden

Genen

kommt

(wie

Lipocortin,

neutrale

Endopeptidase oder Inhibitoren des Plasminogenaktivators).

Der Wirkungsmechanismus von Gentamicin beruht auf einer Störung der

Proteinbiosynthese durch Interaktion mit der ribosomalen RNS und nachfolgend

fehleranfälligem Aminosäureeinbau während der Translation. Hieraus resultiert eine

bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximal erreichter

Konzentration am Wirkort (C

) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des

Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Gentamicin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Enzymatische Inaktivierung: Die enzymatische Modifikation der

Aminoglykosidmoleküle ist der häufigste Resistenzmechanismus. Hierfür sind

Acetyltransferasen, Phosphotransferasen oder Nukleotidyltransferasen

verantwortlich, die zumeist plasmidkodiert sind.

Verminderte Penetration und aktiver Efflux: Diese Resistenzmechanismen finden

sich vor allem bei Pseudomonas aeruginosa.

Veränderung der Zielstruktur: Modifikationen innerhalb der Ribosomen kommen

als Ursache einer Resistenz vor. Diese entstehen entweder durch Mutation oder

die Bildung von Methyltransferasen.

Es besteht eine weit verbreitete Kreuzresistenz zwischen Gentamicin und anderen

Aminoglykosid-Antibiotika.

Es gibt zahlreiche Fälle von partiellen einseitigen Resistenzen, aber auch von kompletten

Parallelresistenzen zwischen den Keimen und den verschiedenen

Aminoglykosidantibiotika.

Grenzwerte

Die Testung von Gentamicin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden

festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

S: sensibel bei

Standardexposition

R: resistent

Enterobacterales

(systemische Infektionen)

(≤ 2 mg/l)

(> 2 mg/l)

Enterobacterales

(Harnwegsinfektionen)

≤ 2 mg/l

> 2 mg/l

Acinetobacter spp.

(systemische Infektionen)

(≤ 4 mg/l)

(> 4 mg/l)

Acinetobacter spp.

(Harnwegsinfektionen)

≤ 4 mg/l

> 4 mg/l

Staphylococcus aureus

(systemische Infektionen)

(≤ 1 mg/l)

(> 1 mg/l)

Nicht speziesspezifische

Grenzwerte*

≤ 0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

Die Grenzwerte basieren auf dem epidemiologischen Cut-Off-Wert (ECOFF), der

Wildtyp Isolate von solchen mit verminderter Sensibilität unterscheidet.

* Basieren hauptsächlich auf der Serumpharmakokinetik

Diese Daten basieren hauptsächlich auf den tatsächlich erreichten pharmakokinetischen

Serumwerten. Für die topischen Präparationen von Gentamicin haben die vorliegenden

EUCAST-Grenzwerte jedoch keine Bedeutung, da mit der Creme/Salbenanwendung

lokale Antibiotikakonzentrationen erreicht werden, die 250-500fach über diesen

Grenzwerten liegen. Durch die hohen Antibiotikakonzentrationen am Wirkort ist die

Entwicklung von Resistenzen bei der lokalen Anwendung von Betagentin Salbe

unwahrscheinlich. In einer multizentrischen In-vitro- Studie zur Bestimmung der

Resistenzsituation bei Hautkeimen gegenüber Gentamicin erwiesen sich alle untersuchten

S. aureus-Isolate und S.pyogenes-Isolate ab einer Konzentration von 128 mg/l als

sensibel. Damit der Creme-bzw. Salbenformulierung Konzentrationen von bis zu

1.000 mg/l erreicht werden, konnten somit keine S. aureus- und

S. pyogenes-Stämme mit einer Resistenz gegenüber Gentamicin gefunden werden.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf

der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer

Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls

aufgrund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Gentamicin in Frage

gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere

bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische

Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber

Gentamicin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten aus

parenteraler

Anwendung der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –

studien (Stand: April 2020). Gesondertes Datenmaterial bezüglich der topischen

Anwendung liegt nicht vor:

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

Staphylococcus saprophyticus°

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Acinetobacter baumannii

Acinetobacter pittii

Citrobacter freundii

Citrobacter koseri

Enterobacter cloacae

Escherichia coli

Klebsiella aerogenes

Klebsiella oxytoca

Klebsiella pneumoniae

Morganella morganii

Proteus mirabilis

Proteus vulgaris°

Salmonella enterica

(Enteritis-Salmonellen)

Serratia liquefaciens°

Serratia marcescens

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung

darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus epidermidis

+

Staphylococcus haemolyticus

+

Staphylococcus hominis

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus

spp.

Streptococcus

spp.

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Burkholderia cepacia

Legionella pneumophila

Pseudomonas aeruginosa

Stenotrophomonas maltophilia

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides

.

Clostridioides difficile

Andere Mikroorganismen

Chlamydia

spp.

Chlamydophila

.

Mycoplasma

spp.

Ureaplasma urealyticum

Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und

Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

Klinische Wirksamkeit für die Therapie der Enterokokken- und Streptokokken-Endokarditis in

Kombination mit

Penicillin belegt, wenn keine hochgradige Resistenz (Enterokokken) vorliegt.

5.3

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von topisch angewendeten Glukokortikoiden nach der Penetration

der Haut verläuft ähnlich der systemisch angewendeter Glukokortikoide.

Resorption

Betamethasonedipropionat

Das Ausmaß der perkutanen Resorption von topischen Kortikosteroiden wird durch

verschiedene Faktoren wie Grundlage, Unversehrtheit der Haut und der Anwendung von

Okklusivverbänden bestimmt. Da topische Kortikosteroide von der normalen, intakten

Haut resorbiert werden, kann entzündete Haut und/oder andere Hauterkrankungen die

perkutane Resorption erhöhen. Besonders erhöhen Okklusivverbände die perkutane

Resorption von topischen Kortikosteroiden.

Im Humanversuch konnte festgestellt werden, dass erst bei einer Anwendung von über

60 g Gentamicin/Betamethason Salbe pro Tag auf großen Teilen der Körperoberfläche

über einen Zeitraum von 4 Wochen bei Psoriasis oder atopischem Ekzem ein

vorübergehendes Absinken des Plasmakortisolspiegels auftrat.

Gentamicinsulfat

Die Metabolisierung topisch angewendeter Antibiotika nach Penetration der Haut folgt

grundsätzlich demselben Schema wie bei parenteral angewendeten.

Bei intramuskulärer Gabe von 1 mg Gentamicin/kg Körpergewicht werden nach 30 - 60

Minuten mittlere maximale Gentamicin-Konzentrationen von 3,5 - 6,4 mg/l gemessen.

Die Halbwertszeit liegt bei ca. 2 Stunden während der ersten 8 – 12 Stunden, danach wird

Gentamicin langsam mit einer Halbwertszeit von 100 – 150 Stunden aus tiefen

Kompartimenten abgegeben.

Nach topischer Anwendung von Gentamicin-Zubereitungen beträgt die dermale

Resorptionsrate von Gentamicin bei intakter Haut aus einer 0,1 %igen Cremezubereitung

ca. 2 % der aufgetragenen

Menge, aus einer 0,1 %igen Salben-Zubereitung etwa 0,5 %.

Aus Wunden werden pro cm

Wundfläche aus einer Cremezubereitung durchschnittlich

6,9 μg, aus einer Salbenzubereitung 1,5 μg Gentamicin resorbiert. Diese Wirkstoff-Dosen

können Serumkonzentrationen bis 1 μg/ml ergeben, die etwa 10 % der minimalen

toxischen Spiegel entsprechen. Bei Brandverletzungen wurden nach topischer

Gentamicin-Therapie Serumspiegel zwischen 3 und 4,3 μg/ml festgestellt.

Verteilung, Biotransformation, Ausscheidung

Glukokortikoide werden an Plasmaproteine in unterschiedlichem Maße gebunden,

hauptsächlich in der Leber metabolisiert und in der Regel über die Nieren ausgeschieden.

Wird Betamethasondipropionat Nagern intravenös angewendet, so werden die Substanz

und ihre Metaboliten mit den Faeces ausgeschieden. Die Substanz wird somit in der

Leber metabolisiert und mit der Galle ausgeschieden.

Als Hauptmetaboliten wurden Betamethason-17-propionat und 6β-

Hydroxybetamethason-17-propionat gefunden.

Die Ausscheidung erfolgt ausschließlich renal durch glomeruläre Filtration in

unveränderter und biologisch aktiver Form.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Lesen Sie das vollständige Dokument

CMDh/223/2005

February 2014

Public Assessment Report

Scientific discussion

Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe

GENTAMICIN SULFATE, BETAMETHASONE

DIPROPIONATE

AT/H/0838/001/DC

Date:

18.08.2021

This module reflects the scientific discussion for the approval of Betagentin 1 mg/g + 0,5

mg/g Salbe. The procedure was finalised on 14.06.2021.

For information on changes

after this date please refer to the module ‘Update’.

INTRODUCTION

Based on the review of the quality, safety and efficacy data, the Member States have granted a

marketing authorisation for Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe, from

Dermapharm

GmbH.

The product is indicated for

localised, inflammatory, small-area skin conditions requiring

treatment with a strong potency glucocorticoid, in cases where superinfection with gentamicin

sensitive pathogens is also present.

Consideration should be given to official guidance on the appropriate use of antibacterial

agents.

A comprehensive description of the indications and posology is given in the SmPC.

marketing

authorisation

been

granted

pursuant

Article

10(3)

Directive

2001/83/EC.

Betamethasone, a derivative of prednisolone, shows high glucocorticoid activity and only minor

mineralocorticoid

activity.

Glucocorticoids

topical

use,

such

betamethasone

dipropionate,

indicated

primarily

their

anti-inflammatory,

antipruritic

vasoconstrictive action for the treatment of glucocorticoid-sensitive skin conditions.

Gentamicin is an antibiotic from the aminoglycoside group. It represents a mixture of the

structurally very similar homologues gentamicin C

and C

QUALITY ASPECTS

II.1

Introduction

Betagentin is an ointment, which is presented in an aluminium tube with internal protective

lacquer (epoxy phenolic lacquer) and a HDPE screw cap with piercing device.

II.2

Drug Substance

The active substance in Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe are gentamicin (as 1.67 mg

gentamicin sulfate) and 0.5 mg betamethasone (as 0.64 mg betamethasone dipropionate). The

specification of the active substances meets the current scientific requirements. The adequate

quality of the active substances has been shown by submitting the appropriate control data.

The stability of the active substances has been tested under ICH conditions. The results of the

stability studies support the established retest-period.

II.3

Medicinal Product

Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe contains the following excipients:

Paraffin, white soft

all-

-α-tocopherol

Liquid paraffin

The development of the product has been sufficiently made and deemed appropriate. The

usage of all the excipients has been described.

The release specification includes the check of all parameters relevant to this pharmaceutical

form. Appropriate data concerning the control of the finished product support the compliance

with the release specifications.

The packaging of the medicinal product complies with the current legal requirements.

Stability studies under ICH conditions have been performed and data presented support the

shelf life claimed in the SmPC, with a shelf life of 36 months.

The pharmaceutical quality of Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe has been adequately shown.

II.4

Discussion on chemical, pharmaceutical and biological aspects

Information on development, manufacture and control of active substance and medicinal

product has been presented in a satisfactory manner. The results of tests carried out indicate

satisfactory consistency and uniformity of important product quality characteristics.

III.

NON-CLINICAL ASPECTS

III.1

Introduction

Pharmacodynamic,

pharmacokinetic

toxicological

properties

gentamicin

betamethasone are well known. As gentamicin and betamethasone are widely used, well-known

active substances, the applicant has not provided additional studies and further studies are not

required. Overview based on literature review is, thus, appropriate.

III.2

Ecotoxicity/environmental risk assessment (ERA)

Since Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe is intended for generic substitution, this will not lead

to an increased exposure to the environment. An environmental risk assessment is therefore not

deemed necessary.

III.3

Discussion on the non-clinical aspects

Pharmacodynamic,

pharmacokinetic

toxicological

properties

gentamicin

sulfate

betamethasone dipropionate are well known. As gentamicin sulfate and betamethasone dipropionate are

widely used, well-known active substances, the applicant has not provided additional studies and further

studies are not required. Overview based on literature review is, thus, appropriate.

The non-clinical overview on the pre-clinical pharmacology, pharmacokinetics and toxicology

is adequate.

CLINICAL ASPECTS

IV.1

Introduction

The pharmacokinetic properties of gentamicin sulfate and betamethasone dipropionate are

well established. Based on the available published literature a summary of kinetics has been

provided. In addition, one therapeutic equivalence study has been provided.

IV.2

Pharmacokinetics

The pharmacokinetic properties of gentamicin sulfate and betamethasone dipropionate are well

established. Based on the available published literature a summary of kinetics has been

provided.

In addition, one therapeutic equivalence study has been provided. A Double-blind, randomised

clinical study comparing efficacy and safety of Gentamicin 0.1%_Betamethasone 0.05%

Ointment (Test) vs. Diprogenta Ointment (Reference) vs. Vehicle in patients with bacterial

infected eczema has been submitted.

Study objective:

Assessment of efficacy and safety of a new ointment with gentamicin 0.1% and betamethasone

dipropionate 0.05% (GentaBet-S) in comparison with the approved preparation Diprogenta

ointment and the underlying vehicle in patients with bacterial infected eczema.

The study aims to show non-inferiority of the test preparation as compared to Diprogenta, and

superiority of both active medications over the vehicle.

Non-inferiority design was chosen. Inferiority limit (Δ = 10%) was predefined in the protocol,

justified by literature and two previous studies. In addition a three-armed trial with test,

reference and placebo allows some within-trial validation of the non-inferiority margin.

Hence, the study design was adequate, taking into consideration relevant guidelines.

IV.3

Pharmacodynamics

Betagentin

ointment

belongs

pharmacotherapeutic

group:

Corticosteroids,

dermatological preparations; Corticosteroids, potent, combinations with antibiotics; ATC code:

D07CC01

Gentamicin sulfate is a frequently used aminoglycoside antibiotic for the prevention and

treatment of infections caused by gram-positive and -negative bacteria. It is administered

topically or parenterally. Gentamicin has a bactericidal effect based on disruption of protein

biosynthesis.

Betamethasone is a synthetic glucocorticoid, an analogue of prednisolone derived from cortisol.

Betamethasone dipropionate (BMDP) is a topically used betamethasone derivative, classified

as strong corticosteroid. Topical corticosteroids, such as BMDP, are effective in the treatment

corticosteroid-responsive

dermatoses

primarily

because

their

anti-inflammatory,

antipruritic, and vasoconstrictive actions.

Topical fixed combinations of glucocorticoids and antibiotics are widely used for the treatment

of infected dermatoses because they can cause a rapid relief of the symptoms. In accordance

with the new guideline on clinical development of fixed combination medicinal products,

EMA/CHMP/158268/2017 from 23 March 2017, the product Gentamicin/Betamethasone

ointment

cream

fixed

combination

active

components

with

different

pharmacodynamic effects. Each active substance of Gentamicin/Betamethasone ointment and

cream makes a contribution to the effect of the product. Dose frequency and duration of

treatment are appropriate for both components for the applied indication.

The pharmacodynamics profile of

gentamicin sulfate and betamethasone dipropionate

is well

established. No additional pharmacodynamics study has been submitted by the applicant and

none is required.

IV.4

Clinical efficacy and safety

Efficacy and safety of

gentamicin

sulfate

betamethasone

dipropionate

in the proposed

indications are known and assessed as being scientifically based considering recent knowledge,

guidelines, and recommendations.

The safety profile of the test product is comparable with the safety profile of the reference

product.

The application contained an adequate review of published clinical data and the therapeutic

equivalence has been shown.

IV.5

Risk Management Plan and Summary of the Pharmacovigilance

System Master File

Risk Management Plan

The applicant has submitted a risk management plan, in accordance with the requirements of

Directive 2001/83/EC as amended, describing the pharmacovigilance activities and

interventions designed to identify, characterise, prevent or minimise risks relating to

Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe.

Safety specification

Summary of proposed safety concerns

Pharmacovigilance Plan

Routine pharmacovigilance is suggested and no additional pharmacovigilance activities are

proposed by the applicant, which is endorsed.

Risk minimisation measures

Routine risk minimisation is suggested and no additional risk minimisation activities are

proposed by the applicant, which is endorsed.

The applicant has sufficiently answered all questions that were risen during the procedure.

The RMP and the Summary of the RMP are acceptable.

Summary of the Pharmacovigilance System Master File

A summary of the pharmacovigilance system (signed 06-March-2020) was submitted, which

does fulfil the requirements of GVP Module II.

The summary includes the following elements:

Proof that the applicant has at his disposal a qualified person responsible for

pharmacovigilance

The Member States in which the qualified person resides and carries out his/her tasks

The contact details of the qualified person

A statement signed by the applicant to the effect that the applicant has the necessary

means to fulfil the tasks and responsibilities listed in Title IX of Directive 2001/83/EC

The Pharmacovigilance System Master File is located in Brehna, Germany.

IV.6

Discussion on the clinical aspects

The clinical overview on the clinical pharmacology, efficacy and safety is adequate.

USER CONSULTATION

A user consultation with target patient groups on the package information leaflet (PIL) has been

performed on the basis of a bridging report making reference to Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g

Creme (AT/H/0836/001/DC). The bridging report submitted by the applicant has been found

acceptable.

OVERALL CONCLUSION, BENEFIT/RISK ASSESSMENT

AND RECOMMENDATION

The pharmaceutical quality of Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe has been adequately shown,

and no new non-clinical or clinical concerns have been identified.

The benefit/risk relation is considered positive.

Public Assessment Report

Update

Betagentin 1 mg/g + 0,5 mg/g Salbe

GENTAMICIN SULFATE, BETAMETHASONE

DIPROPIONATE

This module reflects the procedural steps and scientific information after the finalisation

of the initial procedure.

Procedure

number*

Scope

Product Information

affected

Date of end of

procedure

Approval/

non approval

Summary/ Justification for refuse

*Only procedure qualifier, chronological number and grouping qualifier (when applicable)

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