Azithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Azithromycin-Monohydrat
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift -
INN (Internationale Bezeichnung):
Azithromycin Monohydrate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Azithromycin-Monohydrat 256.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
63090.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Azithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht über 45 kg.

Wirkstoff: Azithromycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Azithromycin AbZ 250 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg beachten?

Wie ist Azithromycin AbZ 250 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Azithromycin AbZ 250 mg aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST Azithromycin AbZ 250 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Azithromycin AbZ 250 mg gehört zur Gruppe der Makrolidantibiotika. Es wird zur Behandlung von

Infektionen verwendet, die durch verschiedene Bakterien und andere Mikroorganismen verursacht

werden, wie:

Infektionen der unteren Atemwege wie Entzündung der Bronchien (Bronchitis) oder

Lungenentzündung, Entzündung der Rachenmandeln, Halsentzündung (Pharyngitis) und

Entzündung der Nasennebenhöhlen

Ohrinfektionen

Haut- und Weichteilinfektionen (wie Abszess oder Furunkel)

Geschlechtskrankheiten, die durch Erreger, die Chlamydien genannt werden, verursacht

werden.

Bei der Anwendung von Antibiotika sind die Resistenzsituation und die offiziellen/örtlichen

Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakteriell wirksamer Substanzen zu beachten.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Azithromycin AbZ 250 mg

BEACHTEN?

Azithromycin AbZ 250 mg darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Azithromycin, Erythromycin oder andere

Antibiotika, die zur Gruppe der sogenannten Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika gehören, sind.

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber einem der sonstigen Bestandteile von

Azithromycin AbZ 250 mg sind (Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6).

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg ist erforderlich

wenn Sie allergisch reagieren. Nehmen Sie keine Tabletten mehr ein und suchen Sie

unverzüglich Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen plötzliches Keuchen, Atemnot, Anschwellen von

Augenlidern, Gesicht oder Lippen, Ausschlag oder Juckreiz auftritt.

wenn Ihre Nierenfunktion schwer eingeschränkt ist. In diesem Falle wird Ihr Arzt

möglicherweise eine Dosisanpassung vornehmen.

wenn Ihre Leberfunktion schwer eingeschränkt ist (besonders, wenn Sie bereits bestehende

Lebererkrankungen haben oder Medikamente einnehmen, welche die Leber beeinflussen). In

diesem Fall sollten Sie Azithromycin AbZ 250 mg nur dann einnehmen, wenn Ihr Arzt dies für

absolut notwendig hält und Ihre Leberfunktion während der Behandlung überwacht wird. Wenn Sie

während der Behandlung mit Azithromycin AbZ 250 mg ein plötzliches Schwächegefühl

zusammen mit Symptomen wie Gelbfärbung der Haut oder des Augenweiß, dunklen Urin oder eine

vermehrte Blutungsneigung bemerken, beenden Sie die Behandlung mit Azithromycin AbZ 250 mg

und benachrichtigen Sie Ihren Arzt.

wenn Sie zusätzlich Ergotamin (Mutterkornalkaloide) einnehmen (zur Behandlung von

Migräne, siehe „Bei Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg mit anderen Arzneimitteln“).

wenn sich irgendwelche Veränderungen in Ihrem EKG zeigen (QT-Verlängerung).

wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden: angeborene oder erworbene QT-Verlängerung,

verlangsamter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen oder schweres Herzversagen.

wenn Sie außerdem folgende Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, bekannt als

Antiarrhythmika der Klasse IA und Klasse III (z. B. Amiodaron, Chinidin, Sotalol,

Disopyramid, Dofetilid oder Procainamid)

Cisaprid (zur Behandlung von Sodbrennen und Verdauungsstörungen)

Terfenadin (Antiallergikum)

Arzneimittel zur Behandlung geistiger Erkrankungen (z. B. Pimozid)

Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (z. B. Citalopram)

Antibiotika aus der Gruppe der Fluoroquinolone (z. B. Moxifloxacin und

Levofloxacin).

wenn Sie ein gestörtes Elektrolytgleichgewicht, insbesondere niedrige Kalium- und

Magnesium-Spiegel haben.

wenn Sie an einer neurologischen oder psychiatrischen Erkrankung leiden.

wenn eine neue Infektion auftritt (z. B. Pilzinfektion). Im Falle einer solchen Infektion wird

Ihr Arzt die Behandlung mit Azithromycin AbZ 250 mg womöglich beenden.

wenn Sie an einer Muskelerkrankung namens Myasthenia gravis (schwere Muskelschwäche)

leiden.

Während der Behandlung mit ähnlichen Antibiotika wurde eine Erkrankung namens

pseudomembranöse Kolitis (lebensbedrohliche Entzündung des Dickdarms mit schweren und

anhaltenden Durchfällen) berichtet. Wenn Sie während der Behandlung mit Azithromycin AbZ 250 mg

Durchfall bemerken, kontaktieren Sie so schnell als möglich Ihren Arzt, da die Möglichkeit dieser

lebensbedrohlichen Erkrankung ausgeschlossen werden muss. Wenn während der Behandlung mit

Azithromycin AbZ 250 mg Durchfall auftritt, dürfen Sie keine Arzneimittel einnehmen, welche die

Darmbewegung (Peristaltik) hemmen.

Kinder

In der vorliegenden Form als Filmtablette, ist dieses Arzneimittel für Kinder und Jugendliche mit

einem Körpergewicht unter 45 kg nicht geeignet. Für diese Patienten sind andere Darreichungsformen

(z. B. Säfte) verfügbar.

Bei Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Dies ist besonders wichtig, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

Antazida (zur Behandlung der Übersäuerung des Magens). Nehmen Sie Antazida und

Azithromycin AbZ 250 mg nicht zur selben Zeit ein. Azithromycin AbZ 250 mg sollte mindestens

eine Stunde vor oder zwei Stunden nach Einnahme eines Antazidums eingenommen werden.

Mutterkornalkaloide (zur Behandlung von Migräne). Nehmen Sie Azithromycin AbZ 250 mg

und Mutterkornalkaloide nicht zur selben Zeit ein.

Orale Antikoagulantien vom Cumarin-Typ (blutverdünnende Medikamente). Bei der

gleichzeitigen Anwendung von Azithromycin mit Warfarin oder Phenprocoumon wurde eine

erhöhte Blutungsneigung berichtet. Die Blutungszeit (Prothrombinzeit) sollte deshalb regelmäßig

gemessen werden.

Digoxin (zur Behandlung von Herzinsuffizienz) und andere Arzneimittel, die das körpereigene

Eiweiß P-Glycoprotein hemmen.

Zidovudin (zur Behandlung der HIV-Infektion)

Rifabutin (ein Antibiotikum). Bei Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung mit

Azithromycin und Rifabutin erhielten, wurden Fälle von Neutropenie (eine Verminderung

bestimmter weißer Blutkörperchen) beobachtet.

Atorvastatin (zur Senkung von Blutfetten). Die gleichzeitige Anwendung von Azithromycin

mit Atorvastatin wurde mit einem erhöhten Risiko für Muskelfaserzerfall (Rhabdomyolyse) in

Zusammenhang gebracht, der zu Muskelschmerzen und Dunkelfärbung des Urins führen kann.

Ciclosporin (zur Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems).

Cisaprid (zur Anregung der Magen-Darm-Bewegung)

Arzneimittel, die bei gleichzeitiger Anwendung mit Azithromycin AbZ 250 mg

Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung) hervorrufen können (z. B. Citalopram, Pimozide,

Cisapride, Amiodaron, Chinidin, Sotalol, Disopyramid, Dofetilide, Procainamide, Terfenadine,

Astemizole, Moxifloxacin und Levofloxacin) (siehe „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von

Azithromycin AbZ 250 mg ist erforderlich“).

Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Anwendung von Azithromycin in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Informationen

vor. Deshalb sollte Azithromycin während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei

denn, Ihr Arzt hält dies für zwingend erforderlich.

Azithromycin tritt in die Muttermilch über. Nehmen Sie daher Azithromycin während der Stillzeit nur

ein, wenn Ihr Arzt dies ausdrücklich empfohlen hat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Azithromycin AbZ 250 mg Auswirkungen auf die

Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.

3.

WIE IST Azithromycin AbZ 250 mg EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Azithromycin AbZ 250 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Nehmen Sie die Filmtabletten 1-mal täglich mit ausreichend Flüssigkeit ein. Die Filmtabletten können

unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht über 45 kg, Erwachsene

Die Gesamtdosis beträgt 1.500 mg Azithromycin und wird über 3 Tage in Form von 2 Filmtabletten

täglich (entspricht 500 mg Azithromycin) eingenommen. Alternativ kann die Gesamtdosis (1.500 mg)

auch über 5 Tage eingenommen werden, wobei am ersten Tag 2 Filmtabletten (entspricht 500 mg

Azithromycin) und an den darauffolgenden 4 Tagen jeweils 1 Filmtablette (entspricht 250 mg

Azithromycin) eingenommen wird.

Geschlechtskrankheiten, die durch Erreger, die Chlamydien heißen, verursacht werden

Die Dosierung beträgt 4 Filmtabletten (entspricht 1.000 mg Azithromycin) als Einmaldosis.

Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht unter 45 kg

Für diese Patienten steht Azithromycin in anderer Form, z. B. als Saft, zur Verfügung.

Ältere Patienten

Älteren Patienten kann die gleiche Dosierung wie Erwachsenen gegeben werden. Es ist zu beachten,

dass sie möglicherweise anfälliger für Herzproblemen sein können (siehe „Besondere Vorsicht bei der

Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg ist erforderlich“)

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 10-80 ml/min) ist keine

Dosisanpassung erforderlich.

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung (GFR < 10 ml/min) ist Vorsicht geboten

(siehe „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg ist erforderlich“).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion nicht

notwendig. Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion sollten Azithromycin AbZ 250

mg nicht anwenden (siehe „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg ist

erforderlich“).

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Azithromycin AbZ 250 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Azithromycin AbZ 250 mg eingenommen haben als Sie sollten

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Typische

Anzeichen einer Überdosierung sind vorübergehender Hörverlust, schwere Übelkeit, Erbrechen und

Durchfall.

Wenn Sie die Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen

Sie die nächste Dosis Azithromycin AbZ 250 mg zur gewohnten Zeit ein. Informieren Sie Ihren Arzt,

wenn Sie die Einnahme einzelner Dosen vergessen haben oder irrtümlich eine andere Dosis

eingenommen haben, als Ihnen verschrieben wurde, damit eine mögliche Verschlechterung Ihrer

Erkrankung schnellstmöglich erkannt werden kann.

Wenn Sie die Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg abbrechen

Um einen Rückfall oder eine Verschlechterung Ihres Krankheitszustandes zu vermeiden, sollten Sie

Ihre Tabletten wie von Ihrem Arzt verschrieben bis zum Ende einnehmen, auch, wenn sich Ihre

Beschwerden gebessert haben oder vollständig verschwunden sind. Sprechen Sie deshalb immer mit

Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung mit Azithromycin AbZ 250 mg beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Azithromycin AbZ 250 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei

Ihnen auftritt – Sie benötigen womöglich eine rasche medizinische Behandlung.

Gelegentlich:

Allergische Reaktionen mit Symptomen wie: Juckreiz oder Hautausschlag, Schwellung von

Gesicht, Lippen, Zunge, Körper oder Atembeschwerden. Die Häufigkeit schwerer akuter

allergischer Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen) ist nicht bekannt

Selten:

Gelbfärbung der Haut und der Bindehaut der Augen (Cholestatischer Ikterus)

Nicht bekannt:

Entzündungen des Dickdarms (Colon) mit Durchfall (manchmal mit Blutbeimengung),

Schmerzen und Fieber

schwere Leberstörungen oder Leberversagen können auftreten. Anzeichen dafür können sein:

rasch auftretende Ermüdung in Kombination mit einer Gelbfärbung der Haut und des Augenweiß

(Gelbsucht), dunkler Urin, vermehrte Blutungsneigung

Schwere Hautreaktion, die Stevens-Johnson-Syndrom genannt wird. Anzeichen dafür können

sein: ein roter oder purpurfarbener Hautausschlag, der sich innerhalb von Stunden bis Tagen

ausbreitet, Blasenbildung an Haut und Schleimhäuten, vor allem an Mund, Nase und Augen,

Ablösung der Haut

Schwere Hautreaktionen mit Schwellungen von Haut und Schleimhäuten, sowie großflächige

Ablösung der Haut (Erythema multiforme und toxische epidermale Nekrolyse)

Nierenentzündung oder Nierenversagen, die Anzeichen dafür können sein: vermehrtes

nächtliches Harnlassen, Muskelzuckungen und Krämpfe, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder

Erbrechen, unangenehmer Geschmack im Mund

Andere Nebenwirkungen:

Sehr häufig:

Durchfall

Häufig:

Kopfschmerz

Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit

Veränderungen der Blutzellzahlen (verminderte Lymphozytenzahl, erhöhte Eosinophilenzahl,

erhöhte Basophilenzahl, erhöhte Monozytenzahl, erhöhte Neutrophilenzahl), verringerter

Blutbikarbonatspiegel

Gelegentlich:

Pilzinfektionen (Candidose), Scheideninfektion, Lungenentzündung, bakterielle Infektion,

Entzündung des Rachens, Entzündung der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes,

Atemwegserkrankungen, Schnupfen, Pilzinfektion der Mundhöhle

Verminderung der Anzahl der weißen Blutzellen (Neutropenie und Leukopenie), Vermehrung

bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie)

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Nervosität, Schlaflosigkeit

Benommenheit, Schläfrigkeit, Geschmacksstörungen, Empfindungsstörungen der Haut wie

Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen und Beinen (Parästhesie)

Sehstörungen

Ohrerkrankung, Drehschwindel (Vertigo)

Herzrasen oder Herzklopfen (Palpitationen)

Hitzeschübe mit Rötung des Gesichts, Hals oder Brustbereichs (Hitzewallung)

Atemnot, Nasenbluten

Verstopfung, Blähungen, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie), Entzündung der

Magenschleimhaut (Gastritis), Schluckstörungen, aufgeblähter Bauch, trockener Mund, Aufstoßen,

Geschwüre im Mund, vermehrte Speichelsekretion

Leberentzündung (Hepatitis)

Hautausschlag, Juckreiz, Nesselausschlag (Urtikaria), Entzündung der Haut, trockene Haut,

übermäßige Schweißproduktion

Gelenkentzündung (Arthrose), Muskelschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen

Nierenschmerzen, erschwerte oder schmerzhafte Blasenentleerung

Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus, Funktionsstörung der Hoden

Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödeme), Schwellungen im Gesicht

(Gesichtsödem) oder an Händen, Füßen und Beinen (periphere Ödeme), Müdigkeit, Erschöpfung

(Asthenie), allgemeines Krankheitsgefühl, übermäßige Schläfrigkeit, Schmerzen in der Brust,

Fieber, Schmerzen

Veränderungen der Leberenzyme (erhöhte Aspartat-Aminotransferase, erhöhte Alanin-

Aminotransferase), Veränderungen in Bluttests (erhöhtes Blutbilirubin, erhöhter Blutharnstoff,

erhöhtes Blutkreatinin, abweichende Blutkaliumwerte, alkalische Phosphatase erhöht, Chlorid

erhöht, Glukose erhöht, Blutplättchen (Thrombozyten) erhöht, Hämatokrit erniedrigt, Bicarbonat

erhöht, abweichende Blutnatriumwerte)

Komplikationen nach einem Eingriff

Selten:

Persönlichkeitsstörung

Rastlosigkeit/Unruhe

Veränderte Werte in Leberfunktionstests

erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht

Nicht bekannt:

Veränderungen der Blutzellzahlen, wie eine verminderte Anzahl von Blutplättchen

(Thrombozytopenie), die wichtig für die Blutgerinnung sind und ein Untergang roter Blutzellen

(hämolytische Anämie), der zu Blässe, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen und Benommenheit führen

kann

aggressives Verhalten, Angst, Delirium, Sehen und Hören von Dingen, die nicht vorhanden

sind (Halluzination)

Ohnmacht (Synkope), Krampfanfälle, vermindertes Empfindungsvermögen der Haut

(Hypästhesie)

Hyperaktivität, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns, veränderte

Geruchswahrnehmung, rasche Ermüdung der Muskulatur (Myasthenia gravis)

Hörstörungen einschließlich Taubheit und/oder Klingelgeräusch in den Ohren (Tinnitus)

Herzrhythmusstörungen einschließlich erhöhter Herzschlagrate (ventrikuläre Tachykardie); es

besteht ein Risiko für Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung und Torsade-Tachykardie), vor

allem bei Patienten, die zu solchen Veränderungen neigen (siehe „Besondere Vorsicht bei der

Einnahme von Azithromycin AbZ 250 mg ist erforderlich“)

Verminderter Blutdruck

Verfärbungen der Zunge, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Gelenkschmerzen

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über die nachfolgend genannte Adresse anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

5.

WIE IST Azithromycin AbZ 250 mg AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Azithromycin AbZ 250 mg enthält

Der Wirkstoff ist Azithromycin.

Jede Filmtablette enthält 250 mg Azithromycin (als Azithromycin-Monohydrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Calciumhydrogenphosphat, Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose,

Natriumdodecylsulfat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Natriumstearylfumarat

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 6000, Talkum, Titandioxid (E 171)

Wie Azithromycin AbZ 250 mg aussieht und Inhalt der Packung

Weiße oder gebrochen weiße, ovale und gewölbte Filmtablette.

Azithromycin AbZ 250 mg ist in Packungen mit 6 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

AbZ-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im

Mai 2013

AbZ-Pharma wünscht Ihnen gute Besserung!

Versionscode: Z07

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Azithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Azithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Azithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält Azithromycin-Monohydrat, entsprechend 250 mg Azithromycin.

Azithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält Azithromycin-Monohydrat, entsprechend 500 mg Azithromycin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Azithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Weiße oder gebrochen weiße, ovale und bikonvexe Filmtablette.

Azithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Weiße oder gebrochen weiße, ovale und bikonvexe Filmtablette mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Filmtablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Azithromycin ist angezeigt zur Behandlung der folgenden, durch Azithromycin-empfindliche

Bakterien verursachten Infektionen bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen

beta-Laktam-Antibiotika oder wenn beta-Laktam-Antibiotika aus anderen Gründen nicht

geeignet sind (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1):

- Akute bakterielle Sinusitis (adäquat diagnostiziert)

- Akute bakterielle Otitis media (adäquat diagnostiziert)

- Streptokokken-Pharyngitis, -Tonsillitis: Nur in Fällen, in denen einen Erstlinientherapie mit

einem beta-Laktam-Antibiotikum nicht möglich ist oder wenn die Empfindlichkeit von

Streptococcus pyogenes gegen Azithromycin nachgewiesen wurde.

- Akute bakterielle Exazerbation einer chronischen Bronchitis (adäquat diagnostiziert)

- Leichte bis mäßig schwere ambulant erworbene Pneumonie

- Leichte bis mäßig schwere Haut- und Weichteilinfektionen als Alternative, wenn beta-Laktam-

Antibiotika nicht geeignet sind

- Unkomplizierte, durch Chlamydia trachomatis verursachte Urethritis und Zervizitis

Bei der Anwendung von Antibiotika sind die Resistenzsituation und die offiziellen/örtlichen

Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakteriell wirksamer Substanzen zu beachten.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Art der Anwendung

Azithromycin AbZ Filmtabletten sind 1-mal täglich einzunehmen. Die Filmtabletten können

unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Dauer der Behandlung für

die einzelnen Infektionen ist nachfolgend beschrieben:

Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht über 45 kg

Die Gesamtdosis beträgt 1500 mg Azithromycin, verteilt über 3 Tage (500 mg 1-mal täglich).

Alternativ kann die Gesamtdosis über 5 Tage (500 mg als Einzeldosis am 1.Tag, gefolgt von 1-

mal täglich 250 mg) eingenommen werden.

Bei unkomplizierter, durch Chlamydia trachomatis verursachter Urethritis und Zervizitis beträgt

die Dosis 1000 mg als Einmaldosis.

Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht unter 45 kg

Die Tabletten sind zur Behandlung dieser Patienten nicht angezeigt. Für diese Patienten stehen

andere Darreichungsformen mit Azithromycin, z. B. Suspensionen zur Verfügung.

Ältere Patienten

Älteren Patienten kann die gleiche Dosierung wie Erwachsenen gegeben werden.

Da ältere Patienten eine Prädisposition für Arrhythmien aufweisen können, ist besondere

Vorsicht geboten, da ein Risiko für die Entstehung von kardialen Arrhythmien und Torsade de

Pointes besteht (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion

(GFR 10-80 ml/min) nicht notwendig. Bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionseinschränkung (GFR < 10 ml/min) ist Vorsicht geboten, da die systemische

Exposition dadurch erhöht sein kann (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht (Child-Pough Klasse A) bis mäßig (Child-

Pough Klasse B) eingeschränkter Leberfunktion nicht notwendig (siehe Abschnitt 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Die Anwendung dieses Arzneimittels ist bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber

Azithromycin, Erythromycin, jeglichen Makrolid- bzw. Ketolid-Antibiotika oder einen der

sonstigen, in Abschnitt 6.1 aufgelisteten Bestandteile (Liste der sonstigen Bestandteile)

kontraindiziert.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allergische Reaktionen

Wie bei Erythromycin und anderen Makroliden wurden in seltenen Fällen schwerwiegende

allergische Reaktionen, einschließlich Angioödem und Anaphylaxie (selten tödlich) berichtet.

Unter Azithromycintherapie traten in manchen Fällen die Symptome erneut auf und erforderten

eine längere Beobachtungs- und Behandlungsdauer.

Eingeschränkte Leberfunktion

Da Azithromycin hauptsächlich über die Leber verstoffwechselt wird, sollte die Anwendung von

Azithromycin bei Patienten mit schwerer Lebererkrankung mit Vorsicht durchgeführt werden.

Fälle von fulminanter Hepatitis, die möglicherweise zu lebensbedrohlichem Leberversagen

führen kann, wurden unter Azithromycin berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Einige dieser Patienten

hatten vermutlich eine vorbestehende Lebererkrankung oder hatten andere hepatotoxische

Arzneimittel eingenommen.

In Fällen, in denen Anzeichen und Symptome einer Leberfunktionsstörung, wie ein plötzliches

Schwächegefühl in Verbindung mit Gelbsucht, dunkel gefärbtem Urin, vermehrter

Blutungsneigung oder hepatischer Enzephalopathie, auftreten, sollten umgehend

Leberfunktionstests/-untersuchungen durchgeführt werden. Die Gabe von Azithromycin sollte

beendet werden, wenn eine Störung der Leberfunktion auftritt.

Ergotamin (Mutterkornalkaloide)

Bei Patienten, die Mutterkornalkaloide erhielten, wurde durch die gleichzeitige Anwendung mit

manchen Makrolidantibiotika Ergotismus ausgelöst. Es liegen keine Daten bezüglich der

Wahrscheinlichkeit einer Interaktion zwischen Ergotamin und Azithromycin vor. Dennoch sollte

von einer gleichzeitigen Verabreichung von Mutterkornalkaloiden und Azithromycin aufgrund

der theoretischen Möglichkeit des Entstehens von Ergotismus abgesehen werden.

Superinfektionen

Wie bei allen Antibiotika ist auf mögliche Anzeichen einer Superinfektion mit nicht-

empfindlichen Erregern einschließlich Pilzen zu achten. Eine Superinfektion kann unter

Umständen eine Unterbrechung der Behandlung mit Azithromycin und die Einleitung adäquater

Maßnahmen erfordern.

Pseudomembranöse Kolitis

Durch Clostridium difficile ausgelöste Durchfälle (CDAD), die Schweregrade von mildem

Durchfall bis zu tödlicher Kolitis umfassen, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von

fast allen Antibiotika, einschließlich Azithromycin, berichtet. Durch die Behandlung mit

Antibiotika wird die normale Darmflora verändert, was zu einem übermäßigen Wachstum von

C. difficile führt.

C. difficile produziert die Toxine A und B, welche zur Entstehung von CDAD beitragen.

Hypertoxin-produzierende Stämme von C. difficile können verstärkt Erkrankungen und

Todesfälle verursachen, da diese Infektionen refraktär gegenüber einer Behandlung mit

Antibiotika sein können und eventuell Kolektomien erforderlich machen. CDAD muss bei allen

Patienten, die nach einer Behandlung mit Antibiotika unter Durchfällen leiden, in Betracht

gezogen werden. Da CDAD Berichten zufolge über zwei Monate nach einer Behandlung mit

Antibiotika auftreten kann, ist eine sorgfältige medizinische Anamnese notwendig.

Anwendung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung (GFR < 10 ml/min) wurde eine 33-

prozentige Erhöhung der systemischen Exposition von Azithromycin beobachtet (siehe Abschnitt

5.2).

QT-Verlängerung

Unter Behandlung mit anderen Makroliden einschließlich Azithromycin kam es zu einer

Verlängerung der Repolarisierung des Herzens und des QT-Intervalls, was ein Risiko für die

Entstehung von Herzrhythmusstörungen und Torsade de Pointes darstellt (siehe Abschnitt 4.8).

Da folgende Fälle mit einem erhöhten Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (einschließlich

Torsade de Pointes) verbunden sind, die zum Herzstillstand führen können, sollte Azithromycin

bei Patienten mit bestehender Prädisposition für Arrhythmien (vor allem Frauen und ältere

Patienten) mit Vorsicht angewendet werden. Dies gilt für Patienten

- mit angeborener oder dokumentierter QT-Verlängerung;

- die gleichzeitig andere Wirkstoffe erhalten, welche bekanntermaßen zu einer

Verlängerung des QT-Intervalls führen, wie Antiarrhythmika der Klasse IA (Chinidin

und Procainamid) und Klasse III (Dofetilid, Amiodaron and Sotalol), Cisaprid und

Terfenadin; Antipsychotika wie Pimozid; Antidepressiva wie Citalopram und

Fluorochinolone wie Moxifloxacin und Levofloxacin;

- mit Störungen des Elektrolythaushaltes, vor allem bei Hypokaliämie und

Hypomagnesiämie;

- mit klinisch relevanter Bradykardie, Herzrhythmusstörungen oder schwerer

Herzinsuffizienz.

Sinusitis

Azithromycin ist häufig nicht Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der Sinusitis.

Akute Otitis media

Azithromycin ist häufig nicht Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der akuten Otitis

media.

Pneumonie

Aufgrund zunehmender Resistenz von Streptococcus pneumoniae gegen Makrolide, ist

Azithromycin nicht Mittel der ersten Wahl bei ambulant erworbener Pneumonie. Bei

nosokomialer Pneumonie sollte Azithromycin in Kombination mit weiteren geeigneten

Antibiotika angewendet werden.

Haut- und Weichteilinfektionen

Der Hauptverursacher von Weichteilinfektionen, Staphylococcus aureus, ist häufig resistent

gegen Azithromycin. Daher sollte vor Behandlung von Weichteilinfektionen mit Azithromycin

ein Empfindlichkeitstest durchgeführt werden.

Kreuzresistenz

Aufgrund von Kreuzresistenz zwischen Makroliden, sollte in Gegenden mit hoher Resistenzrate

gegen Erythromycin die Entwicklung von Resistenzen gegen Azithromycin und andere

Antibiotika besonders beachtet werden (siehe Abschnitt 5.1).

Myasthenia gravis

Eine Verschlechterung der Symptome bzw. das Neuauftreten von Myasthenia gravis wurde bei

Patienten unter Azithromycin-Therapie berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Orale Antikoagulantien

Bei Patienten unter oralen Antikoagulantien sollte die Prothrombinzeit überwacht werden

(siehe Abschnitt 4.5).

MAK-Infektionen

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei der Prävention oder Behandlung einer MAK

(Mycobacterium avium-Komplex)-Infektion bei Kindern wurde nicht nachgewiesen.

Darreichungsform

Azithromycin AbZ Filmtabletten sind nicht für die Behandlung schwerer Infektionen geeignet,

bei denen schnell eine hohe Konzentration des Antibiotikums im Blut erreicht werden muss.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Antazida

In einer pharmakokinetischen Studie zur Auswirkung einer gleichzeitigen Gabe von Antazida

und Azithromycin wurde insgesamt keine Auswirkung auf die Bioverfügbarkeit beobachtet,

obwohl die maximalen Serumspiegel um etwa 25% erniedrigt waren. Bei Patienten, die sowohl

Azithromycin als auch Antazida erhalten, sollten beide Arzneimittel nicht zeitgleich

eingenommen werden. Azithromycin sollte mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem

Antazidum eingenommen werden. Die gleichzeitige Gabe von Azithromycin Retardgranulat zur

Herstellung einer Suspension zum Einnehmen mit einer Einzeldosis von 20 ml Co-Magaldrox

(Aluminiumhydroxid und Magnesiumhydroxid) hatte keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit

und das Ausmaß der Resorption von Azithromycin.

Cetirizin

Die gleichzeitige Verabreichung einer 5-tägigen Azithromycin-Therapie mit 20 mg Cetirizin im

Steady state führte bei gesunden Probanden zu keinerlei pharmakokinetischen Interaktionen,

wie auch zu keinen signifikanten Veränderungen im QT-Intervall.

Didanosin (Didesoxyinosin)

Die gleichzeitige Verabreichung von täglich 1.200 mg Azithromycin und täglich 400 mg

Didanosin bei 6 HIV-positiven Probanden schien im Vergleich zu Placebo keinen Einfluss auf

die Steady-state-Pharmakokinetik von Didanosin zu haben.

Digoxin (P-gp-Substrate)

Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige Gabe von Makrolid-Antibiotika einschließlich

Azithromycin, mit Substraten des P-Glycoproteins wie Digoxin zu erhöhten Serumspiegeln des

P-Glycoprotein-Substrats führt. Wenn Azithromycin gleichzeitig mit P-Glycoprotein-Substraten

wie Digoxin verabreicht wird, muss die Möglichkeit höherer Serumkonzentrationen der

Substrate berücksichtigt werden.

Zidovudin

Die einmalige Gabe von 1.000 mg Azithromycin und die mehrfache Gabe von 600 mg oder

1.200 mg Azithromycin hatte nur einen geringen Einfluss auf die Pharmakokinetik im Plasma

und die renale Ausscheidung von Zidovudin bzw. seines Glucuronid-Metaboliten. Azithromycin

erhöhte jedoch die Konzentration von phosphoryliertem Zidovudin, dem klinisch aktiven

Metaboliten, in peripheren mononuklearen Blutkörperchen. Die klinische Bedeutung dieser

Beobachtung ist unklar, könnte jedoch für den Patienten von Nutzen sein.

CYP3A4-Substrate

Azithromycin zeigt keine signifikanten Interaktionen mit dem Cytochrom P450-System der

Leber. Es ist nicht anzunehmen, dass Azithromycin dieselben pharmakokinetischen

Wechselwirkungen eingeht wie Erythromycin und andere Makrolidantibiotika. Eine Induktion

bzw. Inaktivierung des Cytochrom P450 der Leber durch einen Cytochrom-Metaboliten-

Komplex tritt unter Azithromycin nicht auf.

Auch wenn Azithromycin CYP3A4 scheinbar nicht hemmt, ist bei der Kombination mit Chinidin,

Ciclosporin, Cisaprid, Astemizol, Terfenadin, Ergotalkaloiden, Pimozid und anderen

Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite und CYP3A4-Metabolisierung Vorsicht

angebracht.

Mutterkornalkaloide

Aufgrund der theoretischen Möglichkeit der Entwicklung eines Ergotismus wird die

gleichzeitige Anwendung von Azithromycin mit Derivaten der Mutterkornalkaloide nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Cytochrom P450

Pharmakokinetische Studien zwischen Azithromycin und den folgenden Arzneimitteln, die

bekanntermaßen einem maßgeblich durch Cytochrom P450 vermittelten Stoffwechsel

unterliegen, wurden durchgeführt.

Atorvastatin

Die gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin (10 mg/Tag) und Azithromycin (500 mg/Tag)

veränderte die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin nicht (basierend auf einer

Untersuchung der HMG-CoA-Reduktase-Hemmung). Nach der Markteinführung wurden jedoch

Fälle von Rhabdomyolyse bei Patienten berichtet, die Azithromycin zusammen mit Statinen

erhielten.

Carbamazepin

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie an gesunden Probanden konnte keine

signifikante Auswirkung auf die Plasmaspiegel von Carbamazepin oder seinen aktiven

Metaboliten bei Patienten, die gleichzeitig Azithromycin erhielten, beobachtet werden.

Cimetidin

In einer pharmakokinetischen Studie, die die Auswirkungen einer 2 Stunden vor einer

Azithromycingabe verabreichten Einzelgabe von Cimetidin auf die Pharmakokinetik von

Azithromycin untersuchte, wurden keine Veränderungen der Pharmakokinetik von Azithromycin

beobachtet.

Orale Antikoagulanzien vom Cumarintyp

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie an gesunden Probanden beeinflusste

Azithromycin den antikoagulativen Effekt einer 15-mg-Einzelgabe von Warfarin nicht. In der

Postmarketingphase gab es Berichte über eine erhöhte Antikoagulation infolge einer

gleichzeitigen Verabreichung von Azithromycin und oralen Antikoagulanzien vom Cumarintyp.

Obwohl kein ursächlicher Zusammenhang festgestellt werden konnte, sollte bei der

Verabreichung von Azithromycin bei Patienten, die orale Antikoagulanzien vom Cumarintyp

anwenden, eine gesteigerte Überwachung der Prothrombinzeit in Betracht gezogen werden.

Ciclosporin

In einer pharmakokinetischen Studie an gesunden Probanden, die über drei Tage orale Gaben

von 500 mg Azithromycin pro Tag und anschließend eine orale Einzelgabe von 10 mg

Ciclosporin/kg erhielten, waren C

max

und AUC

0-5

von Ciclosporin signifikant erhöht. Folglich

sollte die Entscheidung, diese Arzneimittel gleichzeitig anzuwenden, mit Vorsicht getroffen

werden. Ist eine gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel notwendig, so sollten die

Ciclosporinspiegel überwacht und die Dosis entsprechend angepasst werden.

Cisaprid

Cisaprid wird über CYP3A4 metabolisiert. Da andere Makrolide dieses Enzym hemmen, kann

die gleichzeitige Anwendung von Cisaprid eine Verlängerung des QT-Intervalls, ventrikuläre

Arrhythmien und Torsade de Pointes verursachen.

Efavirenz

Die gleichzeitige Verabreichung einer Einzelgabe von 600 mg Azithromycin mit 400 mg

Efavirenz täglich über 7 Tage führte zu keinerlei klinisch signifikanten pharmakokinetischen

Interaktionen.

Fluconazol

Die gleichzeitige Verabreichung einer Einzelgabe von 1.200 mg Azithromycin führte zu

keinerlei Veränderungen der Pharmakokinetik einer Einzelgabe von 800 mg Fluconazol. Die

Gesamtverteilung und die Halbwertszeit von Azithromycin wurden durch die gleichzeitige

Anwendung mit Fluconazol nicht verändert, allerdings wurde eine klinisch nicht signifikante

Verringerung der C

max

(18%) von Azithromycin beobachtet.

Indinavir

Die gleichzeitige Verabreichung einer Einzelgabe von 1.200 mg Azithromycin hatte keinerlei

Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Indinavir, welches in Dosen zu 800 mg dreimal

täglich über 5 Tage angewendet wurde.

Methylprednisolon

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie an gesunden Probanden hatte Azithromycin

keine signifikanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Methylprednisolon.

Midazolam

Bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von täglich 500 mg

Azithromycin über drei Tage zu keinerlei signifikanten Veränderungen in der Pharmakokinetik

und Pharmakodynamik einer Einmalgabe von 15 mg Midazolam.

Nelfinavir

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin (1.200 mg) und Nelfinavir im Steady State

(750 mg dreimal täglich) führte zu erhöhten Azithromycinkonzentrationen. Klinisch bedeutsame

Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet, deshalb sind keine Dosisanpassungen notwendig.

Rifabutin

Die gleichzeitige Gabe von Azithromycin und Rifabutin beeinflusste die Serumspiegel beider

Substanzen nicht.

Bei Patienten unter gleichzeitiger Behandlung mit Azithromycin und Rifabutin wurden Fälle

von Neutropenie beobachtet. Obwohl die Neutropenie mit der Anwendung von Rifabutin in

Verbindung gebracht wird, ist ein ursächlicher Zusammenhang mit der Kombination mit

Azithromycin nicht feststellbar (siehe Abschnitt 4.8).

Sildenafil

Es gab keinerlei Anzeichen für Auswirkungen von Azithromycin (500 mg täglich über 3 Tage)

auf die AUC und C

max

von Sildenafil oder seinen zirkulierenden Hauptmetaboliten bei normal

gesunden männlichen Probanden.

Terfenadin

Pharmakokinetische Studien ergaben keinen Hinweis auf eine Wechselwirkung zwischen

Azithromycin und Terfenadin. Es wurden seltene Fälle berichtet, bei denen eine solche

Interaktion nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte; dennoch gab es keinen speziellen

Hinweis darauf, dass es zu einer solchen Interaktion gekommen war.

Theophyllin

Es gibt keinen Hinweis auf eine klinisch relevante pharmakokinetische Interaktion durch die

gleichzeitige Gabe von Azithromycin und Theophyllin bei gesunden Probanden.

Triazolam

Die gleichzeitige Gabe von 500 mg Azithromycin am Tag 1 und 250 mg Azithromycin am Tag 2

mit 0,125 mg Triazolam am Tag 2 hatte, verglichen zu Triazolam plus Placebo, bei 14 gesunden

Probanden keine bedeutsamen Auswirkungen auf eine der pharmakokinetischen Variablen von

Triazolam.

Trimethoprim/Sulfamethoxazol

Die gleichzeitige Verabreichung von Trimethoprim/Sulfamethoxazol (Dosisverhältnis

160 mg/800 mg) über 7 Tage mit 1.200 mg Azithromycin am Tag 7 hatte keine signifikanten

Auswirkungen auf Plasmaspitzenkonzentrationen, Gesamtverteilung oder renale Ausscheidung

von Trimethoprim oder Sulfamethoxazol. Die Plasmaspiegel von Azithromycin waren ähnlich

jenen, die in anderen Studien beobachtet wurden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine adäquaten Daten zur Anwendung von Azithromycin bei Schwangeren vor. In

tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität erwies sich Azithromycin als

plazentagängig, jedoch wurden keine teratogenen Effekte beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Die

Sicherheit von Azithromycin wurde im Hinblick auf die Anwendung der aktiven Substanz

während der Schwangerschaft nicht bestätigt. Daher sollte Azithromycin während der

Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt.

Stillzeit

Es wurde berichtet, dass Azithromycin in die Muttermilch übergeht. Aber es liegen keine

ausreichenden und gut kontrollierten klinischen Studien bei stillenden Frauen vor, welche die

Pharmakokinetik der Azithromycin-Exkretion in die Muttermilch beschreiben. Da nicht bekannt

ist, ob Azithromycin auf den gestillten Säugling Nebenwirkungen hat, sollte während der

Behandlung abgestillt werden. Beim gestillten Säugling kann es unter anderem zu Diarrhoe,

Pilzinfektionen der Schleimhaut sowie zur Sensibilisierung kommen.

Fertilität

In Fertilitätsstudien an Ratten wurden nach Gabe von Azithromycin verminderte

Schwangerschaftsraten festgestellt. Die Bedeutung dieses Ergebnisses für den Menschen ist

nicht bekannt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es gibt keine Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Azithromycin Auswirkungen auf die

Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit des Patienten zum Bedienen von Maschinen hat.

4.8

Nebenwirkungen

Die untenstehende Tabelle listet nach Systemorganklassen und Häufigkeit Nebenwirkungen auf,

die aus klinischen Studien und Postmarketing-Beobachtungen stammen. Aus Postmarketing-

Erfahrungen resultierende Nebenwirkungen sind in Kursivschrift angeführt.

Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen wurden wie folgt bewertet: Sehr häufig (> 1/10); Häufig

(> 1/100 bis < 1/10); Gelegentlich (> 1/1.000 bis <1/100); Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000);

Sehr selten (< 1/10.000); Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar). Innerhalb der einzelnen Häufigkeiten werden die Nebenwirkungen nach

absteigendem Schweregrad angegeben.

Nebenwirkungen, die möglicherweise bzw. wahrscheinlich mit der Anwendung von

Azithromycin in Zusammenhang stehen, basierend auf Erfahrungen aus klinischen

Untersuchungen sowie Postmarketing-Beobachtungen:

System-Organ-

Klasse

Sehr häufig

(1/10)

Häufig (1/100

bis <1/10)

Gelegentlich

(1/1.000 bis

<1/100)

Selten

(1/10.000 bis

<1/1.000)

Häufigkeit

Nicht

bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Candidiasis,

Vaginitis,

Pneumonie,

Pilzinfektion,

bakterielle

Infektion,

Pharyngitis,

Gastroenteritis,

Atemwegserkr

ankung,

Rhinitis, orale

Candidiasis

Pseudomemb

ranöse

Kolitis

(durch

Clostridium

difficile

ausgelöste

Durchfälle)

(siehe

Abschnitt

4.4)

Erkrankungen

des Blutes und

des

Lymphsystems

Leukopenie,

Neutropenie,

Eosinophilie

Thrombozyto

penie,

hämolytische

Anämie

Erkran-kungen

des Immun-

systems

Angioödem,

allergische

Reaktionen

Anaphylaktis

che Reaktion

(siehe

Abschnitt

4.4)

Stoffwechsel- und

Ernährungsstöru

ngen

Anorexie

Psychia-trische

Erkran-kungen

Nervosität,

Insomnie

Agitiertheit,

Depersonalisati

Aggression,

Angst,

Delirium,

Halluzination

Erkran-kungen

des Nerven-

systems

Kopfschmerz

Schwindel,

Somnolenz,

Dysgeusie,

Parästhesie

Synkope,

Konvulsion,

Hypästhesie

psychomotori

sche

Hyperaktivitä

t, Anosmie,

Ageusie,

Parosmie,

Myasthenia

gravis (siehe

Abschnitt

4.4)

Augen-erkran-

kungen

Sehstörungen

Erkrankungen

des Ohrs und des

Labyrinths

Erkrankungen

des Ohres,

Vertigo

Beeinträchtig

ung des

Hörvermögen

einschließlich

Taubheit und/

oder Tinnitus

Herzer-

krankungen

Palpitationen

Torsade de

Pointes und

Arrhythmie

(siehe

Abschnitt

4.4)

einschließlich

ventrikuläre

Tachycardie,

QT-

Verlängerung

im EKG

(siehe

Abschnitt

4.4)

Gefäßerkrankun

gen

Hitzewallung

Blutdruck

vermindert

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und

Mediastinums

Dyspnoe,

Epistaxis

Erkran-kungen

des Gastro-

intestinal-trakts

Diarrhoe

Erbrechen,

Abdominal-

schmerz ,

Übelkeit

Verstopfung,

Flatulenz,

Dyspepsie,

Gastritis,

Dysphagie,

Meteorismus,

Mundtrocken-

heit,

Eruktation,

Pankreatitis,

Verfärbung

der Zunge

Geschwüre im

Mund,

vermehrte

Speichel-

sekretion

Leber- und

Gallenerkrankun

gen

Hepatitis

Leberfunktion

anomal,

cholestatischer

Ikterus

Leberversage

n (in seltenen

Fällen mit

tödlichem

Verlauf)

(siehe

Abschnitt

4.4),

fulminante

Hepatitis,

Lebernekrose

Erkrankungen

der Haut und des

Unterhautzellgew

ebes

Ausschlag,

Juckreiz,

Urtikaria,

Dermatitis,

trockene Haut,

Hyperhidrose

Lichtempfind-

lichkeitsreaktio

Stevens-

Johnson-

Syndrom,

Toxische

epidermale

Nekrolyse,

Erythema

multiforme

Skelettmuskulatu

r-, Bindegewebs-

und

Knochenerkrank

ungen

Arthrose,

Myalgie,

Rücken-

schmerzen,

Nacken-

schmerzen

Arthralgie

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Dysurie,

Nieren-

schmerzen

akutes

Nieren-

versagen,

interstitielle

Nephritis

Erkrankungen

der

Geschlechtsorgan

e und der

Brustdrüse

Metrorrhagie,

testikuläre

Dysfunktion

Allgemeine

Erkrankungen

und Beschwerden

am

Verabreichungso

rt

Ödeme,

Asthenie,

Unwohlsein,

Erschöpfung,

Ödem im

Gesicht,

Brustschmerze

n, Fieber,

Schmerzen,

periphere

Ödeme

Untersuchungen

Lymphozytenz

ahl verringert,

Eosinophilenza

hl erhöht,

Bicarbonat im

Blut

vermindert,

Basophile

erhöht,

Aspartat-

aminotransfera

se erhöht,

Alaninamino-

transferase

erhöht,

Bilirubin im

Blut erhöht,

Blutharnstoff

Monozyten

erhöht,

Neutrophile

erhöht

erhöht,

Kreatinin im

Blut erhöht,

Kalium im

Blut anomal,

alkalische

Phosphatase

erhöht, Chlorid

erhöht,

Glukose

erhöht,

Thrombozyten

erhöht,

Hämatokrit

verringert,

Bicarbonat

erhöht,

Natrium

anormal

Verletzung,

Vergiftung und

durch Eingriffe

bedingte

Komplikationen

Post-

interventionell

Komplikatione

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung über die nachfolgend genannte Adresse anzuzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

4.9

Überdosierung

Die Symptome, die bei einer höheren als der empfohlenen Dosierung auftreten, sind

vergleichbar mit den bekannten Nebenwirkungen unter normaler Dosierung. Im Fall einer

Überdosierung sind bei Bedarf die allgemeinen symptomatischen und unterstützenden

Maßnahmen angezeigt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, Makrolide.

ATC-Code: J01FA10

Azithromycin ist das erste Makrolid-Antibiotikum, das zur Gruppe der Azalide gehört. Das

Molekül wird durch Einfügung eines Stickstoffatoms in den Lactonring von Erythromycin A

gebildet. Die chemische Bezeichnung von Azithromycin lautet 9-Deoxy-9a-aza-9a-methyl-9a-

Homoerythromycin A. Das Molekulargewicht beträgt 749,0.

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Azithromycin beruht auf der Hemmung der Proteinbiosynthese

von Bakterien durch Bindung an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms und Hemmung

der Translokation von Peptiden. Die Wirkung ist hauptsächlich bakteriostatisch.

Verhältnis Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen vom Verhältnis zwischen AUC (area under the curve)

und MHK des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Resistenz gegenüber Azithromycin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Efflux: Eine Resistenz kann durch Erhöhung der Anzahl von Effluxpumpen in der

Zytoplasmamembran hervorgerufen werden, von der ausschließlich 14- und 15-

gliedrige Makrolide betroffen sind (sog. M-Phänotyp).

Veränderung der Zielstruktur: Durch Methylierung der 23S rRNS ist die Affinität zu

den ribosomalen Bindungsstellen verringert, wodurch es zur Resistenz gegenüber

Makroliden (M), Lincosamiden (L) und Streptograminen der Gruppe B (S

B

) kommt

(sog. MLS

B

-Phänotyp).

Die enzymatische Inaktivierung von Makroliden ist nur von untergeordneter klinischer

Bedeutung.

Beim M-Phänotyp liegt eine vollständige Kreuzresistenz von Azithromycin mit Clarithromycin,

Erythromycin bzw. Roxithromycin vor. Beim MLS

B

-Phänotyp besteht zusätzlich Kreuzresistenz

mit Clindamycin und Streptogramin B. Mit dem 16-gliedrigen Makrolid Spiramycin besteht eine

partielle Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Azithromycin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing)

Grenzwerte:

Erreger

Sensibel

Resistent

Staphylococcus spp.

< 1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus spp.

(Gruppen A, B, C, G)

< 0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

< 0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Haemophilus influenzae

< 0,12 mg/l

> 4 mg/l

Moraxella catarrhalis

< 0, 5 mg/l

> 0,5 mg/l

Neisseria gonorrhoeae

< 0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren.

Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Diese Information beinhaltet lediglich

eine ungefähre Richtlinie hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass ein Organismus für

Azithromycin empfindlich ist.

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Mycobacterium avium °

Streptococcus pyogenes

1

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Haemophilus influenzae

$

Moraxella catarrhalis °

Neisseria gonorrhoeae

Andere Mikroorganismen

Chlamydia trachomatis °

Chlamydophila pneumoniae °

Legionella pneumophila °

Mycoplasma pneumoniae°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)

+

Streptococcus agalactiae

Streptococcus pneumoniae

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Escherichia coli

Klebsiella spp.

Pseudomonas aeruginosa

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

$

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

+

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

1 In einigen Studien beträgt die Resistenzrate 10 %.

Weitere Informationen

(Kreuz-)Resistenz

Eine vollständige Kreuzresistenz besteht zwischen Erythromycin, Azithromycin, anderen

Makroliden und Lincosamiden bei Streptococcus pneumoniae, beta-hämolysierenden

Streptokokken der Gruppe A, Enterococcus spp. und Staphylococcus aureus, einschließlich

Methicillin-resistentem S. aureus (MRSA).

Die Induktion einer signifikanten Resistenz ist sowohl in In-vitro- als auch in In-vivo-Modellen

nach 9 subletalen Passagen des Wirkstoffes gekennzeichnet durch einen Anstieg der MHK für S.

pyogenes, H. influenzae und Enterobacteriaceae um 1 Verdünnungsstufe und für S. aureus um 3

Verdünnungsstufen; in vitro kommt es selten zu einer Resistenzentwicklung durch Mutation.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Anwendung beträgt die Bioverfügbarkeit von Azithromycin etwa 37 %.

Spitzenkonzentrationen im Plasma werden nach 2-3 Stunden erreicht.

Verteilung

Oral angewendetes Azithromycin wird im ganzen Körper verteilt. In Studien zur

Pharmakokinetik fanden sich im Gewebe erheblich höhere Konzentrationen von Azithromycin

als im Plasma (das bis zu 50fache der maximalen Plasmakonzentration). Dies weist auf eine

hohe Gewebeaffinität von Azithromycin hin (das Verteilungsvolumen im Steady-state beträgt

etwa 31 l/kg). Die 2-3 Stunden nach Einmalgabe von 500 mg Azithromycin beobachtete

maximale Konzentration (C

max

) lag im Mittel bei etwa 0,4 µg/ml. Unter der empfohlenen

Dosierung kommt es nicht zu einer Akkumulation im Serum/Plasma. Im Gewebe, wo die

Konzentrationen wesentlich höher sind als im Serum/Plasma, kommt es zu einer Akkumulation.

Drei Tage nach Gabe von 500 mg Azithromycin als Einzeldosis oder auf mehrere Dosen verteilt

finden sich in Lunge, Prostata, Tonsillen und Serum-Konzentrationen von 1,3-4,8 µg/g, 0,6-2,3

µg/g, 2,0-2,8 µg/g bzw. 0-0,3 µg/ml. Die in peripheren Leukozyten gemessenen mittleren

Spitzenkonzentrationen sind höher als die MHK

90

der häufigsten Erreger.

In experimentellen In-vitro- und In-vivo-Studien akkumuliert Azithromycin in den Phagozyten;

die Freisetzung wird durch aktive Phagozytose gesteigert. In Tiermodellen schien dieser

Prozess zur Akkumulation von Azithromycin im Gewebe beizutragen. Die Bindung von

Azithromycin an Plasmaproteine variiert und liegt in Abhängigkeit von der Serumkonzentration

zwischen 52 % bei 0,05 µg/ml und 18 % bei 0,5 µg/ml.

Metabolismus und Ausscheidung

Die terminale Eliminationshalbwertszeit im Plasma entspricht der Eliminationshalbwertszeit

aus den Geweben von 2 bis 4 Tagen. Bei älteren Probanden (> 65 Jahre) wurden im Vergleich

zu jüngeren Probanden (< 45 Jahre) nach einer 5-Tage-Therapie immer höhere (29 %) AUC-

Werte gemessen. Diese Unterschiede sind jedoch klinisch nicht relevant; eine Dosisanpassung

wird daher nicht empfohlen. Etwa 12 % einer intravenös gegebenen Dosis werden innerhalb

von 3 Tagen unverändert mit dem Urin ausgeschieden, der Hauptanteil in den ersten 24

Stunden. Beim Menschen wurde Azithromycin 2 Tage nach einer 5-Tage-Therapie in der Galle

in Konzentrationen von bis zu 237µg/ml zusammen mit 10 Metaboliten (die durch N- und O-

Demethylierung, Hydroxylierung des Desosamin- und Aglykonringes sowie durch Spaltung des

Cladinosekonjugats gebildet werden) nachgewiesen. Ein Vergleich der HPLC und

mikrobiologischen Bestimmungsmethoden deutet an, dass die Metaboliten von Azithromycin

mikrobiologisch unwirksam sind.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion (glomeruläre

Filtrationsrate 10-80 ml/min) kam es nach einmaliger oraler Gabe von 1 g Azithromycin im

Vergleich zu Nierengesunden (glomeruläre Filtrationsrate > 80 ml/min) zu einem Anstieg der

mittleren C

max

und einer Vergrößerung der mittleren AUC

0-120

um 5,1 % bzw. 4,2 %. Bei

Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion kam es im Vergleich zu

Nierengesunden zu einem Anstieg der mittleren C

max

um 61 % und einer Vergrößerung der

mittleren AUC

0-120

um 35 %.

Leberinsuffizienz

Es gibt keinen Hinweis auf eine ausgeprägte Veränderung der Pharmakokinetik von

Azithromycin im Serum bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion

im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion. Bei diesen Patienten scheint die renale

Clearance zu steigen, möglicherweise als Kompensation für die verminderte hepatische

Clearance.

Ältere Patienten

Bei älteren Männern war die Pharmakokinetik von Azithromycin vergleichbar mit der bei

jüngeren Erwachsenen; bei älteren Frauen wurden höhere Spitzenkonzentrationen (Anstieg um

30-50 %) beobachtet, ohne dass es zu einer bedeutenden Akkumulation kam.

Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik wurde bei Kindern im Alter zwischen 4 Monaten und 15 Jahren

untersucht, die Azithromycin in Form von Kapseln, Granulat oder Suspension erhielten. Bei

einer Dosierung von 10 mg/kg KG an Tag 1, gefolgt von 5 mg/kg KG an den Tagen 2-5 ist die

C

max

mit 224 µg/l bei Kindern im Alter von 0,6-5 Jahren und nach 3 Tagen Behandlung mit 383

µg/l bei Kindern im Alter von 6-15 Jahren etwas niedriger als bei Erwachsenen. Die bei älteren

Kindern beobachtete t

½

von 36 Stunden lag innerhalb des für Erwachsene erwarteten Bereichs.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Tierstudien führte Azithromycin nach Expositionen, die 40fach über der

humantherapeutischen Exposition lagen, zu reversiblen Phospholipidosen; grundsätzlich gab es

jedoch keine mit Azithromycin verbundenen toxikologischen Effekte. Die Bedeutung dieser

Beobachtung für den Menschen bei Anwendung der empfohlenen Azithromycin-Dosis ist nicht

bekannt.

Elektrophysiologische Untersuchungen zeigten, dass Azithromycin das QT-Intervall verlängert.

Es wurden keine Langzeitstudien an Tieren zur Beurteilung des kanzerogenen Potentials

durchgeführt, da der Wirkstoff nur für die Kurzzeitbehandlung indiziert ist, wobei es keine

Anzeichen von Kanzerogenität gab.

In-vivo- und In-vitro-Testmodelle zeigten keinen Hinweis auf mögliche Gen- oder

Chromosomenmutationen.

In Studien zur Embryotoxizität an Mäusen und Ratten wurden bei oraler Gabe von

Azithromycin keine teratogenen Effekte beobachtet. Unter der Gabe von Azithromycin in Dosen

von 100 und 200 mg/kg KG/Tag kam es bei Ratten zu leichten Verzögerungen der Ossifikation

bei den Feten und der Gewichtszunahme des Muttertiers. In peri- und postnatalen Studien

wurden bei Ratten ab einer Dosis von 50 mg/kg KG/Tag leichte Entwicklungsverzögerungen

beobachtet.

Neugeborene Ratten und Hunde zeigten keine größere Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin

als erwachsene Tiere der gleichen Art.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Calciumhydrogenphosphat

Mikrokristalline Cellulose

Hyprolose

Natriumdodecylsulfat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Natriumstearylfumarat

Filmüberzug:

Hypromellose

Macrogol 6000

Talkum

Titandioxid (E171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminium-Blister und PVC/PVDC/Aluminium-Blister.

Azithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Packung mit 6 Filmtabletten

Azithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Packung mit 3 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

AbZ-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Azithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

63090.00.00

Azithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

63091.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 7. Dezember 2005

Datum der Verlängerung der Zulassung: 19. Januar 2011

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2013

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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