Berinert 500 Trockensubstanz und Lösungsmittel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen, C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen
Verfügbar ab:
CSL Behring GmbH
ATC-Code:
B06AC01
INN (Internationale Bezeichnung):
C1-Esterase Inhibitor human C1-Esterase Inhibitor human
Darreichungsform:
Trockensubstanz und Lösungsmittel
Zusammensetzung:
C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen 500.X X X; C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen 500X X X
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
294.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Berinert 500

500 IE

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung zur intravenösen

Anwendung.

Wirkstoff: C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1. Was ist Berinert und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Berinert beachten?

3. Wie ist Berinert anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Berinert aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Berinert und wofür wird es angewendet?

Was ist Berinert?

Berinert liegt als Pulver und Lösungsmittel vor. Die fertige Lösung wird als Injektion oder

Infusion in eine Vene verabreicht.

Berinert wird aus menschlichem Blutplasma (der flüssige Teil des Blutes) gewonnen. Es enthält

als wirksamen Bestandteil das Protein C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen.

Wofür wird Berinert angewendet?

Berinert wird angewendet zur Behandlung und zur Vorbeugung, vor einem medizinischen oder

operativen Eingriff, des angeborenen Angioödems Typ I und II (HAE, Ödem = Schwellung).

HAE ist eine angeborene Erkrankung des Gefäßsystems. Es ist keine allergische Erkrankung.

Das angeborene, nicht allergische Angioödem ist durch Mangel, Fehlen oder fehlerhafte Bildung

von C1-Esterase-Inhibitor bedingt. Die Erkrankung ist durch folgende Beschwerden

gekennzeichnet:

plötzlich auftretende Schwellung der Hände und Füße,

plötzlich auftretende Schwellung des Gesichts mit Spannungsgefühl,

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Schwellung der Augenlider, Schwellung der Lippen, evtl. Schwellung des Kehlkopfes mit

Atembeschwerden,

Anschwellen der Zunge,

krampfartige Schmerzen im Bauchraum.

Generell kann jeder Körperteil betroffen sein.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Berinert beachten?

Die folgenden Abschnitte enthalten Informationen, die Ihr Arzt vor der Anwendung von Berinert

berücksichtigen sollte.

Berinert darf nicht angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen das Protein C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen

oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Arzneimittel oder

Lebensmittel, auf die Sie allergisch reagieren.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

wenn Sie in der Vergangenheit allergische Reaktionen auf Berinert hatten. Dann sollten Sie

Mittel zur Vorbeugung von allergischen Reaktionen (Antihistaminika und Kortikosteroide)

einnehmen, sofern dies von Ihrem Arzt empfohlen wird.

wenn Sie während der Behandlung schwerwiegende allergische Reaktionen, die

Atembeschwerden oder Schwindel verursachen, beobachten.

Die Behandlung mit Berinert

muss in diesem Fall sofort abgesetzt werden (z. B. durch Unterbrechung der Infusion).

wenn Sie Schwellungen im Kehlkopfbereich (Larynxödem) haben. In diesem Fall müssen Sie

sorgfältig überwacht werden. Hierdurch wird sichergestellt, dass Sie im Notfall unverzüglich

behandelt werden können.

bei Therapieversuchen außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete und Dosierung (z. B.

Capillary Leak Syndrome, CLS). Siehe auch Kapitel

4. "Welche Nebenwirkungen sind

möglich?"

Ihr Arzt wird den Nutzen einer Therapie mit Berinert gegen das Risiko dieser Komplikationen

abwägen.

Informationen zum Infektionsrisiko von Berinert

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden bestimmte

Maßnahmen ergriffen, um eine Übertragung von Infektionen auf den Patienten zu verhindern.

Diese Maßnahmen umfassen

die sorgfältige Auswahl von Blut- und Plasmaspendern um sicherzustellen, dass diejenigen

ausgeschlossen werden, die ein infektiöses Risiko tragen, sowie

die Testung jeder einzelnen Spende und jedes Plasmapools auf Anzeichen für

Viren/Infektionen.

Die Hersteller dieser Produkte führen während der Verarbeitung von Blut oder Plasma auch

Schritte zur Inaktivierung oder Entfernung von Viren durch. Trotz dieser Maßnahmen kann die

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Möglichkeit der Übertragung von Erregern bei der Anwendung von aus menschlichem Blut oder

Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für

bisher unbekannte oder neu auftretende Viren und für andere Arten von Krankheitserregern.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z. B. das

humane Immunschwächevirus (HIV, das AIDS-Virus), das Hepatitis B- und das Hepatitis C-

Virus (Leberentzündung) und für die nicht-umhüllten Viren Hepatitis A-Virus (Leberentzündung)

und Parvovirus B19 (Ringelröteln).

Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, eine Impfung gegen Hepatitis A und B in Betracht zu ziehen, falls

Sie regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma erhalten.

Jedes Mal, wenn Sie Berinert erhalten, sollten Ihr Name und die Chargennummer des Produktes

sowie die verabreichte Menge von Ihrem Arzt dokumentiert werden.

Anwendung von Berinert zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Berinert darf in der Spritze/dem Infusionsbesteck nicht mit anderen Arzneimitteln oder

Lösungsmitteln vermischt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Berinert sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet werden, wenn es eindeutig

erforderlich ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Berinert

Berinert enthält bis zu 486 mg Natrium (etwa 21 mmol) pro 100 ml Lösung. Dies sollten Sie

berücksichtigen, wenn Sie eine salzarme Diät einhalten müssen.

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3. Wie ist Berinert anzuwenden?

Die Therapie soll von einem in der Behandlung von C1-Esterase-Inhibitor-Mangel erfahrenen

Arzt eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung, soweit nicht anders verordnet

Erwachsene

Zur Behandlung von akuten Angioödem-Attacken:

20 IE pro Kilogramm Körpergewicht (20 IE/kg KG).

Zur Vorbeugung von Angioödem-Attacken vor einem Eingriff:

1000 IE innerhalb von 6 Stunden vor einem medizinischen, zahnmedizinischen oder chirurgischen

Eingriff.

Kinder und Jugendliche

Zur Behandlung von akuten Angioödem-Attacken:

20 IE pro Kilogramm Körpergewicht (20 IE/kg KG).

Zur Vorbeugung von Angioödem-Attacken vor einem Eingriff:

15 bis 30 IE pro Kilogramm Körpergewicht (15-30 IE/kg KG) innerhalb von 6 Stunden vor einem

medizinischen, zahnmedizinischen oder chirurgischen Eingriff. Die Dosierung richtet sich nach

den klinischen Umständen wie unter anderem dem Schweregrad der Erkrankung und der Art des

Eingriffes.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Zubereitung und Art der Anwendung

Berinert wird in der Regel von Ihrem Arzt oder einer Pflegefachkraft in eine Vene (intravenös)

gespritzt. Nach entsprechender Unterweisung können Sie oder Ihre Pflegeperson Berinert auch

selbst als Injektion anwenden. Wenn Ihr Arzt Sie für eine solche häusliche Behandlung für

geeignet hält, wird er Sie ausführlich unterweisen. Sie müssen dann ein Behandlungstagebuch

führen, in dem jede zuhause erhaltene Behandlung einzutragen ist. Bringen Sie dieses Tagebuch

zu jedem Arzttermin mit. Ihre Vorgehensweise bei der Injektion bzw. die Vorgehensweise Ihrer

Pflegeperson wird regelmäßig überprüft, um eine fortlaufend richtige Anwendung sicherzustellen.

Allgemeine Hinweise

Das Pulver muss unter keimarmen (aseptischen) Bedingungen gelöst und aufgezogen werden.

Verwenden Sie hierfür nur die der Packung beigefügte Spritze.

Die fertige Lösung sollte farblos und klar sein. Das gelöste Produkt sollte nach der

Filtration/dem Aufziehen der Lösung in die Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung auf

sichtbare Partikel und Verfärbungen überprüft werden.

Trübe Lösungen oder Lösungen mit Rückständen (Flocken) sind nicht zu verwenden.

Nach der Anwendung sollen ungebrauchtes Produkt und Abfallmaterial fachgerecht, gemäß

den lokalen Anforderungen und den Anweisungen Ihres Arztes, entsorgt werden.

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Zubereitung

Erwärmen Sie das Berinert Pulver und das Lösungsmittel auf Raumtemperatur ohne die Flaschen

zu öffnen. Lassen Sie dazu die beiden Flaschen entweder ca. 1 Stunde bei Raumtemperatur stehen

oder halten Sie sie ein paar Minuten in Ihren Händen. Setzen Sie die Flaschen nicht direkter Hitze

aus. Die Flaschen sollen nicht über Körpertemperatur (37°C) erwärmt werden.

Entfernen Sie dann die farbigen Plastikabdeckungen sowohl der Flasche mit dem Lösungsmittel

als auch der Flasche mit dem Pulver. Wischen Sie den mittig frei liegenden Teil des Stopfens

jeder Flasche mit je einem der beiliegenden Alkoholtupfer ab und lassen diese trocknen. Das

Lösungsmittel kann nun mit Hilfe des beiliegenden Überleitgerätes (das Filter Transfer Set

Mix2Vial) in die Flasche mit dem Pulver überführt werden. Befolgen Sie dazu die nachstehenden

Anweisungen.

1. Entfernen Sie das Deckpapier von der

Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial

nicht

dem Blister entnehmen!

2. Die

Lösungsmittelflasche

auf eine ebene,

saubere Fläche stellen und festhalten. Das

Mix2Vial Set mit dem Blister greifen und den

Dorn des

blauen

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der Lösungsmittelflasche einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial

Set entfernen, indem man den Blister am

Siegelrand fasst und ihn

senkrecht

nach oben

abzieht. Dabei ist darauf zu achten, dass nur

der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt

wird.

4. Die

Produktflasche

auf eine feste

Unterlage stellen. Die Lösungsmittelflasche

mit dem aufgesetzten Mix2Vial Set

herumdrehen und den Dorn des

transparenten

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der Produktflasche einstechen. Das

Lösungsmittel läuft automatisch in die

Produktflasche über.

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5. Mit der einen Hand die Produktseite und

mit der anderen Hand die Lösungsmittelseite

des Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig

auseinander schrauben. Entsorgen Sie die

Lösungsmittelflasche mit dem blauen

Mix2Vial Adapter.

6. Die Produktflasche mit dem transparenten

Adapter vorsichtig schwenken, bis das

Produkt vollständig gelöst ist. Nicht schütteln.

7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen.

Verwenden Sie hierfür nur die der Packung

beigefügte Spritze. Die Produktflasche

aufrecht halten, die Spritze mit dem Luer

Lock Anschluss des Mix2Vial Set verbinden

und die Luft in die Produktflasche injizieren.

Aufziehen der Lösung in die Spritze

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten,

das gesamte System herumdrehen und die

Lösung durch langsames Zurückziehen der

Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die

Spritze überführt ist, den Spritzenzylinder

fassen (dabei die Kolbenstange in ihrer

Position halten) und die Spritze vom

transparenten Mix2Vial Adapter abdrehen.

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Anwendung

Die Lösung wird langsam in eine Vene gespritzt oder infundiert (4 ml/Minute).

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt,

wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt oder

wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation

angegeben sind.

Bei der Anwendung von Berinert treten selten Nebenwirkungen auf.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden selten beobachtet (bei 1 oder mehr als 1 von 10 000 und

weniger als 1 von 1 000 behandelten Patienten):

Risiko der Bildung von Blutgerinnseln bei Therapieversuchen mit Verabreichung von Berinert

zur Vorbeugung oder Behandlung eines Capillary Leak Syndromes (Flüssigkeitsaustritt aus

den kleinen Blutgefäßen ins Gewebe) z. B. vor, während und nach Herzoperationen unter

Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Siehe Abschnitt

2 "Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen"

Anstieg der Körpertemperatur sowie Brennen und Stechen an der Einstichstelle.

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (wie z. B.

Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Hautrötung mit Hitzegefühl,

quaddelartiger Hautausschlag, Atemnot, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit).

In sehr seltenen Fällen (bei weniger als 1 von 10 000 behandelten Patienten bzw. in Einzelfällen)

kann eine Überempfindlichkeitsreaktion zum Schock führen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische

Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 770,

Fax: +49 6103 77 1234, Webseite: www.pei.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Berinert aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und der Faltschachtel angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

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Nicht über 30°C lagern.

Nicht einfrieren.

Die Flasche in der geschlossenen Faltschachtel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

Berinert enthält kein Konservierungsmittel. Das gelöste Produkt soll deshalb möglichst sofort

verbraucht werden.

Falls das gelöste Berinert nicht sofort angewendet wird, soll die Lösung innerhalb von 8

Stunden aufgebraucht werden und nur in der

Flasche

aufbewahrt werden.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Berinert enthält

Der Wirkstoff ist:

C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen (500 IE/Flasche; nach Zubereitung der Lösung 50 IE/ml)

Für zusätzliche Informationen siehe Abschnitt „Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte

bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt“.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Glycin, Natriumchlorid, Natriumcitrat

Siehe auch letztes Kapitel unter 2. "

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile

von Berinert

".

Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszwecke

Wie Berinert aussieht und Inhalt der Packung

Berinert ist ein weißes Pulver und wird mit Wasser für Injektionszwecke geliefert. Die zubereitete

Lösung sollte farblos und klar sein.

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Packungsgrößen

Packung mit 500 IE enthält:

1 Flasche mit Pulver (500 IE)

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 Pflaster

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

CSL Behring GmbH

Emil-von-Behring-Str. 76

35041 Marburg

Verkauf Deutschland

Philipp-Reis-Str. 2

65795 Hattersheim

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Berinert 500 ________________________ Deutschland

Berinert 500 Einheiten Pulver und

Lösungsmittel zur Herstellung einer

Injektions- oder Infusionslösung ________ Österreich

Berinert 500 ________________________ Belgien, Griechenland, Luxemburg, Polen, Zypern

Berinert 500, 500 IU Powder and solvent

for solution for injection/infusion ________ Bulgaria

Berinert 500 IU ______________________ Slowakei, Tschechische Republik

Berinert ____________________________ Dänemark, Italien, Portugal

Berinert 500 IU, injektio/infuusiokuiva-aine

ja liuotin, liuosta varten _______________ Finnland

Berinert 500 U, poudre et solvant pour

solution injectable/perfusion ___________ Frankreich

Berinert 500 IU pulver og væske til

injeksjons-/infusjonsvæske, oppløsning ___ Norwegen

Berinert 500 NE por és oldószer

oldatos injekcióhoz vagy infúzióhoz _____ Ungarn

Berinert 500 UI, pulbere şi solvent

pentru soluţie injectabilă/perfuzabilă _____ Rumänien

Berinert 500 enot prasek in vehikel za

raztopino za injiciranje ali infundiranje ___ Slowenien

Berinert 500 UI Polvo y disolvente para

solución inyectable y para perfusión _____ Spanien

Berinert 500 IE, pulver och vätska till

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injektions-/infusionsvätska, lösning_______Schweden

Berinert 500 units powder and solvent

for solution for injection/infusion ________ Großbritannien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2018

Zul.-Nr.

Berinert

294.00.00

Herkunftsländer des Blutplasmas:

Belgien,

Deutschland, Luxemburg, Österreich, Polen,

Ungarn, USA

_____________________________________________________________________________

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Die Aktivität des C1-Esterase-Inhibitors wird gemäß den derzeit gültigen WHO Standards für C1-

Esterase-Inhibitor Produkte in Internationalen Einheiten (IE) gemessen.

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1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Berinert

500 IE

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung zur

intravenösen Anwendung.

Berinert

1500

1500 IE

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur intravenösen

Anwendung.

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: C1-Esterase-Inhibitor vom Menschen

Berinert 500 enthält 500 IE pro Injektionsflasche.

Berinert 1500 enthält 1500 IE pro Injektionsflasche.

Die Aktivität des C1-Esterase-Inhibitors wird gemäß den derzeit gültigen WHO Standards

für C1-Esterase-Inhibitor Produkte in Internationalen Einheiten (IE) gemessen.

Das mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke rekonstituierte Berinert 500 enthält 50 IE C1-

Esterase-Inhibitor pro ml Lösung.

Das mit 3 ml Wasser für Injektionszwecke rekonstituierte Berinert 1500 enthält 500 IE C1-

Esterase-Inhibitor pro ml Lösung.

Der Gesamtproteingehalt der gebrauchsfertigen 500 IU Lösung beträgt 6,5 mg/ml.

Der Gesamtproteingehalt der gebrauchsfertigen 1500 IU Lösung beträgt 65 mg/ml.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Natrium bis zu 486 mg (etwa 21 mmol) pro 100 ml Lösung.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Berinert 500:

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung zur

intravenösen Anwendung.

Berinert 1500:

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur intravenösen

Anwendung.

Weißes Pulver

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4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hereditäres Angioödem Typ I und II (HAE)

Therapie und vor einem Eingriff durchgeführte Prophylaxe des akuten Schubes

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Therapie soll von einem in der Behandlung von C1-Esterase-Inhibitor-Mangel

erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung

Erwachsene

Behandlung von akuten Angioödem-Attacken:

20 IE pro Kilogramm Körpergewicht (20 IE/kg KG)

Vor einem Eingriff durchgeführte Prophylaxe von Angioödem-Attacken:

1000 IE innerhalb von 6 Stunden vor einem medizinischen, zahnmedizinischen oder

chirurgischen Eingriff.

Kinder und Jugendliche

Behandlung von akuten Angioödem-Attacken:

20 IE pro Kilogramm Körpergewicht (20 IE/kg KG)

Vor einem Eingriff durchgeführte Prophylaxe von Angioödem-Attacken:

15 bis 30 IE pro Kilogramm Körpergewicht (15-30 IE/kg KG) innerhalb von 6 Stunden vor

einem medizinischen, zahnmedizinischen oder chirurgischen Eingriff. Die Dosierung richtet

sich nach den klinischen Umständen wie unter anderem dem Schweregrad der Erkrankung

und der Art des Eingriffes.

Art der Anwendung

Berinert ist, wie in Abschnitt 6.6 beschrieben, zu lösen. Die fertig zubereitete Lösung für

Berinert 500 sollte farblos und klar sein.

Berinert 1500 sollte farblos und klar bis leicht opalisierend sein.

Die Lösung wird langsam intravenös injiziert. Berinert 500 kann auch als Infusion (4

ml/Minute) verabreicht werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

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Bei Patienten mit bekannten allergischen Reaktionen auf das Präparat können

Antihistaminika und Kortikosteroide vorbeugend verabreicht werden.

Bei Auftreten von allergisch-anaphylaktischen Reaktionen ist Berinert sofort abzusetzen (z.

B. durch Unterbrechung der Injektion/Infusion) und eine situationsgerechte Behandlung

einzuleiten. Therapeutische Maßnahmen richten sich nach Art und Schweregrad der

Nebenwirkung. Die aktuellen medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung sind zu

beachten.

Patienten mit Larynxödem bedürfen besonders sorgfältiger Überwachung in

Notfallbereitschaft.

Vor Therapieversuchen außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete und Dosierung

(z.B. Capillary Leak Syndrome, CLS) muss gewarnt werden (siehe auch Kapitel "4.8

Nebenwirkungen").

Berinert enthält bis zu 486 mg Natrium (etwa 21 mmol) pro 100 ml Lösung. Dies sollte bei

Patienten, die eine salzarme Diät einhalten müssen, berücksichtigt werden.

Häusliche Behandlung und Selbstverabreichung

Zur Anwendung dieses Arzneimittels im Rahmen der häuslichen Behandlung oder

Selbstverabreichung liegen begrenzte Daten vor. Mit einer häuslichen Behandlung

möglicherweise verbundene Risiken hängen mit der Verabreichung selbst sowie mit der

Handhabung unerwünschter Arzneimittelwirkungen, insbesondere einer

Überempfindlichkeit, zusammen. Die Entscheidung hinsichtlich einer häuslichen

Behandlung ist in jedem Einzelfall vom behandelnden Arzt zu treffen. Der Arzt sollte

sicherstellen, dass eine entsprechende Unterweisung erfolgt und die richtige Anwendung

regelmäßig überprüft wird.

Virussicherheit

Standardmethoden zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, die im Rahmen der

Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln auftreten

können, umfassen die Auswahl der Spender, die Prüfung jeder einzelnen Spende und jedes

Plasmapools auf spezifische Marker für Infektionen, sowie die Einbeziehung effektiver

Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Eliminierung von Viren. Trotz dieser Maßnahmen

kann die Möglichkeit der Übertragung von Erregern bei der Anwendung von aus

menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig

ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte Viren und andere Pathogene.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren wie z. B.

HIV, HBV und HCV, und für die nicht-umhüllten Viren HAV und Parvovirus B19.

Für Patienten, die regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma erhalten, wird

grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfohlen.

Es wird auf die Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

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4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Berinert ist ein physiologischer Bestandteil des menschlichen Blutplasmas. Es liegt eine

begrenzte Anzahl von Daten vor, die kein erhöhtes Risiko bei der Behandlung von

schwangeren Frauen mit Berinert zeigen. Daher konnte auf Studien zur Reproduktions- und

Entwicklungstoxizität bei Tieren verzichtet werden. Es sind keine Nebenwirkungen im

Hinblick auf Fruchtbarkeit, Geburt oder nachgeburtliche Entwicklung beim Menschen zu

erwarten.

Berinert sollte in der Schwangerschaft nur nach eindeutiger Indikationsstellung angewendet

werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Berinert in der Muttermilch ausgeschieden wird, aber aufgrund des

hohen Molekulargewichts erscheint eine Übertragung von Berinert in die Muttermilch als

unwahrscheinlich. Grundsätzlich ist ungewiss, ob Frauen, die an dem hereditären

Angioödem leiden, stillen. Die Gabe von Berinert während der Stillzeit soll nach Nutzen-

Risiko-Abwägung erfolgen.

Fertilität

Berinert ist ein physiologischer Bestandteil des menschlichen Blutplasmas. Daher wurden

keine Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität bei Tieren durchgeführt und es

sind keine Nebenwirkungen auf Fertilität sowie prä- und postnatale Entwicklung beim

Menschen zu erwarten.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Berinert hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit

und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Die im folgenden genannten Nebenwirkungen beruhen auf Analysen von postmarketing

Daten sowie der wissenschaftlichen Literatur. Die folgenden Standard-Kategorien von

Häufigkeiten werden verwendet:

Sehr häufig:

1/10

Häufig:

1/100 und < 1/10

Gelegentlich:

1/1.000 und < 1/100

Selten:

1/10.000 und < 1/1.000

Sehr selten:

<

1/10.000 (einschließlich gemeldete Einzelfälle)

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Bei der Anwendung von Berinert treten selten Nebenwirkungen auf.

Organklasse

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr

selten

Gefäßerkrankungen

Bildung von

Thrombosen*

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Temperaturanstieg,

Reaktionen an der

Einstichstelle

Erkrankungen des

Immunsystems

Allergisch-

anaphylaktische

Reaktionen (wie z. B.

Tachykardie, Hyper-

oder Hypotension,

Flush, Urticaria,

Dyspnoe,

Kopfschmerzen,

Schwindel, Übelkeit)

Schock

* Bei Therapieversuchen mit hochdosierter Gabe von Berinert zur Vorbeugung oder

Behandlung eines Capillary Leak Syndromes (CLS) vor, während und nach Herz-

operationen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine (nicht zugelassene Indikation und

Dosierung), mit zum Teil tödlichem Ausgang.

Informationen zur Virussicherheit siehe Abschnitt "4.4. Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung".

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und

biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen,

Tel: +49 6103 770, Fax: +49 6103 77 1234, Webseite: www.pei.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

CSL Behring

Berinert

CSL Behring

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Berinert_FI

Pharmakotherapeutische Gruppe: C1-Inhibitor, aus Plasma gewonnen

ATC-Code: B06AC01

C1-Esterase-Inhibitor ist ein Plasmaglykoprotein mit einem Molekulargewicht von 105 kD

und einem Kohlenhydrat-Anteil von 40 %. Seine Konzentration im menschlichen Plasma

beträgt ca. 240 mg/l. Außer dem menschlichen Plasma, enthalten auch Placenta,

Leberzellen, Monozyten und Thrombozyten C1-Esterase-Inhibitor.

C1-Esterase-Inhibitor gehört zum Serin-Protease-Inhibitor-(Serpin)-System des

menschlichen Plasmas wie z. B. auch Antithrombin III, Alpha-2-Antiplasmin, Alpha-1-

Antitrypsin und andere Proteine.

Unter physiologischen Bedingungen hemmt C1-Esterase-Inhibitor den klassischen Weg der

Aktivierung der Komplementkaskade durch Inaktivierung der enzymatisch aktiven

Komponenten C1s und C1r. Die aktiven Enzyme bilden einen Komplex mit dem Inhibitor

in einem Verhältnis von 1 : 1.

Außerdem ist C1-Esterase-Inhibitor der wichtigste Inhibitor der Kontaktaktivierung, indem

er Faktor XIIa und seine Fragmente hemmt und neben Alpha-2-Makroglobulin der

wichtigste Inhibitor des plasmatischen Kallikrein ist.

Der therapeutische Effekt von Berinert bei erblichem Angioödem entsteht durch die

Substitution der fehlenden C1-Esterase-Inhibitor-Aktivität.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Das Präparat wird intravenös appliziert und ist sofort in einer der Dosierung entsprechenden

Plasmakonzentration verfügbar.

Die pharmakokinetischen Daten von Berinert wurden in zwei Studien erhoben.

Eine Phase I Studie in 15 gesunden Erwachsenen lieferte PK Daten zur Beurteilung der

relativen Bioverfügbarkeit von Berinert 1500 und Berinert 500. Vergleichbare

Bioverfügbarkeit wurde für die beiden Stärken von Berinert demonstriert. Für die C1-INH

Antigen-Konzentration betrug der Quotient des geometrischen Mittel (90 %

Konfidenzintervall) von

1,02 (0,99, 1,04) und

0-last

1,02 (0,99, 1,05). Die

Halbwertszeit wurde von einem Teil der Probanden mittels nicht kompartimenteller

Methode berechnet. Die Halbwertszeit von Berinert 1500 und Berinert 500 betrug 87,7 und

91,4 Stunden.

Pharmakokinetische Daten wurden von Patienten mit hereditärem Angioödem (34 Patienten

älter als 18 Jahre, 6 Patienten unter 18 Jahre) erhoben. 15 dieser Patienten erhielten eine

prophylaktische Behandlung (mit häufigen/schweren Attacken) und 25 Patienten mit

weniger häufigen/leichteren Attacken wurden nach Bedarf behandelt. Die Daten wurden in

attackenfreien Phasen erhoben.

Die mediane

in vivo

Recovery (IVR) betrug 86,7 % (Bereich: 54,0 – 254,1 %). Sie war bei

Kindern mit 98,2 % (Bereich: 69,2 – 106, 8 %) etwas höher als bei Erwachsenen (82,5 %,

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Berinert

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Bereich: 54,0 – 254,1 %). Patienten mit schweren Attacken hatten eine höhere IVR (101,4

%) als Patienten mit leichten Attacken (75,8 %, Bereich: 57,2 – 195,9 %).

Der mediane Aktivitätsanstieg betrug 2,3 %/IE/kg KG (Bereich: 1,4 – 6,9 %/IE/kg KG). Es

zeigten sich keine nennenswerten Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern.

Patienten mit schweren Attacken hatten einen etwas höheren Aktivitätsanstieg als Patienten

mit leichten Attacken (2,9, Bereich: 1,4 – 6,9 vs. 2,1, Bereich: 1,5 – 5,1 %/IE/kg KG).

Die C1-Esterase-Inhibitor Aktivität erreichte im Median die maximale Konzentration im

Plasma innerhalb von 0,8 Stunden nach Gabe von Berinert mit keinen nennenswerten

Unterschieden zwischen den Patientengruppen.

Die mediane Halbwertszeit betrug 36,1 Stunden. Sie war bei Kindern etwas kürzer als bei

Erwachsenen (32,9 vs. 36,1 Stunden) und bei Patienten mit schweren Attacken etwas kürzer

als bei Patienten mit leichten Attacken (30,9 vs. 37,0).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Der in Berinert enthaltene arzneilich wirksame Bestandteil C1-Esterase-Inhibitor wurde aus

humanem Plasma gewonnen und verhält sich wie körpereigene Plasmabestandteile. Die

einmalige Verabreichung von Berinert an Ratten und Mäusen, sowie die wiederholte Gabe

an Ratten gab keinen Hinweis auf toxische Auswirkungen.

Präklinische Studien mit wiederholten Dosierungen zur Untersuchung der Karzinogenität

und Reproduktionstoxizität wurden nicht durchgeführt und können in herkömmlichen

Tiermodellen nicht sinnvoll durchgeführt werden, da die Verabreichung heterologer

humaner Proteine über einen längeren Zeitraum zur Antikörperbildung führt.

in vitro

Ouchterlony Test und das

in vivo

PCA Modell an Meerschweinchen lieferten

keine Anhaltspunkte über neu auftretende antigene Determinanten in Berinert nach der

Pasteurisierung.

In-vivo Thrombogenitätstests in Kaninchen wurden mit Dosierungen bis zu 800 IE/kg

Berinert durchgeführt. Dabei wurde kein pro-thrombothisches Risiko durch die i.v

Applikation von bis zu 800 IE/kg Berinert festgestellt.

Lokale Verträglichkeitsstudien in Kaninchen zeigten, dass Berinert klinisch, lokal und

histologisch nach intravenöser, subkutaner, intraarterieller und intramuskulärer Gabe gut

verträglich ist.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver:

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Berinert

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Glycin

Natriumchlorid

Natriumcitrat

Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel in der

Spritze/dem Infusionsbesteck nicht mit anderen Arzneimitteln und Lösungsmitteln in

Berührung gelangen.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

36 Monate

Nach Rekonstitution ist die physiko-chemische Stabilität von Berinert 500 für 48 Stunden

bei Raumtemperatur (max. +30°C) belegt. Für Berinert 1500 ist die physiko-chemische

Stabilität für 48 Stunden bei Raumtemperatur (max. + 25°C) belegt. Aus mikrobiologischer

Sicht und da Berinert kein Konservierungsmittel enthält, sollte das gelöste Produkt sofort

verbraucht werden. Falls es nicht sofort angewendet wird, soll eine Aufbewahrung 8

Stunden bei Raumtemperatur nicht überschreiten.

Das gelöste Produkt darf nur in der

Flasche

aufbewahrt werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

Nicht einfrieren.

Die Flasche in der geschlossenen Faltschachtel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

Primärpackmittel

Berinert 500:

Pulver (500 IE) in einer Injektionsflasche(Typ II Glas) mit einem

Injektionsstopfen (Bromobutyl Typ I), einer Kappe (Aluminium) und

einer Scheibe (Kunststoff).

10 ml Lösungsmittel in einer Injektionsflasche (Typ I Glas), mit einem

Injektionsstopfen (Chlorobutyl Typ I), einer Kappe (Aluminium) und

einer Scheibe (Kunststoff).

Berinert 1500:

Pulver (1500 IE) in einer Injektionsflasche(Typ I Glas) mit einem

Injektionsstopfen (Bromobutyl Typ I), einer Kappe (Aluminium) und

einer Scheibe (Kunststoff).

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3 ml Lösungsmittel in einer Injektionsflasche (Typ I Glas), mit einem

Injektionsstopfen (Chlorobutyl Typ I), einer Kappe (Aluminium) und

einer Scheibe (Kunststoff).

Packung mit 500 IE enthält:

1 Flasche mit Pulver

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 Pflaster

Packung mit 1500 IE enthält:

1 Flasche mit Pulver

1 Flasche mit 3 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (5 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 Pflaster

6.6

Besondere Vorsichtmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

Allgemeine Hinweise

Die Lösung für Berinert 500 sollte farblos und klar sein.

Die Lösung für Berinert 1500 sollte farblos und klar bis leicht opalisierend sein.

Rekonstituiertes Produkt sollte nach der Filtration/dem Aufziehen der Lösung in die

Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung auf Partikel und Verfärbungen visuell

überprüft werden.

Trübe Lösungen oder Lösungen mit Rückständen (Niederschlägen) sind nicht zu

verwenden.

Zubereitung und Entnahme müssen unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Verwenden

Sie hierfür nur die der Packung beigefügte Spritze.

Zubereitung

Erwärmen Sie das Lösungsmittel auf Raumtemperatur. Vor dem Öffnen der Mix2Vial

Packung die Flip-Off-Kappen der Lösungsmittel- und Produktflaschen entfernen und die

Stopfen mit einer antiseptischen Lösung behandeln und anschließend trocknen lassen.

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1. Entfernen Sie das Deckpapier von der

Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial

nicht

dem Blister entnehmen!

2. Die

Lösungsmittelflasche

auf eine ebene,

saubere Fläche stellen und festhalten. Das

Mix2Vial Set mit dem Blister greifen und den

Dorn des

blauen

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der Lösungsmittelflasche einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial

Set entfernen, indem man den Blister am

Siegelrand fasst und ihn

senkrecht

nach oben

abzieht. Dabei ist darauf zu achten, dass nur

der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt

wird.

4. Die

Produktflasche

auf eine feste

Unterlage stellen. Die Lösungsmittelflasche

mit dem aufgesetzten Mix2Vial Set

herumdrehen und den Dorn des

transparenten

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der Produktflasche einstechen. Das

Lösungsmittel läuft automatisch in die

Produktflasche über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und

mit der anderen Hand die Lösungsmittelseite

des Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig

auseinander schrauben. Entsorgen Sie die

Lösungsmittelflasche mit dem blauen

Mix2Vial Adapter.

6. Die Produktflasche mit dem transparenten

Adapter vorsichtig schwenken, bis das

Produkt vollständig gelöst ist. Nicht schütteln.

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7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen.

Hierfür nur die der Packung beigefügte

Spritze verwenden. Die Produktflasche

aufrecht halten, die Spritze mit dem Luer

Lock Anschluss des Mix2Vial Set verbinden

und die Luft in die Produktflasche injizieren.

Aufziehen der Lösung in die Spritze

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten,

das gesamte System herumdrehen und die

Lösung durch langsames Zurückziehen der

Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die

Spritze überführt ist, den Spritzenzylinder

fassen (dabei die Kolbenstange in ihrer

Position halten) und die Spritze vom

transparenten Mix2Vial Adapter abdrehen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

CSL Behring GmbH

Emil-von-Behring-Str. 76

35041 Marburg

Verkauf Deutschland

Philipp-Reis-Str. 2

65795 Hattersheim

Tel.: (069) 305 - 8 44 37

Fax: (069) 305 - 1 71 29

8.

ZULASSUNGSNUMMER

CSL Behring

Berinert

CSL Behring

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Berinert_FI

Berinert

Zul.-Nr.: 294.00.00

Berinert

1500

Zul.-Nr.: 294.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

01. August 1979

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 02. Mai 2006

10.

STAND DER INFORMATION

November 2018

11.

HERKUNFTSLÄNDER DES BLUTPLASMAS

Belgien, Deutschland, Luxemburg, Österreich, Polen, Ungarn, USA

12.

VERSCHREIBUNGSSTATUS

Verschreibungspflichtig

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