Beriate 250 Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Blutgerinnungsfaktor VIII
Verfügbar ab:
CSL Behring GmbH
ATC-Code:
B02BD02
INN (Internationale Bezeichnung):
Blood coagulation factor VIII
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung
Zusammensetzung:
Blutgerinnungsfaktor VIII 250I.E.
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
10505a/98-1

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

CSL Behring

Beriate

®

250

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Beriate

®

250 I.E.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Humaner Blutgerinnungsfaktor VIII

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, das medizinische

Fachpersonal oder Ihren Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Beriate 250 und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Beriate 250 beachten?

Wie ist Beriate 250 anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Beriate 250 aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere

Informationen

1.

Was ist Beriate 250 und wofür wird es angewendet?

Was ist Beriate 250?

Beriate 250 ist ein Pulver und Lösungsmittel. Die fertige Lösung soll als Injektion oder Infusion

in eine Vene gegeben werden.

Beriate 250 wird aus menschlichem Blutplasma (der flüssige Teil des Blutes) gewonnen und

enthält den Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen. Es wird angewendet zur Vorbeugung und

Therapie von Blutungen, die durch den angeborenen Mangel des Gerinnungsfaktor VIII

(Hämophilie A) entstehen. Es kann auch zur Behandlung des erworbenen Faktor-VIII-Mangels

eingesetzt werden.

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Beriate

®

250

Wofür wird Beriate 250 angewendet?

Faktor VIII ist beteiligt an der Blutgerinnung. Ein Mangel an Faktor VIII bedeutet, dass das Blut

nicht so schnell wie üblich gerinnt und es deshalb zu einer erhöhten Blutungsneigung kommt. Ein

Ersatz des Faktor VIII mit Beriate 250 korrigiert vorrübergehend den Mechanismus der

Blutgerinnung.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Beriate 250 beachten?

Die folgenden Abschnitte enthalten Informationen, die Sie oder Ihr Arzt vor der Anwendung von

Beriate 250 berücksichtigen sollten.

Beriate 250 darf NICHT angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen oder

einzelne Bestandteile dieses Arzneimittels sind (siehe Abschnitt 6.).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Rückverfolgbarkeit

Jedes Mal wenn Sie Beriate 250 anwenden, sollten Sie Namen und Chargennummer des

Produktes sowie die verabreichte Menge in Ihr persönliches Behandlungstagebuch eintragen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Beriate 250 anwenden.

Allergische Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Ihr Arzt sollte Sie über

erste

Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen

informieren. Diese können z.B.

quaddelartiger Hautausschlag, generalisierte Nesselsucht, Engegefühl in der Brust, pfeifendes

Atemgeräusch, niedriger Blutdruck und Anaphylaxie (schwerwiegende allergische Reaktion,

die Atembeschwerden oder Schwindel bis hin zum Kollaps verursacht) sein. Wenn eines

dieser Symptome auftritt, beenden Sie unverzüglich die Anwendung und wenden Sie sich an

Ihren Arzt.

Die Bildung von

Inhibitoren

(Antikörpern) ist eine bekannte Komplikation, die während der

Behandlung mit allen Arzneimitteln mit Faktor VIII auftreten kann. Diese Inhibitoren,

insbesondere in hohen Konzentrationen, verhindern eine ordnungsgemäße Wirkung des

Arzneimittels. Sie oder Ihr Kind werden sorgfältig auf das Entstehen dieser Inhibitoren

überwacht. Falls Ihre Blutungen bzw. die Ihres Kindes mit Beriate 250 nicht kontrolliert

werden können, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.

Wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden oder bei Ihnen das Risiko einer Herzerkrankung

vorliegt, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Falls Sie für die Verabreichung von Beriate 250 einen zentralvenösen Katheter (ZVK)

benötigen, sollte das Risiko von Katheter-bedingten Komplikationen beachtet werden. Hierzu

zählen Infektionen im Bereich des Katheters, Bakterien im Blut (Bakteriämie) sowie die

Bildung eines Katheter-bedingten Blutgerinnsels (Thrombose) in einem Blutgefäß.

Ihr Arzt wird den Nutzen einer Therapie mit Beriate 250 gegen das Risiko dieser Komplikationen

gegeneinander abwägen.

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Beriate

®

250

Virussicherheit

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden bestimmte

Maßnahmen ergriffen, um eine Übertragung von Infektionen auf den Patienten zu verhindern.

Diese Maßnahmen umfassen die sorgfältige Auswahl von Blut- und Plasmaspendern um sicherzu-

stellen, dass diejenigen ausgeschlossen werden, die ein infektiöses Risiko tragen, sowie die

Testung jeder Spende und der Plasmapools auf Anzeichen für Viren/Infektionen. Des weiteren

werden in den Verarbeitungsprozess von Blut und Plasma Abläufe zur Inaktivierung und

Entfernung von Viren eingebunden. Trotz dieser Maßnahmen kann die Übertragung von Erregern

bei der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht

vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte oder neu auftretende

Viren und für andere Arten von Krankheitserregern.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z.B. das

humane Immunschwächevirus HIV (AIDS-Virus), das Hepatitis B- und das Hepatitis C-Virus

(Leberentzündung), und für die nicht-umhüllten Viren Hepatitis A-Virus (Leberentzündung) und

Parvovirus B19 (Ringelröteln).

Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen eine Impfung gegen Hepatitis A und B in Betracht zu ziehen, falls

Sie regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma erhalten (z.B. Faktor VIII).

Anwendung von Beriate 250 zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen /

anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Beriate 250 darf nicht mit anderen Arzneimitteln, Lösungs- oder Verdünnungsmitteln, als den

vom Hersteller vorgegebenen, vermischt werden (siehe Abschnitt 6.).

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Beriate 250 sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet werden, wenn es

eindeutig benötigt wird.

Es liegen keine Daten über die Beeinflussung der Zeugungs-/Gebärfähigkeit vor.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Beriate 250 beeinträchtigt nicht Ihre Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von

Maschinen.

Beriate 250 enthält Natrium

Beriate 250 enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Flasche, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Beriate 250 anzuwenden?

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Beriate

®

250

Nehmen Sie Beriate 250 immer genau nach den Anweisungen des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Therapie der Hämophilie A soll von einem in der Behandlung von Gerinnungsstörungen

erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung

Die benötigte Menge an Faktor VIII sowie die Behandlungsdauer hängen von verschiedenen

Faktoren ab, wie z.B. Körpergewicht, Schweregrad Ihrer Erkrankung, Ort und Ausmaß der

Blutung oder der Notwendigkeit, Blutungen bei Operationen oder Untersuchungen vorzubeugen.

Im Falle von Heimtherapie wird Ihr Arzt Sie entsprechend anleiten, wie Sie Beriate 250

anwenden und wieviel Sie sich verabreichen müssen.

Folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Krankenschwester des Hämophilie-

Zentrums.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Dosierung basiert auf dem Körpergewicht und wird genauso wie für Erwachsene berechnet.

Wenn Sie eine größere Menge von Beriate 250 angewendet haben, als Sie sollten

Es wurden keine Symptome von Überdosierung mit Faktor VIII beobachtet.

Wenn Sie die Anwendung von Beriate 250 vergessen haben

Machen Sie sofort mit der nächsten Dosis weiter und setzen Sie die Behandlung in dem von Ihrem

Arzt genannten regelmäßigen Rhythmus fort. Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie

die vorherige Anwendung vergessen haben.

Zubereitung und Anwendung

Allgemeine Hinweise

Das Pulver muss mit dem Lösungsmittel unter keimarmen (aseptischen) Bedingungen gelöst

und aufgezogen werden.

Die Lösung sollte klar oder leicht opaleszent sein, d.h. sie kann leicht schillern wenn Sie sie

gegen das Licht halten. Gelegentlich können sich in der Durchstechflasche einige Flocken

oder Partikel befinden. Der im Mix2Vial enthaltene Filter hält diese Partikel vollständig

zurück. Die errechnete Dosierung wird durch das Filtrieren nicht beeinflusst. Das gelöste

Produkt sollte nach der Filtration und dem Aufziehen der Lösung in die Spritze (siehe unten)

und vor der Anwendung auf sichtbare Partikel und Verfärbungen überprüft werden. Trübe

Lösungen oder Lösungen mit Rückständen (Flocken/Partikeln) in der Spritze sind nicht zu

verwenden.

Sobald das Produkt in die Spritze überführt wurde, sollte es sofort verwendet werden. Lagern

Sie das Produkt

nicht

in der Spritze.

Nach der Anwendung sollen ungebrauchtes Produkt oder verbrauchtes Material fachgerecht,

gemäß den nationalen Anforderungen und den Anweisungen Ihres Arztes, entsorgt werden.

CSL Behring

Beriate

®

250

Zubereitung

Erwärmen Sie das Beriate 250 Pulver und das Lösungsmittel auf Raum- oder Körpertemperatur

ohne die Flaschen zu öffnen. Lassen Sie dazu die beiden Flaschen entweder ca. 1 Stunde bei

Raumtemperatur stehen, oder halten Sie sie ein paar Minuten in Ihren Händen. Setzen Sie die

Flaschen nicht direkter Hitze aus. Die Flaschen sollen nicht über Körpertemperatur (37 °C)

erwärmt werden.

Entfernen Sie vorsichtig die Flip-Off-Kappen der Lösungsmittel- und Produktflaschen und

wischen Sie die Stopfen mit einem Alkoholtupfer ab. Lassen Sie diese anschließend trocknen

bevor Sie die Mix2Vial Packung öffnen. Befolgen Sie dann die nachstehenden Anweisungen.

1. Entfernen Sie das Deckpapier von der

Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial

nicht

dem Blister entnehmen!

2. Die

Lösungsmittelflasche

auf eine ebene,

saubere Fläche stellen und festhalten. Das

Mix2Vial Set mit dem Blister greifen und den

Dorn des

blauen

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der Lösungsmittelflasche einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial

Set entfernen, indem man den Blister am

Siegelrand fasst und ihn

senkrecht

nach oben

abzieht. Dabei ist darauf zu achten, dass nur

der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt

wird.

4. Die

Produktflasche

auf eine feste

Unterlage stellen. Die Lösungsmittelflasche

mit dem aufgesetzten Mix2Vial Set

herumdrehen und den Dorn des

transparenten

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der

Produktflasche einstechen. Das

Lösungsmittel läuft automatisch in die

Produktflasche über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und

mit der anderen Hand die Lösungsmittelseite

des Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig

gegen den Uhrzeigersinn auseinander

schrauben. Entsorgen Sie die

Lösungsmittelflasche mit dem blauen

Mix2Vial Adapter.

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Beriate

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6. Die Produktflasche mit dem transparenten

Adapter vorsichtig schwenken, bis das

Produkt vollständig gelöst ist. Nicht schütteln.

7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen.

Die Produktflasche aufrecht halten, die

Spritze mit dem Luer Lock Anschluss des

Mix2Vial Set verbinden indem man sie im

Uhrzeigersinn aufschraubt, und die Luft in die

Produktflasche injiziert.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten,

das gesamte System herumdrehen und die

Lösung durch langsames Zurückziehen der

Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die

Spritze überführt ist, den Spritzenzylinder

fassen (dabei die Kolbenstange in ihrer

Position halten) und die Spritze vom

transparenten Mix2Vial Adapter Set gegen

den Uhrzeigersinn abdrehen.

Verwenden Sie hierzu das beiliegende Venenpunktionsbesteck, führen Sie die Nadel in eine Vene.

Lassen Sie das Blut bis zum Ende des Schlauchs fließen. Befestigen Sie die Spritze an dem Luer-

Ende des Venenpunktionsbestecks.

Injizieren Sie

langsam intravenös

entsprechend den

Anweisungen Ihres Arztes. Die Injektions- / Infusionsgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 2 ml

pro Minute betragen. Achten Sie sorgfältig darauf, dass kein Blut in die mit Produkt gefüllte

Spritze gelangt.

Falls eine größere Menge benötigt wird, kann die Gabe auch als Infusion erfolgen. Überführen Sie

dazu das gelöste Produkt in ein zugelassenes Infusionssystem. Die Infusion sollte entsprechend

den Anweisungen Ihres Arztes durchgeführt werden.

CSL Behring

Beriate

®

250

Beobachten Sie sich auf jegliche sofort eintretende Überempfindlichkeitsreaktion. Wenn eine

Nebenwirkung erfolgt, die mit der Verabreichung von Beriate 250 in Zusammenhang gebracht

werden könnte, müssen Sie die Injektion/Infusion abbrechen (siehe auch Abschnitt 2.).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, die Notaufnahme oder das Hämophilie-Zentrum in

Ihrem nächstgelegenen Krankenhaus, wenn eine der folgenden Reaktionen auftritt:

Symptome eines Angioödems wie

Schwellungen im Gesicht, der Zunge oder des Rachen

Schluckbeschwerden

pfeifendes Atemgeräusch oder Atemprobleme

Diese Nebenwirkungen wurden sehr selten beobachtet (kann bis zu 1 von 10.000 Personen

betreffen) und können sich in manchen Fällen zu schwerer Anaphylaxie (einschließlich

Schock) entwickeln.

Mangelnde Wirksamkeit (anhaltende Blutung). Bei Kindern, die zuvor noch nicht mit Faktor

VIII behandelt wurden, kommt es sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Patienten) zur Bildung

von Inhibitor-Antikörpern (siehe Abschnitt 2.). Bei Patienten, die bereits mit Faktor VIII

behandelt wurden (mehr als 150 Behandlungstage) tritt dies nur gelegentlich auf (bei weniger

als 1 von 100 Patienten). Wenn dies passiert, können Ihre Arzneimittel bzw. die Ihres Kindes

möglicherweise nicht mehr richtig wirken und es kommt zu unstillbaren Blutungen.

Andere Nebenwirkungen sind:

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen wie z. B.:

Brennen und Stechen an der Injektions-/ Infusionsstelle

Schüttelfrost, Nesselsucht (Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierte am ganzen Körper),

quaddelartiger Hautausschlag

Kopfschmerzen

Blutdruckabfall, Unruhe, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atemgeräusch

Müdigkeit (Lethargie)

Übelkeit, Erbrechen

Prickeln

Diese Nebenwirkungen wurden sehr selten beobachtet und können sich in manchen Fällen zu

schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock) entwickeln.

In sehr seltenen Fällen wurde Fieber beobachtet.

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern denen

bei Erwachsenen entspricht.

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Beriate

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250

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische

Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51 - 59, 63225 Langen, Telefon: +49 6103

770, Telefax: +49 6103 77 1234, Webseite: www.pei.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen

melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses

Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Beriate 250 aufzubewahren?

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr anwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag dieses

Monats.

Im Kühlschrank bei +2 bis +8 °C aufbewahren.

Beriate 250 kann innerhalb der Haltbarkeitsdauer für einen Zeitraum von insgesamt 1 Monat

bei bis zu 25 °C gelagert werden. Die einzelnen Zeitabschnitte der Raumtemperaturlagerung

sollten in Ihrem Patiententagebuch dokumentiert werden, um den Gesamtzeitraum von 1

Monat nicht zu überschreiten.

Beriate 250 enthält kein Konservierungsmittel. Das gelöste Produkt soll deshalb möglichst

sofort verbraucht werden.

Falls das gelöste Produkt nicht sofort angewendet wird, soll eine Aufbewahrung in der

Durchstechflasche 8 Stunden bei Raumtemperatur nicht überschreiten. Das Produkt sollte

nach dem Überführen in die Spritze unverzüglich appliziert werden.

Nicht einfrieren.

Flasche in der geschlossenen Faltschachtel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

6.

Inhalt der Packung und

weitere Informationen

Was Beriate 250 enthält

Der Wirkstoff ist:

Eine Packung Beriate 250 enthält das Pulver (mit nominal 250 I.E. Gerinnungsfaktor VIII vom

Menschen pro Injektionsflasche) und Lösungsmittel. Die fertige Lösung wird injiziert oder

infundiert.

Das mit 2,5 ml Wasser für Injektionszwecke rekonstituierte Produkt enthält ca. 100 I.E./ml

Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen.

Die sonstigen Bestandteile sind:

CSL Behring

Beriate

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250

Glycin, Calciumchlorid, Natriumchlorid, Natriumhydroxid (in geringen Mengen) zur Einstellung

des pH-Wertes, Sucrose. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke 2,5 ml.

Wie Beriate 250 aussieht und Inhalt der Packung

Beriate 250 ist ein weißes Pulver und wird mit Wasser für Injektionszwecke geliefert. Die Lösung

sollte klar bis leicht opaleszent sein, d.h. sie kann leicht schillern wenn Sie sie gegen das Licht

halten, darf aber keine deutlich sichtbaren Partikel enthalten.

Packungsgrößen

Packung mit 250 I.E. enthält:

– 1 Flasche mit Trockensubstanz

– 1 Flasche mit 2,5 ml Wasser für Injektionszwecke

– 1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

– 1 Einmalspritze (5 ml)

– 1 Venenpunktionsbesteck

– 2 Alkoholtupfer

– 1 nicht steriles Pflaster

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

CSL Behring GmbH

Emil-von-Behring-Str. 76

35041 Marburg

Verkauf Deutschland

Philipp-Reis-Str.2

65795 Hattersheim

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Bulgarien:

Beriate 250 IU Powder and solvent for solution for injection or infusion

Deutschland:

Beriate 250

Italien:

Beriate

Kroatien:

Beriate 250 IU prašak i otapalo za otopinu za injekciju ili infuziju

Österreich:

CSL Behring

Beriate

®

250

Beriate 100 I.E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder

Infusionslösung

Polen:

Beriate

Portugal:

Beriate

Rumänien:

Beriate 250 pulbere şi solvent pentru soluţie injectabilă/perfuzabilă

Slowakei:

Beriate 250 IU

Slovenien:

Beriate 250 i.e. prašek in vehikel za raztopino za injiciranje/infundiranje

Spanien:

Beriate 250 UI polvo y disolvente para solución inyectable o perfusión

Tschechische Republik:

Beriate 250 IU

Ungarn:

BERIATE 100 NE/ml por és oldószer oldatos injekcióhoz vagy infúzióhoz

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2019.

Beriate

250:

Zul.-Nr.: 10505a/98-1

Herkunftsländer des Blutplasmas:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Österreich,

Polen, Ungarn, USA

Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung

Therapieüberwachung:

Zur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeiten werden geeignete Bestimmungen

der Faktor-VIII-Spiegel im Verlauf der Behandlung empfohlen. Das Ansprechen der jeweiligen

Patienten auf Faktor VIII kann variieren, was sich an unterschiedlichen Halbwertszeiten und

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Recoveries zeigt. Die Dosierung auf Basis des Körpergewichts muss bei unter- oder

übergewichtigen Patienten eventuell angepasst werden. Vor allem bei größeren chirurgischen

Eingriffen ist eine genaue gerinnungsanalytische Überwachung (Faktor-VIII-Aktivität im Plasma)

der Substitutionstherapie unerlässlich.

Die Patienten sollten bezüglich einer Entwicklung von Hemmkörpern gegen Faktor VIII

überwacht werden. Siehe auch Fachinformation, Abschnitt 4.4 und 4.8.

Die Menge des verabreichten Blutgerinnungsfaktors VIII wird in Internationalen Einheiten (I.E.)

angegeben, die dem gegenwärtigen WHO-Konzentrat Standard für Faktor-VIII-Produkte

entsprechen. Die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (in Bezug zu

normalem Humanplasma) oder bevorzugt in Internationalen Einheiten (in Bezug zu einem

internationalen Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1

ml normalem Humanplasma.

Bedarfsbehandlung:

Die Berechnung der benötigten Dosierung von Faktor VIII basiert auf dem empirischen Ergebnis,

dass 1 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht (KG) die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um 2 %

(2 I.E./dl) der normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel

berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] x

gewünschter Faktor-VIII-Anstieg [% oder I.E./dl]

0,5.

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung sollen sich stets an der klinischen Wirksamkeit im

Einzelfall orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma (in % der Norm

oder I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgende Tabelle dient

als Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Schweregrad der

Blutung/Art des

chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-

VIII-Spiegel (% oder

I.E./dl)

Häufigkeit der Dosierung

(Stunden)/Dauer der

Behandlung (Tage)

Blutung

Beginnende Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder

Blutungen in der

Mundhöhle.

20–40

Wiederholung alle 12 bis 24

Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des

Blutungsereignisses (durch

Schmerz angezeigt) oder bis

Abschluss der Wundheilung.

Ausgedehntere

Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder

30–60

Wiederholung der Infusion

alle 12 bis 24 Stunden für 3

bis 4 Tage, oder länger, bis

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Hämatome

zur Beseitigung des Schmerz-

zustandes und der akuten

Bewegungseinschränkung.

Lebensbedrohliche

Blutungen

60–100

Wiederholung der Infusion

alle 8 bis 24 Stunden bis zur

Aufhebung des lebens-

bedrohlichen Zustandes.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe

einschließlich

Zahnextraktion

30–60

Alle 24 Stunden, mind. 1

Tag, bis Abschluss der

Wundheilung.

Größere Eingriffe

80–100

(prä- und

postoperativ)

Wiederholung der Infusion

alle 8 bis 24 Stunden bis zum

adäquaten Abschluss der

Wundheilung, dann Behand-

lung für mind. weitere 7 Tage

zur Erhaltung einer Faktor-

VIII-Aktivität von 30 % bis

60 % (30-60 I.E./dl

entsprechend 0,30-0,60

I.E./ml).

Prophylaxe:

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie A betragen die

üblichen Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht in Intervallen von 2 bis 3 Tagen.

In manchen Fällen, besonders bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oder

höhere Dosen notwendig sein.

Kinder und Jugendliche:

Die Dosierung bei Kindern richtet sich nach dem Körpergewicht und deshalb generell nach den

gleichen Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Anwendung soll sich stets an der

klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Erfahrungen in der Behandlung von Kindern

< 6 Jahre liegen vor.

Information zu den pharmakologischen Eigenschaften des von Willebrand Faktor

Zusätzlich zu seiner Funktion als Faktor VIII stabilisierendes Protein vermittelt von Willebrand

Faktor die Anlagerung der Thrombozyten an den verletzten Gefäßendothelien und spielt die

Hauptrolle bei der Thrombozytenaggregation.

CSL Behring

Beriate

®

250/500/1000/2000

CSL Behring

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1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Beriate

250 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- /

Infusionslösung

Beriate

500 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- /

Infusionslösung

Beriate

1000 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- /

Infusionslösung

Beriate

2000 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- /

Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Flasche enthält nominal:

250/500/1000/2000 I.E. humanen Blutgerinnungsfaktor VIII (FVIII).

Nach Rekonstitution mit 2,5/5/10 ml enthält Beriate 250/500/1000 100 I.E./ml

Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen. Beriate 2000 wird mit 10 ml Wasser für

Injektionszwecke rekonstituiert und enthält ca. 200 I.E./ml Gerinnungsfaktor VIII vom

Menschen.

Die Aktivität (I.E.) wird mittels chromogenem Test gemäß Europäischem Arzneibuch

bestimmt. Die mittlere spezifische Aktivität von Beriate beträgt ca. 400 I.E./mg Protein.

Hergestellt aus Plasma humaner Spender.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Natrium etwa 100 mmol/l (2,3 mg/ml).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer

Injektions- / Infusionslösung.

Weißes Pulver und klares, farbloses Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder

Infusionslösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Therapie und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A (kongenitaler

Faktor-VIII-Mangel).

CSL Behring

Beriate

®

250/500/1000/2000

CSL Behring

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Dieses Produkt kann in der Behandlung des erworbenen Faktor-VIII-Mangels eingesetzt

werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie soll unter der Aufsicht eines in der Hämophilie-Behandlung erfahrenen Arztes

erfolgen.

Therapieüberwachung

Zur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeiten werden geeignete

Bestimmungen der Faktor-VIII-Spiegel im Verlauf der Behandlung empfohlen. Das

Ansprechen der jeweiligen Patienten auf Faktor VIII kann variieren, was sich an

unterschiedlichen Halbwertszeiten und Recoveries zeigt. Die Dosierung auf Basis des

Körpergewichts muss bei unter- oder übergewichtigen Patienten eventuell angepasst

werden. Vor allem bei größeren chirurgischen Eingriffen ist eine genaue

gerinnungsanalytische Überwachung (Faktor-VIII-Aktivität im Plasma) der

Substitutionstherapie unerlässlich.

Die Patienten sollten bezüglich einer Entwicklung von Inhibitoren gegen Faktor VIII

überwacht werden. Siehe auch Abschnitt 4.4.

Dosierung

Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des

Faktor-VIII-Mangels, nach Ort und Ausmaß der Blutung und nach dem klinischen Zustand

des Patienten.

Die Menge des verabreichten Faktor VIII wird in Internationalen Einheiten (I.E.)

angegeben, die dem gegenwärtigen WHO-Konzentrat Standard für Faktor-VIII-Produkte

entsprechen. Die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (bezogen

auf das normale Humanplasma) oder bevorzugt in I.E. (bezogen auf den Internationalen

Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.

Eine I.E.

Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1 ml normalem

Humanplasma.

Bedarfsbehandlung:

Die Berechnung der benötigten Dosis an Faktor VIII basiert auf dem empirischen

Ergebnis,

dass 1 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um ca. 2

% (2 I.E./dl) der normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis

wird nach folgender

Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] x

gewünschter Faktor-VIII-Anstieg

[% oder I.E./dl] x

0,5.

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Beriate

®

250/500/1000/2000

CSL Behring

Seite 3 von 15

Dosierung und die Häufigkeit der Anwendung

sollen sich stets an der klinischen

Wirksamkeit im Einzelfall orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma (in % der

Norm oder I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgende

Tabelle dient als Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen

Eingriffen:

Schweregrad der

Blutung/Art des

chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-

VIII-Spiegel (% oder

I.E./dl)

Häufigkeit der Dosierung

(Stunden)/Dauer der

Behandlung (Tage)

Blutung

Beginnende Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder

Blutungen in der

Mundhöhle

20–40

Wiederholung alle 12 bis 24

Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des

Blutungsereignisses (durch

Schmerz angezeigt) oder bis

Abschluss der Wundheilung.

Ausgedehntere

Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder

Hämatome

30–60

Wiederholung der Infusion

alle 12 bis 24 Stunden für 3

bis 4 Tage, oder länger, bis

zur Beseitigung des

Schmerzzustandes und der

akuten

Bewegungseinschränkung.

Lebensbedrohliche

Blutungen

60–100

Wiederholung der Infusion

alle 8 bis 24 Stunden bis zur

Aufhebung des lebens-

bedrohlichen Zustandes.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe

einschließlich

Zahnextraktion

30–60

Alle 24 Stunden, mind. 1

Tag, bis Abschluss der

Wundheilung.

Größere Eingriffe

80–100

(prä- und

postoperativ)

Wiederholung der Infusion

alle 8 bis 24 Stunden bis zum

adäquaten Abschluss der

Wundheilung, dann Behand-

lung für mind. weitere 7 Tage

zur Erhaltung einer Faktor-

VIII-Aktivität von 30 % bis

60 % (I.E./dl).

Prophylaxe:

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie A

betragen die üblichen Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht in Intervallen

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von 2 bis 3 Tagen. In manchen Fällen, besonders bei jüngeren Patienten, können kürzere

Dosierungsintervalle oder höhere Dosen notwendig sein.

Kinder und Jugendliche:

Die Dosierung bei Kindern richtet sich nach dem Körpergewicht und deshalb generell nach

den gleichen Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Anwendung soll sich stets

an der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Erfahrungen in der Behandlung

von Kindern < 6 Jahre liegen vor (siehe auch Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Für Informationen zur Rekonstitution des Produktes vor der Anwendung, siehe Abschnitt

6.6.

Die rekonstituierte Lösung soll vor der Anwendung auf Raum- oder Körpertemperatur

angewärmt und langsam intravenös mit einer vom Patienten als angenehm empfundenen

Geschwindigkeit injiziert oder infundiert werden. Die Injektions- / Infusions-

geschwindigkeit sollte nicht mehr als 2 ml pro Minute betragen.

Der Patient ist auf jegliche Sofortreaktionen zu beobachten. Wenn eine Reaktion erfolgt, die

mit der Verabreichung von Beriate in Zusammenhang gebracht werden könnte, soll – in

Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten – die Infusionsgeschwindigkeit gesenkt

bzw. die Infusion abgebrochen werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, sollten der Name und

die Chargennummer des verabreichten Produktes klar dokumentiert werden.

Überempfindlichkeit

Allergieartige Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Falls Symptome einer

Überempfindlichkeit auftreten, sollte den Patienten geraten werden, die Anwendung des

Produkts sofort zu unterbrechen und ihren Arzt aufzusuchen. Patienten sollen über

Frühzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen informiert werden, einschließlich

quaddelartiger Hautausschlag, generalisierte Nesselsucht, Engegefühl in der Brust, Stridor,

Hypotonie und Anaphylaxie.

Bei einem Schock sollen die aktuellen medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung

beachtet werden.

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Inhibitoren

Die Bildung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte

Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sind

stets gegen die prokoagulatorische Aktivität von Faktor VIII gerichtete IgG-

Immunglobuline, die in Bethesda-Einheiten (B.E.) pro ml Plasma mittels eines

modifizierten Assays quantifiziert werden. Das Risiko, Inhibitoren zu entwickeln, korreliert

mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Exposition gegenüber dem Faktor VIII.

Dieses Risiko ist innerhalb der ersten 50 Expositionstage am größten, bleibt aber während

des gesamten Lebens weiterhin bestehen, obwohl es nur gelegentlich auftritt.

Die klinische Relevanz der Inhibitorentwicklung ist abhängig vom Titer des Inhibitors,

wobei niedrigtitrige Inhibitoren ein geringeres Risiko eines ungenügenden klinischen

Ansprechens aufweisen als solche mit hohem Titer.

Ganz allgemein sollten alle Patienten, die mit Blutgerinnungsfaktor VIII behandelt wurden,

sorgfältig mittels klinischer Befunde und mit geeigneten Labortests hinsichtlich der

Entwicklung von Inhibitoren überwacht werden. Wenn der erwartete Faktor-VIII-Spiegel

nicht erreicht wird oder die Blutung nicht durch die Verabreichung einer geeigneten Dosis

gestillt werden kann, sollte der Patient auf Faktor-VIII-Hemmkörper hin untersucht werden.

Bei Patienten mit hohen Inhibitorspiegeln kann die Faktor-VIII-Therapie unwirksam sein

und es müssen andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Die Behandlung

solcher Patienten sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung mit Hämophilie und mit

Inhibitoren gegen Faktor VIII haben.

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren, kann eine

Substitutionstherapie mit FVIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

Katheter-assoziierte Komplikationen

Wenn ein zentralvenöser Katheter (ZVK) erforderlich ist, sollte an das Risiko von Katheter-

assoziierten Komplikationen einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Katheter-

assoziierten Thrombosen gedacht werden.

Virussicherheit

Standardmethoden zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, die im Rahmen der An-

wendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln auftreten

können, umfassen die Auswahl der Spender, die Prüfung individueller Spenden und der

Plasmapools auf spezifische Marker für Infektionen sowie die Einbeziehung effektiver

Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Eliminierung von Viren. Trotz dieser Maßnahmen

kann die Möglichkeit der Übertragung von Erregern bei der Anwendung von aus mensch-

lichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen

werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte Viren und andere Pathogene.

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Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z.B.

das humane Immundefizienzvirus (HIV), das Hepatitis B-Virus (HBV) und das Hepatitis C-

Virus (HCV) sowie für die nicht-umhüllten Viren Hepatitis A (HAV) und Parvovirus B19.

Für Patienten, die regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma einschließlich

Faktor VIII Präparate erhalten, wird grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und

Hepatitis B empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Die aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten für Erwachsene und für

Kinder.

Natriumgehalt

Beriate 250 I.E. und 500 I.E. enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Flasche,

d.h. sie sind nahezu „natriumfrei“.

Beriate 1000 I.E. und 2000 I.E. enthalten 27,55 mg Natrium pro Flasche, entsprechend 1,4

% der für einen Erwachsenen von der WHO empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme von 2 g mit der Nahrung.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es sind bisher keine Wechselwirkungen von FVIII mit anderen Arzneimitteln untersucht

worden.

4.6

Fertilität,

Schwangerschaft und Stillzeit

Reproduktionsstudien am Tier wurden mit Faktor VIII nicht durchgeführt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Aufgrund des seltenen Vorkommens der Hämophilie A bei Frauen liegen keine Erfahrungen

über die Anwendung von Faktor VIII während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Daher soll Faktor VIII in der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei klarer Indikations-

stellung angewendet werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Beriate hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

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Zusammenfassung des Sicherheitsprofiles

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (die auch Angioödem,

Brennen und Stechen an der Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hautrötung mit Hitzegefühl,

generalisierte Urtikaria, Kopfschmerzen, Nesselausschlag, Hypotonie, Lethargie, Übelkeit,

Unruhe, Tachykardie, Engegefühl in der Brust, Zittern, Erbrechen und Stridor mit

einschließen können) wurden sehr selten beobachtet und können sich in manchen Fällen zu

schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock) entwickeln.

Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich Beriate, behandelt

werden, können sich neutralisierende Antikörper (Inhibitoren) entwickeln. Bei Auftreten

solcher Inhibitoren kann sich dieser Zustand in einer unzureichenden klinischen

Wirksamkeit manifestieren. In diesem Fall wird empfohlen, Kontakt mit einem auf

Hämophilie spezialisierten Zentrum aufzunehmen.

Tabellarische Aufstellung der Nebenwirkungen

Die im folgenden genannten Nebenwirkungen beruhen auf Analysen von postmarketing

Daten sowie der wissenschaftlichen Literatur.

Die unten aufgeführte Tabelle entspricht der MedDRA Systemorganklassifikation.

Die Häufigkeiten wurden entsprechend der nachfolgenden Konventionen berechnet: sehr

häufig (≥1/10); häufig (≥ 1/100 und < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1000 und < 1/100); selten (≥

1/10.000 und < 1/1000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage

der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

MedDRA

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

FVIII Inhibition

Gelegentlich (PTPs)*

Sehr häufig (PUPs)*

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Fieber

Sehr selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

(allergische Reaktionen)

Sehr selten

*Die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen FVIII-Produkten, wozu auch Patienten mit

schwerer Hämophilie A gehörten. PTPs = vorbehandelte Patienten, PUPs = zuvor

unbehandelte Patienten

Informationen zum Infektionsrisiko siehe Abschnitt 4.4 .

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern

denen bei Erwachsenen entspricht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

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Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und

biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen,

Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234, Webseite: www.pei.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bisher wurden keine Symptome von Überdosierung mit Gerinnungsfaktor VIII vom

Menschen beobachtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Antihämorrhagika: Blutgerinnungsfaktoren.

ATC-Code: B02BD02

Der Faktor-VIII-/von-Willebrand-Faktor-Komplex besteht aus 2 Untereinheiten (Faktor

VIII und von-Willebrand-Faktor), die unterschiedliche physiologische Wirkungen besitzen.

Bei der Behandlung hämophiler Patienten, bindet Faktor VIII an von-Willebrand-Faktor

Blutkreislauf des Patienten.

Aktivierter Faktor VIII agiert als Kofaktor für den aktivierten Faktor IX und beschleunigt so

die Umwandlung von Faktor X in aktivierten Faktor X. Aktivierter Faktor X wandelt Pro-

thrombin in Thrombin um. Thrombin wandelt dann Fibrinogen in Fibrin um, und ein

Gerinnsel kann gebildet werden. Hämophilie A ist eine geschlechtsgebunden vererbte

Störung der Blutgerinnung, die auf einem Mangel an Faktor VIII:C beruht. Als Folge davon

treten spontane oder verletzungsbedingte oder bei chirurgischen Eingriffen hervorgerufene

Blutungen in Gelenken, Muskeln oder inneren Organen auf. Durch Substitutionstherapie

werden die Faktor-VIII-Plasmaspiegel angehoben und dadurch eine vorübergehende

Korrektur des Faktor-Mangels sowie eine Behebung der Blutungsneigungen herbeigeführt.

Zusätzlich zu seiner Funktion als Faktor VIII stabilisierendes Protein vermittelt von

Willebrand Faktor die Anlagerung der Thrombozyten an den verletzten Gefäßendothelien

und spielt die Hauptrolle bei der Thrombozytenaggregation.

Daten zur Behandlung von 16 Kindern jünger als 6 Jahren liegen vor. Die vorliegenden

Ergebnisse zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit waren in Übereinstimmung mit den

Daten bei älteren Patienten.

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Zu beachten ist, dass die annualisierte Blutungsrate (ABR) zwischen verschiedenen

Faktorkonzentraten und verschiedenen klinischen Studien nicht vergleichbar ist.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Anwendung nimmt die Faktor-VIII-Aktivität mono- oder biexponentiell

ab. Die terminale Halbwertszeit variiert zwischen 5 und 22 Stunden, mit einem Mittelwert

von ca. 12 Stunden. Der Anstieg der Faktor-VIII-Aktivität nach Gabe von 1 I.E. Faktor VIII

pro kg Körpergewicht (inkrementelle Wiederfindungsrate) betrug ungefähr 2%; die intra-

individuelle Variabilität lag zwischen 1,5 bis 3%. Die mittlere Verweildauer war 17 Stunden

(Standardabweichung 5,5 Stunden). Die mittlere Fläche unter der Konzentrations-Zeitkurve

(bis zum letzten Messpunkt) war 0,4 h x kg/ml (Standardabweichung 0,2), die mittlere

Clearance 3 ml/h/kg (Standardabweichung 1,5 ml/h/kg).

Kinder und Jugendliche

Es liegen begrenzte pharmakokinetische Daten für Kinder vor.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Allgemeine Toxizität

Toxizitätsstudien mit wiederholten Dosen wurden wegen der Antikörperbildung gegen

heterologes Protein nicht durchgeführt.

Sogar das Mehrfache der empfohlenen menschlichen Dosis pro kg Körpergewicht zeigte

keine toxischen Wirkungen bei Labortieren.

Die Prüfungen des hitzebehandelten Faktor-VIII-Präparates mit polyklonalen

präzipitierenden Antikörpern (Kaninchen) im Ouchterlony-Test und in dem passiven

kutanen Anaphylaxie-Test am Meerschweinchen zeigten im Vergleich zu unbehandeltem

Protein keine veränderten immunologischen Reaktionen.

Mutagenität

Da die klinische Erfahrung keinen Hinweis auf onkogene und mutagene Wirkungen des

Gerinnungsfaktors VIII vom Menschen gibt, werden Tierversuche, besonders bei hetero-

logen Spezies, als nicht sinnvoll

erachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Glycin, Calciumchlorid, Natriumhydroxid (in geringen Mengen) zur Einstellung des pH-

Wertes, Saccharose, Natriumchlorid

Beigefügtes Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke 2,5/5/10 ml

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6.2

Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.1 aufgeführten Lösungsmitteln,

nicht mit anderen Arzneimitteln, Lösungs- oder Verdünnungsmitteln vermischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Die physiko-chemische Stabilität des rekonstituierten Präparates wurde für 8 Stunden bei 25

°C belegt. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Präparat sofort verbraucht werden. Falls

es nicht sofort angewendet wird, soll eine Aufbewahrung in der Durchstechflasche 8

Stunden bei Raumtemperatur nicht überschreiten. Das Produkt sollte nach dem Überführen

in die Spritze unverzüglich appliziert werden (siehe Abschnitt 6.6).

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C – 8°C). Nicht einfrieren. Behältnis in der geschlossenen

Faltschachtel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Beriate kann innerhalb der Haltbarkeitsdauer für einen Zeitraum von insgesamt 1 Monat bei

bis zu 25 °C gelagert werden. Die einzelnen Zeitabschnitte der Raumtemperaturlagerung

sollten dokumentiert werden, um den Gesamtzeitraum von 1 Monat nicht zu überschreiten.

Die Flaschen nicht direkter Hitze aussetzen. Die Flaschen dürfen nicht über

Körpertemperatur (37°C) erhitzt werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

Packung mit 250 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 2,5 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter

Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (5 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Packung mit 500 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 5 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (5 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

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2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Packung mit 1000 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Packung mit 2000 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Art der Anwendung

Allgemeine Hinweise

Die Lösung sollte klar oder leicht opaleszent sein. Gelegentlich können sich in der

Durchstechflasche einige Flocken oder Partikel befinden. Der im Mix2Vial enthaltene

Filter hält diese Partikel vollständig zurück. Die errechnete Dosierung wird durch das

Filtrieren nicht beeinflusst. Rekonstituiertes Produkt sollte nach der Filtration und dem

Aufziehen der Lösung in die Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung auf Partikel

und Verfärbungen visuell überprüft werden. Trübe Lösungen oder Lösungen mit

Rückständen (Niederschlägen/Partikeln) in der Spritze sind nicht zu verwenden.

Sobald das Produkt in die Spritze überführt wurde, sollte es sofort verwendet werden.

Lagern Sie das Produkt

nicht

in der Spritze,

Zubereitung und Entnahme müssen unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Zubereitung

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Erwärmen Sie das Lösungsmittel auf Raumtemperatur. Vor dem Öffnen der Mix2Vial

Packung die Flip-Off-Kappen der Lösungsmittel- und Produktflaschen entfernen und die

Stopfen mit einer antiseptischen Lösung behandeln und anschließend trocknen lassen.

1. Entfernen Sie das Deckpapier von der

Mix2Vial Packung. Das Mix2Vial

nicht

dem Blister entnehmen!

2. Die

Lösungsmittelflasche

auf eine ebene,

saubere Fläche stellen und festhalten. Das

Mix2Vial Set mit dem Blister greifen und den

Dorn des

blauen

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der Lösungsmittelflasche einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial

Set entfernen, indem man den Blister am

Siegelrand fasst und ihn

senkrecht

nach oben

abzieht. Dabei ist darauf zu achten, dass nur

der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt

wird.

4. Die

Produktflasche

auf eine feste

Unterlage stellen. Die Lösungsmittelflasche

mit dem aufgesetzten Mix2Vial Set

herumdrehen und den Dorn des

transparenten

Adapters

senkrecht

in den

Stopfen der Produktflasche einstechen. Das

Lösungsmittel läuft automatisch in die

Produktflasche über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und

mit der anderen Hand die Lösungsmittelseite

des Mix2Vial greifen und das Set vorsichtig

gegen den Uhrzeigersinn auseinander

schrauben. Entsorgen Sie die

Lösungsmittelflasche mit dem blauen

Mix2Vial Adapter.

6. Die Produktflasche mit dem transparenten

Adapter vorsichtig schwenken, bis das

Produkt vollständig gelöst ist. Nicht schütteln.

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7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen.

Die Produktflasche aufrecht halten, die

Spritze mit dem Luer Lock Anschluss des

Mix2Vial Set verbinden indem man sie im

Uhrzeigersinn aufschraubt, und die Luft in die

Produktflasche injiziert.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten,

das gesamte System herumdrehen und die

Lösung durch langsames Zurückziehen der

Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die

Spritze überführt ist, den Spritzenzylinder

fassen (dabei die Kolbenstange in ihrer

Position halten) und die Spritze vom

transparenten Mix2Vial Adapter gegen den

Uhrzeigersinn abdrehen.

Zur Injektion von Beriate werden Kunststoff-Einmalspritzen empfohlen, da geschliffene

Oberflächen von Glasspritzen zur Verklebung bei derartigen Lösungen neigen.

Die Lösung langsam intravenös verabreichen (siehe Abschnitt 4.2). Sorgfältig darauf

achten, dass kein Blut in die mit Produkt gefüllte Spritze gelangt. Verwenden Sie hierzu das

beiliegende Venenpunktionsbesteck, führen Sie die Nadel in eine Vene. Lassen Sie das Blut

bis zum Ende des Schlauchs fließen. Befestigen Sie die Spritze an dem Luer-Ende des

Venenpunktionsbestecks.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

CSL Behring GmbH

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Emil-von-Behring-Str. 76

35041 Marburg

Verkauf Deutschland

Philipp-Reis-Str. 2

65795 Hattersheim

Tel.: (069) 305 - 8 44 37

Fax: (069) 305 - 1 71 29

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Beriate

Zul.-Nr.: 10505a/98-1

Beriate

Zul.-Nr.: 10505a/98-2

Beriate

1000

Zul.-Nr.: 10505a/98-3

Beriate

2000

Zul.-Nr.: 10505a/98-4

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

Beriate

11.02.1998

Beriate

11.02.1998

Beriate

1000

11.02.1998

Beriate

2000

11.12.2012

Datum der Verlängerung der Zulassung:

Beriate

09.07.2007

Beriate

09.07.2007

Beriate

1000

09.07.2007

Beriate

2000

14.09.2017

10.

STAND DER INFORMATION

Dezember 2019

11.

HERKUNFTSLÄNDER DES BLUTPLASMAS

Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Österreich, Polen, Ungarn, USA

12.

VERSCHREIBUNGSSTATUS

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