Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-04-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-02-2021

Wirkstoff:
BENDAMUSTIN HYDROCHLORID MONOHYDRAT
Verfügbar ab:
Azad Pharma GmbH
ATC-Code:
L01AA09
INN (Internationale Bezeichnung):
BENDAMUSTINE HYDROCHLORIDE MONOHYDRATE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
136828
Berechtigungsdatum:
2016-03-29

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Bendamustinhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Bendamustin Azad und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Bendamustin Azad beachten?

Wie ist Bendamustin Azad anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Bendamustin Azad aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Bendamustin Azad und wofür wird es angewendet?

Bendamustin Azad ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von bestimmten Arten von

Krebserkrankungen angewendet wird (zytotoxisches Arzneimittel).

Bendamustin Azad wird entweder alleine (Monotherapie) oder in Kombination mit anderen

Arzneimitteln zur Behandlung der folgenden Krebserkrankungen angewendet:

Chronisch-lymphatische Leukämie (bestimmte Art von Krebs der weißen Blutzellen), falls eine

Kombinations-Chemotherapie mit Fludarabin für Sie nicht geeignet ist,

Non-Hodgkin-Lymphome (Krebs, welcher in einem bestimmten Typ weißer Blutzellen beginnt, die

normalerwiese Infektionen bekämpfen), die nicht oder nur kurz auf eine vorhergehende Rituximab-

Behandlung angesprochen haben.

Multiples Myelom (ein Krebs an Plasmazellen, ein weißer Blutzelltyp, der im Knochenmark

vorkommt), falls eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzellentransplantation, eine

Thalidomid oder Bortezomib enthaltende Behandlung für Sie nicht geeignet ist.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Bendamustin Azad beachten?

Bendamustin Azad darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Bendamustinhydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

während Sie stillen; falls eine Behandlung mit Bendamustin Azad während der Stillzeit notwendig

sein sollte, müssen Sie abstillen (siehe Abschnitt „Schwangerschaft, Stillzeit und

Fortpflanzungsfähigkeit“);

wenn Sie eine schwere Leberfunktionsstörung haben (Schäden der funktionsfähigen Leberzellen);

bei Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut oder des Weißen im Auge aufgrund von Leber- oder

Bluterkrankungen);

wenn Sie eine stark eingeschränkte Knochenmarkfunktion (Knochenmarkdepression) haben und

sich die Zahl der weißen Blutzellen und Blutplättchen im Blut stark verändert hat;

wenn Sie sich in den letzten 30 Tagen vor Behandlungsbeginn einem größeren chirurgischen

Eingriff unterzogen haben;

wenn Sie eine Infektion haben, insbesondere wenn diese mit einer Verminderung der Anzahl der

weißen Blutzellen (Leukopenie) einhergeht;

gemeinsam mit einer Gelbfieberimpfung.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie während oder nach der Behandlung Folgendes an sich

bemerken oder andere dies an Ihnen bemerken: Gedächtnisverlust, Denkstörungen, Schwierigkeiten

beim Gehen oder Sehstörungen – diese könnten durch eine sehr seltene, aber schwerwiegende

Gehirninfektion verursacht werden, die tödlich verlaufen kann (progressive multifokale

Leukenzephalopathie, kurz: PML).

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie verdächtige Hautveränderungen bemerken, denn es kann bei

der Anwendung dieses Arzneimittels ein erhöhtes Risiko bestimmter Arten von Hautkrebs (weißer

Hautkrebs) bestehen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Bendamustin Azad anwenden:

Bei verminderter Fähigkeit des Knochenmarks, Blutzellen zu bilden. Vor Beginn der Behandlung

sowie vor jeder weiteren Behandlungsreihe mit Bendamustin Azad und in den Pausen zwischen

zwei Behandlungsreihen muss die Anzahl der weißen Blutzellen und der Blutplättchen in Ihrem

Blut kontrolliert werden.

bei Auftreten von Infektionen. Falls Sie Zeichen einer Infektion wie Fieber oder Atembeschwerden

bei sich feststellen, verständigen Sie bitte Ihren Arzt;

bei Hautreaktionen während der Behandlung mit Bendamustin Azad. Diese Hautreaktionen können

an Schwere zunehmen;

bei einem sich ausbreitenden, schmerzhaften roten oder leicht lilafarbenen Ausschlag mit

Blasenbildung und/oder anderen Läsionen, die auf der Schleimhaut (z.B. Mund und Lippen)

erscheinen, insbesondere dann, wenn zuvor Lichtempfindlichkeit, Atemwegsinfektionen (z.B.

Bronchitis) und/oder Fieber aufgetreten waren;

bei bestehenden Herzerkrankungen, wie z. B. Herzinfarkt, Brustschmerzen, schweren

Herzrhythmusstörungen (unregelmäßigem Herzschlag);

bei Schmerzen in der Nierengegend, Blut im Harn oder einer verminderten Harnmenge; Falls Sie

an einer sehr schweren Krankheit leiden, ist Ihr Körper möglicherweise nicht in der Lage, alle

Abbauprodukte der absterbenden Krebszellen auszuscheiden. Dies kann innerhalb von 48 Stunden

nach der ersten Dosis von Bendamustin Azad zu Nierenversagen und Herzproblemen führen

(Tumorlysesyndrom). Ihr Arzt ist sich dessen bewusst und wird dafür sorgen, dass Sie ausreichend

mit Flüssigkeit versorgt sind und Ihnen unter Umständen andere Arzneimittel geben, um das zu

verhindern.

im Falle von schweren allergischen oder Überempfindlichkeitsreaktionen. Achten Sie nach Ihrer

ersten Behandlungsreihe auf etwaige Reaktionen auf die Infusion.

Männern, die mit Bendamustin Azad behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung

und bis zu 6 Monate nach deren Ende kein Kind zu zeugen. Da eine dauerhafte Unfruchtbarkeit

möglich ist, sollten Sie sich vor Behandlungsbeginn über die Möglichkeit einer

Spermienkonservierung beraten lassen.

Eine ungewollte Injektion in das Gewebe außerhalb der Blutgefäße (extravasale Injektion) muss sofort

abgebrochen werden. Nach kurzem Aufziehen sollte die Nadel entfernt werden. Danach sollte die

betroffene Gewebestelle gekühlt und der Arm hoch gelagert werden. Zusätzliche

Behandlungsmaßnahmen wie z.B. die Gabe von Kortikosteroiden zeigen keinen eindeutigen Nutzen

(siehe Abschnitt 4).

Die Anwendung von Bendamustin Azad kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Kinder und Jugendliche

Es liegen keine Erfahrungen in der Anwendung von Bendamustin bei Kindern und Jugendlichen vor.

Anwendung von Bendamustin Azad zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Bei Anwendung von Bendamustin Azad in Kombination mit Arzneimitteln, die die Bildung von Blut

im Knochenmark hemmen, kann sich die hemmende Wirkung auf das Knochenmark verstärken.

Wenn Bendamustin Azad in Kombination mit Arzneimitteln, die Ihre Abwehrkraft (Immunreaktion)

verändern, angewendet wird, kann diese Wirkung verstärkt werden.

Zytostatische Arzneimittel (Krebsmittel) können die Wirksamkeit von Lebendimpfstoffen gegen

Virusinfektionen vermindern. Außerdem erhöhen zytostatische Arzneimittel das Risiko einer Infektion

nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff (Impfung gegen Virusinfektionen).

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft

Bendamustin Azad kann genetische Schäden verursachen und hat in Tierstudien Missbildungen

hervorgerufen. Sie dürfen Bendamustin Azad während der Schwangerschaft nicht anwenden, sofern

dies nicht ausdrücklich von Ihrem Arzt als notwendig erachtet wird. Falls Sie eine Behandlung

erhalten,

lassen Sie sich von Ihrem Arzt über die Risiken möglicher Nebenwirkungen der Behandlung

auf das ungeborene Kind beraten; eine genetische Beratung wird empfohlen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor und während der Behandlung mit Bendamustin Azad eine

wirksame Methode der Empfängnisverhütung anwenden. Falls Sie während der Behandlung mit

Bendamustin Azad schwanger werden, informieren Sie umgehend Ihren Arzt und nehmen Sie eine

genetische Beratung in Anspruch.

Fortpflanzungsfähigkeit

Männer sollten während der Behandlung mit Bendamustin Azad und bis 6 Monate nach Ende der

Behandlung kein Kind zeugen. Es besteht das Risiko, dass eine Behandlung mit Bendamustin Azad zu

Unfruchtbarkeit führt. Daher empfiehlt es sich, vor Beginn der Behandlung eine Beratung zur

Spermakonservierung in Erwägung zu ziehen.

Stillzeit

Bendamustin Azad darf während der Stillzeit nicht angewendet werden. Falls eine Behandlung mit

Bendamustin Azad während der Stillzeit notwendig sein sollte, müssen Sie abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen

Bendamustin Azad hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Lenken Sie kein Fahrzeug oder bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie Nebenwirkungen wie

Schwindel oder Koordinationsstörungen bemerken.

Wie ist Bendamustin Azad anzuwenden?

Bendamustin Azad wird in unterschiedlicher Dosierung über 30 - 60 Minuten in eine Vene

verabreicht, entweder allein (Monotherapie) oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln.

Die Behandlung sollte nicht begonnen werden, wenn die Zahl der weißen Blutzellen (Leukozyten)

und/oder die Zahl der Blutplättchen unter einen bestimmten Wert abgefallen ist.

Ihr Arzt wird diese Werte regelmäßig ermitteln.

Chronisch-lymphatische Leukämie

100 mg Bendamustin Azad pro m

Körperoberfläche

(beruhend auf Ihrer Größe und Ihrem Gewicht)

an den Tagen 1 + 2

Wiederholung der Behandlungsreihe nach 4 Wochen bis zu 6 Mal

Non-Hodgkin-Lymphome

120 mg Bendamustin Azad pro m

Körperoberfläche

(beruhend auf Ihrer Größe und Ihrem Gewicht)

an den Tagen 1 + 2

Wiederholung der Behandlungsreihe nach 3 Wochen mindestens 6 Mal

Multiples Myelom

120 - 150 mg Bendamustin Azad pro m

Körperoberfläche

(beruhend auf Ihrer Größe und Ihrem Gewicht)

an den Tagen 1 + 2

Prednison 60 mg pro m

Körperoberfläche (beruhend auf

Ihrer Größe und Ihrem Gewicht) intravenös oder zum

Einnehmen

an den Tagen 1 - 4

Wiederholung der Behandlungsreihe nach 4 Wochen mindestens 3 Mal

Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn die Zahl der weißen Blutzellen (Leukozyten) und/

oder der Blutplättchen unter einen bestimmten Wert abfällt. Die Behandlung kann fortgesetzt werden,

wenn sich die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen im Blut wieder erhöht hat.

Funktionsstörungen der Leber oder der Nieren

Je nach Grad Ihrer Leberfunktionsstörung kann es notwendig sein, die Dosis entsprechend anzupassen

(um 30 % bei mittelschwerer Leberfunktionsstörung). Bei einer Nierenfunktionsstörung ist keine

Dosisanpassung nötig. Ihr behandelnder Arzt wird entscheiden, ob eine Dosisanpassung erforderlich

ist.

Art der Anwendung

Die Behandlung mit Bendamustin Azad darf nur von Ärzten mit entsprechender Erfahrung in der

Tumortherapie erfolgen. Ihr Arzt wird Ihnen die genaue Dosis von Bendamustin Azad verabreichen

und dabei die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen die Infusionslösung nach der Zubereitung wie vorgegeben

verabreichen. Die Lösung wird als kurzzeitige Infusion innerhalb von 30 - 60 Minuten in eine Vene

verabreicht.

Dauer der Anwendung

Für die Behandlung mit Bendamustin Azad ist keine generelle zeitliche Begrenzung vorgesehen. Die

Dauer der Behandlung ist von der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Behandlung abhängig.

Wenn Sie sich Sorgen machen oder Fragen zur Behandlung mit Bendamustin Azad haben, sprechen

Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von Bendamustin Azad vergessen haben

Falls eine Dosis von Bendamustin Azad vergessen wurde, wird Ihr Arzt in der Regel das normale

Dosisschema beibehalten.

Wenn Sie die Anwendung von Bendamustin Azad abbrechen

Ihr behandelnder Arzt wird entscheiden, ob die Behandlung zu unterbrechen ist oder eine Umstellung

auf ein anderes Arzneimittel erfolgen soll.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Einige der unten aufgeführten Veränderungen können nach Tests, die von Ihrem Arzt durchgeführt

wurden, festgestellt werden.

Nach einer versehentlichen Injektion ins Gewebe außerhalb der Blutgefäße (extravasale Injektion)

wurde sehr selten ein Gewebezerfall (Nekrose) beobachtet. Ein Brennen an der Einstichstelle der

Infusionsnadel kann ein Zeichen für eine Verabreichung außerhalb der Blutgefäße sein. Die Folgen

einer solchen Verabreichung können Schmerzen und schlecht heilende Hautschäden sein.

Die dosisbegrenzende Nebenwirkung von Bendamustin Azad ist eine Beeinträchtigung der

Knochenmarkfunktion, die sich meist nach der Behandlung wieder normalisiert. Eine beeinträchtigte

Knochenmarkfunktion kann zu einer niedrigeren Anzahl an Blutzellen führen, was zu einem erhöhten

Infektionsrisiko, einer Blutarmut (Anämie) oder einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Niedrige Anzahl der weißen Blutzellen (krankheitsbekämpfende Blutzellen) (Leukopenie)

Abnahme des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin, ein Protein in den roten Blutzellen, das den

Körper mit Sauerstoff versorgt)

Niedrige Anzahl an Blutplättchen (farblose Blutzellen, die bei der Blutgerinnung helfen)

(Thrombozytopenie)

Infektionen

Übelkeit

Erbrechen

Schleimhautentzündung

Erhöhte Kreatininspiegel im Blut (ein chemisches Abbauprodukt das von Ihren Muskeln produziert

wird)

Erhöhte Harnstoffspiegel im Blut (ein chemisches Abbauprodukt)

Fieber

Erschöpfung (Müdigkeit)

Kopfschmerzen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Blutungen (Hämorrhagien)

Gestörter Stoffwechsel aufgrund von absterbenden Krebszellen, deren Inhalt in den Blutkreislauf

freigesetzt wird.

Abnahme der roten Blutzellen, die zu Hautblässe und Schwäche oder Atemlosigkeit führt (Anämie)

Niedrige Anzahl an Neutrophilen (eine häufig vorkommende Art weißer Blutzellen für die

Infektabwehr) (Neutropenie)

Überempfindlichkeitsreaktionen, wie allergische Hautentzündung (Dermatitis), Nesselausschlag

(Urtikaria)

Anstieg der Leberenzyme AST/ALT (die ein Hinweis auf Entzündung oder Zerstörung der

Leberzellen sein können)

Anstieg des Enzyms Alkalische Phosphatase (ein Enzym, das vorwiegend in Leber und Knochen

gebildet wird)

Anstieg des Gallenpigments (ein Abbauprodukt beim normalen Zerfall von roten Blutzellen)

Niedrige Kaliumspiegel im Blut (notwendig für die Funktion von Nerven- und Muskelzellen

inklusive jener des Herzens)

Gestörte Funktion (Dysfunktion) des Herzens wie Herzklopfen (Palpitationen) oder Schmerzen im

Brustkorb (Angina pectoris)

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)

Niedriger oder hoher Blutdruck (Hypotonie oder Hypertonie)

Störung der Lungenfunktion

Durchfall

Verstopfung

Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitis)

Appetitlosigkeit

Haarausfall

Hautveränderungen

Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)

Schmerzen

Schlaflosigkeit

Schüttelfrost

Austrocknung (Dehydrierung)

Schwindel

Juckender Hautausschlag (Urtikaria)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Flüssigkeitsaustritt in den Perikardraum)

unzureichende Produktion sämtlicher Blutzellen im Knochenmark (schwammartige

Knochensubstanz, in der Blutzellen gebildet werden) (myelodysplastisches Syndrom)

akute Leukämie

Herzinfarkt, Schmerzen im Brustkorb (Myokardinfarkt)

Herzversagen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Blutvergiftung (Sepsis)

Schwere allergische Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen)

Anzeichen ähnlich einer anaphylaktischen (schweren allergischen) Reaktion (anaphylaktoide

Reaktionen)

Schläfrigkeit

Stimmverlust (Aphonie)

Akuter Kreislaufkollaps (Kreislaufversagen, vorwiegend herzbedingt mit Versagen der Sauerstoff-

und Nährstoffversorgung des Gewebes und Versagen der Beseitigung von Giftstoffen)

Hautrötung (Erythem)

Hautentzündung (Dermatitis)

Juckreiz (Pruritus)

Hautausschlag (makulopapuläres Exanthem)

Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis)

verminderte Knochenmarkfunktion, die zu Unwohlsein führen oder in Blutuntersuchungen

festgestellt werden kann

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Primäre atypische Lungenentzündung (Pneumonie)

Zerfall der roten Blutzellen

Rascher Blutdruckabfall, gelegentlich in Verbindung mit Hautreaktionen oder -ausschlag

(anaphylaktischer Schock)

Geschmacksstörungen

Empfindungsstörungen (Parästhesie)

Schwäche und Schmerzen in den Gliedmaßen (periphere Neuropathie)

schwerwiegender Zustand, der zu einer Blockierung spezifischer Rezeptoren des Nervensystems

führt

Erkrankungen des Nervensystems

Koordinationsstörungen (Ataxie)

Gehirnentzündung (Enzephalitis)

Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)

Venenentzündung (Phlebitis)

Gewebebildung in den Lungen (Lungenfibrose)

Blutige Entzündung der Speiseröhre (hämorrhagische Ösophagitis)

Magen- oder Darmblutungen

Unfruchtbarkeit

Multiples Organversagen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Leberversagen

Nierenversagen

unregelmäßiger und häufig schneller Herzschlag (Vorhofflimmern)

sich ausbreitender, schmerzhafter roter oder leicht lilafarbener Ausschlag mit Blasenbildung

und/oder andere Läsionen, die auf der Schleimhaut (z. B. Mund und Lippen) erscheinen,

insbesondere dann, wenn zuvor Lichtempfindlichkeit, Atemwegsinfektionen (z. B. Bronchitis)

und/oder Fieber aufgetreten waren

Arzneimittelausschlag in Kombination mit einer Rituximab-Therapie

Lungenentzündung Blutung aus der Lunge

Über Sekundärtumore (myelodysplastisches Syndrom, akute Myeloplastenleukämie (AML),

Lungenkrebs) nach einer Behandlung mit Bendamustin Azad wurde berichtet. Ein Zusammenhang mit

Bendamustin Azad konnte nicht sicher festgestellt werden.

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder nehmen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch,

wenn Sie irgendeine der folgenden Nebenwirkungen (Häufigkeit nicht bekannt) bemerken:

Schwerwiegende Hautausschläge einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom und toxische

epidermale Nekrolyse. Diese können als rötliche, zielscheibenartige Flecken oder als kreisrunde

Stellen, oft mit mittiger Blasenbildung auf dem Rumpf, Ablösen der Haut sowie als Geschwüre im

Bereich von Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen auftreten, denen Fieber und

grippeähnliche Symptome vorausgehen können.

Ausgedehnter

Hautausschlag,

hohe

Körpertemperatur,

vergrößerte

Lymphknoten

Befall

anderer Körperorgane (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, die

auch als DRESS- oder Arzneimittelüberempfindlichkeits-Syndrom bekannt ist).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe unten)

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Wie ist Bendamustin Azad aufzubewahren?

Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum

nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Hinweis zur Haltbarkeit nach dem Öffnen oder nach Zubereitung der Lösung

Infusionslösungen, die gemäß der Herstellungsanweisung am Ende dieser Gebrauchsinformation

hergestellt worden sind, sind in einem Polyethylenbeutel bei Raumtemperatur (25°C) und relativer

Luftfeuchtigkeit von 60% 3,5 Stunden und in einem Kühlschrank bei 2 °C – 8 °C 2 Tage haltbar.

Bendamustin Azad enthält keine Konservierungsmittel. Die Lösung darf daher nach den angegebenen

Zeiträumen nicht mehr angewendet werden.

Die Einhaltung aseptischer Bedingungen liegt in der Verantwortung des Anwenders.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Bendamustin Azad enthält

Der Wirkstoff ist Bendamustinhydrochlorid.

1 Durchstechflasche enthält 25 mg oder 100 mg Bendamustinhydrochlorid (als

Bendamustinhydrochlorid Monohydrat)

Nach der Zubereitung enthält 1 ml des Konzentrats 2,5 mg Bendamustinhydrochlorid.

Der sonstige Bestandteil ist Mannitol.

Wie Bendamustin Azad aussieht und Inhalt der Packung

Durchstechflaschen aus Braunglas mit Gummistopfen und Bördelkappe aus Aluminium.

Das Pulver ist weiß und kristallin.

Bendamustin Azad ist in Packungen zu 1, 5, 10, oder 20 Durchstechflaschen erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

AZAD Pharma GmbH, Fritz-Reichle-Ring 6a, 78315 Radolfzell am Bodensee, Deutschland

Hersteller

Thymoorgan Pharmazie GmbH, Schiffgraben 23, 38690 Goslar, Deutschland

Z.Nr.:

136828

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung

einer Infusionslösung

Tschechische Republik

Bendamustine Pharmagen 2,5 mg/ml

Slowakei

Bendamustine Pharmagen 2,5 mg/ml

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2020

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Wie bei allen ähnlichen zytotoxischen Substanzen gelten aufgrund der möglichen erbgutschädigenden

und karzinogenen Wirkung bei der Zubereitung strenge Sicherheitsmaßnahmen für Pflegepersonal und

Ärzte.

Beim Umgang mit Bendamustin Azad ist Inhalation (Einatmen) und Haut- oder Schleimhautkontakt

zu vermeiden (Handschuhe, Schutzkleidung und möglichst Schutzmaske tragen!). Reinigen Sie

kontaminierte Körperstellen gründlich mit Wasser und Seife, am Auge ist mit 0,9 % (isotoner)

Kochsalzlösung zu spülen. Sofern möglich, empfiehlt sich das Arbeiten an speziellen

Sicherheitswerkbänken (Laminar-Flow) mit flüssigkeitsundurchlässiger, absorbierender Einmalfolie.

Kontaminierte Gegenstände sind zytostatisches Abfallmaterial. Bitte beachten Sie die nationalen

Vorschriften zur Entsorgung von zytostatischem Material! Schwangeres Personal ist vom Umgang mit

zytostatischen Arzneimitteln auszuschließen.

Die gebrauchsfertige Infusionslösung ist ausschließlich durch Auflösen des Inhalts einer

Durchstechflasche Bendamustin Azad in Wasser für Injektionszwecke wie folgt zuzubereiten:

Zubereitung des Konzentrats

Eine Durchstechflasche Bendamustin Azad mit 25 mg Bendamustinhydrochlorid wird zunächst

unter Schütteln in 10 ml aufgelöst.

Eine Durchstechflasche Bendamustin Azad mit 100 mg Bendamustinhydrochlorid wird

zunächst unter Schütteln in 40 ml aufgelöst.

Zubereitung der Infusionslösung

Sobald eine klare Lösung vorliegt, wird die empfohlene Gesamtdosis von Bendamustin Azad sofort

mit 0,9 % (isotoner) Kochsalzlösung verdünnt, um so ein Endvolumen von etwa 500 ml zu erhalten.

Bendamustin Azad darf mit keiner anderen Infusions- oder Injektionslösung verdünnt werden.

Bendamustin Azad darf mit keinen anderen Substanzen in einer Infusion gemischt werden.

Verabreichung

Die Lösung wird als intravenöse Infusion über 30-60 Minuten verabreicht. Die Durchstechflaschen sind

nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist

entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Eine versehentliche Injektion in das Gewebe außerhalb eines Blutgefäßes (paravasale Injektion) ist

sofort abzubrechen. Die Nadel sollte nach kurzem Aufziehen entfernt werden. Danach sollte der

betroffene

Gewebebereich

gekühlt

hoch

gelagert

werden.

Zusätzliche

Behandlungsmaßnahmen, etwa die Gabe von Kortikosteroiden, zeigen keinen eindeutigen Nutzen (siehe

Abschnitt 4).

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine

Durchstechflasche

enthält

oder

Bendamustinhydrochlorid

(als Bendamustinhydrochlorid Monohydrat)

Konzentrat

enthält

Bendamustinhydrochlorid

(als

Bendamustinhydrochlorid

Monohydrat), wenn entsprechend Abschnitt 6.6 zubereitet.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Weißes bis fast weißes, mikrokristallines Pulver

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

First-Line-Behandlung von chronisch-lymphatischer Leukämie (Binet-Stadium B oder C) bei Patienten,

für die eine chemotherapeutische Fludarabin-Kombinationstherapie nicht geeignet ist.

Bei indolentem Non-Hodgkin-Lymphom als Monotherapie bei Patienten, die unter einer Behandlung

mit Rituximab bzw. einem Rituximab-haltigen Regime oder innerhalb von 6 Monaten danach eine

Krankheitsprogression gezeigt haben.

Front-Line-Behandlung bei multiplem Myelom (Stadium II nach Durie-Salmon mit Progression oder

Stadium III) in Kombination mit Prednison bei Patienten älter als 65 Jahre, bei denen eine autologe

Stammzelltransplantation nicht in Frage kommt und die zum Zeitpunkt der Diagnose eine klinische

Neuropathie aufweisen, die die Anwendung von Thalidomid- oder Bortezomib-haltigen Regimes

ausschließt.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Monotherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie

100 mg/m² Körperoberfläche Bendamustinhydrochlorid an den Tagen 1 und 2; alle 4 Wochen bis

maximal 6 Zyklen.

Monotherapie bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen, die refraktär gegenüber Rituximab sind

120 mg/m² Körperoberfläche Bendamustinhydrochlorid an den Tagen 1 und 2; alle 3 Wochen für

mindestens 6 Zyklen.

Multiples Myelom

120 - 150 mg/m² Körperoberfläche Bendamustinhydrochlorid an den Tagen 1 und 2; 60 mg/m²

Körperoberfläche Prednison i. v. oder per os an den Tagen 1 bis 4; alle 4 Wochen für mindestens 3

Zyklen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Auf der Grundlage von pharmakokinetischen Daten ist bei Patienten mit leichter Einschränkung der

Leberfunktion (Serumbilirubin < 1,2 mg/dl) keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit

mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Serumbilirubin 1,2 - 3,0 mg/dl) wird eine Dosissenkung von

% empfohlen.

Für Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Serumbilirubin > 3,0 mg/dl) liegen keine Daten vor

(siehe Abschnitt 4.3).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Auf der Grundlage von pharmakokinetischen Daten ist bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance

von > 10 ml/min keine Dosisanpassung erforderlich. Die Erfahrung bei Patienten mit einer schweren

Niereninsuffizienz ist begrenzt (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bendamustinhydrochlorid bei Kindern ist bisher noch nicht

erwiesen.

derzeit

vorliegenden

Daten

sind

nicht

ausreichend,

eine

Dosisempfehlung

abzugeben.

Ältere Patienten

Es gibt keine Hinweise für die Notwendigkeit einer Dosisanpassung bei älteren Patienten (siehe

Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Zur intravenösen Infusion über 30 - 60 Minuten (siehe Abschnitt 6.6).

Die Infusion muss unter der Aufsicht eines Arztes mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung in

der Anwendung von Chemotherapeutika erfolgen.

Zwischen

schlechter

Knochenmarkfunktion

einer

gesteigerten

Chemotherapie-induzierten

hämatologischen Toxizität besteht ein Zusammenhang. Die Behandlung darf nicht begonnen werden,

wenn die Leukozyten und/oder Thrombozyten auf Werte < 3.000/μl bzw. < 75.000/μl abgefallen sind

(siehe Abschnitt 4.3).

Behandlung

muss

abgesetzt

oder

verschoben

werden,

falls

Leukozyten

und/oder

Thrombozyten

Werte

<

3.000/μl

bzw.

<

75.000/μl

abfallen.

Nach

einem

Anstieg

Leukozytenwerte auf > 4.000/μl und der Thrombozytenwerte auf > 100.000/μl kann die Behandlung

fortgesetzt werden.

Der Nadir für Leukozyten und Thrombozyten wird nach 14 - 20 Tagen erreicht, eine Erholung tritt

nach 3 - 5 Wochen ein. Während der therapiefreien Intervalle wird eine engmaschige Kontrolle des

Blutbilds empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Im Falle nicht-hämatologischer Toxizitätsreaktionen muss sich eine entsprechende Dosissenkung am

höchsten CTC-Schweregrad im vorhergehenden Therapiezyklus orientieren. Bei einer Toxizität vom

CTC Schweregrad 3 wird eine Dosissenkung um 50 % empfohlen. Bei einer Toxizität vom CTC

Schweregrad 4 wird eine Unterbrechung der Behandlung empfohlen.

Falls bei einem Patienten eine Dosisanpassung erforderlich ist, muss die individuell berechnete,

reduzierte Dosis an den Tagen 1 und 2 des jeweiligen Therapiezyklus verabreicht werden.

Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt

6.6.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit

gegen

Wirkstoff

oder

einen

Abschnitt

genannten

sonstigen Bestandteile.

Stillzeit

Schwere Leberfunktionsstörung (Serumbilirubin > 3,0 mg/dl)

Ikterus

Schwere

Knochenmarksuppression

starke

Veränderungen

Blutbilds

(Abfall

Leukozyten- und/oder Thrombozytenzahlen auf < 3.000/μl bzw. < 75.000/μl)

Größerer chirurgischer Eingriff innerhalb 30 Tagen vor Behandlungsbeginn

Infektionen, insbesondere einhergehend mit einer Leukopenie

Gelbfieberimpfung

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Anaphylaxie

Reaktionen auf eine Infusion von Bendamustinhydrochlorid traten in klinischen Studien häufig auf.

Symptome

sind

Regel

leicht

umfassen

Fieber,

Schüttelfrost,

Pruritus

Hautausschlag (Rash). In seltenen Fällen kam es zu schweren anaphylaktischen und anaphylaktoiden

Reaktionen. Die Patienten müssen nach ihrem ersten Therapiezyklus zu Symptomen befragt werden,

die auf eine Infusionsreaktion hinweisen. Sind bei Patienten früher Reaktionen auf eine Infusion

aufgetreten,

müssen

für

weiteren

Therapiezyklen

Maßnahmen

Vermeidung

schwerer

Reaktionen wie die Gabe von Antihistaminika, Antipyretika und Corticosteroiden in Betracht gezogen

werden.

Patienten mit allergischen (allergieartigen) Reaktionen Grad 3 oder schwerer wurden in der Regel

nicht erneut dem Wirkstoff ausgesetzt.

Myelosuppression

Bei Patienten, die mit Bendamustinhydrochlorid behandelt werden, kann eine Myelosuppression

auftreten.

Falle

einer

behandlungsbedingten

Myelosuppression

müssen

Leukozyten,

Thrombozyten,

Hämoglobin

Neutrophile

zumindest

wöchentlich

kontrolliert

werden.

Einleitung

nächsten

Therapiezyklus

empfehlenswert,

folgende

Werte

erzielen:

Leukozyten- und/oder Thrombozytenzahlen > 4.000/μl bzw. > 100.000/μl.

Infektionen

Unter

Bendamustinhydrochlorid

sind

schwerwiegende

tödlich

verlaufende

Infektionen

aufgetreten,

einschließlich

bakterieller

Infektionen

(Sepsis,

Pneumonie)

Infektionen

durch

opportunistische Erreger wie Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP), Varizella-Zoster-Virus (VZV)

Cytomegalovirus

(CMV).

Fälle

progressiver

multifokaler

Leukenzephalopathie

(PML),

darunter

tödlich

verlaufende,

wurden

nach

Anwendung

Bendamustin

hauptsächlich

Kombination

Rituximab

oder

Obinutuzumab

berichtet.

Behandlung

Bendamustinhydrochlorid

kann

für

mindestens

Monate

nach

Behandlungsende

einer

verlängerten Lymphozytopenie (< 600/μl) und einer verringerten CD4-positiven T-Zell-Anzahl (T-

Helferzellen < 200/μl) führen. Bei Kombination von Bendamustinhydrochlorid mit Rituximab ist die

Lymphozytopenie

CD4-positive

T-Zell-

Depletion

stärker

ausgeprägt.

Patienten

Lymphopenie

einer

niedrigen

CD4-positiven

T-Zell-

Anzahl

nach

Behandlung

Bendamustinhydrochlorid sind anfälliger für (opportunistische) Infektionen. Im Falle niedriger CD4-

positiver T-Zell-Anzahl (< 200/μl) ist eine Prophylaxe der Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP) zu

erwägen. Alle Patienten sind über den gesamten Behandlungsverlauf auf Anzeichen und Symptome

von Atemwegsproblemen zu überwachen. Die Patienten sind anzuweisen, neue Anzeichen einer

Infektion, einschließlich Fieber oder Atembeschwerden, unverzüglich zu melden. Bei Anzeichen von

(opportunistischen) Infektionen sollte die Beendigung der Therapie mit Bendamustinhydrochlorid

erwogen werden.

Differenzialdiagnose

Patienten

auftretenden

oder

sich

verschlechternden

neuronalen, kognitiven oder verhaltensbezogenen Anzeichen oder Symptomen ist an eine PML zu

denken. Bei Verdacht auf PML sind geeignete diagnostische Untersuchungen vorzunehmen und ist

die Behandlung bis zum Ausschluss einer PML zu unterbrechen.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

klinischen

Studien

wurde

erhöhtes

Risiko

für

nicht-melanozytären

Hautkrebs

(Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) bei Patienten beobachtet, die mit Bendamustin-

haltigen Therapien behandelt wurden. Für alle Patienten werden regelmäßige Hautuntersuchungen

empfohlen, insbesondere für solche mit Hautkrebsrisikofaktoren.

Hepatitis-B-Reaktivierung

Bei chronischen Trägern des Hepatitis-B-Virus ist eine Reaktivierung einer Hepatitis B aufgetreten,

nachdem diese Patienten Bendamustinhydrochlorid erhalten haben. Einige dieser Fälle führten zu

akutem Leberversagen oder verliefen tödlich. Die Patienten sind auf das Vorliegen einer HBV-

Infektion zu testen, bevor die Behandlung mit Bendamustinhydrochlorid begonnen wird. Spezialisten

für Lebererkrankungen und Spezialisten für die Behandlung von Hepatitis B sind bei Patienten mit

einem

positiven

Test

Hepatitis

(einschließlich

Patienten

aktiver

Erkrankung)

Behandlungsbeginn sowie bei Patienten, die während der Behandlung positiv auf Hepatitis B getestet

werden, zu Rate zu ziehen. HBV-Träger, bei denen eine Behandlung mit Bendamustinhydrochlorid

erforderlich ist, sind während der gesamten Behandlungsdauer und mehrere Monate nach Ende der

Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer aktiven HBV-Infektion zu überwachen

(siehe Abschnitt 4.8).

Hautreaktionen

wurden

verschiedene

Hautreaktionen

beschrieben.

diesen

Ereignissen

zählen

Ausschlag,

schwere

kutane

Reaktionen

bullöses

Exanthem.

Unter

Anwendung

Bendamustinhydrochlorid

sind

Fälle

Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS),

toxischer

epidermaler

Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS),

auch mit tödlichem Verlauf, berichtet worden. Die Patienten sind auf die Anzeichen und Symptome

dieser Reaktionen durch ihre Ärzte hinzuweisen und aufzufordern, sich umgehend an einen Arzt zu

wenden, wenn diese Symptome bei ihnen auftreten. Einige Ereignisse traten unter der Anwendung

von Bendamustinhydrochlorid in Kombination mit anderen Krebstherapien auf, sodass der genaue

Zusammenhang nicht gesichert ist. Wenn Hautreaktionen auftreten, können diese progredient sein

sich

fortgesetzter

Behandlung

verstärken.

progredienten

Hautreaktionen

Behandlung mit Bendamustin Azad zu unterbrechen oder abzusetzen. Bei schweren Hautreaktionen,

Verdacht

einen

Zusammenhang

Bendamustinhydrochlorid,

Behandlung

abzubrechen.

Herzerkrankungen

Während der Behandlung mit Bendamustinhydrochlorid muss bei Patienten mit Herzerkrankungen

Kaliumkonzentration

Blut

engmaschig

überwacht

werden;

<

mAeq/l

müssen

Kaliumsupplemente gegeben und EKG-Messungen durchgeführt werden.

Unter Behandlung mit Bendamustinhydrochlorid sind tödlich verlaufende Fälle von Myokardinfarkt

und Herzversagen berichtet worden. Patienten mit aktuellen oder in der Vergangenheit liegenden

Herzerkrankungen sollten engmaschig überwacht werden.

Übelkeit, Erbrechen

Zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen kann ein Antiemetikum verabreicht

werden.

Tumorlysesyndrom

Bei Patienten in klinischen Studien wurde im Zusammenhang mit der Bendamustin Therapie das

Auftreten eines Tumorlysesyndroms (TLS) beschrieben. Dieses setzt gewöhnlich innerhalb von 48

Stunden nach der ersten Dosis Bendamustin ein und kann ohne entsprechende Behandlung zu

akutem Nierenversagen und zum Tod führen. Zu den möglichen Präventivmaßnahmen zählen die

Aufrechterhaltung

einer

entsprechenden

Flüssigkeitsversorgung

eine

engmaschige

Überwachung

Blutchemie,

allem

Kalium-

Harnsäurespiegels,

Therapie

sollte

Anwendung

hypourikämischer

Wirkstoffe

(Allopurinol

Rasburicase)

Erwägung

gezogen

werden.

gleichzeitiger

Verabreichung

Bendamustin

Allopurinol

wurden einige Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet.

Empfängnisverhütung

Bendamustinhydrochlorid ist teratogen und mutagen. Frauen dürfen während der Behandlung nicht

schwanger zu werden. Männliche Patienten dürfen während der Behandlung und für bis zu 6 Monate

danach kein Kind zeugen. Da eine dauerhafte Unfruchtbarkeit möglich ist, sollen sie sich vor der

Behandlung mit Bendamustinhydrochlorid über Spermienkonservierung beraten lassen.

Extravasation

Eine extravaskuläre Injektion muss sofort abgebrochen werden. Die Kanüle ist nach kurzer Aspiration

zu entfernen. Anschließend muss das betroffene Gewebeareal gekühlt werden. Dabei ist der Arm

hoch zu lagern. Der Vorteil weitergehender Maßnahmen wie die Gabe von Kortikosteroiden ist

unsicher.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden bisher keine In-vivo-Wechselwirkungsstudien durchgeführt.

Wenn

Bendamustin

Azad

myelosuppressiven

Arzneimitteln

kombiniert

wird,

kann

sich

Wirkung

Bendamustin

Azad

und/oder

gleichzeitig

verabreichten

Arzneimittel

Knochenmark verstärken. Grundsätzlich können alle Therapiemaßnahmen, die den Allgemeinzustand

Patienten

verschlechtern

oder

Knochenmarkfunktion

beeinträchtigen,

Toxizität

Bendamustin Azad erhöhen.

Die Kombination von Bendamustin Azad mit Ciclosporin oder Tacrolimus kann zu einer exzessiven

Immunsuppression mit dem Risiko einer Lymphoproliferation führen.

Zytostatika können die Antikörperbildung nach Impfung mit einem Lebendimpfstoff vermindern und

das Risiko für Infektionen erhöhen, die tödlich enden können. Dieses Risiko ist bei Patienten, die

durch ihre Grunderkrankung bereits immungeschwächt sind, größer.

Das Isoenzym 1A2 des Cytochroms P450 (CYP) ist am Stoffwechsel von Bendamustin beteiligt (siehe

Abschnitt

5.2).

Daher

können

potenzielle

Wechselwirkungen

CYP1A2-Inhibitoren

z.B.

Fluvoxamin, Ciprofloxacin, Aciclovir und Cimetidin auftreten.

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine wirksame Kontrazeptionsmethode sowohl vor als auch

während der Therapie mit Bendamustin Azad anwenden. Männer müssen es vermeiden, während

und für bis zu 6 Monate nach Beendigung der Behandlung mit Bendamustin Azad ein Kind zu zeugen.

eine

dauerhafte

Zeugungsunfähigkeit

behandlungsbedingt

möglich

ist,

sollte

Behandlungsbeginn mit Bendamustin Azad eine Beratung über Spermienkonservierung erfolgen.

Schwangerschaft

Über die Anwendung von Bendamustin Azad bei schwangeren Frauen liegen unzureichende Daten

vor.

präklinischen

Studien

Bendamustinhydrochlorid

embryo-/fetoletal,

teratogen

genotoxisch

(siehe

Abschnitt

5.3).

Bendamustin

Azad

darf

während

Schwangerschaft

nicht

angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Die Mutter ist über das mögliche

Risiko für den Fötus zu informieren. Falls eine Behandlung mit Bendamustin Azad während einer

Schwangerschaft

unbedingt

erforderlich

oder

sollte

während

Behandlung

eine

Schwangerschaft eintreten, muss die Patientin über die Risiken für das ungeborene Kind aufgeklärt

und engmaschig überwacht werden. Es ist auch die Möglichkeit einer genetischen Beratung in

Betracht zu ziehen.

Stillzeit

Da nicht bekannt ist, ob Bendamustin in die Muttermilch übergeht, ist Bendamustin Azad in der

Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Während der Behandlung mit Bendamustin Azad muss

abgestillt werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bendamustin Azad hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

Maschinen.

Während

Behandlung

Bendamustin

Azad

wurden

Ataxie,

periphere

Neuropathie und Somnolenz berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind darauf hinzuweisen,

potenziell gefährliche Tätigkeiten wie das Lenken eines Fahrzeuges und das Bedienen von Maschinen

zu vermeiden, falls sie entsprechende Nebenwirkungen bemerken.

4.8 Nebenwirkungen

häufigsten

Nebenwirkungen

Bendamustinhydrochlorid

gehören

hämatologische

Nebenwirkungen (Leukopenie, Thrombopenie), dermatologische Toxizität (allergische Reaktionen),

konstitutionelle Symptome (Fieber) und gastrointestinale Symptome (Übelkeit, Erbrechen).

In der nachfolgenden Tabelle sind die Daten mit Bendamustinhydrochlorid aufgeführt.

MedDRA

Systemorgan-

klasse

Sehr

häufig

≥1/10

Häufig

≥1/100 bis

<1/10

Gelegent-

lich

≥1/1.000

bis <1/100

Selten

≥1/10.000

bis <1/1.000

Sehr

selten

<1/10.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit

Grundlage

verfügbaren

Daten nicht ab-

schätzbar)

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Infektion

Einschließlich

Infektion

durch

opportunistisch

Erreger

(z.B.

Herpes

zoster,

Cytomegalieviru

s, Hepatitis B)

Pneumocy

stis-

jirovecii-

Pneumoni

Sepsis

Primäre

atypische

Pneumonie

Gutartige,

bösartige

unspezifische

Neoplasmen

(einschl.

Zysten

und Polypen)

Tumorlyse-

syndrom

Myelodys

plastisches

Syndrom,

akute

myeloisch

Leukämie

Erkrankungen

des Blutes und

Lymphsystems

Leukopenie NNB,

Thrombozytope

nie,

Lymphopenie

Hämorrhagie,

Anämie,

Neutropenie

Panzytope

Knochenma

rkversagen

Hämolyse

Erkrankungen

Immunsystems

Überempfind-

lichkeit NNB

anaphylak-

tische

Reaktion,

anaphylak-

toide

Reaktion

anaphylak-

tischer Schock

Erkrankungen

Nerven-

systems

Kopfschmerzen

Schlaflosigkeit,

Schwindel

Somnolenz,

Aphonie

Geschmacks-

störung,

Parästhesie,

periphere

sensorische

Neuropathie,

anticholinerges

Syndrom,

neurologische

Störungen,

Ataxie,

Enzephalitis

Herz-

erkrankungen

Herzfunktions-

störung,

Palpitationen,

Angina pectoris,

Arrhythmien

Perikard-

erguss,

Myokard-

infarkt,

Herz-

versagen

Tachykardie

Vorhofflimme

Gefäß-

erkrankungen

Hypotonie,

Hypertonie

akutes

Kreislauf-

versagen

Phlebitis

Erkrankungen

Atemwege,

Brustraums

Mediastinums

Lungen-

funktions-

störung

Lungenfibrose

Pneumotitis,

Alveoläre

Lungenblutun

Erkrankungen

Gastrointestinal

-trakts

Übelkeit,

Erbrechen

Diarrhoe,

Obstipation,

Stomatitis

hämorrhagische

Ösophagitis,

gastrointestinale

Blutung

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Nierenversage

Erkrankungen

Haut

Unterhaut-

zellgewebes

Alopezie,

Haut-

erkrankungen

Urtikaria

Erythem,

Dermatitis,

Pruritus,

makulo-

papulärer

Ausschlag

(Rash), Hyper-

hidrosis

Stevens-

Johnson-

Syndrom,

toxische

epidermale

Nekrolyse

(TEN)

Arzneimittel-

reaktion mit

Eosinophilie

systemischen

Symptomen

(DRESS) *

Erkrankungen

Geschlechts-

organe und der

Amenorrhoe

Unfruchtbarkeit

NNB = Nicht näher bezeichnet

(* = Kombinationstherapie mit Rituximab)

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Der CD4/CD8-Quotient kann verringert sein. Eine Reduktion der Lymphozytenzahl wurde beobachtet.

Bei immungeschwächten Patienten kann das Risiko für Infektionen (z.B. mit Herpes zoster, CMV, PJP)

erhöht sein.

In vereinzelten Fällen wurden nach versehentlicher extravaskulärer Verabreichung Nekrose sowie

Tumorlysesyndrom und Anaphylaxie berichtet.

Das Risiko für ein myelodysplastisches Syndrom und akute myeloische Leukämien ist bei Patienten,

alkylierenden

Wirkstoffen

(einschließlich

Bendamustin)

behandelt

werden,

erhöht.

sekundäre Malignität kann mehrere Jahre nach Absetzen der Chemotherapie auftreten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Brustdrüse

Leber-

Gallenerkran-

kungen

Leberver-

sagen

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabrei-

chungsort

Schleimhaut-

entzündung,

Müdigkeit,

Fieber

Schmerzen,

Schüttelfrost,

Dehydration,

Anorexie

Multiorgan-

versagen

Untersuchun-

Abfall

Hämoglobin,

Anstieg

Kreatinin,

Anstieg

von Harnstoff

Anstieg

AST,

Anstieg

ALT,

Anstieg

alkalischen

Phosphatase,

Anstieg

Bilirubin,

Hypokalämie

Nach einmaliger Verabreichung einer 30-minütigen Infusion von Bendamustin alle 3 Wochen betrug

die maximal tolerierbare Dosis (MTD) 280 mg/m². Es traten kardiale Ereignisse mit CTC-Schweregrad

2 auf, die ischämischen EKG-Veränderungen entsprachen und als dosislimitierend erachtet wurden.

In einer späteren Studie mit einer 30-minütigen Infusion von Bendamustin an den Tagen 1 und 2 alle

3 Wochen betrug die MTD 180 mg/m². Die dosislimitierende Toxizität war eine Thrombozytopenie

Grad 4. Die kardiale Toxizität war bei diesem Therapieschema nicht dosislimitierend.

Gegenmaßnahmen

gibt

kein

spezifisches

Gegenmittel.

wirksame

Gegenmaßnahmen

Behandlung

hämatologischen

Nebenwirkungen

können

Knochenmarktransplantationen

Transfusionen

(Thrombozyten, Erythrozyten Konzentrat) durchgeführt oder hämatologische Wachstumsfaktoren

gegeben

werden.

Bendamustinhydrochlorid und seine Metaboliten sind nur in geringem Maße dialysierbar.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische

Gruppe:

Antineoplastische

Mittel,

alkylierende

Mittel;

Stickstofflost-

Analoga

ATC-Code: L01AA09

Bendamustinhydrochlorid ist eine alkylierende antineoplastische Substanz mit einzigartiger Aktivität.

antineoplastische

zelltötende

Wirkung

Bendamustinhydrochlorid

beruht

Wesentlichen

Querverbindung

DNS-Einzel-

Doppelstränge

durch

Alkylierung.

Dadurch werden die DNS-Matrixfunktionen und die DNS-Synthese- und Reparaturmechanismen

gestört. Die tumorhemmende Wirkung von Bendamustinhydrochlorid konnte in mehreren In-vitro-

Studien

verschiedenen

humanen

Tumorzelllinien

(Mammakarzinom,

nichtkleinzelliges

kleinzelliges

Lungenkarzinom,

Ovarialkarzinom

verschiedene

Leukämien)

sowie

in

vivo

verschiedenen

experimentellen

Tumormodellen

Maus,

Ratte

Mensch

(Melanom,

Mammakarzinom, Sarkom, Lymphom, Leukämie und kleinzelliges Lungenkarzinom) nachgewiesen

werden.

Bendamustinhydrochlorid zeigte bei humanen Tumorzelllinien ein Aktivitätsprofil, das sich von jenem

anderer alkylierender Wirkstoffe unterscheidet. Der Wirkstoff zeigte bei humanen Tumorzelllinien

mit verschiedenen Resistenzmechanismen keine oder nur eine sehr geringe Kreuzresistenz. Dies ist

teilweise durch eine vergleichsweise länger andauernde DNS-Interaktion zu erklären. Darüber hinaus

konnte in klinischen Studien nachgewiesen werden, dass keine vollständige Kreuzresistenz zwischen

Bendamustin und Anthrazyklinen, alkylierenden Wirkstoffen oder Rituximab besteht. Die Zahl der

untersuchten Patienten ist allerdings gering.

Chronische lymphatische Leukämie

Die Indikation für die Anwendung bei chronischer lymphatischer Leukämie wird durch eine einzelne,

offene

Studie

unterstützt,

Bendamustin

Chlorambucil

verglichen

wurde.

dieser

prospektiven, multizentrischen, randomisierten Studie wurden 319 zuvor unbehandelte Patienten

therapiebedürftiger

chronisch-lymphatischer

Leukämie

Stadium

oder

nach

Binet

aufgenommen. Die Erstlinientherapie mit Bendamustinhydrochlorid 100 mg/m² i. v. an den Tagen 1

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CMDh/223/2005

February 2014

Public Assessment Report

Scientific discussion

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat

zur Herstellung einer Infusionslösung

BENDAMUSTINE HYDROCHLORIDE

MONOHYDRATE

AT/H/0553/001/DC

Date: 2016-12-06

This module reflects the scientific discussion for the approval of Bendamustin Azad

2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. The

procedure was finalised on 2016-03-29.

For information on changes after this date please refer to the module ‘Update’.

I.

INTRODUCTION

Based on the review of the quality, safety and efficacy data, the Member States have granted a

marketing authorisation for Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung (powder for concentrate for solution for infusion), from

AZAD Pharma GmbH.

The product is indicated for:

First-line treatment of chronic lymphocytic leukaemia (Binet stage B or C) in patients for whom

fludarabine combination chemotherapy is not appropriate.

Indolent non-Hodgkin's lymphomas as monotherapy in patients who have progressed during or within

6 months following treatment with rituximab or a rituximab containing regimen.

Front line treatment of multiple myeloma (Durie-Salmon stage II with progress or stage III) in

combination with prednisone for patients older than 65 years who are not eligible for autologous stem

cell transplantation and who have clinical neuropathy at time of diagnosis precluding the use of

thalidomide or bortezomib containing treatment.

A comprehensive description of the indications and posology is given in the SmPC.

The marketing authorisation has been granted pursuant to Article of Directive 2001/83/EC,

Generic Art 10.1 and 10.2 Dir 2001/83/EC.

Bendamustine

hydrochloride

antineoplastic

agent

with

chemical

name

4-[5-[Bis(2-

chloroethyl)amino]-1-methylbenzimidazol-2-yl]butanoic acid Hydrochloride Monohydrate.

Bendamustine hydrochloride is an alkylating antitumour agent with unique activity. The antineoplastic

and cytocidal effect of bendamustine hydrochloride is based essentially on a cross-linking of DNA single

and double strands by alkylation. As a result, DNA matrix functions and DNA synthesis and repair are

impaired.

II.

QUALITY ASPECTS

II.1

Introduction

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

is a Powder for concentrate for solution for infusion which is presented in a vial.

II.2

Drug Substance

The active substance in Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung is bendamustine hydrochloride monohydrate. The

specification of the active substance meets the current scientific requirements. The adequate

quality of the active substance has been shown by submitting the appropriate control data. The

stability of the active substance has been tested under ICH conditions. The results of the

stability studies support the established retest-period.

II.3

Medicinal Product

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

contains the following excipient:

Mannitol

The development of the product has been sufficiently made and deemed appropriate. The

usage of the excipient has been described.

The release specification includes the check of all parameters relevant to this pharmaceutical

form. Appropriate data concerning the control of the finished product support the compliance

with the release specifications.

The packaging of the medicinal product complies with the current legal requirements.

Type I amber glass vials contain either

25 mg or 100 mg of bendamustine hydrochloride.

Stability studies under ICH conditions have been performed and data presented support the

shelf life claimed in the SmPC, with a shelf life of 2 years (25 mg) or 30 months (100 mg)

when stored in the original package in order to protect from light.

The pharmaceutical quality of Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung has been adequately shown.

II.4

Discussion on chemical, pharmaceutical and biological aspects

Information on development, manufacture and control of active substance and medicinal

product has been presented in a satisfactory manner. The results of tests carried out indicate

satisfactory consistency and uniformity of important product quality characteristics.

III.

NON-CLINICAL ASPECTS

Pharmacodynamic, pharmacokinetic and toxicological properties of Bendamustine

hydrochloride are well known. As Bendamustine hydrochloride is a widely used, well-known

active substance, no further studies are required, and the applicant does not provide any

further studies. The overview based on literature review is, thus, appropriate. The non-clinical

overview on the pre-clinical pharmacology, pharmacokinetics and toxicology is adequate.

III.1

Ecotoxicity/environmental risk assessment (ERA)

Since Bendamustin Azad is intended for generic substitution, this will not lead to an increased

exposure to the environment. An environmental risk assessment is therefore not deemed

necessary.

III.2

Discussion on the non-clinical aspects

As Bendamustine hydrochloride is a widely used, well-known active substance, no further

studies on animals and humans are required. The reference medicinal product is Levact.

IV.

CLINICAL ASPECTS

The product proposed for marketing authorisation is considered to be essentially similar to the reference

medicinal products, upon the following reasons: They contain the same active substance (Bendamustin

hydrochloride) in the same strength per dosage unit. They are presented in an analogous pharmaceutical

form: powder for concentrate for solution for infusion.

Since the products are injectable dosage forms, which are quantitatively and qualitatively similar to the

innovator product, the in-vivo bioavailability or bioequivalence is considered to be self-evident.

No bioequivalence studies are required for intravenously administered aqueous solutions.

Thus, all data regarding to safety and efficacy available of the reference medicinal product also apply

for this application.

From the clinical point of view, there seem to be no signs that Bendamustine Hydrochloride

2.5 mg/ml powder for concentrate for solution for infusion differs from the reference products with

regard to efficacy or safety.

Pharmakokinetics

The PK of bendamustine has been well established by the innovator.

The applicant has not provided a BA-BE study since the product is intended for intravenous

administration and according to the Note for Guidance on the Investigation of Bioavailability and

Bioequivalence (CPMP/EWP/QWP/1401/98) no bioequivalence studies are required.

Pharmacodynamics

The pharmacodynamic profile of bendamustine is well established. No additional pharmacodynamic

study has been submitted by the applicant and none is required.

Clinical efficacy/safety

The indications claimed are in accordance with those of the innovator product Levact.

The efficacy of bendamustine is established and documented in controlled clinical studies. No additional

data have been submitted.

IV.1

Risk Management Plan

The MAH has submitted a risk management plan, in accordance with the requirements of

Directive 2001/83/EC as amended, describing the pharmacovigilance activities and

interventions designed to identify, characterise, prevent or minimise risks relating to

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung.

- Summary table of safety concerns as approved in RMP

- Planned Risk Minimisation Activities as approved in RMP

Only routine risk minimisation measures are in place for this product, no additional risk

minimisation measures are proposed. This is considered sufficient at this point of time.

IV.2

Discussion on the clinical aspects

As Bendamustine hydrochloride is a widely used, well-known active substance, no further

studies on animals and humans are required. The reference medicinal product is Levact 2.5

mg/ml powder for concentrate for solution for infusion.

V.

USER CONSULTATION

The package leaflet has been evaluated via a user consultation study in accordance with the

requirements of Articles 59(3) and 61(1) of Directive 2001/83/EC. The language used for the

purpose of user testing the PIL was English.

The results show that the package leaflet meets the criteria for readability as set out in the

Guideline on the readability of the label and package leaflet of medicinal products for human

use.

VI.

OVERALL CONCLUSION, BENEFIT/RISK ASSESSMENT AND

RECOMMENDATION

The pharmaceutical quality of Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung has been adequately shown.

There are no non-clinical or clinical concerns.

The benefit/risk relation is considered positive.

Public Assessment Report

Update

Bendamustin Azad 2,5 mg/ml Pulver für ein Konzentrat

zur Herstellung einer Infusionslösung

BENDAMUSTIN HYDROCHLORIDE

MONOHYDRATE

AT/H/0553/001/DC

This module reflects the procedural steps and scientific information after the finalisation

of the initial procedure.

Procedure number*

Scope

Product Information

affected

Date of end

of procedure

Approval/

non approval

Summary/ Justification for

refuse

AT/H/0553/001/R/001

Renewal

11.12.2020

approved

*Only procedure qualifier, chronological number and grouping qualifier (when applicable)

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