Beriate 500

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-02-2020

Wirkstoff:
Blutgerinnungsfaktor VIII
Verfügbar ab:
AxiCorp Pharma GmbH (8055874)
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Zusammensetzung:
Blutgerinnungsfaktor VIII (8625) 500 Internationale Einheit
Verabreichungsweg:
Infusion intravenös; Injektion intravenös
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
PEI.H.12093.03.1
Berechtigungsdatum:
2021-04-16

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Beriate 500 I.E.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

Humaner Blutgerinnungsfaktor VIII

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn

Nebenwirkungen

bemerken,

wenden

sich

Ihren

Arzt,

medizinische

Fachpersonal oder Ihren Apotheker.

Dies

gilt

auch

für

Nebenwirkungen,

nicht

dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Beriate 500 und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Beriate 500 beachten?

Wie ist Beriate 500 anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Beriate 500 aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Beriate 500 und wofür wird es angewendet?

Was ist Beriate 500?

Beriate 500 ist ein Pulver und Lösungsmittel. Die fertige Lösung soll als Injektion oder Infusion in eine

Vene gegeben werden.

Beriate 500 wird aus menschlichem Blutplasma (der flüssige Teil des Blutes) gewonnen und enthält den

Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen. Es wird angewendet zur Vorbeugung und Therapie von

Blutungen, die durch den angeborenen Mangel des Gerinnungsfaktor VIII (Hämophilie A) entstehen. Es

kann auch zur Behandlung des erworbenen Faktor-VIII-Mangels eingesetzt werden.

Wofür wird Beriate 500 angewendet?

Faktor VIII ist beteiligt an der Blutgerinnung. Ein Mangel an Faktor VIII bedeutet, dass das Blut nicht so

schnell wie üblich gerinnt und es deshalb zu einer erhöhten Blutungsneigung kommt. Ein Ersatz des

Faktor VIII mit Beriate 500 korrigiert vorrübergehend den Mechanismus der Blutgerinnung.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Beriate 500 beachten?

Die folgenden Abschnitte enthalten Informationen, die Sie oder Ihr Arzt vor der Anwendung von Beriate

500 berücksichtigen sollten.

Beriate 500 darf NICHT angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen oder einzelne

Bestandteile dieses Arzneimittels sind (siehe Abschnitt 6.).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Rückverfolgbarkeit

Jedes Mal wenn Sie Beriate 500 anwenden, sollten Sie Namen und Chargennummer des Produktes

sowie die verabreichte Menge in Ihr persönliches Behandlungstagebuch eintragen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Beriate 500 anwenden.

Allergische Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Ihr Arzt sollte Sie über erste Anzeichen

von

Überempfindlichkeitsreaktionen

informieren.

Diese

können

z.B.

quaddelartiger

Hautausschlag, generalisierte Nesselsucht, Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atemgeräusch,

niedriger Blutdruck und Anaphylaxie (schwerwiegende allergische Reaktion, die Atembeschwerden

oder Schwindel bis hin zum Kollaps verursacht) sein. Wenn eines dieser Symptome auftritt, beenden

Sie unverzüglich die Anwendung und wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Bildung

Inhibitoren

(Antikörpern)

eine

bekannte

Komplikation,

während der

Behandlung mit allen Arzneimitteln mit Faktor VIII auftreten kann. Diese Inhibitoren, insbesondere in

hohen Konzentrationen, verhindern eine ordnungsgemäße Wirkung des Arzneimittels. Sie oder Ihr

Kind werden sorgfältig auf das Entstehen dieser Inhibitoren überwacht. Falls Ihre Blutungen bzw. die

Ihres Kindes mit Beriate 500 nicht kontrolliert werden können, wenden Sie sich umgehend an Ihren

Arzt.

Wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden oder bei Ihnen das Risiko einer Herzerkrankung vorliegt,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Falls Sie für die Verabreichung von Beriate 500 einen zentralvenösen Katheter (ZVK) benötigen, sollte

das Risiko von Katheter-bedingten Komplikationen beachtet werden. Hierzu zählen Infektionen im

Bereich des Katheters, Bakterien im Blut (Bakteriämie) sowie die Bildung eines Katheter-bedingten

Blutgerinnsels (Thrombose) in einem Blutgefäß.

Ihr Arzt wird den Nutzen einer Therapie mit Beriate 500 gegen das Risiko dieser Komplikationen

gegeneinander abwägen.

Virussicherheit

Bei der Herstellung

Arzneimitteln

aus menschlichem Blut

oder Plasma

werden

bestimmte

Maßnahmen ergriffen, um eine Übertragung von Infektionen auf den Patienten zu verhindern. Diese

Maßnahmen umfassen die sorgfältige Auswahl von Blut- und Plasmaspendern um sicherzustellen, dass

diejenigen ausgeschlossen werden, die ein infektiöses Risiko tragen, sowie die Testung jeder Spende

Plasmapools

Anzeichen

für

Viren/Infektionen.

Desweiteren

werden

Verarbeitungsprozess von Blut und Plasma Abläufe zur Inaktivierung und Entfernung von Viren

eingebunden. Trotz dieser Maßnahmen kann die Übertragung von Erregern bei der Anwendung von

aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen

werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte oder neu auftretende Viren und für andere Arten von

Krankheitserregern.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z. B. das humane

Immunschwächevirus HIV (AIDS-Virus), das Hepatitis B- und das Hepatitis C-Virus (Leberentzündung),

für

nicht-umhüllten

Viren

Hepatitis

A-Virus

(Leberentzündung)

Parvovirus

(Ringelröteln).

Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen eine Impfung gegen Hepatitis A und B in Betracht zu ziehen, falls Sie

regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma erhalten (z. B. Faktor VIII).

Anwendung von Beriate 500 zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw.

kurzem

eingenommen/angewendet

haben,

auch

wenn

sich

nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Beriate 500 darf nicht mit anderen Arzneimitteln, Lösungs- oder Verdünnungsmitteln, als den vom

Hersteller vorgegebenen, vermischt werden (siehe Abschnitt 6.).

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen,

oder

wenn

vermuten, schwanger

zu sein

oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Beriate 500 sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet werden, wenn es eindeutig

benötigt wird.

Es liegen keine Daten über die Beeinflussung der Zeugungs-/Gebärfähigkeit vor.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Beriate 500 beeinträchtigt nicht Ihre Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von Maschinen.

Beriate 500 enthält Natrium

Beriate 500 enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Flasche, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist Beriate 500 anzuwenden?

Nehmen Sie Beriate 500 immer genau nach den Anweisungen des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Therapie der Hämophilie A soll von einem in der Behandlung von Gerinnungsstörungen erfahrenen

Arzt eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung

Die benötigte Menge an Faktor VIII sowie die Behandlungsdauer hängen von verschiedenen Faktoren

ab, wie z. B. Körpergewicht, Schweregrad Ihrer Erkrankung, Ort und Ausmaß der Blutung oder der

Notwendigkeit,

Blutungen

Operationen

oder

Untersuchungen

vorzubeugen.

Falle

Heimtherapie wird Ihr Arzt Sie entsprechend anleiten, wie Sie Beriate 500 anwenden und wieviel Sie

sich verabreichen müssen.

Folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Krankenschwester des Hämophilie-

Zentrums.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Dosierung basiert auf dem Körpergewicht und wird genauso wie für Erwachsene berechnet.

Wenn Sie eine größere Menge von Beriate 500 angewendet haben, als Sie sollten

Es wurden keine Symptome von Überdosierung mit Faktor VIII beobachtet.

Wenn Sie die Anwendung von Beriate 500 vergessen haben

Machen Sie sofort mit der nächsten Dosis weiter und setzen Sie die Behandlung in dem von Ihrem Arzt

genannten regelmäßigen Rhythmus fort. Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die

vorherige Anwendung vergessen haben.

Zubereitung und Anwendung

Allgemeine Hinweise

Das Pulver muss mit dem Lösungsmittel unter keimarmen (aseptischen) Bedingungen gelöst und

aufgezogen werden.

Die Lösung sollte klar oder leicht opaleszent sein, d. h. sie kann leicht schillern wenn Sie sie gegen

das Licht halten. Gelegentlich können sich in der Durchstechflasche einige Flocken oder Partikel

befinden. Der im Mix2Vial enthaltene Filter hält diese Partikel vollständig zurück. Die errechnete

Dosierung wird durch das Filtrieren nicht beeinflusst. Das gelöste Produkt sollte nach der Filtration

und dem Aufziehen der Lösung in die Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung auf sichtbare

Partikel und Verfärbungen überprüft werden. Trübe Lösungen oder Lösungen mit Rückständen

(Flocken/Partikeln) in der Spritze sind nicht zu verwenden.

Sobald das Produkt in die Spritze überführt wurde, sollte es sofort verwendet werden. Lagern Sie

das Produkt nicht in der Spritze.

Nach der Anwendung sollen ungebrauchtes Produkt oder verbrauchtes Material fachgerecht, gemäß

den nationalen Anforderungen und den Anweisungen Ihres Arztes, entsorgt werden.

Zubereitung

Erwärmen Sie das Beriate 500 Pulver und das Lösungsmittel auf Raum- oder Körpertemperatur ohne

Flaschen

öffnen.

Lassen

dazu

beiden

Flaschen

entweder

Stunde

Raumtemperatur stehen, oder halten Sie sie ein paar Minuten in Ihren Händen. Setzen Sie die Flaschen

nicht direkter Hitze aus. Die Flaschen sollen nicht über Körpertemperatur (37 °C) erwärmt werden.

Entfernen Sie vorsichtig die Flip-Off-Kappen der Lösungsmittel- und Produktflaschen und wischen Sie

die Stopfen mit einem Alkoholtupfer ab. Lassen Sie diese anschließend trocknen bevor Sie die Mix2Vial

Packung öffnen. Befolgen Sie dann die nachstehenden Anweisungen.

1. Entfernen Sie das Deckpapier von der Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial

nicht aus dem Blister entnehmen!

2. Die Lösungsmittelflasche auf eine ebene, saubere Fläche stellen und

festhalten. Das Mix2Vial Set mit dem Blister greifen und den Dorn des blauen

Adapters senkrecht in den Stopfen der Lösungsmittelflasche einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial Set entfernen, indem man den

Blister am Siegelrand fasst und ihn senkrecht nach oben abzieht. Dabei ist

darauf zu achten, dass nur der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt wird.

Produktflasche

eine

feste

Unterlage

stellen.

Lösungsmittelflasche mit dem aufgesetzten Mix2Vial Set herumdrehen und

Dorn

transparenten

Adapters

senkrecht

Stopfen

Produktflasche

einstechen.

Lösungsmittel

läuft

automatisch

Produktflasche über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und mit der anderen Hand die

Lösungsmittelseite des Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig gegen den

Uhrzeigersinn

auseinander

schrauben.

Entsorgen

Lösungsmittelflasche mit dem blauen Mix2Vial Adapter.

6. Die Produktflasche mit dem transparenten Adapter vorsichtig schwenken,

bis das Produkt vollständig gelöst ist. Nicht schütteln.

……

7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen. Die Produktflasche aufrecht

halten, die Spritze mit dem Luer Lock Anschluss des Mix2Vial Set verbinden

indem

Uhrzeigersinn

aufschraubt,

Luft

Produktflasche injiziert.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

….

Stempel

Spritze

gedrückt

halten,

gesamte

System

herumdrehen

Lösung

durch

langsames

Zurückziehen

Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

Nachdem

Lösung

vollständig

Spritze

überführt

ist,

Spritzenzylinder fassen (dabei die Kolbenstange in ihrer Position halten) und

die Spritze vom transparenten Mix2Vial Adapter Set gegen den Uhrzeigersinn

abdrehen.

Verwenden Sie hierzu das beiliegende Venenpunktionsbesteck, führen Sie die Nadel in eine Vene.

Lassen Sie das Blut bis zum Ende des Schlauchs fließen. Befestigen Sie die Spritze an dem Luer-Ende

des Venenpunktionsbestecks. Injizieren Sie langsam intravenös entsprechend den Anweisungen

Ihres Arztes. Die Injektions-/Infusionsgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 2 ml pro Minute betragen.

Achten Sie sorgfältig darauf, dass kein Blut in die mit Produkt gefüllte Spritze gelangt.

Falls eine größere Menge benötigt wird, kann die Gabe auch als Infusion erfolgen. Überführen Sie dazu

das gelöste Produkt in ein zugelassenes Infusionssystem. Die Infusion sollte entsprechend den

Anweisungen Ihres Arztes durchgeführt werden.

Beobachten

sich

jegliche

sofort

eintretende

Überempfindlichkeitsreaktion.

Wenn

eine

Nebenwirkung erfolgt, die mit der Verabreichung von Beriate 500 in Zusammenhang gebracht werden

könnte, müssen Sie die Injektion/Infusion abbrechen (siehe auch Abschnitt 2.).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, die Notaufnahme oder das Hämophilie-Zentrum in Ihrem

nächstgelegenen Krankenhaus, wenn eine der folgenden Reaktionen auftritt:

Symptome eines Angioödems wie

Schwellungen im Gesicht, der Zunge oder des Rachens

Schluckbeschwerden

pfeifendes Atemgeräusch oder Atemprobleme

Diese Nebenwirkungen wurden sehr selten beobachtet (kann bis zu 1 von 10.000 Personen

betreffen) und können sich in manchen Fällen zu schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock)

entwickeln.

Mangelnde Wirksamkeit (anhaltende Blutung). Bei Kindern, die zuvor noch nicht mit Faktor VIII

behandelt wurden, kommt es sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Patienten) zur Bildung von Inhibitor-

Antikörpern (siehe Abschnitt 2.). Bei Patienten, die bereits mit Faktor VIII behandelt wurden (mehr

als 150 Behandlungstage) tritt dies nur gelegentlich auf (bei weniger als 1 von 100 Patienten). Wenn

dies passiert, können Ihre Arzneimittel bzw. die Ihres Kindes möglicherweise nicht mehr richtig

wirken und es kommt zu unstillbaren Blutungen.

Andere Nebenwirkungen sind:

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen wie z. B.:

Brennen und Stechen an der Injektions-/Infusionsstelle

Schüttelfrost, Nesselsucht (Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierte

am ganzen Körper),

quaddelartiger Hautausschlag

Kopfschmerzen

Blutdruckabfall, Unruhe, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atemgeräusch

Müdigkeit (Lethargie)

Übelkeit, Erbrechen

Prickeln

Diese Nebenwirkungen wurden sehr selten beobachtet und können sich in manchen Fällen zu

schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock) entwickeln.

In sehr seltenen Fällen wurde Fieber beobachtet.

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern denen bei

Erwachsenen entspricht.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-

Ehrlich-Str. 51 - 59, 63225 Langen, Telefon: +49 6103 770, Telefax: +49 6103 77 1234, Webseite:

www.pei.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Beriate 500 aufzubewahren?

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Etikett

Umkarton

angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr anwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag dieses Monats.

Im Kühlschrank bei +2 bis +8 °C aufbewahren.

Beriate 500 kann innerhalb der Haltbarkeitsdauer für einen Zeitraum von insgesamt 1 Monat bei bis

zu 25 °C gelagert werden. Die einzelnen Zeitabschnitte der Raumtemperaturlagerung sollten in

Ihrem Patiententagebuch dokumentiert werden, um den Gesamtzeitraum von 1 Monat nicht zu

überschreiten.

Beriate 500 enthält kein Konservierungsmittel. Das gelöste Produkt soll deshalb möglichst sofort

verbraucht werden.

Falls

gelöste

Produkt

nicht

sofort

angewendet

wird,

soll

eine

Aufbewahrung

Durchstechflasche 8 Stunden bei Raumtemperatur nicht überschreiten. Das Produkt sollte nach dem

Überführen in die Spritze unverzüglich appliziert werden.

Nicht einfrieren.

Flasche in der geschlossenen Faltschachtel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Beriate 500 enthält

Der Wirkstoff ist:

Eine Packung Beriate 500 enthält das Pulver (mit nominal 500 I.E. Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen

pro Injektionsflasche) und Lösungsmittel. Die fertige Lösung wird injiziert oder infundiert.

Wasser

für

Injektionszwecke

rekonstituierte

Produkt

enthält

I.E./ml

Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Glycin, Calciumchlorid, Natriumchlorid, Natriumhydroxid (in geringen Mengen) zur Einstellung des pH-

Wertes, Sucrose. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke 5 ml.

Wie Beriate 500 aussieht und Inhalt der Packung

Beriate 500 ist ein weißes Pulver und wird mit Wasser für Injektionszwecke geliefert. Die Lösung sollte

klar bis leicht opaleszent sein, d. h. sie kann leicht schillern wenn Sie sie gegen das Licht halten, darf

aber keine deutlich sichtbaren Partikel enthalten.

Packungsgrößen

Packung mit 500 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 5 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (5 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Pharmazeutischer Unternehmer, Import, Umverpackung und Vertrieb:

axicorp Pharma GmbH

Max-Planck-Str. 36b

D-61381 Friedrichsdorf

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Bulgarien:

Beriate 500 IU Powder and solvent for solution for injection or infusion

Deutschland:

Beriate 500

Estland:

Beriate

Italien:

Beriate

Kroatien:

Beriate 500 IU prašak i otapalo za otopinu za injekciju ili infuziju

Lettland:

Beriate 250 SV pulveris un škīdinātājs injekciju vai infūziju škīduma pagatavošanai

Beriate 500 SV pulveris un škīdinātājs injekciju vai infūziju škīduma pagatavošanai

Beriate 1000 SV pulveris un škīdinātājs injekciju vai infūziju škīduma pagatavošanai

Beriate 2000 SV pulveris un škīdinātājs injekciju vai infūziju škīduma pagatavošanai

Litauen:

Beriate

250 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Beriate

500 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Beriate

1000 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Beriate

2000 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Österreich:

Beriate 100 I.E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Polen:

Beriate 250

Beriate 500

Beriate 1000

Beriate 2000

Portugal:

Beriate

Rumänien:

Beriate 500 pulbere şi solvent pentru soluţie injectabilă/perfuzabilă

Slowakei:

Beriate 500 IU

Slovenien:

Beriate 500 i.e. prašek in vehikel za raztopino za injiciranje/infundiranje

Spanien:

Beriate 500 UI polvo y disolvente para solución inyectable o perfusión

Tschechische Republik:

Beriate 500 IU

Ungarn:

BERIATE 100 NE/ml por és oldószer oldatos injekcióhoz vagy infúzióhoz

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2020.

Beriate 500: Zul.-Nr.: PEI.H.12093.03.1

Herkunftsländer des Blutplasmas: Belgien, Dänemark, Deutschland, Polen, Ungarn, USA

Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung

Therapieüberwachung:

Zur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeiten werden geeignete Bestimmungen der

Faktor-VIII-Spiegel im Verlauf der Behandlung empfohlen. Das Ansprechen der jeweiligen Patienten auf

Faktor VIII kann variieren, was sich an unterschiedlichen Halbwertszeiten und Recoveries zeigt. Die

Dosierung auf Basis des Körpergewichts muss bei unter- oder übergewichtigen Patienten eventuell

angepasst

werden.

allem

größeren

chirurgischen

Eingriffen

eine

genaue

gerinnungsanalytische

Überwachung

(Faktor-VIII-Aktivität

Plasma)

Substitutionstherapie

unerlässlich.

Die Patienten sollten bezüglich einer Entwicklung von Hemmkörpern gegen Faktor VIII überwacht

werden. Siehe auch Fachinformation, Abschnitt 4.4 und 4.8.

Menge

verabreichten

Blutgerinnungsfaktors VIII

wird in Internationalen

Einheiten (I.E.)

angegeben, die dem gegenwärtigen WHO-Konzentrat Standard für Faktor-VIII-Produkte entsprechen.

Faktor-VIII-Aktivität

Plasma

wird

entweder

Prozentsatz

Bezug

normalem

Humanplasma) oder bevorzugt

in Internationalen

Einheiten (in

Bezug

zu einem internationalen

Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1 ml

normalem Humanplasma.

Bedarfsbehandlung:

Die Berechnung der benötigten Dosierung von Faktor VIII basiert auf dem empirischen Ergebnis, dass

1 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht (KG) die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um 2 % (2 I.E./dl) der

normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] x gewünschter Faktor-VIII-Anstieg [% oder I.E./dl] x 0,5.

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung sollen sich stets an der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall

orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma (in % der Norm oder

I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgende Tabelle dient als

Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Schweregrad der

Blutung/Art des

chirurgischen

Eingriffs

Benötigter

Faktor-VIII-

Spiegel (%

oder I.E./dl)

Häufigkeit der Dosierung (Stunden)/Dauer der Behandlung

(Tage)

Blutung

Beginnende

Hämarthrosen,

Muskelblutungen

oder Blutungen in

der Mundhöhle.

20–40

Wiederholung alle 12 bis 24 Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des Blutungsereignisses (durch Schmerz

angezeigt) oder bis Abschluss der Wundheilung.

Ausgedehntere

Hämarthrosen,

Muskelblutungen

oder Hämatome

30–60

Wiederholung der Infusion alle 12 bis 24 Stunden für 3 bis 4

Tage, oder länger, bis zur Beseitigung des Schmerzzustandes

und der akuten Bewegungseinschränkung.

Lebensbedrohliche

Blutungen

60–100

Wiederholung der Infusion alle 8 bis 24 Stunden bis zur

Aufhebung des lebensbedrohlichen Zustandes.

Chirurgische

Eingriffe

Kleinere Eingriffe

einschließlich

Zahnextraktion

30–60

Alle 24 Stunden, mind. 1 Tag, bis Abschluss der

Wundheilung.

Größere Eingriffe

80–100 (prä-

postoperativ)

Wiederholung der Infusion alle 8 bis 24 Stunden bis zum

adäquaten Abschluss der Wundheilung, dann Behandlung für

mind. weitere 7 Tage zur Erhaltung einer Faktor-VIII-Aktivität

von 30 % bis 60 % (30-60 I.E./dl entsprechend 0,30-0,60

I.E./ml).

Prophylaxe:

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie A betragen die

üblichen Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht in Intervallen von 2 bis 3 Tagen. In

manchen Fällen, besonders bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oder höhere

Dosen notwendig sein.

Kinder und Jugendliche:

Die Dosierung bei Kindern richtet sich nach dem Körpergewicht und deshalb generell nach den gleichen

Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Anwendung soll sich stets an der klinischen

Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Erfahrungen in der Behandlung von Kindern < 6 Jahre liegen vor.

Information zu den pharmakologischen Eigenschaften des von Willebrand Faktor

Zusätzlich zu seiner Funktion als Faktor VIII stabilisierendes Protein vermittelt von Willebrand Faktor

die Anlagerung der Thrombozyten an den verletzten Gefäßendothelien und spielt die Hauptrolle bei der

Thrombozytenaggregation.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Beriate 250 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

Beriate 500 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

Beriate 1000 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

Beriate 2000 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Flasche enthält nominal:

250/500/1000/2000 I.E. humanen Blutgerinnungsfaktor VIII (FVIII).

Nach Rekonstitution mit 2,5/5/10 ml enthält Beriate 250/500/1000 100 I.E./ml Gerinnungsfaktor VIII

vom Menschen. Beriate 2000 wird mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke rekonstituiert und enthält

ca. 200 I.E./ml Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen.

Die Aktivität (I.E.) wird mittels chromogenem Test gemäß Europäischem Arzneibuch bestimmt. Die

mittlere spezifische Aktivität von Beriate beträgt ca. 400 I.E./mg Protein.

Hergestellt aus Plasma humaner Spender.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Natrium etwa 100 mmol/l (2,3 mg/ml).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung.

Weißes

Pulver

klares,

farbloses

Lösungsmittel

Herstellung

einer

Injektions-

oder

Infusionslösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Therapie und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A (kongenitaler Faktor-VIII-

Mangel).

Dieses Produkt kann in der Behandlung des erworbenen Faktor-VIII-Mangels eingesetzt werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie soll unter der Aufsicht eines in der Hämophilie-Behandlung erfahrenen Arztes erfolgen.

Therapieüberwachung

Zur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeiten werden geeignete Bestimmungen

der Faktor-VIII-Spiegel im Verlauf der Behandlung empfohlen. Das Ansprechen der jeweiligen

Patienten

Faktor

VIII

kann

variieren,

sich

unterschiedlichen

Halbwertszeiten

Recoveries zeigt. Die Dosierung auf Basis des Körpergewichts muss bei unter- oder übergewichtigen

Patienten eventuell angepasst werden. Vor allem bei größeren chirurgischen Eingriffen ist eine

genaue

gerinnungsanalytische

Überwachung

(Faktor-VIII-Aktivität

Plasma)

Substitutionstherapie unerlässlich.

Die Patienten sollten bezüglich einer Entwicklung von Inhibitoren gegen Faktor VIII überwacht

werden. Siehe auch Abschnitt 4.4.

Dosierung

Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des Faktor-VIII-

Mangels, nach Ort und Ausmaß der Blutung und nach dem klinischen Zustand des Patienten.

Die Menge des verabreichten Faktor VIII wird in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben, die dem

gegenwärtigen WHO-Konzentrat Standard für Faktor-VIII-Produkte entsprechen. Die Faktor-VIII-

Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (bezogen auf das normale Humanplasma) oder

bevorzugt in I.E. (bezogen auf den Internationalen Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.

Eine I.E. Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1 ml normalem Humanplasma.

Bedarfsbehandlung:

Die Berechnung der benötigten Dosis an Faktor VIII basiert auf dem empirischen Ergebnis, dass 1

I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um ca. 2 % (2 I.E./dl) der

normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] x gewünschter Faktor-VIII-Anstieg

[% oder I.E./dl] x 0,5.

Dosierung und die Häufigkeit der Anwendung sollen sich stets an der klinischen Wirksamkeit im

Einzelfall orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma (in % der Norm oder

I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgende Tabelle dient als

Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Schweregrad der Blutung/Art

des chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-VIII-

Spiegel (% oder I.E./dl)

Häufigkeit der Dosierung

(Stunden)/Dauer der Behandlung

(Tage)

Blutung

Beginnende Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder Blutungen

in der Mundhöhle

20–40

Wiederholung alle 12 bis 24

Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des

Blutungsereignisses (durch

Schmerz angezeigt) oder bis

Abschluss der Wundheilung.

Ausgedehntere Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder

Hämatome

30–60

Wiederholung der Infusion alle 12

bis 24 Stunden für 3 bis 4 Tage,

oder länger, bis zur Beseitigung

des Schmerzzustandes und der

akuten Bewegungseinschränkung.

Lebensbedrohliche Blutungen

60–100

Wiederholung der Infusion alle 8 bis

24 Stunden bis zur Aufhebung des

lebens-bedrohlichen Zustandes.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe einschließlich

Zahnextraktion

30–60

Alle 24 Stunden, mind. 1 Tag, bis

Abschluss der Wundheilung.

Größere Eingriffe

80–100 (prä- und

postoperativ)

Wiederholung der Infusion alle 8 bis

24 Stunden bis zum adäquaten

Abschluss der Wundheilung, dann

Behandlung für mind. weitere 7

Tage zur Erhaltung einer Faktor-

VIII-Aktivität von 30 % bis 60 %

(I.E./dl).

Prophylaxe:

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie A betragen die

üblichen Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht in Intervallen von 2 bis 3 Tagen. In

manchen Fällen, besonders bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungs-intervalle oder

höhere Dosen notwendig sein.

Kinder und Jugendliche:

Die Dosierung bei Kindern richtet sich nach dem Körpergewicht und deshalb generell nach den

gleichen Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Anwendung soll sich stets an der

klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Erfahrungen in der Behandlung von Kindern < 6

Jahre liegen vor (siehe auch Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Für Informationen zur Rekonstitution des Produktes vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Die rekonstituierte Lösung soll vor der Anwendung auf Raum- oder Körpertemperatur angewärmt

und langsam intravenös mit einer vom Patienten als angenehm empfundenen Geschwindigkeit

injiziert oder infundiert werden. Die Injektions-/Infusions-geschwindigkeit sollte nicht mehr als 2 ml

pro Minute betragen.

Der Patient ist auf jegliche Sofortreaktionen zu beobachten. Wenn eine Reaktion erfolgt, die mit der

Verabreichung von Beriate in Zusammenhang gebracht werden könnte, soll – in Abhängigkeit vom

klinischen

Zustand

Patienten

Infusionsgeschwindigkeit

gesenkt

bzw.

Infusion

abgebrochen werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, sollten der Name und die

Chargennummer des verabreichten Produktes klar dokumentiert werden.

Überempfindlichkeit

Allergieartige

Überempfindlichkeitsreaktionen

sind

möglich.

Falls

Symptome

einer

Überempfindlichkeit auftreten, sollte den Patienten geraten werden, die Anwendung des Produkts

sofort zu unterbrechen und ihren Arzt aufzusuchen. Patienten sollen über Frühzeichen von

Überempfindlichkeitsreaktionen informiert werden, einschließlich quaddelartiger Hautausschlag,

generalisierte Nesselsucht, Engegefühl in der Brust, Stridor, Hypotonie und Anaphylaxie.

Bei einem Schock sollen die aktuellen medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung beachtet

werden.

Inhibitoren

Bildung

neutralisierender

Antikörper

(Inhibitoren)

gegen

Faktor

VIII

eine

bekannte

Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sind stets gegen

die prokoagulatorische Aktivität von Faktor VIII gerichtete IgG-Immunglobuline, die in Bethesda-

Einheiten (B.E.) pro ml Plasma mittels eines modifizierten Assays quantifiziert werden. Das Risiko,

Inhibitoren zu entwickeln, korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Exposition

gegenüber dem Faktor VIII. Dieses Risiko ist innerhalb der ersten 50 Expositionstage am größten,

bleibt aber während des gesamten Lebens weiterhin bestehen, obwohl es nur gelegentlich auftritt.

Die klinische Relevanz der Inhibitorentwicklung ist abhängig vom Titer des Inhibitors, wobei

niedrigtitrige

Inhibitoren

geringeres

Risiko

eines

ungenügenden

klinischen

Ansprechens

aufweisen als solche mit hohem Titer.

Ganz allgemein sollten alle Patienten, die mit Blutgerinnungsfaktor VIII behandelt wurden, sorgfältig

mittels klinischer Befunde und mit geeigneten Labortests hinsichtlich der Entwicklung von Inhibitoren

überwacht werden. Wenn der erwartete Faktor-VIII-Spiegel nicht erreicht wird oder die Blutung nicht

durch die Verabreichung einer geeigneten Dosis gestillt werden kann, sollte der Patient auf Faktor-

VIII-Hemmkörper hin untersucht werden. Bei Patienten mit hohen Inhibitorspiegeln kann die Faktor-

VIII-Therapie unwirksam sein und es müssen andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen

werden. Die Behandlung solcher Patienten sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung mit Hämophilie

und mit Inhibitoren gegen Faktor VIII haben.

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren, kann eine Substitutionstherapie mit

FVIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

Katheter-assoziierte Komplikationen

Wenn ein zentralvenöser Katheter (ZVK) erforderlich ist, sollte an das Risiko von Katheter-

assoziierten

Komplikationen

einschließlich

lokaler

Infektionen,

Bakteriämie

Katheter-

assoziierten Thrombosen gedacht werden.

Virussicherheit

Standardmethoden zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, die im Rahmen der Anwendung von

aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln auftreten können, umfassen die

Auswahl der Spender, die Prüfung individueller Spenden und der Plasmapools auf spezifische

Marker

für

Infektionen

sowie

Einbeziehung

effektiver

Herstellungsschritte

Inaktivierung/Eliminierung von Viren. Trotz dieser Maßnahmen kann die Möglichkeit der Übertragung

Erregern

Anwendung

menschlichem

Blut

oder

Plasma

hergestellten

Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte Viren

und andere Pathogene.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z.B. das

humane Immundefizienzvirus (HIV), das Hepatitis B-Virus (HBV) und das Hepatitis C-Virus (HCV)

sowie für die nicht-umhüllten Viren Hepatitis A (HAV) und Parvovirus B19.

Für Patienten, die regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma einschließlich Faktor

VIII Präparate erhalten, wird grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B

empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Die aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten für Erwachsene und für Kinder.

Natriumgehalt

Beriate 250 I.E. und 500 I.E. enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Flasche, d.h. sie

sind nahezu „natriumfrei“.

Beriate 1000 I.E. und 2000 I.E. enthalten 27,55 mg Natrium pro Flasche, entsprechend 1,4 % der für

einen Erwachsenen von der WHO empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g mit

der Nahrung.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es sind bisher keine Wechselwirkungen von FVIII mit anderen Arzneimitteln untersucht worden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Reproduktionsstudien am Tier wurden mit Faktor VIII nicht durchgeführt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Aufgrund des seltenen Vorkommens der Hämophilie A bei Frauen liegen keine Erfahrungen über die

Anwendung von Faktor VIII während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Daher soll Faktor VIII in der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei klarer Indikationsstellung

angewendet werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.

4.7

Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit

und

die

Fähigkeit

zum

Bedienen

von

Maschinen

Beriate hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofiles

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (die auch Angioödem, Brennen und

Stechen an der Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierte Urtikaria,

Kopfschmerzen,

Nesselausschlag,

Hypotonie,

Lethargie,

Übelkeit,

Unruhe,

Tachykardie,

Engegefühl in der Brust, Zittern, Erbrechen und Stridor mit einschließen können) wurden sehr selten

beobachtet und können sich in manchen Fällen zu schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock)

entwickeln.

Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich Beriate, behandelt werden, können

sich neutralisierende Antikörper (Inhibitoren) entwickeln. Bei Auftreten solcher Inhibitoren kann sich

dieser Zustand in einer unzureichenden klinischen Wirksamkeit manifestieren. In diesem Fall wird

empfohlen, Kontakt mit einem auf Hämophilie spezialisierten Zentrum aufzunehmen.

Tabellarische Aufstellung der Nebenwirkungen

Die im folgenden genannten Nebenwirkungen beruhen auf Analysen von postmarketing Daten sowie

der wissenschaftlichen Literatur.

Die unten aufgeführte Tabelle entspricht der MedDRA Systemorganklassifikation.

Die Häufigkeiten wurden entsprechend der nachfolgenden Konventionen berechnet: sehr häufig

(≥1/10); häufig (≥ 1/100 und < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1000 und < 1/100); selten (≥ 1/10.000 und <

1/1000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

MedDRA

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

FVIII Inhibition

Gelegentlich (PTPs)*

Sehr häufig (PUPs)*

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Fieber

Sehr selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

(allergische Reaktionen)

Sehr selten

*Die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen FVIII-Produkten, wozu auch Patienten mit schwerer Hämophilie A

gehörten. PTPs = vorbehandelte Patienten, PUPs = zuvor unbehandelte Patienten

Informationen zum Infektionsrisiko siehe Abschnitt 4.4.

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern denen bei

Erwachsenen entspricht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str.

51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234, Webseite: www.pei.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bisher wurden keine Symptome von Überdosierung mit Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen

beobachtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Antihämorrhagika: Blutgerinnungsfaktoren.

ATC-Code: B02BD02

Der Faktor-VIII-/von-Willebrand-Faktor-Komplex besteht aus 2 Untereinheiten (Faktor VIII und von-

Willebrand-Faktor), die unterschiedliche physiologische Wirkungen besitzen.

Behandlung

hämophiler

Patienten,

bindet

Faktor

VIII

von-Willebrand-Faktor

Blutkreislauf des Patienten.

Aktivierter Faktor VIII agiert als Kofaktor für den aktivierten Faktor IX und beschleunigt so die

Umwandlung von Faktor X in aktivierten Faktor X. Aktivierter Faktor X wandelt Prothrombin in

Thrombin um. Thrombin wandelt dann Fibrinogen in Fibrin um, und ein Gerinnsel kann gebildet

werden. Hämophilie A ist eine geschlechtsgebunden vererbte Störung der Blutgerinnung, die auf

einem Mangel an Faktor VIII:C beruht. Als Folge davon treten spontane oder verletzungsbedingte

oder bei chirurgischen Eingriffen hervorgerufene Blutungen in Gelenken, Muskeln oder inneren

Organen auf. Durch Substitutionstherapie werden die Faktor-VIII-Plasmaspiegel angehoben und

dadurch

eine

vorübergehende

Korrektur

Faktor-Mangels

sowie

eine

Behebung

Blutungsneigungen herbeigeführt.

Zusätzlich zu seiner Funktion als Faktor VIII stabilisierendes Protein vermittelt von Willebrand Faktor

die Anlagerung der Thrombozyten an den verletzten Gefäßendothelien und spielt die Hauptrolle bei

der Thrombozytenaggregation.

Daten zur Behandlung von 16 Kindern jünger als 6 Jahren liegen vor. Die vorliegenden Ergebnisse

zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit waren in Übereinstimmung mit den Daten bei älteren

Patienten.

beachten

ist,

dass

annualisierte

Blutungsrate

(ABR)

zwischen

verschiedenen

Faktorkonzentraten und verschiedenen klinischen Studien nicht vergleichbar ist.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Anwendung nimmt die Faktor-VIII-Aktivität mono- oder biexponentiell ab. Die

terminale Halbwertszeit variiert zwischen 5 und 22 Stunden, mit einem Mittelwert von ca. 12 Stunden.

Der Anstieg der Faktor-VIII-Aktivität nach Gabe von 1 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht

(inkrementelle

Wiederfindungsrate)

betrug

ungefähr

intra-individuelle

Variabilität

zwischen 1,5 bis 3%. Die mittlere Verweildauer war 17 Stunden (Standardabweichung 5,5 Stunden).

Die mittlere Fläche unter der Konzentrations-Zeitkurve (bis zum letzten Messpunkt) war 0,4 h x kg/ml

(Standardabweichung 0,2), die mittlere Clearance 3 ml/h/kg (Standardabweichung 1,5 ml/h/kg).

Kinder und Jugendliche

Es liegen begrenzte pharmakokinetische Daten für Kinder vor.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Allgemeine Toxizität

Toxizitätsstudien mit wiederholten Dosen wurden wegen der Antikörperbildung gegen heterologes

Protein nicht durchgeführt.

Sogar das Mehrfache der empfohlenen menschlichen Dosis pro kg Körpergewicht zeigte keine

toxischen Wirkungen bei Labortieren.

Prüfungen

hitzebehandelten

Faktor-VIII-Präparates

polyklonalen

präzipitierenden

Antikörpern (Kaninchen) im Ouchterlony-Test und in dem passiven kutanen Anaphylaxie-Test am

Meerschweinchen

zeigten

Vergleich

unbehandeltem

Protein

keine

veränderten

immunologischen Reaktionen.

Mutagenität

klinische

Erfahrung

keinen

Hinweis

onkogene

mutagene

Wirkungen

Gerinnungsfaktors VIII vom Menschen gibt, werden Tierversuche, besonders bei heterologen

Spezies, als nicht sinnvoll erachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Glycin, Calciumchlorid, Natriumhydroxid (in geringen Mengen) zur Einstellung des pH-Wertes,

Saccharose, Natriumchlorid

Beigefügtes Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke 2,5/5/10 ml

6.2

Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.1 aufgeführten Lösungsmitteln, nicht mit

anderen Arzneimitteln, Lösungs- oder Verdünnungsmitteln vermischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Die physiko-chemische Stabilität des rekonstituierten Präparates wurde für 8 Stunden bei 25 °C

belegt. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Präparat sofort verbraucht werden. Falls es nicht sofort

angewendet wird, soll eine Aufbewahrung in der Durchstechflasche 8 Stunden bei Raumtemperatur

nicht überschreiten. Das Produkt sollte nach dem Überführen in die Spritze unverzüglich appliziert

werden (siehe Abschnitt 6.6).

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C – 8°C). Nicht einfrieren. Behältnis in der geschlossenen Faltschachtel

aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Beriate kann innerhalb der Haltbarkeitsdauer für einen Zeitraum von insgesamt 1 Monat bei bis zu

gelagert

werden.

einzelnen

Zeitabschnitte

Raumtemperaturlagerung

sollten

dokumentiert werden, um den Gesamtzeitraum von 1 Monat nicht zu überschreiten.

Die Flaschen nicht direkter Hitze aussetzen. Die Flaschen dürfen nicht über Körpertemperatur (37°C)

erhitzt werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

Packung mit 250 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 2,5 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (5 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Packung mit 500 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 5 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (5 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Packung mit 1000 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Packung mit 2000 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen von der axicorp Pharma GmbH in den Verkehr

gebracht.

6.6

Besondere

Vorsichtsmaßnahmen

für

die

Beseitigung

und

sonstige

Hinweise

zur

Handhabung

Art der Anwendung

Allgemeine Hinweise

Lösung

sollte

klar

oder

leicht

opaleszent

sein.

Gelegentlich

können

sich

Durchstechflasche einige Flocken oder Partikel befinden. Der im Mix2Vial enthaltene Filter hält

diese Partikel vollständig zurück. Die errechnete Dosierung wird durch das Filtrieren nicht

beeinflusst. Rekonstituiertes Produkt sollte nach der Filtration und dem Aufziehen der Lösung in

die Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung auf Partikel und Verfärbungen visuell überprüft

werden. Trübe Lösungen oder Lösungen mit Rückständen (Niederschlägen/Partikeln) in der

Spritze sind nicht zu verwenden.

Sobald das Produkt in die Spritze überführt wurde, sollte es sofort verwendet werden. Lagern Sie

das Produkt nicht in der Spritze,

Zubereitung und Entnahme müssen unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Zubereitung

Erwärmen Sie das Lösungsmittel auf Raumtemperatur. Vor dem Öffnen der Mix2Vial Packung die

Flip-Off-Kappen der Lösungsmittel- und Produktflaschen entfernen und die Stopfen mit einer

antiseptischen Lösung behandeln und anschließend trocknen lassen.

1. Entfernen

das Deckpapier

von der

Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial nicht aus

dem Blister entnehmen!

2. Die Lösungsmittelflasche auf eine ebene,

saubere Fläche stellen und festhalten. Das

Mix2Vial Set mit dem Blister greifen und den

Dorn des blauen Adapters senkrecht in den

Stopfen der Lösungsmittelflasche einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial

Set entfernen, indem man den Blister am

Siegelrand

fasst

senkrecht

nach

oben abzieht. Dabei ist darauf zu achten, dass

nur der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt

wird.

Produktflasche

eine

feste

Unterlage stellen. Die Lösungsmittelflasche

aufgesetzten

Mix2Vial

herumdrehen

Dorn

transparenten Adapters senkrecht in den

Stopfen der Produktflasche einstechen. Das

Lösungsmittel

läuft

automatisch

Produktflasche über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und mit

der anderen Hand die Lösungsmittelseite des

Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig gegen

den U

hrzeigersinn auseinander schrauben.

Entsorgen Sie die Lösungsmittelflasche mit

dem blauen Mix2Vial Adapter.

6. Die Produktflasche mit dem transparenten

Adapter

vorsichtig

schwenken,

Produkt vollständig gelöst ist. Nicht schütteln.

7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen.

Produktflasche

aufrecht

halten,

Spritze mit dem Luer Lock Anschluss des

Mix2Vial Set verbinden indem man sie im

Uhrzeigersinn aufschraubt, und die Luft in die

Produktflasche injiziert.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten, das

gesamte

System

herumdrehen

Lösung

durch langsames Zurückziehen der Kolbenstange in

die Spritze aufziehen.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die Spritze

überführt ist, den Spritzenzylinder fassen (dabei die

Kolbenstange

ihrer

Position

halten)

Spritze vom transparenten Mix2Vial Adapter gegen

den Uhrzeigersinn abdrehen.

Zur Injektion von Beriate werden Kunststoff-Einmalspritzen empfohlen, da geschliffene Oberflächen

von Glasspritzen zur Verklebung bei derartigen Lösungen neigen.

Die Lösung langsam intravenös verabreichen (siehe Abschnitt 4.2). Sorgfältig darauf achten, dass

kein Blut in die mit Produkt gefüllte Spritze gelangt. Verwenden Sie hierzu das beiliegende

Venenpunktionsbesteck, führen Sie die Nadel in eine Vene. Lassen Sie das Blut bis zum Ende des

Schlauchs fließen. Befestigen Sie die Spritze an dem Luer-Ende des Venenpunktionsbestecks.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

axicorp Pharma GmbH

Max-Planck-Str. 36b

D-61381 Friedrichsdorf

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Beriate 250 Zul.-Nr.: PEI.H.12093.02.1

Beriate 500 Zul.-Nr.: PEI.H.12093.03.1

Beriate 1000 Zul.-Nr.: PEI.H.12093.04.1

Beriate 2000 Zul.-Nr.: PEI.H.12093.01.1

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

Beriate 250

Beriate 500

Beriate 1000

Beriate 2000

Datum der Verlängerung der Zulassung:

Beriate 250

Beriate 500

Beriate 1000

Beriate 2000

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2020

11.

HERKUNFTSLÄNDER DES BLUTPLASMAS

Belgien, Dänemark, Deutschland, Polen, Ungarn, USA

12.

VERSCHREIBUNGSSTATUS

Verschreibungspflichtig

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