Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Azithromycin-Monohydrat
Verfügbar ab:
Winthrop Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Azithromycin Monohydrate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Azithromycin-Monohydrat 263.68mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
61156.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Azithromycin Winthrop

®

250 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Azithromycin-Monohydrat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten beachten?

Wie sind Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was sind Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten und wofür werden sie

angewendet?

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sind ein Arzneimittel aus der Gruppe der Makrolid-

Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Infektionen.

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten werden angewendet

zur Behandlung der folgenden durch Azithromycin-empfindliche Erreger verursachten Infektionen:

Infektionen der unteren Atemwege wie bei einer chronischen Entzündung der

Bronchialschleimhaut (Bronchitis), wenn sich die Symptome akut verschlechtern,

leichte bis mittelschwere, ambulant erworbene Lungenentzündung (Pneumonie),

Infektionen der oberen Atemwege wie Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)

und Entzündungen der Rachenschleimhaut (Pharyngitis), Mandelentzündung (Tonsillitis) (siehe

2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“),

akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta),

Haut- und Weichteilinfektionen,

unkomplizierte durch Chlamydia trachomatis verursachte Entzündung der Harnröhre

(Urethritis) und der Schleimhaut des Gebärmutterhalses (Zervizitis).

Bei der Anwendung von Antibiotika sind die Resistenzsituation und die offiziellen/örtlichen

Richtlinien zur Anwendung antibakteriell wirksamer Substanzen zu beachten.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten

beachten?

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten dürfen nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Azithromycin, gegen andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika oder einen

der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

1 / 10

Sie dürfen Azithromycin nicht einnehmen, wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin Winthrop 250

mg Filmtabletten ist

erforderlich:

bei allergischen Reaktionen, da in seltenen Fällen über das Auftreten schwerwiegender

allergischer Reaktionen (selten mit tödlichem Verlauf), einschließlich Schwellung von Haut und

Schleimhaut vor allem im Bereich von Mund und Augen (angioneurotisches Ödem), und

schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischen Reaktionen) sowie schweren

Hautreaktionen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse) berichtet

wurde. Bei Auftreten dieser Reaktionen sollte die Einnahme des Medikaments abgesetzt und

eine geeignete Therapie eingeleitet werden. Da es trotz Absetzen von Azithromycin Winthrop

250 mg Filmtabletten zu einem Wiederauftreten der Symptome kommen kann, ist eine längere

Beobachtungs- und Therapiedauer notwendig.

bei Lebererkrankungen, da Azithromycin hauptsächlich über die Leber abgebaut wird.

Unter der Behandlung mit Azithromycin wurde über Fälle von schweren Lebererkrankungen

berichtet, die teilweise tödlichen Ausgang hatten (siehe Abschnitt 4. unter „Leber- und

Gallenerkrankungen“). Beim Auftreten von Symptomen einer eingeschränkten Leberfunktion

(z. B. rasch fortschreitende Erschöpfung zusammen mit einer Gelbsucht, dunklem Urin,

Blutungsneigung oder einer bestimmten Gehirnerkrankung [hepatische Enzephalopathie]) soll

Ihr Arzt Leberfunktionstests/Leberuntersuchungen durchführen und gegebenenfalls die

Behandlung abbrechen.

wenn Sie eine Nierenfunktionsstörung (glomeruläre Filtrationsrate < 10 ml/min) haben.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

wenn Sie unter Nervenkrankheiten oder psychiatrischen Erkrankungen leiden.

wenn Sie unter Herzrhythmusstörungen leiden. Bei anderen Makroliden wurde eine

Verlängerung der Repolarisierung des Herzens und des QT-Intervalls beobachtet, die zu

Arrhythmien und Torsade de pointes führen können. Bei Azithromycin ist ein ähnlicher Effekt

nicht völlig auszuschließen (siehe Abschnitt 4.).

Daher gilt:

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sollten nicht bei Patienten mit bestehender

QT-Verlängerung angewendet werden.

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sollten nicht gleichzeitig mit anderen

Wirkstoffen angewendet werden, die das QT-Intervall verlängern, wie bestimmte

Antiarrhythmika, Cisaprid und Terfenadin.

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sollten nicht bei Patienten mit

Elektrolytstörungen angewendet werden, und zwar insbesondere nicht bei Vorliegen einer

Verminderung des Kalium- und Magnesiumgehalts im Blut.

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sollten nicht bei Patienten mit bestimmten

Herzkrankheiten (klinisch relevanter Bradykardie, kardialen Arrhythmien oder schwerer

Herzinsuffizienz) angewendet werden.

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sollten bei älteren Patienten mit Vorsicht

angewendet werden. Ältere Patienten können empfindlicher für Arzneimitteleinflüsse auf das

QT-Intervall sein.

Mutterkornalkaloide (Arzneimittel, die u.

a. zur Behandlung von Migräne eingesetzt

werden) und

Azithromycin Winthrop 250

mg Filmtabletten

Wenn Sie Mutterkornalkaloide einnehmen, kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von Makrolid-

Antibiotika, zu denen auch Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten gehören, zu einer

gefäßverengenden Wirkung mit Durchblutungsstörungen besonders an Fingern und Zehen

2 / 10

(Ergotismus) kommen. Da keine Studien zu Wechselwirkungen zwischen Mutterkornalkaloiden und

Azithromycin vorliegen und die Entwicklung eines Ergotismus nicht ausgeschlossen werden kann,

sollten Sie Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten und Mutterkornalkaloide nicht gleichzeitig

einnehmen.

Folgeinfektionen

Sie sollten auf Anzeichen einer erneuten Infektion (Superinfektion) mit nicht empfindlichen Erregern,

wie z. B. Pilzen, achten. Kommt es zu einer solchen Infektion, muss Ihr Arzt unter Umständen die

Behandlung mit Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten unterbrechen und geeignete

Maßnahmen einleiten.

Pseudomembranöse Kolitis

Nach der Anwendung von Makrolid-Antibiotika (Gruppe von Antibiotika, zu der auch Azithromycin

gehört) wurde über eine ernst zu nehmende schwere Schleimhautentzündung des Darmes

(pseudomembranöse Enterokolitis) berichtet. Dies sollte berücksichtigt werden, wenn es bei Patienten

nach Einleiten der Behandlung mit Azithromycin zu Durchfällen kommt.

Sollte es bei Ihnen während oder nach (bis zu 2 Monaten) der Behandlung mit Azithromycin Winthrop

250 mg Filmtabletten zu schweren, anhaltenden Durchfällen kommen, nehmen Sie bitte umgehend

Kontakt mit Ihrem behandelnden Arzt auf.

Myasthenia gravis

Unter einer Behandlung mit Azithromycin wurde über das Auftreten oder die Verschlimmerung von

Beschwerden eines bestimmten Muskelleidens (Myasthenia gravis) berichtet.

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel ist in der vorliegenden Darreichungsform als Filmtablette nicht geeignet für

Kinder und Jugendliche mit einem Gewicht unter 45 kg. Es können andere Darreichungsformen, z. B.

Suspensionen, angewendet werden.

Ältere Menschen

Dosisanpassungen sind bei älteren Patienten nicht erforderlich.

Einnahme von Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Von Makrolid-Antibiotika sind verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt,

die auf einer bei gleichzeitiger Anwendung möglichen Beeinträchtigung des Abbaus verschiedener

Medikamente vor allem in der Leber beruhen. Dies kann dazu führen, dass diese Mittel bestimmte

unerwünschte Begleiterscheinungen auslösen können. Azithromycin verhält sich hier in verschiedenen

Punkten anders, zum Teil liegen aber noch keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Hierzu gehören:

Dihydroergotamin oder nichthydrierte Mutterkornalkaloide, die durch eine

gefäßverengende Wirkung zu Durchblutungsstörungen besonders an Fingern und Zehen führen

können und die deshalb sicherheitshalber nicht gleichzeitig mit Azithromycin angewendet

werden sollen,

Digoxin, bei dem es durch einen verzögerten Abbau im Darm zu erhöhten Digoxin-

Spiegeln kommen kann,

3 / 10

Ciclosporin, bei dem im Fall einer gleichzeitig mit Azithromycin notwendigen

Anwendung die Ciclosporin-Spiegel kontrolliert und dessen Dosis gegebenenfalls angepasst

werden sollte,

Zidovudin, bei dem die Wirksamkeit durch Azithromycin erhöht werden kann,

Rifabutin. Bei Personen, die gleichzeitig Azithromycin und Rifabutin erhalten hatten,

wurden Störungen des Blutbildes beobachtet (siehe Abschnitt 4. unter „Erkrankungen des

Blutes und des Lymphsystems“).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln zur Senkung der Blutfettwerte (HMG-CoA-

Reduktase-Inhibitoren, auch Statine genannt) sind Fälle von Muskelfaserzerfall (Rhabdomyolyse)

berichtet worden.

Auf eine mögliche Parallelresistenz zwischen Azithromycin und Makrolid-Antibiotika (wie z. B.

Erythromycin) sowie Lincomycin und Clindamycin ist zu achten. Eine gleichzeitige Gabe von

mehreren Präparaten aus dieser Substanzgruppe ist deshalb nicht empfehlenswert.

Demgegenüber haben entsprechende Untersuchungen gezeigt, dass bei den nachfolgend aufgelisteten

Mitteln die bei gleichzeitiger Anwendung von Makroliden bekannten Wechselwirkungen nicht

auftreten:

Theophyllin. Sicherheitshalber wird dennoch empfohlen, bei gleichzeitiger Gabe von

Azithromycin und Theophyllin-Derivaten auf typische Anzeichen erhöhter Theophyllin-Spiegel

zu achten.

Warfarin. Es liegen jedoch Berichte über erhöhte Antikoagulation nach gleichzeitiger

Anwendung von Azithromycin und oralen Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ vor. Obwohl ein

Kausalzusammenhang nicht nachgewiesen wurde, sollte über die Häufigkeit der

Prothrombinzeit-Kontrollen nachgedacht werden.

Terfenadin. Über seltene Fälle wurde berichtet, in denen die Möglichkeit einer

Wechselwirkung nicht ganz ausgeschlossen, andererseits aber kein spezifischer Beweis für eine

solche Interaktion gefunden werden konnte. Bei der gleichzeitigen Anwendung von

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten und Terfenadin ist Vorsicht geboten.

Mineralische Antazida. Bei gleichzeitiger Einnahme von mineralischen Antazida und

Azithromycin kam es zu erniedrigten Serumspitzenkonzentrationen ohne Änderung der

Bioverfügbarkeit von Azithromycin. Sie sollten daher mineralische Antazida und Azithromycin

Winthrop 250 mg Filmtabletten nur in einem zeitlichen Abstand von 2 bis 3 Stunden

einnehmen.

Cimetidin hatte keinen Einfluss auf Geschwindigkeit und Ausmaß der Resorption von

Azithromycin. Es kann daher gleichzeitig mit Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten

eingenommen werden.

Didanosin. Dessen Wirksamkeit wird durch Azithromycin Winthrop 250 mg

Filmtabletten nicht beeinflusst.

Nelfinavir. Hier kam es zu erhöhten Konzentrationen von Azithromycin. Es wurden keine

bedeutsamen Nebenwirkungen beobachtet, eine Dosisanpassung ist nicht nötig.

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sollten nicht gemeinsam mit anderen Wirkstoffen

angewendet werden, die das QT-Intervall verlängern.

4 / 10

Obwohl Azithromycin die Aktivität des Stoffwechselenzyms CYP 3A4 nicht zu hemmen scheint, ist

bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite, die hauptsächlich

über CYP 3A4 verstoffwechselt werden, Vorsicht geboten.

Folgende Arzneimittel haben in klinischen Studien keine Wechselwirkungen mit Azithromycin

Winthrop 250 mg Filmtabletten gezeigt: Atorvastatin (aus Erfahrungen nach Markteinführung wurden

jedoch bestimmte Muskelerkrankungen [Rhabdomyolyse] bei Patienten berichtet, die Azithromycin in

Verbindung mit verschiedenen Statinen erhielten), Carbamazepin, Cetirizin, Efavirenz, Fluconazol,

Indinavir, Methylprednisolon, Midazolam, Sildenafil, Triazolam, Trimethoprim/Sulfamethoxazol. Es

ist jedoch Vorsicht geboten bei der gleichzeitigen Anwendung dieser Substanzen mit Azithromycin

Winthrop 250 mg Filmtabletten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Schwangeren sollte Azithromycin nur in Ausnahmefällen bei möglicher Lebensgefährdung und

fehlender Möglichkeit einer Alternativtherapie gegeben werden, da eine abschließende Beurteilung der

Sicherheit dieser Therapie zurzeit noch nicht möglich ist.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Azithromycin in die Muttermilch übergeht. Da nicht untersucht ist, ob

Azithromycin schädliche Auswirkungen auf den gestillten Säugling hat, sollen Sie während einer

Behandlung mit Azithromycin nicht stillen. Es wird empfohlen, während der Behandlung und zwei

Tage nach Abschluss der Behandlung die Milch abzupumpen und zu verwerfen. Danach kann das

Stillen wieder aufgenommen werden.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hat Azithromycin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die

Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.

„Welche Nebenwirkungen sind möglich“) kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen

beeinträchtigt werden.

3.

Wie sind Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht über 45

kg, Erwachsene und ältere Patienten

Die Gesamtdosis beträgt 1500 mg Azithromycin und wird über 3 Tage (2 Filmtabletten Azithromycin

Winthrop 250 mg Filmtabletten einmal täglich, entsprechend 500 mg Azithromycin) eingenommen.

Alternativ kann die Gesamtdosis (1500 mg) über 5 Tage mit 2 Filmtabletten Azithromycin Winthrop

250 mg Filmtabletten (entsprechend 500 mg Azithromycin) am ersten Tag, gefolgt von 1 Filmtablette

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten (entsprechend 250 mg Azithromycin) an den nächsten

4 Tagen eingenommen werden.

5 / 10

Bei unkomplizierter durch Chlamydia trachomatis verursachter Entzündung der Harnröhre (Urethritis)

und der Schleimhaut des Gebärmutterhalses (Zervizitis) beträgt die Dosis 4 Filmtabletten

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten (entsprechend 1000 mg Azithromycin) als Einmaldosis.

Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-

Clearance 10 ml/min) nicht notwendig (siehe 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Patienten mit Einschränkung der Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion nicht notwendig.

Bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion sollten Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten

nicht angewendet werden (siehe 2. „Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten dürfen nicht

eingenommen werden“).

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sind nicht angezeigt zur Behandlung von Kindern und

Jugendlichen mit einem Körpergewicht von unter 45 kg. Es können andere Darreichungsformen von

Azithromycin, z. B. Suspensionen, angewendet werden. Kinder und Jugendliche mit einem

Körpergewicht von über 45 kg erhalten die gleiche Dosis wie Erwachsene (siehe oben).

Ältere Menschen

Ältere Patienten erhalten die empfohlene Erwachsenendosis. Es ist zu beachten, dass sie

möglicherweise anfälliger für schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade-de-pointes-Arrhythmien) sein

können als jüngere Patienten.

Bitte sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt, wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme haben. Ihr Arzt wird

dann entscheiden, ob die Dosis angepasst werden muss.

Art der Anwendung

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sind einmal täglich mit ausreichend Flüssigkeit

einzunehmen. Die Filmtabletten können unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen

werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten eingenommen

haben, als Sie sollten

Es können Symptome auftreten, die mit den bekannten Nebenwirkungen unter normaler Dosierung

vergleichbar sind. Typische Symptome einer Überdosierung mit Makrolid-Antibiotika sind

vorübergehender Hörverlust, schwere Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Im Fall einer Überdosierung

wird der behandelnde Arzt bei Bedarf Aktivkohle geben bzw. symptomatische oder allgemein

unterstützende Maßnahmen einleiten.

Wenn Sie die Einnahme von Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben,

sondern fahren Sie bitte mit der Einnahme von Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten zum

nächsten geplanten Einnahmezeitpunkt in der verordneten Menge fort. Informieren Sie Ihren Arzt,

wenn Sie mehrfach die Einnahme vergessen oder versehentlich eine andere als die verordnete Menge

eingenommen haben, damit eine mögliche Verschlechterung der Erkrankung rechtzeitig festgestellt

werden kann.

Wenn Sie die Einnahme von Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten abbrechen

Um eine erneute Verschlechterung bzw. Rückfälle zu vermeiden, ist die Behandlungsdauer

entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes auch nach Abklingen der Symptome, d. h., auch wenn

eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, einzuhalten.

6 / 10

Sprechen Sie daher in jedem Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie eigenmächtig die Behandlung mit

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten unterbrechen oder vorzeitig beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zu Grunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn

Sie betroffen sind

Folgende extrem seltene Nebenwirkungen (nähere Erläuterungen zu diesen Nebenwirkungen siehe 2.

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“) können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein.

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen Sie

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten nicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt möglichst

umgehend auf.

Pseudomembranöse Kolitis (Dickdarmentzündung):

Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten in

Abhängigkeit von der Indikation abwägen. In derartigen Fällen ist eine geeignete Therapie (z. B.

Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist)

einzuleiten. Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen

werden.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxis):

Im Falle einer extrem seltenen, aber möglicherweise lebensbedrohlichen

Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. anaphylaktischer Schock) muss die Behandlung mit Azithromycin

Winthrop 250 mg Filmtabletten sofort unterbrochen werden, und es müssen alle üblichen

Notfallmaßnahmen (z. B. Gabe von Antihistaminika, Kortikosteroiden, Sympathomimetika sowie

künstliche Beatmung, falls notwendig) ergriffen werden.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Untersuchungen

Häufig: Bicarbonat im Blut erniedrigt.

Gelegentlich: veränderte Kaliumwerte.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Lymphozytenzahl im Blut erniedrigt, Eosinophilenzahl erhöht.

Gelegentlich: Leukopenie, Neutropenie.

Häufigkeit nicht bekannt: Thrombozytopenie, hämolytische Anämie.

7 / 10

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Nervosität.

Selten: Agitiertheit, Depersonalisation, bei älteren Patienten kann es zu einem Delir kommen.

Häufigkeit nicht bekannt: Aggression, Angst.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen, Parästhesien, Störungen des Geruchs- und

Geschmackssinnes.

Gelegentlich: Somnolenz, Schlaflosigkeit, Hypästhesie.

Häufigkeit nicht bekannt: Synkopen, Krampfanfälle, Hyperaktivität, Geruchs- und

Geschmacksverlust, Parosmie, Myasthenia gravis.

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Taubheit.

Gelegentlich: Beeinträchtigung des Hörvermögens, Tinnitus.

Selten: Es wurde beschrieben, dass Makrolid-Antibiotika Schädigungen des Gehörs verursachen. Bei

einigen mit Azithromycin behandelten Patienten wurde über Hörverlust und Schwindel berichtet. Viele

dieser Fälle betreffen experimentelle Studien, in denen Azithromycin in hohen Dosen über längere

Zeiträume angewendet wurde. Den verfügbaren Nachsorgeberichten zufolge war die Mehrzahl dieser

Probleme jedoch reversibel.

Herzerkrankungen

Selten: Palpitationen.

Häufigkeit nicht bekannt: Torsade de pointes, Arrhythmien einschließlich dazugehöriger ventrikulärer

Tachykardien, Ödeme (im Zusammenhang mit Erkrankungen des Brustraums). Es besteht ein

potenzielles Risiko für eine QT-Verlängerung, von dem insbesondere Patienten betroffen sind, die eine

Neigung zu diesen Störungen haben.

Gefäßerkrankungen

Häufigkeit nicht bekannt: Hypotonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Diarrhö (die selten zu Dehydratation führt), abdominelle Beschwerden

(Schmerzen/Krämpfe), Übelkeit, Blähungen.

Häufig: Erbrechen, Dyspepsie.

Gelegentlich: Gastritis, Obstipation.

Selten: Verfärbung der Zähne.

Häufigkeit nicht bekannt: Verfärbung der Zunge, Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Hepatitis, Aspartat-Aminotransferase, Alanin-Aminotransferase und Bilirubin erhöht.

Selten: Abweichungen der Leberwerte, Leberfunktionsstörungen.

Häufigkeit nicht bekannt: fulminante Hepatitis, cholestatischer Ikterus, Lebernekrose und

Leberinsuffizienz, die in seltenen Fällen zum Tode führten.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: allergische Reaktionen wie Pruritus und Hautausschlag.

Gelegentlich: Stevens-Johnson-Syndrom, Photosensitivität, Urtikaria.

Selten: allergische Allgemeinreaktionen.

Sehr selten: lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion.

8 / 10

Häufigkeit nicht bekannt: toxische epidermale Nekrolyse, schwerwiegende Hautreaktionen wie

Erythema multiforme, makulopapulöser Hautausschlag.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Arthralgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Harnsäure und Kreatinin erhöht.

Häufigkeit nicht bekannt: interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Candidose, orale Candidose, Vaginitis.

Häufigkeit nicht bekannt: pseudomembranöse Kolitis.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Müdigkeit.

Gelegentlich: Brustschmerz, Ödeme (in seltenen Fällen tödlich), Unwohlsein, Asthenie.

Häufigkeit nicht bekannt: Schmerzen.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: allergische Reaktionen, wie Angioödeme der Haut, der Schleimhäute und der Gelenke,

Überempfindlichkeitsreaktionen.

Selten: allergische Allgemeinreaktion (sogenanntes DRESS-Syndrom mit z. B. Fieber, Hautausschlag,

Atemnot, Lymphknotenschwellung).

Sehr selten: lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock).

Häufigkeit nicht bekannt: anaphylaktische Reaktionen.

Weitere Nebenwirkungen

Für Erythromycin wurden Agranulozytosen berichtet und sind daher für Azithromycin nicht

auszuschließen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

5.

Wie sind Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und

Feuchtigkeit zu schützen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten enthalten

Der Wirkstoff ist Azithromycin-Monohydrat.

1 Filmtablette enthält Azithromycin-Monohydrat entsprechend 250 mg Azithromycin.

9 / 10

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Calciumhydrogenphosphat, mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylcellulose,

Natriumdodecylsulfat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Natriumstearylfumarat

(Ph. Eur.).

Filmüberzug: Titandioxid, Hypromellose, Macrogol 6000, Talkum.

Wie Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten aussehen und Inhalt der Packung

Weiße bis cremefarbene, ovale, bikonvexe Filmtabletten, erhältlich in Packungen mit 6 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Winthrop Arzneimittel GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 02 00 10*

Telefax: (01 80) 2 02 00 11*

Mitvertrieb

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

Zusätzlicher Hersteller:

Artesan Pharma GmbH & Co. KG

Wendlandstraße 1

29439 Lüchow

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2013.

Verschreibungspflichtig.

*0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

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FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Azithromycin Winthrop

250 mg Filmtabletten

Azithromycin Winthrop

500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält Azithromycin-Monohydrat entsprechend 250 mg Azithromycin.

Azithromycin Winthrop 500 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält Azithromycin-Monohydrat entsprechend 500 mg Azithromycin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten sind weiße bis cremefarbene, ovale, bikonvexe

Filmtabletten ohne Bruchkerbe.

Azithromycin Winthrop 500 mg Filmtabletten sind weiße bis cremefarbene, ovale, bikonvexe

Filmtabletten mit Bruchkerbe auf beiden Seiten. Die Filmtablette kann in gleiche Hälften geteilt

werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung folgender Infektionen, die durch Azithromycin-empfindliche Erreger hervorgerufen

sind (siehe Abschnitt 4.4 und 5.1):

leichte bis mittelschwere ambulant erworbene Pneumonie, insbesondere Pneumonie,

verursacht durch Mycoplasma pneumoniae, Chlamydophila psittaci (Ornithose) oder

Chlamydophila pneumoniae (TWAR),

akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis (adäquat diagnostiziert),

akute bakterielle Sinusitis (adäquat diagnostiziert),

Tonsillitis, Pharyngitis und akute Otitis media bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen ß-

Lactam-Antibiotika, oder wenn eine solche Behandlung aus anderen Gründen nicht geeignet ist,

Haut- und Weichteilinfektionen, wie Furunkulose, Pyodermie, Impetigo, Erysipel bei

Patienten mit Überempfindlichkeit gegen ß-Lactam-Antibiotika, oder wenn eine solche

Behandlung aus anderen Gründen nicht geeignet ist,

unkomplizierte durch Chlamydia trachomatis verursachte Urethritis und Zervizitis.

Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen

Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Azithromycin Winthrop zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Azithromycin Winthrop Filmtabletten sind einmal täglich einzunehmen. Die Filmtabletten können

unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Dauer der Behandlung für die

einzelnen Indikationen ist nachfolgend beschrieben.

Mat.-Nr.: 325975

1/14

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht über 45 kg, Erwachsene und ältere Patienten

Die Gesamtdosis beträgt 1500 mg Azithromycin und wird über 3 Tage (500 mg einmal täglich)

eingenommen. Alternativ kann die Gesamtdosis über 5 Tage (einmal 500 mg am ersten Tag, gefolgt

von je einmal 250 mg an den folgenden 4 Tagen) eingenommen werden.

Bei unkomplizierter durch Chlamydia trachomatis verursachter Urethritis und Zervizitis beträgt die

Dosierung 1000 mg als Einmaldosis.

Kinder und Jugendliche

Azithromycin Winthrop Filmtabletten sind nicht angezeigt zur Behandlung von Kindern und

Jugendlichen mit einem Körpergewicht unter 45 kg. Es können andere Darreichungsformen von

Azithromycin, z. B. Suspensionen, angewendet werden. Kinder und Jugendliche mit einem

Körpergewicht von über 45 kg erhalten die gleiche Dosis wie Erwachsene (siehe oben).

Ältere Patienten

Dosisanpassungen sind bei älteren Patienten nicht erforderlich. Es ist zu beachten, dass sie

möglicherweise anfälliger für Torsade-de-pointes-Arrhythmien sein können als jüngere Patienten

(siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion

(Kreatinin-Clearance 10 ml/min) nicht notwendig (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Einschränkung der Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion nicht

notwendig (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Azithromycin, gegen andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika oder

einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Azithromycin sollte nicht bei Patienten mit schwerwiegender Lebererkrankung angewendet werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hinweise zu Anwendungseinschränkungen

Schwere Infektionen

Azithromycin Filmtabletten sind nicht zur Behandlung von schweren Infektionen geeignet, bei denen

schnell hohe Blutkonzentrationen des Antibiotikums erreicht werden müssen.

Infizierte Brandwunden

Azithromycin ist nicht für die Behandlung der infizierten Brandwunden indiziert.

Pharyngitis/Tonsillitis

Azithromycin ist nicht Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der durch Streptococcus pyogenes

verursachten Pharyngitis oder Tonsillitis. Bei dieser Behandlung sowie als Prophylaxe des akuten

rheumatischen Fiebers ist Penicillin Behandlung der ersten Wahl.

Sinusitis

Azithromycin ist häufig nicht das Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der Sinusitis.

Akute Otitis media

Azithromycin ist häufig nicht das Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der akuten Otitis media.

Mat.-Nr.: 325975

2/14

Sexuell übertragbare Krankheiten

Bei sexuell übertragbaren Krankheiten ist eine Begleitinfektion mit T. pallidum auszuschließen.

Langzeitanwendung

Es liegen keine Erfahrungen zur Sicherheit und Wirksamkeit der Langzeitanwendung von

Azithromycin bei den oben genannten Anwendungsgebieten vor. Bei schnell rezidivierenden

Infektionen sollte eine Behandlung mit einem anderen Antibiotikum in Betracht gezogen werden.

Kreuzresistenz

Wegen einer bestehenden Kreuzresistenz mit Erythromycin-resistenten grampositiven Stämmen und

den meisten Stämmen Methicillin-resistenter Staphylokokken sollte Azithromycin in diesen Fällen

nicht eingenommen werden. Es sollte die regionale Resistenzsituation gegenüber Azithromycin und

anderen Antibiotika beachtet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Allergische Reaktionen

In seltenen Fällen wurde darüber berichtet, dass Azithromycin schwerwiegende allergische Reaktionen

(selten tödlich verlaufend) wie ein Angioödem oder eine Anaphylaxie sowie dermatologische

Reaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse verursacht hat.

Einige dieser Reaktionen gingen mit rezidivierenden Symptomen einher und machten eine

längerfristige Beobachtung und Behandlung erforderlich. Bei Auftreten allergischer Reaktionen sollte

die Einnahme des Medikaments unterbrochen und eine geeignete Therapie eingeleitet werden. Der

Arzt sollte sich bewusst sein, dass die allergischen Symptome erneut auftreten können, wenn die

symptomatische Therapie beendet wird.

Niereninsuffizienz

Bei niereninsuffizienten Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate < 10 ml/min sollte man

vorsichtig beim Einsatz von Azithromycin Filmtabletten sein, da eine Erhöhung der Azithromycin-

Konzentrationen um 33 % beobachtet wurde (siehe Abschnitt 5.2).

Lebererkrankungen/-versagen

Patienten mit schweren Lebererkrankungen sollen Azithromycin Filmtabletten nicht gegeben werden,

da Azithromycin hauptsächlich hepato-biliär eliminiert wird. Unter der Behandlung mit Azithromycin

wurde über Fälle von fulminanter Hepatitis, abnormaler Leberfunktion, cholestatischem Ikterus,

hepatischer Nekrose und Leberversagen berichtet, die teilweise tödlichen Ausgang hatten (siehe

Abschnitt 4.8). Einige Patienten litten bereits unter einer Lebererkrankung oder nahmen andere

lebertoxische Arzneimittel.

Beim Auftreten von Symptomen einer eingeschränkten Leberfunktion (z. B. rasch fortschreitende

Asthenie zusammen mit einer Gelbsucht, dunklem Urin, Blutungsneigung oder hepatischer

Enzephalopathie) sollten Leberfunktionstests/Leberuntersuchungen durchgeführt werden. Die

Behandlung mit Azithromycin sollte abgebrochen werden, sobald eine Leberfunktionsstörung auftritt.

Ergot-Alkaloide

Es wurde beobachtet, dass die gleichzeitige Anwendung von Ergot-Alkaloiden und Makrolid-

Antibiotika die Entwicklung eines Ergotismus beschleunigt. Die Wechselwirkungen zwischen Ergot-

Alkaloiden und Azithromycin wurden nicht untersucht. Allerdings ist es möglich, dass es zu einem

Ergotismus kommt, sodass Azithromycin und Ergot-Alkaloid-Derivate nicht gleichzeitig verabreicht

werden sollten (siehe Abschnitt 4.5).

QT-Verlängerung

Unter einer Behandlung mit Makroliden, einschließlich Azithromycin, wurden Verlängerungen der

kardialen Repolarisation und des QT-Intervalls beobachtet mit der Gefahr, dass sich Arrhythmien oder

Mat.-Nr.: 325975

3/14

Torsade de pointes entwickeln. Daher gilt, dass Azithromycin in folgenden Fällen nicht angewendet

werden sollte:

bei Patienten mit kongenitaler oder dokumentierter erworbener QT-Verlängerung,

gleichzeitig mit anderen Wirkstoffen, die das QT-Intervall verlängern, wie Antiarrhythmika

der Klassen IA und III, Cisaprid und Terfenadin (siehe Abschnitt 4.5),

bei Patienten mit Elektrolytstörungen, und zwar insbesondere nicht bei Vorliegen einer

Hypokaliämie und Hypomagnesiämie,

bei Patienten mit klinisch relevanter Bradykardie, kardialen Arrhythmien oder schwerer

Herzinsuffizienz.

Azithromycin sollte bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Ältere Patienten können

empfindlich für Arzneimittel-assozierte Einflüsse auf das QT-Intervall sein.

Superinfektionen

Es ist auf mögliche Symptome einer Superinfektion mit nicht empfindlichen Erregern, wie Pilze, zu

achten. Eine Superinfektion kann eine Unterbrechung der Behandlung mit Azithromycin Filmtabletten

und die Einleitung adäquater Maßnahmen erforderlich machen.

Clostridium-difficile

-assoziierte Diarrhöen

Bei Anwendung von nahezu allen Antibiotika, einschließlich Azithromycin, wurde über das Auftreten

von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhöen (CDAD) berichtet. Von der Ausprägung her reichten

diese von leichtem Durchfall bis hin zu einer Kolitis mit letalem Ausgang. Eine Therapie mit

Antibiotika verändert die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung mit C. difficile führen

kann.

C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung von CDAD beitragen. Hypertoxin

produzierende Stämme von C. difficile sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert, da

derartige Infektionen therapieresistent gegenüber einer antibiotischen Therapie sein können und

eventuell eine Kolektomie notwendig machen. Eine CDAD muss daher bei allen den Patienten in

Erwägung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotika-Anwendung eine Diarrhö auftritt.

Hierbei ist eine sorgfältige medikamentöse Anamnese durchzuführen, da eine CDAD bis zu

2 Monaten nach Durchführung einer Antibiotikatherapie auftreten kann.

Pseudomembranöse Kolitis

Nach Anwendung von Makrolid-Antibiotika wurde über Fälle von pseudomembranöser Kolitis

berichtet. Daher ist bei Patienten, bei denen nach Beginn oder bis ungefähr 3 Wochen nach der

Behandlung mit Azithromycin Durchfall auftritt, an diese Diagnose zu denken. Bei einer durch

Azithromycin induzierten pseudomembranösen Kolitis sind Antiperistaltika kontraindiziert.

Neurologische oder psychiatrische Erkrankungen

Azithromycin sollte bei Patienten mit neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen mit Vorsicht

angewendet werden.

Myasthenia gravis

Unter einer Therapie mit Azithromycin wurde über eine Exazerbation von Symptomen einer

Myasthenia gravis oder das Auftreten eines Myasthenia-Syndroms berichtet.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Antazida bzw. Magensäuresekretionshemmer

Mineralische Antazida sollten nicht zusammen mit Azithromycin Filmtabletten gegeben werden, da in

einer Studie die Serumspitzenkonzentrationen von Azithromycin um bis zu 25 % erniedrigt waren. Sie

sollten daher nur in einem zeitlichen Abstand von 2 bis 3 Stunden eingenommen werden. Das Ausmaß

der Resorption (Parameter: AUC) war jedoch nicht erniedrigt.

Mat.-Nr.: 325975

4/14

Cimetidin hatte keinen Einfluss auf Geschwindigkeit und Ausmaß der Resorption von Azithromycin.

Es kann daher gleichzeitig mit Azithromycin Filmtabletten eingenommen werden.

Cetirizin

Bei gesunden Probanden hatte die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin über 5 Tage mit

20 mg Cetirizin im Steady State weder pharmakokinetische Wechselwirkungen noch signifikante

Veränderungen des QT-Intervalls zur Folge.

Ergotamin

Obwohl bisher keine entsprechenden Beobachtungen gemacht wurden, kann bei gleichzeitiger

Anwendung von Azithromycin Filmtabletten mit Dihydroergotamin oder nichthydrierten

Mutterkornalkaloiden eine gefäßverengende Wirkung mit Durchblutungsstörungen besonders an

Fingern und Zehen nicht ausgeschlossen werden. Sicherheitshalber sollte deshalb auf eine

gleichzeitige Gabe verzichtet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Virustatika

Zu Wechselwirkungen mit antiviral wirksamen Arzneimitteln liegen keine ausreichenden Daten vor,

um Dosisanpassungen empfehlen zu können. Folgende Substanzen wurden untersucht:

Zidovudin

1000 mg als Einzeldosis und 1200 mg bzw. 600 mg Azithromycin als Mehrfachdosis hatten nur

geringe Auswirkungen auf die Pharmakokinetik im Plasma und Ausscheidung von Zidovudin

bzw. seines Glucuronid-Metaboliten im Urin. Durch die Verabreichung von Azithromycin

erhöhten sich aber die Konzentrationen von phosphoryliertem Zidovudin, dem klinisch

wirksamen Metaboliten, in peripheren mononuklearen Blutkörperchen. Die klinische Bedeutung

dieses Ergebnisses ist unklar, könnte aber für den Patienten von Nutzen sein.

Didanosin

1200 mg/Tag Azithromycin schien bei 6 HIV-positiven Probanden im Vergleich zu Plazebo die

Steady-State-Pharmakokinetik von gleichzeitig verabreichtem Didanosin (400 mg/Tag) nicht zu

beeinflussen.

Rifabutin

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin und Rifabutin veränderte die mittleren

Serumkonzentrationen beider Substanzen nicht deutlich.

Eine Neutropenie wurde bei Personen beobachtet, die gleichzeitig Azithromycin und Rifabutin

erhalten hatten (siehe Abschnitt 4.8 unter „Blut und Blutkörperchen“).

Digoxin

Es gibt Berichte, dass die gleichzeitige Gabe von Makrolid-Antibiotika, einschließlich Azithromycin,

mit Substraten des P-Glycoproteins wie Digoxin zu erhöhten Plasmaspiegeln des P-Glycoprotein-

Substrats führt. Wenn Azithromycin gleichzeitig mit P-Glycoprotein-Substraten wie Digoxin

verabreicht wird, muss die Möglichkeit von erhöhten Digoxin-Spiegeln berücksichtigt werden. Eine

klinische Überwachung und eventuell eine Überwachung des Digoxinspiegels im Serum während der

Behandlung mit Azithromycin und nach Abbruch der Behandlung ist erforderlich.

Andere Arzneimittel, deren Stoffwechsel möglicherweise beeinflusst wird

Azithromycin interagiert nicht wesentlich mit dem Cytochrom-P450-System in der Leber. Daher

werden pharmakokinetische Interaktionen, wie sie von Erythromycin und anderen Makroliden bekannt

sind, für Azithromycin nicht erwartet. Bei Azithromycin kommt es zu keiner Induktion oder

Inaktivierung des Cytochrom-P450-Systems in der Leber über einen Cytochrom-Metabolit-Komplex.

Folgende Arzneimittel, die über Cytochrom P450 verstoffwechselt werden, haben in klinischen

Studien keine signifikanten Wechselwirkungen mit Azithromycin gezeigt: Atorvastatin,

Carbamazepin, Efavirenz, Fluconazol, Indinavir, Methylprednisolon, Midazolam, Sildenafil,

Mat.-Nr.: 325975

5/14

Triazolam, Trimethoprim/Sulfamethoxazol. Es ist jedoch Vorsicht geboten bei der gleichzeitigen

Anwendung dieser Substanzen mit Azithromycin.

Obwohl Azithromycin die Aktivität des Enzyms CYP 3A4 nicht zu hemmen scheint, ist bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite, die

hauptsächlich über CYP 3A4 verstoffwechselt werden, Vorsicht geboten.

Statine

Die gleichzeitige Gabe von Atorvastatin (10 mg pro Tag) und Azithromycin (500 mg pro Tag) hatte

keinen Einfluss auf die Plasmakonzentration von Atorvastatin (basierend auf einer Untersuchung der

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren). Nach der Markteinführung wurden jedoch Fälle von

Rhabdomyolyse bei Patienten berichtet, die Azithromycin in Verbindung mit Statinen erhielten.

Theophyllin

Weder pharmakokinetische noch klinische Untersuchungen mit Azithromycin ergaben einen Hinweis

auf Interaktionen mit Theophyllin. Da zwischen Theophyllin und einigen Makroliden

Wechselwirkungen beschrieben wurden, sollte man auch bei gleichzeitiger Gabe von Azithromycin

und Theophyllin-Derivaten auf typische Erscheinungen erhöhter Theophyllin-Spiegel achten.

Orale Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden ergab sich kein Hinweis auf

eine Beeinflussung der gerinnungshemmenden Wirkung einer einmaligen 15-mg-Dosis von Warfarin

durch Azithromycin. Es liegen jedoch Berichte über erhöhte Antikoagulation nach gleichzeitiger

Anwendung von Azithromycin und oralen Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ vor. Obwohl ein

Kausalzusammenhang nicht nachgewiesen wurde, sollte über die Häufigkeit der Prothrombinzeit-

Kontrollen nachgedacht werden.

Ciclosporin

In einer pharmakokinetischen Studie mit gesunden Probanden, die 500 mg Azithromycin täglich oral

über 3 Tage erhielten und dann eine Einzeldosis 10 mg/kg KG Ciclosporin oral einnahmen, waren die

und AUC

0–5

von Ciclosporin signifikant erhöht. Daher ist vor der gleichzeitigen Verabreichung

dieser Medikamente Vorsicht geboten. Falls eine gleichzeitige Verabreichung dieser Medikamente

notwendig wird, sollten die Ciclosporin-Spiegel überwacht und die Dosis entsprechend angepasst

werden.

Terfenadin

In pharmakokinetischen Untersuchungen ergaben sich keinerlei Hinweise auf eine Interaktion

zwischen Azithromycin und Terfenadin. Über seltene Fälle wurde berichtet, in denen die Möglichkeit

einer derartigen Wechselwirkung nicht ganz ausgeschlossen, andererseits aber kein spezifischer

Beweis für eine solche Interaktion gefunden werden konnte. Bei der gleichzeitigen Verabreichung von

Azithromycin und Terfenadin ist Vorsicht geboten.

Andere Antibiotika

Auf eine mögliche Parallelresistenz zwischen Azithromycin und Makrolid-Antibiotika (wie z. B.

Erythromycin) sowie Lincomycin und Clindamycin ist zu achten. Eine gleichzeitige Gabe von

mehreren Präparaten aus dieser Substanzgruppe ist deshalb nicht empfehlenswert.

Substanzen, die das QT-Intervall verlängern

Azithromycin sollte nicht gemeinsam mit anderen Wirkstoffen angewendet werden, die das QT-

Intervall verlängern (siehe Abschnitt 4.4).

Nelfinavir

Bei gleichzeitiger Gabe von Azithromycin (1200 mg) und Nelfinavir (3 x täglich 750 mg) im Steady

State kam es zu erhöhten Konzentrationen von Azithromycin. Es wurden keine klinisch signifikanten

Nebenwirkungen beobachtet, eine Dosisanpassung ist nicht nötig.

Mat.-Nr.: 325975

6/14

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Azithromycin bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität haben gezeigt, dass Azithromycin über die

Plazenta den Fötus erreicht. Jedoch wurden keine teratogenen Effekte beobachtet (siehe 5.3).

Schwangeren darf Azithromycin nur bei vitaler Indikation gegeben werden, da eine abschließende

Beurteilung der Sicherheit dieser Therapie zurzeit noch nicht möglich ist.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Azithromycin in die Muttermilch übergeht. Da nicht untersucht ist, ob

Azithromycin schädliche Auswirkungen auf den gestillten Säugling hat, sollen Azithromycin

Filmtabletten in der Stillzeit nicht angewendet werden. Unter anderem kann es beim gestillten

Säugling zu einer Sensibilisierung sowie zu einer Irritation der Darmflora und einer

Sprosspilzbesiedlung kommen. Es wird empfohlen, während der Behandlung und zwei Tage nach

Abschluss der Behandlung die Milch abzupumpen und zu verwerfen. Danach kann das Stillen wieder

aufgenommen werden.

Fertilität

In Fertilitätsstudien an Ratten wurden nach Gabe von Azithromycin verminderte

Schwangerschaftsraten festgestellt. Die Bedeutung dieser Ergebnisse für den Menschen ist nicht

bekannt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hat Azithromycin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die

Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt

4.8 Nebenwirkungen) kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Etwa 13 % der in klinische Studien eingeschlossenen Patienten berichteten über unerwünschte

Ereignisse, wobei Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts am häufigsten waren.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen:

System-

organklasse

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis

≤ 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis

≤ 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Häufigkeit nicht

bekannt

(auf Grundlage

der verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Infektionen

und parasitäre

Erkrankungen

Candidose,

orale Candidose,

Vaginitis

pseudomem-

branöse Kolitis

Erkrankungen

des Blutes und

des Lymph-

systems

Lymphozyten-

zahl im Blut

erniedrigt,

Eosinophilen-

zahl erhöht

Leukopenie,

Neutropenie

Thrombozyto-

penie,

hämolytische

Anämie

Erkrankungen

des Immun-

systems

allergische

Reaktionen, wie

Angioödeme der

Haut, der Schleim-

allergische

Allgemeinreaktio-

nen wie DRESS

(mit z. B. Fieber,

lebensbedrohliche

Überempfindlich-

keitsreaktionen

(z. B.

anaphylaktische

Reaktionen

Mat.-Nr.: 325975

7/14

häute und der

Gelenke, Über-

empfindlichkeits-

reaktionen

Dyspnoe, Lymph-

adenopathie)

anaphylaktischer

Schock)

Stoffwechsel-

Ernährungs-

störungen

Anorexie

Psychiatrische

Erkrankungen

Nervosität

Agitiertheit,

Depersonalisation.

Bei älteren

Patienten kann es zu

einem Delir

kommen.

Aggression,

Angst

Erkrankungen

des Nerven-

systems

Benommenheit,

Kopfschmerzen,

Parästhesien,

Störungen des

Geruchs- und

Geschmacks-

sinnes

Somnolenz,

Schlaflosigkeit,

Hypästhesie

Synkopen,

Krampfanfälle,

Hyperaktivität,

Geruchs-/Ge-

schmacksverlust,

Parosmie,

Myasthenia gravis

(siehe

Abschnitt 4.4)

Augen-

erkrankungen

Sehstörungen

Erkrankungen

des Ohrs und

Labyrinthes

Taubheit,

Beeinträchtigung

des Hörvermögens

Tinnitus

Vertigo

Herz-

erkrankungen

Palpitationen

Torsade de

pointes (siehe

Abschnitt 4.4),

Arrhythmien

(siehe Abschnitt

4.4) einschließlich

dazu gehöriger

ventrikulärer

Tachykardien,

Ödeme (im

Zusammenhang

mit einer Erkran-

kung des

Brustraums).

Es besteht ein

potenzielles

Risiko für eine

QT-Verlängerung,

von dem

insbesondere

Patienten

betroffen sind, die

eine Neigung zu

diesen Störungen

haben (siehe

Abschnitt 4.4).

Gefäß-

erkrankungen

Hypotonie

Erkrankungen

des Gastro-

intestinaltrakts

Diarrhö (die

selten zu

Dehydratation

führt),

abdominelle

Beschwerden

(Schmerzen/

Erbrechen,

Dyspepsie

Gastritis,

Obstipation

Verfärbung der

Zähne

Verfärbung der

Zunge,

Pankreatitis

Mat.-Nr.: 325975

8/14

Krämpfe),

Übelkeit,

Blähungen

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Hepatitis, Aspartat-

Aminotransferase,

Alanin-

Aminotransferase,

Bilirubin erhöht

Abweichungen der

Leberwerte,

Leberfunktions-

störungen

fulminante

Hepatitis,

cholestatischer

Ikterus,

Lebernekrose und

Leberinsuffizienz,

die in seltenen

Fällen zum Tode

führten

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzell-

gewebes

allergische

Reaktionen wie

Pruritus und

Hautausschlag

Stevens-Johnson-

Syndrom,

Photosensitivität,

Urtikaria

allergische

Allgemeinreak-

tionen

lebensbedrohliche

Überempfindlich-

keitsreaktionen

toxische

epidermale

Nekrolyse,

schwerwiegende

Hautreaktionen

wie Erythema

multiforme,

makulopapulöser

Hautausschlag

Skelettmusku-

latur-, Binde-

gewebs- und

Knochen-

erkrankungen

Arthralgie

Erkrankungen

der Nieren

und Harnwege

Harnsäure und

Kreatinin erhöht

interstitielle

Nephritis,

akutes

Nierenversagen

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

am Verab-

reichungsort

Müdigkeit

Brustschmerz,

Ödeme (in seltenen

Fällen tödlich),

Unwohlsein,

Asthenie

Schmerzen

Untersuchun-

Bicarbonat im

Blut erniedrigt

veränderte

Kaliumwerte

Es wurde beschrieben, dass Makrolid-Antibiotika selten Schädigungen des Gehörs verursachen. Bei einigen

mit Azithromycin behandelten Patienten wurde über Hörverlust und Schwindel berichtet. Viele dieser Fälle

betreffen experimentelle Studien, in denen Azithromycin in hohen Dosen über längere Zeiträume angewendet

wurde. Den verfügbaren Nachsorgeberichten zufolge war die Mehrzahl dieser Probleme jedoch reversibel.

Andere Nebenwirkungen, die unter Makroliden auftreten:

Für Erythromycin wurden Agranulozytosen berichtet und sind daher für Azithromycin nicht

auszuschließen.

4.9

Überdosierung

Die in Dosen oberhalb der empfohlenen Dosen beobachteten Nebenwirkungen entsprachen denen

nach normalen Dosen.

Symptome

Die typischen Symptome einer Überdosierung sind ein reversibler Hörverlust, starke Übelkeit,

Erbrechen und Diarrhö.

Behandlung

Im Fall einer Überdosierung sind, falls erforderlich, die Verabreichung von Aktivkohle, eine

allgemeine symptomatische Behandlung und eine Unterstützung der Vitalfunktion indiziert.

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9/14

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Azithromycin ist ein halbsynthetisches Azalid-Derivat mit einem 15-

gliedrigen Laktonring. Azalide zählen zur Gruppe der Makrolid-Antibiotika.

ATC-Code: J01FA10.

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Azithromycin beruht auf der Hemmung der Proteinbiosynthese durch

Bindung an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms. Hieraus resultiert zumeist eine

bakteriostatische Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus AUC (Area under the curve, Fläche

unterhalb der Konzentrations-Zeit-Kurve) und der MHK des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Azithromycin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Efflux: Eine Resistenz kann durch Erhöhung der Anzahl von Effluxpumpen in der

Zytoplasmamembran hervorgerufen werden, von der ausschließlich 14- und 15-gliedrige

Makrolide betroffen sind (sog. M-Phänotyp).

Veränderung der Zielstruktur: Durch Methylierung der 23S-rRNS ist die Affinität zu den

ribosomalen Bindungsstellen erniedrigt, wodurch es zur Resistenz gegenüber Makroliden (M),

Lincosamiden (L) und Streptograminen der Gruppe B (S

) kommt (sog. MLS

-Phänotyp).

Die enzymatische Inaktivierung von Makroliden ist nur von untergeordneter klinischer

Bedeutung.

Beim M-Phänotyp liegt eine vollständige Kreuzresistenz von Azithromycin mit Clarithromycin,

Erythromycin bzw. Roxithromycin vor. Beim MLSB-Phänotyp besteht zusätzlich Kreuzresistenz mit

Clindamycin und Streptogramin B. Mit dem 16-gliedrigen Makrolid Spiramycin besteht eine partielle

Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Azithromycin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende

minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST-(European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing-)Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Staphylococcus spp.

1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus spp.

(Gruppen A, B, C, G)

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Haemophilus influenzae

0,12 mg/l

> 4 mg/l

Moraxella catarrhalis

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Neisseria gonorrhoeae

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

die Wirksamkeit von Azithromycin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten

angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine

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10/14

mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber

Azithromycin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus

nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und -studien (Stand: Dezember 2012):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Mycobacterium avium °

Streptococcus pyogenes

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Haemophilus influenzae

Moraxella catarrhalis

Neisseria gonorrhoeae

Andere Mikroorganismen

Chlamydia trachomatis °

Chlamydophila pneumoniae °

Legionella pneumophila °

Mycoplasma pneumoniae °

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)

Staphylococcus epidermis

Staphylococcus hämolyticus

Staphylococcus hominis

Streptococcus agalactiae

Streptococcus pneumoniae

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Escherichia coli

Klebsiella spp.

Pseudomonas aeruginosa

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

$ Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

Bei Isolaten invasiver Erkrankungen liegt die Resistenzrate unter < 10 %.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Gabe beträgt die Bioverfügbarkeit von Azithromycin etwa 37 %. Spitzenkonzentrationen

im Plasma werden nach 2–3 Stunden erreicht.

Verteilung

Oral gegebenes Azithromycin wird im ganzen Körper verteilt. In Studien zur Pharmakokinetik fanden

sich im Gewebe erheblich höhere Konzentrationen von Azithromycin als im Plasma (das bis zu

50fache der maximalen Plasmakonzentration). Dies weist auf eine hohe Gewebeaffinität von

Azithromycin hin (das Verteilungsvolumen im Steady State beträgt etwa 31 l/kg). Die 2–3 Stunden

nach Einmalgabe von 500 mg Azithromycin beobachtete maximale Konzentration (C

) lag im Mittel

bei etwa 0,4 µg/ml. Unter der empfohlenen Dosierung kommt es nicht zu einer Akkumulation im

Serum/Plasma. Im Gewebe, wo die Konzentrationen wesentlich höher sind als im Serum/Plasma,

kommt es zu einer Akkumulation. Drei Tage nach Gabe von 500 mg Azithromycin als Einzeldosis

Mat.-Nr.: 325975

11/14

oder auf mehrere Dosen verteilt finden sich in Lunge, Prostata, Tonsillen und Serum Konzentrationen

von 1,3–4,8 µg/g, 0,6–2,3 µg/g, 2,0–2,8 µg/g bzw. 0–0,3 µg/ml. Die in peripheren Leukozyten

gemessenen mittleren Spitzenkonzentrationen sind höher als die MHK90 der häufigsten Erreger.

In experimentellen In-vitro- und In-vivo-Studien akkumuliert Azithromycin in den Phagozyten; die

Freisetzung wird durch aktive Phagozytose gesteigert. In Tiermodellen schien dieser Prozess zur

Akkumulation von Azithromycin im Gewebe beizutragen. Die Bindung von Azithromycin an

Plasmaproteine variiert und liegt in Abhängigkeit von der Serumkonzentration zwischen 52 % bei

0,05 µg/ml und 18 % bei 0,5 µg/ml.

Metabolismus und Ausscheidung

Die terminale Eliminationshalbwertszeit im Plasma entspricht der Eliminationshalbwertszeit aus den

Geweben von 2 bis 4 Tagen. Bei älteren Probanden (> 65 Jahre) wurden im Vergleich zu jüngeren

Probanden (< 45 Jahre) nach dem 5-Tage-Therapiekurs immer höhere (29 %) AUC-Werte gemessen.

Diese Unterschiede sind jedoch klinisch nicht relevant; eine Dosisanpassung wird daher nicht

empfohlen. Etwa 12 % einer intravenös gegebenen Dosis wird innerhalb von 3 Tagen unverändert mit

dem Urin ausgeschieden, der Hauptanteil in den ersten 24 Stunden. Beim Menschen wurde

Azithromycin 2 Tage nach einem 5-Tage-Therapiekurs in der Galle in Konzentrationen von bis zu

237 µg/ml zusammen mit 10 Metaboliten (die durch N- und O-Demethylierung, Hydroxylierung des

Desosamin- und Aglykonringes sowie durch Spaltung des Cladinosekonjugats gebildet werden)

nachgewiesen. Ein Vergleich der HPLC- und mikrobiologischen Bestimmungsmethoden deutet an,

dass die Metaboliten von Azithromycin mikrobiologisch unwirksam sind.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate

10–80 ml/min) kam es nach einmaliger oraler Gabe von 1 g Azithromycin im Vergleich zu

Nierengesunden (glomeruläre Filtrationsrate > 80 ml/min) zu einem Anstieg der mittleren C

einer Vergrößerung der mittleren AUC

0-120

um 5,1 % bzw. 4,2 %. Bei Patienten mit schwerer

Einschränkung der Nierenfunktion kam es im Vergleich zu Nierengesunden zu einem Anstieg der

mittleren C

um 61 % und einer Vergrößerung der mittleren AUC

0–120

um 35 %.

Leberinsuffizienz

Es gibt keinen Hinweis auf eine ausgeprägte Veränderung der Pharmakokinetik von Azithromycin im

Serum bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion im Vergleich zu

Patienten mit normaler Leberfunktion. Bei diesen Patienten scheint die renale Clearance zu steigen,

möglicherweise als Kompensation für die verminderte hepatische Clearance.

Ältere Patienten

Bei älteren Männern war die Pharmakokinetik von Azithromycin vergleichbar mit der bei jüngeren

Erwachsenen; bei älteren Frauen wurden höhere Spitzenkonzentrationen (Anstieg um 30–50 %)

beobachtet, ohne dass es zu einer bedeutenden Akkumulation kam.

Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik wurde bei Kindern im Alter zwischen 4 Monaten und 15 Jahren untersucht, die

Azithromycin in Form von Kapseln, Granulat oder Suspensionen erhielten. Bei einer Dosierung von

10 mg/kg KG an Tag 1, gefolgt von 5 mg/kg KG an den Tagen 2–5 ist die C

mit 224 µg/l bei

Kindern im Alter von 0,6–5 Jahren und nach 3 Tagen Behandlung mit 383 µg/l bei Kindern im Alter

von 6–15 Jahren etwas niedriger als bei Erwachsenen. Die bei älteren Kindern beobachtete t

von 36

Stunden lag innerhalb des für Erwachsene erwarteten Bereichs.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Phospholipidose (intrazelluläre Phospholipidansammlung) wurde in verschiedenen Geweben

(z. B. Auge, Spinalganglien, Leber, Gallenblase, Niere, Milz und/oder Pankreas) bei Mäusen, Ratten

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und Hunden nach Verabreichung hoher Dosierungen von Azithromycin festgestellt. In ähnlichem

Ausmaß wurde Phospholipidose im Gewebe von neugeborenen Ratten und Hunden beobachtet. Nach

Absetzen der Azithromycin-Therapie war die Wirkung reversibel. Die Bedeutung dieser Befunde für

die klinische Situation ist nicht bekannt.

Elektrophysiologische Untersuchungen zeigten, dass Azithromycin das QT-Intervall verlängert.

In-vivo- und In-vitro-Untersuchungen zum Nachweis von Gen- und Chromosomenmutationen ergaben

keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Kanzerogenitätsstudien mit Azithromycin wurden nicht durchgeführt, da nur eine kurzzeitige

Anwendung vorgesehen ist und keine Hinweise auf mutagene oder kanzerogene Eigenschaften

vorliegen.

In Tierexperimenten bezüglich einer Embryotoxizität wurden bei Mäusen und Ratten keine

teratogenen Effekte beobachtet. Bei Ratten verursachten Dosen von 100 und 200 mg/kg KG pro Tag

leichte Verzögerungen der mütterlichen Körpergewichtszunahme und der fetalen Ossifikation. In der

Peri- und Postnatalstudie ergaben sich bei Ratten leichte Retardierungen ab 50 mg/kg KG pro Tag

(Verzögerungen der physischen Entwicklung und des Reflexverhaltens).

In Neonatalstudien zeigten Ratten und Hunde keine höhere Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin

als erwachsene Tiere der jeweiligen Spezies.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Calciumhydrogenphosphat, mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylcellulose,

Natriumdodecylsulfat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Natriumstearylfumarat

(Ph. Eur.).

Filmüberzug:

Titandioxid, Hypromellose, Macrogol 6.000, Talkum.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

36 Monate.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und

Feuchtigkeit zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten

Packungen mit 6 Filmtabletten in PVdC/PVC-Aluminium-Blisterpackungen und PVC/Aluminium-

Blister.

Azithromycin Winthrop 500 mg Filmtabletten

Packungen mit 3 Filmtabletten in PVdC/PVC-Aluminium-Blisterpackungen und PVC/Aluminium-

Blister.

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6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Winthrop Arzneimittel GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 02 00 10*

Telefax: (01 80) 2 02 00 11*

Mitvertrieb

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Azithromycin Winthrop 250 mg Filmtabletten

61156.00.00

Azithromycin Winthrop 500 mg Filmtabletten

61156.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

07.03.2005/25.01.2011

10.

STAND DER INFORMATION

März 2013

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

_____________________________________________________________________________

*0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

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