Azithrobeta 500 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Azithromycin-Monohydrat
Verfügbar ab:
betapharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Azithromycin Monohydrate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Azithromycin-Monohydrat 500.5-569.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
58681.01.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Azithrobeta 500 mg Filmtabletten

Azithromycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Azithrobeta und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Azithrobeta beachten?

3. Wie ist Azithrobeta einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Azithrobeta aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Azithrobeta und wofür wird es angewendet?

Azithromycin ist ein Azalid-Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, das empfindliche

Bakterien am Wachstum hindert.

Azithrobeta wird angewendet bei folgenden Infektionen, die durch Azithromycin-

empfindliche Erreger hervorgerufen sind:

Infektionen der oberen Atemwege, inklusive Nasennebenhöhlenentzündung,

Rachenentzündung und Entzündung der Gaumenmandeln

Infektionen der unteren Atemwege, inklusive Bronchitis und Lungenentzündung

Mittelohrentzündung

Haut- und Weichteilinfektionen

unkomplizierte Genitalinfektionen durch Chlamydia trachomatis oder Neisseria

gonorrhoeae (nicht multiresistente Stämme)

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Azithrobeta beachten?

Azithrobeta darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff, Erythromycin, andere Makrolid- oder Ketolid-

Antibiotika oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind

bei Infektion mit Erythromycin-resistenten grampositiven Bakterienstämmen

(Kreuzresistenz) und den meisten Stämmen Methicillin-resistenter Staphylokokken

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen) sollte die

Einnahme des Medikaments unterbrochen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Azithrobeta sollte bei Patienten mit schwerwiegenden Lebererkrankungen mit Vorsicht

angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Azithrobeta einnehmen:

bei Lebererkrankungen, beim Auftreten von Symptomen einer eingeschränkten

Leberfunktion (z.B. rasch fortschreitende Erschöpfung zusammen mit Gelbsucht,

dunklem Urin, Blutungsneigung oder einer bestimmten Gehirnerkrankung [hepatische

Enzephalopathie]) soll Ihr Arzt Leberfunktionstests/ Leberuntersuchungen durchführen

und gegebenenfalls die Behandlung mit Azithromycin abbrechen.

wenn Sie eine Nierenfunktionsstörung (glomeruläre Filtrationsrate <10 ml/min) haben.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

wenn Sie an Nervenkrankheiten oder psychiatrischen Erkrankungen leiden

wenn Sie gleichzeitig Mutterkornalkaloide (Ergotalkaloide) anwenden: Da die

gleichzeitige Anwendung von Ergotalkaloiden und Makrolid-Antibiotika (Gruppe von

Antibiotika, zu der Azithromycin gehört) zu einer Beschleunigung der Entwicklung von

Vergiftungserscheinungen mit Ergotalkaloiden (Ergotismus) führte, sollten Sie

Azithromycin und Ergotalkaloid-Derivate nicht gleichzeitig anwenden.

wenn Sie an Herzrhythmusstörungen leiden. Bei anderen Makroliden wurde eine

Verlängerung der Repolarisierung des Herzens und des QT-Intervalls beobachtet, die zu

Arrhythmien und Torsade de pointes führen können. Bei Azithromycin ist ein ähnlicher

Effekt nicht völlig auszuschließen (siehe Abschnitt 4).

Daher gilt:

Azithrobeta sollte nicht bei Patienten mit bestehender QT-Verlängerung angewendet

werden.

Azithrobeta sollte nicht gleichzeitig mit anderen Wirkstoffen angewendet werden, die das

QT-Intervall verlängern, wie bestimmte Antiarrhythmika, Cisaprid und Terfenadin.

Azithrobeta sollte nicht bei Patienten mit Elektrolytstörungen angewendet werden, und

zwar insbesondere nicht bei Vorliegen einer Verminderung des Kalium- und

Magnesiumgehalts im Blut.

Azithrobeta sollte nicht bei Patienten mit bestimmten Herzkrankheiten (klinisch relevante

Bradykardie, kardiale Arrhythmien oder schwere Herzinsuffizienz) angewendet werden.

Azithrobeta sollte bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden: Ältere

Patienten können empfindlicher für Arzneimitteleinflüsse auf das QT-Intervall sein.

Nach Anwendung von Makrolid-Antibiotika (Gruppe von Antibiotika, zu der Azithromycin

gehört) wurde über eine ernst zu nehmende, schwere Schleimhautentzündung des Darmes

(pseudomembranöse Enterokolitis) berichtet. Dies sollte berücksichtigt werden, wenn es bei

Patienten nach Einleiten der Behandlung mit Azithromycin zu Durchfällen kommt.

Sollte es bei Ihnen während oder nach (bis zu 2 Monaten) der Behandlung mit Azithrobeta zu

schweren, anhaltenden Durchfällen kommen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit Ihrem

behandelnden Arzt auf.

Unter einer Behandlung mit Azithrobeta wurde über das Auftreten oder die Verschlimmerung

von Beschwerden eines bestimmten Muskelleidens (Myasthenia gravis) berichtet.

Einnahme von Azithrobeta zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Von Makrolid-Antibiotika sind verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

bekannt, die auf einer bei gleichzeitiger Anwendung möglichen Beeinträchtigung des Abbaus

verschiedener Medikamente vor allem in der Leber beruhen. Dies kann dazu führen, dass

diese Mittel bestimmte unerwünschte Begleiterscheinungen auslösen können. Azithromycin

verhält sich hier in verschiedenen Punkten anders, zum Teil liegen aber noch keine

ausreichenden Erkenntnisse vor.

Hierzu gehören:

Dihydroergotamin oder nichthydrierte Mutterkornalkaloide, die durch eine

gefäßverengende Wirkung zu Durchblutungsstörungen, besonders an Fingern und Zehen,

führen können und die deshalb sicherheitshalber nicht gleichzeitig mit Azithromycin

angewendet werden sollen

Digoxin, bei dem es durch einen verzögerten Abbau im Darm zu erhöhten Digoxin-

Spiegeln kommen kann

Ciclosporin, bei dem im Fall einer gleichzeitig mit Azithromycin notwendigen

Anwendung die Ciclosporin-Spiegel kontrolliert und dessen Dosis gegebenenfalls

angepasst werden sollte

Zidovudin, bei dem die Wirksamkeit durch Azithromycin erhöht sein kann

Rifabutin. Bei Personen, die gleichzeitig Azithromycin und Rifabutin erhalten hatten,

wurden Blutbildstörungen beobachtet (siehe Abschnitt 4 unter „Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems“).

Auf eine mögliche Parallelresistenz zwischen Azithromycin und Makrolid-Antibiotika (wie

z.B. Erythromycin) sowie Lincomycin und Clindamycin ist zu achten. Eine gleichzeitige

Gabe von mehreren Präparaten aus dieser Substanzgruppe ist deshalb nicht empfehlenswert.

Demgegenüber haben entsprechende Untersuchungen gezeigt, dass bei den nachfolgend

aufgelisteten Mitteln die bei gleichzeitiger Anwendung von Makroliden bekannten

Wechselwirkungen nicht auftreten:

Theophyllin. Sicherheitshalber wird dennoch empfohlen, bei gleichzeitiger Gabe von

Azithromycin und Theophyllin-Derivaten auf typische Anzeichen erhöhter Theophyllin-

Spiegel zu achten.

Warfarin. Es liegen jedoch Berichte über erhöhte Antikoagulation nach gleichzeitiger

Anwendung von Azithromycin und oralen Antikoagulanzien vom Cumarintyp vor.

Obwohl ein Kausalzusammenhang nicht nachgewiesen wurde, sollte über die Häufigkeit

der Prothrombinzeit-Kontrollen nachgedacht werden.

Terfenadin. Über seltene Fälle wurde berichtet, in denen die Möglichkeit einer

Wechselwirkung nicht ganz ausgeschlossen, andererseits aber kein spezifischer Beweis

für eine solche Interaktion gefunden werden konnte. Bei der gleichzeitigen Anwendung

von Azithromycin und Terfenadin ist Vorsicht geboten.

Mineralische Antazida. Bei gleichzeitiger Einnahme von mineralischen Antazida und

Azithromycin kam es zu erniedrigten Serumspitzenkonzentrationen ohne Änderung der

Bioverfügbarkeit von Azithromycin. Sie sollten daher mineralische Antazida und

Azithromycin nur in einem zeitlichen Abstand von 2 bis 3Stunden einnehmen.

Cimetidin hatte keinen Einfluss auf Geschwindigkeit und Ausmaß der Azithromycin-

Resorption. Es kann daher gleichzeitig mit Azithromycin eingenommen werden.

Didanosin. Dessen Wirksamkeit wird durch Azithromycin nicht beeinflusst.

Nelfinavir. Hier kam es zu erhöhten Konzentrationen von Azithromycin. Es wurden keine

bedeutsamen Nebenwirkungen beobachtet, eine Dosisanpassung ist nicht nötig.

Azithrobeta sollte nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall

verlängern, eingenommen werden.

Folgende Arzneimittel haben in klinischen Studien keine Wechselwirkungen mit

Azithromycin gezeigt: Atorvastatin (Aus Erfahrungen nach der Markteinführung wurden

jedoch bestimmte Muskelerkrankungen [Rhabdomyolyse] bei Patienten berichtet, die

Azithromycin in Verbindung mit verschiedenen Statinen erhielten), Carbamazepin, Cetirizin,

Efavirenz, Fluconazol, Indinavir, Methylprednisolon, Midazolam, Sildenafil, Triazolam,

Trimethoprim/Sulfamethoxazol.

Es ist jedoch Vorsicht geboten bei der gleichzeitigen Anwendung dieser Substanzen mit

Azithrobeta.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Es liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen mit der Behandlung schwangerer Frauen mit

Azithromycin vor. Aus Gründen der Vorsicht sollte eine Behandlung von Schwangeren nur in

Ausnahmesituationen erfolgen. Ihr Arzt muss entscheiden, ob solch eine Ausnahmesituation

gegeben ist.

Stillzeit

Azithromycin geht in die Muttermilch über. Da nicht untersucht ist, ob Azithromycin

schädliche Auswirkungen auf den gestillten Säugling hat, sollen Sie während einer

Behandlung mit Azithrobeta nicht stillen. Unter anderem kann es beim gestillten Säugling zu

einer Sensibilisierung sowie zu einer Irritation der Darmflora und einer Sprosspilzbesiedlung

kommen. Es wird empfohlen, während der Behandlung und 2 Tage nach Abschluss der

Behandlung die Milch abzupumpen und zu verwerfen. Danach kann das Stillen wieder

aufgenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hat Azithromycin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die

Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen (siehe

Abschnitt4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“) kann jedoch ggf. das

Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr

sowie zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Azithrobeta enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Azithrobeta daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie an einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Azithrobeta einzunehmen ?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Erwachsene und Jugendliche über 45 kg Köpergewicht:

Dosierung zur Behandlung von Infektionen der oberen und unteren Atemwege,

Mittelohrentzündung, Haut- und Weichteilinfektionen

Die Gesamtdosis beträgt 1,5 g Azithromycin, die entweder nach dem 3-Tage-Therapieschema

oder dem 5-Tage-Therapieschema eingenommen werden kann.

3-Tage-Therapieschema:

Es werden 3 Tage lang einmal täglich 500 mg Azithromycin eingenommen.

5-Tage-Therapieschema:

Alternativ kann eine 5-Tage-Therapie durchgeführt werden, wobei am 1. Tag 500 mg

Azithromycin auf einmal und an den folgenden 4 Tagen jeweils 250 mg Azithromycin

täglich eingenommen werden.

Dosierung zur Behandlung von unkomplizierten Genitalinfektionen durch

Chlamydia trachomatis

Die Gesamtdosis beträgt 1000 mg Azithromycin, die auf einmal eingenommen wird.

Neisseria Gonorrhoeae

Die empfohlene Dosis beträgt 1000 mg oder 2000 mg Azithromycin in Kombination mit

250 oder 500 mg Ceftriaxon entsprechend lokalen klinischen Behandlungsrichtlinien.

Wenn Sie allergisch gegen Penicillin und/ oder Cephalosporine sind, sollte Ihr Arzt die

lokalen Behandlungsrichtlinien konsultieren.

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (GFR: 10 bis 80 ml/min)

ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung

erforderlich.

Bitte sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt, wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme haben. Ihr

Arzt wird dann entscheiden, ob die Dosis angepasst werden muss.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Für Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht unter 45 kg steht Azithromycin

Trockensaft zur Verfügung. Bei ihnen erfolgt die Dosierung anhand des Körpergewichts.

Genaue Angaben sind der Dosierungsanleitung zu entnehmen.

Ältere Patienten

Ältere Patienten erhalten die empfohlene Erwachsenendosis. Es ist zu beachten, dass sie

möglicherweise anfälliger für schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade-de-pointes-

Arrhythmien) sein können als jüngere Patienten.

Art der Anwendung

Azithrobeta kann unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die

Filmtabletten sind unzerkaut mit Flüssigkeit zu schlucken.

Dauer der Anwendung

Azithrobeta wird entweder über 3 Tage gemäß dem 3-Tage-Therapieregime oder über 5 Tage

gemäß dem 5-Tage-Therapieregime eingenommen (siehe unter Dosierung).

Bei der Behandlung von Pneumonien (Lungenentzündungen) ist die Wirksamkeit von

Azithromycin bei Anwendung der 5-Tage-Therapie ausreichend belegt. In den meisten Fällen

erscheint auch eine Anwendung der 3-Tage-Therapie ausreichend.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Azithrobeta zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Azithrobeta eingenommen haben, als Sie sollten

Aufgrund der begrenzten Gesamtmenge an Azithromycin in einer Packung Azithrobeta ist die

Gefahr als gering einzustufen. Bei somit nicht zu erwartender massiver Überdosierung sollten

Sie umgehend einen Arzt verständigen. Die typischen Symptome einer Überdosierung sind

ein vorübergehender Hörverlust, starke Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wenn Sie die Einnahme von Azithrobeta vergessen haben

Wenn Sie zu wenig Azithrobeta eingenommen haben, können Sie die fehlende Menge ohne

weiteres sofort einnehmen, nachdem Sie dies bemerkt haben. Die nächste Einnahme erfolgt

dann zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt.

Sollte eine Einnahme ganz vergessen worden sein, darf die versäumte Dosis beim nächsten

Einnahmetermin nicht zusätzlich eingenommen werden, sondern die Einnahme ist um 1 Tag

zu verlängern. In jedem Fall sollte aber die vom Arzt verordnete Gesamtmenge von

Azithrobeta eingenommen und Ihr Arzt entsprechend informiert werden.

Wenn Sie die Einnahme von Azithrobeta abbrechen

Um mögliche Folgeschäden zu vermeiden, sollten Sie die Einnahme von Azithrobeta in der

vom Arzt vorgegebenen Form bis zum Ende vornehmen und auf keinen Fall ohne

Rücksprache mit Ihrem Arzt vorzeitig beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen,

wenn Sie betroffen sind

Folgende extrem seltene Nebenwirkungen können unter Umständen akut lebensbedrohlich

sein. Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen

Sie Azithrobeta nicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxis):

Im Falle einer extrem seltenen, aber möglicherweise lebensbedrohlichen

Überempfindlichkeitsreaktion (z.B. anaphylaktischer Schock) muss die Behandlung mit

Azithrobeta sofort unterbrochen werden und es müssen alle üblichen Notfallmaßnahmen (z.B.

Gabe von Antihistaminika, Kortikosteroiden, Sympathomimetika sowie künstliche Beatmung,

falls notwendig) ergriffen werden.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10):

Durchfall

Häufig (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100):

Kopfschmerzen

Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit

im Blut oder Harn feststellbare Veränderungen von Laborwerten (Lymphozytenzahl und

Bicarbonat erniedrigt, Eosinophilenzahl, Anzahl an Basophilen, Monozyten und

Neutrophilen erhöht)

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000):

Pilzerkrankungen (z.B.

Candidose, orale Candidose

), Infektion der Scheide,

Lungenentzündung, Bakterienerkrankungen, Entzündung der Rachenschleimhaut,

Magen-Darm-Entzündung, Atemwegserkrankungen, Schnupfen

bestimmte Blutbildveränderungen (

Leukopenie, Neutropenie, Eosinophilie

Schwellung und Wassereinlagerung in der Haut, Überempfindlichkeitsreaktionen

Appetitlosigkeit

Nervosität, Schlaflosigkeit

Schwindel, Schläfrigkeit, Geschmacksstörungen, gestörte Körperempfindung

Sehstörungen

Ohrerkrankungen

Herzklopfen

Hitzewallungen

erschwertes Atmen, Nasenbluten

Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Schluckstörungen,

Magenschleimhautentzündung, aufgetriebener Bauch, Mundtrockenheit, Aufstoßen,

Mundgeschwüre, übermäßige Speichelsekretion, weiche Stühle

Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Entzündung der Haut, trockene Haut, übermäßiges

Schwitzen

Arthrose, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen

erschwerte Blasenentleerung, Nierenschmerzen

Menstruationsstörungen, Hodenerkrankung

Schwellungen (

Wassereinlagerungen

) (in seltenen Fällen tödlich), Kraftlosigkeit,

Unwohlsein, Müdigkeit, Schwellungen im Gesicht, Brustschmerzen, Fieber, Schmerzen,

Schwellungen an anderen Stellen

im Blut oder Harn feststellbare Veränderungen von Laborwerten (Aspartat-

Aminotransferase, Alanin-Aminotransferase, Bilirubin, Harnstoff, Kreatinin, alkalische

Phosphatase, Chlorid, Glukose, Thrombozytenzahl und Bicarbonatspiegel erhöht,

Hämatokrit vermindert, veränderte Kaliumwerte, veränderte Natriumwerte)

Komplikationen nach Eingriffen

Selten (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000):

Unruhezustand

Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Gallenstau

Lichtempfindlichkeit

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Dickdarmentzündung

bestimmte Blutbildveränderungen (

Thrombozytopenie, hämolytische Anämie

schwere (z.T. lebensbedrohliche) Überempfindlichkeitsreaktionen

Aggression, Angst, Verwirrtheit (

Delirium

), Wahnvorstellungen (

Halluzination

plötzlicher Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle, verminderte Berührungsempfindlichkeit,

Überaktivität, Geruchs-/ Geschmacksverlust, Störung des Geruchssinns,

Muskelerkrankung

Beeinträchtigung des Hörvermögens einschließlich Taubheit und/oder Ohrgeräuschen

Tinnitus

Herzrhythmusstörungen, Verlängerung eines bestimmten Abschnitts im

Elektrokardiogramm

niedriger Blutdruck

Verfärbung der Zunge, Bauchspeicheldrüsenentzündung

Leberversagen (das in seltenen Fällen zum Tode führt), Leberentzündung, Leberschäden

schwerwiegende Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-epidermale

Nekrolyse, Erythema multiforme)

Gelenkschmerzen

Nierenentzündung, akutes Nierenversagen

Nebenwirkungen, die sich möglicherweise oder sehr wahrscheinlich aus der Prophylaxe

oder Behandlung einer Mycobacterium-avium-Infektion ergeben. Die Daten stammen

aus klinischen Studien bzw. Erhebungen nach Markteinführung.

Diese Nebenwirkungen unterscheiden sich entweder in ihrer Art oder in ihrer

Häufigkeit von den Nebenwirkungen, die für ein sofort freisetzendes Medikament bzw.

ein Retardmedikament berichtet werden.

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 Behandelter von 10):

Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Beschwerden im Bauch,

weicher Stuhl

Häufig (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100):

Appetitlosigkeit

Schwindelgefühl, Kopfschmerz, gestörte Körperempfindung, Geschmacksstörung

Sehverschlechterung

Taubheit

Ausschlag, Juckreiz

Gelenkschmerzen

Ermüdung

Selten (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000):

verminderte Berührungsempfindlichkeit

Hörstörung, Ohrgeräusche (

Tinnitus

Herzklopfen

Leberentzündung

schwerwiegende Hautausschläge (

Stevens

Johnson

Syndrom

Lichtempfindlichkeitsreaktion

Kraftlosigkeit, Unwohlsein

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, 53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Azithrobeta aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und Faltschachtel nach “Verwendbar

bis” angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Azithrobeta enthält

Der Wirkstoff ist : Azithromycin

1 Filmtablette enthält 500 mg Azithromycin.

Die sonstigen Bestandteile sind: mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Carboxymethylstärke-

Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Natriumdodecylsulfat,

hochdisperses Siliciumdioxid, Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Macrogol 4000, Titandioxid

(E171)

Wie

Azithrobeta

aussieht und Inhalt der Packung

Weiße bis gebrochen weiße, oblonge, bikonvexe Filmtabletten mit beidseitiger Bruchkerbe

Maße: ca. 21,0 – 21,4 mm (Länge) bzw. 9 mm – 9,4 mm (Breite)

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Packungen mit 3 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

betapharm Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95, 86156 Augsburg

Tel.:

08 21 / 74 88 10

Fax:

08 21 / 74 88 14 20

E-Mail:

info@betapharm.de

Hersteller

DOLORGIET GmbH & Co. KG

Otto-von-Guericke-Straße 1

53757 Sankt Augustin/Bonn

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2015.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Azithrobeta 250 mg Filmtabletten

Azithrobeta 500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Azithrobeta 250 mg Filmtablette:

Jede Filmtablette enthält 250 mg Azithromycin (als Azithromycin 1 H

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 6,8 mg Lactose, als Monohydrat.

Azithrobeta 500 mg Filmtablette:

Jede Filmtablette enthält 500 mg Azithromycin (als Azithromycin 1 H

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 13,7 mg Lactose, als Monohydrat.

Sonstige Bestandteil(e) mit bekannter Wirkung:

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Azithrobeta 250 mg:

Weiße bis gebrochen weiße, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einseitiger Bruchkerbe. Durchmesser:

ca. 11,9 mm – 12,3 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Azithrobeta 500 mg:

Weiße bis gebrochen weiße, oblonge, bikonvexe Filmtabletten mit beidseitiger Bruchkerbe. Maße: ca.

21,0 – 21,4 mm (Länge) bzw. 9 mm – 9,4 mm (Breite).

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung folgender Infektionen, die durch Azithromycin-empfindliche Erreger hervorgerufen

sind (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1):

– Infektionen der oberen Atemwege, inklusive Sinusitis, Pharyngitis, Tonsillitis

– Infektionen der unteren Atemwege, inklusive Bronchitis und Pneumonie

– akute Otitis media

– Haut- und Weichteilinfektionen

– unkomplizierte Genitalinfektionen durch Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae (nicht

multiresistente Stämme)

Die offiziellen Leitlinien zur angemessenen Anwendung von Antibiotika sind zu beachten.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Azithromycin unterscheidet sich durch seine hohe Gewebeaffinität von anderen Antibiotika. Die

Gewebekonzentrationen übersteigen die Serumspiegel bis zum 50-Fachen, und die Halbwertszeiten im

Gewebe rangieren zwischen 2 und 4 Tagen. Aus diesen Gründen besteht ein Unterschied im

Dosierungsschema von Azithromycin gegenüber anderen antimikrobiellen Substanzen.

Dosierung

Erwachsene, ältere Patienten und Jugendliche über 45 kg KG

Dosierung zur Behandlung von

– Infektionen der oberen und unteren Atemwege

– akuter Otitis media

– Haut- und Weichteilinfektionen

Die Gesamtdosis beträgt 1,5 g Azithromycin, die entweder nach dem 3-Tage-Therapieschema oder

dem 5-Tage-Therapieschema eingenommen werden kann.

3-Tage-Therapieschema

Es werden 3 Tage lang einmal täglich 500 mg Azithromycin eingenommen.

5-Tage-Therapieschema

Alternativ kann eine 5-Tage-Therapie durchgeführt werden, wobei am 1. Tag 500 mg Azithromycin

auf einmal und an den folgenden 4 Tagen jeweils 250 mg Azithromycin täglich eingenommen werden.

Bei der Behandlung von Pneumonien ist die Wirksamkeit von Azithromycin bei Anwendung des 5-

Tage-Therapieschemas ausreichend belegt. In den meisten Fällen erscheint auch die Anwendung des

3-Tage-Therapieschemas ausreichend.

Dosierung zur Behandlung von unkomplizierten Genitalinfektionen durch

– Chlamydia trachomatis. Die Gesamtdosis beträgt 1 000 mg Azithromycin, die auf einmal

eingenommen wird.

– empfindliche Neisseria Gonorrhoeae.

Die empfohlene Dosis beträgt 1 000 mg oder 2 000 mg Azithromycin in Kombination mit 250 oder

500 mg Ceftriaxon entsprechend lokalen klinischen Behandlungsrichtlinien. Bei Patienten, die

allergisch gegen Penicillin und/oder Cephalosporine sind, sollten die verordnenden Ärzte die lokalen

Behandlungsrichtlinien konsultieren.

Bei niereninsuffizienten Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate von 10 bis 80 ml/min ist

keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich

(siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Ältere Patienten

Ältere Patienten erhalten die empfohlene Erwachsenendosis. Da ältere Patienten eine Prädisposition

für Herzrhythmusstörungen aufweisen können, ist aufgrund des Risikos der Entwicklung einer

kardialen Arrhythmie und Torsade-de-pointes-Tachykardie besondere Vorsicht geboten (siehe

Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht bis 45 kg KG steht Azithromycin Trockensaft

zur Verfügung.

Art der Anwendung

Azithromycin kann unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die

Tabletten/Tablettenhälften werden unzerkaut mit Flüssigkeit geschluckt.

Dauer der Anwendung

Azithromycin wird entweder über 3 Tage gemäß dem 3-Tage-Therapieschema oder über 5 Tage

gemäß dem 5-Tage-Therapieschema eingenommen (siehe unter Dosierung).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Erythromycin, andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Azithromycin ist nicht zur Behandlung von schweren Infektionen geeignet, bei denen schnell hohe

Blutkonzentrationen des Antibiotikums erreicht werden müssen.

Lebertoxizität

Patienten mit schweren Lebererkrankungen sollte Azithromycin mit Vorsicht gegeben werden, da

Azithromycin hauptsächlich hepatobiliär eliminiert wird. Unter der Behandlung mit Azithromycin

wurde über Fälle von abnormaler Leberfunktion, Hepatitis, cholestatischem Ikterus, hepatischer

Nekrose und Leberversagen berichtet, die teilweise tödlichen Ausgang hatten (siehe Abschnitt 4.8).

Einige Patienten litten bereits an einer Lebererkrankung oder nahmen andere hepatotoxische

Arzneimittel.

Beim Auftreten von Symptomen einer eingeschränkten Leberfunktion (z. B. rasch fortschreitende

Asthenie zusammen mit einer Gelbsucht, dunklem Urin, Blutungsneigung oder hepatischer

Enzephalopathie) sollten Leberfunktionstests/Leberuntersuchungen durchgeführt werden. Sobald eine

Leberfunktionsstörung auftritt, sollte die Behandlung mit Azithromycin abgebrochen werden.

Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhöen

Bei Anwendung von nahezu allen Antibiotika, einschließlich Azithromycin, wurde über das Auftreten

von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhöen (CDAD) berichtet. Von der Ausprägung her reichten

diese von leichtem Durchfall bis hin zu einer Kolitis mit letalem Ausgang. Eine Therapie mit

Antibiotika verändert die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung mit C. difficile führen

kann.

C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung von CDAD beitragen. Hypertoxin

produzierende Stämme von C. difficile sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert, da

derartige Infektionen therapieresistent gegenüber einer antibiotischen Therapie sein können und

eventuell eine Kolektomie notwendig machen. Eine CDAD muss daher bei allen den Patienten in

Erwägung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotikaanwendung eine Diarrhö auftritt. Hierbei

ist eine sorgfältige medikamentöse Anamnese durchzuführen, da eine CDAD bis zu 2 Monate nach

Durchführung einer Antibiotikatherapie auftreten kann.

Pseudomembranöse Kolitis

Nach Anwendung von Makrolid-Antibiotika wurde über Fälle von pseudomembranöser Kolitis

berichtet. Daher ist bei Patienten, bei denen nach Beginn oder bis ungefähr 3 Wochen nach der

Behandlung mit Azithromycin Durchfall auftritt, an diese Diagnose zu denken. Bei einer durch

Azithromycin induzierten pseudomembranösen Kolitis sind Antiperistaltika kontraindiziert.

Superinfektionen

Es ist auf mögliche Symptome einer Superinfektion mit nicht empfindlichen Erregern wie Pilze zu

achten. Eine Superinfektion kann eine Unterbrechung der Behandlung mit Azithromycin und die

Einleitung adäquater Maßnahmen erforderlich machen.

Kreuzresistenz

Wegen einer bestehenden Kreuzresistenz mit Erythromycin-resistenten grampositiven Stämmen und

den meisten Stämmen Methicillin-resistenter Staphylokokken sollte Azithromycin in diesen Fällen

nicht eingenommen werden. Es sollte die regionale Resistenzsituation gegenüber Azithromycin und

anderen Antibiotika beachtet werden.

Nierenfunktionsstörung

Bei niereninsuffizienten Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate <10 ml/min sollte man

vorsichtig beim Einsatz von Azithromycin sein, da eine Erhöhung der Azithromycin-Konzentrationen

um 33 % beobachtet wurde (siehe Abschnitt 5.2).

Langzeitanwendung

Es liegen keine Erfahrungen zur Sicherheit und zur Wirksamkeit der Langzeitanwendung von

Azithromycin bei den oben genannten Anwendungsgebieten vor. Bei schnell rezidivierenden

Infektionen sollte eine Behandlung mit einem anderen Antibiotikum in Betracht gezogen werden.

Pharyngitis/Tonsillitis

Azithromycin ist nicht Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der durch

Streptococcus pyogenes

verursachten Pharyngitis oder Tonsillitis. Bei dieser Behandlung sowie als Prophylaxe des akuten

rheumatischen Fiebers ist Penicillin Behandlung der ersten Wahl.

Sinusitis

Azithromycin ist häufig nicht das Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der Sinusitis.

Akute Otitis media

Azithromycin ist häufig nicht das Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der akuten Otitis media.

Infizierte Brandwunden

Azithromycin ist nicht für die Behandlung von infizierten Brandwunden indiziert.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Bei sexuell übertragbaren Krankheiten ist eine Begleitinfektion mit T. pallidum auszuschließen.

Neurologische und psychiatrische Erkrankungen

Azithromycin sollte bei Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen mit Vorsicht

angewendet werden.

Allergische Reaktionen

In seltenen Fällen wurde darüber berichtet, dass Azithromycin schwerwiegende allergische Reaktionen

(selten tödlich verlaufend) wie ein Angioödem oder eine Anaphylaxie sowie dermatologische

Reaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und toxisch epidermale Nekrolyse verursacht hat.

Einige dieser Reaktionen gingen mit rezidivierenden Symptomen einher und machten eine

längerfristige Beobachtung und Behandlung erforderlich. Bei Auftreten allergischer Reaktionen sollte

die Einnahme des Medikaments unterbrochen und eine geeignete Therapie eingeleitet werden. Der

Arzt sollte sich bewusst sein, dass die allergischen Symptome erneut auftreten können, wenn die

symptomatische Therapie beendet wird.

Ergotalkaloide (Mutterkornalkaloide) und Azithromycin

Es wurde beobachtet, dass die gleichzeitige Anwendung von Ergotalkaloiden und Makrolid-

Antibiotika die Entwicklung eines Ergotismus beschleunigt. Die Wechselwirkungen zwischen

Ergotalkaloiden und Azithromycin wurden nicht untersucht. Allerdings ist es möglich, dass es zu

einem Ergotismus kommt, sodass Azithromycin und Ergotalkaloid-Derivate nicht gleichzeitig

verabreicht werden sollten (siehe Abschnitt 4.5).

QT-Verlängerung

Unter einer Behandlung mit Makroliden einschließlich Azithromycin wurden Verlängerungen der

kardialen Repolarisation und des QT-Intervalls beobachtet mit der Gefahr, dass sich Arrhythmien oder

Torsade de pointes entwickeln (siehe Abschnitt 4.8). Bei der Abwägung von Risiken und Nutzen von

Azithromycin für Risikogruppen muss das Risiko einer QT-Verlängerung berücksichtigt werden, da

diese zu einem Herzstillstand (manchmal tödlich) führen kann. Zu den Risikogruppen zählen:

Patienten mit kongenitaler oder dokumentierter erworbener QT-Verlängerung

Patienten mit gleichzeitiger Anwendung von anderen Wirkstoffen, die das QT-Intervall verlängern,

wie Antiarrhythmika der Klasse IA (Chinidin und Procainamid) und Klasse III (Dofetilid,

Amiodaron und Sotalol), Cisaprid und Terfenadin (siehe Abschnitt 4.5); antipsychotische Wirkstoffe

wie Pimozid; Antidepressiva wie Citalopram; Fluorchinolone wie Moxifloxacin und Levofloxacin

Patienten mit Elektrolytstörungen, und zwar insbesondere bei Vorliegen einer Hypokaliämie und

Hypomagnesiämie

Patienten mit klinisch relevanter Bradykardie, kardialen Arrhythmien oder schwerer Herzinsuffizienz

Frauen und ältere Patienten mit vorhandenen Proarrhythmien

Myasthenia gravis

Unter einer Therapie mit Azithromycin wurde über eine Exazerbation von Symptomen einer

Myasthenia gravis oder das Auftreten eines Myasthenie-Syndroms berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten Azithrobeta nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Antazida bzw. Magensäuresekretionshemmer

Mineralische Antazida sollten nicht zusammen mit Azithromycin gegeben werden, da in einer Studie

die Serumspitzenkonzentrationen von Azithromycin um bis zu 24 % erniedrigt waren. Sie sollten

daher nur in einem zeitlichen Abstand von 2 bis 3 Stunden eingenommen werden. Das Ausmaß der

Resorption (Parameter: AUC) war jedoch nicht erniedrigt.

Cimetidin hatte keinen Einfluss auf Geschwindigkeit und Ausmaß der Azithromycinresorption. Es

kann daher gleichzeitig mit Azithromycin eingenommen werden.

Cetirizin

Bei gesunden Probanden hatte die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin über 5 Tage mit 20

mg Cetirizin im Steady State weder pharmakokinetische Wechselwirkungen noch signifikante

Veränderungen des QT-Intervalls zur Folge.

Ergotalkaloide (Mutterkornalkaloide)

Obwohl bisher keine entsprechenden Beobachtungen gemacht wurden, kann bei gleichzeitiger

Anwendung von Azithromycin mit Dihydroergotamin oder nichthydrierten Mutterkornalkaloiden eine

gefäßverengende Wirkung mit Durchblutungsstörungen, besonders an Fingern und Zehen, nicht

ausgeschlossen werden. Sicherheitshalber sollte deshalb auf eine gleichzeitige Gabe verzichtet werden

(siehe Abschnitt 4.4).

Virostatika

Zu Wechselwirkungen mit antiviral wirksamen Arzneimitteln liegen keine ausreichenden Daten vor,

um Dosisanpassungen empfehlen zu können. Folgende Substanzen wurden untersucht:

Zidovudin

1 000 mg als Einzeldosis und 1 200 mg bzw. 600 mg Azithromycin als Mehrfachdosis hatten nur

geringe Auswirkungen auf die Pharmakokinetik im Plasma und Ausscheidung von Zidovudin bzw.

seines Glucuronidmetaboliten im Urin. Durch die Verabreichung von Azithromycin erhöhten sich aber

die Konzentrationen von phosphoryliertem Zidovudin, dem klinisch wirksamen Metaboliten, in

peripheren mononukleären Blutkörperchen.

Die klinische Bedeutung dieses Ergebnisses ist unklar, könnte aber für den Patienten von Nutzen sein.

Didanosin

1 200 mg/Tag Azithromycin schien bei 6 HIV-positiven Probanden im Vergleich zu Placebo die

Steady-State-Pharmakokinetik von gleichzeitig verabreichtem Didanosin (400 mg/Tag) nicht zu

beeinflussen.

Rifabutin

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin und Rifabutin veränderte die mittleren

Serumkonzentrationen beider Substanzen nicht signifikant. Eine Neutropenie wurde bei Personen

beobachtet, die gleichzeitig Azithromycin und Rifabutin erhalten hatten (siehe Abschnitt 4.8).

Digoxin (P-GP-Substrate)

Es gibt Berichte, dass die gleichzeitige Gabe von Makrolid-Antibiotika, einschließlich Azithromycin,

mit Substraten des P-Glykoproteins wie Digoxin zu erhöhten Plasmaspiegeln des P-Glykoprotein-

Substrats führt. Wenn Azithromycin gleichzeitig mit P-Glykoprotein-Substraten wie Digoxin

verabreicht wird, muss die Möglichkeit von erhöhten Substratspiegeln berücksichtigt werden. Eine

klinische Überwachung und eventuell eine Überwachung der Serumspiegel während der Behandlung

mit Azithromycin und nach Abbruch der Behandlung ist erforderlich.

Azithromycin interagiert nicht wesentlich mit dem Cytochrom-P450-System in der Leber. Daher

werden pharmakokinetische Interaktionen, wie sie von Erythromycin und anderen Makroliden bekannt

sind, für Azithromycin nicht erwartet. Bei Azithromycin kommt es zu keiner Induktion oder

Inaktivierung des Cytochrom-P450-Systems in der Leber über einen Cytochrom-Metabolit-Komplex.

Folgende Arzneimittel, die über Cytochrom P450 verstoffwechselt werden, haben in klinischen

Studien keine signifikanten Wechselwirkungen mit Azithromycin gezeigt: Atorvastatin,

Carbamazepin, Efavirenz, Fluconazol, Indinavir, Methylprednisolon, Midazolam, Sildenafil,

Triazolam, Trimethoprim/Sulfamethoxazol. Es ist jedoch Vorsicht geboten bei der gleichzeitigen

Anwendung dieser Substanzen mit Azithromycin.

Atorvastatin

Die gleichzeitige Gabe von Atorvastatin (10 mg/Tag) und Azithromycin (500 mg/Tag) hatte keinen

Einfluss auf die Plasmakonzentration von Atorvastatin (basierend auf einer Untersuchung der HMG-

CoA-Reduktase-Inhibitoren). Nach der Markteinführung wurden jedoch Fälle von Rhabdomyolyse bei

Patienten berichtet, die Azithromycin in Verbindung mit Statinen erhielten.

Theophyllin

Weder pharmakokinetische noch klinische Untersuchungen mit Azithromycin ergaben einen Hinweis

auf Interaktionen mit Theophyllin. Da zwischen Theophyllin und einigen Makroliden

Wechselwirkungen beschrieben wurden, ist auch bei gleichzeitiger Gabe von Azithromycin und

Theophyllin-Derivaten auf typische Erscheinungen erhöhter Theophyllin-Spiegel zu achten.

Antikoagulanzien

In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden ergab sich kein Hinweis auf

eine Beeinflussung der gerinnungshemmenden Wirkung einer einmaligen 15-mg-Dosis von Warfarin

durch Azithromycin. Es liegen jedoch Berichte über erhöhte Antikoagulation nach gleichzeitiger

Anwendung von Azithromycin und oralen Antikoagulanzien vom Cumarintyp vor. Obwohl ein

Kausalzusammenhang nicht nachgewiesen wurde, sollte über die Häufigkeit der Prothrombinzeit-

Kontrollen nachgedacht werden.

Ciclosporin

In einer pharmakokinetischen Studie mit gesunden Probanden, die 500 mg Azithromycin täglich oral

über 3 Tage erhielten und dann eine Einzeldosis 10 mg/kg KG Ciclosporin oral einnahmen, waren die

und AUC

0–5

von Ciclosporin signifikant erhöht. Daher ist vor der gleichzeitigen Verabreichung

dieser Medikamente Vorsicht geboten. Falls eine gleichzeitige Verabreichung dieser Medikamente

notwendig wird, sollten die Ciclosporin-Spiegel überwacht und die Dosis entsprechend angepasst

werden.

Terfenadin

In pharmakokinetischen Untersuchungen ergaben sich keinerlei Hinweise auf eine Interaktion

zwischen Azithromycin und Terfenadin. Über seltene Fälle wurde berichtet, in denen die Möglichkeit

einer derartigen Wechselwirkung nicht ganz ausgeschlossen, andererseits aber kein spezifischer

Beweis für eine solche Interaktion gefunden werden konnte. Bei der gleichzeitigen Verabreichung von

Azithromycin und Terfenadin ist Vorsicht geboten.

Andere Antibiotika

Auf eine mögliche Parallelresistenz zwischen Azithromycin und Makrolid-Antibiotika (wie z. B.

Erythromycin) sowie Lincomycin und Clindamycin ist zu achten. Eine gleichzeitige Gabe von

mehreren Präparaten aus dieser Substanzgruppe ist deshalb nicht empfehlenswert.

Substanzen, die das QT-Intervall verlängern

Azithromycin sollte nicht gemeinsam mit anderen Wirkstoffen angewendet werden, die das QT-

Intervall verlängern (siehe Abschnitt 4.4).

Nelfinavir

Bei gleichzeitiger Gabe von Azithromycin (1 200 mg) und Nelfinavir (dreimal täglich 750 mg) im

Steady State kam es zu erhöhten Konzentrationen von Azithromycin. Es wurden keine klinisch

signifikanten Nebenwirkungen beobachtet, eine Dosisanpassung ist nicht nötig.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Azithromycin bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität haben gezeigt, dass Azithromycin über die

Plazenta den Fötus erreicht, jedoch wurden keine teratogenen Effekte beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Schwangeren dürfen Azithromycin nur bei eindeutiger Indikationsstellung gegeben werden, da eine

abschließende Beurteilung der Sicherheit dieser Therapie zurzeit noch nicht möglich ist.

Stillzeit

Azithromycin geht in die Muttermilch über. Da nicht untersucht ist, ob Azithromycin schädliche

Auswirkungen auf den gestillten Säugling hat, sollte Azithromycin in der Stillzeit nicht angewendet

werden. Unter anderem kann es beim gestillten Säugling zu einer Sensibilisierung sowie zu einer

Irritation der Darmflora und einer Sprosspilzbesiedlung kommen. Es wird empfohlen, während der

Behandlung und 2 Tage nach Abschluss der Behandlung die Milch abzupumpen und zu verwerfen.

Danach kann das Stillen wieder aufgenommen werden.

Fertilität

In Fertilitätsstudien an Ratten wurden nach Gabe von Azithromycin verminderte

Schwangerschaftsraten festgestellt. Die Bedeutung dieses Ergebnisses für den Menschen ist nicht

bekannt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hat Azithromycin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die

Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt

4.8) kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis <1/100)

Selten (≥ 1/10 000 bis <1/1 000)

Sehr selten (<1/10 000)

Nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Etwa 13 % der in klinischen Studien eingeschlossenen Patienten berichteten über unerwünschte

Ereignisse, wobei Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts am häufigsten waren.

Zunächst Nebenwirkungen, die aufgrund der Erfahrungen in klinischen Studien und im Rahmen der

Überwachung nach Markteinführung möglicherweise oder wahrscheinlich in Zusammenhang mit

Azithromycin stehen:

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich:

Candidose, vaginale Infektion, Pneumonie, Pilzinfektion, bakterielle

Infektion, Pharyngitis, Gastroenteritis, Atemwegserkrankung, Rhinitis,

orale Candidose

Nicht bekannt:

pseudomembranöse Kolitis (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich:

Leukopenie, Neutropenie, Eosinophilie

Nicht bekannt:

Thrombozytopenie, hämolytische Anämie

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Angioödem, Überempfindlichkeitsreaktion

Nicht bekannt:

schwere (z.T. lebensbedrohliche) anaphylaktische Reaktionen

(z. B. anaphylaktischer Schock) (siehe Abschnitt 4.4)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich:

Anorexie

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich:

Nervosität, Schlaflosigkeit

Selten:

Agitation

Nicht bekannt:

Aggression, Angst, Delirium, Halluzination

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen

Gelegentlich:

Schwindel, Somnolenz, Geschmacksstörungen, Parästhesie

Nicht bekannt:

Synkopen, Krampfanfälle, Hypästhesie, psychomotorische Hyperaktivität,

Geruchs-/Geschmacksverlust, Parosmie, Myasthenia gravis (siehe Abschnitt

4.4)

Augenerkrankungen

Gelegentlich:

Sehstörungen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich:

Ohrenerkrankungen, Vertigo

Nicht bekannt:

Beeinträchtigung des Hörvermögens einschl. Taubheit und/oder Tinnitus

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Palpitationen

Nicht bekannt:

Torsade de pointes (siehe Abschnitt 4.4), Arrhythmien (siehe Abschnitt 4.4)

einschl. ventrikulärer Tachykardien, verlängertes QT-Intervall im

Elektrokardiogramm (siehe Abschnitt 4.4)

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich:

Hitzewallungen

Nicht bekannt:

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:

Dyspnoe, Epistaxis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Diarrhö

Häufig:

Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit

Gelegentlich:

Obstipation, Blähungen, Dyspepsie, Gastritis, Dysphagie, aufgetriebener

Bauch, Mundtrockenheit, Aufstoßen, Ulzerationen der Mundschleimhaut,

übermäßige Speichelsekretion, weiche Stühle

Nicht bekannt:

Pankreatitis, Verfärbung der Zunge

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten:

Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Cholestase

Nicht bekannt:

Leberversagen (das in seltenen Fällen zum Tode führte), Hepatitis,

Lebernekrose

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich:

Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria, Dermatitis, trockene Haut, übermäßige

Schweißabsonderung

Selten:

Photosensitivität

Nicht bekannt:

Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-epidermale Nekrolyse, Erythema

multiforme

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich:

Osteoarthritis, Myalgie, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen

Nicht bekannt:

Arthralgie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich:

Dysurie, Nierenschmerzen

Nicht bekannt:

interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich:

Metrorrhagie, Hodenerkrankung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

Ödeme, Asthenie, Unwohlsein, Müdigkeit, Gesichtsödeme, Brustschmerzen,

Fieber, Schmerzen, periphere Ödeme

Untersuchungen

Häufig:

verminderte Lymphozytenzahl, erhöhte Anzahl an Eosinophilen, verminderter

Bicarbonatspiegel im Blut, erhöhte Anzahl an Basophilen, Monozyten und

Neutrophilen

Gelegentlich:

erhöhte Blutwerte von Aspartat-Aminotransferase, Alanin-Aminotransferase,

Bilirubin, Harnstoff und Kreatinin, abnormer Kaliumwert im Blut, erhöhte

Blutwerte von alkalischer Phosphatase, Chlorid, Glucose, erhöhte

Thrombozytenzahl, verminderter Hämatokrit, erhöhter Bicarbonatspiegel;

abnormer Natriumwert

Verletzung und Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Gelegentlich:

Komplikationen nach dem Eingriff

Nachfolgenden sind Nebenwirkungen beschrieben, die sich möglicherweise oder sehr wahrscheinlich

aus der Prophylaxe oder Behandlung einer

Mycobacterium-avium

-Infektion ergeben.

Die Daten stammen aus klinischen Studien bzw. Erhebungen nach Markteinführung.

Diese Nebenwirkungen unterscheiden sich entweder in ihrer Art oder in ihrer Häufigkeit von den

Nebenwirkungen, die für ein sofort freisetzendes Medikament bzw. ein Retard-Medikament berichtet

werden.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Anorexie

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Schwindelgefühl, Kopfschmerz, Parästhesie, Geschmacksstörung

Selten:

Hypästhesie

Augenerkrankungen

Häufig:

Sehverschlechterung

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig:

Taubheit

Selten:

Hörstörung, Tinnitus

Herzerkrankungen

Selten:

Palpitationen

Gastrointestinale Erkrankungen

Sehr häufig:

Diarrhö, Abdominalschmerz, Übelkeit, Flatulenz, abdominale Beschwerden,

weicher Stuhl

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten:

Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

Ausschlag, Pruritus

Selten:

Stevens-Johnson-Syndrom, Lichtempfindlichkeitsreaktion

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig:

Arthralgie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Ermüdung

Selten:

Asthenie, Unwohlsein

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Die in Dosen oberhalb der empfohlenen Dosen beobachteten Nebenwirkungen entsprachen denen

nach normalen Dosen.

Symptome

Die typischen Symptome einer Überdosierung mit Makrolid-Antibiotika sind ein reversibler

Hörverlust, starke Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung sind, falls erforderlich, die Verabreichung von Aktivkohle, eine

allgemeine symptomatische Behandlung und eine Unterstützung der Vitalfunktionen indiziert.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Makrolidantibiotika, ATC-Code: J01FA10

Azithromycin ist ein halbsynthetisches Azalid-Derivat mit einem 15-gliedrigen Laktonring. Azalide

zählen zur Gruppe der Makrolidantibiotika.

Wirkmechanismus

Der Wirkungsmechanismus von Azithromycin beruht auf der Hemmung der Proteinbiosynthese durch

Bindung an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms. Hieraus resultiert zumeist eine

bakteriostatische Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus AUC (Area under the curve, Fläche

unterhalb der Konzentrations-Zeit-Kurve) und der MHK des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Azithromycin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Efflux: Eine Resistenz kann durch Erhöhung der Anzahl von Effluxpumpen in der

Zytoplasmamembran hervorgerufen werden, von der ausschließlich 14- und 15-gliedrige

Makrolide betroffen sind (sog. M-Phänotyp).

Veränderung der Zielstruktur: Durch Methylierung der 23S rRNS ist die Affinität zu den

ribosomalen Bindungsstellen erniedrigt, wodurch es zur Resistenz gegenüber Makroliden (M),

Linkosamiden (L) und Streptograminen der Gruppe B (SB) kommt (sog. MLSB-Phänotyp).

Die enzymatische Inaktivierung von Makroliden ist nur von untergeordneter klinischer

Bedeutung.

Beim M-Phänotyp liegt eine vollständige Kreuzresistenz von Azithromycin mit Clarithromycin,

Erythromycin bzw. Roxithromycin vor. Beim MLSB-Phänotyp besteht zusätzlich Kreuzresistenz mit

Clindamycin und Streptogramin B. Mit dem 16-gliedrigen Makrolid Spiramycin besteht eine partielle

Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Azithromycin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende

minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Staphylococcus

spp.

1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus

spp.

(Gruppen A, B, C, G)

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Haemophilus influenzae

0,12 mg/l

> 4 mg/l

Moraxella catarrhalis

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Neisseria gonorrhoeae

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

die Wirksamkeit von Azithromycin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten

angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine

mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber

Azithromycin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus

nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Dezember 2013):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Mycobacterium avium °

Streptococcus pyogenes

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Haemophilus influenzae

Moraxella catarrhalis

Neisseria gonorrhoeae

Andere Mikroorganismen

Chlamydia trachomatis °

Chlamydophila pneumoniae °

Legionella pneumophila °

Mycoplasma pneumoniae °

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

(Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus

(Methicillin-resistent)

Staphylococcus epidermidis

Staphylococcus hämolyticus

Staphylococcus hominis

Streptococcus agalactiae

Streptococcus pneumoniae

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Escherichia coli

Klebsiella

spp.

Pseudomonas aeruginosa

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.

Bei Isolaten invasiver Erkrankungen liegt die Resistenzrate unter < 10%.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Nach oraler Gabe werden die Plasmaspitzenspiegel nach 2 bis 3 Stunden erreicht, die terminale

Halbwertszeit entspricht weitgehend der Eliminationshalbwertszeit aus den Geweben von 2 bis 4

Tagen. Bei älteren Patienten (>65 Jahre) wurden nach 5-tägiger Therapie geringfügig höhere AUC-

Werte gefunden als bei Personen unter 40 Jahren. Die klinische Bedeutung erscheint so gering, dass

eine Dosisanpassung nicht erforderlich ist.

In tierexperimentellen Studien wurden hohe Azithromycin-Konzentrationen in Phagozyten beobachtet,

wobei in experimentellen Untersuchungen während aktiver Phagozytose höhere Konzentrationen

freigesetzt wurden als bei nicht stimulierten Phagozyten. Dies führte im Tiermodell zu hoher

Azithromycin-Konzentration am Ort der Infektion.

Azithromycin erreicht im Gewebe bis zu 50-fach höhere Spiegel als im Plasma, ein deutlicher Hinweis

auf eine hohe Gewebeaffinität In Zielgeweben wie Lungen, Tonsillen und Prostata werden nach einer

einzigen500-mg-Dosis Konzentrationen über der MHK90 der zu erwartenden Erreger erzielt.

Die Serumproteinbindung von Azithromycin ist konzentrationsabhängig mit Werten von 12% bei 0,5

μg/ml und 52% bei 0,05 μg Azithromycin/ml Serum. Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady

State (Vss) wurde mit 31,1 l/kg errechnet.

Elimination

In einer Mehrfachdosis-Studie mit 12 Probanden, die eine tägliche 1-stündige 500-mg-Azithromycin-

Infusion (Konzentration: 1 mg/ml) über 5 Tage erhielten, betrug die über 24 h im Urin ausgeschiedene

Menge etwa 11% nach der 1. Dosis und 14% nach der 5. Dosis. Diese Werte sind höher als die

berichteten jeweiligen Werte nach oraler Azithromycin-Gabe (6% unverändert im Urin

ausgeschiedene Menge). Ungefähr 12% einer i.v. verabreichten Dosis werden innerhalb von 3 Tagen

unverändert ausgeschieden, der größte Teil während der ersten 24 Stunden. Nach oraler Gabe wird

Azithromycin hauptsächlich unverändert über die Galle ausgeschieden. Sehr hohe Konzentrationen an

unverändertem Azithromycin wurden in der Galle gefunden. Ebenso wurden 10 Metaboliten

nachgewiesen, die durch N- und O-Demethylierung, Hydroxylierung der Desosamin- und Aglykon-

Ringe und Spaltung des Cladinose-Konjugats erhalten werden. Entsprechende Untersuchungen deuten

darauf hin, dass die Metaboliten für die antimikrobielle Aktivität von Azithromycin bedeutungslos

sind.

Linearität/Nicht-Linearität

Studiendaten lassen eine nicht lineare Pharmakokinetik von Azithromycin im therapeutischen Bereich

vermuten.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Bei Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie, die eine tägliche 1-stündige intravenöse Infusion

von 500mg Azithromycin in einer Konzentration von 2mg/ml über 2 bis 5 Tage erhielten, betrug die

mittlere C

3,63 ± 1,60 μg/ml, die AUC

betrug 9,60 ± 4,80 μg×h/ml. Bei Probanden, die eine 3-

stündige intravenöse Infusion mit 500mg Azithromycin in einer Konzentration von 1 mg/ml erhielten,

betrugen die mittleren C

-, und AUC

-Werte 1,14 ± 0,14μg/ml bzw. 8,03 ± 0,86 μg×h/ml.

Nierenfunktionsstörung

Bei niereninsuffizienten Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate von 10 bis 80 ml/min war die

Pharmakokinetik nach einmaliger oraler Gabe von 1 g Azithromycin unverändert. Bei einer

glomerulären Filtrationsrate von <10ml/min ergaben sich statistisch signifikante Unterschiede

gegenüber nierengesunden Patienten in AUC

0–120

(8,8 μg×h/ml vs. 11,7 μg×h/ml), C

(1,0 μg/ml vs.

1,6 μg/ml) und CLr (2,3 ml/min/kg vs. 0,2ml/min/kg).

Leberfunktionsstörung

Es gibt keine Anhaltspunkte für eine veränderte Serumpharmakokinetik von Azithromycin bei

Patienten mit leichter (Child-Pugh-Klasse A) bis mäßiger (Child-Pugh-Klasse B)

Leberfunktionsstörung verglichen mit Patienten mit normaler Leberfunktion. Bei diesen Patienten

scheint die Azithromycin-Clearance im Urin erhöht, dies eventuell als Kompensation der verminderten

hepatischen Ausscheidung.

Bioverfügbarkeit

Azithromycin wird nach oraler Applikation im ganzen Körper verteilt, die mittlere Bioverfügbarkeit

beträgt ungefähr 37%. Eine offene, randomisierte Crossover-Studie mit 500 mg Azithromycin,

verabreicht als 250-mg-Filmtabletten, bei 36 nüchternen gesunden Männern erbrachte im Vergleich zu

den 250-mg-Hartkapseln folgende Ergebnisse:

250-mg-Filmtabletten

250-mg-Hartkapseln

Maximale Plasmakonzentration

) (μg/ml), [CV]

0,51 [41,0 %]

0,48* [48,6 %]

0,48 [39,7 %]

0,45* [50,0 %]

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

) (h), [CV]

2,2 [40,3 %]

2,1 [37,0 %]

Fläche unter der Konzentrations-

Zeit-Kurve

(AUC

0–72

) (μg×h/ml), [CV]

4,26 [27,8 %]

4,12* [18,4 %]

4,06 [29,5 %]

3,91* [21,7 %]

* logarithmischer Durchschnitt

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Phospholipidose (intrazelluläre Phospholipidansammlung) wurde in verschiedenen Geweben (z. B.

Auge, Spinalganglien, Leber, Gallenblase, Niere, Milz und/oder Pankreas) bei Mäusen, Ratten und

Hunden nach Verabreichung hoher Azithromycin-Dosen festgestellt. In ähnlichem Ausmaß wurde

Phospholipidose im Gewebe von neugeborenen Ratten und Hunden beobachtet. Nach Absetzen der

Azithromycin-Therapie war die Wirkung reversibel. Die Bedeutung dieser Befunde für die klinische

Situation ist nicht bekannt.

Elektrophysiologische Untersuchungen zeigten, dass Azithromycin das QT-Intervall verlängert.

In-vivo

- und

In-vitro

-Untersuchungen zum Nachweis von Gen- und Chromosomenmutationen ergaben

keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Kanzerogenitätsstudien mit Azithromycin wurden nicht durchgeführt, da nur eine kurzzeitige

Anwendung vorgesehen ist und keine Hinweise auf mutagene oder kanzerogene Eigenschaften

vorliegen.

In Tierexperimenten bezüglich einer Embryotoxizität wurden bei Mäusen und Ratten keine

teratogenen Effekte beobachtet. Bei Ratten verursachten Dosen von 100 und 200mg/kg KG/Tag

leichte Verzögerungen der mütterlichen Körpergewichtszunahme und der fetalen Ossifikation. In der

Peri- und Postnatalstudie ergaben sich bei Ratten leichte Retardierungen ab 50mg/kg KG/Tag

(Verzögerungen der physischen Entwicklung und des Reflexverhaltens).

In Neonatalstudien zeigten Ratten und Hunde keine höhere Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin

als erwachsene Tiere der jeweiligen Spezies.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose

Maisstärke

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.)

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Natriumdodecylsulfat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Filmüberzug

Lactose-Monohydrat

Hypromellose

Macrogol 4000

Titandioxid (E 171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen aus Alu/PVC oder Alu/PVC/Aclar

Azithrobeta 250 mg:

Packungen mit 6 Filmtabletten

Azithrobeta 500 mg:

Packungen mit 3 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7.

INHABER DER ZULASSUNG

betapharm

Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95

86156 Augsburg

Tel.:

08 21/74 88 10

Fax:

08 21/74 88 14 20

E-Mail:

info@betapharm.de

Unsere Service-Nummern für Sie:

Tel.:

08 00/74 88 100

Fax:

08 00/74 88 120

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Azithrobeta 250 mg Filmtabletten:

58681.00.00

Azithrobeta 500 mg Filmtabletten:

58681.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassung:

24.03.2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

29.11.2011

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2015

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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