Beloc-Zok comp Retardtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Hydrochlorothiazid, Metoprololsuccinat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Pfizer Pharma PFE GmbH
ATC-Code:
C07BB02
INN (Internationale Bezeichnung):
Hydrochlorothiazide, Metoprolol Succinate (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Hydrochlorothiazid 12.5mg; Metoprololsuccinat (Ph.Eur.) 95.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
17064.00.00

palde-9v17bz-rt-0

09.05.2019

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Beloc-Zok

®

comp

95,0 mg/12,5 mg, Retardtablette

Wirkstoffe: Metoprololsuccinat (Ph.Eur.) und Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker

oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in

dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Beloc-Zok comp und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Beloc-Zok comp beachten?

Wie ist Beloc-Zok comp einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Beloc-Zok comp aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Beloc-Zok comp und wofür wird es angewendet?

Beloc-Zok comp ist eine Kombination aus einem Betablocker und einem Diuretikum, die beide

auf unterschiedlichem Wege Ihren Blutdruck senken.

Beloc-Zok comp wird angewendet bei nicht organbedingtem Bluthochdruck (essenzielle

Hypertonie). Das Kombinationspräparat Beloc-Zok comp darf nur angewendet werden, wenn

eine vorangegangene Therapie mit einem der Einzelwirkstoffe (retardiertes

Metoprololsuccinat oder Hydrochlorothiazid) keine ausreichende Blutdrucknormalisierung

bewirken konnte.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Beloc-Zok comp beachten?

Beloc-Zok comp darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Metoprololsuccinat und Hydrochlorothiazid, den Wirkstoffen

von Beloc-Zok comp, verwandten Derivaten oder einen der in Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-Block 2. oder

3. Grades),

bei Sinusknoten-Syndrom (sick sinus syndrome), es sei denn, Sie haben einen

Herzschrittmacher,

bei gestörter Erregungsleitung zwischen Sinusknoten und Vorhof (sinuatrialem Block),

bei kardiogenem Schock,

bei instabiler, dekompensierter Herzmuskelschwäche (Lungenödem, Minderdurchblutung,

zu niedrigem Blutdruck),

bei dauerhafter oder intermittierender inotroper Therapie mit Betarezeptor-Agonisten,

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bei einem Ruhepuls vor der Behandlung unter 50 Schlägen pro Minute (Bradykardie),

bei krankhaft niedrigem Blutdruck (Hypotonie, systolisch unter 90 mmHg),

bei Übersäuerung des Blutes (Azidose),

bei Spätstadium peripherer arterieller Durchblutungsstörungen,

bei Neigung zu Bronchialverkrampfung (bronchiale Hyperreagibilität),

bei gleichzeitiger Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme MAO-B-Hemmstoffe),

bei Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden (mögliche Kreuzreaktionen beachten).

Falls Ihnen bekannt ist, dass Sie auf Sulfonamide (Medikamente zur Behandlung von

Infektionen durch Bakterien) überempfindlich reagieren, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

bei fortgeschrittener Leistungsminderung der Nieren (Niereninsuffizienz mit stark

eingeschränkter Harnproduktion; Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min und/ oder

Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml) und akuter Nierenentzündung (Glomerulonephritis),

bei schweren Leberfunktionsstörungen (Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen),

bei erniedrigtem Kaliumspiegel, der auf eine Behandlung nicht anspricht (unter

3,5 mmol/l),

bei erhöhtem Blut-Calciumspiegel (Hyperkalzämie),

bei Gicht, bei bekannter Erhöhung von Harnsäure im Blut,

bei schwerem Natriummangel im Blut (Hyponatriämie),

bei verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolämie),

in der Schwangerschaft,

in der Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Beloc-Zok comp einnehmen

bei geringgradigen Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern

(AV-Block 1. Grades),

bei zuckerkranken Patienten mit stark schwankenden Blutzuckerwerten sowie bei

strengem Fasten oder bei schwerer körperlicher Belastung,

bei Patienten mit einem hormonproduzierenden Tumor des Nebennierenmarks

(Phäochromozytom, vorherige Therapie mit Alphablockern erforderlich),

bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion (Serum-Kreatinin

> 1,2 < 1,8 mg/dl),

bei Patienten, die gleichzeitig mit Digitalispräparaten (Arzneimittel gegen

Herzschwäche), Glukokortikoiden (bestimmte Nebennierenrindenhormone) oder

Laxanzien (Abführmittel) behandelt werden,

bei Durchblutungsstörungen des Gehirns,

bei koronarer Herzkrankheit,

wenn Sie Hautkrebs haben oder hatten oder während der Behandlung eine unerwartete

Hautläsion entwickeln. Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid, insbesondere eine

hochdosierte Langzeitanwendung, kann das Risiko einiger Arten von Haut- und

Lippenkrebs (weißer Hautkrebs) erhöhen. Schützen Sie Ihre Haut vor

Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen, solange Sie Beloc-Zok comp einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden

könnten).

Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere

anaphylaktischer Reaktionen, d. h. akuter allergischer Allgemeinreaktionen erhöhen.

Deshalb ist eine strenge Indikationsstellung bei Patienten mit schweren

Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Therapie zur

Schwächung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft

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(Hyposensibilisierungstherapien: Vorsicht, überschießende anaphylaktische Reaktionen)

geboten.

Bei Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) in der Eigen- oder Familienanamnese sollte

die Verordnung von Betarezeptorenblockern nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

erfolgen.

Die Therapie mit Beloc-Zok comp sollte abgebrochen werden bei therapieresistenter

Entgleisung des Elektrolythaushalts, orthostatischen Beschwerden (z. B. Schwarzwerden vor

den Augen, Schwindel, evtl. Ohnmacht), Überempfindlichkeitsreaktionen, starken

Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, zentralnervösen Störungen, Pankreatitis (Entzündung

der Bauchspeicheldrüse), Blutbildveränderungen, bei akuter Gallenblasenentzündung, beim

Auftreten einer Gefäßentzündung (Vaskulitis) und Verschlimmerung einer bestehenden

Kurzsichtigkeit.

Falls sich Ihr Herzschlag zunehmend verlangsamt, sollte Beloc-Zok comp mit niedrigerer

Dosierung gegeben oder ausschleichend abgesetzt werden.

Soll die Behandlung mit Beloc-Zok comp nach längerer Anwendung unterbrochen oder

abgesetzt werden, sollte dies grundsätzlich langsam ausschleichend erfolgen. Abruptes

Absetzen von Betablockern ist besonders bei Patienten mit hohem Risiko gefährlich und

sollte deshalb vermieden werden. Falls die Therapie mit Metoprololsuccinat beendet werden

soll, sollte dies allmählich über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen durchgeführt

werden. Hierbei wird die Dosis jeweils um die Hälfte reduziert, bis schließlich eine ganze

25-mg-Tablette auf eine halbe Tablette reduziert wird. Dabei kann eine reine Metoprolol-

Tablette verabreicht werden. Die letzte Dosisstärke sollte vor dem Absetzen mindestens

über 4 Tage gegeben werden. Falls Symptome auftreten, wird ein langsameres Absetzen

empfohlen. Das plötzliche Absetzen von Betablockern kann eine chronische

Herzmuskelschwäche verschlechtern und außerdem das Risiko für einen Herzinfarkt und

plötzlichen Herztod erhöhen.

Während der Behandlung mit Beloc-Zok comp sollten Sie auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen des Kaliumverlusts kaliumreiche Nahrungsmittel zu

sich nehmen (Bananen, Gemüse, Nüsse); evtl. ist wegen des erhöhten Kaliumverlusts eine

gleichzeitige Therapie mit kaliumsparenden Diuretika erforderlich.

Die Kaliumkontrollen sollten anfangs häufiger erfolgen. Wenn sich ein Gleichgewicht im

Kaliumhaushalt eingestellt hat, genügt es, den Serumkaliumspiegel seltener zu kontrollieren.

Ferner sollten Blutzucker, Harnsäure, Blutfette und Kreatinin im Serum in regelmäßigen

Abständen kontrolliert werden.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Beloc-Zok comp kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Die Anwendung von Beloc-Zok comp als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der

Gesundheit führen.

Einnahme von Beloc-Zok comp zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

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Sprechen Sie besonders dann mit Ihrem Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

einnehmen:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Beloc-Zok comp und Insulin oder oralen

blutzuckersenkenden Medikamenten kann deren Wirkung verstärkt werden; die

Symptome einer verminderten Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie), besonders die

Pulsbeschleunigung (Tachykardie) und Zittern der Finger (Tremor), sind verschleiert

oder abgemildert. Die Wirkung von Insulin kann auch vermindert werden oder

unverändert sein. Daher sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.

Metoprolol ist ein metabolisches Substrat des Cytochrom-P450-Isoenzyms CYP2D6.

Arzneimittel mit enzyminduzierender oder enzymhemmender Wirkung können den

Plasmaspiegel von Metoprolol beeinflussen. Der Plasmaspiegel von Metoprolol kann

erhöht sein bei gleichzeitiger Gabe von Substanzen, die über CYP2D6 metabolisiert

werden, wie z. B. Antiarrhythmika, Antihistaminika, Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten

(z. B. Cimetidin), Antidepressiva, Antipsychotika, COX-2-Hemmer, Alkohol und

gefäßerweiternde Mittel (z. B. Hydralazin). Die Plasmakonzentration von Metoprolol wird

durch Rifampicin erniedrigt.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Beloc-Zok comp kann durch andere

blutdrucksenkende Arzneimittel (besondere Vorsicht bei Prazosin) verstärkt werden.

Werden unter der Behandlung mit Beloc-Zok comp zusätzlich Calciumantagonisten vom

Nifedipin-Typ oder ACE-Hemmer (Mittel zur Behandlung des Hochdrucks)

eingenommen, kann der Blutdruck, insbesondere zu Behandlungsbeginn, stark abfallen

und in Einzelfällen kann es zur Ausbildung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

kommen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-

Typ oder Antiarrhythmika ist eine sorgfältige Überwachung des Patienten angezeigt, da

es zu Blutdruckabfall (Hypotonie), Pulsverlangsamung (Bradykardie) oder anderen

Herzrhythmusstörungen kommen kann.

Während der Behandlung mit Beloc-Zok comp muss deshalb die intravenöse

Verabreichung von Calciumantagonisten oder Antiarrhythmika unterbleiben.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Beloc-Zok comp und Reserpin, Alpha-Methyldopa,

Clonidin, Guanfacin und Herzglykosiden kann es zu einem stärkeren Absinken der

Herzfrequenz bzw. zu einer Verzögerung der Erregungsleitung am Herzen kommen.

Nach abruptem Absetzen von Clonidin bei gleichzeitiger Anwendung von Beloc-

Zok comp kann der Blutdruck überschießend ansteigen. Bei einer gleichzeitigen

Behandlung mit Clonidin darf Clonidin erst abgesetzt werden, wenn einige Tage zuvor

die Verabreichung von Beloc-Zok comp beendet wurde. Anschließend kann Clonidin

stufenweise abgesetzt werden.

Die Ausscheidung anderer Medikamente kann durch Beloc-Zok comp vermindert

werden (z. B. Lidocain, Chinidin).

Die gleichzeitige Anwendung von Beloc-Zok comp und Narkotika kann eine verstärkte

Blutdrucksenkung zur Folge haben. Beloc-Zok comp kann, ebenso wie manche für eine

Narkose eingesetzten Mittel, eine Schwächung der Herzkraft zur Folge haben. Diese

Wirkungen können sich addieren. Deshalb sollte der Narkosearzt über die Behandlung

mit Beloc-Zok comp informiert werden.

Die neuromuskuläre Blockade durch periphere Muskelrelaxanzien (z. B.

Suxamethonium, Tubocurarin) kann durch die Betarezeptoren-Hemmung von Beloc-

Zok comp verstärkt werden.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Beloc-Zok comp kann vermindert werden durch

gleichzeitige Einnahme von Schmerz- und Rheumamitteln (Salizylate, nichtsteroidale

Antirheumatika, z. B. Indometacin). Bei hoch dosierter Salizylateinnahme kann die

toxische Wirkung des Salizylats auf das zentrale Nervensystem verstärkt werden. Bei

Patienten, die unter der Therapie mit Beloc-Zok comp eine Hypovolämie entwickeln,

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kann die gleichzeitige Gabe nichtsteroidaler Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen

auslösen.

Die Wirkungen harnsäuresenkender Medikamente sowie von Noradrenalin und

Adrenalin können abgeschwächt werden.

Bei vorhandenem Kalium- und/ oder Magnesiummangel können die Wirkungen und

Nebenwirkungen von Herzglykosiden (Mittel zur Verstärkung der Herzkraft) verstärkt

sein.

Die gleichzeitige Anwendung von Beloc-Zok comp und kaliuretischen Diuretika (z. B.

Furosemid), Glukokortikoiden, ACTH, Carbenoxolon, Penicillin G, Salizylaten,

Amphotericin B oder Laxanzien kann zu verstärkten Kaliumverlusten führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil,

Methotrexat) ist mit verstärkter Knochenmarkstoxizität (insbesondere Granulozytopenie)

zu rechnen.

Bei gleichzeitiger hoch dosierter Behandlung mit lithiumhaltigen Arzneimitteln (gegen

Depressionen) kann die Wirkung von Lithium auf Herz und Gehirn zunehmen.

Die Aufnahme von Hydrochlorothiazid kann durch die gleichzeitige Gabe von

Colestyramin (Mittel zur Aufnahmeverminderung von bestimmten Stoffen aus dem

Darm) vermindert sein.

In Einzelfällen sind Hämolysen (beschleunigter Abbau von roten Blutkörperchen) durch

Bildung von Antikörpern gegen Hydrochlorothiazid bei gleichzeitiger Einnahme von

Methyldopa beschrieben worden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor Kurzem angewandte Arzneimittel

gelten können.

Einnahme von Beloc-Zok comp zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Die dämpfenden Wirkungen von Beloc-Zok comp und Alkohol können sich gegenseitig

verstärken.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/ Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Beloc-Zok comp darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden

könnten). Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, Beloc-Zok comp vor einer Schwangerschaft bzw.

sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes

Arzneimittel empfehlen, denn die Einnahme von Beloc-Zok comp kann zu schweren

Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen.

Stillzeit

Beloc-Zok comp darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen

Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne

sicheren Halt beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn,

Dosiserhöhung, Präparatewechsel und im Zusammenwirken mit Alkohol.

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09.05.2019

3.

Wie ist Beloc-Zok comp einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker

ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Beloc-Zok comp Retardtabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas

Wasser) nach dem Essen einzunehmen.

Grundsätzlich sollte die blutdrucksenkende Behandlung mit der jeweils niedrigst vorgesehenen

Dosis eines Einzelwirkstoffs begonnen und bei Bedarf langsam gesteigert werden. Die fixe

Kombination Beloc-Zok comp sollte erst nach vorangegangener Therapie mit entweder

Hydrochlorothiazid oder retardiertem Metoprololsuccinat angewendet werden, falls durch den

entsprechenden Einzelwirkstoff kein ausreichender Therapieerfolg erzielt werden konnte.

Soweit vom Arzt nicht anders verordnet, soll als normale Tagesdosis 1 Retardtablette Beloc-

Zok comp eingenommen werden.

Bei Bedarf kann die Dosis auf maximal 2 Retardtabletten täglich morgens als Einzeldosis erhöht

werden.

Die Dauer der Behandlung bestimmt der behandelnde Arzt. Eine Unterbrechung oder Änderung

der Dosierung darf nur auf ärztliche Anordnung erfolgen.

Wenn Sie eine größere Menge von Beloc-Zok comp eingenommen haben, als Sie sollten

Bei Überdosierung oder bedrohlichem Abfall der Herzfrequenz und/ oder des Blutdrucks muss

die Behandlung mit Beloc-Zok comp abgebrochen werden.

Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt/ Notarzt, damit dieser

über das weitere Vorgehen entscheiden kann!

Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen

Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von Beloc-Zok comp vergessen haben

Sollten Sie einmal die Einnahme von Beloc-Zok comp vergessen haben, fahren Sie in der

Dosierung fort, wie sie vom Arzt verordnet wurde.

Wenn Sie die Einnahme von Beloc-Zok comp abbrechen

Eine Unterbrechung oder Änderung darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Soll die

Behandlung mit Beloc-Zok comp nach längerer Anwendung unterbrochen oder abgesetzt

werden, sollte dies grundsätzlich langsam ausschleichend erfolgen. Dies ist nötig, da abruptes

Absetzen zur Minderdurchblutung des Herzmuskels (Herzischämie) mit neuerlicher

Verschlimmerung einer Angina pectoris oder zu einem Herzinfarkt oder zum Wiederauftreten

eines Bluthochdrucks führen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

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Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Blutbildveränderungen in Form einer Verminderung der roten Blutkörperchen

(aplastische Anämie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Leukozyten im

Blut (Leukopenie), hochgradige Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit

Infektneigung und schweren Allgemeinsymptomen (Agranulozytose)

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Nicht bekannt: Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs)

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: allergische Hauterscheinungen, Überempfindlichkeit (Idiosynkrasie)

Sehr selten: allergischer Schnupfen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Eine unerkannte Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) kann erkennbar werden

oder eine bereits bestehende Zuckerkrankheit sich verschlechtern (Symptome: erhöhter

Zuckergehalt des Blutes [Hyperglykämie] oder im Urin [Glykosurie]). Unter der Therapie kann es

zu Störungen im Fettstoffwechsel kommen: Bei meist normalem Gesamtcholesterin wurde eine

Verminderung des HDL-Cholesterins und eine Erhöhung der Triglyzeride im Plasma

beobachtet.

Die Harnsäurewerte im Blut können sich erhöhen (Hyperurikämie); bei disponierten Patienten

können Gichtanfälle ausgelöst werden. Die Anwendung von Beloc-Zok comp kann bei

langfristiger, kontinuierlicher Einnahme zu Veränderungen im Mineralstoffwechsel

(Elektrolytveränderungen) führen, insbesondere zu einer Erniedrigung der Blutspiegel von

Kalium (Hypokaliämie), Magnesium (Hypomagnesiämie), Natrium (Hyponatriämie) und Chlorid

(Hypochlorämie) sowie zu einem erhöhten Calciumspiegel (Hyperkalzämie). Als Folge der

Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste kann sich ein Überschuss an Alkali im Blut (metabolische

Alkalose) entwickeln bzw. eine bereits bestehende metabolische Alkalose verschlechtern.

Selten: Nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es bei

gleichzeitiger Therapie mit Beloc-Zok comp zu Zuständen mit erniedrigtem Blutzucker

(hypoglykämische Zustände) kommen. Warnzeichen eines erniedrigten Blutzuckers –

insbesondere erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und Zittern der Finger (Tremor) – können

verschleiert werden.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: depressive Verstimmungszustände, Verwirrtheit, Halluzinationen

Selten: Nervosität, Ängstlichkeit

Sehr selten: Persönlichkeitsveränderungen (z. B. Gefühlsschwankungen)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Erschöpfung

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen

Gelegentlich: Insbesondere zu Beginn der Behandlung zentralnervöse Störungen wie

Müdigkeit, Schwindelgefühl, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, verstärkte Traumaktivität,

Albträume, Konzentrationsstörungen. Diese Erscheinungen sind gewöhnlich leichterer Art und

vorübergehend. Kribbeln in den Gliedmaßen, Muskelkrämpfe.

Selten: Muskelschwäche, Impotenz, Libido- und Potenzstörungen

Sehr selten: Erinnerungslücken (Amnesie), Gedächtnisstörungen

Augenerkrankungen

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Selten: Entzündung der Bindehaut des Auges (Konjunktivitis) und verminderter Tränenfluss

(dies ist beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten); Augenreizung, geringgradige

Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen, Farbsehstörungen [Gelbsehen]) oder eine

Verschlimmerung einer bestehenden Kurzsichtigkeit

Sehr selten: Flimmern vor den Augen

Häufigkeit nicht bekannt: plötzlich auftretende Kurzsichtigkeit (akute Myopie), akutes

Engwinkelglaukom

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths (Gleichgewichtssystem)

Sehr selten: Hörstörungen, Ohrensausen

Herzerkrankungen

Häufig: Herzklopfen (Palpitationen), verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Blutdruckabfall

beim Aufsetzen (orthostatische Hypotonie, sehr selten mit Bewusstlosigkeit)

Gelegentlich: Verstärkung einer Herzmuskelschwäche mit peripheren Ödemen

(Flüssigkeitsansammlungen), bei einem akuten Herzinfarkt kann der Blutdruck stark erniedrigt

sein (kardiogener Schock), Herzschmerzen

Selten: Störungen der Erregungsleitung am Herzen (atrioventrikuläre Überleitungsstörungen),

unregelmäßige Herzschlagfolge (Arrhythmien)

Sehr selten: Verstärkung der Anfälle bei Angina pectoris

Gefäßerkrankungen

Häufig: Kältegefühl in den Gliedmaßen

Selten: Gefäßentzündung (Vaskulitis)

Sehr selten: Verstärkung (bis zum Absterben des Gewebes) bereits bestehender peripherer

Durchblutungsstörungen

Erkrankungen der Atemwege und des Brustraums

Häufig: Atemnot bei Belastung (Belastungsdyspnoe)

Gelegentlich: Infolge einer möglichen Erhöhung des Atemwiderstands kann es bei Patienten mit

Neigung zu Verkrampfungen der Atemwege (bronchospastischen Reaktionen, z. B. bei

asthmoider Bronchitis) insbesondere bei obstruktiven Atemwegserkrankungen zu einer

Verengung der Atemwege und zu Atemnot kommen.

Selten: Lungenentzündung (akute interstitielle Pneumonie)

Sehr selten: Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (allergisches Lungenödem) mit

Schocksymptomatik

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Magen-Darm-System)

Häufig: Vorübergehend Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Leibschmerzen, Durchfall,

Verstopfung

Gelegentlich: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Krämpfe

Selten: Mundtrockenheit; Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen GOT, GPT); Gelbsucht, Gallestau

(intrahepatische Cholestase); akute Gallenblasenentzündung (bei bestehendem

Gallensteinleiden)

Sehr selten: Leberentzündung (Hepatitis)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautreaktionen wie Rötung und Juckreiz sowie Hautausschläge (meist

psoriasiforme und dystrophische Hautläsionen), Schwitzen, stark juckende Quaddeln (Urtikaria),

Lichtempfindlichkeit mit Auftreten von Hautausschlägen nach Lichteinwirkung.

Selten: kleinflächige Einblutungen in der Haut und Schleimhaut (Purpura), Haarausfall,

Blutgefäßentzündung (nekrotisierende Angiitis)

Sehr selten: Arzneimittel, die Betarezeptorenblocker enthalten, können in Einzelfällen eine

Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) auslösen, die Symptome dieser Erkrankung

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verschlechtern oder zu Schuppenflechte-ähnlichen (psoriasiformen) Hautausschlägen führen;

Schmetterlingsflechte (kutaner Lupus erythematodes)

Nicht bekannt: chronisch-entzündliche Bindegewebserkrankung (systemischer Lupus

erythematodes)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Bei Langzeittherapie wurde in Einzelfällen eine Erkrankung der Gelenke

(Arthropathie) und/ oder Arthralgie (Gelenkschmerzen) beobachtet, wobei ein oder mehrere

Gelenke betroffen sein können (Mono- und Polyarthritis).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: akute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Verhärtung der Schwellkörper des männlichen Gliedes (Induratio penis plastica,

Peyronie-Krankheit)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Gewichtszunahme

Selten: Arzneimittelfieber. Bei hoher Dosierung kann es, insbesondere bei Vorliegen von

Venenerkrankungen, zum Verschluss von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel (Thrombosen und

Embolien) kommen.

Sehr selten: Geschmacksstörungen

Untersuchungen

Gelegentlich: reversibler Anstieg stickstoffhaltiger, harnpflichtiger Stoffe (Harnstoff, Kreatinin) im

Blut, vor allem zu Behandlungsbeginn.

Selten: Erhöhung der Blutfettwerte

Eine Verstärkung der Beschwerden bei Patienten mit intermittierendem Hinken (Claudicatio

intermittens) oder mit Gefäßkrämpfen im Bereich der Zehen und Finger (Raynaud-Syndrom) ist

beobachtet worden.

Die Symptome einer schweren Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose) können verdeckt

werden.

Sollten bei Ihnen Nebenwirkungen aufgetreten sein, wird Ihr Arzt Ihnen eventuelle

Gegenmaßnahmen empfehlen oder gegebenenfalls die Behandlung abbrechen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut

für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-

53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können

Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Beloc-Zok comp aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und Durchdrückpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

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Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Beloc-Zok comp enthält

Die Wirkstoffe sind Metoprololsuccinat (Ph.Eur.) und Hydrochlorothiazid.

1 Retardtablette enthält 95,0 mg Metoprololsuccinat und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind hochdisperses Siliciumdioxid; Ethylcellulose; Hyprolose;

mikrokristalline Cellulose; Maisstärke; Povidon K 25; Octadecylhydrogenfumarat,

Natriumsalz; Hypromellose; Macrogol 6000; Hartparaffin.

Farbstoffe: Titandioxid (E 171), Eisenoxide und -hydroxide (E 172).

Wie Beloc-Zok comp aussieht und Inhalt der Packung

Die Retardtabletten sind gelblich, rund und bikonvex, haben einen Durchmesser von 10 mm mit

einer Bruchkerbe auf der einen und der Prägung „A“ und „IL“ auf der anderen Seite. Die

Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, wenn Sie Schwierigkeiten haben, diese im

Ganzen zu schlucken.

Beloc-Zok comp ist in Packungen zu 30, 50 und 100 Retardtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

Hersteller

Excella GmbH & Co. KG

Nürnberger Str. 12

90537 Feucht, Bayern

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im May 2019.

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07.11.2018

PFIZER ((Logo))

Beloc-Zok

comp

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Beloc-Zok

comp

95,0 mg/12,5 mg, Retardtablette

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Metoprololsuccinat (Ph.Eur.) und Hydrochlorothiazid

1 Retardtablette enthält:

Metoprololsuccinat (Ph.Eur.)

95,0 mg

Hydrochlorothiazid

12,5 mg

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardtablette

Die Beloc-Zok comp Tablette ist gelblich und rund, hat einen Durchmesser von 10 mm, eine

Bruchkerbe auf der einen Seite und die Prägung „A“ und „IL“ auf der anderen Seite.

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Retardtablette, um das Schlucken zu erleichtern,

und nicht zum Teilen in gleiche Dosen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Nicht organbedingter Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie)

Das Kombinationspräparat Beloc-Zok comp darf nur angewendet werden, wenn eine

vorangegangene Therapie mit einem der Einzelwirkstoffe (retardiertes Metoprololsuccinat

oder Hydrochlorothiazid) keine ausreichende Blutdrucknormalisierung bewirken konnte.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Grundsätzlich sollte die blutdrucksenkende Behandlung mit der jeweils niedrigst

vorgesehenen Dosis eines Einzelwirkstoffes begonnen und bei Bedarf langsam gesteigert

werden.

Die fixe Kombination Beloc-Zok comp sollte erst nach vorangegangener Therapie mit

entweder Hydrochlorothiazid oder retardiertem Metoprololsuccinat angewendet werden,

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falls durch den entsprechenden Einzelwirkstoff kein ausreichender Therapieerfolg erzielt

werden konnte.

Es gelten nachfolgende Dosierungsrichtlinien:

Als normale Tagesdosis soll 1 Retardtablette Beloc-Zok comp eingenommen werden. Bei

Bedarf kann die Dosis auf maximal 2 Retardtabletten täglich morgens als Einzeldosis

erhöht werden.

Art der Anwendung

Die Retardtabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser)

nach dem Essen einzunehmen.

Die Dauer der Behandlung bestimmt der behandelnde Arzt. Eine Unterbrechung oder

Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anordnung erfolgen.

4.3

Gegenanzeigen

Beloc-Zok comp darf nicht angewendet werden:

bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Metoprololsuccinat und

Hydrochlorothiazid und verwandte Derivate, oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

bei Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-Block

2. oder 3. Grades),

bei Sinusknoten-Syndrom (sick sinus syndrome) außer Patienten mit permanentem

Herzschrittmacher,

bei gestörter Erregungsleitung zwischen Sinusknoten und Vorhof (sinuatrialem

Block),

bei kardiogenem Schock,

bei instabiler, dekompensierter Herzmuskelschwäche (Lungenödem, Minderperfusion

oder Hypotension),

bei Patienten mit dauerhafter oder intermittierender inotroper Therapie mit

Betarezeptor-Agonisten,

bei einem Ruhepuls vor der Behandlung unter 50 Schlägen pro Minute (Bradykardie),

bei krankhaft niedrigem Blutdruck (Hypotonie, systolisch unter 90 mmHg),

bei Übersäuerung des Blutes (Azidose),

bei Spätstadium peripherer arterieller Durchblutungsstörungen,

bei Neigung zu Bronchialverkrampfung (bronchiale Hyperreagibilität),

bei gleichzeitiger Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme MAO-B-Hemmstoffe),

bei Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden (mögliche Kreuzreaktionen

beachten),

bei fortgeschrittener Leistungsminderung der Nieren (Niereninsuffizienz mit stark

eingeschränkter Harnproduktion [Oligurie oder Anurie]; Kreatinin-Clearance kleiner

als 30 ml/min und/oder Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml) und akuter

Nierenentzündung (Glomerulonephritis),

bei Koma und Praecoma hepaticum (Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen),

bei erniedrigtem Kaliumspiegel (Hypokaliämie), der auf eine Behandlung nicht

anspricht (unter 3,5 mmol/l),

bei erhöhtem Blut-Calciumspiegel (Hyperkalzämie),

bei Gicht, bei bekannter Hyperurikämie,

bei schwerem Natriummangel im Blut (Hyponatriämie),

bei verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolämie),

in der Schwangerschaft,

in der Stillzeit.

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Die intravenöse Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazemtyp oder

anderen Antiarrhythmika (wie Disopyramid) bei Patienten, die mit Beloc-Zok comp behandelt

werden, ist kontraindiziert (Ausnahme: Intensivmedizin).

Metoprolol darf Patienten mit einem vermuteten akuten Herzinfarkt so lange nicht gegeben

werden, wie deren Puls unter 45 Schläge pro Minute liegt, das PQ-Intervall mehr als

0,24 Sekunden beträgt oder der systolische Blutdruck unter 100 mmHg liegt.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei

geringgradigen Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-

Block 1. Grades),

zuckerkranken Patienten mit stark schwankenden Blutzuckerwerten sowie bei

strengem Fasten oder bei schwerer körperlicher Belastung,

Patienten mit einem hormonproduzierenden Tumor des Nebennierenmarks

(Phäochromozytom, vorherige Therapie mit Alpha-Blockern erforderlich),

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion (Serum-

Kreatinin > 1,2< 1,8 mg/dl),

Patienten, die gleichzeitig mit Digitalispräparaten (Arzneimittel gegen Herzschwäche),

Glukokortikoiden (bestimmte Nebennierenrindenhormone) oder Laxanzien

(Abführmittel) behandelt werden,

zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen,

koronarer Herzkrankheit.

Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere

anaphylaktischer Reaktionen, d. h. akuter allergischer Allgemeinreaktionen erhöhen.

Deshalb ist eine strenge Indikationsstellung bei Patienten mit schweren

Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Therapie zur

Schwächung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft

(Hyposensibilisierungstherapien: Vorsicht, überschießende anaphylaktische Reaktionen)

geboten.

Bei Patienten mit Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese sollte die Verordnung von

Betarezeptorenblockern nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Die Therapie mit Beloc-Zok comp sollte abgebrochen werden bei therapieresistenter

Entgleisung des Elektrolythaushalts, orthostatischen Beschwerden (z. B. Schwarzwerden vor

den Augen, Schwindel, evtl. Ohnmacht), Überempfindlichkeitsreaktionen, starken

Beschwerden im Magen- Darm-Trakt, zentralnervösen Störungen, Pankreatitis (Entzündung

der Bauchspeicheldrüse), Blutbildveränderungen, bei akuter Gallenblasenentzündung, beim

Auftreten einer Gefäßentzündung (Vaskulitis) und Verschlimmerung einer bestehenden

Kurzsichtigkeit.

Falls ein Patient eine zunehmende Bradykardie entwickelt, sollte Beloc-Zok comp mit

niedriger Dosierung gegeben oder ausschleichend abgesetzt werden.

Soll die Behandlung mit Beloc-Zok comp nach längerer Anwendung unterbrochen oder

abgesetzt werden, sollte dies grundsätzlich langsam ausschleichend erfolgen. Abruptes

Absetzen von Betablockern ist besonders bei Patienten mit hohem Risiko gefährlich und

sollte deshalb vermieden werden. Falls die Therapie mit Metoprololsuccinat beendet werden

soll, sollte dies allmählich über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen durchgeführt

werden. Hierbei wird die Dosis jeweils um die Hälfte reduziert, bis schließlich eine ganze 25-

mg-Tablette auf eine halbe Tablette reduziert wird. Dabei kann eine reine Metoprolol-

Tablette verabreicht werden. Die letzte Dosisstärke sollte vor dem Absetzen mindestens

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über 4 Tage gegeben werden. Falls Symptome auftreten, wird ein langsameres Absetzen

empfohlen. Das plötzliche Absetzen von Betablockern kann eine chronische

Herzmuskelschwäche verschlechtern und außerdem das Risiko für einen Herzinfarkt und

plötzlichen Herztod erhöhen.

Während der Behandlung mit Beloc-Zok comp sollten die Patienten auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen des Kaliumverlustes kaliumreiche Nahrungsmittel

zu sich nehmen (Bananen, Gemüse, Nüsse); evtl. ist wegen des erhöhten Kaliumverlustes

eine gleichzeitige Therapie mit kaliumsparenden Diuretika erforderlich.

Die Kaliumkontrollen sollten anfangs häufiger erfolgen. Wenn sich ein Gleichgewicht im

Kaliumhaushalt eingestellt hat, genügt es, den Serumkaliumspiegel seltener zu kontrollieren.

Ferner sollten Glucose, Harnsäure, Blutfette und Kreatinin im Serum in regelmäßigen

Abständen kontrolliert werden.

Die Anwendung von Beloc-Zok comp

kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Die Anwendung von Beloc-Zok comp als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der

Gesundheit führen.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

In zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen

Krebsregisters wurde ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC)

[Basalzellkarzinom (BCC) und Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender kumulativer

Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ) beobachtet. Photosensibilisierende Wirkungen von

HCTZ könnten zur Entstehung von (NMSC) beitragen.

Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es

sollte ihnen geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und

unverzüglich alle verdächtigen Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten

mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden, um das Risiko von Hautkrebs zu

minimieren; z. B. Einschränkung der Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlung

oder im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen Sonnenschutzes.

Verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht werden, ggf. einschließlich

histologischer Untersuchungen von Biopsien. Bei Patienten, bei denen bereits ein NMSC

aufgetreten ist, sollte die Verwendung von HCTZ überprüft werden (siehe auch

Abschnitt 4.8).

Schwangerschaft

Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative

blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen.

Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit HCTZ unverzüglich zu

beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitt 4.3

und 4.6).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende

Wechselwirkungen

zwischen

vorliegenden

Arzneimittel

anderen

Mitteln sind zu beachten:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Beloc-Zok comp und Insulin oder oralen

blutzuckersenkenden Medikamenten kann deren Wirkung verstärkt werden; die

Symptome einer verminderten Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie),

besonders die Pulsbeschleunigung (Tachykardie) und Zittern der Finger (Tremor),

sind verschleiert oder abgemildert. Die Wirkung von Insulin kann auch vermindert

werden oder unverändert sein. Daher sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen

erforderlich.

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Metoprolol ist ein metabolisches Substrat des Cytochrom-P450-Isoenzyms

CYP2D6. Arzneimittel mit enzyminduzierender oder enzymhemmender Wirkung

können den Plasmaspiegel von Metoprolol beeinflussen. Der Plasmaspiegel von

Metoprolol kann erhöht sein bei gleichzeitiger Gabe von Substanzen, die über

CYP2D6 metabolisiert werden, wie z. B. Antiarrhythmika, Antihistaminika,

Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten (z. B. Cimetidin), Antidepressiva,

Antipsychotika, COX-2-Hemmer, Alkohol und gefäßerweiternde Mittel (z. B.

Hydralazin). Die Plasmakonzentration von Metoprolol wird durch Rifampicin

erniedrigt.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Beloc-Zok comp kann durch andere

blutdrucksenkende Arzneimittel (besondere Vorsicht bei Prazosin) verstärkt

werden.

Werden unter der Behandlung mit Beloc-Zok comp zusätzlich

Calciumantagonisten vom Nifedipintyp oder ACE-Hemmer (Mittel zur Behandlung

des Hochdrucks) eingenommen, kann der Blutdruck, insbesondere zu

Behandlungsbeginn, stark abfallen und in Einzelfällen kann es zur Ausbildung

einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) kommen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Calciumantagonisten vom Verapamil- oder

Diltiazemtyp oder Antiarrhythmika ist eine sorgfältige Überwachung des Patienten

angezeigt, da es zu Blutdruckabfall (Hypotonie), Pulsverlangsamung (Bradykardie)

oder anderen Herzrhythmusstörungen kommen kann.

Während der Behandlung mit Beloc-Zok comp muss deshalb die intravenöse

Verabreichung von Calciumantagonisten oder Antiarrhythmika unterbleiben.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Beloc-Zok comp und Reserpin, Alpha-

Methyldopa, Clonidin, Guanfacin und Herzglykosiden kann es zu einem stärkeren

Absinken der Herzfrequenz bzw. zu einer Verzögerung der Erregungsleitung am

Herzen kommen.

Nach abruptem Absetzen von Clonidin bei gleichzeitiger Anwendung von Beloc-

Zok comp kann der Blutdruck überschießend ansteigen. Bei einer gleichzeitigen

Behandlung mit Clonidin darf Clonidin erst abgesetzt werden, wenn einige Tage

zuvor die Verabreichung von Beloc-Zok comp beendet wurde. Anschließend kann

Clonidin stufenweise abgesetzt werden.

Die Ausscheidung anderer Medikamente kann durch Beloc-Zok comp vermindert

werden (z. B. Lidocain, Chinidin).

Die dämpfenden Wirkungen von Beloc-Zok comp und Alkohol können sich

gegenseitig verstärken.

Die gleichzeitige Anwendung von Beloc-Zok comp und Narkotika kann eine

verstärkte Blutdrucksenkung zur Folge haben. Die die Herzkraft schwächenden

Wirkungen von Beloc-Zok comp und einem Narkotikum können sich addieren.

Deshalb sollte der Narkosearzt über die Behandlung mit Beloc-Zok comp

informiert werden.

Die neuromuskuläre Blockade durch periphere Muskelrelaxanzien (z. B.

Suxamethonium, Tubocurarin) kann durch die Betarezeptorenhemmung von

Beloc-Zok comp verstärkt werden.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Beloc-Zok comp kann vermindert werden

durch gleichzeitige Einnahme von Schmerz- und Rheumamitteln (Salizylate,

nichtsteroidale Antirheumatika, z. B. Indometacin). Bei hoch dosierter

Salizylateinnahme kann die toxische Wirkung des Salizylats auf das zentrale

Nervensystem verstärkt werden. Bei Patienten, die unter der Therapie mit Beloc-

Zok comp eine Hypovolämie entwickeln, kann die gleichzeitige Gabe

nichtsteroidaler Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslösen.

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Die Wirkungen harnsäuresenkender Medikamente sowie von Noradrenalin und

Adrenalin können abgeschwächt werden.

Bei vorhandenem Kalium- und/ oder Magnesiummangel können die Wirkungen

und Nebenwirkungen von Herzglykosiden (Mittel zur Verstärkung der Herzkraft)

verstärkt sein.

Die gleichzeitige Anwendung von Beloc-Zok comp und kaliuretischen Diuretika

(z. B. Furosemid), Glukokortikoiden, ACTH, Carbenoxolon, Penicillin G,

Salizylaten, Amphotericin B oder Laxanzien kann zu verstärkten Kaliumverlusten

führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid,

Fluorouracil, Methotrexat) ist mit verstärkter Knochenmarkstoxizität (insbesondere

Granulozytopenie) zu rechnen.

Bei gleichzeitiger hochdosierter Behandlung mit lithiumhaltigen Arzneimitteln

(gegen Depressionen) kann die Wirkung von Lithium auf Herz und Gehirn

zunehmen.

Die Aufnahme von Hydrochlorothiazid kann durch die gleichzeitige Gabe von

Colestyramin (Mittel zur Aufnahmeverminderung von bestimmten Stoffen aus dem

Darm) vermindert sein.

In Einzelfällen sind Hämolysen (beschleunigter Abbau von roten Blutkörperchen)

durch Bildung von Antikörpern gegen Hydrochlorothiazid bei gleichzeitiger

Einnahme von Methyldopa beschrieben worden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Beloc-Zok comp ist während Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3 und 4.4).

Schwangerschaft

Metoprolol

Betablocker reduzieren im Allgemeinen die Plazentaperfusion, was mit

Wachstumsverzögerung, intrauterinem Tod, Fehlgeburt und vorzeitigen Wehen in

Verbindung gebracht wurde. Betablocker können beim Fötus, Neugeborenen und beim

gestillten Kind möglicherweise Nebenwirkungen, wie z. B. Bradykardie, verursachen.

Hydrochlorothiazid (HCTZ)

Die Anwendung von HCTZ in der Schwangerschaft ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3

und 4.4).

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der

Schwangerschaft vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus

Tierstudien sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Auf Grund des pharmakologischen Wirkmechanismus

von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters

zu einer Störung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen

Auswirkungen wie Ikterus, Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien

kommen.

Auf Grund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren

Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte

Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer

Präeklampsie nicht zur Anwendung kommen.

Stillzeit

Beloc-Zok comp ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

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4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen

ärztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder

zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit

Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Nicht bekannt: Nicht-melanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und

Plattenepithelkarzinom) (Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen

Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC

festgestellt (siehe auch Abschnitt 4.4 und 5.1).)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Blutbildveränderungen in Form einer Verminderung der roten Blutkörperchen

(aplastische Anämie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Leukozyten

im Blut (Leukopenie), hochgradige Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit

Infektneigung und schweren Allgemeinsymptomen (Agranulozytose)

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: allergische Hauterscheinungen, Idiosynkrasie

Sehr selten: allergischer Schnupfen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Ein latenter Diabetes mellitus kann erkennbar werden oder eine bereits bestehende

Zuckerkrankheit sich verschlechtern (Symptome: Hyperglykämie, Glykosurie). Unter der

Therapie kann es zu Störungen im Fettstoffwechsel kommen: Bei meist normalem

Gesamtcholesterin wurde eine Verminderung des HDL-Cholesterins und eine Erhöhung der

Triglyceride im Plasma beobachtet.

Die Harnsäurewerte im Blut können sich erhöhen (Hyperurikämie); bei disponierten

Patienten können Gichtanfälle ausgelöst werden. Die Anwendung von Beloc-Zok comp kann

bei langfristiger, kontinuierlicher Einnahme zu Veränderungen im Mineralstoffwechsel

(Elektrolytveränderungen) führen, insbesondere zu einer Erniedrigung der Blutspiegel von

Kalium (Hypokaliämie), Magnesium (Hypomagnesiämie), Natrium (Hyponatriämie) und

Chlorid (Hypochlorämie) sowie zu einem erhöhten Calciumspiegel (Hyperkalzämie). Als

Folge der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste kann sich eine metabolische Alkalose

entwickeln bzw. eine bereits bestehende metabolische Alkalose verschlechtern.

Selten: Nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es bei

gleichzeitiger Beloc-Zok-comp-Therapie zu Zuständen mit erniedrigtem Blutzucker

(hypoglykämische Zustände) kommen. Warnzeichen eines erniedrigten Blutzuckers –

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insbesondere erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und Zittern der Finger (Tremor) – können

verschleiert werden.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: depressive Verstimmungszustände, Verwirrtheit, Halluzinationen

Selten: Nervosität, Ängstlichkeit

Sehr selten: Persönlichkeitsveränderungen (z. B. Gefühlsschwankungen)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Erschöpfung

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen

Gelegentlich: insbesondere zu Beginn der Behandlung zentralnervöse Störungen wie

Müdigkeit, Schwindelgefühl, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, verstärkte Traumaktivität,

Albträume, Konzentrationsstörungen. Diese Erscheinungen sind gewöhnlich leichterer Art

und vorübergehend. Kribbeln in den Gliedmaßen, Muskelkrämpfe

Selten: Muskelschwäche, Impotenz, Libido- und Potenzstörungen

Sehr selten: Amnesie, Gedächtnisstörungen

Augenerkrankungen

Selten: Konjunktivitis und verminderter Tränenfluss (dies ist beim Tragen von Kontaktlinsen

zu beachten); Augenreizung, geringgradige Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen,

Farbsehstörungen [Gelbsehen]) oder eine Verschlimmerung einer bestehenden

Kurzsichtigkeit.

Sehr selten: Flimmern vor den Augen

Nicht bekannt: akute Myopie, akutes Engwinkelglaukom

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr selten: Hörstörungen, Ohrensausen

Herzerkrankungen

Häufig: Palpitationen, Bradykardie, orthostatische Hypotonie (sehr selten mit Synkope)

Gelegentlich: Verstärkung einer Herzmuskelschwäche mit peripheren Ödemen

(Flüssigkeitsansammlungen), kardiogener Schock bei Patienten mit akutem Herzinfarkt,

präkordiale Schmerzen

Selten: atrioventrikuläre Überleitungsstörungen, Arrhythmien

Sehr selten: Verstärkung der Anfälle bei Angina pectoris

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Kältegefühl in den Gliedmaßen

Selten: Gefäßentzündung (Vaskulitis)

Sehr selten: Verstärkung (bis zur Gangrän) bereits bestehender peripherer

Durchblutungsstörungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Atemnot bei Belastung (Belastungsdyspnoe)

Gelegentlich: Infolge einer möglichen Erhöhung des Atemwiderstandes kann es bei

Patienten mit Neigung zu Verkrampfungen der Atemwege (bronchospastischen Reaktionen,

z. B. bei asthmoider Bronchitis) insbesondere bei obstruktiven Atemwegserkrankungen zu

einer Verengung der Atemwege und zu Atemnot kommen.

Selten: akute interstitielle Pneumonie

Sehr selten: allergisches Lungenödem mit Schocksymptomatik

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: vorübergehend Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Leibschmerzen, Durchfall,

Verstopfung

Gelegentlich: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Krämpfe

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Selten: Mundtrockenheit, Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Erhöhung der Transaminasen GOT, GPT; Gelbsucht, intrahepatische Cholestase;

akute Gallenblasenentzündung (bei bestehendem Gallensteinleiden)

Sehr selten: Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautreaktionen wie Rötung und Juckreiz sowie Hautausschläge (meist

psoriasiforme und dystrophische Hautläsionen), Schwitzen, stark juckende Quaddeln

(Urtikaria), Lichtempfindlichkeit mit Auftreten von Hautausschlägen nach Lichteinwirkung

Selten: kleinflächige Einblutungen in der Haut und Schleimhaut (Purpura), Haarausfall,

nekrotisierende Angiitis

Sehr selten: Arzneimittel, die Betarezeptorenblocker enthalten, können in Einzelfällen eine

Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) auslösen, die Symptome dieser Erkrankung

verschlechtern oder zu schuppenflechteähnlichen (psoriasiformen) Hautausschlägen führen;

kutaner Lupus erythematodes

Nicht bekannt: systemischer Lupus erythematodes.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Bei Langzeittherapie wurde in Einzelfällen eine Erkrankung der Gelenke

(Arthropathie) und/ oder Arthralgie (Gelenkschmerzen) beobachtet, wobei ein oder mehrere

Gelenke betroffen sein können (Mono- und Polyarthritis).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: akute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Induratio penis plastica (Peyronie-Krankheit)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Gewichtszunahme

Selten: Arzneimittelfieber. Bei hoher Dosierung kann es, insbesondere bei Vorliegen von

Venenerkrankungen, zu Thrombosen und Embolien kommen.

Sehr selten: Geschmacksstörungen

Untersuchungen

Gelegentlich: reversibler Anstieg stickstoffhaltiger, harnpflichtiger Stoffe (Harnstoff, Kreatinin)

im Serum, vor allem zu Behandlungsbeginn

Selten: Erhöhung der Blutfettwerte

Eine Verstärkung der Beschwerden bei Patienten mit intermittierendem Hinken (Claudicatio

intermittens) oder mit Gefäßkrämpfen im Bereich der Zehen und Finger (Raynaud-Syndrom)

ist beobachtet worden.

Die Symptome einer schweren Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose) können maskiert

werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

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4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Überdosierung kann zu schwerer Hypotonie, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock und

Bradykardie bis zum Herzstillstand führen. Zusätzlich können Atembeschwerden,

Bronchospasmen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen und auch generalisierte

Krampfanfälle auftreten. Durch den Diuretikaanteil von Beloc-Zok comp muss auch mit

einer länger als 24 Stunden anhaltenden Diurese und einer stärkeren Ausscheidung von

Natrium und Chlorid gerechnet werden. Bei chronischer Überdosierung können Störungen

des Kaliumhaushalts im Vordergrund stehen. Es kann sich eine Hypokaliämie entwickeln.

Therapie von Intoxikationen

Bei Überdosierung oder bedrohlichem Abfall von Puls und/oder Blutdruck muss die

Behandlung mit Beloc-Zok comp abgebrochen werden.

Neben allgemeinen Maßnahmen der primären Giftelimination (induziertes Erbrechen,

Magenspülung) oder resorptionsmindernden Maßnahmen (medizinische Kohle) müssen

unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter sowie Wasser- und

Elektrolythaushalt, Säure-Basen-Haushalt, Blutzucker und harnpflichtige Substanzen

überwacht und Abweichungen ggf. korrigiert werden.

Als Gegenmittel können gegeben werden:

Atropin: 0,5 bis 2,0 mg i.v. (intravenös) als Bolus.

Glukagon: initial 1 bis 10 mg i.v. ,dann 2 bis 2,5 mg pro Stunde als Dauerinfusion.

Betasympathomimetika in Abhängigkeit von Körpergewicht und Effekt: Dopamin,

Dobutamin, Isoprenalin, Orciprenalin oder Adrenalin.

Bei therapierefraktärer Bradykardie sollte eine Schrittmachertherapie durchgeführt

werden.

Bei Bronchospasmus können Beta

-Sympathomimetika (als Aerosol, bei ungenügender

Wirkung auch intravenös) oder Aminophyllin intravenös gegeben werden.

Bei Krampfanfällen empfiehlt sich die langsame i.v.-Gabe von Diazepam.

Bei Störungen des Elektrolythaushalts und bei Flüssigkeitsverlust muss ein Ausgleich der

Natrium- und Flüssigkeitsverluste durch kochsalzhaltige Getränke, ggf. physiologische

Kochsalzlösung i.v., erfolgen.

Bei chronischer Intoxikation und Hypokaliämie muss für einen Ausgleich des

Kaliumdefizits gesorgt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihypertensiva, ATC-Code: C07BB02

Metoprolol, ein Betarezeptorenblocker, hat eine relative Selektivität zu den Beta

Rezeptoren („Kardioselektivität“), die vorwiegend am Herzmuskel lokalisiert sind. Bei

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höheren Dosierungen hat Metoprolol allerdings auch einen Einfluss auf die Beta

-Rezeptoren

z. B. der Bronchien und Blutgefäße. Metoprolol hat keine intrinsische sympathomimetische

Aktivität (ISA) und nur schwach ausgeprägte membranstabilisierende Wirkung. Die Substanz

senkt in Abhängigkeit von der Höhe des Sympathikotonus die Frequenz und die

Kontraktionskraft des Herzens, die AV-Überleitungsgeschwindigkeit und die Plasma-Renin-

Aktivität. Metoprolol kann durch Hemmung von Beta

-Rezeptoren eine Erhöhung des Tonus

der glatten Muskulatur bewirken.

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiadiazinderivat, das wie andere Diuretika dieser Gruppe

primär eine Mehrausscheidung von Elektrolyten bewirkt und sekundär durch das osmotisch

gebundene Wasser den Harnfluss vergrößert.

Thiaziddiuretika hemmen vorwiegend im distalen Tubulus die Natriumreabsorption, wobei

maximal etwa 15 % des glomerulär filtrierten Natriums ausgeschieden werden können. Das

Ausmaß der Chloridausscheidung entspricht etwa der Natriumausscheidung.

Durch Hydrochlorothiazid nimmt auch die Kaliumausscheidung zu, die im Wesentlichen

durch die Kaliumsekretion im distalen Tubulus und im Sammelrohr bestimmt wird

(vermehrter Austausch zwischen Natrium- und Kaliumionen).

Durch hohe Hydrochlorothiaziddosen kann Bicarbonat infolge einer Hemmung der

Carboanhydrase vermehrt ausgeschieden werden, wodurch der Urin alkalisiert wird.

Durch Azidose oder Alkalose wird die saluretische bzw. diuretische Wirkung des

Hydrochlorothiazids nicht wesentlich beeinflusst.

Die glomeruläre Filtrationsrate wird initial geringgradig vermindert.

Während der Langzeittherapie mit Hydrochlorothiazid wird die Calciumausscheidung über

die Niere reduziert, sodass eine Hyperkalzämie resultieren kann.

Bei hypertensiven Patienten hat Hydrochlorothiazid einen blutdrucksenkenden Effekt. Der

Mechanismus ist bisher noch nicht ausreichend geklärt. Diskutiert wird u. a., dass die

gefäßtonusmindernde Wirkung der Thiaziddiuretika durch Abnahme der

Natriumkonzentration in der Gefäßwand und damit durch eine verringerte Ansprechbarkeit

auf Noradrenalin bedingt ist. Bei chronisch niereninsuffizienten Patienten (Kreatinin-

Clearance unter 30 ml/min und/oder Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml) ist

Hydrochlorothiazid praktisch unwirksam.

Die diuretische Wirkung tritt innerhalb von 1 bis 2 Stunden ein. Die diuretische Wirkdauer

beträgt dosisabhängig 10 bis 12 Stunden, die antihypertensive Wirkdauer beträgt bis zu

24 Stunden.

Durch diese feste Kombination dieser beiden blutdrucksenkenden Substanzen mit

unterschiedlichem Angriffspunkt erhält man einen additiven blutdrucksenkenden Effekt der

Einzelkomponenten. Durch eine Diuretikamonotherapie kommt es primär zu einer

Verminderung des extrazellulären Flüssigkeitsraums, was reaktiv zu einer Aktivierung des

Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems führt. Ein Teil des blutdrucksenkenden Effektes geht

damit verloren. Die Gegenregulation, d. h. die erhöhte Aktivität des Renin-Angiotensin-

Aldosteron- und auch des sympathischen Systems kann durch gleichzeitige Gabe von

Betablockern gebremst werden.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs:

Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein

kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC beobachtet. Eine

Studie umfasste eine Grundgesamtheit aus 71.533 Fällen von BCC und 8.629 Fällen von

SCC mit Kontrollgruppen von 1.430.833 bzw. 172.462 Personen. Eine hohe HCTZ-

Dosierung (≥ 50.000 mg kumulativ) war assoziiert mit einer bereinigten Odds-Ratio von 1,29

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(95 % Konfidenzintervall: 1,23-1,35) für BCC und 3,98 (95 % Konfidenzintervall: 3,68-4,31)

für SCC. Sowohl bei BCC als auch bei SCC wurde eine eindeutige kumulative Dosis-

Wirkungsbeziehung ermittelt. Eine weitere Studie ergab einen möglichen Zusammenhang

zwischen Lippenkrebs (SCC) und der Exposition gegenüber HCTZ: 633 Fälle von

Lippenkrebs wurden mittels eines risikoorientierten Stichprobenverfahrens mit einer

Kontrollgruppe von 63.067 Personen abgeglichen. Es wurde eine kumulative Dosis-

Wirkungsbeziehung mit einer bereinigten Odds-Ratio von 2,1 (95 % Konfidenzintervall: 1,7-

2,6) festgestellt, die sich bei hoher Exposition (~25.000 mg) auf eine Odds-Ratio von 3,9

(3,0-4,9) und bei der höchsten kumulativen Dosis (~100.000 mg) auf eine Odds-Ratio von

7,7 (5,7-10,5) erhöhte (siehe auch Abschnitt 4.4).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Metoprolol

Resorption

Metoprolol wird nach oraler Applikation nahezu vollständig (ca. 95 %) aus dem

Gastrointestinaltrakt resorbiert. Aufgrund eines ausgeprägten First-pass-Metabolismus liegt

die systemische Verfügbarkeit nur bei ca. 50 %. Maximale Plasmaspiegel werden nach 1,5

bis 2 Stunden erreicht.

Verteilung

Die Proteinbindung beträgt 12 %, das relative Verteilungsvolumen 5,6 l/kg.

Biotransformtion

Metoprolol wird vorwiegend über das Isoenzym CYP2D6 fast vollständig in der Leber

metabolisiert. Zwei der drei Hauptmetaboliten zeigen schwach betarezeptorenblockierende

Eigenschaften, sind jedoch klinisch nicht relevant. Bei Leberzirrhose muss wegen der dann

verminderten Metabolisierungsrate mit erhöhten Plasmaspiegeln an unverändertem

Metoprolol gerechnet werden.

Elimination

Die Elimination erfolgt überwiegend renal (ca. 95 %). Unverändertes Metoprolol macht ca.

10 % der Gesamtausscheidung aus. Die Eliminationshalbwertszeit von Metoprolol beträgt 3

bis 5 Stunden.

Hydrochlorothiazid

Resorption

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Applikation aus dem Gastrointestinaltrakt zu ca. 80 %

resorbiert. Die systemische Verfügbarkeit beträgt ca. 70 %. Maximale

Plasmakonzentrationen werden gewöhnlich nach 2 bis 5 Stunden gemessen.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Hydrochlorothiazid beträgt 64 %; das relative

Verteilungsvolumen beträgt 0,5 bis 1,1 l/kg.

Elimination

Hydrochlorothiazid wird bei Gesunden unverändert vorwiegend renal ausgeschieden. Die

Eliminationshalbwertszeit beträgt bei normaler Nierenfunktion 6 bis 8 Stunden. Sie erhöht

sich bei eingeschränkter Nierenfunktion und liegt bei terminal insuffizienten Patienten bei ca.

20 Stunden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Hydrochlorothiazid als Folge der verzögerten

renalen Exkretion kumulieren. Bei Nierenkranken liegen deshalb die Plasmaspiegel von

Hydrochlorothiazid höher und nehmen auch langsamer ab als bei Gesunden.

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Bei eingeschränkter Leberfunktion ist keine nennenswerte Beeinträchtigung der

Pharmakokinetik zu erwarten, da Hydrochlorothiazid zu 95 % unverändert über die Nieren

ausgeschieden wird. Dies gilt jedoch nicht für Patienten mit hepatogenem Hydrops, weil

hierbei vielfach gleichzeitig eine Einschränkung der Nierenfunktion besteht.

Bioverfügbarkeit

Die systemische Verfügbarkeit von Metoprololsuccinat in Beloc-Zok comp beträgt

durchschnittlich 88 % derjenigen von allein gegebenem Metoprololsuccinat, die von

Hydrochlorothiazid durchschnittlich 99 % derjenigen von allein gegebenem

Hydrochlorothiazid.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Metoprolol

Akute Toxizität

Nach einmaliger oraler Anwendung an verschiedenen Tierarten zeigt Metoprolol eine

niedrige Toxizität.

Chronische Toxizität

Untersuchungen zur chronischen Toxizität an verschiedenen Tierspezies erbrachten keine

Hinweise auf substanzbedingte toxische Effekte.

Kanzerogenität

Es liegen Ergebnisse von Kanzerogenitätsstudien an Ratten und Mäusen vor, aus denen

sich kein kanzerogenes Potenzial für den Menschen ableiten lässt.

Mutagenität

Metoprolol wurde keiner ausführlichen Mutagenitätsprüfung unterzogen; bisherige

Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Reproduktionstoxikologie

Untersuchungen an zwei Tierspezies (Ratte, Kaninchen) haben keine Hinweise auf

teratogene Eigenschaften von Metoprolol ergeben. Für den Menschen liegen keine

ausreichenden Erkenntnisse über die Sicherheit einer Anwendung im 1. und 2. Trimenon der

Schwangerschaft vor. Berichte über Geburtsschädigungen durch Metoprolol wurden nicht

gefunden.

Bei der Anwendung von Metoprolol in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft sind bei

bisher ca. 100 Mutter-Kind-Paaren keine Schädigungen der Neugeborenen beobachtet

worden.

Humanstudien ergaben Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Plazentaperfusion durch

Metoprolol. Zum Zeitpunkt der Geburt sind die Serumkonzentrationen von Mutter und Kind

vergleichbar. In der Muttermilch erreicht Metoprolol das 3-Fache der gleichzeitig bei der

Mutter gemessenen Serumkonzentration. Bei täglicher Einnahme von 200 mg Metoprolol

werden ca. 225

g/l Milch ausgeschieden.

Hydrochlorothiazid

Akute Toxizität

Nach einmaliger oraler Anwendung an verschiedenen Tierarten zeigt Hydrochlorothiazid eine

niedrige Toxizität.

Chronische Toxizität

In Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizität am Tier (Hund, Ratte)

zeigten sich außer Veränderungen im Elektrolytgleichgewicht keine auffälligen Befunde.

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Kanzerogenität

Langzeituntersuchungen mit Hydrochlorothiazid wurden an Ratten und Mäusen durchgeführt

und zeigten keine relevanten Erhöhungen der Anzahl von Tumoren in den Dosisgruppen.

Mutagenität

In-vitro- und In-vivo-Mutagenitätstests zur Induktion von Gen- und Chromosomenmutationen

durch Hydrochlorothiazid verliefen negativ.

Reproduktionstoxikologie

Hydrochlorothiazid passiert im Tierversuch die Plazenta. Untersuchungen an drei Tierarten

(Ratte, Maus, Kaninchen) ergaben keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung.

Beim Menschen liegen Erfahrungen mit der Anwendung in der Schwangerschaft für über

7.500 Mutter-Kind-Paare vor. Davon wurden 107 im 1. Trimester exponiert. Es besteht der

Verdacht, dass bei Verwendung in der 2. Hälfte der Schwangerschaft bei Neugeborenen

eine Thrombozytopenie ausgelöst werden kann. Auswirkungen von Störungen des

Elektrolythaushalts der Schwangeren auf den Fötus sind möglich.

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Für Thiaziddiuretika ist

bekannt, dass sie die Laktation hemmen können.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Hochdisperses Siliciumdioxid; Ethylcellulose; Hyprolose; mikrokristalline Cellulose;

Maisstärke; Povidon K 25; Octadecylhydrogenfumarat, Natriumsalz; Hypromellose; Macrogol

6000; Hartparaffin. Farbstoffe: Titandioxid (E 171), Eisenoxide und -hydroxide (E 172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung aus einem PVC/PVDC-Komplex und einer Aluminiumfolie.

Packungen mit 30 (N1), 50 (N2) und 100 (N3) Retardtabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

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07.11.2018

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

8.

ZULASSUNGSNUMMER

17064.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 25. August 1992

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 30. November 2009

10.

STAND DER INFORMATION

November 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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