Bendatax 6mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Paclitaxel
Verfügbar ab:
Bendalis GmbH
ATC-Code:
L01CD01
INN (Internationale Bezeichnung):
Paclitaxel
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Paclitaxel 6.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
69664.00.00

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Bendatax 6 mg/ ml

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Paclitaxel

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit

der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es

nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn

diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder

Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation

angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Bendatax und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Bendatax beachten?

Wie ist Bendatax anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Bendatax aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST BENDATAX UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Paclitaxel gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln gegen Krebserkrankungen, die

Taxane genannt werden. Diese Stoffe hemmen das Wachstum von Krebszellen.

Bendatax wird angewendet bei

Eierstockkrebs:

zur Erstbehandlung (nach vorausgegangener Operation in Kombination mit

dem platinhaltigen Arzneimittel Cisplatin).

nach erfolgloser Standardbehandlung mit platinhaltigen Arzneimitteln.

Brustkrebs:

zur Erstbehandlung einer fortgeschrittenen Erkrankung oder einer

Erkrankung, die sich auf andere Körperteile ausgebreitet hat (metastasierte

Erkrankung). Bendatax wird entweder mit einem Anthracyclin kombiniert

oder mit einem Arzneimittel namens Trastuzumab (für Patienten, bei denen

Anthracycline nicht angezeigt sind und deren Krebszellen ein

Oberflächenprotein namens HER 2 aufweisen, siehe Gebrauchsinformation

für Trastuzumab).

als zusätzliche Behandlung nach vorausgegangener Operation, im

Anschluss an eine Anthracyclin-/Cyclophosphamid-Behandlung (AC).

zur Sekundärbehandlung für Patientinnen, die auf eine Standardbehandlung

mit Anthracyclinen nicht angesprochen haben, oder bei denen eine derartige

Behandlung nicht angezeigt ist.

Fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs:

in Kombination mit Cisplatin, wenn eine Operation und/oder eine

Strahlentherapie nicht angezeigt sind.

AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom:

wenn andere Behandlungen erfolglos geblieben sind (z. B. liposomale

Anthracycline).

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON BENDATAX BEACHTEN?

Bendatax darf nicht angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Paclitaxel oder einen der

sonstigen Bestandteile von Bendatax, insbesondere gegen

Macrogolglycerolricinoleat-35 (Ph.Eur.), sind.

wenn Sie zu wenig weiße Blutkörperchen haben. Ihr Arzt wird dies

anhand von Blutproben überprüfen.

wenn Sie stillen.

wenn Sie eine schwerwiegende, unkontrollierte Infektion haben und

Bendatax zur Behandlung des Kaposi-Sarkoms angewendet wird.

Wenn einer dieser Umstände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit lhrem Arzt, bevor

Sie mit der Bendatax-Behandlung beginnen.

Kinder (unter 18 Jahren) sollen Bendatax nicht anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Bendatax ist erforderlich

Um allergische Reaktionen zu vermindern, erhalten Sie vor der Anwendung von

Bendatax andere Arzneimittel.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt,

Wenn Sie bei sich schwerwiegende allergische Reaktionen bemerken (z.

B. Schwierigkeiten beim Atmen, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust,

Blutdruckabfall, Schwindel, Benommenheit, Hautreaktionen wie Ausschlag

oder Schwellungen).

Wenn Sie Fieber, starken Schüttelfrost, eine Halsentzündung oder

Geschwüre im Mund haben (Anzeichen einer Knochenmarksuppression).

Wenn Sie Taubheit oder Schwäche in Armen und Beinen verspüren

(Anzeichen einer peripheren Neuropathie ). Eine Verringerung der Dosis von

Bendatax könnte erforderlich sein.

Wenn Sie schwerwiegende Leberprobleme haben; in diesem Fall wird die

Anwendung von Bendatax nicht empfohlen.

Wenn Sie Probleme mit der Erregungsleitung des Herzens haben.

Wenn Sie während oder kurz nach der Behandlung mit Bendatax

schwerwiegend oder anhaltend an Durchfall erkranken, der mit Fieber

und Bauchschmerzen einhergeht. Ihr Darm könnte entzündet sein

(pseudomembranöse Kolitis).

Wenn bei Ihnen zuvor eine Bestrahlung des Brustkorbs durchgeführt

wurde (weil dadurch das Risiko für eine Lungenentzündung erhöht sein

könnte).

Wenn Sie einen entzündeten oder roten Mund haben (Anzeichen von

Mukositis) und gegen Kaposi-Sarkom behandelt werden. Sie könnten eine

niedrigere Dosis benötigen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn einer dieser Umstände auf Sie

zutrifft.

Bendatax muss immer in eine Vene infundiert werden. Die Infusion von

Bendatax in eine Schlagader (Arterie) kann eine Entzündung der Arterien

auslösen und Schmerzen, Schwellung, Rötung und Hitzegefühl

verursachen.

Bei Anwendung von Bendatax mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch

wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Es könnte sein, dass Bendatax oder das andere Arzneimittel dann nicht so gut

wirken wie erwartet oder das Auftreten einer Nebenwirkung wahrscheinlicher wird.

Wechselwirkung bedeutet, dass unterschiedliche Arzneimittel sich gegenseitig

beeinflussen können.

Wechselwirkungen können auftreten, deshalb muss Ihr Arzt wissen, wenn

Bendatax zusammen mit folgenden Arzneimitteln angewendet wird:

Cisplatin (zur Behandlung von Krebserkrankungen): Bendatax muss vor

Cisplatin angewendet werden. Eine Überprüfung der Funktion Ihrer Nieren

könnte häufiger erforderlich sein.

Doxorubicin (zur Behandlung von Krebserkrankungen): Bendatax muss 24

Stunden nach Doxorubicin angewendet werden, um hohe Doxorubicin-Werte

in lhrem Körper zu vermeiden.

Efavirenz, Nevirapin, Ritonavir, Nelfinavir oder andere Proteaseinhibitoren

zur Behandlung von HIV. Eine Anpassung der Dosis von Bendatax könnte

erforderlich sein.

Erythromycin, ein Antibiotikum, Fluoxetin, ein Antidepressivum, oder

Gemfibrozil, ein Cholesterinsenker. Eine Verringerung der Dosis von

Bendatax könnte erforderlich sein.

Rifampicin, ein Antibiotikum zur Behandlung der Tuberkulose. Eine

Erhöhung der Dosis von Bendatax könnte erforderlich sein.

Carbamazepin, Phenytoin oder Phenobarbital zur Behandlung von

Anfallsleiden (Epilepsie).

Der Anteil an Alkohol in diesem Arzneimittel könnte die Wirkung der anderen

Arzenimittel verändern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie schwanger sind oder glauben schwanger

zu sein. Wenn die Möglichkeit besteht dass Sie schwanger werden könnten

müssen Sie für die Dauer der Behandlung eine wirksame und sichere

Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Bendatax sollte nicht während einer

Schwangerschaft eingenommen werden, außer dies ist unbedingt notwendig.

Weibliche und männliche Patienten im zeugungsfähigem Alter und/ oder Ihre

Partner müssen bis mind. 6 Monate nach Therapieende mit Paclitaxel

Verhüttungsmittel benutzen.

Männliche Patienten sollten sich aufgrund der Gefahr einer Impotenz bzgl. einer

Kryokonservation des Sperma vor der Behandlung mit Paclitaxel beraten lassen.

Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie stillen. Es darf während der Behandlung

mit Bendatax nicht weiter gestillt werden. Sie dürfen auch erst wieder anfangen zu

stillen, wenn Ihr Arzt es Ihnen sagt.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel enthält Alkohol. Sie sollten daher direkt nach einem

Therapiekurs kein Fahrzeug lenken. Sie dürfen sich in keinem Fall an das Steuer

eines Fahrzeugs setzen, wenn Sie sich benommen oder unsicher fühlen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Bendatax

Dieses Arzneimittel enthält 50 Vol% Ethanol (Alkohol), d.h. bis zu 20g pro

Dosis, entsprechend einem halben Liter Bier oder einem großen Glas Wein

(210 ml).

Eine Gefahr für Alkoholkranke.

Dies muss bei der Behandlung von Schwangeren, Stillenden, Kindern und

Hochrisikogruppen, wie Patienten mit Lebererkrankungen oder Epilepsie

beachtet werden.

Dieses Arzneimittel enthält auch Macrogolglycerolricinoleat-35 (Ph.Eur.),

das schwere allergische Reaktionen auslösen kann.

3.

WIE IST BENDATAX EINZUNEHMEN/ANZUWENDEN?

-

Um allergische Reaktionen zu vermindern, erhalten Sie vor der Anwendung

von Bendatax andere Arzneimittel. Diese Arzneimittel werden lhnen als

Tabletten oder/und als Infusion in eine Vene gegeben.

-

Sie erhalten Paclitaxel als Tropf in eine Ihrer Venen (als i.v. Infusion) durch

einen in-line Filter. Pacliatxel ESP wird Ihnen durch geschultes Personal

verabreicht. Er oder sie wird die Infusionslösung im Vorfeld herstellen. Die

Dosis die sie erhalten wird von den Ergebnissen Ihrer Bluttests abhängen.

Abhängig von der Art und dem Schweregrad Ihrer Krebserkrankung werden

Sie Paclitaxel entweder allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln

gegen Krebserkrankungen erhalten.

-

Bendatax sollte immer in eine Ihrer Venen über einen Zeitraum von 3 bis

24 Stunden infundiert werden. Wenn Ihr Arzt nicht anders entscheidet

wird die Behandlung üblicherweise alle 2-3 Wochen durchgeführt. Ihr

Arzt wird Sie über die Anzahl der für Sie erforderlichen Therapiekurse

mit Bendatax informieren.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie

Ihren Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Bendatax erhalten haben, als Sie sollten

Ein Gegenmittel für eine Überdosis Bendatax ist nicht bekannt. Im Falle einer

Überdosierung werden die aufgetretenen Krankheitszeichen (Symptome)

behandelt.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Bendatax Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen. Die folgenden Nebenwirkungen können nach der

Behandlung mit Bendatax auftreten.

Informieren Sie unverzüglich lhren Arzt, wenn bei Ihnen die folgenden

Anzeichen einer allergischen Reaktion auftreten. Diese können eine oder

mehrere der folgenden sein:

Gesichtsrötung,

-

Hautreaktionen,

-

Juckreiz,

-

Engegefühl in der Brust,

-

Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden,

-

Schwellungen.

Dieses können alles Anzeichen schwerwiegender Nebenwirkungen sein.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt

wenn Sie Fieber, starken Schüttelfrost, eine Halsentzündung oder

Geschwüre im Mund haben ( Anzeichen einer Knochenmarksuppression ).

wenn Sie Taubheit oder Schwäche in Armen und Beinen verspüren

(Anzeichen einer peripheren Neuropathie).

wenn Sie an schwerwiegendem oder anhaltendem Durchfall erkranken,

der mit Fieber und Bauchschmerzen einhergeht.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben

zugrunde gelegt:

Sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar.

Sehr häufige Nebenwirkungen:

Leichte allergische Reaktionen wie Gesichtsrötung, Ausschlag, Juckreiz

Infektionen: hauptsächlich lnfektionen der oberen Atemwege,

Harnwegsinfektionen

Kurzatmigkeit

Halsentzündung oder Geschwüre im Mund, entzündeter und roter Mund,

Durchfall, Unwohlsein (Übelkeit, Erbrechen)

Haarausfall

Muskelschmerzen, Krämpfe, Gelenkschmerzen

Fieber, starker Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Blässe,

Blutungen, erhöhte Neigung zu blauen Flecken

Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in Armen und Beinen (dieses sind

Anzeichen einer peripheren Neuropathie)

Untersuchungen können Folgendes ergeben: Abnahme der Anzahl der

Blutplättchen, der weißen oder der roten Blutkörperchen, niedriger Blutdruck.

Häufige Nebenwirkungen:

Vorübergehende leichte Veränderungen der Nägel und der Haut, Reaktionen

an den Injektionsstellen (Schwellung, Schmerzen und Hautrötung an der

Einstichstelle)

Untersuchungen können Folgendes ergeben: Langsamere Herzfrequenz,

starker Anstieg der Leberenzyme (alkalische Phosphatase und AST - SGOT)

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Schock aufgrund von lnfektionen (man spricht von einem „Septischen

Schock")

Herzklopfen, Störung der Herzfunktion (AV-Block), schneller Herzschlag,

Herzanfall, Atemnot

Müdigkeit, Schwitzen, Ohnmachtsanfall (Synkope), erhebliche allergische

Reaktionen, Entzündung der Venen (Phlebitis), Schwellung des Gesichts,

der Lippen, des Mundes, der Zunge oder des Halses

Rückenschmerzen, Brustschmerzen, Schmerzen an Händen und Füßen,

Schüttelfrost, Bauchschmerzen

Untersuchungen können Folgendes ergeben: Starker Anstieg von Bilirubin

(Gelbsucht), hoher Blutdruck, Blutgerinnsel

Seltene Nebenwirkungen:

Verminderung der weißen Blutkörperchen mit Fieber und erhöhtem Risiko für

eine Infektion (febrile Neutropenie)

Erkrankung der Nerven mit Schwächegefühl in den Muskeln von Armen und

Beinen (motorische Neuropathie)

Kurzatmigkeit, plötzlicher Verschluss der Lungengefäße (Lungenembolie),

Lungenverhärtung (Lungenfibrose), Lungenentzündung (interstitielle

Pneumonie), Atemnot, Flüssigkeitsansammlung im Brustfellraum

(Pleuraerguss)

Darmverschluss, Durchbruch der Darmwand (Darmperforation), Entzündung

des Darms (ischämische Kolitis), Entzündung der Bauchspeicheldrüse

(Pankreatitis)

Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung (Erythem)

Blutvergiftung (Sepsis), Bauchfellentzündung

Fieber, Austrocknung, Kraftlosigkeit, Ödeme, Unwohlsein

Schwerwiegende und möglicherweise tödliche

Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktion)

Untersuchungen können Folgendes ergeben: Anstieg des Kreatinins im Blut,

was auf eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion hinweist

Sehr seltene Nebenwirkungen:

Unregelmäßiger schneller Herzrhythmus (Vorhofflimmern, supraventrikuläre

Tachykardie)

Plötzliche Funktionsstörung der Blut bildenden Zellen (akute myeloische

Leukämie, myelodysplastisches Syndrom)

Beeinträchtigungen des Sehnervs und des Sehvermögens (Flimmerskotom)

Gehörverlust oder Reduzierung des Hörvermögens (Ototoxizität),

Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel

Husten

Blutgerinnsel in einem Blutgefäß von Bauch und Darm

(Mesenterialthrombose), Entzündung des Darms, teilweise mit anhaltendem

schweren Durchfall (pseudomembranöse Kolitis, neutropenische Kolitis),

Wassersucht (Aszites), Entzündung der Speiseröhre, Verstopfung

Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Hautrötung,

Schmerzen in den Gelenken und/oder Entzündung der Augen (Stevens-

Johnson-Syndrom), örtlich begrenzte Schälung der Haut (epidermale

Nekrolyse), Rötungen mit unregelmäßigen roten (absondernden) Flecken

(Erythema multiforme), Entzündung der Haut mit Blasen und Schälung

(exfoliative Dermatitis), Nesselsucht, Nagelverlust (Patienten sollten während

der Behandlung Sonnenschutz an Händen und Füßen tragen)

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Schwerwiegende und möglicherweise tödliche

Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schock (anaphylaktischer Schock)

Störungen der Leberfunktion (hepatische Nekrose, hepatische

Enzephalopathie (es wurden jeweils Fälle mit tödlichem Ausgang berichtet))

Verwirrtheitszustände

Macrogolglycerolricinoleat-35 (Ph.Eur.) kann schwere allergische Reaktionen

hervorrufen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST BENDATAX AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Durchstechflasche und der

Faltschachtel nach “verwendbar bis” angegebenen Verfalldatum nicht mehr

anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden.

Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Bendatax enthält

Der Wirkstoff ist Paclitaxel. 1 ml Konzentrat enthält 6 mg Paclitaxel.

Die sonstigen Bestandteile sind: Citronensäure, Macrogolglycerolricinoleat-

35 (Ph.Eur.), Ethanol 50%.

Wie Bendatax aussieht und Inhalt der Packung

Bendatax ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Das Konzentrat

ist eine klare, farblose bis hellgelbe, leichte viskose Lösung in Durchstechflaschen.

Packungsgrößen:

1x5 ml Durchstechflasche (30 mg Paclitaxel)

1x16,7 ml Durchstechflasche (100 mg Paclitaxel)

1x25 ml Durchstechflasche (150 mg Paclitaxel)

1x50 ml Durchstechflasche (300 mg Paclitaxel)

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Bendalis GmbH

Keltenring 17

82041 Oberhaching

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt geändert im Mai 2010.

Die folgenden Informationen sind für Ärzte oder medizinisches Fachpersonal

bestimmt:

Handhabungshinweise

ZYTOSTATIKUM

Handhabung

Wie bei allen antineoplastischen Mitteln muss die Handhabung von Bendatax mit

besonderer Vorsicht erfolgen. Verdünnungen sind unter aseptischen Bedingungen

nur von erfahrenen Personen und in besonders ausgewiesenen Räumen

vorzunehmen. Es sind Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um einen Kontakt mit

Haut und Schleimhaut zu verhindern. Bei Hautkontakt wurde Kribbeln, Brennen

und Rötung beobachtet. Bei Inhalation wurde über Dyspnoe, Brustschmerz,

Brennen im Rachen und Brechreiz berichtet.

Vorsichtsmaßnahmen bei Herstellung von Bendatax Infusionslösung

Um Patienten in möglichst geringem Ausmaß DEHP auszusetzen, das aus

PVC-Infusionsbeuteln, -sets oder anderen medizinischen Instrumenten

herausgelöst werden kann, dürfen verdünnte Lösungen von Paclitaxel nur in

Flaschen (Glas, Polypropylen) oder in Plastikbehältnissen (Polypropylen,

Polyolefin) aufbewahrt werden, die kein PVC enthalten oder aus PVC

bestehen. Die Anwendung soll mittels Infusionssets mit

Polyethylenauskleidung erfolgen. Filtervorrichtungen (z.B. Ivex-2

), die einen

kurzen Einlass- bzw. Auslass-Teil aus PVC haben, führten zu keiner

deutlichen Freisetzung von DEHP.

Es sollten ein Schutzraum und Schutzhandschuhe verwendet und ein

Schutzkittel getragen werden. Wenn kein Schutzraum vorhanden ist, sind

Mundschutz und Schutzbrille zu tragen.

Geöffnete Packungen wie Injektionsflaschen und Infusionsbeutel sowie

benutzte Kanülen, Spritzen. Katheter, Röhrchen und Reste von Zytostatika

müssen als Sondermüll angesehen werden und unterliegen lokalen

Richtlinien zur Handhabung von GEFAHRSTOFFEN.

Im Falle eines Verschüttens sind untenstehende Anweisungen zu befolgen:

– es ist Schutzkleidung zu tragen

– zerbrochenes Glas muss in einem ABFALLBEHÄLTER FÜR

GEFAHRSTOFFE gesammelt werden

– kontaminierte Oberflächen müssen mit reichlich kaltem Wasser

gründlich gereinigt werden

– die gereinigten Oberflächen müssen anschließend gründlich

abgetrocknet werden und das hierzu verwendete Materialmuss als

GEFAHRSTOFFABFALL entsorgt werden.

Sollte Bendatax mit der Haut in Kontakt kommen, sofort mit viel fließendem

Wasser und anschließend mit Wasser und Seife abwaschen. Im Falle eines

Kontaktes mit den Schleimhäuten sofort gründlich mit Wasser abwaschen.

Wenn Sie irgendwelche Beschwerden haben, suchen Sie einen Arzt auf.

Sollte Bendatax mit den Augen in Kontakt kommen, spülen Sie diese mit

reichlich Wasser. Suchen Sie umgehend einen Augenarzt auf.

Herstellung der Infusionslösung

Sogenannte „geschlossene Systeme“, z. B. ein Chemo-Pin oder ähnliche

Instrumente sollen zur Entnahme der Dosis aus der Durchstechflasche nicht

verwendet werden, da der Gummistopfen beschädigt und die Sterilität somit nicht

mehr gewährleistet sein kann.

Herstellung, Lagerung und Anwendung müssen mit nicht PVC-haltigen Materialien

durchgeführt werden (siehe Abschnitt „Inkompatibilitäten“ weiter unten).

Vor der Infusion muss Bendatax unter aseptischen Bedingungen gelöst werden.

Die folgenden Infusionslösungen können zur Lösung verwendet werden:

Natriumchlorid 9 mg/ml Infusionslösung, oder Glucose 50 mg/ml Infusionslösung

oder Glucose 50 mg/ ml und Natriumchlorid 9mg/ml Infusionslösung oder dextrose

in Ringer Lösung 50 mg/ ml Infusionslösung, bis zu einer finalen Konzentration von

0,3 – 1,02 mg/ml.

In seltenen Fällen wurde über Ausfällungen während der Infusion von Paclitaxel

berichtet, üblicherweise gegen Ende einer 24-stündigen Infusion. Die Ursache für

diese Ausfällungen ist unklar, sie steht aber wahrscheinlich mit einer Übersättigung

der verdünnten Infusionslösung in Zusammenhang. Um die Gefahr von

Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel so bald wie möglich nach Herstellung

der verdünnten Infusionslösung verabreicht werden. Übermäßige Bewegungen,

Vibrationen oder Schütteln sollte vermieden werden. Die infusion sollte während

der Infusion regelmäßig inspiziert werden und die Infusion sollte bei Auftreten von

Ablagerungen abgebrochen werden.

Bei der Zubereitung kann die Lösung Schlieren bilden, welche auf das

Lösungsmittel im Konzentrat zurückzuführen sind; diese sind durch Filtrieren nicht

zu beseitigen. Um die Gefahr von Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel so

bald wie möglich nach Herstellung der verdünnten Infusionslösung verabreicht

werden.

Die Infusionslösung sollte vor der Infusion visuell auf Änderungen und

Verfärbungen überprüft werden.

Infusionstechnik

Bendatax Infusionslösung wird über i.v. Infusion verabreicht.

Die Infusionslösung sollte als i.v. Infusion mittels in-line Filter mit einer <0,22 µm

Mikroporenmembran verabreicht werden (bei einer simulierten Gabe der Lösung

durch i.v. Schläuche mit in-line Filter konnte kein signifikanter Wirkungsverlust

festgestellt werden). Das Infusionset sollte vor der Anwendung gründlich gereinigt

werden. Während der Infusion sollte das Aussehen der Lösung streng kontrolliert

und die Infusion gestoppt werden sobald Ablagerungen auftreten.

Stabilität und Lagerbedingungen

Nicht über 25°C lagern. Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den

Inhalt vor Licht zu schützen. Bei Lagerung im Kühlschrank kann sich ein

Niederschlag bilden, der sich bei Zimmertemperatur durch leichtes Schütteln bzw.

von selbst löst. Die Qualität des Arzneimittels ist dadurch nicht beeinträchtigt.

Wenn Schlieren bestehen bleiben oder ein unlöslicher Niederschlag festgestellt

wird, ist die Durchstechflasche zu verwerfen.

Auf dem Etikett und dem Umkarton ist ein Verfallsdatum angegeben. Das

Arzneimittel darf nach dem Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden.

Nach Anbruch

Die chemische und physikalische Stabilität des Konzentrats nach Anbruch wurde

bei 25°C über 28 Tage gezeigt.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten kann das Arzneimittel nach dem

erstmaligen Öffnen bis maximal 28 Tage bei 25°C aufbewahrt werden. Andere

Lagerzeiten und -bedingungen nach Anbruch liegen in der Verantwortung des

Anwenders.

Nach Zubereitung der Lösung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung

wurde bei 5 °C und bei 25 °C für einen Zeitraum von 7 Tagen bei Verdünnung mit 5

%iger Glucoselösung und 5 %iger Glucose in Ringer Lösung zur Injektion

nachgewiesen, sowie über 14 Tage bei Verdünnung mit 0,9 %iger Natrium-

chloridlösung. Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die

gebrauchsfertige Lösung sofort verwendet werden. Wenn sie nicht sofort

verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und

-bedingungen bis zur Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und

sollten normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 – 8 °C liegen, wenn die

Verdünnung unter kontrollierten und sterilen Bedingungen stattgefunden hat.

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Macrogolglycerolricinoleate kann zur Auswaschung von DEHP (di-(2-

ethylhexyl)phthalate) vom plastiziertem Polyvinylchlorid (PVC) führen. Kontakt von

Bendatax mit plastiziertem PVC-Ausrüstungen oder Geräten zur Herstellung einer

Infusionslösung wird nicht empfohlen.

Entsorgung

Alle Materialien, die zur Verdünnung oder Anwendung verwendet wurden oder die

auf andere Weise mit Paclitaxel in Kontakt gekommen sind, sollten den üblichen

Standards für zytostatische Wirkstoffe entsprechend entsorgt werden.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bendatax 6 mg/ ml

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 6 mg Paclitaxel.

1 Durchstechflasche mit 5 ml Konzentrat enthält 30 mg Paclitaxel

1 Durchstechflasche mit 16,7 ml Konzentrat enthält 100 mg Paclitaxel

1 Durchstechflasche mit 25 ml Konzentrat enthält 150 mg Paclitaxel

1 Durchstechflasche mit 50 ml Konzentrat enthält 300 mg Paclitaxel

Sonstige Bestandteile:

1 ml Konzentrat enthält 385 mg Ethanol 50% und 527 mg

Macrogolglycerolricinoleat 35 (Ph.Eur.).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, farblose bis hellgelbe, leicht viskose Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Ovarialkarzinom

Zur First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel bei Patientinnen

mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom oder einem Resttumor (> 1 cm) nach

vorausgegangener Laparotomie in Kombination mit Cisplatin indiziert.

Zur Second-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel für die

Behandlung von metastasierendem Ovarialkarzinom nach Versagen einer

Standardtherapie mit Platin-haltigen Arzneimitteln indiziert.

Mammakarzinom

Im Rahmen einer adjuvanten Therapie ist Bendatax indiziert zur Behandlung von

Patientinnen mit nodal-positivem Mammakarzinom im Anschluss an eine

Anthrazyklin/Cyclophosphamid-Therapie (AC). Die adjuvante Therapie mit

Bendatax sollte als Alternative zu einer verlängerten AC-Therapie angesehen

werden.

Bendatax ist zur First-line Chemotherapie bei Patientinnen mit lokal

fortgeschrittenem oder metastasierendem Mammakarzinom angezeigt entweder in

Kombination mit einem Anthrazyklin bei Patientinnen, bei denen eine Anthrazyklin-

Therapie in Betracht kommt, oder in Kombination mit Trastuzumab, bei

Patientinnen, die den humanen, epidermalen Wachstumsfactor-Rezeptor 2 (HER-

2) – ermittelt durch immunhistochemische Methoden – mit Grad 3+

überexprimieren und für die eine Anthrazyklin-haltige Therapie nicht in Betracht

kommt (siehe 4.4 und 5.1).

Als Monotherapie ist Bendatax für die Behandlung des metastasierenden

Mammakarzinoms bei Patientinnen indiziert, bei denen eine Standardtherapie mit

Anthrazyklinen erfolglos war oder nicht angezeigt ist.

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin ist für die Behandlung des nicht-

kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) bei Patienten indiziert, für die potenziell

kurative chirurgische Maßnahmen und/oder Strahlentherapie nicht angezeigt sind.

AIDS assoziiertes Kaposi Sarkom

Paclitaxel ist indiziert zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem AIDS

assoziiertem Kaposi Sarkom (KS), bei denen eine vorausgegangene liposomale

Anthrazyklin-Therapie erfolglos blieb.

Die Daten zur Wirksamkeit in dieser Indikation sind begrenzt, eine

Zusammenfassung der relevanten Studien ist in Abschnitt 5.1 enthalten.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Paclitaxel sollte nur unter Aufsicht eines qualifizierten Onkologen und in einer

Einrichtung die auf die Anwendung von Zytostatika spezialisiert ist verabreicht

werden (siehe Abschnitt 6.6).

Bei allen Patienten hat vor Paclitaxel eine Prämedikation mit Kortikosteroiden,

Antihistaminika und H

-Antagonisten zu erfolgen, z. B.:

Wirkstoff

Dosis

Anwendung vor

Paclitaxel

Dexamethason

20 mg oral*

oder i.v.

Bei oraler Anwendung:

ca. 12 und 6 Stunden

oder bei i.v.-

Anwendung:

30 bis 60 Minuten

Diphenhydramin**

50 mg i.v.

30 bis 60 Minuten

Cimetidin

oder Ranitidin

300 mg i.v.

50 mg i.v.

30 bis 60 Minuten

8 – 20 mg bei KS-Patienten

** oder ein vergleichbares Antihistamin, z. B. Chlorphenamin

Die Anweisungen zur Verdünnung des Konzentrats vor der Gabe sind in Abschnitt

6.6 aufgeführt.

Bendatax Infusionslösung sollte über einen In-Line-Filter mit einer

0,22 µm

Mikroporenmembran verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6).

First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms

Obwohl auch andere Dosierungsschemata untersucht werden, wird eine

Kombinationsbehandlung mit Paclitaxel und Cisplatin empfohlen. Abhängig von der

Infusionsdauer werden zwei Paclitaxel-Dosierungen empfohlen:

Paclitaxel 175 mg/m

, intravenös verabreicht über 3 Stunden, gefolgt von Cisplatin

75 mg/m

, in Intervallen von 3 Wochen, oder Paclitaxel 135 mg/m

als Infusion

über 24 Stunden, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m

, mit 3 Wochen Pause zwischen

den Therapiekursen (siehe Abschnitt 5.1).

Second-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m

, über

3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den AC Therapiekursen gegeben.

Adjuvante Chemotherapie des Mammakarzinoms

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m

, verabreicht über 3

Stunden alle 3 Wochen für vier Therapiekurse im Anschluss an eine Therapie nach

AC-Schema.

First-Line Chemotherapie des Mammakarzinoms

Bei Kombination mit Doxorubicin (50 mg/m

) sollte Paclitaxel 24 Stunden nach

Doxorubicin angewendet werden. Die empfohlene Dosis für Bendatax ist 220 mg/

, intravenös gegeben über 3 Stunden mit 3 Wochen Pause zwischen den

Therapiekursen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Bei Kombination mit Trastuzumab ist die empfohlene Dosierung von Paclitaxel

175 mg/m

, intravenös verabreicht über 3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen

den Therapiekursen (siehe Abschnitt 5.1). Die Paclitaxel-Infusion kann am Tag

nach der ersten Trastuzumab-Dosis begonnen werden, oder unmittelbar nach

einer Folgedosis von Trastuzumab, wenn die vorhergehende Trastuzumab-Dosis

gut vertragen wurde (zu Einzelheiten der Anwendung von Trastuzumab siehe die

Fachinformation für Trastuzumab).

Second-Line Chemotherapie des Mammakarzinoms

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m

, verabreicht über einen

Zeitraum von 3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.

Behandlung von fortgeschrittenem NSCLC

Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m

, verabreicht als Infusion

über 3 Stunden, gefolgt von Cisplatin 80 mg/m

, mit 3 Wochen Pause zwischen

den Therapiekursen.

Behandlung von AIDS assoziiertem KS

Die empfohlene Paclitaxel-Dosis beträgt 100 mg/m

, verabreicht als eine

dreistündige intravenöse Infusion in zweiwöchigem Abstand.

Die Folgedosierungen von Paclitaxel sind auf die individuelle Verträglichkeit

abzustimmen.

Paclitaxel darf erst wieder verabreicht werden, wenn die Neutrophilenzahl

1.500/

1.000/mm

bei KS-Patienten) und die Blutplättchenzahl

100.000/mm

75.000/mm

bei KS-Patienten) beträgt. Bei Patienten, bei denen eine schwere

Neutropenie (Zahl der Neutrophilen < 500/mm

für eine Woche oder länger) oder

eine schwere periphere Neuropathie auftritt, muss bei nachfolgenden

Behandlungskursen eine Dosisreduktion um 20 % erfolgen (25 % bei KS-

Patienten) (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Die unzureichende Datenlage erlaubt keine Empfehlung für eine Dosisanpassung

bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitte 4.4

und 5.2). Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung dürfen nicht mit Paclitaxel

behandelt werden.

Pädiatrische Anwendung:

Paclitaxel darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren aufgrund fehlender

Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht angewendet werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegenüber Paclitaxel oder einem der sonstigen

Bestandteile, (siehe Abschnitt 4.4).

Schwangerschaft und Stillzeit

Patienten mit einem Ausgangswert der Neutrophilenzahl < 1,5 x 10

/l (< 1x10

bei KS-Patienten)

KS-Patienten mit gleichzeitig auftretenden schwerwiegenden, unkontrollierten

Infektionen

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Paclitaxel darf nur unter der Aufsicht eines in der Zytostatikatherapie erfahrenen

Arztes angewendet werden. Da es zu signifikanten Überempfindlichkeitsreaktionen

kommen kann, soll eine Ausrüstung für die Notfallbehandlung vorhanden sein.

Patienten müssen mit Kortikosteroiden, Antihistaminika und H

-Antagonisten

vorbehandelt sein (siehe Abschnitt 4.2).

Paclitaxel soll, wenn in Kombination eingesetzt, vor Cisplatin verabreicht werden

(siehe Abschnitt 4.5).

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, charakterisiert durch

behandlungsbedürftige Dyspnoe und Hypotonie, Angioödem und generalisierte

Urtikaria, sind unter Paclitaxel bei < 1 % der Patienten nach geeigneter

Prämedikation aufgetreten. Diese Reaktionen sind wahrscheinlich

histaminabhängig. Im Falle von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen ist die

Paclitaxel-Infusion sofort zu beenden, eine symptomatische Behandlung sollte

eingeleitet werden und der Patient darf nicht wieder mit dem Arzneimittel behandelt

werden.

Knochenmarksuppression (vorwiegend Neutropenie) ist die dosislimitierende

Toxizität. Häufige Blutbildkontrollen sollten durchgeführt werden. Die Patienten

dürfen erst wieder behandelt werden, wenn die Zahl der Neutrophilen

1.500/mm

1.000/mm

bei KS-Patienten) und die Zahl der Blutplättchen wieder

100.000/

75.000/mm

bei KS-Patienten) erreicht haben.

In der klinischen Studie zu KS wurde den meisten Patienten Granulozyten-

koloniestimulierender Faktor (G-CSF) verabreicht.

Patienten mit Leberfunktionsstörung können ein erhöhtes Toxizitätsrisiko

aufweisen, vor allem einer Myelosuppression Grad III – IV. Es gibt keine Hinweise

darauf, dass bei Patienten mit geringfügig eingeschränkter Leberfunktion die

Toxizität von Paclitaxel bei einer Infusion über 3 Stunden erhöht ist. Bei

langsamerer Infusion kann bei Patienten mit mäßig bis schwer eingeschränkter

Leberfunktion verstärkt Myelosuppression beobachtet werden. Diese Patienten

müssen engmaschig bezüglich der Entwicklung einer schweren Myelosuppression

überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2). Die unzureichende Datenlage erlaubt

keine Empfehlung für eine Dosisanpassung bei leichter bis mäßiger

Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitt 5.2).

Es liegen keine Daten für Patienten mit einer Basis-Cholestase vor. Patienten mit

schwerer Leberfunktionsstörung dürfen nicht mit Paclitaxel behandelt werden.

Schwere Herzüberleitungsstörungen wurden unter Paclitaxel als Monotherapie

selten berichtet. Wenn Patienten während der Paclitaxel-Anwendung deutliche

Überleitungsstörungen entwickeln, sollte eine geeignete Therapie eingeleitet

werden und die weitere Paclitaxel-Behandlung unter ständigem Monitoring der

Herzfunktion durchgeführt werden. Hypotonie, Hypertonie und Bradykardie wurden

während einer Paclitaxel-Anwendung beobachtet, die Patienten zeigten im

Allgemeinen keine Symptome und benötigten keine Behandlung. Insbesondere

während der ersten Stunde der Paclitaxel-Infusion wird eine häufige Kontrolle der

Vitalfunktionen empfohlen. Schwere kardiovaskuläre Ereignisse wurden häufiger

bei Patienten mit NSCLC als mit Mamma- oder Ovarialkarzinom beobachtet.

In der klinischen Studie zum AIDS-KS wurde ein Einzelfall einer Herzinsuffizienz

beobachtet, der mit der Behandlung mit Paclitaxel zusammenhing.

Wenn Paclitaxel in Kombination mit Doxorubicin oder Trastuzumab zur

Initialtherapie des metastasierenden Mammakarzinoms angewendet wird, sollte

die Herzfunktion sorgfältig überwacht werden. Wenn Patienten für die Behandlung

mit Paclitaxel in diesen Kombinationen geeignet sind, sollte zu Beginn der

Therapie eine kardiologische Untersuchung einschließlich Anamnese, körperlicher

Untersuchung, EKG, Ultraschall-Kardiogramm und/oder MUGA Scan durchgeführt

werden. Die Herzfunktion sollte während der Behandlung weiter überwacht werden

(z. B. alle drei Monate). Die sorgfältige Überwachung kann dazu beitragen,

Patienten zu identifizieren, die Herzfunktionsstörungen entwickeln. Zur

Bestimmung der Untersuchungshäufigkeit der ventrikulären Funktion sollten die

behandelnden Ärzte sorgfältig die kumulative Dosis (mg/m

) des verabreichten

Anthrazyklins bestimmen. Wenn die Untersuchung eine Verschlechterung der

Herzfunktion, auch asymptomatisch, zeigt, sollten die behandelnden Ärzte den

klinischen Nutzen einer Therapiefortsetzung gegenüber der möglichen Schädigung

des Herzens, einschließlich der Entstehung eines irreversiblen Herzschadens,

sorgfältig abwägen. Wenn die Therapie fortgesetzt wird, sollte die Herzfunktion

engmaschiger (z. B. alle 1 – 2 Therapiezyklen) überwacht werden. Weitere

Einzelheiten sind den Fachinformationen für Trastuzumab oder Doxorubicin zu

entnehmen.

Obwohl periphere Neuropathien häufig vorkommen, ist die Entwicklung schwerer

Symptome selten. In schweren Fällen wird empfohlen, die Dosis in allen folgenden

Paclitaxel-Kursen um 20 % (25 % bei KS-Patienten) zu reduzieren. Bei Patienten

mit NSCLC und bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Paclitaxel im Rahmen

der First-line Chemotherapie erhielten, führte die Anwendung Paclitaxel als

Infusion über 3 Stunden in Kombination mit Cisplatin zu einer höheren Inzidenz

von schwerer Neurotoxizität als eine Paclitaxel-Monotherapie oder eine Therapie

mit Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin.

Es sollte besonders darauf geachtet werden, eine intraarterielle Anwendung von

Paclitaxel zu vermeiden, da in Tierversuchen zur lokalen Verträglichkeit nach

intraarterieller Anwendung schwere Gewebereaktionen beobachtet wurden.

Paclitaxel in Kombination mit einer Bestrahlung der Lunge kann unabhängig von

der zeitlichen Reihenfolge zur Entwicklung einer interstitiellen Pneumonitis

beitragen.

Pseudomembranöse Kolitis wurde in seltenen Fällen berichtet. Darunter waren

auch Patienten, die nicht gleichzeitig mit Antibiotika behandelt wurden. Eine solche

Reaktion sollte bei der Differenzialdiagnose von Fällen von schwerer oder

anhaltender Diarrhöe, die während oder kurz nach einer Paclitaxel-Behandlung

auftreten, in Erwägung gezogen werden.

Bei KS-Patienten tritt selten eine schwere Mucositis auf. Wenn schwere

Reaktionen auftreten, muss die Paclitaxel-Dosis um 25 % reduziert werden.

Sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält 50-vol% Ethanol (Alkohol), d.h. bis zu 20g/ Dosis. Dies

ist bei der Behandlung von Alkoholikern, Schwangeren, stillenden Frauen, Kindern

oder Hoch-Risiko Patienten, wie Patienten mit Lebererkrankungen oder Epilepsie,

zu berücksichtigen.

Das Arzneimittel enthält zudem Macrogolglycerolricinoleat 35 (Ph.Eur.)

(Rizinusöl), welches schwere allergische Reaktionen hervorrufen kann.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Für die First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms wird empfohlen, Paclitaxel

vor Cisplatin zu geben. Wenn Paclitaxel vor Cisplatin gegeben wird, ist die

Verträglichkeit mit einer Paclitaxel-Monotherapie vergleichbar. Wird Paclitaxel nach

Cisplatin verabreicht, zeigten die Patienten eine stärker ausgeprägte

Myelosuppression und eine Abnahme der Paclitaxel-Clearance um ca. 20 %.

Patienten mit gynäkologischen Tumoren, die mit Paclitaxel und Cisplatin behandelt

werden, können ein höheres Risiko für ein Nierenversagen haben verglichen mit

einer alleinigen Cisplatin-Behandlung.

Da die Ausscheidung von Doxorubicin und seiner aktiven Metaboliten verringert

sein kann, wenn Paclitaxel und Doxorubicin in engem zeitlichen Abstand

verabreicht werden, sollte Paclitaxel in der First-line Chemotherapie des

metastasierenden Mammakarzinoms 24 Stunden nach Doxorubicin angewandt

werden (siehe Abschnitt 5.2).

Der Metabolismus von Paclitaxel wird teilweise über die Cytochrom P450-

Isoenzyme CYP2C8 und 3A4 katalysiert (siehe Abschnitt 5.2). Klinische Studien

haben gezeigt, dass der Metabolismus von Paclitaxel über CYP2C8 zu 6α-

Hydroxypaclitaxel den vorherrschenden Abbauweg beim Menschen darstellt. Die

gleichzeitige Anwendung von Ketoconazol, einem bekannten starken Inhibitor von

CYP3A4, hemmt die Elimination von Paclitaxel beim Patienten nicht; folglich

können beide Arzneimittel ohne Dosisanpassung gleichzeitig verabreicht werden.

Weitere Daten zum Interaktionspotenzial zwischen Paclitaxel und anderen

CYP3A4-Substraten/ Inhibitoren sind begrenzt. Deshalb sollte die gleichzeitige

Anwendung von Paclitaxel und Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie

CYP3A4 oder CYP2C8 inhibieren (z. B. Erythromycin, Fluoxetin, Gemfibrozil) oder

induzieren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Efavirenz,

Nevirapin), mit Vorsicht erfolgen.

Die Paclitaxel Clearance wird nicht durch Cimetidin prämedikation beeinflusst.

Studien mit KS-Patienten, die begleitend eine Mehrfachmedikation erhielten,

deuten darauf hin, dass die systemische Clearance von Paclitaxel in Gegenwart

von Nelfinavir und Ritonavir signifikant verringert war, nicht aber in Gegenwart von

Indinavir. Zu Wechselwirkungen mit anderen Proteaseinhibitoren liegen keine

ausreichenden Informationen vor. Folglich sollte Paclitaxel bei Patienten, die

Proteaseinhibitoren als Begleittherapie erhalten, vorsichtig angewendet werden.

Die Menge an Alkohol in diesem Arzneimittel kann die Wirkung anderer

Arzneimittel beeinflussen.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Erfahrungen über die Anwendung von Paclitaxel bei Schwangeren liegen nicht vor.

Insbesondere zeigte es sich bei Kaninchen als embryotoxisch und fetotoxisch und

führte bei Ratten zu einer reduzierten Fertilität.

Wie andere zytotoxische Arzneimittel kann Paclitaxel zu Schäden des Fötus führen

und ist daher in der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Frauen im gebärfähigen Alter sind darauf hinzuweisen, dass sie während der

Behandlung mit Paclitaxel eine Schwangerschaft vermeiden müssen und dass sie

sofort den behandelnden Arzt informieren müssen, falls dennoch eine

Schwangerschaft eintritt.

Weibliche und männliche Patienten und/ oder Ihre Partner im gebährfähigen bzw.

zeugungsfähigen Alter müssen für mind. 6 Monate nach der Behandlung eine

wirksame Methoden zur Schwangerschaftsverhütung anwenden. Männliche

Patienten sollten sich vor der Behandlung mit Paclitaxel aufgrund des Risikos einer

Unfruchtbarkeit bzgl. eine Kryokonservierung der Spermien informieren.

Paclitaxel ist bei Stillenden kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Es ist nicht

bekannt, ob Paclitaxel in die Muttermilch ausgeschieden wird. Während der

Dauer der Behandlung mit Paclitaxel muss daher das Stillen unterbrochen

werden

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Es wurde nicht gezeigt, dass Paclitaxel die Fähigkeiten zum Bedienen von

Maschinen oder die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen kann.

Es ist jedoch zu beachten, dass das medizinische Produkt Alkohol enthält

(siehe 4.4 und 6.1). Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen kann durch den Alkoholgehalt dieses Arzneimittels

beeinträchtigt sein.

4.8

Nebenwirkungen

Wenn nicht anders angegeben, bezieht sich die folgende Diskussion auf die

zusammengefassten Sicherheitsdaten von 812 Patienten mit soliden Tumoren, die

in klinischen Studien mit Paclitaxel als Monotherapie behandelt wurden. Da die KS

Population sehr spezifisch ist, werden die auf einer klinischen Studie mit 107

Patienten basierenden Angaben in einem gesonderten Unterabschnitt am Ende

dieses Abschnittes präsentiert.

Häufigkeit und Schweregrad der Nebenwirkungen sind, wenn nicht anders

angegeben, im Allgemeinen ähnlich bei den Patienten, die Paclitaxel zur

Behandlung von Ovarialkarzinom, Mammakarzinom oder NSCLC erhalten. Keine

der beobachteten Toxizitäten war eindeutig vom Alter der Patienten abhängig.

Eine schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion mit potenziell letalem Ausgang

(definiert als behandlungsbedürftige Hypotonie, Angioödem, Atemnot, die eine

bronchodilatierende Behandlung erforderlich macht oder generalisierte Urtikaria)

trat bei zwei (< 1 %) Patienten auf. Bei 34 % der Patienten (17 % aller

Therapiekurse) traten leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Diese leichten

Überempfindlichkeitsreaktionen, hauptsächlich Flush und Hautausschlag, waren

nicht behandlungsbedürftig und erforderten kein Absetzen der Paclitaxel-Therapie.

Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war Knochenmarksuppression.

Schwere Neutropenie (< 500 Zellen/mm

) ohne fiebrige Episoden trat bei 28 % der

Patienten auf. Nur 1 % der Patienten hatte ≥ 7 Tage eine schwere Neutropenie.

Eine Thrombozytopenie wurde bei 11 % der Patienten berichtet. 3 % der Patienten

hatten mindestens einmal während der Studie eine Blutplättchenzahl (Nadir)

< 50.000/mm

. Anämie wurde bei 64 % der Patienten beobachtet, war aber nur bei

6 % schwer (Hb < 5 mmol/l). Die Inzidenz und die Schwere der Anämie ist

abhängig vom Hämoglobin-Ausgangswert.

Neurotoxizität, hauptsächlich periphere Neuropathie, schien häufiger und in

schwererer Form aufzutreten bei 175 mg/m

als 3 Stunden-Infusion (85 %

Neurotoxizität, 15 % schwer), als bei 135 mg/m

als 24 Stunden-Infusion (25 %

periphere Neuropathie, 3 % schwer) wenn Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin

verabreicht wurde. Bei NSCLC-Patienten und bei Patientinnen mit

Ovarialkarzinom, die Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin erhielten, war

die Inzidenz von schwerer Neurotoxizität offensichtlich höher. Periphere

Neuropathie kann schon während des ersten Behandlungskurses auftreten und

kann sich mit zunehmender Paclitaxel-Exposition verstärken. Periphere

Neuropathie war bei einigen Patienten die Ursache für ein Absetzen von Paclitaxel.

Empfindungsstörungen besserten sich bzw. verschwanden im Allgemeinen

innerhalb einiger Monate nach Absetzen von Paclitaxel. Eine bereits

vorbestehende Neuropathie, als Folge früherer Therapien, stellt keine

Kontraindikation für Paclitaxel dar.

Arthralgie oder Myalgie traten bei 60 % der Patienten auf und waren bei 13 % der

Patienten schwer.

Reaktionen an der Injektionsstelle während der intravenösen Anwendung können

zu lokalisiertem Ödem, Schmerzen, Erythem und Verhärtung führen; gelegentlich

kann Extravasation zu einer Cellulitis führen. Eine Hautverschorfung und/oder

Hautabschälung wurde berichtet, manchmal im Zusammenhang mit einer

Extravasation. Es kann auch zu einer Depigmentierung der Haut kommen. Ein

Wiederauftreten von Hautreaktionen an der Stelle einer vorhergegangenen

Extravasation, wenn Paclitaxel an einer anderen Stelle (ein so genannter ,,Recall‘‘)

infundiert wird, wurde selten berichtet. Eine spezifische Behandlung solcher

Reaktionen, die durch extravasale Gabe auftreten, ist zur Zeit nicht bekannt.

In der folgenden Übersicht sind unerwünschte Ereignisse ungeachtet der

Schweregrade aufgeführt, die im Zusammenhang mit einer Paclitaxel-

Monotherapie (verabreicht als Infusion über 3 Stunden, im metastasierten Stadium,

812 Patienten in klinischen Studien) standen oder die im Rahmen der

Überwachung nach Markteinführung* berichtet wurden.

Die im Folgenden aufgeführte Häufigkeit der Nebenwirkungen ist unter

Berücksichtigung der folgenden Kriterien definiert:

sehr häufig

1/10

häufig

1/100, < 1/10

gelegentlich

1/1.000, < 1/100

selten

1/10.000, < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Untersuchungen:

Häufig: starke Erhöhung der AST (SGOT),

starke Erhöhung der alkalischen

Phosphatase

Gelegentlich: starke Erhöhung des

Bilirubins

Selten*: Anstieg des Kreatinin-Spiegels im

Blut

Herzerkrankungen:

Häufig: Bradykardie

Gelegentlich: Kardiomyopathie,

asymptomatische ventrikuläre Tachykardie,

Tachykardie mit Bigeminie, AV-Block und

Synkope, Myokardinfarkt

Sehr selten*: Vorhofflimmern,

supraventrikuläre Tachykardie

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems:

Sehr häufig: Myelosuppression,

Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie,

Leukopenie, Blutungen

Selten*: Febrile Neutropenie

Sehr selten*: akute myeloische Leukämie,

myelodysplastisches Syndrom

Erkrankungen des

Nervensystems:

Sehr häufig: Neurotoxizität (hauptsächlich

periphere Neuropathie)

Selten*: motorische Neuropathie (mit

daraus resultierender, wenig ausgeprägter

Schwäche in den distalen Extremitäten)

Sehr selten*: autonome Neuropathie (mit

der Folge eines paralytischen Ileus und

orthostatischer Hypotonie), Grandmal-

Anfälle, Konvulsionen, Enzephalopathie,

Schwindel, Kopfschmerzen, Ataxie

Augenerkrankungen:

Sehr selten*: Störungen am Sehnerv

und/oder Sehstörungen

(Flimmerskotomata), vor allem bei

Patienten, die höhere als die empfohlenen

Dosierungen erhielten

Erkrankungen des Ohrs und des

Labyrinths:

Sehr selten*: Ototoxizität, Hörverlust,

Tinnitus, Vertigo

Erkrankungen der Atemwege,

des Brustraumes und

Mediastinums:

Selten*: Dyspnoe, pleurale Ergüsse,

interstitielle Pneumonie, Lungenfibrose,

Lungenembolie, Ateminsuffizienz

Sehr selten*: Husten

1010

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall, Mucositis

Selten*: Ileus, Darmperforation,

ischämische Kolitis, Pankreatitis

Sehr selten*: Thrombose im Mesenterium,

pseudomembranöse Kolitis, Oesophagitis,

Obstipation, Ascites, neutropenische

Kolitis

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes:

Sehr häufig: Alopezie

Häufig: vorübergehende und wenig

ausgeprägte Veränderungen an Nägeln

und Haut

Selten*: Pruritus, Rash, Erythem

Sehr selten*: Stevens-Johnson-Syndrom,

epidermale Nekrolyse, Erythema

multiforme, exfoliative Dermatitis,

Urtikaria, Onycholyse (Patienten sollten

während der Behandlung Sonnenschutz

an Händen und Füßen tragen)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs

und Knochenerkrankungen:

Sehr häufig: Arthralgie, Myalgie

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen:

Sehr selten*: Anorexie

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen:

Sehr häufig: Infektionen (vor allem

Infektionen der Harnwege und des oberen

Respirationstraktes), Fälle mit letalem

Ausgang wurden berichtet

Gelegentlich: septischer Schock

Selten*: Pneumonie, Peritonitis, Sepsis

Gefäßerkrankungen:

Sehr häufig: Hypotonie

Gelegentlich: Hypertonie, Thrombose,

Thrombophlebitis

Sehr selten*: Schock

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Anwendungsort:

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle

(einschließlich lokalisiertem Ödem,

Schmerzen, Erythem, Induration,

gelegentlich kann Extravasation zu einer

Cellulitis, Hautfibrose und Hautnekrose

führen)

Selten*: Asthenie, Pyrexie, Dehydratation,

Ödeme, Unwohlsein

Erkrankungen des

Immunsystems:

Sehr häufig: leichte

Überempfindlichkeitsreaktionen

(hauptsächlich Flush und Hautausschlag)

Gelegentlich: schwerwiegende,

behandlungsbedürftige

Überempfindlichkeitsreaktion (z. B.

Hypotonie, Angioödem, Atemnot,

1111

generalisierte Urtikaria, Schüttelfrost,

Rückenschmerzen, Schmerzen in der

Brust, Tachykardie, Bauchschmerzen,

Schmerzen in den Extremitäten,

Schwitzen und Hypertonie)

Selten*: anaphylaktische Reaktionen

Sehr selten*: anaphylaktischer Schock

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten*: hepatische Nekrose,

hepatische Enzephalopathie (Fälle mit

letalem Ausgang wurden für beide

berichtet)

Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr selten*: Verwirrung

Mammakarzinom-Patientinnen, die Paclitaxel zur adjuvanten Chemotherapie im

Anschluss an die AC-Therapie erhielten, zeigten häufiger neurosensorische

Toxizität, Überempfindlichkeitsreaktionen, Arthralgie/Myalgie, Anämie, Infektionen,

Fieber, Übelkeit/Erbrechen und Durchfall als Patientinnen, die nur nach dem AC-

Schema behandelt wurden. Die Häufigkeit dieser Ereignisse war jedoch in

Übereinstimmung mit der oben berichteten Anwendung von Paclitaxel als

Monotherapie.

Kombinationsbehandlung

Die folgenden Angaben beziehen sich auf zwei große klinische Studien zur First-

line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms (Paclitaxel + Cisplatin: mehr als 1050

Patientinnen); auf zwei Phase III Studien zur First-line Therapie des

metastasierenden Mammakarzinoms: in der einen wurde die Kombination mit

Doxorubicin (Paclitaxel + Doxorubicin: 267 Patienten), in der anderen die

Kombination mit Trastuzumab (eine geplante Subgruppenanalyse Paclitaxel +

Trastuzumab: 188 Patientinnen) untersucht und auf zwei Phase III Studien zur

Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC (Paclitaxel + Cisplatin: mehr als 360

Patienten) (siehe Abschnitt 5.1).

In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms traten bei Patientinnen, die

mit Paclitaxel als Infusion über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin behandelt wurden,

Neurotoxizität, Arthralgie/Myalgie und Überempfindlichkeitsreaktionen häufiger und

in schwererer Form auf als bei Patientinnen, die mit Cyclophosphamid gefolgt von

Cisplatin behandelt wurden. Myelosuppression schien bei Anwendung von

Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin weniger häufig und weniger

schwerwiegend zu sein als bei Anwendung von Cyclophosphamid gefolgt von

Cisplatin.

In der First-line Chemotherapie des metastasierenden Mammakarzinoms traten

Neutropenie, Anämie, periphere Neuropathie, Arthralgie/Myalgie, Asthenie, Fieber

und Diarrhöe nach Paclitaxel-Therapie (220 mg/m

als 3-stündige Infusion 24

Stunden nach Doxorubicin 50 mg/m

) häufiger und schwerwiegender auf als nach

Standard FAC-Therapie (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/m

Cyclophosphamid 500 mg/m

). Übelkeit und Erbrechen schienen mit dem

Paclitaxel (220 mg/m

)/Doxorubicin (50 mg/m

)-Dosierungsschema weniger häufig

und mit geringerem Schweregrad als mit dem Standard FAC-Schema aufzutreten.

Der Einsatz von Kortikosteroiden kann zur geringeren Häufigkeit und Schwere von

Übelkeit und Erbrechen in der Paclitaxel/Doxorubicin-Gruppe beigetragen haben.

Wenn Paclitaxel als dreistündige Infusion in Kombination mit Trastuzumab zur

First-line Therapie an Patienten mit metastasierenden Mammakarzinom

1212

verabreicht wurde, wurden die folgenden Ereignisse häufiger berichtet als unter

Paclitaxel-Monotherapie (unabhängig von einem Zusammenhang mit Paclitaxel

oder Trastuzumab): Herzinsuffizienz (8 % vs. 1 %), Infektion (46 % vs. 27 %),

Schüttelfrost (42 % vs. 4 %), Fieber (47 % vs. 23 %), Husten (42 % vs. 22 %),

Hautausschlag (39 % vs. 18 %), Arthralgie (37 % vs. 21 %), Tachykardie (12 % vs.

4 %), Diarrhöe (45 % vs. 30 %), Hypertonie (11 % vs. 3 %), Nasenbluten (18 % vs.

4 %), Akne (11 % vs. 3 %), Herpes simplex (12 % vs. 3 %), unbeabsichtigte

Verletzungen (13 % vs. 3 %), Schlaflosigkeit (25 % vs. 13 %), Rhinitis (22 % vs. 5

%), Sinusitis (21 % vs. 7 %), und Reaktionen an der Injektionsstelle (7 % vs. 1 %).

Einige dieser Unterschiede könnten auf eine höhere Anzahl und längere Dauer von

Therapiekursen mit der Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination gegenüber der

Paclitaxel-Monotherapie zurückzuführen sein. Schwere Nebenwirkungen wurden

für Paclitaxel/Trastuzumab und Paclitaxel-Monotherapie ähnlich häufig berichtet.

Bei Anwendung von Doxorubicin in Kombination mit Paclitaxel bei

metastasierendem Mammakarzinom wurde eine Minderung der Herzkontraktion (

20 % Verringerung der linksventrikulären Ejektionsfraktion) bei 15 % der Patienten

gegenüber 10 % beim Standard FAC-Dosierungsschema beobachtet. Kongestive

Herzinsuffizienz wurde bei < 1 % sowohl im Paclitaxel/Doxorubicin- als auch im

Standard FAC-Arm beobachtet. Wenn Trastuzumab in Kombination mit Paclitaxel

bei Patientinnen, die zuvor mit Anthrazyklinen behandelt wurden, angewandt

wurde, erhöhte sich die Häufigkeit und Schwere einer kardialen Dysfunktion im

Vergleich zu Patienten, die mit einer Paclitaxel-Monotherapie behandelt wurden

(NYHA Class I/II 10 % vs. 0 %; NYHA Class III/IV 2 % vs. 1 %) und stand selten

mit Todesfällen in Zusammenhang (siehe Fachinformation von Trastuzumab).

Außer in diesen seltenen Fällen sprachen alle Patienten auf eine geeignete

medizinische Behandlung an.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Strahlentherapie erhalten hatten, wurde über

Strahlen-Pneumonitis berichtet.

AIDS assoziiertes Kaposi Sarkom

Mit Ausnahme von hämatologischen und hepatischen Nebenwirkungen (siehe

unten) waren die Häufigkeit und der Schweregrad der Nebenwirkungen im

Allgemeinen bei KS-Patienten (basierend auf einer klinischen Studie mit 107

Patienten) und Patienten, die eine Paclitaxel-Monotherapie gegen andere solide

Tumore erhielten, ähnlich.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Knochenmarkssuppression war

die häufigste dosislimitierende Toxizität. Neutropenie ist die wichtigste

hämatologische Toxizität. Während des ersten Behandlungszyklus kam es bei 20

% der Patienten zu einer schweren Neutropenie (< 500 Zellen/mm

). Über den

gesamten Behandlungszeitraum wurde bei 39 % der Patienten eine schwere

Neutropenie beobachtet. Bei 41 % der Patienten dauerte die Neutropenie länger

als 7 Tage und bei 8 % der Patienten 30 – 35 Tage an. Bei allen nachbeobachteten

Patienten klang die Neutropenie innerhalb von 35 Tagen ab. Die Inzidenz einer

mindestens 7 Tage dauernden Grad-4-Neutropenie betrug 22 %.

Neutropenisches Fieber in Zusammenhang mit Paclitaxel trat bei 14 % der

Patienten und 1,3 % der Behandlungszyklen auf. Während der Paclitaxel-

Anwendung kam es in Zusammenhang mit dem Arzneimittel zu 3 septischen

Zwischenfällen (2,8 %) mit tödlichem Ausgang.

Thrombozytopenie wurde bei 50 % der Patienten beobachtet, bei 9 % in schwerer

Form (< 50.000 Zellen/mm

). Nur bei 14 % der Patienten kam es im Verlauf der

Behandlung mindestens einmal zu einem Abfall der Blutplättchenzahl unter 75.000

Zellen/mm

. Von Blutungen in Zusammenhang mit Paclitaxel wurde bei < 3 % der

1313

Patienten berichtet, die hämorrhagischen Zwischenfälle traten jedoch lokalisiert

auf.

Anämie (Hb < 11 g/dl) wurde bei 61 % der Patienten beobachtet, bei 10 % in

schwerer Form (Hb < 8 g/dl). Bei 21 % der Patienten war eine Erythrozyten-

Transfusion erforderlich.

Leber- und Gallenerkrankungen: Unter den Patienten (mehr als 50 % erhielten

Proteaseinhibitoren) mit normalen Ausgangswerten der Leberfunktion wurden bei

28 %, 43 % und bei 44 % eine Erhöhung der Bilirubinwerte, eine Erhöhung der

alkalischen Phosphatase und eine Erhöhung der AST (SGOT)-Werte beobachtet.

Bei jedem dieser Parameter waren die Werte in 1 % der Fälle stark erhöht.

Macrogolglycerolricinoleat-35 (Ph.Eur.) kann schwere allergische Reaktionen

hervorrufen.

4.9

Überdosierung

Es gibt kein bekanntes Antidot gegen eine Paclitaxel-Überdosierung.

Im Falle einer Überdosierung muss der Patient engmaschig kontrolliert werden.

Die Behandlung sollte sich an die primär erwarteten Toxizitäten richten, wie

Knochenmarksdepression, periphere Neurotoxizität und Mukositis.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Pflanzliche Alkaloide und andere natürliche

Mittel (Taxane)

ATC-Code: L01C D01

Paclitaxel ist ein antimikrotubulärer Wirkstoff, der die Zusammenlagerung der

Mikrotubuli aus den Tubulindimeren fördert und die Mikrotubuli stabilisiert, indem er

ihre Depolymerisation hemmt. Diese Stabilisierung führt zu einer Hemmung der

normalen dynamischen Reorganisation des mikrotubulären Netzwerkes, das für

die vitale Interphase und die mitotischen Zellfunktionen wesentlich ist. Zudem

induziert Paclitaxel eine abnormale Bündelstruktur der Mikrotubuli während des

Zellzyklus und erzeugt multiple Astren während der Mitose.

Ovarialkarzinom

In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms wurden die Sicherheit und

Wirksamkeit von Paclitaxel in zwei großen kontrollierten, randomisierten Studien

untersucht (vs. Cyclophosphamid 750 mg/m

/Cisplatin 75 mg/m

). In der

Intergroup-Studie (BMS CA 139-209) erhielten über 650 Patientinnen mit primärem

Ovarialkarzinom des Stadiums II

, III oder IV entweder bis zu 9 Behandlungskurse

mit Paclitaxel (175 mg/m

über 3 Stunden) gefolgt von Cisplatin (75 mg/m

) oder

die Vergleichsmedikation. In der zweiten großen Studie (GOG-111/BMS CA 139-

022) wurden maximal 6 Behandlungskurse entweder mit Paclitaxel (135 mg/m

über 24 Stunden) gefolgt von Cisplatin (75 mg/m

) oder mit Vergleichsmedikation

bei über 400 Patientinnen mit primärem Ovarialkarzinom Stadium III/IV und einem

Resttumor > 1 cm nach vorausgegangener Laparotomie oder mit Fernmetastasen

bewertet. Zwar wurden die beiden unterschiedlichen Paclitaxel-Dosierungen nicht

direkt miteinander verglichen, jedoch hatten in beiden Studien die Patientinnen, die

mit Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin behandelt wurden, eine signifikant

erhöhte Response-Rate sowie eine signifikante Verlängerung der

1414

progressionsfreien Zeit und der Überlebenszeit im Vergleich zur Standardtherapie.

Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die Paclitaxel als Infusion über

3 Stunden gefolgt von Cisplatin erhielten, zeigten im Vergleich zu Patientinnen, die

mit Cyclophosphamid/Cisplatin behandelt wurden, eine erhöhte Inzidenz von

Neurotoxizität und Arthralgie/Myalgie, jedoch eine verringerte Inzidenz von

Myelosuppression.

Mammakarzinom

Zur adjuvanten Behandlung des Mammakarzinoms wurden 3121 Patientinnen mit

nodal-positivem Mammakarzinom im Anschluss an vier Therapiekurse mit

Doxorubicin und Cyclophosphamid mit adjuvanter Paclitaxel-Therapie oder ohne

weitere Chemotherapie behandelt (CALGB 9344, BMS CA 139-223). Die mediane

Nachbeobachtungszeit betrug 69 Monate. Insgesamt hatten Paclitaxel-

Patientinnen ein signifikant um 18 % verringertes Risiko für ein Rezidiv der

Erkrankung (p = 0,0014), und ein signifikant um 19 % verringertes Sterbe-Risiko (p

= 0,0044) bezogen auf Patientinnen, die nur nach dem AC-Schema behandelt

wurden. Retrospektive Analysen belegen den Nutzen für alle

Patientensubgruppen. Bei Patientinnen mit Tumoren mit negativem oder

unbekanntem Hormon-Rezeptor-Status betrug die Risiko-Reduktion für ein Rezidiv

der Erkrankung 28 % (95 % CI: 0,59 – 0,86). In der Patientensubgruppe mit

Hormonrezeptor-positiven Tumoren betrug die Reduktion des Risikos für ein

Rezidiv der Erkrankung 9 % (95 % CI: 0,78 – 1,07). Die Studie war jedoch nicht

angelegt, einen Effekt einer über 4 Zyklen hinaus verlängerten AC-Therapie zu

untersuchen.

Auf der Basis dieser Studie allein kann nicht ausgeschlossen werden, dass die

beobachteten Effekte zum Teil auf einem Unterschied der Dauer der

Chemotherapie zwischen den beiden Studienarmen beruhen (AC 4 Zyklen, AC +

Paclitaxel 8 Zyklen). Die adjuvante Therapie mit Paclitaxel sollte daher als

Alternative zu einer verlängerten AC-Therapie angesehen werden.

In einer zweiten großen klinischen Studie zur adjuvanten Behandlung des nodal-

positiven Mammakarzinoms mit vergleichbarem Design wurden 3060 Patientinnen

randomisiert entweder einer höheren Paclitaxel-Dosis (225 mg/m

) oder keiner

zusätzlichen Therapie im Anschluss an vier AC-Zyklen zugewiesen (NSABP B-28,

BMS CA139-270). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 64 Monaten

hatten die mit Paclitaxel behandelten Patientinnen ein signifikant um 17 %

verringertes Risiko für ein Rezidiv der Erkrankung (p = 0,006) als Patientinnen, die

nur nach dem AC-Schema behandelt wurden. Die Paclitaxel-Behandlung war mit

einem um 7 % verringerten Sterbe-Risiko verbunden (95 % CI: 0,78 – 1,12). Alle

Subgruppenanalysen zeigten einen Vorteil für den Paclitaxel-Arm. In dieser Studie

betrug die Reduktion des Risikos für ein Rezidiv der Erkrankung bei Patientinnen

mit Hormonrezeptor-positiven Tumoren 23 % (95 % CI: 0,6 – 0,92), in der

Subgruppe mit Patientinnen mit Tumoren mit negativen Hormonrezeptor-Status 10

% (95 % CI: 0,7 – 1,11).

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Paclitaxel in der First-line Therapie des

metastasierenden Mammakarzinoms wurden in zwei pivotalen, randomisierten,

kontrollierten, unverblindeten Phase III Studien untersucht.

In der ersten Studie (BMS CA139-278) wurde die Kombination von

Doxorubicin (50 mg/m

als Bolus) nach 24 Stunden gefolgt von Paclitaxel

(220 mg/m

Infusion über 3 Stunden) (AT-Schema) verglichen mit dem

Standard FAC-Dosierungsschema (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/

, Cyclophosphamid 500 mg/m

), beide angewendet alle drei Wochen

über acht Therapiekurse. In dieser randomisierten Studie waren 267

Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom eingeschlossen, die

entweder keine vorherige Chemotherapie oder nur eine Anthrazyklin-freie

1515

adjuvante Chemotherapie erhalten hatten. Die Ergebnisse zeigten einen

signifikanten Unterschied in der Zeit bis zur Progression zwischen nach

dem AT-Schema und nach dem FAC-Schema behandelten Patientinnen

(8,2 gegenüber 6,2 Monate; p = 0,029). Die mediane Überlebenszeit zeigte

einen Vorteil von Paclitaxel/Doxorubicin im Vergleich zu FAC (23,0

gegenüber 18,3 Monate; p = 0,004). Im AT-Arm erhielten 44 % der

Patientinnen Second-line Chemotherapie, im FAC-Arm 48 %, davon

enthielten 7 % (AT-Arm) bzw. 50 % (FAC-Arm) auch Taxane. Die

Gesamtansprechrate war auch signifikant höher im AT-Arm als im FAC-Arm

(68 % gegenüber 55 %). Komplettes Ansprechen wurde bei 19 % der

Patientinnen im Paclitaxel/Doxorubicin-Arm gegenüber 8 % der

Patientinnen im FAC-Arm beobachtet. Alle Ergebnisse zur Wirksamkeit

wurden durch eine verblindete unabhängige Überprüfung bestätigt.

In der zweiten pivotalen Studie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit

von Paclitaxel in Kombination mit Herceptin in einer geplanten

Subgruppenanalyse der Studie HO648g (Patientinnen mit

metastasierendem Mammakarzinom, die adjuvant mit Anthrazyklinen

vorbehandelt waren) bestimmt. Die Wirksamkeit von Herceptin in

Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen, die nicht mit Anthrazyklinen

adjuvant vorbehandelt worden waren, ist nicht nachgewiesen.

Die Kombination von Trastuzumab (4 mg/kg Loading-Dose, danach 2

mg/kg wöchentlich) und Paclitaxel (175 mg/m

, 3-stündige Infusion alle 3

Wochen) wurde bei 188 Patientinnen mit metastasierendem

Mammakarzinom, die HER-2 überexprimierten (2+ oder 3+;

immunhistochemisch gemessen) und mit Anthrazyklinen vorbehandelt

waren, verglichen mit einer Paclitaxel-Monotherapie (175 mg/m

, 3-stündige

Infusion alle 3 Wochen). Paclitaxel wurde alle 3 Wochen über mindestens 6

Therapiekurse angewendet, Trastuzumab wöchentlich bis zur Progression

der Erkrankung. Die Studie zeigte einen signifikanten Nutzen der Paclitaxel/

Trastuzumab-Kombination im Vergleich zur Paclitaxel-Monotherapie

bezüglich der progressionsfreien Zeit (6,9 vs. 3,0 Monate), der

Ansprechrate (41 % vs. 17 %) und der Dauer des Ansprechens (10,5 vs.

4,5 Monate).

Die bedeutsamste unter der Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination

beobachtete Toxizität war eine Herzfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.8).

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

In der Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC wurde die Kombination von

Paclitaxel 175 mg/m

gefolgt von Cisplatin 80 mg/m

in 2 Phase-III-Studien

untersucht (367 Patienten erhielten Paclitaxel-haltige Regime). Beide Studien

waren randomisiert, eine Studie verglich mit einer Behandlung mit Cisplatin 100

mg/m

, die andere Studie verwendete Teniposid 100 mg/m

gefolgt von Cisplatin

80 mg/m

als Vergleich (367 Patienten erhielten die Vergleichsmedikation). Die

Ergebnisse der beiden Studien waren ähnlich. Bezüglich des primären Endpunktes

Mortalität bestand kein signifikanter Unterschied zwischen Paclitaxel-haltigem

Regime und der Vergleichsmedikation (mittlere Überlebenszeit 8,1 und 9,5 Monate

unter Paclitaxel-haltigem Regime, 8,6 und 9,9 Monate unter Vergleichsmedikation).

Bezüglich der progressionsfreien Überlebenszeit bestand ebenfalls kein

signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsregimen. Die klinische

Ansprechrate war unter den Paclitaxel-haltigen Regimen signifikant besser. Die

Ergebnisse zur Lebensqualität weisen auf einen Vorteil Paclitaxel-haltiger Regime

hinsichtlich Appetitlosigkeit und liefern einen klaren Beweis für die Unterlegenheit

Paclitaxel-haltiger Regime hinsichtlich peripherer Neuropathie (p< 0,008).

AIDS assoziiertes Kaposi Sarkom

1616

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Paclitaxel in der Behandlung des AIDS

assoziierten Kaposi Sarkoms wurde in einer nicht-vergleichenden Studie bei

Patienten mit fortgeschrittenem KS untersucht, die zuvor eine systemische

Chemotherapie erhalten hatten. Primärer Endpunkt war das optimale Ansprechen

des Tumors. 63 von 107 Probanden wurden als resistent gegenüber liposomalen

Anthrazyklinen eingestuft. Diese Untergruppe galt als die Kerngruppe bezüglich

der Wirksamkeit der Therapie.

Die Gesamt-Erfolgsquote (vollständiges oder teilweises Ansprechen) bei den

gegenüber liposomalen Anthrazyklinen resistenten Patienten lag nach 15

Behandlungszyklen bei 57 % (CI 44 – 70 %). In über 50 % wurde ein

Ansprechen nach den ersten drei Behandlungszyklen beobachtet. In der

Gruppe der gegenüber liposomalen Anthrazyklinen resistenten Patienten war

die Ansprechrate bei Patienten, die nie einen Proteasehemmer erhalten hatten

(55,6 %) vergleichbar derer, die vor der Behandlung mit Paclitaxel mindestens 2

Monate einen Proteasehemmer erhalten hatten (60,9 %). Die mediane Zeit bis

zur Progression betrug in der Kerngruppe 468 Tage (95 %, CI 257-NE). Die

mediane Überlebenszeit konnte nicht berechnet werden, aber die untere 95 %

Grenze lag in der Kerngruppe bei 617 Tagen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Anwendung zeigt Paclitaxel eine biphasische Abnahme der

Plasmakonzentration.

Die Pharmakokinetik von Paclitaxel wurde nach Anwendung einer Dosis von 135

mg/m

und 175 mg/m

über 3 und 24 Stunden Infusionsdauer bestimmt und die

mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit lag zwischen 3,0 und 52,7 Stunden.

Die mittlere, nicht Kompartiment-bezogene Gesamtkörper-Clearance, , lag im

Bereich von 11,6 bis 24,0 l/Std./m

und scheint mit der Höhe der

Plasmakonzentration von Paclitaxel abzunehmen. Das durchschnittliche Steady-

State-Verteilungsvolumen beträgt zwischen 198 und 688 l/m

, ein Hinweis auf eine

hohe extravaskuläre Verteilung und/oder Gewebebindung. Bei einer Infusionszeit

von 3 Stunden resultiert eine Steigerung der Dosis in einer nichtlinearen

Pharmakokinetik. Bei Erhöhung der Dosis um 30 % von 135 mg/m

auf 175 mg/m

erhöhen sich die Werte für C

und AUC

0–x

um 75 bzw. 81 %.

Nach der intravenösen Anwendung einer Dosis von 100 mg/m

als 3-stündige

Infusion an 19 Patienten mit KS, betrug die mittlere C

1.530 ng/ml (761 bis 2.860

ng/ml) und die mittlere AUC 5.619 ngh/ml (2.609 bis 9.428 ngh/ml).

Die Clearance betrug 20,6 l/h/m

(11 bis 38 l/h/m

) und das Verteilungsvolumen

291 l/m

(121 bis 638 l/m

). Die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit betrug

23,7 Stunden (12 bis 33 Stunden).

Es zeigte sich eine minimale Variabilität der systemischen Exposition von

Paclitaxel beim gleichen Patienten. Es gab keine Hinweise auf eine Akkumulation

von Paclitaxel bei wiederholten Therapiekursen.

In-vitro-Studien zur Bindung von Paclitaxel an menschliches Serumeiweiß zeigen,

dass 89 – 98 % des Arzneistoffes gebunden sind. Cimetidin, Ranitidin,

Dexamethason und Diphenhydramin hatten keinen Einfluss auf die Eiweißbindung

von Paclitaxel.

Die Verteilung von Paclitaxel im menschlichen Organismus ist nicht voll aufgeklärt.

Die durchschnittliche kumulative Wiederfindung von nicht metabolisiertem

Arzneistoff im Harn betrug zwischen 1,3 und 12,6 % der verabreichten Dosis, ein

Hinweis auf beachtliche nichtrenale Ausscheidung. Verstoffwechselung in der

1717

Leber und Ausscheidung mit der Galle sind möglicherweise die

Hauptmechanismen für den Metabolismus von Paclitaxel. Paclitaxel scheint

vorrangig über Cytochrom P450-Enzyme metabolisiert zu werden. Nach

Anwendung von radioaktiv markiertem Paclitaxel wurden im Durchschnitt jeweils

26 %, 2 % und 6 % der Radioaktivität über die Faeces als 6α-Hydroxypaclitaxel, 3’-

p-Hydroxypaclitaxel und 6α-3’-p-Dihydroxypaclitaxel ausgeschieden. Die Bildung

dieser hydroxylierten Metaboliten wird jeweils durch CYP2C8, CYP3A4 bzw. beide,

CYP2C8 und CYP3A4, katalysiert. Die Auswirkung einer renalen oder hepatischen

Dysfunktion auf die Verstoffwechselung von Paclitaxel nach einer Infusion über 3

Stunden ist nicht endgültig untersucht. Pharmakokinetische Parameter, die von

einem Patienten gewonnen wurden, der sich einer Hämodialyse unterzog und

Paclitaxel als Infusion über 3 Stunden (135 mg/m

) erhielt, waren im gleichen

Bereich wie die von Patienten, die unter keiner Dialysebehandlung standen.

In klinischen Studien, bei denen Paclitaxel und Doxorubicin gleichzeitig

angewendet wurden, war die Verteilung und Elimination von Doxorubicin und

seinen Metaboliten verzögert. Die Gesamtplasmaexposition von Doxorubicin war

um 30 % höher, wenn Paclitaxel unmittelbar nach Doxorubicin verabreicht wurde,

als wenn ein Zeitraum von 24 Stunden zwischen der Anwendung beider

Arzneimittel lag.

Bei Anwendung von Paclitaxel in Kombination mit anderen Therapien sind den

Fachinformationen von Cisplatin, Doxorubicin bzw. Trastuzumab weitere

Informationen über die Anwendung dieser Arzneimittel zu entnehmen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Untersuchungen zum karzinogenen Potenzial von Paclitaxel liegen nicht vor.

Jedoch zählt Paclitaxel aufgrund seines pharmakodynamischen

Wirkmechanismus zu den potenziell karzinogenen und genotoxischen

Wirkstoffen. Paclitaxel erwies sich im Rahmen von In-vitro- und In-vivo-

Untersuchungen an Säugetierzellsystemen als mutagen. Bei Kaninchen hatte

Paclitaxel einen embryotoxischen sowie fetotoxischen Effekt und bei Ratten ist

die Fertilität reduziert.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Citronensäure

Macrogolglycerolricinoleat 35 (Ph.Eur.)

Ethanol 50%

6.2

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf mit keinem anderen außer mit den in Abschnitt 6.6 genannten

Arzneimitteln gemischt werden.

Macrogolglycerolricinoleat kann zu einer Freisetzung von Bis(2-

ethylhexyl)phthalat (DEHP) aus Behältern, die mit Polyvinylchlorid (PVC)

plastifiziert sind, führen. Der Kontakt zwischen Bendatax und behältnissen bzw.

geräten die PVC enthalten und zur herstellung der Lösung gedacht sind sollte

vermieden werden (siehe Abschnitt 6.6).

1818

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Durchstechflaschen nach Anbruch, vor Verdünnung

Entsprechend der chemisch-physikalischen Stabilität des Konzentrats kann das

Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen bis maximal 28 Tage bei 25°C

aufbewahrt werden. Andere Lagerzeiten und -bedingungen nach Anbruch liegen in

der Verantwortung des Anwenders.

Nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen

Infusionslösung wurde bei 5 °C und bei 25 °C für einen Zeitraum von 7 Tagen

bei Verdünnung mit 5 %iger Glucoselösung und 5 %iger Glucose in Ringer

Lösung zur Injektion nachgewiesen, sowie über 14 Tage bei Verdünnung mit

0,9 %iger Natriumchloridlösung zur Injektion. Unter mikrobiologischen

Gesichtspunkten sollte die gebrauchsfertige Lösung sofort verwendet werden.

Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen

bis zur Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten

normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 – 8 °C liegen, wenn die

Verdünnung unter kontrollierten und sterilen Bedingungen stattgefunden hat.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Einfrieren wirkt sich nicht auf die Zubereitung aus. Kühlung kann zur Ausfällung

führen welche sich jedoch bei Raumtemperatur durch leichtes oder bereits ohne

Schütteln wieder auflöst. Bleibt die Lösung trübe oder bildet sich ein nicht löslicher

Niederschlag, sollte die Durchstechflasche verworfen werden.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Glas-Durchstechflasche (Type I Ph.Eur.) mit Bromobutyl-Gummistopfen und

Metallkappe (Aluminium) mit Polypropylenscheibe.

Packungsgrößen

Durchstechflasche mit 1 x 5 ml (30 mg Paclitaxel)

Durchstechflasche mit 1 x 16,7 ml (100 mg Paclitaxel l)

Durchstechflasche mit 1 x 25 ml (150 mg Paclitaxel)

Durchstechflasche mit 1 x 50 ml (300 mg Paclitaxel)

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung <und sonstige

Hinweise zur Handhabung>

Handhabung

Wie bei allen antineoplastischen Mitteln muss die Handhabung von Bendatax mit

besonderer Vorsicht erfolgen. Verdünnungen sind unter aseptischen Bedingungen

nur von erfahrenen Personen und in besonders ausgewiesenen Räumen

vorzunehmen. Es sind Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um einen Kontakt mit

Haut und Schleimhaut zu verhindern. Bei Hautkontakt wurde Kribbeln, Brennen

und Rötung beobachtet. Bei Inhalation wurde über Dyspnoe, Brustschmerz,

Brennen im Rachen und Brechreiz berichtet.

1919

Vorsichtsmaßnahmen bei Herstellung von Bendatax Infusionslösung

Um Patienten in möglichst geringem Ausmaß DEHP auszusetzen, das aus

PVC-Infusionsbeuteln, -sets oder anderen medizinischen Instrumenten

herausgelöst werden kann, dürfen verdünnte Lösungen von Paclitaxel nur in

Flaschen (Glas, Polypropylen) oder in Plastikbehältnissen (Polypropylen,

Polyolefin) aufbewahrt werden, die kein PVC enthalten oder aus PVC

bestehen. Die Anwendung soll mittels Infusionssets mit

Polyethylenauskleidung erfolgen. Filtervorrichtungen (z.B. Ivex-2

), die einen

kurzen Einlass- bzw. Auslass-Teil aus PVC haben, führten zu keiner

deutlichen Freisetzung von DEHP.

Es sollten ein Schutzraum und Schutzhandschuhe verwendet und ein

Schutzkittel getragen werden. Wenn kein Schutzraum vorhanden ist, sind

Mundschutz und Schutzbrille zu tragen.

Geöffnete Packungen wie Injektionsflaschen und Infusionsbeutel sowie

benutzte Kanülen, Spritzen. Katheter, Röhrchen und Reste von Zytostatika

müssen als Sondermüll angesehen werden und unterliegen lokalen

Richtlinien zur Handhabung von GEFAHRSTOFFEN.

Im Falle eines Verschüttens sind untenstehende Anweisungen zu befolgen:

– es ist Schutzkleidung zu tragen

– zerbrochenes Glas muss in einem ABFALLBEHÄLTER FÜR

GEFAHRSTOFFE gesammelt werden

– kontaminierte Oberflächen müssen mit reichlich kaltem Wasser

gründlich gereinigt werden

– die gereinigten Oberflächen müssen anschließend gründlich

abgetrocknet werden und das hierzu verwendete Material muss als

GEFAHRSTOFFABFALL entsorgt werden.

Sollte Bendatax mit der Haut in Kontakt kommen, sofort mit viel fließendem

Wasser und anschließend mit Wasser und Seife abwaschen. Im Falle eines

Kontaktes mit den Schleimhäuten sofort gründlich mit Wasser abwaschen.

Wenn Sie irgendwelche Beschwerden haben, suchen Sie einen Arzt auf.

Sollte Bendatax mit den Augen in Kontakt kommen, spülen Sie diese mit

reichlich Wasser. Suchen Sie umgehend einen Augenarzt auf.

Herstellung der Infusionslösung

Sogenannte „geschlossene Systeme“, z. B. ein Chemo-Pin oder ähnliche

Instrumente sollen zur Entnahme der Dosis aus der Durchstechflasche nicht

verwendet werden, da der Gummistopfen beschädigt und die Sterilität somit nicht

mehr gewährleistet sein kann.

Herstellung, Lagerung und Anwendung müssen mit nicht PVC-haltigen Materialien

durchgeführt werden (siehe Abschnitt 6.2).

Vor der Infusion muss Bendatax unter aseptischen Bedingungen gelöst werden.

Die folgenden Infusionslösungen können zur Lösung verwendet werden:

Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%) Infusionslösung und/ oder Cellulose 50 mg/ml (5%)

Infusionslösung oder Dextrose 50 mg/ ml (5%) Ringer-Lösung. Paclitaxel kann bis

zu einem finalen Konzentrat von 0,3 – 1,2 mg/ml gelöst werden.

In seltenen Fällen wurde über Ausfällungen während der Infusion von Paclitaxel

berichtet, üblicherweise gegen Ende einer 24-stündigen Infusion. Die Ursache für

diese Ausfällungen ist unklar, sie steht aber wahrscheinlich mit einer Übersättigung

der verdünnten Infusionslösung in Zusammenhang. Um die Gefahr von

Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel so bald wie möglich nach Herstellung

der verdünnten Infusionslösung verabreicht werden. Übermäßige Bewegungen,

Vibrationen oder Schütteln sollte vermieden werden. Während der Infusion ist das

Aussehen der Lösung regelmäßig zu inspizieren. Die Infusion ist bei Auftreten von

Niederschlag zu stoppen.

2020

Bei der Zubereitung kann die Lösung Schlieren bilden, welche auf das

Lösungsmittel im Konzentrat zurückzuführen sind; diese sind durch Filtrieren nicht

zu beseitigen. Um die Gefahr von Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel so

bald wie möglich nach Herstellung der verdünnten Infusionslösung verabreicht

werden.

Die Infusionslösung sollte vor der Infusion visuell auf Änderungen und

Verfärbungen überprüft werden.

Infusionstechnik

Die Infusionslösung sollte als i.v. Infusion mittels in-line Filter mit einer <0,22 µm

Mikroporenmembran verabreicht werden (bei einer simulierten Gabe der Lösung

durch i.v. Schläuche mit in-line Filter konnte kein signifikanter Wirkungsverlust

festgestellt werden). Das Infusionset sollte vor der Anwendung gründlich gereinigt

werden. Während der Infusion sollte das Aussehen der Lösung streng kontrolliert

und die Infusion gestoppt werden sobald Ablagerungen auftreten.

Entsorgung

Alle Materialien, die zur Verdünnung oder Anwendung verwendet wurden oder

die auf andere Weise mit Paclitaxel in Kontakt gekommen sind, müssen den

üblichen Standards für zytostatische Wirkstoffe entsprechend entsorgt werden.

Nicht verwendete Lösung oder Abfallmaterial muss gemäß den örtlichen

Richtlinien vernichtet werden

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Bendalis GmbH

Keltenring 17

82041 Oberhaching

8.

ZULASSUNGSNUMMER

69664.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

30.04.2010

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2010

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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