Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Benazeprilhydrochlorid, Hydrochlorothiazid
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
C09BA07
INN (Internationale Bezeichnung):
Benazepril Hydrochloride, Hydrochlorothiazide
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Benazeprilhydrochlorid 10.mg; Hydrochlorothiazid 12.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
61041.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Benazepril HEXAL® comp 10 mg/12,5 mg Filmtabletten

Benazeprilhydrochlorid und Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Benazepril HEXAL comp und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Benazepril HEXAL comp beachten?

Wie ist Benazepril HEXAL comp einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Benazepril HEXAL comp aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Benazepril HEXAL comp und wofür wird es angewendet?

Benazepril HEXAL comp wird verwendet zur Behandlung von

Bluthochdruck, der mit anderen Arzneimitteln, die Benazepril allein enthalten, nicht ausreichend

gesenkt werden kann.

Benazepril HEXAL comp enthält 2 Wirkstoffe. Benazepril gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die

ACE-Hemmer genannt werden. Es entlastet das Herz, indem es den Blutdruck senkt und die Blutgefäße

erweitert. Hydrochlorothiazid ist ein „Entwässerungsmittel“, das die Harnmenge steigert.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Benazepril HEXAL comp beachten?

Benazepril HEXAL comp darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Benazeprilhydrochlorid und Hydrochlorothiazid oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie allergisch gegen andere ACE-Hemmer, z. B. Ramipril, oder gegen Sulfonamid-Abkömmlinge

(größtenteils Antibiotika, z. B. Sulfamethoxazol) sind

wenn Sie kein Wasser lassen können

wenn Sie schwere Nieren- oder Leberprobleme haben

wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschränkte Nierenfunktion haben und mit einem

blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthält, behandelt werden

wenn es bei Ihnen unter Behandlung mit anderen Arzneimitteln aus der Gruppe der so genannten

ACE-Hemmer oder unter irgendwelchen anderen Umständen zum Anschwellen von Gliedmaßen,

Gesicht, Lippen, Rachen, Mund oder Zunge gekommen ist (Angioödem)

wenn Sie Sacubitril/Valsartan, ein Arzneimittel zur Behandlung einer chronischen Herzschwäche bei

Erwachsenen, eingenommen haben oder einnehmen, weil sich dadurch das Risiko eines Angioödems

(schnelle Schwellung unter der Haut z. B. im Rachenbereich) erhöht

wenn die Kalium- oder Natriumwerte in Ihrem Blut zu niedrig sind

wenn die Harnsäurekonzentration in Ihrem Blut erhöht ist (Gicht)

wenn Sie mehr als drei Monate schwanger sind. (Es wird empfohlen Benazepril HEXAL comp auch

in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden, siehe Abschnitt „Schwangerschaft und

Stillzeit“.)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Benazepril HEXAL comp einnehmen

wenn Sie an übermäßigem Wasserverlust leiden, infolge von:

Arzneimitteln, die die Harnmenge steigern

Dialyse

kochsalzarmer Diät

Erbrechen oder Durchfall

Ihr Blutdruck könnte zu Beginn der Behandlung stark abfallen und Sie könnten sich schwach oder

benommen fühlen.

wenn Sie neben dem behandelten Problem bestehende, weitere Herzprobleme haben, z. B.

Herzklappenerkrankungen, Verengung der Blutgefäße oder Verdickung des Herzmuskels

wenn Sie Nieren- oder Leberprobleme oder Verengung der zur Niere führenden Blutgefäße haben

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht anwenden, wenn Sie schwere Nieren- oder Leberprobleme haben,

siehe auch Abschnitt „Benazepril HEXAL comp darf nicht eingenommen werden“.

wenn Sie eine der folgenden Behandlungen erhalten:

Dialyse mit „High-Flux“-Membranen

dialyseähnliche Verfahren zur Entfernung von Cholesterin aus dem Blut

Behandlung zur Verminderung der Neigung zu allergischen Reaktionen

Informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie Benazepril HEXAL comp einnehmen. Er wird Ihre Behandlung

möglicherweise umstellen, um einer möglichen allergischen Reaktion vorzubeugen.

wenn Sie Allergien in der Vorgeschichte hatten

wenn Sie an einer Erkrankung leiden, bei der das körpereigene Abwehrsystem die Haut und inneren

Organe angreift (systemischer Lupus erythematodes)

wenn Sie sich einer Operation unter Vollnarkose unterziehen

Informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie Benazepril HEXAL comp einnehmen.

wenn Sie Diabetes haben

Die Dosierung des Antidiabetikums muss möglicherweise angepasst werden.

wenn Sie an einer Fettstoffwechselstörung leiden (Störungen der Resorption, Verwertung und/oder des

Abbaus von Fetten)

wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (diese werden auch als Sartane bezeichnet - z. B.

Valsartan, Telmisartan, Irbesartan), insbesondere wenn Sie Nierenprobleme aufgrund von Diabetes

mellitus haben

Aliskiren

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z. B.

Kalium) in Ihrem Blut in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Siehe auch Abschnitt „Benazepril HEXAL comp darf nicht eingenommen werden“.

wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen, kann das Risiko eines Angioödems erhöht sein:

Racecadotril, ein Arzneimittel zur Behandlung von Durchfall

Arzneimittel, die zur Verhinderung der Abstoßung von transplantierten Organen oder zur

Krebsbehandlung eingesetzt werden (mTOR-Inhibitoren z. B. Temsirolimus, Sirolimus, Everolimus)

Vildagliptin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes

wenn Sie Hautkrebs haben oder hatten oder während der Behandlung eine unerwartete Hautläsion

entwickeln. Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid, insbesondere eine hochdosierte Langzeitan-

wendung, kann das Risiko einiger Arten von Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs) erhöhen.

Schützen Sie Ihre Haut vor Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen, solange Sie Benazepril HEXAL comp

einnehmen.

Ihr Arzt wird Ihre Nierenfunktion, die Salz- und Zuckerwerte in Ihrem Blut sowie Ihr Blutbild regelmäßig

überprüfen. Diese Untersuchungen erfolgen in kürzeren Abständen, wenn Sie an Nierenproblemen, Diabetes

oder einer Hauterkrankung leiden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Abnahme Ihres Sehvermögens bemerken oder Schmerzen

in einem oder beiden Augen haben. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass Sie ein Glaukom mit erhöhtem

Druck im Auge(n) entwickeln, was innerhalb von Stunden bis Wochen nach der Einnahme dieses

Arzneimittels passieren kann. Dies kann zu bleibenden Sehstörungen führen, wenn Sie nicht behandelt

werden. Sie sollten die Behandlung mit diesem Arzneimittel absetzen und einen Arzt aufsuchen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten). Die

Einnahme von Benazepril HEXAL comp in der frühen Phase der Schwangerschaft wird nicht empfohlen,

und Benazepril HEXAL comp darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen

werden, da die Einnahme von Benazepril HEXAL comp in diesem Stadium zu schweren Schädigungen

Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung des Arzneimittels Benazepril HEXAL comp kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen. Eine missbräuchliche Anwendung von Benazepril HEXAL comp kann zu einer

Gefährdung Ihrer Gesundheit führen.

Einnahme von Benazepril HEXAL comp zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Insbesondere die folgenden Arzneimittel können Benazepril HEXAL comp beeinflussen oder durch

Benazepril HEXAL comp beeinflusst werden:

Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck wie z. B.

gefäßerweiternde Arzneimittel

Methyldopa

Guanethidin

Arzneimittel, deren Wirkstoff auf „-olol“ endet

Arzneimittel wie Nifedipin oder Verapamil (sogenannte Kalziumantagonisten)

Kalium-Ergänzungsmittel (einschließlich Salzersatzmittel), kaliumsparende Diuretika (Arzneimittel

zur Steigerung der Harnmenge wie Triamteren, Amilorid und Spironolacton) und andere Arzneimittel,

die den Kaliumgehalt in Ihrem Blut erhöhen können (z. B. Trimethoprim und Cotrimoxazol zur

Behandlung von bakteriellen Infekten; Ciclosporin, ein Arzneimittel zur Unterdrückung des

Immunsystems, um die Abstoßung von transplantierten Organen zu verhindern; und Heparin, ein

Arzneimittel zur Blutverdünnung und Vermeidung von Blutgerinnseln)

Lithium: ein Arzneimittel zur Behandlung von Depression

bestimmte Arzneimittel zur Entzündungshemmung oder zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen

nach Organtransplantation, z. B. Prednisolon

adrenokortikotropes Hormon: zur Prüfung der Nebennierenrindenfunktion

Amphotericin B: ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen

Carbenoxolon: ein Arzneimittel zur Behandlung von Speiseröhrengeschwüren und -entzündung

Arzneimittel zur Behandlung von Herzschwäche, z. B. Digitoxin

Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes, z. B. Insulin, Gliclazid, Metformin

Ihr Arzt muss die Dosierung dieser Arzneimittel möglicherweise anpassen.

nichtsteroidale Antirheumatika zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung (z. B.

Ibuprofen, Indometacin)

Acetylsalicylsäure, wenn diese als Schmerzmittel und Entzündungshemmer verwendet wird

(Benazepril kann in Kombination mit Acetylsalicylsäure angewendet werden, wenn Acetylsalicylsäure

zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen angewendet wird.)

Arzneimittel zur Senkung der Blutfettwerte, z. B. Cholestyramin, Colestipol

Wenn diese Arzneimittel zusammen mit Benazepril HEXAL comp angewendet werden, sollte zwischen

den Einnahmen der einzelnen Mittel ein Abstand von mehreren Stunden eingehalten werden.

Allopurinol: ein Arzneimittel zur Behandlung von Gicht

Diazoxid: ein Arzneimittel zur Anhebung des Blutzuckerspiegels

Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen, z. B. Cyclophosphamid, Methotrexat

Amantadin: ein Arzneimittel zur Behandlung von Grippe, Parkinson-Krankheit oder ähnlichen

Erkrankungen

Arzneimittel, deren Wirkung gegen die körpereigene Substanz Acetylcholin gerichtet ist. Diese

Arzneimittel werden zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Bauchkrämpfen, Harnblasen- und

Muskelspasmen, Reisekrankheit, Parkinson-Krankheit sowie zur Narkosevorbereitung verwendet.

Beispiele sind Atropin und Biperiden.

Kalzium und Vitamin D

Goldverbindungen, zur Behandlung von rheumatoider Arthritis

Carbamazepin (Anwendung vor allem zur Behandlung von Epilepsie und bipolaren Störungen)

Arzneimittel, die zur Verhinderung der Abstoßung von transplantierten Organen sowie zur

Behandlung von Krebserkrankungen angewendet werden (z. B. Temsirolimus, Sirolimus,

Everolimus)

Ihr Arzt muss unter Umständen Ihre Dosierung anpassen und/oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen treffen:

wenn Sie einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren einnehmen (siehe auch Abschnitte

„Benazepril HEXAL comp darf nicht eingenommen werden“ und „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

Einnahme von Benazepril HEXAL comp zusammen mit Alkohol

Alkoholkonsum wird nicht empfohlen, da er das Risiko eines starken Blutdruckabfalls erhöhen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten). In der

Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, Benazepril HEXAL comp vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie

wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen. Die

Anwendung von Benazepril HEXAL comp in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen und

Benazepril HEXAL comp darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden,

da die Einnahme von Benazepril HEXAL comp in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres

ungeborenen Kindes führen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Benazepril HEXAL comp

wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Von Patienten, die Benazepril HEXAL comp eingenommen haben, wurde über Schwindel und Müdigkeit

berichtet. Falls eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, setzen Sie sich nicht ans Steuer eines Fahrzeugs

und bedienen Sie keine Maschinen (siehe auch Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Benazepril HEXAL comp enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Benazepril HEXAL comp erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Benazepril HEXAL comp einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung für Erwachsene

Übliche Anfangsdosis: ½ Tablette 1-mal täglich

Der Arzt wird die Dosierung entsprechend Ihrem Ansprechen auf die Behandlung anpassen. Er kann die

Dosierung falls notwendig nach 3-4 Wochen auf 1 Tablette 1-mal täglich und später auf bis zu 2

Tabletten pro Tag erhöhen.

Maximaldosis: 2 Tabletten 2-mal täglich

Patienten mit Nierenproblemen oder Patienten ab 65 Jahre

Der Arzt wird die Dosierung entsprechend Ihrem Ansprechen auf die Behandlung anpassen.

Patienten mit schweren Nierenproblemen, die Arzneimittel zur Steigerung der Harnmenge erhalten, müssen

Benazepril in Kombination mit anderen Substanzen einnehmen, siehe auch unter Abschnitt 2. „Benazepril

HEXAL comp darf nicht eingenommen werden“.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Dieses Arzneimittel wird für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aufgrund nicht ausreichender

Erfahrung mit der Anwendung in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Hinweise zum Teilen der Tablette

Die Filmtablette kann in 2 gleiche Dosen geteilt werden.

Legen Sie die Tablette mit der Bruchkerbe nach oben auf eine harte Oberfläche. Drücken Sie zum Teilen

der Tablette vorsichtig mit dem Daumen auf die Bruchkerbe.

Art der Anwendung

Nehmen Sie Benazepril HEXAL comp jeden Tag um dieselbe Uhrzeit, vorzugsweise morgens, mit einem

Glas Wasser ein.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Wenn Sie eine größere Menge von Benazepril HEXAL comp eingenommen haben, als Sie sollten

Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt, der über das weitere Vorgehen entscheiden wird.

Symptome einer Überdosierung sind:

starker Blutdruckabfall

Störungen des Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalts

Herzrhythmusstörungen

Muskelkrämpfe

Schwindel

Übelkeit

Benommenheit

Wenn Sie die Einnahme von Benazepril HEXAL comp vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Fahren

Sie mit der Einnahme von Benazepril HEXAL comp wie verordnet zum nächsten vorgesehenen

Einnahmezeitpunkt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Benazepril HEXAL comp abbrechen

Brechen Sie die Anwendung von Benazepril HEXAL comp nicht ohne Erlaubnis Ihres Arztes ab, da ein

plötzliches Absetzen von Benazepril HEXAL comp zur Erhöhung Ihres Blutdrucks führen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Im Folgenden sind Nebenwirkungen von Benazepril HEXAL comp und der Arzneimittelgruppen aufgeführt,

denen seine beiden Wirkstoffe angehören.

Brechen Sie die Einnahme von Benazepril HEXAL comp ab und informieren Sie unverzüglich Ihren

Arzt oder suchen Sie die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses auf, wenn Sie die

folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken:

Ausschlag, Juckreiz, Schwellung von Gliedmaßen, Gesicht, Lippen, Mund oder Rachen, die zu

Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen führen können (Angioödem) (seltene Nebenwirkungen:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Hautausschlag, Hautrötung, Blasenbildung an Lippen, Augen oder Mund, Hautabschälung (Häufigkeit

auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

stark verminderte Urinmenge (gelegentliche Nebenwirkung: kann bis zu 1 von 100 Behandelten

betreffen)

lilafarbene Flecken auf der Haut (mögliche Anzeichen einer Thrombozytopenie, Purpura) (seltene

Nebenwirkungen: kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Fieber, Halsschmerzen, häufigere Infektionen oder Geschwüre im Mund aufgrund von Infektionen

(mögliche Anzeichen einer Agranulozytose und Leukopenie [sehr seltene Nebenwirkungen: kann bis zu

1 von 10.000 Behandelten betreffen] oder von Neutropenie [Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar])

Schwäche, Blutergüsse und häufige Infektionen (mögliche Anzeichen einer aplastischen Anämie

[Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar] oder einer Knochenmarkdepression

[sehr seltene Nebenwirkung: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen])

blasse Haut, Müdigkeit, Atemnot, dunkler Urin (mögliche Anzeichen einer hämolytischen Anämie [sehr

seltene Nebenwirkung: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen])

Abnahme des Sehvermögens und Augenschmerzen (mögliche Anzeichen einer akuten Kurzsichtigkeit

und Engwinkelglaukom [Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar])

Nebenwirkungen können mit den folgenden Häufigkeiten auftreten:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Herzklopfen

Blutdruckabfall nach schnellem Aufrichten, der Schwindel und Benommenheit hervorruft

Magen- und Darm-Störungen

Hautausschlag

Rötung (z. B. im Gesicht)

Juckreiz

erhöhte Lichtempfindlichkeit

häufiges Wasserlassen

Husten

Schwierigkeiten beim Atmen

Kopfschmerzen

Schwindel

Müdigkeit

Nesselausschlag oder andere Formen von Hautausschlag

Appetitverlust

leichte Übelkeit

Impotenz

Erbrechen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

niedriger Blutdruck

Schmerzen im Brustkorb

Durchfall

Verstopfung

Übelkeit

Bauchschmerzen

erniedrigte Kaliumkonzentration im Blut

Anstieg der Harnstoffkonzentration im Blut

Anstieg der Konzentration von Kreatinin, einem Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, im Serum

Anstieg der Harnsäurekonzentration im Blut

Benommenheit

Schlaflosigkeit

Nervosität

Ohnmachtsgefühl

Angst

ungewöhnliche Empfindungen wie Stechen, Kribbeln und Jucken in Armen oder Beinen

schmerzende oder entzündete Gelenke

Muskelschmerzen

Schmerzen in den Skelettmuskeln

Unterversorgung des Herzmuskels mit Blut und Sauerstoff infolge verengter Herzkranzgefäße

Herzrhythmusstörungen

Leberentzündung, insbesondere infolge eines eingeschränkten Gallenabflusses

Gelbfärbung der Haut, innerer Organe und/oder des Augenweißes infolge eines eingeschränkten

Gallenabflusses

schwere Hauterkrankung mit Blasenbildung ohne erkennbare Ursache

Depression

Sehstörungen, insbesondere in den ersten wenigen Wochen der Behandlung

Abnahme der Anzahl an Blutplättchen, die zu Blutergussbildung und erhöhter Blutungsneigung führt

Erbrechen

Kopfschmerzen

unregelmäßiger Herzschlag

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

erniedrigte Natriumkonzentration im Blut

Ohrgeräusche, Ohrensausen

Verlust des Geschmacksempfindens

Herzanfall

Bauchspeicheldrüsenentzündung

verminderte Nierenfunktion

schwere Hauterkrankungen:

Ausschlag mit Fieber und Blasenbildung

lebensbedrohliche Erkrankung, bei der die oberste Hautschicht abstirbt und sich abschält

Erkrankungen, bei denen das körpereigene Abwehrsystem die Haut und inneren Organe angreift

Mangel an roten Blutkörperchen infolge verstärkten Abbaus

Mangel an weißen Blutkörperchen

Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen, einhergehend mit plötzlichem hohen Fieber, starken

Halsschmerzen und Mundgeschwüren

Knochenmarkschädigung, die zu einer verminderten Anzahl von Knochenmarkzellen und

Blutkörperchen führt

Entzündung von Blutgefäßen mit Gewebeschädigung

allergische Reaktionen

Schwierigkeiten beim Atmen, einschließlich Lungenentzündung und Schwellung durch

Flüssigkeitsansammlungen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

niedrige Konzentration von rotem Blutfarbstoff

Muskelkrämpfe

Fieber

Schwächegefühl

Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Benazepril HEXAL comp aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach „verwendbar bis“

angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt

bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Benazepril HEXAL comp enthält

Die Wirkstoffe sind Benazeprilhydrochlorid und Hydrochlorothiazid.

1 Filmtablette enthält 10 mg Benazeprilhydrochlorid und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind: Crospovidon (Ph.Eur.), hydriertes Rizinusöl, Hypromellose, Lactose-

Monohydrat, Macrogol 4000, mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke (Mais), hochdisperses

Siliciumdioxid, Titandioxid (E 171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172), Eisen(III)-oxid (E 172)

Wie Benazepril HEXAL comp aussieht und Inhalt der Packung

Benazepril HEXAL comp sind runde, rosafarbene, konvexe Filmtabletten mit einer Bruchkerbe auf einer

Seite.

Benazepril HEXAL comp ist in Packungen zu 28, 42, 50 und 98 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg Filmtabletten

Italien:

Benazepril Idroclorotiazide Sandoz

Niederlande:

Benazepril HCl/Hydrochloorthiazide 10/12.5, filmomhulde tabletten 10 mg/12,5 mg

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2019.

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Benazepril HEXAL® comp 10 mg/12,5 mg Filmtabletten

Benazepril HEXAL® comp 20 mg/25 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg

Jede Filmtablette enthält 10 mg Benazeprilhydrochlorid und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jede Filmtablette enthält 106,9 mg Lactose (als Monohydrat).

Benazepril HEXAL comp 20 mg/25 mg

Jede Filmtablette enthält 20 mg Benazeprilhydrochlorid und 25 mg Hydrochlorothiazid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jede Filmtablette enthält 213,6 mg Lactose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg

Runde, rosafarbene Filmtabletten, konvex mit einer Bruchkerbe auf einer Seite. Die Filmtablette kann in 2

gleiche Dosen geteilt werden.

Benazepril HEXAL comp 20 mg/25 mg

Weiße bis cremefarbene, runde Filmtabletten, konvex mit einer Kreuzbruchkerbe auf einer Seite. Die

Filmtablette kann in 4 gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung von Patienten mit essentieller Hypertonie, die auf eine Behandlung mit Benazepril als

Monotherapie unzureichend ansprechen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Gabe der fixen Kombination von Benazepril und Hydrochlorothiazid wird in der Regel nach

Dosistitration mit den einzelnen Wirkstoffen empfohlen. Wenn klinisch angemessen, kann eine direkte

Umstellung von der Monotherapie zur fixen Kombination in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten, die auf eine Monotherapie mit Benazepril 1-mal täglich (10 oder 20 mg

Benazeprilhydrochlorid) unzureichend ansprechen, sollte die Therapie auf ½ Filmtablette Benazepril HEXAL

comp 10 mg/12,5 mg umgestellt werden. Wenn der Blutdruck nach 3-4 Wochen nicht ausreichend behandelt

ist, kann eine Dosiserhöhung auf 10 mg Benazeprilhydrochlorid und 12,5 mg Hydrochlorothiazid

durchgeführt werden. Wird nach demselben Zeitraum der Blutdruck noch immer nicht ausreichend

kontrolliert, kann die Dosis bis auf 20 mg Benazeprilhydrochlorid und 25 mg Hydrochlorothiazid erhöht

werden.

Bei Patienten, für die dieses Dosierungsschema nicht ausreicht und bei Patienten mit schwerer Hypertonie

oder schwer einzustellender Hypertonie kann eine Dosierung von 2-mal täglich Benazepril HEXAL comp 20

mg/25 mg in Betracht gezogen werden. Die gleichzeitige Gabe eines 2. Diuretikums wird nicht empfohlen.

Diuretische Vorbehandlung

Patienten, die bereits mit Hydrochlorothiazid oder einem Thiazid-Diuretikum behandelt werden und kein

ausreichendes Ansprechen zeigen, können durch die Substitution mit Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5

mg möglicherweise eine weitere deutliche Blutdrucksenkung erfahren. Bei diesen Patienten sollte die

Behandlung mit dem Diuretikum mindestens 3 Tage vor Beginn der Behandlung mit Benazepril HEXAL

comp 10 mg/12,5 mg abgesetzt werden. Patienten, die mit 25 oder 50 mg Hydrochlorothiazid 1-mal täglich

behandelt werden, sollten auf 1-mal täglich Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg umgestellt werden. Die

Dosierung sollte dann entsprechend der blutdrucksenkenden Wirkung angepasst werden.

Substitutionstherapie

Bei Patienten, die bereits Benazepril und Hydrochlorothiazid als separate Tabletten erhalten, können die

einzelnen Arzneimittel durch Benazepril HEXAL comp ersetzt werden. Wenn der Blutdruck mit der freien

Kombination kontrolliert werden kann, kann die Behandlung auf eine Dosis von Benazepril HEXAL comp,

die derselben Menge Benazepril entspricht, umgestellt werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion und ältere Patienten

Entsprechend klinischer Studien ist Benazepril HEXAL comp sowohl bei jüngeren als auch bei älteren

Patienten wirksam und gut verträglich. Die normale Dosierung von Benazepril HEXAL comp wird für

Patienten mit einer Kreatinin-Clearance über 30 ml/min (Serumkreatinin < 3 mg/dl oder 265 µmol/l)

empfohlen.

Bei älteren Patienten und Patienten mit einer mäßigen Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30-60

ml/min), sollte die Dosiseinstellung mit Vorsicht abhängig von der klinischen Wirkung erfolgen (siehe

pharmakokinetische Eigenschaften von Hydrochlorothiazid). Wenn eine diuretische Behandlung bei

Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) notwendig ist, wird eine

Kombination von Benazepril mit einem Schleifendiuretikum und nicht mit einem Thiazid-Diuretikum

empfohlen. Benazepril HEXAL comp wird daher für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Es gibt noch keine Erfahrungen bezüglich der Gabe von Benazepril HEXAL comp bei Kindern und

Jugendlichen (< 18 Jahre).

Art der Anwendung

Benazepril HEXAL comp sollte jeden Tag um dieselbe Uhrzeit, vorzugsweise morgens, mit einem Glas

Wasser eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

bekannte Überempfindlichkeit gegen andere ACE-Hemmer, Sulfonamide oder Thiazide (mögliche

Kreuzreaktion)

Anurie, schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) und

Leberfunktionsstörungen

refraktäre Hypokaliämie, Hyponatriämie und symptomatische Hyperurikämie

Angioödem in der Vorgeschichte mit oder ohne vorheriger ACE-Hemmer-Behandlung

Die gleichzeitige Anwendung von Benazepril HEXAL comp mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei

Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6)

gleichzeitige Anwendung einer Sacubitril/Valsartan-Therapie. Die Behandlung mit Benazepril HEXAL

comp darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden (siehe

auch Abschnitte 4.4 und 4.5)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Warnhinweise

Anaphylaktoide und verwandte Reaktionen

Vermutlich wegen des Einflusses von ACE-Hemmern auf den Metabolismus von Eicosanoiden und

Polypeptiden, einschließlich des endogenen Bradykinins, können unter der Behandlung mit einem ACE-

Hemmer (einschließlich Benazepril HEXAL comp) einige unerwünschte und zum Teil schwerwiegende

Reaktionen auftreten.

Überempfindlichkeit/Angioödem

Unter der Behandlung mit ACE-Hemmern, darunter auch Benazepril, wurden Angioödeme im Gesicht, an

den Lippen, der Zunge, Glottis und Larynx beobachtet. Kommt es zu derartigen Erscheinungen, sollte

Benazepril HEXAL comp sofort abgesetzt werden; außerdem ist eine geeignete Therapie einzuleiten und der

Patient bis zur vollständigen und anhaltenden Rückbildung der Anzeichen und Symptome zu überwachen.

Schwellungen, die sich auf Gesicht und Lippen beschränken, gehen im Allgemeinen auch ohne Behandlung

oder nach Verabreichung eines Antihistaminikums wieder zurück. Ein mit Larynxödem einhergehendes

Angioödem kann tödlich sein. Erstreckt sich das Ödem auf Zunge, Glottis oder Larynx, sollte sofort eine

entsprechende Therapie, z. B. die subkutane Injektion von 0,3-0,5 ml einer Adrenalin-Lösung 1:1.000,

durchgeführt und/oder Maßnahmen getroffen werden, um die Atemwege offen zu halten.

Bei dunkelhäutigen Patienten afrikanischer Abstammung wurden Angioödeme während der Behandlung mit

einem ACE-Hemmer häufiger beobachtet als bei Patienten mit anderer Hautfarbe.

Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten Risikos

eines Angioödems kontraindiziert. Eine Behandlung mit Sacubitril/Valsartan darf frühestens 36 Stunden

nach der letzten Dosis Benazepril HEXAL comp begonnen werden. Eine Behandlung mit Benazepril

HEXAL comp darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden

(siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Eine gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus,

Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen (z. B.

Schwellung der Atemwege oder der Zunge mit oder ohne Atembeschwerden) (siehe Abschnitt 4.5).

Vorsicht ist geboten, wenn die Behandlung mit Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus,

Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin bei Patienten begonnen wird, die bereits einen ACE-Hemmer

einnehmen.

Anaphylaktoide Reaktionen während der Desensibilisierung

2 Patienten, bei denen während der Behandlung mit einem ACE-Hemmer eine Desensibilisierung mit dem

Gift von Insekten der Ordnung Hymenoptera (Wespengift) durchgeführt wurde, zeigten lebensbedrohliche

anaphylaktoide Reaktionen. Diese Reaktionen blieben aus, als der ACE-Hemmer vorübergehend abgesetzt

wurde.

Anaphylaktoide Reaktionen während dem Kontakt mit Membranen

Während der Dialyse mit „High-Flux“-Membranen wurden anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten

beobachtet, die mit einem ACE-Hemmer behandelt wurden. Anaphylaktoide Reaktionen traten auch bei

Patienten auf, bei denen eine Low-Density-Lipoprotein(LDL)-Apherese durch Dextransulfat-Absorption

durchgeführt wurde.

Symptomatischer Blutdruckabfall

Wie bei anderen ACE-Hemmern wurde in seltenen Fällen, typischerweise bei Patienten, die einen

Flüssigkeits- oder Salzmangel aufgrund einer Langzeitbehandlung mit Diuretika, salzarmen Diät, Dialyse,

Durchfall oder Erbrechen aufwiesen, ein symptomatischer Blutdruckabfall beobachtet. Ein Volumen-

und/oder Salzmangel sollte vor Behandlungsbeginn mit Benazepril HEXAL comp ausgeglichen werden.

Benazepril HEXAL comp sollte bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen Blutdrucksenkern behandelt

werden, vorsichtig angewendet werden. Die Thiazid-Komponente in Benazepril HEXAL comp kann die

Wirkung anderer blutdrucksenkender Arzneimittel verstärken. Tritt ein Blutdruckabfall auf, sollte der Patient

in Rückenlage gebracht werden. Die intravenöse Gabe physiologischer Kochsalzlösung kann notwendig sein.

Die Behandlung mit Benazepril HEXAL comp kann wieder fortgesetzt werden, sobald Blutdruck und Volumen

wieder in den normalen Bereich zurückgekehrt sind.

Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz kann der Gebrauch von ACE-Hemmern zu einem starken

Blutdruckabfall führen, der mit Oligurie und/oder fortschreitender Azotämie und (selten) akutem

Nierenversagen verbunden ist. Bei solchen Patienten muss die Behandlung unter engmaschiger

medizinischer Überwachung begonnen werden. Sie sollten während der ersten 2 Wochen der Behandlung

und bei jeder Dosiserhöhung von Benazepril oder des Diuretikums sorgfältig überwacht werden.

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenerkrankungen sollte Benazepril HEXAL comp mit Vorsicht angewendet werden.

Thiazide können bei diesen Patienten eine Azotämie begünstigen, und es können kumulative Effekte nach

wiederholten Dosen entstehen. Infolge der Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems durch Benazepril

können bei hierfür empfindlichen Patienten Veränderungen der Nierenfunktion auftreten. Bei Patienten mit

schwerer Herzinsuffizienz, deren Nierenfunktion von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Systems

abhängen kann, kann die Behandlung mit ACE-Hemmern (einschließlich Benazepril) zu einer

Nierenfunktionsstörung, Oligurie und/oder fortschreitender Azotämie führen und (selten) zu akutem

Nierenversagen führen.

In einer kleinen Studie an Patienten mit Hypertonie und ein- oder beidseitiger Nierenarterienstenose kam es

unter der Behandlung mit Benazepril zu Nierenfunktionsstörungen, Oligurie, Erhöhungen des Harnstoff-

Stickstoffs im Blut und des Serumkreatinins; diese Erhöhungen waren reversibel, wenn Benazepril, ein

Diuretikum oder beide Arzneimittel abgesetzt oder deren Dosis reduziert wurde. Wenn solche Patienten mit

Benazepril HEXAL comp behandelt werden, sollte die Nierenfunktion in den ersten Wochen der

Behandlung überwacht werden. Hypertoniker ohne offensichtliche Nierengefäßerkrankung reagierten in

einigen Fällen mit einer meist geringen und vorübergehenden Erhöhung des Harnstoff-Stickstoffs im Blut

und des Serumkreatinins, und zwar vor allem, wenn Benazepril zusammen mit einem Diuretikum gegeben

wurde.

Möglicherweise ist es erforderlich, die Dosierung von Benazepril HEXAL comp zu reduzieren oder

Benazepril HEXAL comp abzusetzen. Zur Beurteilung hypertensiver Patienten sollte immer auch die

Nierenfunktion kontrolliert werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.3).

Agranulozytose, Neutropenie

Während der Behandlung mit Captopril, einem anderen ACE-Hemmer, wurden Agranulozytose und

Knochenmarksuppression berichtet; derartige Effekte waren häufiger bei Patienten mit Niereninsuffizienz,

insbesondere, wenn auch eine Kollagengefäßkrankheit (wie systemischer Lupus erythematodes oder

Sklerodermie) vorlag. Die Daten aus klinischen Prüfungen reichen nicht aus, um beurteilen zu können, ob

Benazepril mit ähnlicher Häufigkeit eine Agranulozytose verursacht. Bei Patienten mit einer

Kollagengefäßkrankheit sollte, vor allem wenn diese mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion einhergeht,

die Überwachung des weißen Blutbilds in Betracht gezogen werden.

Hepatitis und Leberversagen

Sehr selten wurde über vorwiegend cholestatische Hepatitis und vereinzelt über akutes Leberversagen, in

einigen Fällen mit letalem Ausgang, bei Patienten unter Behandlung mit einem ACE-Hemmer berichtet. Der

Mechanismus ist nicht bekannt. Wenn es während der Behandlung mit einem ACE-Hemmer zu Ikterus oder

einer starken Erhöhung der Leberenzyme kommt, sollte der ACE-Hemmer abgesetzt und der Patient ärztlich

überwacht werden.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung oder mit einer fortschreitenden Lebererkrankung sollte Benazepril

HEXAL comp mit Vorsicht gegeben werden, da geringe Veränderungen im Flüssigkeits- und

Elektrolythaushalt ein hepatisches Koma auslösen können (siehe „Leberversagen“).

Systemischer Lupus erythematodes

Es wurde berichtet, dass Thiazid-Diuretika zu einer Verschlechterung oder Aktivierung eines systemischen

Lupus erythematodes führen können.

Akute Kurzsichtigkeit und sekundäres Engwinkelglaukom

Das Sulfonamid Hydrochlorothiazid wurde in Verbindung gebracht eine idiosynkratische Reaktion

auszulösen, die in akuter transienter Kurzsichtigkeit und akutem Engwinkelglaukom resultiert. Symptome

wie eine akut einsetzende verminderte Sehschärfe oder Augenschmerzen treten typischerweise innerhalb von

Stunden bis Wochen nach Behandlungsbeginn auf. Ein unbehandeltes akutes Engwinkelglaukom kann zu

dauerhaftem Sehverlust führen.

Als Erstmaßnahme sollte Hydrochlorothiazid so schnell wie möglich abgesetzt werden. Umgehende

medizinische oder operative Behandlungen müssen bei länger anhaltendem unkontrolliertem

Augeninnendruck in Betracht gezogen werden. Risikofaktoren, die die Entstehung eines akuten

Engwinkelglaukoms begünstigen könnten, schließen eine Allergie gegenüber Sulfonamiden oder

Penicillinen in der Krankengeschichte ein.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

In zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters wurde ein

erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) [Basalzellkarzinom (BCC) und

Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ)

beobachtet. Photosensibilisierende Wirkungen von HCTZ könnten zur Entstehung von NMSC beitragen.

Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es sollte ihnen

geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und unverzüglich alle verdächtigen

Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen

werden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren; z. B. Einschränkung der Exposition gegenüber

Sonnenlicht und UV- Strahlung oder im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen

Sonnenschutzes. Verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht werden, ggf. einschließlich

histologischer Untersuchungen von Biopsien. Bei Patienten, bei denen bereits ein NMSC aufgetreten ist,

sollte die Verwendung von HCTZ überprüft werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

Vorsichtsmaßnahmen

Veränderungen der Serumelektrolyte

Serumkalium

Während der Behandlung mit ACE-Hemmern, einschließlich Benazepril, sind Anstiege des

Serumkaliumspiegels in seltenen Fällen bekannt geworden. ACE-Hemmer können eine Hyperkaliämie

bewirken, da sie die Freisetzung von Aldosteron verhindern. Die Wirkung ist im Allgemeinen bei Patienten

mit normaler Nierenfunktion nicht bedeutsam. Allerdings kann es bei Patienten mit einer beeinträchtigten

Nierenfunktion und/oder bei Patienten,

die Kalium-Ergänzungsmittel (einschließlich Salzersatzmittel),

kaliumsparende Diuretika, Trimethoprim oder Cotrimoxazol (auch als Trimethorpim/Sulfamethoxazol

bekannt) und insbesondere Aldosteron-Antagonisten oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker einnehmen, zu

einer Hyperkaliämie kommen. Kaliumsparende Diuretika und Angiotensin-Rezeptor-Blocker sollten bei

Patienten, die ACE-Hemmer erhalten, mit Vorsicht angewendet werden. Serumkalium und Nierenfunktion

sind zu überwachen (siehe Abschnitt 4.5).

Die Behandlung mit Thiazid-Diuretika wurde mit Hypokaliämie, Hyponatriämie und hypochlorämischer

Alkalose in Verbindung gebracht. Diese Störungen können gelegentlich mit einem oder mehreren der

folgenden Symptome verbunden sein: Mundtrockenheit, Durst, Schwäche, Benommenheit, Ruhelosigkeit,

Myalgie oder Myospasmen, Myasthenie, Hypotonie, Oligurie, Tachykardie und Übelkeit, Xerostomie,

Asthenie, Somnolenz, Muskelkrämpfe. Hypokaliämie kann auch die Reaktion des Herzens auf toxische

Wirkungen von Digitalis sensibilisieren oder verstärken. Das Risiko für eine Hypokaliämie ist bei Patienten

mit Leberzirrhose, starker Diurese, ungenügender Elektrolytzufuhr oder Patienten, die gleichzeitig mit

Kortikoiden oder ACTH behandelt werden, erhöht. Serumelektrolyte sollten zu Beginn und regelmäßig in

angemessenen Abständen kontrolliert werden, um Veränderungen des Serumelektrolytgleichgewichts

festzustellen.

Die Behandlung mit Kaliumsalzen oder mit kaliumsparenden Diuretika sollte bei Patienten, die einen ACE-

Hemmer und ein Thiazid-Diuretikum (einschließlich Benazepril HEXAL comp) erhalten, vermieden werden -

außer es ist zwingend notwendig (siehe Abschnitt 4.5).

Die Kalziumausscheidung wird durch Thiazide reduziert. Veränderungen der Nebenschilddrüsenfunktion mit

Hyperkalzämie und Hypophosphatämie wurden bei einigen Patienten beobachtet, die über einen längeren

Zeitraum mit Thiaziden behandelt wurden. Wenn eine Hyperkalzämie auftritt, ist eine weitere diagnostische

Beurteilung notwendig. Übliche Komplikationen eines Hyperparathyreoidismus wie die Bildung von

Nierensteinen, Knochenresorption und peptisches Ulkus wurden nicht beobachtet. Thiazide erhöhen die

Ausscheidung von Magnesium im Harn, was zu einer Hypomagnesiämie führen kann.

Andere metabolische Störungen

Eine Behandlung mit Thiaziden kann die Glucosetoleranz beeinträchtigen. Bei Diabetikern kann eine

Anpassung der Dosis von Insulin oder oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln erforderlich sein. Ein

latenter Diabetes mellitus kann während der Thiazid-Therapie manifest werden. Ein Anstieg der Cholesterin-

und Triglyceridspiegel wurde mit Thiazid-Diuretika in Zusammenhang gebracht; es wurden jedoch bei einer

Dosierung von 12,5 mg, wie sie in Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg enthalten ist, minimale oder gar

keine dieser Effekte berichtet.

Bei bestimmten Patienten kann unter Thiazid-Therapie eine Hyperurikämie auftreten oder ein Gichtanfall

ausgelöst werden.

Husten

Anhaltender, nicht produktiver Husten wurde unter ACE-Hemmern berichtet, vermutlich aufgrund eines

verhinderten Abbaus endogenen Bradykinins. Dieser Husten verschwindet immer nach dem Absetzen der

Therapie.

Durch ACE-Hemmer ausgelöster Husten muss bei der Differentialdiagnose eines Hustens in Betracht

gezogen werden.

Operation/Anästhesie

Vor einer Operation sollte der Anästhesist darauf aufmerksam gemacht werden, wenn der Patient einen

ACE-Hemmer einnimmt. Während der Anästhesie mit Mitteln, die eine Hypotonie bewirken, können ACE-

Hemmer die Bildung von Angiotensin II hemmen, das infolge der kompensatorischen Reninfreisetzung

entstehen würde. Ein Blutdruckabfall, der durch diesen Mechanismus hervorgerufen wird, sollte durch

Volumenvergrößerung korrigiert werden.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion

(einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige

Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht

empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter

Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion,

Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Aorten- oder Mitralklappenstenose

Wie bei allen anderen Vasodilatatoren, einschließlich ACE-Hemmern, ist bei Patienten mit Aorten- oder

Mitralklappenstenose besondere Vorsicht angezeigt.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit ACE-Hemmern sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Bei

Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende

Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der

Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die

Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie

zu beginnen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Doping

Die Anwendung des Arzneimittels kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Eine

missbräuchliche Anwendung von Benazepril HEXAL comp zu Dopingzwecken kann die Gesundheit

gefährden.

Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-

Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Kaliumsparende Diuretika, Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzmittel

Obwohl der Serumkaliumwert üblicherweise im Normbereich bleibt, kann bei einigen Patienten, die mit

Benzaparil behandelt werden, eine Hyperkaliämie auftreten. Kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton,

Triamteren oder Amilorid), Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzmittel können zu einem

signifikanten Anstieg des Serumkaliums führen. Vorsicht ist auch geboten, wenn Benazepril zusammen mit

anderen Mitteln gegeben wird, die das Serumkalium erhöhen, wie Trimethoprim und Cotrimoxazol

(Trimethoprim/Sulfamethoxazol), weil Trimethoprim bekanntermaßen wie ein kaliumsparendes Diuretikum

wie Amilorid wirkt. Deshalb wird die Kombination von Benazepril mit den vorgenannten Arzneimitteln

nicht empfohlen. Wenn die gleichzeitige Anwendung angezeigt ist, muss sie mit Vorsicht und unter

regelmäßiger Kontrolle des Serumkaliums erfolgen.

Arzneimittel, die den Serumkaliumspiegel beeinflussen

Die hypokaliämische Wirkung von Diuretika (einschließlich Hydrochlorothiazid) kann durch

Kortikosteroide, ACTH, Amphotericin und Carbenoxolon verstärkt werden (siehe auch Abschnitte 4.4 und

4.8)

Ciclosporin

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Ciclosporin kann eine Hyperkaliämie auftreten. Es

wird empfohlen, das Serumkalium zu überwachen.

Heparin

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Heparin kann eine Hyperkaliämie auftreten. Es wird

empfohlen, das Serumkalium zu überwachen.

Lithium

Erhöhte Serumlithiumspiegel und Symptome einer Lithium-Intoxikation wurden bei Patienten unter ACE-

Hemmer-Therapie, die gleichzeitig mit Lithium behandelt wurden, berichtet. Da die renale Clearance von

Lithium durch Thiazide reduziert wird, wird das Risiko einer Lithium-Intoxikation vermutlich zusätzlich

erhöht, wenn - wie es bei einer Behandlung mit Benazepril HEXAL comp der Fall ist - ein Thiazid-

Diuretikum zusammen mit einem ACE-Hemmer gegeben wird. Vorsicht ist bei der gleichzeitigen

Behandlung mit Benazepril HEXAL comp und Lithium erforderlich und häufige Kontrollen des

Serumlithium-Spiegels werden empfohlen.

Antidiabetika

In seltenen Fällen kommt es bei Diabetikern, die einen ACE-Hemmer (einschließlich Benazepril) zusammen

mit Insulin oder oralen Antidiabetika erhalten, zu einer Hypoglykämie. Eine Dosisanpassung von Insulin

oder dem oralen Antidiabetikum kann erforderlich sein, wenn Benazepril HEXAL comp gleichzeitig

verabreicht wird. Die Patienten sollten daher auf die Möglichkeit von hypoglykämischen Reaktionen

hingewiesen und entsprechend überwacht werden.

Thiazid-Diuretika (einschließlich Hydrochlorothiazid) können die Glucosetoleranz beeinflussen. Eine

erneute Dosisanpassung von Insulin und oralen Antidiabetika kann notwendig sein.

Goldverbindungen

Nitritoide Reaktionen (Symptome wie Flush, Übelkeit, Erbrechen und Hypotonie) wurden selten bei

Patienten berichtet, die mit injizierbaren Goldverbindungen (z. B. Natriumaurothiomalat) behandelt wurden

und eine ACE-Hemmer-Therapie erhielten.

Andere Antihypertensiva

Thiazide verstärken die Wirkung von Curare-Verbindungen. Thiazide (einschließlich Hydrochlorothiazid)

verstärken die Wirkung von antihypertensiven Arzneimitteln (z. B. Guanethidin, Methyldopa, Betablocker,

Vasodilatatoren, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer).

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) mit ACE-Hemmern, Angiotensin-

II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-

Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf das RAAS

wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie, Hyperkaliämie und einer

Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) einhergeht (siehe Abschnitte

4.3, 4.4 und 5.1).

Digitalisglykoside

Als unerwünschte Nebenwirkung kann eine Thiazid-induzierte Hypokaliämie auftreten, wodurch die

Entstehung Digitalis-induzierter Herzrhythmusstörungen begünstigt wird (siehe auch Abschnitte 4.4 und

4.8).

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), einschließlich als Entzündungshemmer verwendete

Acetylsalicylsäure

Wenn ACE-Hemmer gleichzeitig mit nichtsteroidalen Antirheumatika verabreicht werden, kann eine

Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung auftreten. Die gleichzeitige Anwendung von ACE-

Hemmern und NSAR kann zu einem erhöhten Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion führen,

einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens, sowie zu einer Erhöhung des Kaliumspiegels im

Serum, insbesondere bei Patienten mit bereits vorbestehender schlechter Nierenfunktion. Bei der

Anwendung der Kombination ist Vorsicht geboten, insbesondere bei älteren Patienten. Patienten sollten

ausreichend hydriert sein, und die Überwachung der Nierenfunktion nach der Einleitung der Begleittherapie

sowie danach in regelmäßigen Abständen ist in Erwägung zu ziehen.

Ionenaustauschharze

Bei gleichzeitiger Anwendung von anionischen Austauschharzen wird die Resorption von

Hydrochlorothiazid verringert.

Gallensäure-bindende Austauscherharze

Einzeldosen von entweder Colestyramin oder Colestipol-Harzen binden Hydrochlorothiazid und vermindern

dessen Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt um bis zu 85 bzw. 43 %.

Allopurinol und Zytostatika

Die gleichzeitige Gabe von Thiazid-Diuretika kann die Häufigkeit von Überempfindlichkeitsreaktionen

gegenüber Allopurinol erhöhen. Und die renale Ausscheidung von zytotoxischen Arzneimitteln (wie z. B.

Cyclophosphamid, Methotrexat) kann vermindert und deren myelosuppressive Wirkung verstärkt werden.

Amantadin und Diazoxid

Die gleichzeitige Gabe von Thiazid-Diuretika (einschließlich Hydrochlorothiazid) kann das Risiko für

Amantadin-bedingte Nebenwirkungen erhöhen und die blutzuckersenkende Wirkung von Diazoxid

verstärken.

Anticholinerge Wirkstoffe

Die Bioverfügbarkeit von Diuretika des Thiazid-Typs kann durch anticholinerge Wirkstoffe (z. B. Atropin,

Biperiden) erhöht sein, offensichtlich infolge einer Verminderung der gastrointestinalen Motilität und

Magenentleerungsgeschwindigkeit.

Kalzium/Vitamin D

Die Gabe von Thiazid-Diuretika mit Vitamin D oder mit Kalziumsalzen kann zu einem verstärkten Anstieg

des Serumkalziums führen.

Ciclosporin

Die gleichzeitige Behandlung mit Ciclosporin kann das Risiko einer Hyperurikämie oder Gicht-artiger

Komplikationen verstärken.

Methyldopa

Über hämolytische Anämie wurde in der Literatur bei einer gleichzeitigen Behandlung mit

Hydrochlorothiazid und Methyldopa berichtet.

Carbamazepin

Patienten, die gleichzeitig Hydrochlorothiazid und Carbamazepin erhalten, können eine Hyponatriämie

entwickeln. Diese Patienten sollten daher über die Möglichkeit von hyponatriämischen Reaktionen

informiert und entsprechend überwacht werden.

Arzneimittel, die das Ristiko eines Angioödems erhöhen

Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten Risikos

eines Angioödems kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).

Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus,

Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen (siehe

Abschnitt 4.4).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

ACE-Hemmer

Die Anwendung von ACE-Hemmern wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4). Die Anwendung von ACE-Hemmern im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester ist

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein geringfügig

erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Sofern ein Fortsetzen der ACE-Hemmer-Therapie

nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative

antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wird eine

Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und, wenn

erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte

Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie) hat (siehe

auch Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem zweiten

Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels

empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten häufig wiederholt auf Hypotonie

untersucht werden (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4).

Hydrochlorothiazid

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft

vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Aufgrund des pharmakologischen Wirkmechanismus von

Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters zu einer Störung

der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Störung des

Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Aufgrund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne den

Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsödemen,

Schwangerschaftshypertonie oder einer Präeklampsie nicht zur Anwendung kommen.

Bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den seltenen Fällen, in

denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden.

Stillzeit

Benazepril

Einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Benazepril

HEXAL comp in der Muttermilch erreicht werden (siehe Abschnitt 5.2). Auch wenn diese Konzentrationen

als klinisch nicht relevant erscheinen, wird die Anwendung von Benazepril HEXAL comp während des

Stillens von Frühgeborenen sowie in den ersten Wochen nach der Entbindung nicht empfohlen, da ein

mögliches Risiko von kardiovaskulären und renalen Effekten beim Säugling besteht und für eine

Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt.

Wenn die Säuglinge älter sind, kann die Anwendung von Benazepril HEXAL comp bei stillenden Müttern

erwogen werden, wenn die Behandlung für die Mutter als notwendig erachtet wird und der Säugling

sorgfältig überwacht wird.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Thiazid-Diuretika, angewandt in

hohen Dosen zur intensiven Diurese, können die Laktation hemmen. Die Anwendung von Benazepril

HEXAL comp während der Stillzeit wird nicht empfohlen. Wenn Benazepril HEXAL comp während der

Stillzeit angewandt wird, sollte die Dosis so niedrig wie möglich sein.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Da bei antihypertensiven Arzneimitteln, insbesondere bei ACE-Hemmern, Schwindel auftreten kann, ist es

ratsam, beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen Vorsicht walten zu lassen.

4.8 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Benazepril HEXAL comp entsprechen denen, die bei Benazepril und

Hydrochlorothiazid berichtet wurden. Sie waren meist leicht ausgeprägt und vorübergehend. Die

Nebenwirkungen, die unter der Einnahme von Benazepril HEXAL comp berichtet wurden, werden im

Folgenden beschrieben.

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Angioödeme, Ödeme der Lippen und/oder des Gesichts (siehe Abschnitt 4.4 unter „Anaphylaktoide

und verwandte Reaktionen“)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Hypokaliämie

Sehr selten: Hyponatriämie

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: Nervosität, Angst

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel

Selten: Schlaflosigkeit, Vertigo, Parästhesien, Somnolenz

Sehr selten: Tinnitus

Nicht bekannt: Synkope

Herzerkrankungen

Häufig: Palpitationen

Selten: Brustschmerz

Gefäßerkrankungen

Häufig: orthostatische Hypotonie

Selten: Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten, Atemwegsbeschwerden

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Bauchbeschwerden

Selten: Diarrhö, Obstipation, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

Sehr selten: Geschmacksstörungen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag, Gesichtsröte (Flush), Pruritus, Photosensibilität

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Arthralgie, Arthritis, Myalgie, Skelettmuskelschmerzen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: häufiger Harndrang

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Müdigkeit

Untersuchungen

Selten: Anstieg der Harnsäurespiegel im Blut und des Blutharnstoffs; erhöhte Blut-Kreatinin-Werte, welche

nach Absetzen der Therapie reversibel waren. Diese Änderungen treten eher bei Patienten mit

Nierenarterienstenose auf (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten, die Benazepril HEXAL comp 20 mg/25 mg oder höhere Dosen erhielten, wurden geringe

Anstiege des Blutharnstoffstickstoffs (BUN) und des Serumkreatinins beobachtet, welche nach Absetzen der

Therapie reversibel waren (siehe Abschnitt 4.4). Eine leichte Verringerung des durchschnittlichen

Serumkaliums wurde in klinischen Studien beobachtet, und nur 0,2 % der Patienten, die mit Benazepril

HEXAL comp behandelt wurden, entwickelten eine Hypokaliämie (über 0,5 mmol/l unter dem normalen

Wert). Hyponatriämie, erhöhte Harnsäure und vermindertes Hämoglobin wurden auch bei Patienten unter

Benazepril HEXAL comp berichtet.

Benazepril

Für Benazepril als Monotherapie und/oder andere ACE-Hemmer liegen mehr Erfahrungen nach

Markteinführung vor und folgende Nebenwirkungen wurden berichtet.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Thrombozytopenie (siehe Abschnitt 4.4 unter „Agranulozytose, Neutropenie“), hämolytische

Anämie

Nicht bekannt: Agranulozytose, Neutropenie

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: anaphylaktoide Reaktionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt: Hyperkaliämie

Herzerkrankungen

Selten: Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen

Sehr selten: Herzinfarkt

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr selten: Pankreatitis

Nicht bekannt: Angioödem des Dünndarms

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Hepatitis (insbesondere cholestatische), cholestatischer Ikterus (siehe Abschnitt 4.4 unter „Hepatitis

und Leberversagen“)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Pemphigus

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten: Nierenfunktionsstörungen

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wurde seit vielen Jahren in großem Ausmaß verordnet, manchmal in höheren

Dosierungen als es dem Anteil in Benazepril HEXAL comp entspricht.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei Patienten, die mit einem Thiazid-Diuretikum allein

(einschließlich Hydrochlorothiazid) behandelt wurden, berichtet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Siehe Abschnitt 4.4

Weitere Nebenwirkungen

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Nicht bekannt: Nicht-melanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom)

Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein

kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC festgestellt (siehe

auch Abschnitt 4.4 und 5.1 ).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Thrombozytopenie mit gelegentlicher Purpura

Sehr selten: Leukopenie, Agranulozytose, Myelosuppression, hämolytische Anämie

Nicht bekannt: aplastische Anämie

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Appetitlosigkeit

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: Schlaflosigkeit, Depression

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Kopfschmerzen, Schwindel, Parästhesie

Augenerkrankungen

Selten: Sehstörungen (insbesondere in den ersten Wochen der Behandlung)

Nicht bekannt: akute Kurzsichtigkeit und sekundäres akutes Engwinkelglaukom

Herzerkrankungen

Selten: Herzrhythmusstörungen

Gefäßerkrankungen

Häufig: orthostatische Hypotonie (dies kann durch den Genuss von Alkohol, Anästhetika oder Sedativa

verstärkt werden)

Sehr selten: nekrotisierende Vaskulitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: Atembeschwerden einschließlich Pneumonitis und pulmonale Ödeme

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: milde Übelkeit und Erbrechen

Selten: Bauchschmerzen, Obstipation, Durchfall

Sehr selten: Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Cholestase, Gelbsucht

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Urtikaria und andere Formen eines Ausschlags

Selten: Photosensitivität

Sehr selten: toxische epidermale Nekrolyse, kutane Lupus erythematodes-ähnliche Reaktionen,

Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes

Nicht bekannt: Erythema multiforme

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt: Muskelspasmen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: akutes Nierenversagen

Nicht bekannt:

Nierenversagen und Nierenfunktionsstörungen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: erektile Dysfunktion

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt: Pyrexie, Asthenie

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Es liegen keine spezifischen Erfahrungen mit der Behandlung von Überdosierungen mit Benazepril HEXAL

comp vor.

Im Falle einer Intoxikation aufgrund einer Überdosierung von Hydrochlorothiazid können die folgenden

Anzeichen und Symptome auftreten: Schwindel, Übelkeit, Schläfrigkeit, Hypovolämie, Hypotension und

Elektrolytstörungen verbunden mit Herzrhythmusstörungen und Myospasmus.

Obwohl begrenzte Erfahrungen mit Überdosierungen bei der Anwendung von Benazepril vorliegen, ist das

hauptsächlich zu erwartende Anzeichen starke Hypotonie, die mit Elektrolytstörungen und Nierenversagen

einhergehen kann.

Behandlung

Es gibt weder für Benazepril noch für Hydrochlorothiazid ein spezifisches Antidot. Die Behandlung sollte

symptomatisch und unterstützend sein. Liegt die Einnahme erst kurze Zeit zurück, kann Erbrechen ausgelöst

oder eine Magenspülung durchgeführt werden. Aktivkohle kann gegeben werden, um die Resorption zu

vermindern. Die Beine des Patienten sollten hochgelegt und Flüssigkeits- und Elektrolytverluste

ausgeglichen werden. Die Nierenfunktion muss solange kontrolliert werden, bis der Patient seinen normalen

Zustand wieder erlangt hat.

Obwohl der aktive Metabolit Benazeprilat nur geringfügig dialysierbar ist, kann bei Überdosierung eine

Dialyse in Erwägung gezogen werden, um bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion die

normale Ausscheidung zu unterstützen (siehe Abschnitt 4.3). Im Falle eines ausgeprägten Blutdruckabfalls

muss eine entsprechende Behandlung erfolgen.

Nach der Einnahme einer Überdosis ist die Aufnahme auf eine Intensivpflegestation zur Korrektur der

Hypotonie, welche länger andauern kann, empfehlenswert. Diese sollte dann durch die intravenöse Gabe von

Plasmaersatzmitteln oder, wenn das Ergebnis unbefriedigend ist, durch Katecholamine erfolgen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: ACE-Hemmer und Diuretikum

ATC-Code: C09BA07

Benazepril HEXAL comp ist eine Kombination aus einem ACE-Hemmer, Benazepril und einem

Diuretikum, Hydrochlorothiazid. Die antihypertensive Wirkung beider Bestandteile ist synergistisch.

Nach oraler Gabe wird Benazeprilhydrochlorid schnell resorbiert und anschließend zu Benazeprilat

hydrolysiert, einem Inhibitor des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE), welches Angiotensin I in

Angiotensin II umwandelt. Die Folgen dieser Enzymhemmung sind:

Abfall der Bildung von Angiotensin II

Anstieg der Vorstufen Angiotensin I und Renin

Hypotension, hauptsächlich durch periphere Gefäßerweiterung; Gefäßerweiterung, Abfall der

Aldosteronproduktion mit einem Anstieg der renalen Ausscheidung von Natriumionen und Wasser sowie

einem Abfall der renalen Ausscheidung von Kaliumionen

ACE ist identisch mit Kininase II.

Wie andere ACE-Hemmer kann Benazepril den Abbau des Vasodilatators Bradykinin durch Kininase

hemmen; diese Hemmung trägt möglicherweise zur antihypertensiven Wirkung bei.

Die Gabe von Benazepril an Patienten mit Hypertonie führt zu einer Blutdrucksenkung sowohl in liegender

als auch in stehender Position mit normalerweise geringer oder keiner orthostatischen Hypotension.

Nach Gabe einer einzelnen oralen Dosis setzt der blutdrucksenkende Effekt nach ca. 1 Stunde ein; die

Hypotension hat ihr Maximum zwischen 2 und 4 Stunden nach der Gabe. Die blutdrucksenkende Wirkung

hält mindestens 24 Stunden an. Während wiederholter Gabe wird die maximale Blutdrucksenkung im

Allgemeinen nach 1 Woche erreicht und hält während der Dauertherapie an. Die blutdrucksenkende

Wirkung ist unabhängig von Rasse, Alter oder basaler Plasmareninaktivität.

Das abrupte Absetzen von Benazepril ist nicht mit einem schnellen Anstieg des Blutdrucks verbunden.

In einer Untersuchung an gesunden Freiwilligen führten Einzeldosen von Benazepril zu einem Anstieg der

renalen Perfusion ohne eine Wirkung auf die glomeruläre Filtrationsrate.

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing Telmisartan Alone and in

combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und „VA NEPHRON-D” [The Veterans Affairs

Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit einem

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“-Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder einer zerebrovaskulären

Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit nachgewiesenen Endorganschäden

durchgeführt. Die „VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und

diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuläre

Endpunkte und Mortalität, während ein höheres Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung und/oder

Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und Angiotensin-

II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit

diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal Disease

Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer Standardtherapie mit

einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2

sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die

Studie wurde wegen eines erhöhten Risikos unerwünschter Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl

kardiovaskuläre Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der Aliskiren-Gruppe numerisch häufiger auf als

in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte Ereignisse und besondere schwerwiegende unerwünschte

Ereignisse (Hyperkaliämie, Hypotonie, Nierenfunktionsstörung).

Thiazid-Diuretika wirken insbesondere im distalen Teil des renalen Tubulus über die Hemmung der NaCl-

Reabsorption (über einen Antagonismus am NaCl-Carrier). Eine erhöhte Menge Na

und Wasser im renalen

Sammelrohr und/oder eine erhöhte Filtrationsrate führen zu einer erhöhten Sekretion und Exkretion von K

und H

. Außerdem wird die Resorption von Ca

(über einen unbekannten Mechanismus) stimuliert.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion wird die Diurese bereits nach der Gabe von 12,5 mg

Hydrochlorothiazid stimuliert. Der resultierende Anstieg der Exkretion von Natrium und Chlorid im Urin

und der relativ niedrigere Anstieg von Kalium im Urin sind dosisabhängig. Die diuretische und natriuretische

Wirkung tritt 1-2 Stunden nach der oralen Gabe von Hydrochlorothiazid ein, erreicht ihr Maximum nach 4-6

Stunden und kann für 10-12 Stunden andauern.

Eine durch Thiazide induzierte Diurese führt zu Beginn zu einem Abfall des Plasmavolumens, des

Herzminutenvolumens und des systemischen Blutdrucks. Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System kann

aktiviert werden. Die blutdrucksenkende Wirkung bleibt mit fortgesetzter Behandlung erhalten, vermutlich

aufgrund des geringeren peripheren Widerstandes; das Herzminutenvolumen kehrt zu Ausgangswerten

zurück, und das Plasmavolumen bleibt etwas niedriger.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien

wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC beobachtet. Eine

Studie umfasste eine Grundgesamtheit aus 71 533 Fällen von BCC und 8 629 Fällen von SCC mit

Kontrollgruppen von 1 430 833 bzw. 172 462 Personen. Eine hohe HCTZ-Dosierung ≥50 000 mg

kumulativ) war assoziiert mit einer bereinigten Odds-Ratio von 1,29 (95 % Konfidenzintervall: 1,23-1,35)

für BCC und 3,98 (95 % Konfidenzintervall: 3,68-4;31) für SCC. Sowohl bei BCC als auch bei SCC wurde

eine eindeutige kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung ermittelt. Eine weitere Studie ergab einen möglichen

Zusammenhang zwischen Lippenkrebs (SCC) und der Exposition gegenüber HCTZ: 633 Fälle von

Lippenkrebs wurden mittels eines risikoorientierten Stichprobenverfahrens mit einer Kontrollgruppe von 63

067 Personen abgeglichen. Es wurde eine kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung mit einer bereinigten Odds-

Ratio von 2,1 (95 % Konfidenzintervall: 1,7-2,6) festgestellt, die sich bei hoher Exposition (~ 25 000 mg)

auf eine Odds-Ratio von 3,9 (3,0-4,9) und bei der höchsten kumulativen Dosis (~ 100,000 mg) auf eine

Odds-Ratio von 7,7 (5,7-10,5) erhöhte (siehe auch Abschnitt 4.4).

Benazepril, Hydrochlorothiazid

Die Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems durch Benazepril führt zu einer synergistischen

antihypertensiven Wirkung mit Hydrochlorothiazid, in dem es der stimulierenden Wirkung von

Hydrochlorothiazid entgegen wirkt. Die Stimulation des Renin-Angiotensin-Systems führt dazu, dass der

Blutdruck stärker von der Konzentration an Angiotensin II abhängt, wodurch die Effektivität von Benazepril

erhöht wird.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Zwischen den Bestandteilen von Benazepril HEXAL comp (Benazeprilhydrochlorid und

Hydrochlorothiazid) gibt es keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen und die Bioverfügbarkeit beider

Bestandteile wird nicht durch die gleichzeitige Gabe beeinflusst. Die Kombinationstabletten von Benazepril

HEXAL comp sind bioäquivalent zur Gabe der einzelnen Bestandteile.

Mindestens 37 % einer oralen Dosis von Benazeprilhydrochlorid werden resorbiert. Das Prodrug wird dann

rasch in den pharmakologisch aktiven Metaboliten Benazeprilat umgewandelt. Nach Gabe auf nüchternen

Magen werden die maximalen Plasmakonzentrationen von Benazepril und Benazeprilat nach 0,5 bzw. 1-1,5

Stunden erreicht. Hydrochlorothiazid wird nach oraler Gabe zu 60-80 % resorbiert. Maximale Plasmaspiegel

werden innerhalb von 1,5-3 Stunden erreicht. Abweichungen in der Resorption von Benazeprilhydrochlorid

und Hydrochlorothiazid aufgrund von Fasten sind von untergeordneter klinischer Bedeutung.

Innerhalb des therapeutischen Dosierungsbereichs ist die systemische Verfügbarkeit von Benazepril,

Benazeprilat und Hydrochlorothiazid nahezu direkt proportional zur Dosis. Mehrfachgabe hat keinen

Einfluss auf die Pharmakokinetik von Benazeprilhydrochlorid und Hydrochlorothiazid.

Verteilung

Benazepril und Benazeprilat werden an menschliches Serumprotein (insbesondere Albumin) zu ungefähr 95

% gebunden. Das Verteilungsvolumen im Steady State von Benazeprilat beträgt ungefähr 9 l.

Hydrochlorothiazid akkumuliert in den Erythrozyten. Während der Eliminationsphase ist die Konzentration

in den Erythrozyten 3-9-mal höher als im Plasma. Ungefähr 40-70 % des Hydrochlorothiazids werden an

Plasmaproteine gebunden. Das Verteilungsvolumen während der terminalen Eliminationsphase wird auf 3-6

l/kg (entsprechend 210-420 l bei einem Körpergewicht von 70 kg) geschätzt.

Biotransformation

Benazepril wird zum größten Teil metabolisiert; der Hauptmetabolit ist Benazeprilat. 2 andere Metaboliten

sind Acylglucuronidkonjugate von Benazepril und Benazeprilat.

Ein sehr kleiner Teil von Hydrochlorothiazid wird metabolisiert. Der einzige (in Spuren) gefundene

Metabolit ist 2-Amino-4-chloro-m-benzendisulfonamid.

Elimination

Benazepril wird innerhalb von 4 Stunden hauptsächlich durch Metabolisierung vollständig aus dem Plasma

entfernt. Die Elimination von Benazepril verläuft biphasisch mit einer anfänglichen Halbwertszeit von ca. 3

Stunden und einer terminalen Halbwertszeit von ca. 22 Stunden. Die terminale Phase (von 24 Stunden)

deutet auf eine starke Bindung von Benazepril an ACE hin. Benazeprilat wird über die Niere und Galle

ausgeschieden; natürlicherweise ist die renale Exkretion der Hauptweg bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion. Nur 1 % der Dosis werden als unverändertes Benazepril über den Urin ausgeschieden; 20 %

der Dosis werden als Benazeprilat ausgeschieden.

Die Elimination von Hydrochlorothiazid erfolgt biphasisch mit einer anfänglichen Halbwertszeit von

ungefähr 2 Stunden und einer terminalen Halbwertszeit von ungefähr 10 Stunden (10-12 Stunden). Bei

Patienten mit normaler Nierenfunktion findet die Elimination fast ausschließlich über die Niere statt. Im

Durchschnitt werden 50-75 % einer oralen Dosis in unveränderter Form im Urin wiedergefunden.

Andere spezielle Patientengruppen

Patienten mit Stauungsherzinsuffizienz

Die Resorption von Benazepril und Umwandlung in Benazeprilat wird nicht beeinflusst. Da die Elimination

etwas langsamer erfolgt, sind die minimalen Plasmakonzentrationen im Steady State in dieser

Patientengruppe höher als bei gesunden Freiwilligen oder Bluthochdruck-Patienten.

Ältere Patienten und Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik von Benazepril und Benazeprilat wird weder durch höheres Alter noch durch eine

leichte bis mäßige Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30-80 ml/min) beeinflusst. Die

Pharmakokinetik von Hydrochlorothiazid wird bei diesen Patienten deutlich beeinflusst. Die Clearance

dieses Diuretikums ist deutlich vermindert, woraus ein deutlicher Anstieg der Plasmakonzentration resultiert.

Eine reduzierte Clearance bei älteren Patienten ist auf eine verminderte Nierenfunktion zurückzuführen. Die

wirksame Dosis kann bei älteren Patienten und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion niedriger

sein als bei jüngeren Patienten mit normaler Nierenfunktion. Benazepril HEXAL comp ist bei Patienten mit

einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min kontraindiziert.

Leberfunktionsstörung

Die Kinetik von Benazeprilat und Hydrochlorothiazid wird durch eine Leberzirrhose nicht beeinflusst.

Stillzeit

Bei 9 Frauen (Zeitraum postpartum nicht erwähnt), die 3 Tage lang eine tägliche Dosis von 20 mg

Benazepril oral erhielten, betrug 1 Stunde nach Einnahme der Spitzenwert für die Konzentrationen in der

Muttermilch 0,9 μg/L Benazepril und 1,5 Stunden nach Einnahme 2 μg/L für den aktiven Metaboliten

Benazeprilat. Es wird geschätzt, dass ein gestilltes Kind eine tägliche Dosis von weniger als 0,14 % der der

Mutter verabreichten Benazepril-Dosis aufnehmen würde.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Daten haben kein spezifisches Gefährdungspotential für den Menschen basierend auf

konventionellen Untersuchungen zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität bei wiederholter Gabe, zur

Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergeben. Mit der Kombination aus Benazepril und

Hydrochlorothiazid wurden keine Reproduktionstoxizitätsstudien durchgeführt. Tierstudien, die mit

Benazepril oder Hydrochlorothiazid allein durchgeführt wurden, induzierten embryotoxische (Benazepril)

aber keine teratogenen Wirkungen bei 3 Spezies (Benazepril, Hydrochlorothiazid).

Andere ACE-Hemmer induzierten Nebenwirkungen auf die späte fetale Entwicklung, die zu fetalem Tod

und kongenitalen Effekten insbesondere am Schädel führten. Über Fetotoxizität, intrauterine

Wachstumsretardierung und offenen Ductus arteriosus wurde ebenfalls berichtet. Diese

Entwicklungsanomalien werden teilweise auf die direkte Wirkung der ACE-Hemmer auf das fetale Renin-

Angiotensin-System und teilweise auf die durch eine maternale Hypotonie ausgelöste Ischämie mit

anschließendem Abfall des fetalplazentaren Blutflusses und damit einer Minderversorgung des Feten mit

Sauerstoff und Nährstoffen zurückgeführt.

In Untersuchungen am Tier überschreitet Hydrochlorothiazid die Plazenta.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Lactose-Monohydrat

Crospovidon (Ph.Eur.)

hydriertes Rizinusöl

mikrokristalline Cellulose

vorverkleisterte Stärke (Mais)

hochdisperses Siliciumdioxid

Filmüberzug

Lactose-Monohydrat

Hypromellose

Macrogol 4000

Titandioxid (E 171)

Zusätzlich für Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172)

Eisen(III)-oxid (E 172)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Die Filmtabletten sind in Aclar-PVC/Aluminium-Blisterpackungen verpackt und in eine Faltschachtel

eingeschoben.

Packungen mit

28, 42, 50 und 98 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNGEN

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Benazepril HEXAL comp 10 mg/12,5 mg

61041.00.00

Benazepril HEXAL comp 20 mg/25 mg

61041.01.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassungen: 27. Januar 2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassungen: 10. September 2010

10. STAND DER INFORMATION

Januar 2019

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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