Avalox Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
moxifloxacinum
Verfügbar ab:
Bayer (Schweiz) AG
ATC-Code:
J01MA14
INN (Internationale Bezeichnung):
moxifloxacinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
moxifloxacinum 400 mg bis moxifloxacini hydrochloridum 436.8 mg, cellulosum microcristallinum, carmellosum natricum nur zusammen gehalten, lactosum monohydricum 68 mg, magnesium stearas, Überzug: hypromellosum, macrogolum 4000, E 171, E 172 (rot), für compresso haze, Natrium 2.79 mg.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Infektionskrankheiten
Zulassungsnummer:
55213
Berechtigungsdatum:
1999-12-21

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-2021

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-01-2021

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-01-2021

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-01-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Avalox®

Bayer (Schweiz) AG

Was ist Avalox und wann wird es angewendet?

Avalox ist ein Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Avalox ist ein

Antibiotikum aus der Gruppe der Chinolone und es besitzt eine antibakterielle Wirkung gegen eine

Vielzahl von Bakterienarten.

Avalox wird bei Erwachsenen angewendet für die Behandlung von folgenden bakteriellen Infektionen,

die durch empfindliche Erreger verursacht sind:

·akute Entzündung der Nasennebenhöhlen (akute Sinusitis);

·akute Verschlechterung einer chronischen Bronchitis (Entzündung der unteren Atemwege);

·leichte, unkomplizierte ausserhalb des Spitals erworbene Lungenentzündung.

·Gewisse leichte bis mässig schwere entzündliche Erkrankungen des Beckens, d.h. Infektionen des

oberen weiblichen Genitaltrakts, einschliesslich Infektionen der Eileiter und Infektionen der

Gebärmutterschleimhaut.

Avalox Tabletten sind für die alleinige Behandlung dieser Art von Infektionen in der Regel nicht

ausreichend, daher sollte Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin für die Behandlung von leichten bis mässig schweren

entzündlichen Erkrankungen des Beckens zusätzlich zu Avalox Tabletten ein weiteres Antibiotikum

verordnen.

Avalox darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle eines Arztes bzw. einer Ärztin

verwendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen

Erkrankung verschrieben.

Das Antibiotikum in Avalox ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Infektionskrankheiten

verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten

Antibiotikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die

Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an.

Wann darf Avalox nicht eingenommen werden?

Sie sollten Fluorchinolon-/Chinolon-Antibiotika, einschliesslich Avalox, nicht anwenden, wenn bei

Ihnen in der Vergangenheit bei Anwendung von Chinolonen oder Fluorchinolonen eine schwerwiegende

Nebenwirkung aufgetreten ist. In diesem Fall sollten Sie sich so schnell wie möglich an Ihren Arzt bzw

Ihre Ärztin wenden.

·Wenn Sie allergisch gegen Moxifloxacin, andere Chinolone oder einen der sonstigen Bestandteile von

Avalox sind,

·wenn Ihre Leberfunktion stark eingeschränkt ist (von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin als Child-Pugh

C eingestuft),

·wenn bei Ihnen bereits früher im Zusammenhang mit einer Behandlung mit ähnlichen Wirkstoffen

(Chinolone) Sehnenerkrankungen/-schäden aufgetreten sind,

·wenn Sie an Neutropenie (Abnahme der Zahl bestimmter Teile der weissen Blutkörperchen) leiden oder

wenn Sie an HIV oder andere Krankheiten leiden, die das Immunsystem unterdrücken,

·wenn Sie unter Infektionen eventueller Prothesen leiden,

·wenn Sie jünger als 18 Jahre sind,

·bei symptomatischen Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte,

·bei klinisch bedeutsamer Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie),

·bei Störungen des Salzhaushaltes, insbesondere mit erniedrigter Kaliumkonzentration im Blut

(Hypokaliämie),

·bei gewissen Formen der Herzinsuffizienz,

·während der Schwangerschaft und der Stillzeit.

Wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen, dürfen Sie Avalox nicht einnehmen:

·gewisse Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen),

·Arzneimittel die den Kalium- oder Magnesiumspiegel senken können,

·Antidepressiva,

·Neuroleptika (Mittel gegen Angst- und Spannungszustände),

·gewisse Mittel gegen Allergien,

·Cisaprid (Mittel zur beschleunigten Magenentleerung),

·bestimmte Antibiotika,

·gewisse Malariamittel.

Fragen Sie hierzu Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wann ist bei der Einnahme von Avalox Vorsicht geboten?

Moxifloxacin verursacht wie einige andere Antibiotika eine bestimmte im EKG (Elektrokardiogramm =

Herzstromableitung) sichtbare Veränderung der Herztätigkeit. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin, wenn Sie an Herzproblemen leiden und/oder andere Arzneimittel einnehmen.

Fluorchinolon-/Chinolon-Antibiotika, einschliesslich Avalox, wurden mit sehr seltenen, aber

schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, von denen einige lang anhaltend (über

Monate oder Jahre andauernd), die Lebensqualität beeinträchtigend oder möglicherweise bleibend sind.

Dazu gehören Sehnen-, Muskel- und Gelenkschmerzen der oberen und unteren Gliedmassen,

Schwierigkeiten beim Gehen, ungewöhnliche Empfindungen wie Kribbeln, Prickeln, Kitzeln,

Taubheitsgefühl oder Brennen (Parästhesie), sensorische Störungen einschliesslich Beeinträchtigung des

Seh-, Geschmacks-, Riech- und Hörvermögens, Depression, eingeschränktes Erinnerungsvermögen,

starke Ermüdung und starke Schlafstörungen.

Wenn Sie bei Anwendung von Avalox eine dieser unerwünschten Wirkungen bemerken, wenden Sie

sich sofort an Ihren Arzt bzw Ihre Ärztin, bevor Sie mit der Behandlung fortfahren. Sie und Ihr Arzt bzw

Ihre Ärztin werden entscheiden, ob die Behandlung fortgesetzt werden soll, möglicherweise auch mit

einem Antibiotikum aus einer anderen Wirkstoffgruppe.

Moxifloxacin kann zu schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen verschiedener Organsysteme

führen, die zusammen auftreten können. Diese unerwünschten Wirkungen sind Sehnenentzündungen

und –risse, Gelenkschmerzen, neuropathische Symptome und psychiatrische Reaktionen. Diese

unerwünschten Wirkungen können innerhalb von Stunden bis Wochen nach Anwendung von Avalox

und bei Patienten jeden Alters sowie bei Patienten ohne bereits bestehende Risikofaktoren auftreten.

Sehnenentzündungen und -risse können bereits während der ersten 48 Stunden nach Behandlungsbeginn

unter der Behandlung mit Chinolonen und Floroquinolonen auftreten, unter Umständen auch erst

mehrere Monate nach Ende der Einnahme. Das Risiko hierfür ist bei Ihnen erhöht, wenn Sie älter sind

(über 60 Jahre), ein Organtransplantat erhalten haben, unter Nierenproblemen leiden, wenn Sie

gleichzeitig mit Kortikosteroiden behandelt werden oder bei anstrengender körperlicher Aktivität. Beim

ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzündung (z.B. schmerzvolle Schwellung von Fussknöchel,

Handgelenk, Ellenbogen, Schulter oder Knie) sollten Sie die Behandlung abbrechen, die betroffenen

Gliedmassen ruhigstellen und unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren. Vermeiden Sie jede

unnötige Bewegung, da dies das Risiko eines Sehnenrisses erhöhen kann.

Bei Patienten, die Chinolone wie z.B. Moxifloxacin erhielten, wurde über neuropathische Symptome

wie Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schwächegefühl berichtet; solche

Nervenerkrankungen können rasch auftreten. Sollten Sie nach Einnahme von Avalox solche Symptome

bei sich feststellen, sollten Sie die Behandlung abbrechen und sich sofort mit einem Arzt oder einer

Ärztin in Verbindung setzen. Dadurch kann das mögliche Risiko für die Herausbildung eines

irreversiblen Nervenschadens verringert werden.

Auch können bereits nach der ersten Gabe von Avalox psychiatrische Reaktionen auftreten (z.B.

Nervosität, Agitation Schlaflosigkeit, Angstzustände, Albträume, paranoide Gedanken, Verwirrtheit,

Tremor (Zittern), Halluzinationen und Depressionen). In sehr seltenen Fällen wurde beobachtet, dass

sich eine Depression oder psychotische Reaktionen gesteigert haben, so dass es zu Suizidgedanken oder

selbstgefährdendem Verhalten wie Suizidversuchen kam. Sollten Sie nach Einnahme von Avalox solche

Symptome und Gedanken bei sich feststellen, müssen Sie die Behandlung abbrechen und sich mit einem

Arzt oder einer Ärztin in Verbindung setzen!

Avalox kann wie andere Chinolon-Antibiotika Krampfanfälle auslösen oder die Krampfschwelle

herabsetzen. Falls Krampfanfälle auftreten sollte die Behandlung mit Avalox unterbrochen werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin wenn Sie an Anfallsleiden (Epilepsie) oder anderen Störungen

des Zentralnervensystems (z.B. erniedrigte Krampfschwelle, Krampfanfälle in der Vorgeschichte,

verringerte Hirndurchblutung, Veränderung in der Gehirnstruktur oder Schlaganfall) leiden. In diesen

Fällen sollte Avalox, wie andere Arzneimittel dieser Klasse, mit Vorsicht angewendet werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, bevor Sie Avalox einnehmen:

·wenn bei Ihnen eine Vergrösserung oder „Ausbuchtung" eines grossen Blutgefässes (Aortenaneurysma

oder peripheres Aneurysma eines grossen Gefässes) diagnostiziert wurde.

·wenn Sie in der Vergangenheit eine Aortendissektion (einen Riss in der Wand der Hauptschlagader)

erlitten haben.

·wenn bei Ihnen undichte Herzklappen (Herzklappeninsuffizienz) diagnostiziert wurden.

·wenn in Ihrer Familie Fälle von Aortenaneurysma oder Aortendissektion aufgetreten sind oder

angeborene Herzklappenfehler, oder andere Risikofaktoren oder prädisponierende (begünstigende)

Bedingungen vorliegen (z.B. Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-

Danlos-Syndrom, Turner-Syndrom, Sjögren-Syndrom [eine entzündliche Autoimmunkrankheit], oder

Gefässerkrankungen wie Takayasu-Arteriitis, Riesenzellarteriitis, Morbus Behçet, Bluthochdruck oder

bekannte Atherosklerose, rheumatoide Arthritis [Erkrankung der Gelenke] oder Endokarditis

[Herzinnenhautentzündung]).

·wenn bei Ihnen jemals nach der Anwendung von Moxifloxacin ein schwerer Hautausschlag oder eine

Hautablösung, Blasenbildung und/oder Geschwüre im Mund aufgetreten sind.

Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen im Bauch, im Brustbereich oder im Rücken verspüren, die die

Symptome eines Aortenaneurysmas (Ausbeulung der Aortenwand) und einer Aortendissektion

(Aufspaltung der Schichten der Aortenwand) sein können, begeben Sie sich sofort in eine Notaufnahme.

Ihr Risiko kann bei gleichzeitiger Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden erhöht sein.

Sollten Sie plötzlich unter Atemnot leiden, besonders, wenn Sie flach in Ihrem Bett liegen, oder eine

Schwellung Ihrer Fussgelenke, Füsse oder des Bauchs bemerken, oder neu auftretendes Herzklopfen

verspüren (Gefühl von schnellem oder unregelmässigem Herzschlag), sollten Sie unverzüglich einen

Arzt benachrichtigen.

Bei einer Beeinträchtigung des Sehens oder des Sehorgans sollten Sie sich umgehend an Ihren

Augenarzt bzw. Ihre Augenärztin wenden.

Wenn Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist (von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin als Child-Pugh A und B

eingestuft), informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Im Zusammenhang mit der Einnahme von

Avalox sind Fälle von plötzlicher Hepatitis (Leberentzündung) beschrieben worden, die bis hin zu einem

vollständigen Leberversagen führen können. Zeichen hierfür sind:

·eine sich schnell entwickelnde allgemeine Schwäche oder Kraftlosigkeit,

·Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten sowie der Lederhaut des Auges),

·Dunkelfärbung des Urins,

·erhöhte Blutungsneigung,

·eine so genannte «hepatische Enzephalopathie», welche sich in Persönlichkeits- und

Verhaltensstörungen, Armut an Bewegung und Gesichtsausdruck, Zittrigkeit, Flattern der Augenlider

und anderen Muskelzuckungen äussern kann.

Sollten Sie nach Einnahme von Avalox solche Symptome bei sich feststellen, müssen Sie die

Behandlung abbrechen und sich sofort mit einem Arzt oder einer Ärztin in Verbindung setzen!

Schwerwiegende Hautreaktionen, einschliesslich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), Toxisch-Epidermaler

Nekrolyse (TEN) und Akuter Generalisierter Exanthematischer Pustulose (AGEP), wurden im

Zusammenhang mit der Anwendung von Moxifloxacin berichtet.

·SJS/TEN kann anfangs als rötliche zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken, oft mit Blasen in der

Mitte, am Rumpf auftreten. Ausserdem können Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, im Genitalbereich

und an den Augen (gerötete und geschwollene Augen) auftreten. Diesen schwerwiegenden

Hautausschlägen gehen oft Fieber und/oder grippeähnliche Symptome voraus. Die Ausschläge können

sich zu einer grossflächigen Hautablösung und zu lebensbedrohlichen Komplikationen entwickeln oder

tödlich verlaufen.

·AGEP zeigt sich zu Beginn der Behandlung als ein roter, schuppiger, grossflächiger Ausschlag mit

Erhebungen unter der Haut und Blasen begleitet von Fieber. Die häufigsten Stellen: vor allem lokalisiert

an Hautfalten, am Rumpf und an den oberen Gliedmassen.

Wenn Sie einen schwerwiegenden Ausschlag oder ein anderes dieser Hautsymptome entwickeln,

beenden Sie die Anwendung von Moxifloxacin und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin oder lassen Sie sich umgehend medizinisch behandeln.

Überempfindlichkeit und allergische Reaktionen (z.B. Hautausschlag) können schon nach der ersten

Anwendung von Chinolonen auftreten. In sehr seltenen Fällen können sich anaphylaktische Reaktionen

bis hin zum lebensbedrohlichen Schock entwickeln. In diesen Fällen ist Moxifloxacin sofort abzusetzen

und eine ärztliche Behandlung (z.B. Schocktherapie) ist einzuleiten.

Bei der Anwendung von Antibiotika sind Fälle von schweren Durchfällen (pseudomembranöse Kolitis)

beschrieben. Bei schweren Durchfällen während oder nach der Antibiotika-Anwendung suchen Sie bitte

umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf. Präparate, die die Darmbewegung (Darmperistaltik)

hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Wenn Sie unter Myasthenia Gravis (eine Muskelkrankheit) leiden sollte Avalox mit Vorsicht

angewendet werden, da sich die Symptome verschlimmern können.

Wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie ein Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (eine angeborene

oder erworbene Stoffwechselstörung) festgestellt wurde, teilen Sie dies vor Einnahme von Avalox bitte

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit.

Da bei der Anwendung von Chinolonen Blutzuckerstörungen auftreten können, wird bei Diabetikern

eine sorgfältige Überwachung der Blutzuckerwerte empfohlen. Informieren Sie bitte Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin falls Sie mit Insulin oder mit einem oralen Antidiabetikum behandelt werden.

Aktivkohle hemmt die Aufnahme des Wirkstoffs von Avalox. Aus diesem Grund soll Avalox nicht

gleichzeitig mit Aktivkohle eingenommen werden.

Moxifloxacin zeigte in Untersuchungen nur ein geringes Risiko zur Auslösung von Photosensitivität.

Trotzdem sollten Sie während der Behandlung mit Avalox 400 mg Filmtabletten UV-Bestrahlung

(Höhensonne, Solarium) meiden und sich nicht übermässig dem Sonnenlicht aussetzen.

Für die Behandlung von leichten bis mässig schweren entzündlichen Erkrankungen des Beckens sollte

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin in der Regel zusätzlich zu Avalox ein weiteres Antibiotikum verordnen. Falls

nach 3-tägiger Behandlung keine Besserung der Symptome eingetreten ist, suchen Sie bitte Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin auf.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Bitte nehmen Sie Avalox erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie

unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen beeinträchtigen. Falls Sie sich nach der Einnahme von Avalox benommen oder

schwindlig fühlen oder Sehstörungen haben, sollten Sie nicht aktiv am Strassenverkehr teilnehmen oder

Maschinen bedienen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Avalox während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Sie dürfen Avalox nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder solange Sie stillen.

Wie verwenden Sie Avalox?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin setzt die Dosierung und die Behandlungsdauer fest. Nur bei strikter Einhaltung

dieser Vorschriften kann der grösstmögliche Nutzen von Avalox erreicht werden. Schlucken Sie täglich

immer zur gleichen Uhrzeit 1 Filmtablette Avalox unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Sie können

Avalox unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.

Bei Einnahme von Avalox 400 mg Filmtabletten mit Nahrungsmitteln und Getränken: die Wirkung von

Avalox 400 mg Filmtabletten wird durch Nahrungsmittel einschliesslich Milchprodukten nicht

beeinflusst.

Zwischen der Anwendung eines Arzneimittels, das bestimmte Metalle (zwei- oder dreiwertige Kationen)

enthält, und der Einnahme von Avalox 400 mg Filmtabletten sollten etwa 6 Stunden verstreichen. Dazu

gehören Magnesium oder Aluminium enthaltende Antazida (Arzneimittel gegen Übersäuerung des

Magens), Didanosin-Tabletten gegen bestimmte Viren, Sucralfat, Eisen oder Zink enthaltende

Arzneimittel.

Avalox darf nicht gleichzeitig mit Aktivkohle eingenommen werden.

Sofern Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin es nicht anders verordnet hat, beträgt die Behandlungsdauer bei:

·akuter Verschlechterung einer chronischen Bronchitis: 5 Tage;

·Lungenentzündung: 10 Tage;

·akuter Entzündung der Nasennebenhöhlen (akuter Sinusitis): 7 Tage;

·Leichte bis mässig schwere entzündliche Erkrankungen des Beckens: 14 Tage

Bitte beenden Sie die Behandlung mit Avalox nicht vorzeitig, selbst wenn Sie sich besser fühlen, da

sonst die Infektion womöglich nicht vollständig ausgeheilt ist. Eine ungenügende Anwendungsdauer

oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge

haben.

Sollten Sie versehentlich mehr als eine Filmtablette an einem Tag eingenommen haben, informieren Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit oder Durchfall verspüren.

Setzen Sie bitte die Behandlung am nächsten Tag wie verordnet fort.

Wenn Sie die Einnahme von Avalox vergessen haben, nehmen Sie die nächste Filmtablette unverzüglich

ein und setzen Sie die Behandlung mit einer Filmtablette pro Tag fort.

Nehmen Sie keine doppelte Dosis ein, um vergessene Einzeldosen nachzuholen.

Wenn Sie die Behandlung mit Avalox abbrechen, kann sich das Krankheitsbild verschlechtern. Bitte

sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin, wenn Sie die Behandlung mit Avalox

vorzeitig beenden wollen.

Bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder mit leicht

eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen nur begrenzte

Erfahrungen bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion vor.

Avalox darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden (Siehe «Wann darf

Avalox nicht eingenommen werden?»).

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Avalox haben?

Gelegentlich treten Überempfindlichkeitsreaktionen (schwere allergische Reaktionen) auf, die sich

möglicherweise bis hin zu einem bedrohlichen Schock entwickeln können (anaphylaktischer Schock).

Dieses kann teilweise schon nach der ersten Einnahme erfolgen. In diesen Fällen sollten Sie Avalox 400

mg Filmtabletten sofort absetzen und den behandelnden Arzt bzw. die behandelnde Ärztin verständigen.

Zeichen eines Schocks sind z.B. kalter Schweiss, hechelnde Atmung, Blutdruckabfall, Pulsjagen,

Schwindel und Benommenheit.

Folgende weitere Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Avalox auftreten:

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Pilzinfektionen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Magen-Darm-

sowie im Unterleibsbereich, Durchfall und Verdauungsstörungen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Sehstörungen, Atemnot (inklusive asthmatische Zustände), Schmerzen im Brustbereich, Angstzustände,

Erregtheit, Hyperaktivität, Nervosität, Herzklopfen, Tachykardie (beschleunigter Puls), zu hoher

Blutdruck, Dehydrierung als Folge von Durchfall oder verminderter Flüssigkeitseinnahme.

Anämie (Blutarmut), Störungen der Blutgerinnung, Veränderung des Blutbildes.

Allergische Reaktionen, Hautausschläge, Nesselausschlag, Hautrötung, Juckreiz, Schwitzen, Schwellung

des Hautgewebes, Fehlempfindungen des Tastsinnes (äussern sich als Kribbeln in Armen und Beinen,

zum Teil auch mit Schmerzen), Störungen des Geschmackssinnes (inklusive sehr seltene Fälle vom

vollständigen Ausfall des Geschmackssinnes).

Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Schlafstörungen, Zittern, Schwindel, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit,

Verstopfung, Blähungen, Gastroenteritis («Magen-Darm-Grippe»), Schluckstörungen, Mundtrockenheit,

Gelenk- und Muskelschmerzen, unspezifische Schmerzen, allgemeines Unwohlsein.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), allergische Ödeme (Wasseransammlung,

Ödeme im Kehlkopfbereich sind potenziell lebensbedrohend), Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen.

Bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen ist unverzüglich der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde

Ärztin zu verständigen!

Gelbsucht, Hepatitis, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen (in Folge von Dehydrierung,

insbesondere bei älteren Patienten mit einer vorbestehenden Erkrankung der Niere).

Überzuckerung oder Unterzuckerung vor allem bei Diabetikern (siehe «Wann ist bei der Einnahme von

Avalox Vorsicht geboten»).

Emotionale Labilität, Depressionen (in sehr seltenen Fällen bis hin zu selbstgefährdendem Verhalten wie

z.B. Suizidgedanken/Suizidversuchen), Halluzinationen, wirre Gedanken, Ohnmacht, zu tiefer

Blutdruck, Wassereinlagerungen, herabgesetzte Berührungsempfindlichkeit, Störungen des

Geruchssinnes (inklusive Fälle vom vollständigen Verlust des Geruchsinns), Schlaflosigkeit, abnormale

Träume, Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen (inklusive Gangstörungen in Folge von

Schwindel und Benommenheit, in sehr seltenen Fällen können diese zu Stürzen mit Verletzungen

führen, insbesondere bei älteren Patienten).

Krämpfe mit verschiedenen klinischen Ausprägungen (inklusive tonisch-klonische Krämpfe, sogenannte

«grand mal» Anfälle), Aufmerksamkeitsdefizite, Sprachstörungen, Hörstörungen bis zu (zumeist

reversibler) Taubheit, Gedächtnisverlust, Asthma, Tinnitus, neuropathische Missempfindungen wie

Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schwächegefühl (vgl. auch «Wann ist bei der

Einnahme von Avalox Vorsicht geboten?»), Sehnenentzündung, Muskelverhärtung, Muskelkrämpfe,

Muskelschwäche, Schmerzen in den Beinen oder im Beckenbereich, Rückenschmerzen, Arthritis,

schnelle Ermüdbarkeit, Sehnenscheidenentzündung, Hauttrockenheit.

Entzündung der Mundschleimhaut (Glossitis), Darmentzündung (Kolitis; in sehr seltenen Fällen mit

lebensgefährlichen Komplikationen). Bei schweren Durchfällen während oder nach der Antibiotika-

Anwendung suchen Sie bitte umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf. Präparate, die die

Darmbewegung (Darmperistaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Schwerwiegende Hautausschläge, einschliesslich Stevens-Johnson-Syndrom und toxisch-epidermaler

Nekrolyse. Diese können als rötliche zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken, oft mit Blasen in der

Mitte, am Rumpf, als Hautablösung, als Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, im Genitalbereich und an

den Augen auftreten und es können Fieber und grippeähnliche Symptome vorausgehen (möglicherweise

lebensbedrohend).

Bei Auftreten solcher Nebenwirkungen ist unverzüglich der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde

Ärztin zu verständigen! (vgl. auch «Wann ist bei der Einnahme von Avalox Vorsicht geboten?»).

Leberfunktionsstörungen, welche möglicherweise zu einem lebensbedrohlichen Leberversagen führen

können. Zeichen für ein Leberversagen sind: allgemeine Schwäche oder Kraftlosigkeit, Gelbsucht

(Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten sowie der Lederhaut des Auges), Dunkelfärbung des Urins,

erhöhte Blutungsneigung oder eine so genannte «hepatische Enzephalopathie», welche sich in

Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Armut an Bewegung und Gesichtsausdruck, Zittrigkeit,

Flattern der Augenlider und anderen Muskelzuckungen äussern kann. Bei Auftreten solcher

Nebenwirkungen ist unverzüglich der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin zu verständigen!

Vorübergehender Verlust des Sehvermögens (vgl. auch «Wann ist bei der Einnahme von Avalox

Vorsicht geboten?»).

Störung des Persönlichkeitsgefühls (Depersonalisation), psychotische Reaktionen (bis hin zu

selbstgefährdendem Verhalten wie z.B. Suizidgedanken oder Suizidversuche).

Verschlimmerung der Symptome bei Myasthenia Gravis, Sehnenbruch, Gangstörungen (verursacht

durch Störungen der Muskulatur, Sehnen oder Gelenke) (vgl. auch «Wann ist bei der Einnahme von

Avalox Vorsicht geboten?»).

Sehr seltene Fälle von lang andauernden (über Monate oder Jahre) oder permanenten Nebenwirkungen

wie Sehnenentzündungen, Sehnenrisse, Gelenkschmerzen, Gliederschmerzen, Schwierigkeiten beim

Gehen, ungewöhnliche Empfindungen wie Kribbeln, Prickeln, Kitzeln, Brennen, Taubheitsgefühl oder

Schmerzen (Neuropathie), Depression, Ermüdung, Schlafstörungen, eingeschränktes

Erinnerungsvermögen sowie Beeinträchtigung des Hör-, Seh-, Geschmacks- und Riechvermögens,

Störungen des zentralen oder peripheren Nervensystems oder der Muskulatur, in manchen Fällen

unabhängig vom Vorhandensein von Risikofaktoren, werden mit der Einnahme von Chinolon-

Antibiotika in Zusammenhang gebracht.

Nicht bekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)

Ein roter, schuppiger grossflächiger Ausschlag mit Erhebungen unter der Haut und Blasen begleitet von

Fieber zu Beginn der Behandlung (Akute Generalisierte Exanthematische Pustulose, AGEP).

Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschmerzen, insbesondere, wenn Sie sich

gleichzeitig unwohl fühlen, Fieber oder dunklen Urin haben. Dies kann möglicherweise durch einen

krankhaften Zerfall von Muskeln bedingt sein, der lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen

führen kann (eine Erkrankung, die Rhabdomyolyse genannt wird).

Bei Auftreten solcher Nebenwirkungen ist unverzüglich der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde

Ärztin zu verständigen! (vgl. auch «Wann ist bei der Einnahme von Avalox Vorsicht geboten?»)

Fälle der Erweiterung und Schwächung der Aortenwand oder Einrisse der Aortenwand (Aneurysmen

und Aortendissektionen), die reissen können und tödlich sein können, sowie Fälle undichter

Herzklappen wurden bei Patienten, die Fluorchinolone einnahmen, berichtet (siehe auch Rubrik «Wann

ist bei der Einnahme von Avalox Vorsicht geboten?»).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Nicht über 25°C lagern.

Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Weitere Hinweise

Entnehmen Sie die Filmtabletten der Originalverpackung erst unmittelbar vor der Einnahme.

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arzt,

Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Avalox enthalten?

1 Filmtablette enthält:

Wirkstoffe

400 mg Moxifloxacin in Form von Moxifloxacinhydrochlorid.

Hilfsstoffe

Croscarmellose-Natrium, Lactosemonohydrat, Magnesiumstearat, mikrokristalline Cellulose,

Hypromellose, Macrogol 4000 sowie die Farbstoffe rotes Eisenoxyd (E172) und Titandioxyd (E171).

Zulassungsnummer

55213 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Avalox? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Avalox ist in Packungen mit 5, 7 und 10 Filmtabletten erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Fachinformation

Avalox®

Bayer (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Moxifloxacin (als Moxifloxacin HCl).

Hilfsstoffe

Filmtabletten:

Croscarmellose-Natrium, Lactosemonohydrat, Magnesiumstearat, mikrokristalline Cellulose,

Hypromellose, Macrogol 4000 sowie die Farbstoffe Eisenoxyd (E172) und Titandioxyd (E171).

Infusionslösung:

Natriumchlorid, Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung), Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung),

Wasser für Infusionen.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Eine Filmtablette enthält 400 mg Moxifloxacin als Moxifloxacin HCl (436,8 mg).

250 ml Infusionslösung enthalten 400 mg Moxifloxacin als Moxifloxacin HCl (436,8 mg). Die

Infusionslösung ist eine klare, gelbe Lösung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Moxifloxacin ist bei Patienten ab 18 Jahren angezeigt zur Behandlung von folgenden bakteriellen

Infektionen, die durch empfindliche Erreger verursacht sind:

Filmtabletten

·Akute Sinusitis

·Akute Exazerbationen der chronischen Bronchitis (AECB)

Moxifloxacin sollte zur Behandlung von entsprechend diagnostizierter akuter Sinusitis und AECB

nur angewendet werden, wenn andere Antibiotika, die für die initiale Behandlung dieser Infektionen

üblicherweise empfohlen werden, für ungeeignet erachtet werden oder wenn diese versagt haben.

Moxifloxacin sollte für die folgenden Indikationen nur angewendet werden, wenn andere

Antibiotika, die für die initiale Behandlung der jeweiligen Infektionen üblicherweise empfohlen

werden, für ungeeignet erachtet werden.

·Leichte, unkomplizierte, oral behandelbare, ambulant erworbene Pneumonie («Community

Acquired Pneumonia», CAP). Die Erfahrung mit L. pneumophila – Infektionen ist ungenügend.

·Leichte bis mässig schwere entzündliche Erkrankungen des Beckens (d.h. Infektionen des oberen

weiblichen Genitaltrakts, einschliesslich Salpingitis und Endometritis), ohne einen assoziierten

Tuboovarial- oder Beckenabszess (PID).

Avalox 400 mg Filmtabletten werden nicht für eine Monotherapie von leicht bis mässig schweren

entzündlichen Erkrankungen des Beckens empfohlen, sondern sind aufgrund steigender

Moxifloxacin-Resistenz von Neisseria gonorrhoeae in Kombination mit einem weiteren geeigneten

Antibiotikum (z.B. einem Cephalosporin) zu geben, es sei denn Moxifloxacin-resistente Neisseria

gonorrhoeae können ausgeschlossen werden (vgl. Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Infusionslösung

·Ambulant erworbene Lungenentzündung («Community Acquired Pneumonia», CAP),

einschliesslich multiresistenter Erregerstämme wie

·Multiresistente Streptokokken (Multi-drug resistant Streptococcus pneumoniae, MDRSP) bzw.

PRSP (Penicillin-resistant S. pneumoniae)

·Stämme, die auf eines oder mehrere der folgenden Antibiotika nicht mehr ansprechen: Penicillin

(MIC ≥2 µg/ml), Cephalosporine der 2. Generation (z.B. Cefuroxim), Macrolide, Tetrazyklin und

Trimethoprim/Sulfamethoxazol.

·Komplizierte Infektionen der Haut und Epidermisstrukturen.

Bei komplizierten Infektionen der Haut und Epidermisstrukturen folgt auf die intravenös eingeleitete

Therapie eine orale Weiterbehandlung mit Moxifloxacin 400 mg Filmtabletten.

Es liegen keine Daten für neutropene Patienten, Patienten mit HIV, andere immunsupprimierte

Patienten und Patienten mit Protheseinfekten vor. Moxifloxacin ist in diesen Fällen kontraindiziert.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Tagesdosis für Moxifloxacin unter den oben genannten Indikationen beträgt 400 mg.

Sie gilt für orale wie für intravenöse Darreichung. Die Tagesdosis soll nicht überschritten werden.

Bei älteren Patienten, bei Patienten mit geringem Körpergewicht, bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion oder bei Dialysepatienten, d.h. bei Hämodialyse oder kontinuierlich ambulanter

Peritonealdialyse, oder bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit stark

eingeschränkter Leberfunktion vor (siehe Pharmakokinetik).

Art der Anwendung

Die Filmtablette ist unzerkaut mit ausreichender Flüssigkeit zu schlucken und kann unabhängig von

den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Infusionslösung soll intravenös und über einen Zeitraum von 60 Minuten gegeben werden (vgl.

auch Rubrik «Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung»).

Dauer der Behandlung

Behandlung mit Avalox Filmtabletten 400 mg

Akute Exazerbation der chronischen Bronchitis: 5 Tage.

Ambulant erworbene Pneumonie: 10 Tage.

Akute Sinusitis: 7 Tage.

PID (Pelvic Inflammatory Disease): 14 Tage.

Behandlung mit Avalox Infusionslösung

Im Rahmen einer sequenziellen Therapie kann das Medikament zunächst intravenös und später oral

verabreicht werden, wenn dies aus klinischen Gründen möglich ist.

Die empfohlene Gesamtdauer einer sequenziellen Behandlung (intravenös/oral) von ambulant

erworbener Lungenentzündung beträgt 7-14 Tage.

Bei komplizierten Infektionen der Haut- und Hautstruktur beträgt die empfohlene Gesamtdauer einer

sequenziellen Behandlung (intravenös/oral) 7–21 Tage.

Die empfohlene Dosis (1× täglich 400 mg) und die für die jeweilige Indikation angegebene

Behandlungsdauer sollten nicht überschritten werden.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Moxifloxacin, einem anderen Wirkstoff der Familie

der Chinolone oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung

·Schwangerschaft und Stillzeit

·Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase <18 Jahre

·stark eingeschränkte Leberfunktion (Child-Pugh C). Mangels Daten ist Moxifloxacin auch

kontraindiziert bei Patienten mit Transaminasen-Anstieg >5-fach des oberen Normwertes.

·Sehnenerkrankungen/-schäden im Zusammenhang mit einer Chinolontherapie

·Es liegen keine Daten für neutropene Patienten, Patienten mit HIV, andere immunsupprimierte

Patienten und Patienten mit Protheseinfekten vor. Moxifloxacin ist in diesen Fällen kontraindiziert.

·Sowohl in präklinischen Untersuchungen als auch beim Menschen wurden nach Moxifloxacin-

Exposition Veränderungen der Herz-Elektrophysiologie in Form einer QT-Intervall-Verlängerung

beobachtet. Deshalb ist eine therapeutische Anwendung von Moxifloxacin aus Gründen der

Arzneimittelsicherheit kontraindiziert bei Patienten mit

·angeborenen oder dokumentierten erworbenen QT-Intervall-Verlängerungen,

·Störungen des Elektrolythaushaltes, insbesondere bei unkorrigierter Hypokaliämie,

·klinisch relevanter Bradykardie,

·klinisch relevanter Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Auswurffraktion,

·symptomatischen Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte.

Die gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, sollte

nicht erfolgen:

·Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid)

·Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid),

·Neuroleptika (z.B. Phenothiazine, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid),

·trizyklische Antidepressiva,

·bestimmte antimikrobielle Wirkstoffe (Sparfloxacin, Erythromycin i.v., Pentamidin),

·Malariamittel, besonders Halofantrin,

·bestimmte Antihistaminika (Mizolastin),

·und andere (Cisaprid, Vincamin i.v.).

Dies könnte zu einem gesteigerten Risiko ventrikulärer Arrhythmien, besonders Torsade de pointes

führen. Daher ist Moxifloxacin bei Patienten, die mit diesen Arzneimitteln behandelt werden,

kontraindiziert (siehe auch Interaktionen).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei einigen Patienten verursacht Moxifloxacin eine Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG. Das

Ausmass der QT-Verlängerung kann mit steigenden Plasmakonzentrationen infolge zu schneller

intravenöser Infusion zunehmen. Daher sollte die Infusionsdauer, wie empfohlen, mindestens

60 Minuten betragen. Die einmal tägliche intravenöse Dosis von 400 mg sollte nicht überschritten

werden.

Moxifloxacin verursacht bei einigen Patienten im EKG eine Verlängerung des QTc-Intervalls. Die

Analyse der im Rahmen des klinischen Prüfprogramms aufgezeichneten EKGs zeigte unter

Moxifloxacin eine QTc-Verlängerung von 6 msec ± 26 msec, 1,4% des Ausgangswertes. Bei

Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die den Kaliumspiegel vermindern können, sollte

Moxifloxacin mit Vorsicht angewandt werden. Da Frauen im Vergleich zu Männern zu einem

verlängerten QTc-Ausgangswert neigen, reagieren sie möglicherweise empfindlicher auf QTc-

verlängernde Begleitmedikationen. Ebenso können ältere Patienten empfindlicher für Arzneimittel-

assoziierte Einflüsse auf das QT-Intervall sein. Bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt

werden, welche eine klinisch relevante Bradykardie verursachen können, sollte Moxifloxacin mit

Vorsicht angewandt werden. Wegen der begrenzten klinischen Erfahrung sollte Moxifloxacin mit

Vorsicht eingesetzt werden bei Patienten mit Prädisposition zu Arrhythmien (insbesondere Frauen

und ältere Patienten) wie z.B. mit akuter Myokardischämie. Eine QT-Verlängerung kann zu einem

gesteigerten Risiko ventrikulärer Arrhythmien (einschliesslich Torsade de pointes) und Herzstillstand

führen. Das Ausmass der QT-Verlängerung kann dosisabhängig ansteigen. Daher sollte die

empfohlene Dosis nicht überschritten werden und bei der Infusionslösung die empfohlene

Infusionsdauer nicht unterschritten werden. Vor allem bei weniger schweren Infektionen ist der

Nutzen einer Moxifloxacin-Behandlung gegen den Inhalt des Abschnitts «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» abzuwägen. Wenn unter der Behandlung mit Moxifloxacin Anzeichen

kardialer Arrhythmien auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen und ein EKG abgeleitet werden.

Fluorochinolone, einschliesslich Avalox, können zu schwerwiegenden, potenziell irreversiblen,

unerwünschten Wirkungen verschiedener Organsysteme führen, die zusammen bei einem Patienten

auftreten können. Diese unerwünschten Wirkungen sind Tendinitis und Sehnenrupturen, Arthralgien,

Effekte auf das periphere sowie zentrale Nervensystem. Diese unerwünschten Wirkungen können

innerhalb von Stunden bis Wochen nach Anwendung von Avalox und bei Patienten jeden Alters

sowie bei Patienten ohne bereits bestehende Risikofaktoren auftreten.

Bei ersten Anzeichen oder Symptomen einer schwerwiegenden unerwünschten Wirkung sollte

Avalox sofort abgesetzt werden. Die Anwendung von Avalox bei Patienten, die unter

Fluorochinolonen schwerwiegende unerwünschte Wirkungen hatten, ist zu vermeiden.

Tendinitis und Sehnenrupturen

Beidseitige Sehnenentzündungen und Sehnenrupturen – vorwiegend bei der Achillessehne – können

unter der Behandlung mit Fluorochinolonen einschliesslich Moxifloxacin auftreten. Diese

unerwünschten Wirkungen können innerhalb von Stunden oder Tagen nach Beginn der Behandlung

auftreten, möglicherweise auch noch mehrere Monate nach Ende der Behandlung. Das Risiko einer

Tendinitis oder einer Sehnenruptur ist bei Patienten über 60 Jahre und bei gleichzeitiger Gabe von

Kortikosteroiden erhöht. Bei Verdacht auf Tendinitis ist die Behandlung mit Moxifloxacin

unverzüglich abzubrechen und eine entsprechende Therapie (z.B. Immobilisation) der betroffenen

Sehne(n) einzuleiten.

Periphere Neuropathie

Bei Patienten, die mit Fluorochinolonen einschliesslich Moxifloxacin behandelt wurden, wurden

Fälle sensorischer oder sensorimetrischer Polyneuropathien berichtet, die mit Parästhesie,

Hypästhesie, Dysästhesie oder Schwächegefühl einhergehen können. Derartige Neuropathien können

sich rasch manifestieren. Patienten, die mit Moxifloxacin behandelt werden, sollten instruiert

werden, beim Auftreten von neuropathischen Symptomen wie Schmerzen, Brennen, Kribbeln,

Taubheitsgefühl oder Schwächegefühl die Behandlung abzubrechen und sich an ihren Arzt bzw. ihre

Ärztin zu wenden. Dadurch kann das mögliche Risiko für die Herausbildung eines irreversiblen

Nervenschadens verringert werden.

Zentrales Nervensystem

Bei Patienten die mit Fluorochinolonen einschliesslich Moxifloxacin behandelt wurden, wurde ein

erhöhtes Risiko zentralnervöser unerwünschter Wirkungen, welche bereits nach der ersten Gabe

auftreten können, beobachtet wie Krampfanfälle, erhöhter Hirndruck (einschliesslich Pseudotumor

cerebri), Tremor, toxische Psychose.

Fluorochinolone wie Moxifloxacin können Krampfanfälle auslösen oder die Krampfschwelle

herabsetzen. Falls Krampfanfälle auftreten sollte die Behandlung mit Avalox unterbrochen werden.

Bei Epileptikern und Patienten mit anderer Vorschädigung des Zentralnervensystems (z.B.

erniedrigte Krampfschwelle, Krampfanfälle in der Vorgeschichte, verringerte Hirndurchblutung,

Veränderung in der Gehirnstruktur oder Schlaganfall) ist Avalox nur nach sorgfältiger Nutzen-

Risiko-Abwägung anzuwenden, da diese Patienten wegen möglicher zentralnervöser

Nebenwirkungen gefährdet sind.

Bereits nach der ersten Gabe von Fluorochinolonen wie Moxifloxacin können auch psychiatrische

Reaktionen auftreten (Nervosität, Agitation, Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Albträumen,

paranoiden Gendanken, Verwirrtheit, Tremor, Halluzinationen und Depressionen).

In sehr seltenen Fällen wurde beobachtet, dass sich eine Depression oder psychotische Reaktionen

gesteigert haben, so dass es zu Suizidgedanken oder selbstgefährdendem Verhalten wie

Suizidversuchen kam (vgl. Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Bei Auftreten solcher Reaktionen

muss Avalox abgesetzt werden und es sind angemessene Massnahmen zu ergreifen. Beim Einsatz

von Avalox bei psychotischen Patienten oder bei Patienten mit einer Historie psychiatrischer

Erkrankungen ist Vorsicht angeraten.

Sehorgan

Bei einer Beeinträchtigung des Sehens oder Sehorgans ist umgehend ein Augenarzt zu konsultieren.

Hepatitis

Fälle von fulminanter Hepatitis, möglicherweise bis hin zum Leberversagen (einschliesslich

Todesfälle), sind im Zusammenhang mit Moxifloxacin berichtet worden (siehe Rubrik

«Unerwünschte Wirkungen»). Patienten sind darauf hinzuweisen, sich umgehend ärztlichen Rat

einzuholen, wenn sich Anzeichen und Symptome einer fulminanten Lebererkrankung wie schnell

entwickelnde Asthenie begleitet von Ikterus, Dunkelfärbung des Urins, Blutungsneigung oder

hepatische Enzephalopathie entwickeln. Die Leberfunktion sollte bei Anzeichen einer

Funktionsstörung überprüft werden.

Stevens-Johnson-Syndrom

Ebenfalls sind Fälle von potenziell lebensbedrohlichen bullösen Hautreaktionen wie Stevens-

Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse berichtet worden. Patienten sind darauf

hinzuweisen, sich ärztlichen Rat einzuholen bevor sie die Behandlung fortsetzen, wenn Haut-

und/oder Schleimhautreaktionen auftreten.

Pseudomembranöse Colitis

Pseudomembranöse Colitis ist unter der Anwendung von Antibiotika einschliesslich Moxifloxacin

beschrieben worden. Dies ist differentialdiagnostisch in Betracht zu ziehen bei Patienten, die

während oder nach einer Antibiotika-Anwendung eine schwere Diarrhö entwickeln. In dieser

Situation sollten unverzüglich angemessene Therapiemassnahmen ergriffen werden. In diesem Fall

sind Arzneimittel, welche die Darmtätigkeit hemmen, kontraindiziert.

Myasthenia gravis

Moxifloxacin sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis mit Vorsicht angewendet werden, da sich

die Symptome verschlimmern können.

Neisseria gonorrhoeae

Entzündliche Erkrankungen des Beckens können durch Fluorchinolon-resistente Neisseria

gonorrhoeae hervorgerufen werden. Daher ist in solchen Fällen die empirische Moxifloxacin-

Therapie um ein weiteres geeignetes Antibiotikum (z.B. ein Cephalosporin) zu ergänzen, es sei denn

Moxifloxacin-resistente Neisseria gonorrhoeae können ausgeschlossen werden. Falls nach 3-tägiger

Behandlung keine klinische Besserung erzielt wird, sollte die Therapie überdacht werden.

Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel

Patienten mit vorliegendem Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel oder Glucose-6-phosphat-

Dehydrogenase-Mangel in der Familienanamnese können unter Behandlung mit Chinolonen

hämolytische Reaktionen entwickeln. Daher sollte Moxifloxacin bei diesen Patienten mit Vorsicht

angewandt werden.

Blutzuckerstörungen

Wie bei allen Fluorchinolonen sind auch bei Moxifloxacin Blutzuckerstörungen beschrieben worden,

u. A. Hypoglykämie wie auch Hyperglykämie. Bei Patienten, die mit Avalox behandelt wurden, trat

Dysglykämie vorwiegend bei älteren Diabetikern auf, die gleichzeitig ein orales Antidiabetikum

(z.B. Sulfonylharnstoff) oder Insulin erhielten. Bei Diabetikern wird eine sorgfältige Überwachung

der Blutzuckerwerte empfohlen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Photosensitivitätsreaktionen

Chinolone können Photosensitivitätsreaktionen hervorrufen. Moxifloxacin zeigte jedoch in Studien

ein geringes Risiko zur Auslösung von Photosensitivität. Trotzdem sollte den Patienten geraten

werden, während der Behandlung mit Moxifloxacin UV-Bestrahlung zu vermeiden und sich nicht

übermässig dem Sonnenlicht auszusetzen.

Allergische Reaktionen

Gelegentlich wurden allergische Reaktionen (teilweise schon nach Erstanwendung) berichtet. In sehr

seltenen Fällen können anaphylaktische Reaktionen bis zum lebensbedrohlichen Schock

fortschreiten, in einigen Fällen bereits nach der ersten Anwendung. In diesen Fällen ist Moxifloxacin

abzusetzen und eine geeignete Behandlung (z.B. Schocktherapie) einzuleiten.

Elektrolythaushalt

Bei Patienten, die auf den Natriumhaushalt achten müssen (Patienten mit verengten

Koronargefässen, Niereninsuffizienz, nephrotischen Syndromen usw.) muss die in der Moxifloxacin-

Infusionslösung enthaltene zusätzliche Natriummenge berücksichtigt werden. Die Infusionslösung

enthält pro 250-ml-Einheit 34 mmol Natrium.

MRSA-Infektionen

Moxifloxacin wird nicht empfohlen zur Behandlung von Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA)-

Infektionen. Bei vermuteter oder bestätigter Infektion mit MRSA sollte die Behandlung mit einem

geeigneten Antiinfektivum eingeleitet werden.

Interaktionen

Interaktionen mit Nahrungsmitteln

Moxifloxacin zeigt keine klinisch relevante Interaktion mit Nahrungsmitteln, auch nicht mit

Milchprodukten.

Interaktionen mit anderen Arzneimitteln

Keine Interaktionen sind aufgetreten bei gleichzeitiger Verabreichung von Moxifloxacin mit:

Theophyllin, Ranitidin, Probenecid, Cyclosporin, oralen Kontrazeptiva, Itraconazol oder Warfarin.

In-vitro-Untersuchungen mit menschlichen P-450-Enzymen stützen diese Ergebnisse. Unter

Berücksichtigung dieser Befunde sind keine metabolischen Interaktionen durch P-450-Enzyme zu

erwarten.

INR-Veränderungen (international normalised ratio)

In vielen Fällen wurde eine gesteigerte Wirkung von Antikoagulanzien bei Patienten unter

Antibiotikabehandlung berichtet, vor allem bei Behandlung mit Fluorchinolonen, Makroliden,

Tetrazyklinen, Cotrimoxazol und einigen Cephalosporinen. Ansteckungs- und

Entzündungsbedingungen scheinen neben Alter und Allgemeinzustand des Patienten Risikofaktoren

zu sein. Unter diesen Umständen ist es schwierig abzuschätzen, ob die INR-Störungen durch die

Infektionskrankheit oder durch ihre Behandlung hervorgerufen werden. Eine Vorsichtsmassnahme

wäre eine häufigere Kontrolle der Gerinnungsparameter. Falls erforderlich, ist die Dosierung oraler

Antikoagulanzien anzupassen. Obwohl eine Probandenstudie mit Moxifloxacin und Warfarin keine

Wechselwirkungen gezeigt hat, sollten die erwähnten Vorsichtsmassnahmen bei Anwendung von

Warfarin oder anderen Antikoagulanzien beachtet werden.

Morphin

Bei gesunden Probanden konnte kein relevanter Effekt von 10 mg Morphin i.m. auf AUC und Cmax

von Moxifloxacin nach einer Einmaldosierung von 400 mg p.o. nachgewiesen werden.

Atenolol

Bei gesunden Probanden konnte kein relevanter Effekt einer Einzeldosis von 400 mg Moxifloxacin

p.o. auf AUC und Cmax einer Einzeldosis von Atenolol 50 mg p.o. nachgewiesen werden.

Orale Calciumergänzungsmittel

Bei gesunden Probanden konnte kein relevanter Effekt auf AUC und Cmax einer Einzeldosis von

400 mg Moxifloxacin p.o. bei gleichzeitiger Gabe von 500 mg oralem Calcium gefolgt von weiteren

Gaben nach 12 und 24 Stunden nachgewiesen werden.

Digoxin

Nach wiederholter Gabe von Moxifloxacin und Digoxin wurde bei gesunden Freiwilligen im Steady

State eine klinisch nicht relevante Erhöhung der Digoxin-Spitzenkonzentrationen von ungefähr 30%

beobachtet, AUC und Talkonzentrationen blieben unbeeinflusst.

Glibenclamid

Bei Diabetikern, welche während 2 Wochen mit 2,5 mg Glibenclamid einmal pro Tag vorbehandelt

worden waren und anschliessend während 5 Tagen zusätzlich 400 mg Moxifloxacin pro Tag

einnahmen, wurde festgestellt, dass im Vergleich mit Placebo die mittlere AUC und Cmax um 12%

resp. 21% erniedrigt waren. Nichtsdestoweniger waren die Blutglucosespiegel bei Patienten, welche

Glibenclamid und Moxifloxacin einnahmen, im Vergleich zu Patienten, welche nur Glibenclamid

verabreicht bekamen, etwas erniedrigt. Es wird deshalb angenommen, dass Moxifloxacin die

Wirksamkeit von Glibenclamid nicht beeinträchtigt. Diese Interaktionsergebnisse werden als klinisch

nicht relevant beurteilt.

Magnesium-/aluminiumhaltige Präparate

Zwischen der Verabreichung eines Arzneimittels, das zwei- oder dreiwertige Kationen enthält (z.B.

Magnesium oder Aluminium enthaltende Antazida, Didanosin-Tabletten, Sucralfat, Eisen- oder

Zinkhaltige Arzneimittel), und der Gabe von Avalox Filmtabletten sollten etwa 6 Stunden

verstreichen.

Arzneimittel mit QT-Verlängerung

Ein additiver Effekt von Moxifloxacin und den folgenden Arzneimitteln auf die QT-Verlängerung

kann nicht ausgeschlossen werden: Antiarrhythmika der Klassen IA (z.B. Chinidin, Hydrochinidin,

Disopyramid) und III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Neuroleptika (z.B.

Phenothiazine, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid), trizyklische Antidepressiva, bestimmte

antimikrobielle Wirkstoffe (Sparfloxacin, Erythromycin i.v., Pentamidin, Malariamittel, besonders

Halofantrin), bestimmte Antihistaminika (Mizolastin) und andere (Cisaprid, Vincamin i.v.). Dies

könnte zu einem gesteigerten Risiko ventrikulärer Arrhythmien, besonders Torsade de pointes

führen. Daher ist Moxifloxacin bei Patienten, die mit diesen Arzneimitteln behandelt werden,

kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Aktivkohle

Bei gleichzeitiger Gabe von Aktivkohle und Avalox 400 mg Filmtabletten wird die Aufnahme des

Wirkstoffes gehemmt; die systemische Verfügbarkeit von Moxifloxacin reduziert sich um über 80%.

Daher wird die gleichzeitige Gabe beider Arzneimittel nicht empfohlen (siehe auch

«Überdosierung»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Über die Anwendung von Moxifloxacin in der Schwangerschaft liegen keine Erkenntnisse vor.

Tierversuche zeigten eine reproduktionstoxische Wirkung. Aufgrund des für Fluorchinolone aus

tierexperimentellen Studien bekannten Risikos für Knorpelschäden gewichtstragender Gelenke bei

juvenilen Tieren und aufgrund reversibler Gelenkschädigungen, die bei Kindern unter Behandlung

mit einigen Fluorchinolonen beschrieben wurden, ist die Anwendung von Moxifloxacin in der

Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Präklinische Daten).

Stillzeit

Präklinische Daten zeigen, dass nach Gabe von Moxifloxacin geringe Mengen in die Muttermilch

übergehen können. Aufgrund fehlender Daten für den Menschen und des für Fluorchinolone aus

tierexperimentellen Studien bekannten Risikos für Knorpelschäden gewichtstragender Gelenke bei

juvenilen Tieren, ist das Stillen während der Moxifloxacin-Behandlung kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Wirkung von Moxifloxacin auf die Fahrtüchtigkeit oder die Vigilanz

durchgeführt. Fluorchinolone könnten die Fähigkeit des Patienten, Auto zu fahren oder Maschinen

zu bedienen, aufgrund von ZNS-Reaktionen wie Benommenheit und Sehstörungen beeinträchtigen.

In klinischen Studien mit Moxifloxacin war die Inzidenz für Benommenheit 2,9%. Die Patienten

sollten ihre Reaktion auf Moxifloxacin beobachten, bevor sie aktiv am Strassenverkehr teilnehmen

oder Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Im Rahmen von klinischen Versuchen an 17951 Patienten (Stand Mai 2010) sowie im Rahmen der

Pharmakovigilanzmassnahmen (Stand der Meldungen: Mai 2010) wurden die folgenden

unerwünschten Wirkungen nach Gabe von Moxifloxacin beobachtet.

Die Inzidenz der «häufigen» unerwünschten Arzneimittelwirkungen war – mit Ausnahme von

Übelkeit und Durchfall – niedriger als 3%.

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:

Häufig: 1–10%

Gelegentlich: 0,1–1%

Selten: 0,01–0,1%

Sehr selten: <0,01%

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig (1–10%): Mykotische Superinfektionen (orale Candidose, Vaginalcandidose).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich (0,1–1%): Anämie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombopenie, Thrombozythämie, INR

erhöht/Prothrombinzeit verlängert.

Selten (0,01–0,1%): Thromboplastinwerte ausserhalb der Norm, Hämolyse.

Sehr selten (<0,01%): Prothrombinspiegel erhöht/INR erniedrigt, Prothrombinspiegel/INR

ausserhalb der Norm.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich (0,1–1%): Allergische Reaktionen, Urtikaria, Eosinophilie.

Selten (0,01–0,1%): Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen, allergisches Ödem/Angioödem

(inklusive Larynxödem; potenziell lebensbedrohend).

Sehr selten (<0,01%): Anaphylaktischer/anaphylaktoider Schock (potenziell lebensbedrohend).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich (0,1–1%): Hyperlipidämie, Hyperglykämie.

Selten (0,01–0,1%): Hyperurikämie, Hypoglykämie.

Sehr selten (<0,01%): Hypernatriämie, Hyperkalzämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Angstzustände, psychomotorische Hyperaktivität/Erregtheit, Verwirrtheit,

Nervosität.

Selten (0,01–0,1%): Emotionale Labilität, Depressionen (in sehr seltenen Fällen bis hin zu

selbstgefährdendem Verhalten wie z.B. Suizidgedanken oder Suizidversuche), Halluzinationen, wirre

Gedanken.

Sehr selten (<0,01%): Depersonalisation, psychotische Reaktionen (bis hin zu selbstgefährdendem

Verhalten wie z.B. Suizidgedanken oder Suizidversuche).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig (1–10%): Kopfschmerzen, Benommenheit.

Gelegentlich (0,1–1%): Par- und Dysästhesien, Störungen des Geschmackssinnes (inklusive sehr

seltene Fälle von Ageusie), Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Schlafstörungen, Tremor,

Schwindel, Schläfrigkeit.

Selten (0,01–0,1%): Hypästhesie, Störungen des Geruchssinnes (inklusive Anosmie), Schlaflosigkeit,

abnormale Träume, Koordinationsstörungen (inklusive Gangstörungen in Folge von Schwindel und

Benommenheit, in sehr seltenen Fällen können diese zu Stürzen mit Verletzungen führen,

insbesondere bei älteren Patienten), Krämpfe mit verschiedenen klinischen Ausprägungen (inklusive

tonisch–klonische Krämpfe), Aufmerksamkeitsdefizite, Sprachstörungen, Amnesie,

Gleichgewichtsstörungen einschliesslich Ataxie, langandauernde Geschmacksstörungen, periphere

Neuropathie und Polyneuropathie.

Sehr selten (<0,01%): Hyperästhesie.

Augenerkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Sehstörungen (besonders im Zusammenhang mit unerwünschten Wirkungen

auf das ZNS), Amblyopie.

Sehr selten (<0,01%): vorübergehender Verlust des Sehvermögens (besondere im Zusammenhang

mit unerwünschten Wirkungen auf das ZNS).

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Selten (0,01–0,1%): Tinnitus, Beeinträchtigung des Hörvermögens einschliesslich Taubheit

(üblicherweise reversibel).

Herzerkrankungen

Häufig (1–10%): Bei Patienten mit gleichzeitig bestehender Hypokaliämie: QT-

Streckenverlängerungen.

Gelegentlich (0,1–1%): Bei Patienten mit Normokaliämie: QT-Streckenverlängerung, Palpitationen,

Tachykardie.

Selten (0,01–0,1%): Ventrikuläre Tachyarhythmien, Synkopen, Vorhofflimmern, Angina pectoris,

ventrikuläre Arrhythmie.

Sehr selten (<0,01%: Unspezifische Arrhythmien, Torsade de pointes und Herzstillstand vor allem

bei Patienten mit schweren, zu Arrhythmien prädisponierenden Grunderkrankungen wie eine klinisch

signifikante Bradykardie oder akuter myokardile Ischämie.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Vasodilatation, Hypertonie.

Selten (0,01–0,1%): Hypotonie, Gesichtsödeme, periphere Ödeme, Ödeme.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich (0,1–1%): Dyspnoe (inklusive asthmatische Zustände), Schmerzen im Brustbereich.

Selten (0,01–0,1%): Asthma.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig (1–10%): Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Gastrointestinal- sowie Unterleibsbereich,

Durchfall, Dyspepsie.

Gelegentlich (0,1–1%): Verminderter Appetit und verminderte Nahrungsaufnahme, Verstopfung,

Flatulenz, Gastroenteritis (inklusive erosive Gastroenteritis), erhöhte Amylasewerte,

Mundtrockenheit, allgemeines Unwohlsein.

Selten (0,01–0,1%): Dysphagie, Stomatitis, Antibiotika-assozierte Kolitis (in sehr seltenen Fällen mit

lebensgefährlichen Komplikationen), Glossitis.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Häufig (1–10%): Transaminasenanstieg.

Gelegentlich (0,1–1%): Leberfunktionsstörung (inklusive LDH-Anstieg), erhöhte Bilirubinwerte,

erhöhte GGT-Werte, erhöhte Blutwerte für alkaline Phosphatase.

Selten (0,01–0,1%): Ikterus, Hepatitis (vorwiegend cholestatisch).

Sehr selten (<0,01%): fulminante Hepatitis, die potenziell zu einem lebensbedrohlichen

Leberversagen führen kann (inklusive Todefälle, vgl. Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich (0,1–1%): Rash, Pruritus, Schwitzen.

Selten (0,01–0,1%): Hauttrockenheit.

Sehr selten (<0,01%): Bullöse Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische

epidermale Nekrolyse (möglicherweise lebensbedrohend, vgl. Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Arthralgie, Myalgie, unspezifische Schmerzen.

Selten (0,01–0,1%): Arthritis, Tendinitis, erhöhter Muskeltonus, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche,

Schmerzen in den Beinen, Schmerzen im Beckenbereich, Rückenschmerzen.

Sehr selten (<0,01%): Sehnenruptur, Gangstörungen (verursacht durch Störungen der Muskulatur,

Sehnen oder Gelenke), Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis (vgl. Rubrik

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Nieren Harnwege

Gelegentlich (0,1–1%): Dehydrierung als Folge von Durchfall oder verminderter

Flüssigkeitseinnahme.

Selten (0,01–0,1%): Nierenfunktionsstörungen, Anstieg von Harnstoff oder Kreatinin,

Nierenversagen (in Folge von Dehydrierung, insbesondere bei älteren Patienten mit einer

vorbestehenden Erkrankung der Niere).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Selten (0,01–0,1%): Vaginitis.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten (0,01–0,1%): Asthenie.

Untersuchungen

Häufig (1–10%): Veränderte Leberfunktionstests (meist mässiger Anstieg von AST/ALT und/oder

Bilirubin).

Gelegentlich (0,1–1%): Gamma GT–Anstieg, Amylaseanstieg.

Die gegenwärtige klinische Erfahrung mit Moxifloxacin erlaubt keine abschliessende Bewertung des

Nebenwirkungsprofils.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen sind in der Untergruppe der parenteral behandelten

Patienten (unabhängig von einer sich anschliessenden oralen Behandlung) mit grösserer Häufigkeit

aufgetreten:

Häufig: Gamma-GT-Anstieg.

Gelegentlich: Ventrikuläre Tachyarrhythmien, Hypotension, Ödeme, Antibiotika-assoziierte Kolitis

(inkl. pseudomembranöser Kolitis. In sehr seltenen Fällen mit lebensbedrohlichen Komplikationen),

Krämpfe inkl. Grand-mal-Anfällen, Halluzination, Nierenfunktionsstörung (inkl. Blutharnstoff- und

Kreatinin-Anstieg) und Nierenversagen.

Überdosierung

Es liegen keine Erfahrungen mit einer Überdosierung von Moxifloxacin vor. Nach versehentlicher

Überdosierung werden keine besonderen Gegenmassnahmen empfohlen, jedoch sollte eine EKG-

Überwachung aufgrund des möglichen Auftretens einer QT-Intervall-Verlängerung durchgeführt

werden. Eine allgemeine symptomatische Behandlung sollte eingeleitet werden.

Nach p.o. Überdosierung kann die Gabe von Aktivkohle während der frühen Resorptionsphase zur

Verhinderung überhöhter Plasmaspiegel sinnvoll sein (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01MA14

Wirkungsmechanismus

Moxifloxacin ist ein Antibiotikum aus der Klasse der Fluorchinolone mit bakterizider Wirkung. In-

vitro wurde gezeigt, dass Moxifloxacin gegen ein breites Spektrum von grampositiven und

gramnegativen Erregern, Anaerobiern, säurefesten Bakterien und atypischen Erregern wie z.B.

Mycoplasma spp., Chlamydia spp. und Legionella spp. wirkt.

Die bakterizide Wirkung von Moxifloxacin resultiert aus einer Hemmung der Topoisomerase II und

IV. Topoisomerasen steuern als essentielle Enzyme die DNS-Topologie. Sie sind bei der Replikation,

Reparatur und Transkription der bakteriellen DNS beteiligt. Von der Topoisomerase IV ist auch

bekannt, dass sie die Teilung des Bakterienchromosoms beeinflusst.

Kinetische Untersuchungen haben gezeigt, dass Moxifloxacin die Erreger konzentrationsabhängig

abtötet. Die minimalen bakteriziden Konzentrationen (MBK) liegen im Bereich der minimalen

Hemmkonzentrationen (MHK).

Moxifloxacin ist auch wirksam gegen Bakterien, die gegenüber β-Lactam- und Makrolid-Antibiotika

resistent sind. Tierexperimentelle Studien bestätigen die Vergleichbarkeit der In-vivo- und In-vitro-

Aktivität gegenüber grampositiven und gramnegativen Bakterien.

Wirkung auf die Darmflora des Menschen

Bei Probanden wurden nach Gabe von Moxifloxacin folgende Veränderungen der Darmflora

beobachtet: E. coli, Bacillus spp., Enterokokken, Klebsiella spp. sowie die Anaerobier Bacteroides

vulgatus, Bifidobacterium, Eubacterium und Peptostreptococcus waren in der Anzahl vermindert.

Bei B. fragilis zeigte sich ein Anstieg. Innerhalb von 2 Wochen wurden wieder Normalwerte

erreicht. Unter Anwendung von Moxifloxacin kam es nicht zur Selektion von Clostridium difficile

(MHK90 2 mg/l) und dessen Toxin. Moxifloxacin ist klinisch nicht wirksam gegen Clostridium

difficile.

Resistenz

Resistenzmechanismen, die Penicilline, Cephalosporine, Aminoglykoside, Makrolide und

Tetracycline inaktivieren, beeinflussen nicht die antibakterielle Aktivität von Moxifloxacin. Andere

Resistenzmechanismen wie Permeationsbarrieren (häufig z.B. bei P. aeruginosa) und

Effluxmechanismen können jedoch auch die Empfindlichkeit entsprechender Bakterien gegenüber

Moxifloxacin beeinflussen. Es besteht keine Kreuzresistenz zwischen Moxifloxacin und diesen

Substanzklassen. Plasmid-vermittelte Resistenz wurde nicht beobachtet.

Die Resistenz gegenüber Moxifloxacin entwickelt sich langsam über mehrstufige Mutationen und

wird durch Veränderungen der Bindungsstellen (z.B. in Topoisomerase II und IV) und über

Effluxmechanismen vermittelt. Die Resistenzrate ist niedrig (10-7–10-10). Wiederholte Exposition

von Erregern gegenüber subinhibitorischen Konzentrationen führten nur zu einem geringen Anstieg

der MHK-Werte.

Parallelresistenz mit anderen Chinolonen wird beobachtet. Jedoch sind einige Chinolon-resistente

grampositive Bakterien und atypische Erreger gegenüber Moxifloxacin empfindlich.

In-vitro Empfindlichkeitsdaten

EUCAST klinische MHK-Grenzwerte für Moxifloxacin (31.01.2006):

Spezies

sensibel

resistent

Staphylococcus spp.

≤0,5 mg/l

>1 mg/l

S. pneumoniae

≤0,5 mg/l

>0,5 mg/l

Streptococcus Gruppen A, B, C, G

≤0,5 mg/l

>1 mg/l

H. influenzae und M. catarrhalis

≤0,5 mg/l

>0,5 mg/l

Enterobacteriaceae

≤0,5 mg/l

>1 mg/l

Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte* ≤0,5 mg/l

>1 mg/l

* Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte wurden hauptsächlich auf Basis von

pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Daten ermittelt und sind unabhängig von der MHK-

Verteilung bestimmter Spezies. Sie sind nur anwendbar auf Spezies, die keine Spezies-spezifischen

Grenzwerte haben und sind nicht anwendbar auf Spezies, bei denen die Interpretationskriterien noch

zu bestimmen sind (Gram-negative Anaerobier).

Die Grenzwerte des Clinical and Laboratory Standards Institutes™ (CLSI, ehemals NCCLS) sind in

der unten stehenden Tabelle für die MHK-Bestimmung (mg/l) oder den Diffusionstest

(Hemmhofdurchmesser [mm]) unter Verwendung eines 5 μg Moxifloxacin-Testplättchens

aufgeführt.

Clinical and Laboratory Standards Institute™ (CLSI) MHK- und Diffusionstest-Grenzwerte für

Staphylococcus spp. und anspruchsvolle Erreger (M100-S17, 2007) sowie MHK-Grenzwerte für

Anaerobier (M11-A7, 2007):

Spezies

sensibel

intermediär resistent

S. pneumoniae

≤1 mg/l

≥18 mm

2 mg/l

15-17 mm

≥4 mg/l

≤14 mm

Haemophilus spp.

≤1 mg/l

≥18 mm

Staphylococcus spp.

≤0,5 mg/l

≥24 mm

1 mg/l

21-23 mm

≥2 mg/l

≤20 mm

Anaerobier

≤2 mg/l

4 mg/l

≥8 mg/l

Mikrobiologische Empfindlichkeit

Die Häufigkeit der erworbenen Resistenz kann für ausgewählte Spezies geographisch und zeitlich

variieren, und lokale Informationen über Resistenzen sind wünschenswert, insbesondere wenn

schwere Infektionen behandelt werden. Bei Bedarf sollte der Rat eines Experten eingeholt werden,

wenn die örtliche Prävalenz der Resistenz den Nutzen des Wirkstoffes bei mindestens einigen

Infektionen in Frage stellt.

Üblicherweise empfindliche Spezies:

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

·Gardnerella vaginalis

·Staphylococcus aureus (Methicillin-empfindlich)*

·Streptococcus agalactiae

·Streptococcus dysgalactiae

·Streptococcus milleri Gruppe (S. anginosus*, S. constellatus* und S. intermedius*)

·Streptococcus pneumoniae*

·Streptococcus pyogenes* (Gruppe A)

·Streptococcus viridans Gruppe (S. viridans, S. mutans, S. mitis, S. sanguinis, S. salivarius, S.

thermophilus, S. constellatus)

·Coagulase-negative Staphylococci (S. cohnii, S. epidermidis, S. haemolyticus, S. hominis, S.

saprophyticus, S. simulans) Methicillin-empfindliche Stämme

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

·Haemophilus influenzae (einschliesslich β-Laktamase-negative und -positive Stämme)*

·Haemophilus parainfluenzae*

·Moraxella (Branhamella) catarrhalis (einschliesslich β-Laktamase-negative und -positive Stämme)*

·Acinetobacter baumanii

·Bordetella pertussis

·Proteus vulgaris

Anaerobe Mikroorganismen

·Fusobacterium spp.

·Peptostreptococcus spp.

·Prevotella spp.

·Porphyromonas spp.

·Propionibacterium ssp.

Andere Mikroorganismen

·Chlamydia (Chlamydophila) pneumoniae*

·Chlamydia trachomatis*

·Coxiella burnetii

·Legionella pneumophila*

·Mycoplasma genitalium

·Mycoplasma hominis

·Mycoplasma pneumoniae*

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

·Enterococcus faecalis* (nur Vancomycin-, Gentamycin-empfindliche)

·Enterococcus avium*

·Enterococcus faecium*

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

·Enterobacter cloacae*

·Escherichia coli*

·Klebsiella pneumoniae*

·Klebsiella oxytoca

·Citrobacter freundii*

·Neisseria gonorrhoeae*+

·Enterobacter Spezies (E. aerogenes, E. intermedius, E. sakazaki)

·Morganella morganii

·Providencia Spezies (P.rettgeri, P.stuartii)

·Pantoea agglomerans

·Pseudomonas fluorescens

·Burkholderia cepacia

·Stenotrophomonas maltophilia

·Proteus mirabilis*

Anaerobe Mikroorganismen

·Bacterioides Spezies (B. fragilis*, B. distasoni*, B. thetaiotaomicron*, B. ovatus*, B. uniformis*,

B. vulgaris*)

·Peptostretococcus ssp.*

·Clostridium sp.*

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

·Staphylococcus aureus (Methicillin/Oxifloxacin-resistent)+

·Coagulase-negative Staphylococci (S. cohnii, S. epidermidis, S. haemolyticus, S. hominis, S.

saprophyticus, S. simulans) Methicillin-resistente Stämme

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

·Pseudomonas aeruginosa

* In klinischen Studien in den zugelassenen Indikationen wurde die Wirksamkeit bei empfindlichen

Stämmen zufriedenstellend nachgewiesen.

+ Avalox wird nicht empfohlen zur Behandlung von Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA)

Infektionen. Bei Verdacht auf oder bei bestätigter Infektion mit MSRA muss mit einem geeigneten

Antiinfektivum behandelt werden.

Empfindlichkeit von Erregern des PID (Pelvic Inflammatory Disease):

Von den Erregern, welche gemeinhin mit PID assoziiert, können Gardnerella vaginalis, Mycoplasma

hominis, Mycoplasma genitalium sowie Chlamydia trachomatis als empfindlich angesehen werden.

Im Falle von Neisseria gonorrhoeae ist von einer häufigen Resistenz auszugehen.

Vergleich von PK/PD-Surrogaten zur intravenösen und oralen Darreichung einer 400-mg-

Einzeldosis von Moxifloxacin

Bestimmte pharmakokinetische/pharmakodynamische Parameter haben offenbar prognostischen

Wert bezüglich der Wirksamkeit von Antibiotika. Für Chinolone und bei Patienten, bei denen eine

stationäre Behandlung erforderlich ist, lassen AUC/MHK90-Quotienten über 125 und

Cmax/MHK90-Quotienten von 8–10 eine klinische Heilung erwarten. Bei Patienten mit ambulant

erworbenen Pneumokokkeninfektionen sind diese Surrogat-Parameter generell kleiner, d.h.

AUC/MHK90-Quotienten über 30–40 lassen einen klinischen Erfolg erwarten. Die folgende Tabelle

zeigt die entsprechenden PK/PD-Surrogat-Parameter für intravenöse und orale Gabe von 400 mg

Moxifloxacin auf der Basis von Einmalgabe-Daten:

Darreichungsform intravenös

oral

Parameter

AUC/MIC90 [h]

Cmax/MIC90a) AUC/MIC90 [h]

Cmax/MIC90

(Mittelwerte)

MIC90 0,125 mg/l

32,5

23,6

MIC90 0,25 mg/l

16,2

11,8

MIC90 0,5 mg/l

a) Infusionsdauer: 1 Stunde

Pharmakokinetik

Absorption und Bioverfügbarkeit

Nach oraler Gabe wird Moxifloxacin schnell und nahezu vollständig resorbiert, die absolute

Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 90%.

Bei Einzeldosen zwischen 50 und 800 mg und bei 10-tägiger Gabe von bis zu 600 mg ist die

Pharmakokinetik linear.

Plasmaspitzenkonzentrationen von 3,1 mg/l werden 0,5 bis 4 Stunden nach Einnahme von 400 mg

erreicht.

Im Steady-State werden maximale und minimale Plasmakonzentrationen von 3,2 bzw. 0,6 mg/l

erreicht. Im Steady-State ist die Exposition innerhalb des Dosierungsintervalls ca. 30% höher als

nach erstmaliger Gabe.

Nach Verabreichung einer intravenösen Einzeldosis von 400 mg Moxifloxacin (Dauer der Infusion:

1 Stunde) wurden gegen Ende der Infusion Spitzenkonzentrationen bei 4,1 mg/l im Plasma erreicht.

Dies entspricht einem mittleren Anstieg von ca. 26% relativ zur oralen Darreichungsform. Die

Wirkstoffexposition im Sinne eines AUC-Wertes von durchschnittlich 39 mg*h/l fällt daher nur

wenig höher aus im Vergleich zur oralen Einnahme (35 mg*h/l), bei der eine absolute

Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes von 91% erreicht wird.

Bei multipler intravenöser Dosierung (1 Stunde Infusionsdauer) lagen die Spitzen- und

Durchschnittswerte des Plasmas im stationären Zustand (Tagesdosis 400 mg) zwischen 4,1 bis 5,9

mg/l bzw. 0,43 bis 0,84 mg/l. Hier fällt auch die Wirkstoffexposition während des Intervalls

näherungsweise um 30% höher aus, als nach Verabreichung der ersten Dosis. Im stationären Zustand

wurden gegen Ende der einstündigen Infusion mittlere Gleichgewichtskonzentrationen von 4,4 mg/l

beobachtet.

Gleichzeitiger Verzehr von Nahrungsmitteln zusammen mit der Einnahme von Moxifloxacin

verlängert die Zeit, bis Spitzenkonzentrationen des Wirkstoffs erreicht werden, um etwa 2 Stunden

und bewirkt eine Abflachung des Konzentrationsmaximums um etwa 16%. Insgesamt jedoch bleibt

das Ausmass der Absorption unverändert. Moxifloxacin kann daher ohne Berücksichtigung der

Mahlzeiten genommen werden.

Distribution

Moxifloxacin wird sehr schnell in den Extravasalraum verteilt.

Die AUCnorm ist mit 6 kg/h/l hoch, das scheinbare Verteilungsvolumen im Steady State (Vss)

beträgt ca. 2 l/kg. Bedingt durch eine geringe Proteinbindung (ca. 45%) werden hohe freie

Spitzenkonzentrationen im Plasma beobachtet (>10× MHK).

In-vitro- und Ex-vivo-Untersuchungen belegen die Unabhängigkeit der Proteinbindung von der

Wirkstoffkonzentration im Bereich von 0,02–2 mg/l. Moxifloxacin wird hauptsächlich an

Serumalbumin gebunden.

Moxifloxacin verteilt sich schnell in Zielgewebe wie Lunge (Epithelflüssigkeit,

Alveolarmakrophagen, Bronchialgewebe), Nasennebenhöhlen (Kieferhöhlen, Siebbeinzellen,

Nasenpolypen) und in entzündliches Gewebe (Blasenflüssigkeit nach dem Canthariden-Modell).

Die Konzentration im Zielgewebe übertrifft die Plasmaspiegel. Hohe freie Wirkstoffkonzentrationen

sind in Interstitialflüssigkeiten (intramuskulär und subkutan), im Speichel, im Unterleibsbereich

sowie im Bereich des weiblichen Genitaltrakts zu finden.

Folgende Maximalkonzentrationen (geom. Mittelwert) wurden nach einmaliger oraler bzw.

intravenöser Gabe von 400 mg Moxifloxacin gemessen:

Gewebetyp

Konzentration

Gewebe-/Plasma-Verhältnis

Orale Gabe

Plasma

mg/l

Speichel

mg/l

0,75-1,3

Blasenflüssigkeit

1,61

mg/l

1,71

Bronchialschleim

mg/kg 1,7–2,1

Alveolare Makrophagen 56,7

mg/kg 18,6–70,0

Epithelflüssigkeit

20,7

mg/l

5–7

Maxillarer Sinus

mg/kg 2,0

Ethmoidaler Sinus

mg/kg 2,1

Nasalpolypen

mg/kg 2,6

Interstitialflüssigkeit

1,0²

mg/l

0,8-1,42,3

Intravenöse Gabe

Plasma

mg/l

Speichel

mg/l

0,82–1,37

Blasenflüssigkeit

1,751

mg/l

1,71

Interstitialflüssigkeit

1,0²

mg/l

0,8-2,52,3

Abdominale Gewebe4

7,03

mg/l

1,56

Abdominales Exsudat5

3,32

mg/l

1,45

Abszessflüssigkeit6

1,94

mg/l

0,74

Weibl. Genitaltrakt4

10,2

mg/l

1,72

1 10 Stunden nach Verabreichung

2 Ungebundene Konzentration

3 3–36 Stunden nach Verabreichung

4 Zum Ende der Infusionsdauer

5 2 Stunden nach Verabreichung

6 3 Stunden nach Verabreichung

Metabolismus

Moxifloxacin durchläuft eine Phase-II-Biotransformation und wird renal und biliär sowohl als

unveränderte Substanz als auch in Form eines Glucuronids (M2) und einer Sulfo-Verbindung (M1)

ausgeschieden. Die einzigen für den Menschen relevanten Metaboliten M1 und M2 sind

mikrobiologisch inaktiv. Nach oraler Gabe werden im Urin (ca. 19% unverändert, ca. 2,5% M1 und

ca. 14% M2) und den Faeces (ca. 25% unverändert, ca. 36% M1 und kein M2) insgesamt ca. 96%

der Dosierung wiedergefunden.

Eine Phase-I-Biotransformation unter Beteiligung von Cytochrom-P-450-Enzymen wurde nicht

beobachtet. Zudem belegt eine Massenbilanzierung von Wirkstoff und Phase-II-Metaboliten die

praktisch vollständige Wiederfindung von Moxifloxacin ohne Hinweise auf einen oxidativen

Metabolismus.

Elimination

Moxifloxacin wird aus Plasma und Speichel mit einer mittleren terminalen Halbwertszeit von ca. 12

Stunden eliminiert. Die durchschnittliche scheinbare Gesamt-Körper-Clearance nach Gabe von

400 mg liegt im Bereich von 179 bis 246 ml/min. Die renale Clearance erreichte etwa 24–53 ml/min

und lässt auf eine partielle tubuläre Reabsorption der Substanz in der Niere schliessen.

Die gleichzeitige Gabe von Ranitidin und Probenecid veränderte die renale Clearance von

Moxifloxacin nicht.

Etwa 19% des Moxifloxacins werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden und ca. 25% mit den

Faeces. Etwa 3,5% der Dosis werden als M1 im Urin wiedergefunden und 36% in den Faeces. Etwa

14% werden als M2 im Urin wiedergefunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Probanden mit niedrigerem Körpergewicht (wie Frauen) und bei älteren Probanden werden

höhere Plasmakonzentrationen beobachtet.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurden nach einer Einzeldosis im Vergleich zu gesunden

Probanden für Moxifloxacin ähnliche Plasmakonzentration vs. Zeitverläufe gefunden. Die Clearance

der Metabolite M1 und vor allem M2 nimmt mit zunehmender Niereninsuffizienz ab. In einer Studie

mit 8 Hämolyse- und 8 CAPD-Patienten war nach Einfach- und Mehrfachdosierung die AUC von

M2 um einen Faktor 7,5 und Cmax von M2 um einen Faktor von 2,5–3 erhöht im historischen

Vergleich zu gesunden Probanden. Die Moxifloxacin-Metaboliten M1 und M2 sind mikrobiologisch

nicht aktiv und die klinische Relevanz ihres Anstieges ist nicht untersucht worden.

Leberinsuffizienz

Die durchgeführten Studien zeigen, dass sich das pharmakokinetische Profil von Moxifloxacin bei

Patienten mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh A und B) nicht wesentlich vom

Profil bei gesunden Probanden oder Patienten ohne Leberfunktionsstörung unterscheidet. In einer

oralen Einzeldosisstudie mit 400 mg Moxifloxacin wurden 6 Patienten mit milder Leberinsuffizienz

(Child-Pugh A), 10 Patienten mit mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh B) sowie 18 gesunde

Probanden untersucht. Im Vergleich zu den Werten bei gesunden Probanden erhöhten sich der

Mittelwert der AUC des Sulphatkonjugates (Metabolit M1) um das 3,9- bzw. 5,7-fache bei Patienten

mit einer milden bzw. mässigen Leberinsuffizienz. Der Mittelwert von Cmax stieg in beiden

Gruppen um ungefähr das 3-fache an. Der Mittelwert der AUC des Glucuronidkonjugates (M2) stieg

um etwa einen Faktor 1,5 in beiden Gruppen an. Der Mittelwert von Cmax stieg um einen Faktor 1,6

bzw. 1,3 an.

Die Kinetik von Moxifloxacin (i.v. oder p.o. 400 mg 1-mal täglich während 6 Tagen) und seiner

Metaboliten wurde bei 15 Patienten mit mässiger oder schwerer Leberinsuffizienz untersucht. Die

Kinetik von Moxifloxacin in diesen Patienten entsprach derjenigen bei gesunden Probanden und

Patienten ohne Leberfunktionsstörung. Der Metabolit M1 war bei Patienten mit einer

Leberfunktionsstörung, welche Moxifloxacin p.o. oder i.v. über 6 Tage erhalten hatten, erhöht.

Patienten mit einer mässigen Leberfunktionsstörung wiesen vergleichbare Werte auf wie Patienten

mit einer schweren Leberfunktionsstörung (Konzentrationen am Ende des Dosierungsintervalles

lagen zwischen 0,06 und 1,29 mg/l).

Präklinische Daten

Bei Ratten und Affen wurde ein Einfluss auf das hämatopoetische System (leichter Abfall der

Erythrozyten- und Thrombozytenzahl) beobachtet. Wie bei anderen Chinolonen wurde bei Ratten,

Affen und Hunden Hepatotoxizität (erhöhte Leberenzyme und vacuoläre Degeneration) beobachtet.

Bei Affen trat ZNS-Toxizität (Krämpfe) auf. Diese Effekte wurden nur nach Gabe hoher

Moxifloxacin-Dosen oder nach längerer Behandlung beobachtet.

In einer örtlichen Tolerabilitätsstudie an Hunden sind bei der intravenösen Verabreichung von

Moxifloxacin keine Anzeichen von Unverträglichkeit beobachtet worden. Nach intraarterieller

Injektion traten entzündliche Veränderungen auf, einschliesslich Entzündungen periarterieller

Weichteile, woraus geschlossen werden darf, dass man eine intraarterielle Injektion von

Moxifloxacin vermeiden sollte.

Mutagenität

Moxifloxacin war, wie andere Chinolone auch, in vitro in Bakterien und Säugerzellen genotoxisch.

Da diese Effekte auf die Interaktion mit der bakteriellen Gyrase und – in wesentlich höheren

Konzentrationen – auf die Interaktion mit der Topoisomerase II in Säugerzellen zurückgeführt

werden können, kann ein Schwellenwert für die Genotoxizität angenommen werden. In in vivo Tests

wurde trotz sehr hoher Moxifloxacin-Dosen kein Hinweis auf Genotoxizität gefunden. Daher ist bei

therapeutischer Dosierung beim Menschen ein ausreichender Sicherheitsabstand gegeben. In einem

Initiations-Promotionsmodell an Ratten wurden keine Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung von

Moxifloxacin gefunden.

Kardiotoxizität

In verschiedenen in vitro Versuchen wurde nachgewiesen, dass Moxifloxacin die schnelle

Komponente des «delayed-rectifier» Kaliumausstroms am Herzen hemmen kann und somit zu einer

Verlängerung des QT-Intervalls führt. In toxikologischen Studien an Hunden mit oralen Dosen von

≥90 mg/kg, die zu Plasmakonzentrationen ≥16 mg/l führten, wurden QT-Strecken-Verlängerungen

aber keine Arrhythmien ausgelöst. Nur nach sehr hoher intravenöser Gabe von mehr als dem 50-

fachen der humantherapeutischen Dosis (>300 mg/kg), die zu Plasmakonzentrationen von ≥200 mg/l

(mehr als das 30-fache des therapeutischen Spiegels) führten, wurden bei Hunden reversible, nicht-

tödliche ventrikuläre Arrhythmien beobachtet.

Knorpeltoxizität

Von Chinolonen ist bekannt, dass sie Schädigungen im Knorpel der grossen Gelenke bei nicht

ausgewachsenen Tieren verursachen. Die niedrigste orale Dosierung von Moxifloxacin, die bei

Junghunden Gelenkstoxizität hervorrief, war viermal höher als die empfohlene therapeutische Dosis

von 400 mg (bei einem angenommenen Körpergewicht von 50 kg) auf einer mg/kg Basis mit zwei-

bis dreifach höheren Plasmakonzentrationen als jene bei der höchsten therapeutischen Dosis.

Okulotoxizität

Toxizitätsuntersuchungen an Ratten und Affen (wiederholte Gabe bis zu 6 Monaten) ergaben keinen

Hinweis auf ein okulotoxisches Risiko. Bei Hunden ergaben hohe orale Dosen (>60 mg/kg, die zu

Plasmakonzentrationen ≥20 mg/l führten) Veränderungen im Elektroretinogramm und in Einzelfällen

eine Atrophie der Retina.

Reproduktionstoxizität

Reproduktionsstudien mit Ratten, Kaninchen und Affen weisen darauf hin, dass Moxifloxacin

plazentagängig ist. Studien an Ratten (p.o. und i.v.) und Affen (p.o.) zeigten keinen Anhaltspunkt für

Teratogenität oder Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit nach Verabreichung von Moxifloxacin. Bei

Kaninchenfeten wurden etwas häufiger Wirbel- und Rippenmissbildungen beobachtet, allerdings nur

bei deutlich maternal toxischer Dosis (20 mg/kg i.v.). Bei Plasmakonzentrationen im

humantherapeutischen Bereich gab es bei Affen eine erhöhte Inzidenz von Aborten. Bei Ratten

wurden bei Dosierungen, die auf einer mg/kg Basis 63-mal höher waren als die höchste empfohlene

Dosis und zu Plasmakonzentrationen im humantherapeutischen Bereich führten, vermindertes

Körpergewicht der Feten, erhöhter pränataler Verlust, eine leicht verlängerte Dauer der Tragzeit und

eine erhöhte Spontanaktivität einiger männlicher und weiblicher Nachkommen beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Folgende Ko-Infusionen sind nicht mit Moxifloxacin-Infusionslösung verträglich:

·Natriumchloridlösung 10%

·Natriumchloridlösung 20%

·Natriumhydrogenkarbonat 4,2%

·Natriumhydrogenkarbonat 8,4%

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Moxifloxacin kann das Wachstum von Mycobacterium spp. hemmen und kann daher bei der

bakteriologischen Diagnose falsch negative Resultate erzeugen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichnetem Datum verwendet

werden.

Die Infusionslösung sofort nach Anbruch verwenden. Nur für den einmaligen Gebrauch.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Filmtabletten: Nicht über 25 °C lagern und in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt

vor Feuchtigkeit zu schützen.

Infusionslösung: Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren. Nicht im Kühlschrank lagern und

nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren.

Bei kühler Lagerung (unter 15 °C) kann es bei der Infusionslösung zur Ausfällung der Salze

kommen. Die Kristalle gehen bei Raumtemperatur (15–25 °C) wieder in Lösung.

Hinweise für die Handhabung

Die Infusionslösung soll intravenös und über einen Zeitraum von 60 Minuten gegeben werden.

Die Infusionslösung kann direkt oder über ein T-Verbindungsstück zusammen mit kompatiblen

Infusionslösungen gegeben werden. Von den folgenden Ko-Infusionen ist bekannt, dass sie mit

Moxifloxacin-Infusionslösung über einen Zeitraum von 24 Stunden und bei Raumtemperatur stabile

Mischungen bilden. Es ist davon auszugehen, dass diese Infusionen mit Moxifloxacin-

Infusionslösung kompatibel sind:

·Wasser für Injektionen/zur Volumenergänzung

·Natriumchloridlösung 0,9%

·Natriumchlorid 1 mol/l

·Glukose 5%

·Glukose 10%

·Glukose 40%

·Xylitol 20%

·Ringerlösung

·Ringerlaktatlösung

Wird Moxifloxacin-Infusionslösung zusammen mit anderen Medikamenten gegeben, so sollten die

Infusionen separat erfolgen (vgl. auch Rubrik «Sonstige Hinweise, Inkompatibilitäten»).

Vor der Verwendung ist die Infusionslösung visuell zu prüfen. Es dürfen nur klare Lösungen zur

Infusion verwendet werden.

Zulassungsnummer

Filmtablette: 55213 (Swissmedic).

Infusionslösung: 58257 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 400 mg:

Packungen mit 5, 7 und 10 Filmtabletten. (A)

Infusionslösung:

1× 250 ml Glasflasche (A)

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

Juni 2017.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen