Azithromycin-ratiopharm 250 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Azithromycin-Monohydrat
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Azithromycin Monohydrate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Azithromycin-Monohydrat 256.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
63086.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht über 45 kg.

Wirkstoff:

Azithromycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Azithromycin-ratiopharm

250 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Azithromycin-ratiopharm® 250 mg beachten?

Wie ist Azithromycin-ratiopharm

250 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Azithromycin-ratiopharm

250 mg aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg UND WOFÜR WIRD ES

ANGEWENDET?

Azithromycin-ratiopharm

250 mg gehört zur Gruppe der Makrolidantibiotika. Es wird zur

Behandlung von Infektionen verwendet, die durch verschiedene Bakterien und andere

Mikroorganismen verursacht werden, wie:

Infektionen der unteren Atemwege wie Entzündung der Bronchien (Bronchitis) oder

Lungenentzündung, Entzündung der Rachenmandeln, Halsentzündung (Pharyngitis) und

Entzündung der Nasennebenhöhlen

Ohrinfektionen

Haut- und Weichteilinfektionen (wie Abszess oder Furunkel)

Geschlechtskrankheiten, die durch Erreger, die Chlamydien genannt werden, verursacht werden.

Bei der Anwendung von Antibiotika sind die Resistenzsituation und die offiziellen/örtlichen

Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakteriell wirksamer Substanzen zu beachten.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg

BEACHTEN?

Azithromycin-ratiopharm

250 mg darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Azithromycin, Erythromycin oder andere Antibiotika,

die zur Gruppe der sogenannten Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika gehören, sind.

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber einem der sonstigen Bestandteile von

Azithromycin ratiopharm

250 mg sind (Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6).

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin-ratiopharm

250 mg ist erforderlich

wenn Sie allergisch reagieren. Nehmen Sie keine Tabletten mehr ein und suchen Sie unverzüglich

Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen plötzliches Keuchen, Atemnot, Anschwellen von Augenlidern,

Gesicht oder Lippen, Ausschlag oder Juckreiz auftritt.

wenn Ihre Nierenfunktion schwer eingeschränkt ist. In diesem Falle wird Ihr Arzt möglicherweise

eine Dosisanpassung vornehmen.

wenn Ihre Leberfunktion schwer eingeschränkt ist. In diesem Fall sollten Sie Azithromycin nur

dann einnehmen, wenn Ihr Arzt dies für absolut notwendig hält und Ihre Leberfunktion während

der Behandlung überwacht wird. Wenn Sie während der Behandlung mit Azithromycin ein

plötzliches Schwächegefühl zusammen mit Symptomen wie Gelbfärbung der Haut oder des

Augenweiß, dunklen Urin oder eine vermehrte Blutungsneigung bemerken, beenden Sie die

Behandlung mit Azithromycin und benachrichtigen Sie Ihren Arzt.

wenn Sie zusätzlich Ergotamin (Mutterkornalkaloide) einnehmen (zur Behandlung von Migräne,

siehe auch Abschnitt „Bei Einnahme von Azithromycin-ratiopharm

250 mg mit anderen

Arzneimitteln“).

wenn sich irgendwelche Veränderungen in Ihrem EKG zeigen (QT-Verlängerung)

wenn Sie an Herzbeschwerden leiden (angeborene oder erworbene QT-Verlängerung)

wenn Sie außerdem folgende Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z. B. Amiodaron, Quinidin

oder Disopyramid)

Cisaprid (zur Behandlung von Sodbrennen und Verdauungsstörungen)

Terfenadin (Antiallergikum)

wenn Sie ein gestörtes Elektrolytgleichgewicht, insbesondere niedrige Kalium- und Magnesium-

Spiegel haben.

wenn Sie an verlangsamtem Herzschlag, Herzrhythmusstörungen oder schwerem

Herzversagen leiden.

wenn Sie an einer neurologischen oder psychiatrischen Erkrankung leiden.

wenn eine neue Infektion auftritt (z. B. Pilzinfektion). Im Falle einer solchen Infektion wird Ihr

Arzt die Behandlung mit Azithromycin-ratiopharm

250 mg womöglich beenden.

Während der Behandlung mit ähnlichen Antibiotika wurde eine Erkrankung namens

pseudomembranöse Kolitis (lebensbedrohliche Entzündung des Dickdarms mit schweren und

anhaltenden Durchfällen) berichtet. Wenn Sie zu Beginn der Behandlung mit Azithromycin-

ratiopharm

250 mg Durchfall bemerken, kontaktieren Sie so schnell als möglich Ihren Arzt, da die

Möglichkeit dieser lebensbedrohlichen Erkrankung ausgeschlossen werden muss. Wenn während der

Behandlung mit Azithromycin-ratiopharm

250 mg Durchfall auftritt, dürfen Sie keine Arzneimittel

einnehmen, welche die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen.

Kinder

In der vorliegenden Form als Filmtablette, ist dieses Arzneimittel für Kinder und Jugendliche mit

einem Körpergewicht unter 45 kg nicht geeignet. Für diese Patienten sind andere Darreichungsformen

(z. B. Säfte) verfügbar.

Bei Einnahme von Azithromycin-ratiopharm

250 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Dies ist besonders wichtig, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

Antazida (zur Behandlung der Übersäuerung des Magens). Nehmen Sie Antazida und

Azithromycin-ratiopharm

250 mg nicht zur selben Zeit ein. Azithromycin sollte mindestens eine

Stunde vor oder zwei Stunden nach Antazida eingenommen werden.

Mutterkornalkaloide (zur Behandlung von Migräne). Nehmen Sie Azithromycin-ratiopharm

mg und Mutterkornalkaloide nicht zur selben Zeit ein.

Orale Antikoagulantien vom Cumarin-Typ (blutverdünnende Medikamente). Bei der gleichzeitigen

Anwendung von Azithromycin mit Warfarin oder Phenprocoumon wurde eine erhöhte

Blutungsneigung berichtet. Die Blutungszeit (Prothrombinzeit) sollte deshalb regelmäßig gemessen

werden.

Digoxin (zur Behandlung von Herzinsuffizienz)

Zidovudin, Didanosin (zur Behandlung der HIV-Infektion)

Rifabutin (ein Antibiotikum)

Die gleichzeitige Anwendung von Azithromycin und Rifabutin (Antibiotikum) kann die

Blutspiegel beider Substanzen beeinflussen. Bei Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung mit

Azithromycin und Rifabutin erhielten, wurden Fälle von Neutropenie (eine Verminderung

bestimmter weißer Blutkörperchen) beobachtet.

Theophyllin (zur Behandlung von Asthma)

Amiodaron, Quinidin oder Disopyramid (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)

Ciclosporin (zur Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems)

Terfenadin, Astemizol (zur Behandlung von Allergien)

Cisaprid (zur Anregung der Magen-Darm-Bewegung)

Triazolam, Midazolam (zur Behandlung von Angst-/Spannungszuständen und Schlafstörungen)

Alfentanil (ein Schmerzmedikament und Beruhigungsmittel)

Pimozid (zur Behandlung von Schizophrenie)

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z. B. Amiodaron, Quinidin oder

Disopyramid).

Schwangerschaft und Stillzeit

Azithromycin-ratiopharm

250 mg sollte während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht

eingenommen werden, es sei denn, Ihr Arzt hält dies für zwingend erforderlich.

Nach Beendigung der Behandlung wird empfohlen, zwei Tage lang nicht zu stillen. Anschließend kann

wieder gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Azithromycin-ratiopharm

250 mg kann zu Schläfrigkeit und Krämpfen führen. Vergewissern Sie sich

deshalb, wie dieses Arzneimittel Sie beeinflusst, bevor Sie ein Fahrzeug lenken oder Maschinen

bedienen.

3.

WIE IST Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Azithromycin-ratiopharm

250 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Nehmen Sie die Filmtabletten 1-mal täglich mit ausreichend Flüssigkeit ein. Die Filmtabletten können

unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht über 45 kg, Erwachsene und ältere Patienten

Die Gesamtdosis beträgt 1500 mg Azithromycin und wird über 3 Tage in Form von 2 Filmtabletten

täglich (entspricht 500 mg Azithromycin) eingenommen. Alternativ kann die Gesamtdosis (1500 mg)

auch über 5 Tage eingenommen werden, wobei am ersten Tag 2 Filmtabletten (entspricht 500 mg

Azithromycin) und an den darauffolgenden 4 Tagen jeweils 1 Filmtablette (entspricht 250 mg

Azithromycin) eingenommen wird.

Geschlechtskrankheiten, die durch Erreger, die Chlamydien heißen, verursacht werden

Die Dosierung beträgt 4 Filmtabletten (entspricht 1000 mg Azithromycin) als Einmaldosis.

Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht unter 45 kg

Für diese Patienten steht Azithromycin in anderer Form, z. B. als Saft, zur Verfügung.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 10-80 ml/min) ist keine

Dosisanpassung erforderlich.

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung (GFR < 10 ml/min) ist Vorsicht geboten

(siehe „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin-ratiopharm

250 mg ist

erforderlich“).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion nicht

notwendig. Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion sollten Azithromycin-

ratiopharm

250 mg nicht anwenden (siehe „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin-

ratiopharm

250 mg ist erforderlich“).

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Azithromycin-ratiopharm

250 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Azithromycin-ratiopharm

250 mg eingenommen haben als Sie sollten

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Typische

Anzeichen einer Überdosierung sind vorübergehender Hörverlust, schwere Übelkeit, Erbrechen und

Durchfall.

Wenn Sie die Einnahme von Azithromycin-ratiopharm

250 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen

Sie die nächste Dosis Azithromycin-ratiopharm

250 mg zur gewohnten Zeit ein. Informieren Sie

Ihren Arzt, wenn Sie die Einnahme einzelner Dosen vergessen haben oder irrtümlich eine andere Dosis

eingenommen haben, als Ihnen verschrieben wurde, damit eine mögliche Verschlechterung Ihrer

Erkrankung schnellstmöglich erkannt werden kann.

Wenn Sie die Einnahme von Azithromycin-ratiopharm

250 mg abbrechen

Um einen Rückfall oder eine Verschlechterung Ihres Krankheitszustandes zu vermeiden, sollten Sie

Ihre Tabletten wie von Ihrem Arzt verschrieben bis zum Ende einnehmen, auch, wenn sich Ihre

Beschwerden gebessert haben oder vollständig verschwunden sind. Sprechen Sie deshalb immer mit

Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung mit Azithromycin-ratiopharm

250 mg beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Azithromycin-ratiopharm

250 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei

Ihnen auftritt – Sie benötigen womöglich eine rasche medizinische Behandlung.

Gelegentlich:

Allergische Reaktionen mit Symptomen wie: Juckreiz oder Hautausschlag, Schwellung von

Gesicht, Lippen, Zunge, Körper oder Atembeschwerden. Die Häufigkeit schwerer akuter

allergischer Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen) ist nicht bekannt.

Schwere Hautreaktion, die Stevens-Johnson-Syndrom genannt wird. Anzeichen dafür können sein:

ein roter oder purpurfarbener Hautausschlag, der sich innerhalb von Stunden bis Tagen ausbreitet,

Blasenbildung an Haut und Schleimhäuten, vor allem an Mund, Nase und Augen, Ablösung der

Haut.

Selten:

Schwere Hautreaktionen mit Schwellungen von Haut und Schleimhäuten, sowie großflächige

Ablösung der Haut (Erythema multiforme und toxische epidermale Nekrolyse).

Nierenentzündung oder Nierenversagen, die Anzeichen dafür können sein: vermehrtes nächtliches

Harnlassen, Muskelzuckungen und Krämpfe, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen,

unangenehmer Geschmack im Mund.

Nicht bekannt:

Entzündungen des Dickdarms (Colon) mit Durchfall (manchmal mit Blutbeimengung), Schmerzen

und Fieber.

Es kann zu Leberversagen kommen, die Anzeichen dafür können sein: rasch auftretende Ermüdung

in Kombination mit einer Gelbfärbung der Haut und des Augenweiß (Gelbsucht), dunkler Urin,

vermehrte Blutungsneigung.

Andere Nebenwirkungen:

Sehr häufig:

Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen

Häufig:

Appetitlosigkeit

Sehstörungen

Schwindel, Kopfschmerz, Empfindungsstörungen der Haut, wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl in

Armen und Beinen (Parästhesie), Geschmacksstörungen

Taubheit, Hörstörungen, Tinnitus (Klingelgeräusch in den Ohren)

Erbrechen, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie)

Hautausschlag, Juckreiz

Gelenkschmerzen

Erschöpfung

Veränderungen der Blutzellzahlen (verminderte Lymphozytenzahl, erhöhte Eosinophilenzahl),

verringerter Blutbikarbonatspiegel

Gelegentlich:

Pilzinfektionen (Candidose), Scheideninfektion

Verminderung der Anzahl der weißen Blutzellen (Neutropenie und Leukopenie)

Nervosität

Vermindertes Empfindungsvermögen der Haut (Hypoästhesie), Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit

Herzrasen (Palpitationen)

Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Verstopfung

Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und des Augenweiß)

Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht, Nesselausschlag

Brustschmerz, Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödeme), allgemeines

Krankheitsgefühl, rasche Ermüdung (Asthenie)

Veränderungen der Leberenzyme (erhöhte Aspartat-Aminotransferase, erhöhte Alanin-

Aminotransferase)

Veränderungen im Bluttest (erhöhtes Blutbilirubin, erhöhter Blutharnstoff, erhöhtes Blutkreatinin,

abweichende Blutkaliumwerte).

Selten:

Persönlichkeitsstörung

Delirium (bei älteren Patienten)

Rastlosigkeit/Unruhe, aggressives Verhalten, Angst

Veränderungen der Blutzellzahlen, wie eine verminderte Anzahl von Blutplättchen

(Thrombozytopenie), eine gewisse Art von Anämie (hämolytische Anämie)

Drehschwindel

Veränderte Werte im Leberfunktionstest

Ohnmacht (Synkope), Krampfanfälle

Nicht bekannt:

Hyperaktivität, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns, veränderte Geruchswahrnehmung,

rasche Ermüdung der Muskulatur (Myasthenia gravis)

Herzrhythmusstörungen einschließlich erhöhter Herzschlagrate (ventrikuläre Tachykardie);

mögliches Risiko für Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung und Torsade-Tachykardie), vor allem

bei Patienten, die zu solchen Veränderungen neigen (siehe auch „Besondere Vorsicht bei der Einnahme

von Azithromycin-ratiopharm

250 mg ist erforderlich“).

Verminderter Blutdruck

Verfärbungen der Zunge, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Veränderungen im EKG

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Azithromycin-ratiopharm

250 mg enthält

Der Wirkstoff ist Azithromycin.

Jede Filmtablette enthält 250 mg Azithromycin (als Azithromycin-Monohydrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Calciumhydrogenphosphat, Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose,

Natriumdodecylsulfat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Natriumstearylfumarat

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 6000, Talkum, Titandioxid (E 171)

Wie Azithromycin-ratiopharm

250 mg aussieht und Inhalt der Packung

Weiße oder gebrochen weiße, ovale und gewölbte Filmtablette.

Azithromycin-ratiopharm

250 mg ist in Packungen mit 6 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Azithromycin-ratiopharm

250 mg Filmtabletten

Finnland:

Azithromycin ratiopharm 250 mg tabletti, kalvopäällysteinen

Luxemburg:

Azithromycin-ratiopharm 250 mg Filmtabletten

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im

April 2012

Versionscode: Z05

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Azithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält Azithromycin-Monohydrat, entsprechend 250 mg Azithromycin.

Azithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält Azithromycin-Monohydrat, entsprechend 500 mg Azithromycin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Weiße oder gebrochen weiße, ovale und bikonvexe Filmtablette.

Azithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

Weiße oder gebrochen weiße, ovale und bikonvexe Filmtablette mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Filmtablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Azithromycin ist angezeigt zur Behandlung der folgenden, durch Azithromycin-empfindliche

Bakterien verursachten Infektionen bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen

beta-Laktam-Antibiotika oder wenn beta-Laktam-Antibiotika aus anderen Gründen nicht

geeignet sind (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1):

- Akute bakterielle Sinusitis (adäquat diagnostiziert)

- Akute bakterielle Otitis media (adäquat diagnostiziert)

- Streptokokken-Pharyngitis, -Tonsillitis: Nur in Fällen, in denen einen Erstlinientherapie mit

einem beta-Laktam-Antibiotikum nicht möglich ist oder wenn die Empfindlichkeit von

Streptococcus pyogenes gegen Azithromycin nachgewiesen wurde.

- Akute bakterielle Exazerbation einer chronischen Bronchitis (adäquat diagnostiziert)

- Leichte bis mäßig schwere ambulant erworbene Pneumonie

- Leichte bis mäßig schwere Haut- und Weichteilinfektionen als Alternative, wenn beta-Laktam-

Antibiotika nicht geeignet sind

- unkomplizierte, durch Chlamydia trachomatis verursachte Urethritis und Zervizitis

Bei der Anwendung von Antibiotika sind die Resistenzsituation und die offiziellen/örtlichen

Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakteriell wirksamer Substanzen zu beachten.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Art der Anwendung

Azithromycin-ratiopharm

®

Filmtabletten sind 1-mal täglich einzunehmen. Die Filmtabletten

können unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Dauer der

Behandlung für die einzelnen Infektionen ist nachfolgend beschrieben:

Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht über 45 kg

Die Gesamtdosis beträgt 1500 mg Azithromycin, verteilt über 3 Tage (500 mg 1-mal täglich).

Alternativ kann die Gesamtdosis über 5 Tage (500 mg als Einzeldosis am 1.Tag, gefolgt von 1-

mal täglich 250 mg) eingenommen werden.

Bei unkomplizierter, durch Chlamydia trachomatis verursachter Urethritis und Zervizitis beträgt

die Dosis 1000 mg als Einmaldosis.

Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht unter 45 kg

Die Tabletten sind zur Behandlung dieser Patienten nicht angezeigt. Für diese Patienten stehen

andere Darreichungsformen mit Azithromycin, z. B. Suspensionen zur Verfügung.

Ältere Patienten

Dosisanpassungen sind bei älteren Patienten nicht erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion

(GFR 10-80 ml/min) nicht notwendig. Bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionseinschränkung (GFR < 10 ml/min) ist Vorsicht geboten, da die systemische

Exposition dadurch erhöht sein kann (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht (Child-Pough Klasse A) bis mäßig (Child-Pugh

Klasse B) eingeschränkter Leberfunktion nicht notwendig (siehe Abschnitt 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Die Anwendung dieses Arzneimittels ist bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber

Azithromycin, Erythromycin, jeglichen Makrolid- bzw. Ketolid-Antibiotika oder einen der

sonstigen, in Abschnitt 6.1 aufgelisteten Bestandteile (Liste der sonstigen Bestandteile)

kontraindiziert.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allergische Reaktionen

Wie bei Erythromycin und anderen Makroliden wurden in seltenen Fällen allergische

Reaktionen, einschließlich Angioödem und Anaphylaxie (selten tödlich) berichtet.

Unter Azithromycintherapie traten in manchen Fällen die Symptome erneut auf und erforderten

eine längere Beobachtungs- und Behandlungsdauer.

Eingeschränkte Leberfunktion

Da Azithromycin in der Leber verstoffwechselt wird, sollte die Anwendung von Azithromycin bei

Patienten mit schwerer Lebererkrankung mit Vorsicht durchgeführt werden. Fälle von

fulminanter Hepatitis, die möglicherweise zu lebensbedrohlichem Leberversagen führen kann,

wurden unter Azithromycin berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Einige dieser Patienten hatten

vermutlich eine vorbestehende Lebererkrankung oder hatten andere hepatotoxische

Arzneimittel eingenommen. In Fällen, in denen Anzeichen und Symptome einer

Leberfunktionsstörung, wie ein plötzliches Schwächegefühl in Verbindung mit Gelbsucht,

dunkel gefärbtem Urin, vermehrter Blutungsneigung oder hepatischer Enzephalopathie,

auftreten, sollten umgehend Leberfunktionstests/-untersuchungen durchgeführt werden. Die

Gabe von Azithromyicin sollte beendet werden, wenn eine Störung der Leberfunktion auftritt.

Anwendung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung (GFR < 10 ml/min) wurde eine 33-

prozentige Erhöhung der systemischen Exposition von Azithromycin beobachtet (siehe Abschnitt

5.2).

QT-Verlängerung

Unter Behandlung mit anderen Makroliden kam es zu einer Verlängerung der Repolarisierung

des Herzens und des QT-Intervalls, was ein Risiko für die Entstehung von

Herzrhythmusstörungen und Torsade de pointes darstellt. Da ein ähnlicher Effekt unter der

Behandlung mit Azithromycin bei Patienten mit erhöhtem Risiko für eine Verlängerung der

Repolarisierung des Herzens (siehe Abschnitt 4.8) nicht vollständig ausgeschlossen werden

kann, ist Vorsicht bei der Behandlung folgender Patienten erforderlich:

Patienten mit angeborener oder dokumentierter QT-Verlängerung

Patienten, die gleichzeitig andere Wirkstoffe erhalten, die bekanntermaßen zu einer

Verlängerung des QT-Intervalls führen wie Antiarrhythmika der Klassen IA und III,

Cisaprid und Terfenadin

Patienten mit Störungen des Elektrolythaushaltes, vor allem bei Hypokaliämie und

Hypomagnesiämie

Patienten mit klinisch relevanter Bradykardie, Herzrhythmusstörungen oder schwerer

Herzinsuffizienz.

Sinusitis

Azithromycin ist häufig nicht Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der Sinusitis.

Akute Otitis media

Azithromycin ist häufig nicht Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der akuten Otitis

media.

Pneumonie

Aufgrund zunehmender Resistenz von Streptococcus pneumoniae gegen Makrolide, ist

Azithromycin nicht Mittel der ersten Wahl bei ambulant erworbener Pneumonie. Bei

nosokomialer Pneumonie sollte Azithromycin in Kombination mit weiteren geeigneten

Antibiotika angewendet werden.

Haut- und Weichteilinfektionen

Der Hauptverursacher von Weichteilinfektionen, Staphylococcus aureus, ist häufig resistent

gegen Azithromycin. Daher sollte vor Behandlung von Weichteilinfektionen mit Azithromycin

ein Empfindlichkeitstest durchgeführt werden.

Kreuzresistenz

Aufgrund von Kreuzresistenz zwischen Makroliden, sollte in Gegenden mit hoher Resistenzrate

gegen Erythromycin die Entwicklung von Resistenzen gegen Azithromycin und andere

Antibiotika besonders beachtet werden (siehe Abschnitt 5.1).

Myasthenia gravis

Eine Verschlechterung der Symptome bzw. das Neuauftreten von Myasthenia gravis wurde bei

Patienten unter Azithromycin-Therapie berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Superinfektionen

Auf mögliche Anzeichen einer Superinfektion mit nicht-empfindlichen Erregern wie z. B. Pilzen,

ist zu achten. Bei einer Superinfektion ist unter Umständen eine Unterbrechung der Behandlung

mit Azithromycin und die Einleitung adäquater Maßnahmen notwendig.

Pseudomembranöse Kolitis

Durch Clostridium difficile ausgelöste Durchfälle (CDAD), die Schweregrade von mildem

Durchfall bis zu tödlicher Kolitis umfassen, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von

fast allen Antibiotika, einschließlich Azithromycin, berichtet. Durch die Behandlung mit

Antibiotika wird die normale Darmflora verändert, was zu einem übermäßigen Wachstum von

C. difficile führt.

C. difficile produziert die Toxine A und B, welche zur Entstehung von CDAD beitragen.

Hypertoxin-produzierende Stämme von C. difficile können verstärkt Erkrankungen und

Todesfälle verursachen, da diese Infektionen sehr refraktär gegenüber einer Behandlung mit

Antibiotika sein können und eventuell Kolektomien erforderlich machen. CDAD muss bei allen

Patienten, die nach einer Behandlung mit Antibiotika unter Durchfällen leiden, in Betracht

gezogen werden. Da CDAD Berichten zufolge über zwei Monate nach einer Behandlung mit

Antibiotika auftreten kann, ist eine sorgfältige medizinische Anamnese notwendig.

Orale Antikoagulantien

Bei Patienten unter oralen Antikoagulantien sollte die Prothrombinzeit überwacht werden

(siehe Abschnitt 4.5).

Ergotamin (Mutterkornalkaloide)

Bei Patienten, die Mutterkornalkaloide erhielten, wurde durch die gleichzeitige Anwendung mit

manchen Makrolidantibiotika Ergotismus ausgelöst. Es liegen keine Daten bezüglich der

Wahrscheinlichkeit einer Interaktion zwischen Ergotamin und Azithromycin vor. Dennoch sollte

von einer gleichzeitigen Verabreichung von Mutterkornalkaloiden und Azithromycin, aufgrund

der theoretischen Möglichkeit des Entstehens von Ergotismus, abgesehen werden.

Darreichungsform

Azithromycin-ratiopharm

®

Filmtabletten sind nicht für die Behandlung schwerer Infektionen geeignet,

bei denen schnell eine hohe Konzentration des Antibiotikums im Blut erreicht werden muss.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Antazida

In einer Studie zum Einfluss von gleichzeitig angewendeten Antazida auf die Pharmakokinetik

von Azithromycin wurde, trotz einer Senkung der Spitzenkonzentration von Azithromycin im

Plasma um 25 % insgesamt keine Veränderung der Bioverfügbarkeit beobachtet. Patienten, die

Azithromycin und Antazida erhalten, sollten Azithromycin mindestens 1 Stunde vor oder 2

Stunden nach den Antazida einnehmen.

Cetirizin

Die gleichzeitige Verabreichung einer 5-tägigen Azithromycin-Therapie mit 20 mg Cetirizin im

Steady-state führte bei gesunden Probanden zu keinerlei pharmakokinetischen Interaktionen,

wie auch zu keinen signifikanten Veränderungen im QT-Intervall.

Didanosin (Didesoxyinosin)

Die gleichzeitige Verabreichung von täglich 1200 mg Azithromycin und täglich 400 mg

Didanosin bei 6 HIV-positiven Probanden schien im Vergleich zu Placebo keinen Einfluss auf

die Steady-state Pharmakokinetik von Didanosin zu haben.

Digoxin

Bestimmte Makrolid-Antibiotika können die mikrobielle Metabolisierung von Digoxin im Darm

bei manchen Patienten beeinflussen. Deshalb ist bei Patienten, die gleichzeitig mit

Azithromycin und Digoxin behandelt werden, die Möglichkeit erhöhter Digoxinkonzentrationen

zu berücksichtigen.

Zidovudin

Die einmalige Gabe von 1000 mg Azithromycin und die mehrfache Gabe von 600 mg oder 1200

mg Azithromycin hatte nur einen geringen Einfluss auf die Pharmakokinetik im Plasma und die

renale Ausscheidung von Zidovudin bzw. seines Glucuronid-Metaboliten. Azithromycin erhöhte

jedoch die Konzentration von phosphoryliertem Zidovudin, dem klinisch aktiven Metaboliten, in

peripheren mononuklearen Blutkörperchen. Die klinische Bedeutung dieser Beobachtung ist

unklar, könnte jedoch für den Patienten von Nutzen sein.

CYP3A4-Substrate

Azithromycin zeigt keine signifikanten Interaktionen mit dem Cytochrom P450-System der

Leber. Es ist nicht anzunehmen, dass Azithromycin dieselben pharmakokinetischen

Wechselwirkungen eingeht wie Erythromycin und andere Makrolidantibiotika. Eine Induktion

bzw. Inaktivierung des Cytochrom P450 der Leber durch einen Cytochrom-Metaboliten-

Komplex tritt unter Azithromycin nicht auf.

Auch wenn Azithromycin CYP3A4 scheinbar nicht hemmt, ist bei der Kombination mit Chinidin,

Ciclosporin, Cisaprid, Astemizol, Terfenadin, Ergotalkaloiden, Pimozid und anderen

Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite und CYP3A4-Metabolisierung Vorsicht

angebracht.

Mutterkornalkaloide

Aufgrund der theoretischen Möglichkeit der Entwicklung eines Ergotismus wird die

gleichzeitige Anwendung von Azithromycin mit Derivaten der Mutterkornalkaloide nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Cytochrom P450

Pharmakokinetische Studien zwischen Azithromycin und den folgenden Arzneimitteln, die

bekanntermaßen einem maßgeblich durch Cytochrom P450 vermittelten Stoffwechsel

unterliegen, wurden durchgeführt.

Atorvastatin

Die gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin (10 mg/Tag) und Azithromycin (500 mg/Tag)

veränderte die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin nicht (basierend auf einer

Untersuchung der HMG-CoA-Reduktase-Hemmung).

Carbamazepin

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie an gesunden Probanden konnte keine

signifikante Auswirkung auf die Plasmaspiegel von Carbamazepin oder seinen aktiven

Metaboliten bei Patienten, die gleichzeitig Azithromycin erhielten, beobachtet werden.

Cimetidin

In einer pharmakokinetischen Studie, die die Auswirkungen einer 2 Stunden vor einer

Azithromycingabe verabreichten Einzelgabe von Cimetidin auf die Pharmakokinetik von

Azithromycin untersuchte, wurden keine Veränderungen der Pharmakokinetik von Azithromycin

beobachtet.

Orale Antikoagulanzien vom Cumarintyp

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie an gesunden Probanden beeinflusste

Azithromycin den antikoagulativen Effekt einer 15-mg-Einzelgabe von Warfarin nicht. In der

Postmarketingphase gab es Berichte über eine erhöhte Antikoagulation infolge einer

gleichzeitigen Verabreichung von Azithromycin und oralen Antikoagulanzien vom Cumarintyp.

Obwohl kein ursächlicher Zusammenhang festgestellt werden konnte, sollte bei der

Verabreichung von Azithromycin bei Patienten, die orale Antikoagulanzien vom Cumarintyp

anwenden, eine gesteigerte Überwachung der Prothrombinzeit in Betracht gezogen werden.

Ciclosporin

In einer pharmakokinetischen Studie an gesunden Probanden, die über drei Tage orale Gaben

von 500 mg Azithromycin pro Tag und anschließend eine orale Einzelgabe von 10 mg

Ciclosporin/kg erhielten, waren C

max

und AUC

0-5

von Ciclosporin signifikant erhöht. Folglich

sollte die Entscheidung, diese Arzneimittel gleichzeitig anzuwenden, mit Vorsicht getroffen

werden. Ist eine gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel notwendig, so sollten die

Ciclosporinspiegel überwacht und die Dosis entsprechend angepasst werden.

Cisaprid

Cisaprid wird über CYP3A4 metabolisiert. Da andere Makrolide dieses Enzym hemmen, kann

die gleichzeitige Anwendung von Cisaprid eine Verlängerung des QT-Intervalls, ventrikuläre

Arrhythmien und Torsade de pointes verursachen.

Efavirenz

Die gleichzeitige Verabreichung einer Einzelgabe von 600 mg Azithromycin mit 400 mg

Efavirenz täglich über 7 Tage führte zu keinerlei klinisch signifikanten pharmakokinetischen

Interaktionen.

Fluconazol

Die gleichzeitige Verabreichung einer Einzelgabe von 1200 mg Azithromycin führte zu keinerlei

Veränderungen der Pharmakokinetik einer Einzelgabe von 800 mg Fluconazol. Die

Gesamtverteilung und die Halbwertszeit von Azithromycin wurden durch die gleichzeitige

Anwendung mit Fluconazol nicht verändert, allerdings wurde eine klinisch nicht signifikante

Verringerung der C

max

(18 %) von Azithromycin beobachtet.

Indinavir

Die gleichzeitige Verabreichung einer Einzelgabe von 1200 mg Azithromycin hatte keinerlei

Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Indinavir, welches in Dosen zu 800 mg dreimal

täglich über 5 Tage angewendet wurde.

Methylprednisolon

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie an gesunden Probanden hatte Azithromycin

keine signifikanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Methylprednisolon.

Midazolam

Bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von täglich 500 mg

Azithromycin über drei Tage zu keinerlei signifikanten Veränderungen in der Pharmakokinetik

und Pharmakodynamik einer Einmalgabe von 15 mg Midazolam.

Nelfinavir

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin (1200 mg) und Nelfinavir im Steady-State

(750 mg dreimal täglich) führte zu erhöhten Azithromycinkonzentrationen. Klinisch bedeutsame

Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet, deshalb sind keine Dosisanpassungen notwendig.

Rifabutin

Die gleichzeitige Gabe von Azithromycin und Rifabutin beeinflusste die Serumspiegel beider

Substanzen nicht.

Bei Patienten unter gleichzeitiger Behandlung mit Azithromycin und Rifabutin wurden Fälle

von Neutropenie beobachtet. Obwohl die Neutropenie mit der Anwendung von Rifabutin in

Verbindung gebracht wird, ist ein ursächlicher Zusammenhang mit der Kombination mit

Azithromycin nicht feststellbar (siehe Abschnitt 4.8).

Sildenafil

Es gab keinerlei Anzeichen für Auswirkungen von Azithromycin (500 mg täglich über 3 Tage)

auf die AUC und C

max

von Sildenafil oder seinen zirkulierenden Hauptmetaboliten bei normal

gesunden männlichen Probanden.

Terfenadin

Pharmakokinetische Studien ergaben keinen Hinweis auf eine Wechselwirkung zwischen

Azithromycin und Terfenadin. Es wurden seltene Fälle berichtet, bei denen eine solche

Interaktion nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte; dennoch gab es keinen speziellen

Hinweis darauf, dass es zu einer solchen Interaktion gekommen war.

Theophyllin

Es gibt keinen Hinweis auf eine klinisch relevante pharmakokinetische Interaktion durch die

gleichzeitige Gabe von Azithromycin und Theophyllin bei gesunden Probanden.

Triazolam

Die gleichzeitige Gabe von 500 mg Azithromycin am Tag 1 und 250 mg Azithromycin am Tag 2

mit 0,125 mg Triazolam am Tag 2 hatte, verglichen zu Triazolam plus Placebo, bei 14 gesunden

Probanden keine bedeutsamen Auswirkungen auf eine der pharmakokinetischen Variablen von

Triazolam.

Trimethoprim/Sulfamethoxazol

Die gleichzeitige Verabreichung von Trimethoprim/Sulfamethoxazol (Dosisverhältnis 160

mg/800 mg) über 7 Tage mit 1200 mg Azithromycin am Tag 7 hatte keine signifikanten

Auswirkungen auf Plasmaspitzenkonzentrationen, Gesamtverteilung oder renale Ausscheidung

von Trimethoprim oder Sulfamethoxazol. Die Plasmaspiegel von Azithromycin waren ähnlich

jenen, die in anderen Studien beobachtet wurden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine adäquaten Daten zur Anwendung von Azithromycin bei Schwangeren vor. In

tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität erwies sich Azithromycin als

plazentagängig, jedoch wurden keine teratogenen Effekte beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Die

Sicherheit von Azithromycin wurde im Hinblick auf die Anwendung der aktiven Substanz

während der Schwangerschaft nicht bestätigt. Daher sollte Azithromycin während der

Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist.

Azithromycin geht in die Muttermilch über. Da nicht bekannt ist, ob Azithromycin auf den

gestillten Säugling Nebenwirkungen hat, sollte während der Behandlung abgestillt werden. Bei

dem gestillten Säugling kann es unter anderem zu Diarrhoe, Pilzinfektionen der Schleimhaut

sowie zur Sensibilisierung kommen. Es wird empfohlen, die Milch während und bis 2 Tage nach

Beendigung der Behandlung zu verwerfen. Danach kann wieder gestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Azithromycin Auswirkungen auf die

Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit des Patienten zum Bedienen von Maschinen hat.

4.8

Nebenwirkungen

Die untenstehende Tabelle listet nach Systemorganklassen und Häufigkeit Nebenwirkungen auf,

die aus klinischen Studien und Postmarketing-Beobachtungen stammen. Aus Postmarketing-

Erfahrungen resultierende Nebenwirkungen sind in Kursivschrift angeführt. Die

Häufigkeitsangaben basieren auf folgender Grundlage: Sehr häufig (> 1/10); häufig (> 1/100

bis < 1/10); gelegentlich (> 1/1.000 bis <1/100); selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten

(< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar). Innerhalb der einzelnen Häufigkeiten werden die Nebenwirkungen nach

absteigendem Schweregrad angegeben.

Nebenwirkungen, die möglicherweise bzw. wahrscheinlich mit der Anwendung von

Azithromycin in Zusammenhang stehen, basierend auf Erfahrungen aus klinischen

Untersuchungen sowie Postmarketing-Beobachtungen:

System-Organ-

Klasse

sehr häufig

häufig

gelegentlich

selten

nicht bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Candidiasis,

orale

Candidiasis,

Vaginitis

Pseudomemb

ranöse

Kolitis (siehe

Abschnitt

4.4)

Erkrankungen

des Blutes und

Lymphsystems

Leukopenie,

Neutropenie

Thrombozyto

penie,

hämolytische

Anämie

Erkran-kungen

Immunsystems

Angioödem,

allergische

Reaktionen

Anaphylaktis

che Reaktion

(siehe

Abschnitt

4.4)

Stoff-wechsel-

Ernährungsstöru

ngen

Appetit

vermindert

Psychia-trische

Erkran-kungen

Nervosität

Agitiertheit,

Delirium,

Depersonalisa

tion,

Aggression,

Angst

Erkran-kungen

des Nerven-

systems

Schwindel,

Kopfschmerz,

Paraesthesie,

Geschmackss

törung

Hypoaesthesi

Schläfrigkeit,

Schlaflosigke

Synkope,

Krämpfe

psychomotori

sche

Hyperaktivitä

t, Anosmie,

Ageusie,

Parosmie,

Myasthenia

gravis (siehe

Abschnitt

4.4)

Augen-erkran-

kungen

Sehstörungen

Erkrankungen

des Ohrs und des

Labyrinths

Taubheit

Hörstörungen

, Tinnitus

Vertigo

Herzer-

krankungen

Palpitationen

Torsade de

pointes und

Arrhythmie

(siehe

Abschnitt

4.4)

einschließlich

ventrikuläre

Tachycardie,

QT-

Verlängerung

im EKG

(siehe

Abschnitt

4.4)

Gefäßerkrankun

Blutdruck

vermindert

Erkran-kungen

des Gastro-

intestinal-trakts

Diarrhoe,

abdominale

Beschwerden,

Übelkeit,

Flatulenz

Erbrechen,

Dyspepsie

Gastritis,

Verstopfung

Pankreatitis,

Verfärbung

der Zunge

Leber- und

Gallenerkrankun

Hepatitis,

Aspartat-

aminotransfer

ase erhöht,

Alaninamino-

transferase

erhöht

Leberfunktio

n anomal

Leberversage

n (siehe

Abschnitt

4.4)**,

fulminante

Hepatitis,

Lebernekrose

,

cholestatisch

er Ikterus

Erkrankungen

der Haut und des

Unterhautzellge

webes

Ausschlag,

Juckreiz

Stevens-

Johnson-

Syndrom,

Lichtempfind

lichkeitsreakti

on, Urtikaria

Toxische

epidermale

Nekrolyse,

Erythema

multiforme

Skelettmuskulat

ur-,

Bindegewebs-

Knochenerkrank

ungen

Arthralgie

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Blutharnstoff

erhöht,

Kreatinin im

Blut erhöht

akutes

Nierenversag

en,

interstitielle

Nephritis

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden am

Verabreichungso

Erschöpfung

Brustschmerz

en, Oedeme,

Unwohlsein,

Asthenie

Untersuchungen

Lymphozyten

zahl

verringert,

Eosinophilen

zahl erhöht,

Bicarbonat im

Blut

vermindert

Bilirubin im

Blut erhöht,

Kalium im

Blut anomal

** in seltenen Fällen mit tödlichem Verlauf

4.9

Überdosierung

Die Symptome, die bei einer höheren als der empfohlenen Dosierung auftreten, sind

vergleichbar mit den bekannten Nebenwirkungen unter normaler Dosierung. Im Fall einer

Überdosierung sind bei Bedarf die allgemeinen symptomatischen und unterstützenden

Maßnahmen angezeigt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, Makrolide.

ATC-Code: J01FA10

Azithromycin ist das erste Makrolid-Antibiotikum, das zur Gruppe der Azalide gehört. Das

Molekül wird durch Einfügung eines Stickstoffatoms in den Lactonring von Erythromycin A

gebildet. Die chemische Bezeichnung von Azithromycin lautet 9-Deoxy-9a-aza-9a-methyl-9a-

Homoerythromycin A. Das Molekulargewicht beträgt 749,0.

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Azithromycin beruht auf der Hemmung der Proteinbiosynthese

von Bakterien durch Bindung an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms und Hemmung

der Translokation von Peptiden. Die Wirkung ist hauptsächlich bakteriostatisch.

Verhältnis Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen vom Verhältnis zwischen AUC (area under the curve)

und MHK des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Resistenz gegenüber Azithromycin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Efflux: Eine Resistenz kann durch Erhöhung der Anzahl von Effluxpumpen in der

Zytoplasmamembran hervorgerufen werden, von der ausschließlich 14- und 15-

gliedrige Makrolide betroffen sind (sog. M-Phänotyp).

Veränderung der Zielstruktur: Durch Methylierung der 23S rRNS ist die Affinität zu den

ribosomalen Bindungsstellen verringert, wodurch es zur Resistenz gegenüber

Makroliden (M), Lincosamiden (L) und Streptograminen der Gruppe B (S

B

) kommt

(sog. MLS

B

-Phänotyp).

Die enzymatische Inaktivierung von Makroliden ist nur von untergeordneter klinischer

Bedeutung.

Beim M-Phänotyp liegt eine vollständige Kreuzresistenz von Azithromycin mit Clarithromycin,

Erythromycin bzw. Roxithromycin vor. Beim MLS

B

-Phänotyp besteht zusätzlich Kreuzresistenz

mit Clindamycin und Streptogramin B. Mit dem 16-gliedrigen Makrolid Spiramycin besteht eine

partielle Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Azithromycin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing)

Grenzwerte:

Erreger

Sensibel

Resistent

Staphylococcus spp.

< 1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus spp.

(Gruppen A, B, C, G)

< 0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

< 0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Haemophilus influenzae

< 0,12 mg/l

> 4 mg/l

Moraxella catarrhalis

< 0, 5 mg/l

> 0,5 mg/l

Neisseria gonorrhoeae

< 0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren.

Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Diese Information beinhaltet lediglich

eine ungefähre Richtlinie hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass ein Organismus für

Azithromycin empfindlich ist.

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Mycobacterium avium °

Streptococcus pyogenes

1

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Haemophilus influenzae

$

Moraxella catarrhalis °

Neisseria gonorrhoeae

Andere Mikroorganismen

Chlamydia trachomatis °

Chlamydophila pneumoniae °

Legionella pneumophila °

Mycoplasma pneumoniae°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)

+

Streptococcus agalactiae

Streptococcus pneumoniae

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Escherichia coli

Klebsiella spp.

Pseudomonas aeruginosa

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

$

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

+

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

1 In einigen Studien beträgt die Resistenzrate

10 %.

Weitere Informationen

(Kreuz-)Resistenz

Eine vollständige Kreuzresistenz besteht zwischen Erythromycin, Azithromycin, anderen

Makroliden und Lincosamiden bei Streptococcus pneumoniae, beta-hämolysierenden

Streptokokken der Gruppe A, Enterococcus spp. und Staphylococcus aureus, einschließlich

Methicillin-resistentem S. aureus (MRSA).

Die Induktion einer signifikanten Resistenz ist sowohl in In-vitro- als auch in In-vivo-Modellen

nach 9 subletalen Passagen des Wirkstoffes gekennzeichnet durch einen Anstieg der MHK für S.

pyogenes, H. influenzae und Enterobacteriaceae um

1 Verdünnungsstufe und für S. aureus

um 3 Verdünnungsstufen; in vitro kommt es selten zu einer Resistenzentwicklung durch

Mutation.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Anwendung beträgt die Bioverfügbarkeit von Azithromycin etwa 37 %.

Spitzenkonzentrationen im Plasma werden nach 2-3 Stunden erreicht.

Verteilung

Oral angewendetes Azithromycin wird im ganzen Körper verteilt. In Studien zur

Pharmakokinetik fanden sich im Gewebe erheblich höhere Konzentrationen von Azithromycin

als im Plasma (das bis zu 50fache der maximalen Plasmakonzentration). Dies weist auf eine

hohe Gewebeaffinität von Azithromycin hin (das Verteilungsvolumen im Steady-state beträgt

etwa 31 l/kg). Die 2-3 Stunden nach Einmalgabe von 500 mg Azithromycin beobachtete

maximale Konzentration (C

max

) lag im Mittel bei etwa 0,4 µg/ml. Unter der empfohlenen

Dosierung kommt es nicht zu einer Akkumulation im Serum/Plasma. Im Gewebe, wo die

Konzentrationen wesentlich höher sind als im Serum/Plasma, kommt es zu einer Akkumulation.

Drei Tage nach Gabe von 500 mg Azithromycin als Einzeldosis oder auf mehrere Dosen verteilt

finden sich in Lunge, Prostata, Tonsillen und Serum-Konzentrationen von 1,3-4,8 µg/g, 0,6-2,3

µg/g, 2,0-2,8 µg/g bzw. 0-0,3 µg/ml. Die in peripheren Leukozyten gemessenen mittleren

Spitzenkonzentrationen sind höher als die MHK

90

der häufigsten Erreger.

In experimentellen In-vitro- und In-vivo-Studien akkumuliert Azithromycin in den Phagozyten;

die Freisetzung wird durch aktive Phagozytose gesteigert. In Tiermodellen schien dieser

Prozess zur Akkumulation von Azithromycin im Gewebe beizutragen. Die Bindung von

Azithromycin an Plasmaproteine variiert und liegt in Abhängigkeit von der Serumkonzentration

zwischen 52 % bei 0,05 µg/ml und 18 % bei 0,5 µg/ml.

Metabolismus und Ausscheidung

Die terminale Eliminationshalbwertszeit im Plasma entspricht der Eliminationshalbwertszeit

aus den Geweben von 2 bis 4 Tagen. Bei älteren Probanden (> 65 Jahre) wurden im Vergleich

zu jüngeren Probanden (< 45 Jahre) nach einer 5-Tage-Therapie immer höhere (29 %) AUC-

Werte gemessen. Diese Unterschiede sind jedoch klinisch nicht relevant; eine Dosisanpassung

wird daher nicht empfohlen. Etwa 12 % einer intravenös gegebenen Dosis werden innerhalb

von 3 Tagen unverändert mit dem Urin ausgeschieden, der Hauptanteil in den ersten 24

Stunden. Beim Menschen wurde Azithromycin 2 Tage nach einer 5-Tage-Therapie in der Galle

in Konzentrationen von bis zu 237µg/ml zusammen mit 10 Metaboliten (die durch N- und O-

Demethylierung, Hydroxylierung des Desosamin- und Aglykonringes sowie durch Spaltung des

Cladinosekonjugats gebildet werden) nachgewiesen. Ein Vergleich der HPLC und

mikrobiologischen Bestimmungsmethoden deutet an, dass die Metaboliten von Azithromycin

mikrobiologisch unwirksam sind.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion (glomeruläre

Filtrationsrate 10-80 ml/min) kam es nach einmaliger oraler Gabe von 1 g Azithromycin im

Vergleich zu Nierengesunden (glomeruläre Filtrationsrate > 80 ml/min) zu einem Anstieg der

mittleren C

max

und einer Vergrößerung der mittleren AUC

0-120

um 5,1 % bzw. 4,2 %. Bei

Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion kam es im Vergleich zu

Nierengesunden zu einem Anstieg der mittleren C

max

um 61 % und einer Vergrößerung der

mittleren AUC

0-120

um 35 %.

Leberinsuffizienz

Es gibt keinen Hinweis auf eine ausgeprägte Veränderung der Pharmakokinetik von

Azithromycin im Serum bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion

im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion. Bei diesen Patienten scheint die renale

Clearance zu steigen, möglicherweise als Kompensation für die verminderte hepatische

Clearance.

Ältere Patienten

Bei älteren Männern war die Pharmakokinetik von Azithromycin vergleichbar mit der bei

jüngeren Erwachsenen; bei älteren Frauen wurden höhere Spitzenkonzentrationen (Anstieg um

30-50 %) beobachtet, ohne dass es zu einer bedeutenden Akkumulation kam.

Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik wurde bei Kindern im Alter zwischen 4 Monaten und 15 Jahren

untersucht, die Azithromycin in Form von Kapseln, Granulat oder Suspension erhielten. Bei

einer Dosierung von 10 mg/kg KG an Tag 1, gefolgt von 5 mg/kg KG an den Tagen 2-5 ist die

C

max

mit 224 µg/l bei Kindern im Alter von 0,6-5 Jahren und nach 3 Tagen Behandlung mit 383

µg/l bei Kindern im Alter von 6-15 Jahren etwas niedriger als bei Erwachsenen. Die bei älteren

Kindern beobachtete t

½

von 36 Stunden lag innerhalb des für Erwachsene erwarteten Bereichs.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Tierstudien führte Azithromycin nach Expositionen, die 40fach über der

humantherapeutischen Exposition lagen, zu reversiblen Phospholipidosen; grundsätzlich gab es

jedoch keine mit Azithromycin verbundenen toxikologischen Effekte. Die Bedeutung dieser

Beobachtung für den Menschen bei Anwendung der empfohlenen Azithromycin-Dosis ist nicht

bekannt.

Elektrophysiologische Untersuchungen zeigten, dass Azithromycin das QT-Intervall verlängert.

Es wurden keine Langzeitstudien an Tieren zur Beurteilung des kanzerogenen Potentials

durchgeführt, da der Wirkstoff nur für die Kurzzeitbehandlung indiziert ist, wobei es keine

Anzeichen von Kanzerogenität gab.

In-vivo- und In-vitro-Testmodelle zeigten keinen Hinweis auf mögliche Gen- oder

Chromosomenmutationen.

In Studien zur Embryotoxizität an Mäusen und Ratten wurden bei oraler Gabe von

Azithromycin keine teratogenen Effekte beobachtet. Unter der Gabe von Azithromycin in Dosen

von 100 und 200 mg/kg KG/Tag kam es bei Ratten zu leichten Verzögerungen der Ossifikation

bei den Feten und der Gewichtszunahme des Muttertiers. In peri- und postnatalen Studien

wurden bei Ratten ab einer Dosis von 50 mg/kg KG/Tag leichte Entwicklungsverzögerungen

beobachtet.

Neugeborene Ratten und Hunde zeigten keine größere Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin

als erwachsene Tiere der gleichen Art.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Calciumhydrogenphosphat

Mikrokristalline Cellulose

Hyprolose

Natriumdodecylsulfat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Natriumstearylfumarat

Filmüberzug:

Hypromellose

Macrogol 6000

Talkum

Titandioxid (E171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminium-Blister und PVC/PVDC/Aluminium-Blister.

Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Packung mit 6 Filmtabletten

Azithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

Packung mit 3 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Azithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

63086.00.00

Azithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

63087.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 7. Dezember 2005

Datum der Verlängerung der Zulassung: 19. Januar 2011

10.

STAND DER INFORMATION

April 2012

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen