Axympa 360 mg magensaftresistente Tabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

21-03-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

21-03-2019

Wirkstoff:
NATRIUM MYCOPHENOLAT
Verfügbar ab:
Teva B.V.
ATC-Code:
L04AA06
INN (Internationale Bezeichnung):
SODIUM MYCOPHENOLATE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
135171
Berechtigungsdatum:
2013-10-07

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Axympa 360 mg magensaftresistente Tabletten

Wirkstoff: Mycophenolsäure

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie diese Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder

das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Axympa und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Axympa beachten?

Wie ist Axympa einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Axympa aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Axympa und wofür wird es angewendet?

Axympa enthält eine Substanz mit der Bezeichnung Mycophenolsäure. Diese gehört zu einer Gruppe

von Arzneimitteln, die als Immunsuppressiva bezeichnet werden.

Axympa wird angewendet, um die Abstoßung einer transplantierten Niere durch das körpereigene

Immunsystem zu verhindern. Es wird gemeinsam mit anderen Arzneimitteln angewendet, die

Ciclosporin und Kortikosteroide enthalten.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Axympa beachten?

WARNUNG

Mycophenolat führt zu Missbildungen und Fehlgeburt. Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger

werden könnte, müssen Sie vor Beginn der Behandlung einen negativen Schwangerschaftstest

vorweisen und die Anweisungen Ihres Arztes zur Verhütung befolgen.

Ihr Arzt wird Sie mündlich informieren und Ihnen eine gedruckte Informationsbroschüre mitgeben,

die insbesondere auf die Wirkungen von Mycophenolat auf ungeborene Babys eingeht. Lesen Sie die

Informationen sorgfältig durch und halten Sie sich an die Anweisungen.

Wenn Sie die Anweisungen nicht vollständig verstehen, bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen diese erneut zu

erklären, bevor Sie mit der Einnahme von Mycophenolat beginnen. Beachten Sie ebenfalls die

Informationen in diesem Abschnitt unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und

„Schwangerschaft, Verhütung und Stillzeit“.

Axympa darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Mycophenolsäure, Mycophenolat-Natrium, Mycophenolatmofetil oder

einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile von Axympa sind.

wenn Sie eine Frau sind, die schwanger sein könnte und Sie keinen negativen

Schwangerschaftstest vor Ihrer ersten Verschreibung vorgewiesen haben, da Mycophenolat zu

Missbildungen und fetalem Tod führt.

wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder glauben, schwanger zu sein.

Wenn Sie keine wirksame Empfängnisverhütung verwenden (siehe Schwangerschaft, Stillzeit

und Fortpflanzungsfähigkeit).

wenn Sie stillen.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel nicht ein, wenn einer der oben aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft.

Fragen Sie vor der Einnahme von Axympa bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

sicher sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Beraten Sie sich vor der Einnahme von Axympa mit Ihrem Arzt oder Apotheker,

wenn Sie schwere Verdauungsprobleme, z. B. Magengeschwüre, haben oder jemals hatten,

wenn Sie einen seltenen, erblichen Mangel des Enzyms Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-

Transferase (HGPRT) haben, wie z. B. das Lesch-Nyhan- oder das Kelley-Seegmiller-Syndrom.

Wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder während der Anwendung von Axympa schwanger

werden.

Sie sollten sich über Folgendes bewusst sein:

Axympa setzt den hauteigenen Schutz gegen Sonnenlicht herab. Dadurch ist das Risiko für

Hautkrebs erhöht. Sie sollten sich nur begrenzt Sonnen- und ultraviolettem (UV-)Licht

aussetzen, indem Sie exponierte Hautregionen so gut wie möglich bedecken und regelmäßig

Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor auftragen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wie

Sie sich vor der Sonne schützen können.

Wenn Sie Anzeichen einer Infektion (wie z. B. Fieber oder Halsschmerzen) haben oder

unerwartete Blutergüsse oder Blutungen bei sich feststellen, wenden Sie sich bitte sofort an

Ihren Arzt.

Ihr Arzt wird während der Behandlung mit Axympa möglicherweise die Anzahl Ihrer

weißen Blutkörperchen bestimmen und Sie darüber informieren, ob Sie die Einnahme von

Axympa fortsetzen können.

Der Wirkstoff Mycophenolsäure ist nicht der gleiche wie in ähnlich klingenden Arzneimitteln

wie z. B. Mycophenolatmofetil. Sie dürfen nicht ausgetauscht werden, außer Ihr Arzt sagt

Ihnen, dass Sie sie austauschen sollen.

Sie dürfen während und für mindestens 6 Wochen nach Beendigung einer Behandlung mit Axympa

kein Blut spenden. Männer dürfen während und für mindestens 90 Tage nach Beendigung einer

Behandlung mit Axympa keinen Samen spenden.

Kinder und Jugendliche

Da keine ausreichenden Erfahrungen für die Anwendung von Axympa bei Kindern und Jugendlichen

vorliegen, wird die Anwendung des Arzneimittels bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Einnahme von Axympa zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Besonders wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel anwenden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen:

Andere Immunsuppressiva, wie z. B. Azathioprin oder Tacrolimus.

Arzneimittel zur Behandlung von hohen Cholesterin-Blutspiegeln, wie z. B. Colestyramin.

Aktivkohle zur Behandlung von Verdauungsstörungen, wie z. B. Durchfall,

Magenverstimmung und Blähungen.

Säurehemmer, die Magnesium oder Aluminium enthalten.

Arzneimittel zur Behandlung von Virusinfektionen, wie z. B. Aciclovir oder Ganciclovir.

Sie sollten Ihrem Arzt auch mitteilen, wenn Sie eine Impfung planen.

Einnahme von Axympa zusammen mit Nahrungsmitteln

Axympa kann mit oder ohne Nahrungsmittel eingenommen werden. Sie müssen sich entscheiden, ob Sie

Ihre Tabletten mit oder ohne Nahrungsmittel einnehmen, und Sie müssen sie dann jeden Tag auf diese

Weise einnehmen. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie jeden Tag immer die gleiche Menge Ihres

Arzneimittels in Ihren Körper aufnehmen.

Ältere Patienten

Ältere Patienten (65 Jahre und älter) können Axympa einnehmen, ohne dass die übliche Dosis

angepasst werden muss.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie eine Frau sind, müssen Sie vor Beginn der Einnahme von Axympa durch einen negativen

Schwangerschaftstest sicherstellen, dass Sie nicht schwanger sind. Weil Mycophenolsäure den Fetus

schädigen und das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen kann, darf Axympa nicht während der

Schwangerschaft angewendet werden, außer der Einsatz ist eindeutig notwendig.

Verhütung bei Frauen, die Axympa einnehmen

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, müssen Sie während der Einnahme von

Axympa immer eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung verwenden. Das bedeutet:

Bevor Sie mit der Einnahme von Axympa beginnen

Während Ihrer gesamten Behandlung mit Axympa

Für 6 Wochen, nachdem Sie die Einnahme von Axympa beendet haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Verhütungsmethode, die für Sie am besten geeignet ist. Dies

hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Wenden Sie vorzugsweise zwei Formen der

Empfängnisverhütung an, um das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft zu verringern.

Informieren Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt, wenn Sie glauben, dass Ihre

Verhütungsmethode nicht wirksam war oder Sie die Einnahme der Pille zur Verhütung vergessen

haben.

Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sind Sie eine Frau, die nicht schwanger werden kann:

Sie sind postmenopausal, d.h. mindestens 50 Jahre alt und Ihre letzte Periode liegt länger als ein

Jahr zurück (wenn Ihre Periode ausgeblieben ist, weil Sie sich einer Behandlung gegen Krebs

unterzogen haben, besteht immer noch die Möglichkeit, dass Sie schwanger werden könnten).

Ihre Eileiter und beide Eierstöcke wurden operativ entfernt (bilaterale Salpingo-Ovariektomie).

Ihre Gebärmutter wurde operativ entfernt (Hysterektomie).

Ihre Eierstöcke sind nicht mehr funktionsfähig (vorzeitiges Versagen der Eierstöcke, was durch

einen Facharzt für Gynäkologie bestätigt wurde).

Sie wurden mit einem der folgenden, seltenen, angeborenen Zustände, die das Eintreten einer

Schwangerschaft ausschließen, geboren: XY-Gonadendysgenesie, Turner-Syndrom oder

Uterusagenesie.

Sie sind ein Kind oder Teenager, dessen Periode noch nicht eingetreten ist.

Verhütung bei Männern, die Axympa einnehmen

Die verfügbaren Daten deuten nicht darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder

Fehlgeburten besteht, wenn der Vater Mycophenolat einnimmt. Jedoch kann das Risiko nicht völlig

ausgeschlossen werden. Als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, dass Sie oder Ihre Partnerin während

der Behandlung und noch 90 Tage, nachdem Sie die Einnahme von Axympa beendet haben, eine

wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Wenn Sie beabsichtigen, ein Kind zu bekommen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen

Risiken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat. Ihr Arzt wird mit Ihnen über die Risiken im Falle einer Schwangerschaft und

die alternativen Behandlungsmöglichkeiten sprechen, die Ihnen zur Verfügung stehen, um eine

Abstoßung Ihres verpflanzten Organs zu verhindern, wenn:

Sie planen schwanger zu werden.

bei Ihnen eine Monatsblutung ausgeblieben ist oder Sie glauben, dass eine Monatsblutung

ausgeblieben ist, Sie unregelmäßige Blutungen haben oder glauben schwanger zu sein.

Sie Sex haben, ohne eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung anzuwenden.

Wenn Sie während der Behandlung mit Mycophenolat schwanger werden, informieren Sie sofort

Ihren Arzt. Nehmen Sie Axympa trotzdem noch so lange ein, bis Sie Ihren Arzt aufgesucht haben.

Mycophenolat führt sehr häufig zu Fehlgeburten (in 50 % der Fälle) und zu schweren Missbildungen

(in 23 % - 27 % der Fälle) beim ungeborenen Baby. Berichtete Missbildungen schließen Anomalien

der Ohren, Augen, des Gesichts (Lippenspalte/Gaumenspalte), der Entwicklung der Finger, des

Herzens, der Speiseröhre (Verbindung zwischen Rachen und Magen), der Nieren und des

Nervensystems ein (z. B. Spina bifida [Missbildung, bei der die Knochen der Wirbelsäule nicht richtig

entwickelt sind]). Ihr Baby kann von einer oder mehreren Missbildungen betroffen sein.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, müssen Sie vor Beginn der Behandlung einen

negativen Schwangerschaftstest vorweisen und die Anweisungen Ihres Arztes zur Verhütung

befolgen. Ihr Arzt kann mehr als einen Schwangerschaftstest verlangen, um sicherzugehen, dass Sie

vor Beginn der Behandlung nicht schwanger sind.

Nehmen Sie Axympa nicht ein, wenn Sie stillen, da kleine Mengen des Arzneimittels in die

Muttermilch gelangen können.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurde nicht gezeigt, dass Axympa Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen hat.

Axympa enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 0,61 mmol (13,9 mg) Natrium pro Tablette. Dies ist besonders bei Patienten

unter einer kontrollierten Natriumdiät zu beachten.

3.

Wie ist Axympa einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Axympa wird Ihnen nur von einem Arzt verschrieben, der mit der Behandlung von

Transplantationspatienten Erfahrung hat. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn

Sie sich nicht sicher sind.

Wie viel müssen Sie einnehmen?

Die empfohlene Tagesdosis von Axympa beträgt 1440 mg (8 Tabletten zu 180 mg). Diese Dosis wird

auf zwei einzelne Gaben zu je 720 mg aufgeteilt (4 Tabletten zu 180 mg). Nehmen Sie Ihre Tabletten

morgens und abends ein.

Die erste Dosis von 720 mg erhalten Sie innerhalb von 72 Stunden nach Ihrer Transplantation.

Wenn Sie schwere Nierenprobleme haben

Ihre tägliche Dosis darf 1440 mg (8 Tabletten zu 180 mg) nicht überschreiten.

Wie ist Axympa einzunehmen?

Nehmen Sie die Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser ein.

Die Tabletten dürfen nicht zerbrochen oder zerstoßen werden. Nehmen Sie keine zerbrochenen oder

zersplitterten Tabletten ein.

Die Behandlung wird fortgesetzt, solange Sie eine Immunsuppression benötigen, um die Abstoßung des

Transplantats durch Ihren Körper zu verhindern.

Wenn Sie eine größere Menge Axympa eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge Axympa eingenommen haben, als Sie sollten, oder wenn jemand anderes

Ihre Tabletten eingenommen hat, sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt oder begeben Sie sich umgehend in

ein Krankenhaus. Medizinische Beobachtung kann notwendig sein. Bringen Sie Ihre Tabletten mit und

zeigen Sie diese dem Arzt oder dem Krankenhauspersonal. Sollten Sie keine Tabletten mehr haben,

bringen Sie die leere Verpackung mit.

Wenn Sie die Einnahme von Axympa vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme von Axympa vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald Sie sich daran

erinnern, es sei denn, es ist schon fast Zeit für die nächste Dosis. Nehmen Sie dann die nächste Dosis zur

üblichen Zeit ein. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um eine

vergessene Dosis auszugleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Axympa abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Axympa nicht ab, außer Ihr Arzt gibt Ihnen die Anweisung dazu.

Wenn Sie aufhören, Axympa zu nehmen, kann sich das Risiko erhöhen, dass Ihr Körper Ihr

Nierentransplantat abstößt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Ältere Patienten können wegen einer verminderten Immunabwehr mehr Nebenwirkungen haben.

Immunsuppressiva, Axympa eingeschlossen, verringern Ihre körpereigenen Abwehrmechanismen, um

die Abstoßung des transplantierten Organs zu verhindern. In der Folge ist Ihr Körper nicht mehr so gut

in der Lage, Infektionen abzuwehren. Wenn Sie Axympa einnehmen, können Sie daher mehr

Infektionen als sonst bekommen, z. B. Infektionen des Gehirns, der Haut, des Mundes, des Magens und

Darms, der Lungen und des Harntrakts.

Ihr Arzt wird regelmäßige Blutuntersuchungen durchführen, um jegliche Veränderungen der Zahl

Ihrer Blutzellen oder der Konzentration an Substanzen, die sich in Ihrem Blut befinden, wie z. B.

Zucker, Fett und Cholesterin, zu beobachten.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein:

Anzeichen einer Infektion, einschließlich Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, Müdigkeitsgefühl,

Schläfrigkeit/Benommenheit oder Antriebslosigkeit. Wenn Sie Axympa einnehmen, kann die

Anfälligkeit für Infektionen im Vergleich zum normalen Maß erhöht sein. Solche Infektionen

können verschiedene Körperregionen betreffen, die am häufigsten betroffenen sind die Nieren,

Harnblase, obere und/oder untere Atemwege.

Erbrechen von Blut, schwarzer oder blutiger Stuhl, Magen- oder Darmgeschwüre.

Drüsenschwellung, Entwicklung von neuem Hautwachstum oder Vergrößerung von bereits

bestehendem Hautwachstum oder Veränderungen eines schon vorhandenen Leberflecks. Eine

sehr geringe Zahl an Patienten, die Axympa eingenommen haben, entwickelte Hautkrebs oder

Lymphknotenkrebs, wie dies bei Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen, vorkommen

kann.

Falls Sie eine der oben aufgeführten Nebenwirkungen nach der Einnahme von Axympa bei sich

feststellen, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt.

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 von 10 Patienten)

Durchfall

verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen

Häufig (betrifft weniger als 1 von 10 Patienten)

verminderte Anzahl von roten Blutkörperchen. Dies kann zu Müdigkeit, Atemnot oder Blässe

(Anämie) führen.

unerwartete Blutungen und Blutergüsse (mögliche Anzeichen einer verminderten Anzahl an

Blutplättchen)

Kopfschmerzen

Husten

Bauch- oder Magenschmerzen, Entzündung der Magenschleimhaut, Gasansammlung

im Bauch, Verstopfung, Verdauungsstörung, Blähungen (Flatulenz), weiche Stühle,

Übelkeit, Erbrechen

Müdigkeit, Fieber

abweichende Ergebnisse bei Leber- oder Nierenfunktionstests

Atemwegsinfektionen

Gelegentlich (betrifft weniger als 1 von 100 Patienten)

schneller oder unregelmäßiger Puls, Flüssigkeit in der Lunge

eine Schwellung, die wie ein Beutel (Zyste) aussieht und Flüssigkeit (Lymphe) enthält

Zittern, Schlafschwierigkeiten

Jucken, Rötung und Schwellung der Augen, verschwommenes Sehen

Keuchende Atmung

Aufstoßen, schlechter Atem, Darmverschluss, Lippengeschwür, Sodbrennen, Zungenverfärbung,

trockener Mund, Zahnfleischentzündung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die zu schweren

Oberbauchschmerzen führt, Verschluss der Speicheldrüsen, Bauchfellentzündung

Knochen-, Blut- und Hautinfektion

blutiger Urin, Nierenschädigung, Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Haarausfall, Blutergüsse auf der Haut

Gelenkentzündung, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe

Appetitlosigkeit,

erhöhte

Blutspiegel

Lipiden, Zucker, Cholesterin oder

verminderte

Blutspiegel von Phosphat

Anzeichen einer Grippe oder eines grippalen Infekts (wie z. B. Müdigkeit, Schüttelfrost,

Halsschmerzen, schmerzende Gelenke oder Muskeln), geschwollene Fußknöchel und Füße,

Durst- oder Schwächegefühl ungewöhnliche Träume, Wahnwahrnehmungen

Unvermögen eine Erektion zu bekommen oder aufrecht zu erhalten

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Hautausschlag

Lungenbeschwerden wie: Kurzatmigkeit, Husten, infolge einer Bronchiektasie (Zustand, bei

dem die Atemwege der Lunge abnormal erweitert sind) und andere weniger häufige bakterielle

Infektionen, die meist zu einer schwerwiegenden Lungenfehlfunktion führen (Tuberkulose und

atypische myobakterielle Infektionen). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn sie anhaltenden

Husten oder Atemlosigkeit haben.

Andere Nebenwirkungen, die von Arzneimitteln berichtet wurden, die Axympa ähnlich sind

In der Arzneimittelgruppe, zu der Axympa gehört, wurden weitere Nebenwirkungen berichtet:

Entzündung des Dickdarms, durch Zytomegalieviren verursachte Entzündung der Magenschleimhaut,

Bildung eines Lochs in der Darmwand, das schwere Bauchschmerzen und möglicherweise Blutungen

hervorruft, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, eine niedrige Zahl einer bestimmten Art weißer

Blutkörperchen oder aller Blutzellen, schwerwiegende Infektionen, wie

z. B. Entzündung des Herzens und der Herzklappen und der Haut, die das Gehirn und das Rückenmark

bedeckt, und andere weniger häufige bakterielle Infektionen, die meist zu einer schwerwiegenden

Lungenfehlfunktion führen (Tuberkulose und atypische mykobakterielle Infektionen).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe

unten) anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5.

Wie ist Axympa aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Sie dürfen Axympa nicht verwenden, wenn Sie bemerken, dass das Arzneimittel sichtbare Veränderungen

aufweist.

Arzneimittel dürfen nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker,

wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz

der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Axympa enthält

Der Wirkstoff ist Mycophenolsäure (als Mycophenolat-Natrium).

Jede Tablette enthält 360 mg Mycophenolsäure.

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (E460), Croscarmellose-Natrium (E468), Povidon K30

(E1201), Talkum (E553b), hochdisperses wasserfreies Siliziumdioxid (E551), Magnesiumstearat

(E470b).

Filmüberzug:

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1), Talkum (E553b), Titandioxid (E 171), Triethylcitrat

(E1505), hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid (E551), Natriumhydrogencarbonat (E500),

Eisenoxid gelb (E172), Eisenoxid rot (E172), Natriumdodecylsulfat (E487).

Drucktinte auf der Tablette:

Schellackglasur, partiell esterifiziert (E904), Eisenoxid schwarz (E 172), Propylenglycol (E1520).

Wie Axympa aussieht und Inhalt der Packung

Axympa 360 mg magensaftresistente Tabletten sind pfirsichfarbene, runde, beidseitig gewölbte

Tabletten mit magensaftresistentem Überzug. Die Tabletten tragen auf einer Seite den Aufdruck „M2“

in schwarzer Drucktinte und sind auf der anderen Seite unbedruckt.

Axympa 360 mg magensaftresistente Tabletten sind in Blisterpackungen zu 50, 100, 120 und 250

Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.: +43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

Hersteller

Accord Healthcare Limited, Sage House,

319 Pinner Road, North Harrow,

Middlesex, HA1 4HF Vereinigtes Königreich

Pharmadox healthcare Ltd.

KW20A Kordin Industrial Park, Paola PLA 3000

Malta

Z.Nr.: 135171

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Land

Bezeichnung

Spanien

Axympa 360mg comprimidos gastrorresistentes EFG

Bulgarien

Axympa 360 mg gastro-resistant tablets

Tschechische

Republik

Axympa 360 mg enterosolventní tablety

Estland

Axympa

Ungarn

Axympa 360 mg gyomornedv ellenálló tabletta

Irland

Axympa360 mg Gastro-resistant Tablets

Litauen

Axympa 360 mg skrandyje neirios tabletės

Lettland

Axympa 360 mg zarnās šķīstošās tabletes

Malta

Axympa 360 mg Gastro-resistant Tablets

Polen

Axympa

Portugal

Axympa

Rumänien

Axympa 360 mg comprimate filmate gastro-rezistente

Slowenien

Axympa 360 mg gastrorezistentne tablete

Slowakische

Republik

Axympa 360 mg gastrorezistentné tablety

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2018.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Axympa 180 mg magensaftresistente Tabletten

Axympa 360 mg magensaftresistente Tabletten

2.

QUALITATIVE AND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Axympa 180 mg magensaftresistente Tabletten:

Jede magensaftresistente Tablette enthält 180 mg Mycophenolsäure (als Natrium-

Mycophenolat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Jede Tablette enthält 13,9 mg (0,61 mmol)

Natrium.

Axympa 360 mg magensaftresistente Tabletten:

Jede magensaftresistente Tablette enthält 360 mg Mycophenolsäure (als Natrium-

Mycophenolat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Jede Tablette enthält 27,9 mg (1,21 mmol)

Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Magensaftresistente Tablette

180 mg:

Limettengrüne, runde, bikonvexe Tabletten mit abgeschrägten Kanten und

magensaftresistentem Überzug. Die Tabletten tragen auf einer Seite den Aufdruck „M1“ in

schwarzer Drucktinte und sind auf der anderen Seite unbedruckt.

Hinweis: Die Tabletten haben einen Durchmesser von 10,80 ± 0,2 mm.

360 mg:

Pfirsichfarbene, ovale, bikonvexe Tabletten mit magensaftresistentem Überzug. Die Tabletten

tragen auf einer Seite den Aufdruck „M2“ in schwarzer Drucktinte und sind auf der anderen

Seite unbedruckt.

Hinweis: Die Tabletten haben eine Länge und Breite von 17,50 ± 0.2 mm und 10,35

0,2 mm.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Axympa wird in Kombination mit Ciclosporin und Kortikosteroiden eingesetzt zur

Prophylaxe der akuten Transplantatabstoßung bei erwachsenen Patienten nach einer

allogenen Nierentransplantation.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Axympa soll von entsprechend qualifizierten

Transplantationsspezialisten eingeleitet und fortgeführt werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosierung beträgt 720 mg zweimal täglich (Tagesgesamtdosis 1440 mg).

Diese Dosis an Mycophenolat-Natrium entspricht 1 g Mycophenolatmofetil zweimal täglich

(Tagesgesamtdosis 2 g), bezogen auf Mycophenolsäure (MPA).

Für weitere Informationen zu sich entsprechenden therapeutischen Dosen an Mycophenolat-

Natrium und Mycophenolatmofetil siehe Abschnitte 4.4 und 5.2.

Bei De-novo-Patienten sollte die Behandlung mit Axympa innerhalb von 72

Stunden nach der Transplantation begonnen werden.

Kinder und Jugendliche

Es liegen nicht genügend Daten vor, um die Wirksamkeit und Sicherheit von

Axympa bei Kindern und Jugendlichen zu belegen. In begrenztem Umfang sind für

pädiatrische Patienten nach Nierentransplantation pharmakokinetische Daten verfügbar

(siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Die empfohlene Dosis bei älteren Patienten ist 2-mal täglich 720 mg.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit verzögertem Funktionseintritt des Nierentransplantats nach der Operation

ist keine Anpassung der Dosis erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (glomeruläre Filtrationsrate < 25 ml × min

×1,73 m

–2

) sollten sorgfältig überwacht werden und die tägliche Dosis von Mycophenolsäure

Accord sollte 1440 mg nicht überschreiten.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei nierentransplantierten Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sind Dosisanpassungen

nicht erforderlich.

Behandlung während einer Abstoßungsreaktion

Renale Transplantat-Abstoßungsreaktionen führen zu keiner Änderung der Pharmakokinetik

von Mycophenolsäure (MPA); eine Änderung der Dosierung oder Unterbrechung der

Anwendung von Axympa ist nicht erforderlich.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Axympa kann zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon eingenommen werden. Die

Patienten können eine der beiden Möglichkeiten auswählen, sollten diese dann jedoch

beibehalten (siehe Abschnitt 5.2).

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des

Arzneimittels

Um die Unversehrtheit des magensaftresistenten Tablettenüberzuges zu erhalten, sollten die

Tabletten nicht zerstoßen werden.

Falls das Zerstoßen von Axympa nötig ist, ist die Aufnahme des Pulvers durch Inhalation oder

direkten Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut zu vermeiden. Falls es zu so einem Kontakt

kommt, gründlich mt Seife und Wasser waschen; Augen mit klarem Wasser spülen. Dies ist

aufgrund der teratogenen Wirkung von Mycophenolat erforderlich.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Mycophenolsäure darf bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame

Verhütungsmethode verwenden, nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.6).

Eine Mxcophenolsäure Behandlung darf bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne

Vorlage eines Schwangerschaftstestergebnisses nicht begonnen werden, um eine

unbeabsichtigte Anwendung während der Schwangerschaft auszuschließen (siehe

Abschnitt 4.6).

Mycophenolsäure darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer wenn

keine geeignete alternative Behandlung zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung

zur Verfügung steht (siehe Abschnitt 4.6).

Mycopheolsäure darf von stillenden Frauen nicht angewendet werden (siehe Abschnitt

4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Patienten, die eine Kombinationstherapie mit Immunsuppressiva inklusive Axympa erhalten,

sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Lymphomen oder Malignomen, insbesondere der

Haut, zu erkranken (siehe Abschnitt 4.8). Das Risiko hierfür scheint eher von der Intensität

und Dauer der Immunsuppression als von der Verwendung eines bestimmten Arzneimittels

abzuhängen. Um das Hautkrebsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren, wird grundsätzlich

geraten, sich nur begrenzt dem Sonnen- und UV-Licht aussetzen, schützende Kleidung tragen

und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen.

Patienten, die mit Axympa behandelt werden, sollten angewiesen werden, sofort über jedes

Anzeichen einer Infektion, ohne erkennbare Ursache auftretende Blutergüsse, Blutungen oder

andere Manifestationen einer Suppression des Knochenmarks zu berichten.

Patienten, die mit Immunsuppressiva, Axympa eingeschlossen, behandelt werden, haben ein

erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen (bakterielle, Pilz-, virale und Protozoen-

Infektionen), tödliche Infektionen und Sepsis (siehe Abschnitt 4.8). Zu den

opportunistischen Infektionen zählen die BK-Virus-assoziierte Nephropathie und die JC-

Virus-assoziierte progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML). Diese Infektionen

stehen oft in Zusammenhang mit einer hohen immunsuppressiven Belastung und können zu

schwerwiegenden Zuständen oder Todesfällen führen. Dies sollten Ärzte bei der

Differenzialdiagnose von immunsupprimierten Patienten mit einer Verschlechterung der

renalen Funktion oder mit neurologischer Symptomatik berücksichtigen.

Bei Patienten, die Mycophenolat-Natrium gleichzeitig mit anderen Immunsuppressiva

erhielten, wurde über Hypogammaglobulinämie im Zusammenhang mit rezidivierenden

Infektionen berichtet.

In manchen dieser Fälle führte die Umstellung von MPA-Derivaten auf ein anderes

Immunsuppressivum dazu, dass die IgG-Serumspiegel wieder normale Werte erreichten.

Bei Patienten unter Mycophenolat-Natrium-Behandlung, bei denen rezidivierende

Infektionen auftreten, sollten die Serum-Immunglobuline gemessen werden. In Fällen von

langanhaltender, klinisch relevanter Hypogammaglobulinämie sollten geeignete klinische

Maßnahmen ergriffen werden, wobei die ausgeprägte zytostatische Wirkung von

Mycophenolatmofetil auf die T- und B-Lymphozyten berücksichtigt werden sollte.

Bei Patienten, die Mycophenolat-Natrium gleichzeitig mit anderen Immunsuppressiva

erhielten, wurde über Bronchiektasien berichtet. In manchen dieser Fälle führte die

Umstellung von MPA-Derivaten auf ein anderes Immunsuppressivum zu einer

Verbesserung der respiratorischen Symptome. Das Risiko für Bronchiektasien ist

möglicherweise durch die Hypogammaglobulinämie oder einen direkten Effekt auf die

Lunge bedingt. Es gibt auch einzelne Berichte über interstitielle Lungenerkrankung (siehe

Abschnitt 4.8). Es wird empfohlen, Patienten, die persistierende Lungenbeschwerden wie

Husten und Dyspnoe entwickeln, im Hinblick auf eine zugrundeliegende Lungenerkrankung

zu untersuchen.

Es wurden Fälle von Erythroblastopenien (Pure Red Cell Aplasia [PRCA]) bei Patienten

berichtet, die mit MPA-Derivaten (einschließlich Mycophenolat-Mofetil und Mycophenolat-

Natrium) in Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurden. Der

Mechanismus, durch den MPA-Derivate PRCA induzieren können, ist nicht bekannt.

Möglicherweise hat eine Dosisreduktion bzw. der Abbruch der Therapie einen Rückgang der

PRCA zur Folge. Eine Änderung der Behandlung mit Axympa darf jedoch nur unter

geeigneter Kontrolle vorgenommen werden, um das Risiko einer Organabstoßung zu

minimieren (siehe Abschnitt 4.8).

Patienten, die mit Axympa behandelt werden, sind bezüglich des Auftretens von

Blutkrankheiten (z. B. einer Neutropenie oder Anämie – siehe Abschnitt 4.8) zu überwachen,

die auf Mycophenolsäure (MPA) selbst, auf die Begleitmedikation, virale Infektionen oder

eine Kombination dieser Ursachen zurückgeführt werden können. Von Patienten, die Axympa

einnehmen, sollte regelmäßig ein komplettes Blutbild erstellt werden: im ersten Monat

wöchentlich, im zweiten und dritten Monat 14-täglich und danach monatlich während des

ersten Behandlungsjahres. Sollten Bluterkrankungen auftreten (z. B. Neutropenie mit einer

absoluten Neutrophilenzahl < 1,5 × 10

/µl oder Anämie), muss

die Therapie mit Axympa möglicherweise unterbrochen oder beendet werden.

Die Patienten sollen informiert werden, dass Impfungen während der Behandlung mit

Axympa weniger wirksam sein können und dass die Impfung mit attenuierten

Lebendimpfstoffen vermieden werden sollte (siehe Abschnitt 4.5). Eine

Grippeschutzimpfung könnte vorteilhaft sein. Der verschreibende Arzt soll sich an die

nationalen Richtlinien zur Grippeschutzimpfung halten.

Da Derivate von MPA mit einer erhöhten Inzidenz von Nebenwirkungen im

Verdauungstrakt – einschließlich seltenen Fällen von gastrointestinalen Ulzera,

Blutungen und Perforation – in Verbindung gebracht wurden, sollte Axympa Patienten

mit aktiven, schwerwiegenden Erkrankungen des Verdauungstraktes nur mit Vorsicht

verabreicht werden. Es wird empfohlen, Axympa nicht zusammen mit Azathioprin zu

verabreichen, da die gleichzeitige Anwendung beider Arzneimittel nicht untersucht

wurde.

Mycophenolsäure (als Natriumsalz) und Mycophenolat-Mofetil dürfen aufgrund ihres

verschiedenen pharmakokinetischen Profils nicht wahllos ausgetauscht oder ersetzt werden.

Axympa wurde in Kombination mit Kortikosteroiden und Ciclosporin angewendet.

Es gibt nur begrenzte Erfahrung mit der gemeinsamen Anwendung mit Induktionstherapien,

wie z. B. Anti-T-Lymphozyten-Globulin oder Basiliximab. Die Wirksamkeit und Sicherheit

von Axympa in Kombination mit anderen Immunsuppressiva (z. B. Tacrolimus) wurde nicht

untersucht.

Die gleichzeitige Anwendung von Axympa und Arzneimitteln, die den enterohepatischen

Kreislauf beeinflussen, z. B. Colestyramin oder Aktivkohle, kann zu einer sub-

therapeutischen systemischen Exposition und verminderten Wirksamkeit von MPA führen.

Axympa ist ein IMPDH (Inosin-Monophosphat-Dehydrogenase)-Inhibitor. Deshalb sollte die

Anwendung von Axympa bei Patienten mit einem seltenen hereditären Mangel an

Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase (HGPRT), wie Lesch-Nyhan und Kelley-

Seegmiller-Syndrom, nicht angewandt werden.

Die Therapie mit Axympa darf nur begonnen werden, wenn ein negativer

Schwangerschaftstest vorliegt. Vor Beginn, während und 6 Wochen nach Beendigung der

Therapie mit Axympa muss eine wirksame Schwangerschaftsverhütung gegeben sein.

(siehe Abschnitt 4.6).

Teratogene Wirkungen

Mycophenolat wirkt beim Menschen stark teratogen. Fehlgeburten (Rate 45 % - 49 %) und

kongenitale Missbildungen (geschätzte Rate 23 %–27 %) sind nach MMF-Exposition in der

Schwangerschaft berichtet worden. Daher ist Mycophenolsäure in der Schwangerschaft

kontraindiziert, außer wenn keine geeignete alternative Behandlung zur Verfügung steht,

um eine Transplantatabstoßung zu verhindern. Weibliche Patienten im gebärfähigen Alter

müssen über die Risiken aufgeklärt werden und vor, während und nach Behandlung mit

Mycophenolsäure die Empfehlungen in Abschnitt 4.6 befolgen (z. B. Verhütungsmethoden,

Schwangerschaftstests). Ärzte sollen sicherstellen, dass Frauen, die Mycophenolat

anwenden, die Risiken einer Schädigung des Babys, die Notwendigkeit einer wirksamen

Verhütung und die Notwendigkeit im Fall

einer möglichen Schwangerschaft ihren Arzt sofort zu benachrichtigen, verstehen.

Verhütung (siehe Abschnitt 4.6)

Belastbare klinische Daten zeigen ein hohes Risiko für Fehlgeburten und kongenitale

Missbildungen bei Anwendung von Mycophenolatmofetil während der Schwangerschaft,

sodass eine Schwangerschaft während der Behandlung unbedingt zu vermeiden ist. Daher

müssen Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung, während der

Behandlung sowie noch für 6 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit

Mycophenolsäure mindestens eine zuverlässige Form der Kontrazeption (siehe Abschnitt

4.3) anwenden, es sei denn, Abstinenz wird als Verhütungsmethode gewählt. Vorzugsweise

sind zwei ergänzende Formen der Kontrazeption gleichzeitig anzuwenden, um das Risiko

für ein Versagen der Verhütung und eine ungewollte Schwangerschaft zu minimieren.

Empfehlungen zur Verhütung für Männer, siehe Abschnitt 4.6.

Schulungsmaterialien

Der Inhaber der Genehmigung für das Inverkehrbringen stellt Angehörigen der

Gesundheitsberufe Schulungsmaterialien zur Verfügung, um Patienten zu unterstützen, eine

Exposition des Fetus gegenüber Mycophenolsäure zu vermeiden, und um weitere wichtige

Sicherheitsinformationen bereitzustellen. Die Schulungsmaterialien werden die

Warnhinweise zur Teratogenität von Mycophenolsäure stützen, Ratschläge zur Verhütung

vor Beginn der Therapie und Anweisungen über die Notwendigkeit von

Schwangerschaftstests geben. Der Arzt soll Frauen im gebärfähigen Alter und, soweit

erforderlich, den männlichen Patienten vollumfängliche Patienteninformationen über das

teratogene Risiko und die Schwangerschaftsverhütungsmaßnahmen geben.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen

Patienten dürfen während und für mindestens 6 Wochen nach Abbruch einer Behandlung

mit Mycophenolsäure kein Blut spenden. Männer dürfen während und für 90 Tage nach

Abbruch einer Behandlung von Mycophenolsäure keinen Samen spenden.

Jede magensaftresistente Tablette Axympa 180 mg enthält 0,61 mmol (13,9 mg) Natrium.

Dies ist besonders bei Patienten unter einer kontrollierten Natriumdiät zu beachten.

Jede magensaftresistente Tablette Axympa 360 mg enthält 1,21 mmol

(27,9 mg) Natrium. Dies ist besonders bei Patienten unter einer kontrollierten Natriumdiät zu

beachten.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die folgenden Interaktionen zwischen Mycophenolsäure (MPA) und anderen Arzneimitteln

wurden berichtet:

Aciclovir und Ganciclovir

Das Gefährdungspotenzial für eine Myelosuppression bei Patienten, die sowohl Axympa als

auch Aciclovir oder Ganciclovir erhalten, wurde nicht untersucht. Gesteigerte Spiegel von

Mycophenolsäure-Glucuronid (MPAG) und Aciclovir/Ganciclovir können erwartet werden,

wenn Aciclovir/Ganciclovir und Axympa gemeinsam verabreicht werden; möglicherweise ist

dies das Ergebnis einer Konkurrenz der Substanzen bei der tubulären Sekretion.

Die Änderungen der MPAG-Pharmakokinetik sind bei Patienten mit adäquater Nierenfunktion

wahrscheinlich nicht klinisch signifikant. Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen besteht

allerdings die Möglichkeit der Erhöhung der MPAG- und Aciclovir/Ganciclovir-

Konzentrationen; die Dosierungsempfehlungen für Aciclovir/Ganciclovir sollten eingehalten

und die Patienten sorgfältig beobachtet werden.

Gastroprotektive Arzneimittel

Magnesium- und Aluminium-haltige Antazida:

Es wurde beobachtet, dass die AUC und C

von MPA um etwa 37 % bzw. 25 % verringert

sind, wenn eine einzige Dosis von Magnesium-Aluminium-haltigen Antazida zusammen mit

Axympa verabreicht wird. Magnesium-Aluminium-haltige Antazida können intermittierend

für die Behandlung einer gelegentlich auftretenden Dyspepsie eingenommen werden. Eine

tägliche Langzeitanwendung von Axympa und Magnesium- Aluminium-haltigen Antazida

wird wegen der Gefahr einer verringerten MPA-Exposition und Wirksamkeit nicht empfohlen.

Protonenpumpen-Inhibitoren

Bei gesunden Probanden konnte nach 4-tägiger gleichzeitiger Gabe von Mycophenolsäure

Accord und 2-mal täglich 40 mg Pantoprazol keine Änderung der Pharmakokinetik von MPA

beobachtet werden. Es gibt keine Daten zu anderen Protonenpumpen-Inhibitoren in hoher

Dosierung.

Orale Kontrazeptiva

Interaktionsstudien zwischen MMF und oralen Kontrazeptiva zeigen keine Interaktionen.

Aufgrund des metabolischen Profils von MPA werden auch keine Interaktionen zwischen

oralen Kontrazeptiva und Axympa erwartet.

Colestyramin und Gallensäuren-bindende Arzneimittel

Arzneimittel oder Therapien, die Gallensäuren binden können, wie zum Beispiel

Gallensäuren-Sequestrate oder oral verabreichte Aktivkohle, sollten wegen einer

möglicherweise reduzierten MPA-Exposition und damit verringerten Wirksamkeit von

Axympa nur mit Vorsicht gleichzeitig angewendet werden.

Ciclosporin

Bei stabilen nierentransplantierten Patienten wurde die Pharmakokinetik von Ciclosporin

durch die wiederholte Gabe von Axympa nicht beeinflusst. Die gemeinsame

Gabe von Ciclosporin und Mycophenolat-Mofetil führt jedoch zu einer verringerten MPA-

Exposition. Bei gemeinsamer Anwendung von Ciclosporin und Axympa kann Ciclosporin

die Konzentration von MPA ebenfalls senken (um ungefähr 20 %, wie aus Daten zu

Mycophenolatmofetil extrapoliert wurde), das genaue Ausmaß dieser Senkung ist

unbekannt, weil eine solche Interaktion nicht untersucht wurde. Da Studien zur

Wirksamkeit in Kombination mit Ciclosporin durchgeführt wurden, ändert diese

Interaktion die Dosierungsempfehlung für Axympa jedoch nicht. Für den Fall einer

Unterbrechung oder Beendigung der Ciclosporin-Einnahme sollte die Dosierung von

Axympa in Abhängigkeit vom immunsuppressiven Protokoll neuerlich überprüft werden.

Tacrolimus

In einer Calcineurin-Crossover-Studie an Patienten mit stabilem Nierentransplantat wurde die

Steady-state-Pharmakokinetik von Axympa sowohl bei einer gleichzeitigen Behandlung mit

Neoral (Ciclosporin) als auch bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Tacrolimus gemessen.

Bei einer Tacrolimus-Behandlung lag die mittlere AUC von MPA 19 % (90 % CI: –3, +47)

höher, die mittlere AUC von MPAG hingegen ca. 30 % (90 % CI: 16, 42) niedriger im

Vergleich zu einer Behandlung mit Neoral. Zusätzlich verdoppelte sich beim Wechsel von

Neoral zu Tacrolimus die intraindividuelle Variabilität der AUC von MPA. Kliniker sollten

diese Erhöhung der AUC und der Variabilität von MPA berücksichtigen und abhängig von

der klinischen Situation die Dosierung von Axympa anpassen. Eine engmaschige klinische

Überwachung sollte erfolgen, wenn ein Wechsel von einem Calcineurin-Inhibitor zu einem

anderen Calcineurin- Inhibitor geplant ist.

Attenuierte Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe sollten bei Patienten mit verminderter Immunantwort nicht angewendet

werden. Bei anderen Impfstoffen kann die Antikörperbildung verringert sein.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Eine Schwangerschaft während der Anwendung von Mycophenolat ist unbedingt zu vermeiden.

Daher müssen Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung, während der

Behandlung sowie noch für 6 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit Axympa

mindestens eine zuverlässige Form der Kontrazeption (siehe Abschnitt 4.3) anwenden, es sei

denn, Abstinenz wird als Verhütungsmethode gewählt. Vorzugsweise sind zwei ergänzende

Formen der Kontrazeption gleichzeitig anzuwenden.

Schwangerschaft

Mycophenolsäure ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, außer wenn es keine geeignete

alternative Behandlung zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung gibt. Eine Behandlung

darf ohne Vorlage eines negativen Schwangerschaftstestergebnisses nicht begonnen werden,

um eine unbeabsichtigte Anwendung während der Schwangerschaft auszuschließen.

Weibliche und männliche Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter müssen zu Beginn der

Behandlung über das erhöhte Risiko für Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen

informiert werden und zu Schwangerschaftsverhütung und –planung beraten werden.

Vor Beginn einer Mycophenolsäure Behandlung müssen Frauen im gebärfähigen Alter zwei

negative Serum- oder Urin-Schwangerschaftstests mit einer Sensitivität von mindestens 25

mIE/ml vorweisen, um eine unbeabsichtigte Exposition des Embryos gegenüber Mycophenolat

auszuschließen. . Es wird empfohlen, 8 – 10 Tage nach dem ersten Test den zweiten Test

durchzuführen. Wenn es bei Transplantaten verstorbener Spender nicht möglich ist, zwei Tests

im Abstand von 8 - 10 Tagen vor Behandlungsbeginn durchzuführen (aufgrund der zeitlich

nicht planbaren Verfügbarkeit eines Transplantats), muss ein Schwangerschaftstest unmittelbar

vor Behandlungsbeginn und ein weiterer Test 8 - 10 Tage danach durchgeführt werden.

Schwangerschaftstests sollen wiederholt werden, falls klinisch indiziert (z. B. nachdem eine

Verhütungslücke berichtet wurde). Die Ergebnisse aller Schwangerschaftstests sollen mit den

Patientinnen besprochen werden. Die Patientinnen sind darauf hinzuweisen, dass sie ihren Arzt

sofort benachrichtigen müssen, falls sie schwanger geworden sind.

Mycophenolsäure ist ein beim Menschen stark wirksames Teratogen, bei dem bei Exposition in

der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen

besteht.

Fehlgeburten wurden bei 45 % bis 49 % der schwangeren Frauen berichtet, die

Mycophenolatmofetil angewendet haben, verglichen mit einer berichteten Rate von 12 % bis

33 % bei Patienten mit solider Organtransplantation, die mit anderen Immunsuppressiva als

Mycophenolatmofetil behandelt wurden.

Nach Berichten in der Literatur traten Missbildungen bei 23 % bis 27 % der Lebendgeburten

bei Frauen auf, die Mycophenolatmofetil während der Schwangerschaft angewendet hatten

(verglichen mit 2 % bis 3 % bei Lebendgeburten in der Allgemeinpopulation und ungefähr 4 %

bis 5 % bei Lebendgeburten bei soliden Organtransplantationsempfängern, die mit anderen

Immunsuppressiva als Mycophenolatmofetil behandelt wurden).

Nach der Markteinführung wurde bei Kindern von mit Mycophenolatmofetil in Kombination

mit anderen Immunsuppressiva während der Schwangerschaft behandelten Patienten, über

angeborene Missbildungen, einschließlich multipler Missbildungen, berichtet. Die folgenden

Missbildungen wurden am häufigsten berichtet:

Missbildungen der Ohren (z. B. anormal geformtes oder fehlendes Außen-/Mittelohr), Atresie

des äußeren Gehörgangs (Mittelohr);

Missbildungen im Gesicht, wie z. B. Lippenspalte, Gaumenspalte, Mikrognathie und

Hypertelorismus der Augenhöhlen;

Anomalien der Augen (z. B. Kolobom);

Kongenitale Herzerkrankungen, wie z. B. atriale und ventrikuläre Septumdefekte;

Missbildungen der Finger (z. B. Polydaktylie, Syndaktylie);

Tracheoösophageale Missbildungen (z. B. ösophageale Atresie);

Missbildungen des Nervensystems, wie z. B. Spina bifida;

Anomalien der Niere.

Zusätzlich gab es einzelne Berichte über folgende Missbildungen:

Mikrophthalmie;

Kongenitale Plexus choroideus-Zysten;

Agenesie des Septum pellucidum;

Agenesie des olfaktorischen Nervs.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Mycophenolsäure tritt in die Muttermilch von stillenden Ratten über. Es ist nicht bekannt, ob

Axympa

beim

Menschen

Muttermilch

übertritt.

Aufgrund

Risikos

schwerer

Nebenwirkungen beim gestillten Säugling ist Axympa für stillende Mütter kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Es wurden keine spezifischen Studien zur Auswirkung von Axympa auf die Fertilität beim

Menschen durchgeführt. In einer Tierstudie zur Fertilität bei männlichen und weiblichen

Ratten konnten bis zu einer Dosis von 40 mg/kg bzw. 20 mg/kg keine Auswirkungen

festgestellt werden (siehe Abschnitt 5.3)

Männer

Begrenzte klinische Daten deuten nicht darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Missbildungen

oder Fehlgeburten infolge einer Mycophenolatmofetil-Exposition des Vaters besteht.

MPA ist ein stark wirksames Teratogen. Es ist nicht bekannt, ob MPA in den Samen gelangt.

Berechnungen anhand von tierexperimentellen Daten zeigen, dass die Höchstmenge MPA, die

möglicherweise auf Frauen übertragen werden könnte, so gering ist, dass sie wahrscheinlich

keine Auswirkung haben würde. In Tierversuchen war Mycophenolat in Konzentrationen

genotoxisch, die nur geringfügig über der therapeutischen Exposition beim Menschen liegen,

sodass das Risiko genotoxischer Effekte auf Spermazellen nicht völlig ausgeschlossen werden

kann.

Deswegen werden folgende Vorsichtsmaßnahmen empfohlen: Sexuell aktive männliche

Patienten oder ihre Partnerinnen sollen während der Behandlung des Patienten und für

mindestens 90 Tage nach Beendigung der Behandlung mit Mycophenolatmofetil eine

hochwirksame Verhütungsmethode anwenden. Fortpflanzungsfähige männliche Patienten

sollen von qualifiziertem medizinischem Fachpersonal über die möglichen Risiken ein Kind zu

zeugen informiert und entsprechend beraten werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Die Wirkungsweise, das pharmakodynamische Profil

und die beobachteten Nebenwirkungen lassen erwarten, dass ein Einfluss unwahrscheinlich

ist.

4.8

Nebenwirkungen

Die nachfolgend genannten unerwünschten Wirkungen umfassen Nebenwirkungen, die

während klinischer Studien beobachtet wurden.

Maligne Erkrankungen

Patienten, die unter Behandlung mit Immunsuppressiva stehen und hierzu eine Kombination

von Arzneimitteln einschließlich Mycophenolsäure (MPA) erhalten, sind einem erhöhten

Risiko ausgesetzt, an Lymphomen und anderen Malignomen, insbesondere der Haut, zu

erkranken (siehe Abschnitt 4.4). Lymphoproliferative Erkrankungen oder Lymphome

entwickelten 2 (0,9 %) der De-Novo-Patienten und 2 (1,3 %) der Patienten mit länger

zurückliegender Transplantation, die bis zu einem Jahr Axympa erhielten. Nicht

melanomartige Hautkarzinome traten bei 0,9 % der De-novo- Patienten und 1,8 % der

Patienten auf, deren Transplantation länger zurücklag und die Axympa bis zu einem Jahr

einnahmen; andere maligne Veränderungen wurden bei 0,5 % der De-novo- Patienten und

0,6 % der Patienten mit länger zurückliegender Transplantation beobachtet.

Opportunistische Infektionen

Alle Transplantationspatienten sind einem erhöhten Risiko für opportunistische Infektionen

ausgesetzt; das Risiko steigt mit der Gesamtbelastung durch die immunsuppressive

Medikation (siehe Abschnitt 4.4). Die häufigsten opportunistischen Infektionen bei Patienten ,

die nach einer De-novo-Nierentransplantation Axympa zusammen mit anderen

Immunsuppressiva in kontrollierten klinischen Studien mit einem Jahr Nachbeobachtung

erhielten, waren Cytomegalievirus (CMV), Candidiasis und Herpes simplex. CMV-

Infektionen (Serologie, Virämie oder klinisches Bild) wurden bei 21,6 % der De-novo-

Transplantierten und bei 1,9 % der vorbehandelten Patienten beobachtet.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten kann grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen einer

Immunsuppression bestehen.

Andere Nebenwirkungen

Tabelle 1 enthält Nebenwirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich auf Axympa

zurückzuführen sind und während kontrollierter klinischer Studien bei nierentransplantierten

Patienten auftraten, denen Axympa zusammen mit Ciclosporin-Mikroemulsion und

Kortikosteroiden in einer Dosierung von 1440 mg täglich für 12 Monate verabreicht wurde. Die

Angaben sind nach den MedDRA-Organklassen zusammengestellt.

Die Nebenwirkungen sind gemäß den folgenden Kategorien aufgelistet:

Sehr häufig

(≥1/10)

Häufig

(≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000 bis <1/100)

Selten

(≥1/10.000 bis <(1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Tabelle 1

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig:

Virale, bakterielle und Pilzinfektionen

Häufig:

Infektionen der oberen Atemwege, Pneumonie

Gelegentlich:

Wundinfektionen, Sepsis*, Osteomyelitis*

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließlich Zysten und

Polypen)

Gelegentlich:

Papillom der Haut*, Basalzellkarzinom*, Kaposi-Sarkom*,

lymphoproliferative Erkrankungen, Plattenepithelkarzinom*

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Leukopenie

Häufig:

Anämie, Thrombozytopenie

Gelegentlich:

Lymphopenie*, Neutropenie*, Lymphadenopathie*

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich:

Anorexie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus*, Hypercholesterinämie*,

Hypophosphatämie

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich:

Ungewöhnliche Träume*, Wahnwahrnehmung*, Schlaflosigkeit*

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen

Gelegentlich:

Tremor

Augenerkrankungen

Gelegentlich:

Konjunktivitis*, verschwommenes Sehen*

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Tachykardie, ventrikuläre Extrasystolen

Gefäßerkrankungen:

Gelegentlich

Lymphozele*

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig:

Husten

Gelegentlich:

Lungenstauung*, Stenoseatmung*, Lungenödeme*

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Diarrhö

Häufig:

Bauchblähung, abdominelle Schmerzen, Verstopfung, Dyspepsie,

Blähungen, Gastritis, Übelkeit, Erbrechen

Gelegentlich:

Schmerzhafte Bauchdeckenspannung, gastrointestinale Blutung,

Aufstoßen, Mundgeruch*, Ileus*, Lippenulzeration*, Ösophagitis*,

Subileus*, Zungenverfärbung*, Mundtrockenheit*, gastroösophageale

Refluxkrankheit*, Gingivahyperplasie*, Pankreatitis, Verstopfung des

Ductus parotideus*, peptisches Ulcus*, Peritonitis*

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Abnorme Leberfunktionstests

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich:

Alopezie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich:

Arthritis*, Rückenschmerzen*, Muskelkrämpfe

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Anstieg des Blut-Kreatinins

Gelegentlich:

Hämaturie*, renale tubuläre Nekrose*, Harnröhrenverengung

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich:

Impotenz*

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Müdigkeit, Fieber

Gelegentlich:

Influenza-artige Erkrankungen, Ödeme an den unteren Extremitäten*,

Schmerzen, Rigor*, Durst*, Schwäche*

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Gelegentlich:

Kontusion*

* Der Fall trat nur bei einem einzigen Patienten (von 372 Patienten) auf.

Anmerkung: Nierentransplantierte Patienten wurden bis zu einem Jahr mit 1440 mg Axympa

täglich behandelt. Bei der De-novo- und der vorbehandelten Population trat ein

vergleichbares Nebenwirkungsprofil auf, wenngleich die Häufigkeiten bei Patienten mit

länger zurückliegender Transplantation tendenziell niedriger waren.

Aus Erfahrungen seit der Markteinführung ist bekannt, dass Hautausschlag eine

Arzneimittelnebenwirkung sein kann.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Es gibt vereinzelte Berichte von interstitieller Lungenerkrankung bei Patienten, die mit

Mycophenolat-Natrium in Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurden. Es

gibt auch Berichte von Bronchiektasen in Kombination mit anderen Immunsuppressiva.

Erkrankungen des Immunsystems

Hypogammaglobulinämie wurde bei Patienten, die mit Mycophenolat-Natrium in

Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurden, berichtet.

Die folgenden zusätzlichen Nebenwirkungen werden mit einem Klassen-Effekt der MPA-

Derivate in Zusammenhang gebracht:

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Kolitis, CMV-Gastritis, intestinale Perforation, Magenulcera, Duodenalulcera.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Schwere, lebensbedrohliche Infektionen einschließlich Meningitis, infektiöser Endokarditis,

Tuberkulose und atypischer mykobakterieller Infektionen. Bei mit Immunsuppressiva,

einschließlich Axympa, behandelten Patienten wurden sowohl Fälle von

BK-Virus-assoziierter Nephropathie als auch von JC-Virus-assoziierter progressiver

multifokaler Leukoenzephalopathie (PML) berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Neutropenie, Panzytopenie.

Es wurden Fälle von Erythroblastopenien (Pure Red Cell Aplasia [PRCA]) bei Patienten

berichtet, die mit MPA-Derivaten behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.4).

Vereinzelt wurden bei Patienten, die mit MPA-Derivaten behandelt wurden, morphologische

Veränderungen der Neutrophilen, einschließlich der erworbenen Pelger-Huet-Anomalie,

beobachtet. Diese Veränderungen gehen nicht mit einer eingeschränkten Funktion der

Neutrophilen einher. Vielmehr lassen hämatologische Untersuchungen auf eine

„Linksverschiebung“ der Neutrophilen und deren Reifungsmuster schließen, was

fälschlicherweise als Anzeichen einer Infektion bei immunsupprimierten Patienten – wie

unter einer Therapie mit Axympa– interpretiert werden kann.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Bei Patienten, die Mycophenolatmofetil angewendet haben, wurden Fälle von Fehlgeburten

berichtet, die hauptsächlich im ersten Trimenon auftraten, siehe Abschnitt 4.6.

Kongenitale Erkrankungen

Nach der Markteinführung wurden bei Kindern von mit Mycophenolatmofetil in

Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelten Patienten kongenitale

Missbildungen beobachtet, siehe Abschnitt 4.6.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Es gibt Berichte über absichtliche und unbeabsichtigte Fälle einer Überdosierung mit

Axympa, bei denen jedoch nicht alle Patienten damit verbundene Nebenwirkungen

hatten.

In den Fällen, in denen eine Nebenwirkung berichtet worden ist, deckt sich das Ereignis mit

dem bekannten Sicherheitsprofil der Klasse (vor allem Blutbildveränderungen, Sepsis...)

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Obwohl eine Dialyse zur Entfernung des inaktiven Metaboliten MPAG eingesetzt werden

könnte, ist nicht zu erwarten, dass klinisch signifikante Mengen des aktiven Bestandteils

Mycophenolsäure (MPA) entfernt werden können. Dies liegt vor allem an der sehr hohen

Plasmaproteinbindung von MPA von 97 %. Gallensäurebindende Substanzen wie

Colestyramin können die systemische MPA-Exposition reduzieren, indem sie in den

enterohepatischen Kreislauf von MPA eingreifen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva: Selektive Immunsuppressiva,

ATC-Code: L04AA06

Mycophenolsäure (MPA) ist ein potenter, selektiver, nicht kompetitiver und reversibler

Inhibitor der Inosin-Monophosphat-Dehydrogenase und hemmt daher den De-novo-

Syntheseweg von Guanosin-Nukleotiden, ohne dabei in die DNA inkorporiert zu werden. Da

die Proliferation von T- und B-Lymphozyten entscheidend von der De-novo-Synthese von

Purinen abhängig ist, wohingegen andere Zelltypen einen Salvage-Pathway nutzen können,

hat MPA einen stärkeren zytostatischen Effekt auf Lymphozyten als auf andere Zellen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Anwendung wird Mycophenolat-Natrium nahezu vollständig resorbiert. Zu einer

magensaftresistenten Formulierung passend, betrug die Zeit bis zur maximalen

Mycophenolsäure (MPA)-Konzentration (t

) 1,5 – 2 Stunden. Ungefähr 10 % aller morgens

ermittelten pharmakokinetischen Profile zeigten eine Verzögerung der t

, manchmal bis zu

einigen Stunden, ohne einen erwarteten Einfluss auf die MPA-Exposition über 24

Stunden/Tag.

Bei stabilen nierentransplantierten Patienten, die Ciclosporin als Basis-Immunsuppression

erhielten, betrug die gastrointestinale Resorption von MPA 93 % und die absolute

Bioverfügbarkeit 72 %. Die Pharmakokinetik von Axympa verhält sich dosisproportional

und linear über den untersuchten Dosisbereich von 180 bis 2160 mg.

Im Vergleich zu Nüchtern-Bedingungen hatte die Verabreichung einer einzelnen Dosis von

720 mg Axympa mit einer fettreichen Mahlzeit (55 g Fett, 1000 Kalorien)

keinen Einfluss auf die systemische Verfügbarkeit von MPA (AUC), dem für die Wirksamkeit

relevantesten pharmakokinetischen Parameter. Es kam jedoch zu einem Abfall der maximalen

MPA-Konzentration (C

) um 33 %. Zusätzlich waren t

und t

durchschnittlich 3 bis 5

Stunden verzögert, wobei einige Patienten eine t

von > 15 Stunden aufwiesen. Der Einfluss

von Nahrung führt möglicherweise zu einer Überlappung der Resorption von einem zum

nächsten Dosisintervall von Axympa. Es wurde allerdings nicht gezeigt, dass dieser Effekt

klinisch signifikant ist.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen von MPA im Steady State beträgt 50 Liter. Sowohl MPA als auch

Mycophenolsäure-Glucuronid (MPAG) werden in hohem Maß an Proteine gebunden (97 %

bzw. 82 %). Die Konzentration von freier MPA kann unter Bedingungen mit reduzierten

Proteinbindungsstellen ansteigen (Urämie, Leberversagen, Hypoalbuminämie, gleichzeitige

Verabreichung von Medikamenten mit hoher Proteinbindung). Dies kann bei Patienten das

Risiko von MPA-abhängigen Nebenwirkungen erhöhen.

Elimination

Die Halbwertszeit von MPA beträgt etwa 12 Stunden, die Clearance liegt bei 8,6 l/Stunde.

Metabolisierung

MPA wird hauptsächlich durch die Glucuronyltransferase metabolisiert, die das phenolische

Glucuronid von MPA, Mycophenolsäure-Glucuronid (MPAG) bildet. MPAG ist der

Hauptmetabolit von MPA und zeigt keine biologische Aktivität. Bei stabilen

nierentransplantierten Patienten, die Ciclosporin als Basis-Immunsuppression erhalten,

werden ungefähr 28 % der oralen Axympa Dosis präsystemisch zu MPAG umgewandelt. Die

Halbwertszeit von MPAG ist länger als die von MPA, sie beträgt ungefähr 16 Stunden, die

Clearance liegt bei 0,45 l/Stunde.

Ausscheidung

Obwohl vernachlässigbare Mengen von MPA im Urin vorhanden sind (< 1,0 %), wird der

Großteil von MPA über den Urin als MPAG ausgeschieden. Über die Galle ausgeschiedenes

MPAG wird durch die Darmflora dekonjugiert. MPA, die durch diese Dekonjugation entsteht,

kann dann reabsorbiert werden. Etwa 6 – 8 Stunden nach Verabreichung einer Dosis Axympa

kann in Übereinstimmung mit der Reabsorption von dekonjugierter MPA eine zweite

Spitzenkonzentration von MPA gemessen werden. Typisch für die verschiedenen MPA-

Präparate ist die große Variabilität der Talspiegel im Blut. Ungefähr bei 2 % der mit Axympa

behandelten Patienten wurden hohe morgendliche Tal-Blutspiegel (C

> 10 µg/ml) beobachtet.

Über die Studien hinweg zeigte die AUC im Steady- State (0 – 12 Stunden), die als Indikator

für die Gesamtexposition gilt, eine geringere Variabilität als die entsprechenden Tal-

Blutspiegel (C

trough

Pharmakokinetik bei nierentransplantierten Patienten unter Immunsuppression auf

Ciclosporin-Basis

Tabelle 2 zeigt die mittleren pharmakokinetischen Parameter von MPA nach

Verabreichung von Axympa. In der frühen Posttransplantationsperiode betrugen die

mittlere

AUC von MPA und die mittlere c

von MPA ungefähr die Hälfte

derjenigen Werte, die 6

Monate nach der Transplantation gemessen wurden.

Tabelle 2 Mittlere (SD) pharmakokinetische Parameter von MPA nach oraler

Gabe von Axympa an nierentransplantierte Patienten unter

Immunsuppression auf Ciclosporin-Basis

Erwachsene Langzeit-

Mehrfachdosierung

720 mg zweimal täglich

(Studie ERLB 301)

n = 48

Dosis

t

max

*

(h)

c

max

(µg/ml)

AUC 0-12

(µg x h/ml)

14 Tage nach Transplantation.

720 mg

13,9 (8,6)

29,1 (10,4)

3 Monate nach

Transplantation

720 mg

24,6 (13,2)

50,7 (17,3)

6 Monate nach

Transplantation

720 mg

23,0 (10,1)

55,7 (14,6)

Dosis

t

max

*

(h)

c

max

(µg/ml)

AUC 0-12

(µg x h/ml)

Erwachsene Langzeit-

Mehrfachdosierung

720 mg zweimal täglich

18 Monate nach

Transplantation

(Studie ERLB 302)

n = 18

720 mg

18,9 (7,9)

57,4 (15,0)

Dosis

t

max

*

(h)

c

max

(µg/ml)

AUC o-

(µg x h/ml)

Kinder

450 mg/m

Einzeldosis

(Study ERL 0106)

n = 16

450 mg/m

31,9 (18,2)

74,5 (28,3)

* Median

Nierenfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik von MPA war über das Spektrum der normalen

Nierenfunktion bis hin zur völligen Niereninsuffizienz unverändert. Im Gegensatz

dazu stieg die MPAG-Exposition

mit abnehmender Nierenfunktion an; die MPAG-Exposition war bei Anurie etwa 8-mal

höher. Die Clearance von MPA und MPAG wird durch Hämodialyse nicht beeinflusst. Die

Konzentration an freier MPA kann bei Niereninsuffizienz signifikant ansteigen.

Dies könnte durch die verminderte Plasmaproteinbindung von MPA aufgrund von

hohen Harnstoff- Konzentrationen im Blut verursacht werden.

Leberfunktionsstörung

Bei Probanden mit alkoholbedingter Zirrhose blieb die hepatische MPA-

Glucuronisierung durch die Leberparenchym-Erkrankung relativ unbeeinflusst.

Die Auswirkungen einer Lebererkrankung auf diesen Prozess hängen

wahrscheinlich von der speziellen Erkrankung ab. Lebererkrankungen mit

vorwiegend biliärer Schädigung, wie z. B. primär biliäre Zirrhose, können einen

anderen Effekt haben.

Kinder und Jugendliche

Über die Anwendung von Axympa bei Kindern und Jugendlichen stehen limitierte Daten zur

Verfügung. In obiger Tabelle 2 werden die mittleren (SD) pharmakokinetischen Parameter

von MPA bei stabilen pädiatrischen nierentransplantierten Patienten (Alter: 5 bis 16 Jahre)

unter Immunsuppression mit Ciclosporin dargestellt. Die mittlere AUC von MA bei einer

Dosis von 450 mg/m

war vergleichbar mit derjenigen bei Erwachsenen unter einer Dosis von

720 mg Axympa. Die mittlere Clearance von MPA betrug ungefähr 6,7 l/h/m

Geschlecht

Es gibt keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Pharmakokinetik von

Axympa.

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik bei älteren Patienten wurde formal nicht untersucht. Die MPA-

Exposition scheint mit dem Alter nicht klinisch signifikant zu variieren.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die in Toxizitätsstudien mit Mehrfachdosierungen mit Mycophenolat-Natrium an Ratten und

Mäusen primär betroffenen Organe waren das hämatopoetische und lymphoide System.

Aplastische, regenerative Anämie wurde als dosislimitierende Toxizität bei Nagern, denen

MPA verabreicht wurde, identifiziert. Die Auswertung von Myelogrammen zeigte eine

deutliche Abnahme der erythroiden Zellen (polychromatische Erythroblasten und

Normoblasten), eine dosisabhängige Vergrößerung der Milz und einen Anstieg der

extramedullären Hämatopoese. Diese Effekte traten bei einer systemischen Exposition auf,

die gleich oder niedriger war als die klinische Exposition bei der empfohlenen Dosis von

1,44 g Axympa /Tag für Patienten nach einer Nierentransplantation.

An Hunden wurden gastrointestinale Effekte bei einer systemischen Exposition beobachtet,

die gleich oder niedriger als die klinische Exposition bei der empfohlenen Dosis war.

Das nicht klinische Toxizitätsprofil von Mycophenolsäure (als Natriumsalz) stimmt offenbar

mit den Nebenwirkungen überein, die beim Menschen in klinischen Studien beobachtet

wurden, die derzeit die relevantesten Sicherheitsdaten für die Patientenpopulation darstellen

(siehe Abschnitt 4.8).

Drei Assays zur Genotoxizität (in vitro Maus-Lymphoma-Assay, Mikrokerntest an V97-

Zelllinien vom Chinesischen Hamster und in vivo Knochenmark-Mikronukleus-Test bei

Mäusen) zeigten, dass Mycophenolsäure (MPA) das Potenzial zur Verursachung

chromosomaler Aberrationen hat. Diese Effekte lassen sich auf die pharmakodynamische

Wirkung, d. h. Inhibierung der Nukleotidsynthese in anfälligen Zellen, zurückführen. Andere

In-vitro-Tests zur Genmutation zeigten keine genotoxische Aktivität.

Mycophenolsäure (als Natriumsalz) zeigte bei Ratten und Mäusen keine tumorigene Wirkung.

Die höchste Dosis, die bei Kanzerogenitätsstudien in Tieren getestet wurde, führte zu einer

ca. 0,6- bis 5-mal höheren systemischen Exposition (AUC oder c

) als die, die bei

nierentransplantierten Patienten bei der empfohlenen Dosis von 1,44 g/Tag beobachtet wurde.

Mycophenolsäure (als Natriumsalz) hatte keinen Effekt auf die Fruchtbarkeit von männlichen

und weiblichen Ratten bei Dosen bis zu Konzentrationen, bei denen eine allgemeine Toxizität

und Embryotoxizität beobachtet wurde.

In einer Studie mit Mycophenolsäure (als Natriumsalz) zur Teratogenität an Ratten wurden bei

einer

Dosierung

mg/kg

Missbildungen

Nachkommen

einschließlich

Anophthalmie, Exencephalie und Hernia umbilicalis beobachtet. Die systemische Exposition

bei dieser Dosierung beträgt das 0,05-Fache der klinischen Exposition von 1,44 g Axympa

/Tag (siehe Abschnitt 4.6).

In einer prä- und postnatalen Entwicklungsstudie in Ratten verursachte Mycophenolsäure (als

Natriumsalz) Entwicklungsverzögerungen (abnorme Pupillenreflexe bei weiblichen und

Lösung der Vorhaut bei männlichen Tieren) nach Behandlung mit der Höchstdosis von

3 mg/kg , dabei wurden auch Missbildungen beobachtet.

Mycophenolsäure (als Natriumsalz) zeigte phototoxisches Potenzial in einem in vitro

durchgeführten 3T3-NRU-Phototoxizitätstest.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose (E460)

Croscarmellose-Natrium (E468)

Povidon K30 (E1201)

Talkum (E553b)

Hochdisperses, wasserfreies Siliciumdioxid (E551)

Magnesiumstearat (E470b)

Filmüberzug

180 mg:

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1)

Talkum (E553b)

Titandioxid (E171)

Triethylcitrat (E1505)

Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid (E551)

Natriumhydrogencarbonat (E500)

Eisenoxid gelb (E172)

Indigotin I Lack (E132)

Natriumdodecylsulfat (E487)

360 mg: Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1)

Talkum (E 553b)

Titandioxid (E171)

Triethylcitrat (E1505)

Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid (E551)

Natriumhydrogencarbonat (E500)

Eisenoxid gelb (E172)

Eisenoxid rot (E172)

Natriumdodecylsulfat (E487)

Drucktinte

Schellackglasur, partiell esterifiziert (E904)

Eisenoxid schwarz (E172)

Propylenglycol (E1520)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

30 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen

Lagerungsbedingungen erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Die Tabletten sind in Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen mit 10 Tabletten pro Blister

in Faltschachteln zu 20 (nur 180 mg), 50, 100, 120 und 250 Tabletten verpackt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Um die Unversehrtheit des magensaftresistenten Tablettenüberzuges zu erhalten, sollten die

Tabletten nicht zerstoßen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Es wurde gezeigt, dass Mycophenolsäure einen teratogenen Effekt hat (siehe Abschnitt 4.6).

Falls das Zerstoßen von Axympa nötig ist, ist die Aufnahme des Pulvers durch Inhalation

oder direkten Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut zu vermeiden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterialien müssen gemäß den lokal gültigen

gesetzlichen Bestimmungen entsorgt werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.: +43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Axympa 180 mg magensaftresistente Tabletten: 135170

Axympa 360 mg magensaftresistente Tabletten: 135171

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 07.10.2013

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 27.01.2016

10.

STAND DER INFORMATION

02/2018

REZEPT- UND APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten

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