Atorvastatin Bluefish 20 mg Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

30-04-2020

Wirkstoff:
ATORVASTATIN CALCIUM
Verfügbar ab:
Bluefish Pharmaceuticals AB
ATC-Code:
C10AA05
INN (Internationale Bezeichnung):
ATORVASTATIN CALCIUM
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-30379
Berechtigungsdatum:
2011-05-11

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Atorvastatin Bluefish 10 mg Filmtabletten

Atorvastatin Bluefish 20 mg Filmtabletten

Atorvastatin Bluefish 40 mg Filmtabletten

Atorvastatin Bluefish 80 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Atorvastatin-Calcium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Atorvastatin Bluefish und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Atorvastatin Bluefish beachten?

Wie ist Atorvastatin Bluefish einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Atorvastatin Bluefish aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Atorvastatin Bluefish und wofür wird es angewendet?

Atorvastatin Bluefish

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Statine bekannt sind und die

Blutfette (Lipide) regulieren.

Atorvastatin Bluefish

wird angewendet, um die Blutfette zu verringern, die als Cholesterin und

Triglyzeride bezeichnet werden, falls eine fettarme Ernährung und eine Umstellung des Lebensstils

alleine nicht ausgereicht haben. Wenn Sie ein erhöhtes Risiko einer Herzerkrankung haben, kann

Atorvastatin Bluefish auch angewendet werden, um ein solches Risiko zu vermindern, auch dann,

wenn Ihre Cholesterinwerte normal sind. Während der Behandlung muss die übliche

cholesterinbewusste Ernährung fortgeführt werden.

Cholesterin ist eine natürlicherweise im Körper vorhandene Substanz, die für das normale Wachstum

notwendig ist. Wenn jedoch zu viel Cholesterin in Ihrem Blut vorhanden ist, kann es sich an den

Wänden der Blutgefäße ablagern, wodurch es zu einer Verengung der Blutgefäße kommt, die dadurch

möglicherweise verstopfen. Dies ist eine der häufigsten Ursachen für Herzkrankheiten. Es ist

anerkannt, dass erhöhte Cholesterinwerte das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen. Andere Faktoren,

die das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen umfassen hohen Blutdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes

mellitus), Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen oder eine familiäre Krankengeschichte von

Herzerkrankungen.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Atorvastatin Bluefish beachten?

Atorvastatin Bluefish darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Atorvastatin, ähnliche Arzneimittel, die die Blutfettwerte verringern,

oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie eine Lebererkrankung haben oder hatten,

wenn bei Ihnen im Leberfunktionstest unerklärbare Veränderungen der Leberwerte aufgetreten

sind,

wenn Sie eine Kombination aus Glecaprevir/Pibrentasvir zur Behandlung einer Hepatitis C

erhalten

wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind und keine ausreichende

Schwangerschaftsverhütung betreiben,

wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten,

wenn Sie stillen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Atorvastatin Bluefish einnehmen,

wenn Sie bereits einmal einen Schlaganfall mit Einblutungen ins Gehirn hatten, oder wenn Sie

von früheren Schlaganfällen kleine Flüssigkeitseinschlüsse im Gehirn haben,

wenn Sie Probleme mit den Nieren haben,

wenn Sie an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden (Hypothyreose),

wenn Sie wiederholte oder unklare Muskelbeschwerden oder -schmerzen hatten oder bei Ihnen

oder bei nahen Verwandten Muskelerkrankungen aufgetreten sind,

wenn bei Ihnen Muskelerkrankungen im Zusammenhang mit der Anwendung von anderen

blutfettsenkenden Arzneimitteln (z. B. anderen Statinen oder Arzneimitteln, die man als Fibrate

bezeichnet) aufgetreten sind,

wenn Sie regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken,

wenn Sie Lebererkrankungen in der eigenen Vorgeschichte haben,

wenn Sie älter als 70 Jahre sind,

wenn Sie an schwerwiegenden Atemprobleme leiden.

Wenn einer dieser Gründe auf Sie zutrifft, wird Ihr Arzt vor und möglicherweise auch während Ihrer

Atorvastatin Bluefish Behandlung Blutuntersuchungen durchführen, um Ihr Risiko für

Nebenwirkungen an der Muskulatur abschätzen zu können. Es ist bekannt, dass das Risiko für

Nebenwirkungen an der Muskulatur (z. B. Rhabdomyolyse) ansteigt, wenn bestimmte Arzneimittel

gleichzeitig angewendet werden (siehe „Einnahme von Atorvastatin Bluefish zusammen mit anderen

Arzneimitteln“ im Abschnitt 2). Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen

anhaltende Muskelschwäche auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses Zustands sind

möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel notwendig.

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel wird Ihr Arzt Sie engmaschig überwachen, wenn

Sie Diabetes (Zuckerkrankheit) haben oder bei Ihnen das Risiko besteht, einen Diabetes zu

entwickeln. Es ist wahrscheinlich, dass ein Risiko für das Entstehen eines Diabetes besteht, wenn bei

Ihnen hohe Zucker- und Fettwerte im Blut vorliegen, Sie übergewichtig sind oder einen hohen

Blutdruck haben.

Einnahme von Atorvastatin Bluefish zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Es gibt einige andere Arzneimittel, die die Wirkung von Atorvastatin Bluefish verändern können oder

deren Wirkung durch Atorvastatin Bluefish verändert werden kann. Derartige Wechselwirkungen

können dazu führen, dass die Wirksamkeit eines oder beider Arzneimittel nachlässt. Genauso können

sie dazu führen, dass das Risiko oder die Schwere von Nebenwirkungen einschließlich eines schweren

Muskelschwunds, der als Rhabdomyolyse in Abschnitt 4 beschrieben wird, erhöht ist:

Arzneimittel, die Ihr körpereigenes Abwehrsystem beeinflussen (z. B. Ciclosporin)

Einige Antibiotika oder Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (z. B. Erythromycin, Clarithromycin,

Telithromycin, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol, Posaconazol, Rifampicin,

Fusidinsäure)

Andere Arzneimittel zur Regulierung der Blutfettwerte (z. B. Gemfibrozil, andere Fibrate,

Colestipol)

Einige Kalziumantagonisten gegen Angina pectoris oder hohen Blutdruck (z. B. Amlodipin,

Diltiazem); Arzneimittel, die Ihren Herzschlag regulieren (z. B. Digoxin, Verapamil, Amiodaron)

einige Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C (z. B. Telaprevir, Boceprevir und die

Kombination aus Elbasvir/Grazoprevir)

Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (z. B. Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir,

Indinavir, Darunavir usw.)

Zu den weiteren Arzneimitteln mit bekannten Wechselwirkungen mit Atorvastatin Bluefish zählen

u. a. Ezetimib (zur Cholesterinsenkung), Warfarin (zur Verhinderung von Blutgerinnseln), orale

Kontrazeptiva, Stiripentol (zur Krampfhemmung bei Epilepsie), Cimetidin (bei Sodbrennen und

Magengeschwüren), Phenazon (ein Schmerzmittel), Colchizin ( zur Behandlung von Gicht) und

Antazida (aluminium- oder magnesiumhaltige Arzneimittel bei Magenverstimmung)

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel: Johanniskraut

Einnahme von Atorvastatin Bluefish zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Anleitungen zur Einnahme von entnehmen Sie bitte Abschnitt 3. Bitte Folgendes beachten:

Grapefruitsaft

Trinken Sie nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft am Tag, da große Mengen an

Grapefruitsaft die Wirkungen von Atorvastatin Bluefish beeinflussen können.

Alkohol

Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum, während Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Für

weitere Informationen siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie dürfen Atorvastatin Bluefish nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, oder schwanger werden

möchten. Wenn Sie im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Atorvastatin Bluefish nicht einnehmen, es

sei denn, Sie wenden eine zuverlässige Schwangerschaftsverhütung an. Wenn Sie stillen, dürfen Sie

Atorvastatin Bluefish nicht einnehmen. Die Sicherheit von Atorvastatin Bluefish während

Schwangerschaft und Stillzeit wurde bisher nicht nachgewiesen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Normalerweise beeinflusst dieses Arzneimittel Ihre Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen nicht. Sie dürfen jedoch nicht Auto fahren, wenn dieses Arzneimittel Ihre

Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt, und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, wenn Ihre

Fähigkeit, diese zu benutzen, beeinträchtigt ist.

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Atorvastatin Bluefish enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie Atorvastatin Bluefish erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie ist Atorvastatin Bluefish einzunehmen?

Ihr Arzt wird Sie vor Behandlungsbeginn auf eine cholesterinarme Ernährung umstellen, die Sie auch

während der Behandlung mit Atorvastatin Bluefish beibehalten sollen.

Die übliche Anfangsdosierung von Atorvastatin Bluefish

bei Erwachsenen und Kindern ab 10

Jahren beträgt 10 mg einmal täglich

. Diese kann bei Bedarf von Ihrem Arzt erhöht werden, bis Sie

die Dosis erhalten, die Sie benötigen. Ihr Arzt wird die Dosierung in Zeitabständen von vier Wochen

oder mehr anpassen. Die Höchstdosis von Atorvastatin Bluefish beträgt

80 mg einmal täglich

Erwachsenen und 20 mg einmal täglich bei Kindern

Nehmen Sie die Atorvastatin Bluefish -Tabletten bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Die

Einnahme kann zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Sie sollten aber

versuchen, Ihre Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dauer der Behandlung mit Atorvastatin Bluefish wird von Ihrem Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Atorvastatin

Bluefish zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Atorvastatin Bluefish eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Atorvastatin Bluefish-Tabletten (mehr als Ihre übliche Tagesdosis)

eingenommen haben, fragen Sie bei Ihrem Arzt oder dem nächstgelegenen Krankenhaus um Rat.

Wenn Sie die Einnahme von Atorvastatin Bluefish vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme einer Dosis vergessen haben, nehmen Sie einfach zum üblichen Zeitpunkt

die nächste Dosis ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um eine vergessene Einnahme

auszugleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Atorvastatin Bluefish abbrechen

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben oder die Einnahme von

Atorvastatin Bluefish abbrechen wollen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn bei Ihnen eine der folgenden schweren Nebenwirkungen oder Symptome auftritt, brechen

Sie die Tabletteneinnahme ab und informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder suchen Sie die

nächstgelegene Krankenhaus-Notfallaufnahme auf

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Menschen betreffen):

Schwere allergische Reaktionen mit Schwellungen im Bereich des Gesichtes, der Zunge und im

Hals, die zu schweren Atemproblemen führen können

Ernste Erkrankungen mit Erscheinungen wie z. B. schwere Hautablösung und Schwellung der

Haut, Blasenbildung auf der Haut, im Mund, im Genitalbereich und um die Augen und Fieber.

Fleckiger, roter Hautausschlag speziell auf den Handflächen und Fußsohlen, möglicherweise auch

mit Blasenbildung

Muskelschwäche, -empfindlichkeit, -schmerzen, -riss oder rötlich-braune Verfärbung des Urins,

besonders in Verbindung mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, dann kann dies durch einen

krankhaften Muskelabbau verursacht worden sein. Der abnormale Muskelschwund kann unter

Umständen auch nach dem Absetzen von Atorvastatin weiter bestehen, und er kann

lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen führen.

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Menschen betreffen):

Wenn Sie Probleme mit unerwarteten oder ungewöhnlichen Blutungen oder Blutergüssen haben,

kann dies auf Leberschäden hinweisen. Dann müssen Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt

aufsuchen.

Lupusähnliches Syndrom (einschließlich Ausschlag, Gelenkbeschwerden und Auswirkungen auf

die Blutzellen)

Andere mögliche Nebenwirkungen von Atorvastatin Bluefish

Häufige Nebenwirkungen

(können bis zu 1 von 10 Menschen betreffen) umfassen:

Entzündung der Luftwege in der Nase, Halsschmerzen, Nasenbluten

allergische Reaktionen

Anstieg des Blutzuckerspiegels (wenn Sie Diabetiker sind, sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel

weiterhin genau überwachen), Anstieg der Kreatininphosphokinase im Blut

Kopfschmerzen

Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall

Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen

Ergebnisse von Blutuntersuchungen, die möglicherweise auf eine gestörte Leberfunktion

hinweisen

Gelegentliche Nebenwirkungen

(können bis zu 1 von 100 Menschen betreffen) umfassen:

Appetitlosigkeit (Anorexie), Gewichtszunahme, Erniedrigung des Blutzuckerspiegels (wenn Sie

Diabetiker sind, sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel weiterhin genau überwachen)

Alpträume, Schlaflosigkeit

Benommenheit, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingern oder Zehen, herabgesetzte

Empfindung der Haut auf leichte Berührungsreize oder Schmerzen, Störungen des

Geschmacksempfindens, Gedächtnisverlust

Verschwommenes Sehen

Ohrgeräusche und/oder Geräusche im Kopf

Erbrechen, Aufstoßen, Oberbauch- oder Unterbauchschmerzen, Entzündung der

Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), was zu Magenschmerzen führt

Leberentzündung (Hepatitis)

Ausschlag, Hautausschlag und Juckreiz, Nesselsucht, Haarausfall

Nackenschmerzen, Muskelschwäche

Erschöpfung, Unwohlsein, Schwächegefühl, Schmerzen im Brustkorb, Schwellungen besonders

im Knöchelbereich (Ödeme), erhöhte Temperatur

Positiver Test auf weiße Blutzellen im Urin

Seltene Nebenwirkungen

(können bis zu 1 von 1.000 Menschen betreffen) umfassen:

Sehstörungen

Ungewöhnliche Blutungen oder Blutergüsse

Gelbfärbung der Haut oder des Weißen im Auge (Cholestase)

Verletzungen an den Sehnen

Sehr seltene Nebenwirkungen

(können bis zu 1 von 10.000 Menschen betreffen) umfassen:

Eine bestimmte allergische Reaktion mit Beschwerden wie plötzliche keuchende Atmung und

Schmerzen oder Engegefühl im Brustbereich, Anschwellen der Augenlider, des Gesichts, der

Lippen, des Mundes, der Zunge oder im Hals, Atembeschwerden, Ohnmachtsanfälle

Hörverlust

Brustvergrößerung bei Mann und Frau (Gynäkomastie)

Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar):

Anhaltende Muskelschwäche

Mögliche Nebenwirkungen, die bei einigen Statinen (Arzneimittel des gleichen Typs) berichtet

wurden:

Störungen der Sexualfunktion

Depressionen

Atemprobleme einschließlich anhaltender Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber

Diabetes (Zuckerkrankheit). Dies ist wahrscheinlicher, wenn bei Ihnen hohe Zucker- und

Fettwerte im Blut vorliegen, Sie übergewichtig sind oder einen hohen Blutdruck haben. Ihr Arzt

wird Sie während der Behandlung mit diesem Arzneimittel überwachen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

Österreich

Fax: +43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Atorvastatin Bluefish aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „Verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Atorvastatin Bluefish enthält

Der Wirkstoff ist Atorvastatin. Jede Filmtablette enthält 10 mg, 20 mg, 40 mg oder 80 mg

Atorvastatin als Atorvastatin-Calcium.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (E470b), Natriumlaurylsulfat,

mikrokristalline Cellulose, hochdisperses, hydrophobes Siliciumdioxid, Butylhydroxyanisol

(E320), Crospovidon (E1202), Natriumhydrogencarbonat (E500), Sinespum.

Filmüberzug: Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Titandioxid (E171) und Macrogol 4000.

Wie Atorvastatin Bluefish aussieht und Inhalt der Packung

10 mg: weiße, beidseitig gewölbte, zylindrische Tablette mit einer Bruchlinie auf einer Seite und der

Prägung „AT1“ auf der anderen Seite.

20 mg: weiße, beidseitig gewölbte, zylindrische Tablette mit einer Bruchlinie auf einer Seite und der

Prägung „AT2“ auf der anderen Seite.

40 mg: weiße, beidseitig gewölbte, zylindrische Tablette mit einer Bruchlinie auf einer Seite und der

Prägung „AT4“ auf der anderen Seite.

80 mg: weiße, beidseitig gewölbte, längliche Tablette mit einer Bruchlinie auf einer Seite und der

Prägung „AT8“ auf der anderen Seite.

Alle Stärken sind in Blisterpackungen zu 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 90, 98 und 100 Filmtabletten

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Bluefish Pharmaceuticals AB

Gävlegatan 22

113 30 Stockholm

Schweden

Hersteller

SAG Herstellung SLU

Crta N-i, 36 km

28750 San Agustin de Guadalix, Madrid

Spanien

Z.Nr.:

1-30378 (10 mg)

1-30379 (20 mg)

1-30380 (40 mg)

1-30381 (80 mg)

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Island

Atorvastatin Bluefish 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg filmuhúðaðar töflur

Österreich

Atorvastatin Bluefish 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten

Polen

Atorvastatin Bluefish

Schweden

Atorvastatin Bluefish

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2019.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Atorvastatin Bluefish 10 mg Filmtabletten

Atorvastatin Bluefish 20 mg Filmtabletten

Atorvastatin Bluefish 40 mg Filmtabletten

Atorvastatin Bluefish 80 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Atorvastatin Bluefish 10 mg Filmtabletten:

Jede Filmtablette enthält 10 mg Atorvastatin als Atorvastatin-Calcium.

Atorvastatin Bluefish 20 mg Filmtabletten:

Jede Filmtablette enthält 20 mg Atorvastatin als Atorvastatin-Calcium.

Atorvastatin Bluefish 40 mg Filmtabletten:

Jede Filmtablette enthält 40 mg Atorvastatin als Atorvastatin-Calcium.

Atorvastatin Bluefish 80 mg Filmtabletten:

Jede Filmtablette enthält 80 mg Atorvastatin als Atorvastatin-Calcium.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

10 mg: Weiße, bikonvexe, zylindrische Tabletten mit einer Bruchlinie auf der einen Seite und der

Prägung „AT1“ auf der anderen Seite.

20 mg: Weiße, bikonvexe, zylindrische Tabletten mit einer Bruchlinie auf der einen Seite und der

Prägung „AT2“ auf der anderen Seite.

40 mg: Weiße, bikonvexe, zylindrische Tabletten mit einer Bruchlinie auf der einen Seite und der

Prägung „AT4“ auf der anderen Seite.

80 mg: Weiße, bikonvexe, längliche Tabletten mit einer Bruchlinie auf der einen Seite und der

Prägung „AT8“ auf der anderen Seite.

Die Tabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

Die Tabletten haben folgende Maße:

10 mg: 7,0 mm x 3,3 mm ± 0,1 mm

20 mg: 9,2 mm x 3,9 mm ± 0,1 mm

40 mg: 11,0 mm x 5,1 mm ± 0,1 mm

80 mg: 20,0 mm x 8,8 mm x 5,9 mm ± 5 %

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Atorvastatin ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhöhter Gesamtcholesterin-, LDL-

Cholesterin-, Apo-Lipoprotein-B- und Triglyzeridspiegel bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern

ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie, einschließlich familiärer Hypercholesterinämie

(heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II

b nach Fredrickson), wenn das Ansprechen einer Diät und anderer nicht-pharmakologische

Maßnahmen unzureichend ist.

Atorvastatin ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit

homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt – entweder zusätzlich zu anderen

lipidsenkenden Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht

verfügbar sind.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko für ein erstes

kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren

(siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Der Patient sollte vor der Anwendung von Atorvastatin auf eine übliche Diät zur Senkung von

Cholesterin eingestellt werden und diese Diät während der Behandlung mit Atorvastatin Bluefish

fortsetzen.

Die Dosierung sollte individuell entsprechend des Ausgangs-LDL-Cholesterin-Wertes, dem Ziel der

Therapie sowie dem Ansprechen des Patienten erfolgen.

Die übliche Anfangsdosis beträgt 10 mg Atorvastatin einmal täglich. Die Dosierung sollte in

Intervallen von 4 Wochen oder mehr angepasst werden. Die Höchstdosis beträgt einmal täglich 80 mg.

Die jeweilige Tagesdosis an Atorvastatin wird auf einmal verabreicht. Die Einnahme kann zu jeder

Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Primäre Hypercholesterinämie und kombinierte (gemischte) Hyperlipidämie

Die Mehrzahl der Patienten wird mit 10 mg Atorvastatin einmal am Tag eingestellt. Ein

therapeutisches Ansprechen zeigt sich innerhalb von zwei Wochen, und das maximale therapeutische

Ansprechen auf die Behandlung wird in der Regel innerhalb von vier Wochen erreicht. Die Wirkung

bleibt unter Dauertherapie erhalten.

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie

Die Behandlung der Patienten sollte mit Atorvastatin 10 mg täglich begonnen werden. Anpassungen

der Dosierung sollten individuell in Abständen von vier Wochen bis zu einer Dosierung von täglich

40 mg durchgeführt werden. Danach kann entweder die Dosierung bis auf maximal 80 mg täglich

erhöht oder einmal täglich 40 mg Atorvastatin mit einem gallensäurebindenden Ionenaustauscherharz

kombiniert werden.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Hierzu liegen nur begrenzte Daten vor (siehe Abschnitt 5.1).

Für Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie beträgt die Dosierung 10 bis 80 mg

Atorvastatin pro Tag (siehe Abschnitt 5.1).

Atorvastatin sollte als Ergänzung zu anderen lipidsenkenden Behandlungsmöglichkeiten (z. B. LDL-

Apherese) angewendet werden oder falls diese Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

In den Studien zur Primärprävention betrug die Dosierung 10 mg pro Tag. Um einen LDL-

Cholesterin-Spiegel entsprechend den aktuellen Leitlinien zu erreichen, kann eine höhere Dosierung

notwendig sein.

Gleichzeitige Therapie mit anderen Arzneimitteln

Bei Patienten, welche die Virostatika Elbasvir/Grazoprevir zur Behandlung einer Hepatitis-C-

Infektion gemeinsam mit Atorvastatin einnehmen, sollte eine Atorvastatin-Dosis von 20 mg/Tag nicht

überschritten werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Dosierung bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Atorvastatin sollte bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vorsichtig eingesetzt werden

(siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Atorvastatin ist kontraindiziert bei Patienten mit aktiver

Lebererkrankung (siehe Abschnitt 4.3).

Anwendung bei älteren Patienten

Wirksamkeit und Sicherheit für die empfohlenen Dosierungen sind bei Patienten über 70 Jahre

vergleichbar mit der Gesamtpopulation.

Anwendung bei Kindern

Hypercholesterinämie

Die Anwendung bei pädiatrischen Patienten sollte nur von Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung

einer Hyperlipidämie bei Kindern durchgeführt werden, und die Patienten sollten zur Kontrolle des

Therapiefortschritts regelmäßig nachuntersucht werden.

Bei Patienten ab 10 Jahren beträgt die empfohlene Initialdosis 10 mg Atorvastatin pro Tag mit

nachfolgender Auftitration auf 20 mg pro Tag. Die Auftitration sollte sich bei pädiatrischen Patienten

am individuellen Ansprechen und der Verträglichkeit orientieren. Die Daten zur Sicherheit bei

pädiatrischen Patienten, die mit höheren Dosen als 20 mg (entsprechend ca. 0,5 mg/kg KG) behandelt

wurden, sind begrenzt.

Bei Kindern im Alter von sechs bis 10 Jahren liegen nur eingeschränkte Erfahrungen vor (siehe

Abschnitt 5.1). Für Patienten unter 10 Jahre ist die Atorvastatin-Therapie kontraindiziert.

Andere pharmazeutische Formen/Stärken können bei dieser Patientenpopulation besser geeignet sein.

Art der Anwendung

Atorvastatin Bluefish ist zum Einnehmen. Die jeweilige Tagesdosis an Atorvastatin wird auf einmal

verabreicht. Die Einnahme kann zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten vorgenommen

werden.

4.3

Gegenanzeigen

Atorvastatin Bluefish ist kontraindiziert bei Patienten

mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

mit aktiver Lebererkrankung oder ungeklärter, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen

auf mehr als das 3-Fache des oberen Normwertes

die mit den Virostatika Glecaprevir/Pibrentasvir zur Behandlung einer Hepatitis-C-Infektion

behandelt werden

in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine

geeigneten Empfängnisverhütungsmethoden anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Einfluss auf die Leber

Leberfunktionstests sollten vor Behandlungsbeginn und danach in regelmäßigen Abständen (z. B. alle

6 Monate) durchgeführt werden. Bei Patienten, bei denen Anzeichen oder Symptome einer

Leberschädigung auftreten, sollte ein Leberfunktionstest durchgeführt werden. Patienten, die erhöhte

Werte an Transaminasen entwickeln, sollten überwacht werden, bis die Auffälligkeit(en)

verschwindet/verschwinden. Falls die Erhöhung der Transaminasen auf mehr als das 3-Fache des

oberen Normwertes anhält, empfiehlt sich eine Dosisreduktion oder ein Abbruch der Therapie mit

Atorvastatin Bluefish (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Patienten, die beträchtliche Mengen Alkohol konsumieren und/oder bei denen bereits eine

Lebererkrankung in der Vorgeschichte bekannt ist, sollte Atorvastatin Bluefish mit Vorsicht

angewendet werden.

SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels)

In einer Post-hoc-Analyse von Schlaganfall-Subtypen bei Patienten ohne KHK, die kürzlich einen

Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten hatten, zeigte sich im

Vergleich zur Plazebogruppe eine höhere Inzidenz von hämorrhagischen Schlaganfällen bei jenen

Patienten, die die Therapie mit 80 mg Atorvastatin begannen. Das erhöhte Risiko war besonders

ausgeprägt bei Patienten, die bei Aufnahme in die Studie einen hämorrhagischen Schlaganfall oder

einen lakunären Infarkt in der Anamnese hatten. Für Patienten mit einem hämorrhagischen

Schlaganfall oder einem lakunären Infarkt in der Anamnese ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis der

80 mg-Dosierung von Atorvastatin ungeklärt, und das mögliche Risiko eines hämorrhagischen

Schlaganfalls sollte vor Behandlungsbeginn sorgfältig bedacht werden (siehe Abschnitt 5.1).

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Wie andere HMG-CoA-Reductase-Hemmer kann auch Atorvastatin in seltenen Fällen die

Skelettmuskulatur beeinflussen und eine Myalgie, Myositis sowie eine Myopathie verursachen, die

sich zu einer Rhabdomyolyse entwickeln kann, einem möglicherweise lebensbedrohlichen Zustand,

der durch deutlich erhöhte Kreatinkinase (CK)-Spiegel (>10-Fache des oberen Normwertes),

Myoglobinämie und Myoglobinurie mit möglichem Nierenversagen charakterisiert ist.

Vor der Behandlung

Atorvastatin sollte mit Vorsicht bei Patienten verschrieben werden, bei denen prädisponierende

Faktoren für das Auftreten von Rhabdomyolysen vorliegen. In den folgenden Situationen sollte vor

dem Beginn der Behandlung mit Statinen der Creatinphosphokinase (CPK)-Spiegel gemessen werden:

Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Hypothyreose

Erbliche Myopathien in der Eigen- oder Familienanamnese

Muskulär-toxische Komplikationen im Zusammenhang mit der Gabe eines Statins oder Fibrates

in der Anamnese

Lebererkrankungen in der Vorgeschichte und/oder erheblicher Alkoholkonsum

Ältere Patienten (>70 Jahre). Bei diesen sollte die Notwendigkeit einer solchen Messung

erwogen werden, wenn weitere prädisponierende Faktoren für das Auftreten einer

Rhabdomyolyse vorliegen.

Umstände, bei denen eine Erhöhung der Plasmaspiegel eintreten kann, wie beispielsweise

Wechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5) und spezielle Patientengruppen einschließlich

genetische Subpopulationen (siehe Abschnitt 5.2).

In solchen Situationen ist eine sorgfältige Nutzen-Schaden-Abwägung erforderlich und eine klinische

Überwachung wird empfohlen.

Wenn die CK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich (um mehr als das 5-Fache des oberen

Normwertes) erhöht sind, sollte eine Therapie nicht begonnen werden.

Kreatinkinase-Bestimmung

Die Kreatinkinase (CK) sollte nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen oder bei Vorliegen

von anderen möglichen Ursachen eines CK-Anstiegs gemessen werden, da dies die Interpretation der

Messwerte erschwert. Falls die CPK-Werte vor Beginn der Behandlung signifikant erhöht sind (um

mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes), sollten zur Bestätigung der Ergebnisse innerhalb von 5

bis 7 Tagen erneute Bestimmungen durchgeführt werden.

Während der Behandlung

Die Patienten müssen aufgefordert werden, Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der

Skelettmuskeln umgehend zu berichten, speziell, wenn diese mit allgemeinem Unwohlsein oder

Fieber einhergehen.

Wenn solche Symptome während der Behandlung mit Atorvastatin auftreten, sollte die CPK-

Werte gemessen werden. Wenn diese signifikant (>5-Fache des oberen Normwertes) erhöht

sind, sollte die Therapie abgebrochen werden.

Wenn muskuläre Symptome schwerwiegend sind und täglich Unwohlsein hervorrufen, sollte

eine Beendigung der Behandlung in Betracht gezogen werden, auch wenn die CPK-Werte auf

≤5-Fache des oberen Normwertes erhöht sind.

Wenn die Symptome abklingen und die CPK-Werte auf ein normales Niveau sinken, kann eine

Wiederaufnahme der Therapie mit Atorvastatin oder einem anderen Statin in der niedrigsten

Dosierung und mit engmaschiger Überwachung erwogen werden.

Die Therapie mit Atorvastatin muss abgebrochen werden, falls klinisch signifikante CPK-

Konzentrationen im Serum auftreten (>10-Fache des oberen Normwertes) oder falls eine

Rhabdomyolyse diagnostiziert oder vermutet wird.

Gleichzeitige Therapie mit anderen Arzneimitteln

Das Risiko einer Rhabdomyolyse ist erhöht, wenn Atorvastatin zusammen mit bestimmten anderen

Arzneimitteln verabreicht wird, die die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen können, wie

z. B. starke Hemmer von CYP3A4 oder Transportproteinen (z. B. Ciclosporin, Telithromycin,

Clarithromycin, Delaviridin, Stiripentol, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Posaconazol und

bestimmte HIV-Protease-Inhibitoren einschließlich Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir, Indinavir,

Darunavir, Tipranavir/Ritonavir usw.). Darüberhinaus kann die Gefahr einer Myopathie erhöht sein

bei gleichzeitiger Anwendung von Gemfibrozil und anderen Fibraten, Virostatika zur Behandlung von

Hepatitis C (HCV) (Boceprevir, Telaprevir, Elbasvir/Grazoprevir), Erythromycin, Niacin oder

Ezetimib. Wenn möglich, sollten alternative (nicht interagierende) Therapiemaßnahmen statt dieser

Arzneimittel in Erwägung gezogen werden.

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über eine

immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathy; IMNM)

berichtet. Die klinischen Charakteristika einer IMNM sind persistierende proximale Muskelschwäche

und erhöhte Serum-Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit Statinen fortbestehen.

In den Fällen, in denen eine gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel zusammen mit Atorvastatin

unumgänglich ist, muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung der Komedikation durchgeführt

werden. Bei Patienten, die Arzneimittel erhalten, die die Plasmakonzentration von Atorvastatin

erhöhen, wird eine niedrigere Maximaldosis von Atorvastatin empfohlen. Bei starken CYP3A4-

Hemmern muss zusätzlich eine niedrigere Initialdosis von Atorvastatin in Erwägung gezogen werden

und es wird eine entsprechende klinische Überwachung dieser Patienten empfohlen (siehe Abschnitt

4.5).

Eine gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin und Fusidinsäure wird nicht empfohlen, sodass bei

einer Therapie mit Fusidinsäure ein vorübergehendes Absetzen von Atorvastatin erwogen werden soll

(siehe Abschnitt 4.5).

Anwendung bei Kindern

Sicherheitsdaten hinsichtlich der kindlichen Entwicklung liegen nicht vor (siehe Abschnitt 4.8).

Interstitielle Lungenerkrankung

Ausnahmefälle von interstitieller Lungenerkrankung wurden in Zusammenhang mit einigen Statinen,

vor allem bei Langzeittherapie, berichtet. (siehe auch Abschnitt 4.8.). Folgende Symptome können auf

eine interstitielle Lungenerkrankung hinweisen: Dyspnoe, nichtproduktiver Husten und

Verschlechterung des Allgemeinbefindens (Ermüdung, Gewichtsverlust und Fieber). Bei Verdacht auf

die Entwicklung einer interstitiellen Lungenerkrankung, soll die Therapie mit einem Statin

abgebrochen werden.

Diabetes Mellitus

Es gibt Hinweise, dass Statine als Klasse den Blutzucker erhöhen und bei einigen Patienten mit hohem

Risiko für einen zukünftigen Diabetes, zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, wobei eine formale

Behandlung der Diabetes angezeigt ist. Dieses Risiko wird jedoch durch einen Rückgang des

vaskulären Risikos mit Statinen ausgeglichen mit Statinen und sollte daher keinen Grund für den

Abbruch der Behandlung sein. Patienten mit einem Risiko (Nüchternblutzucker 5,6 bis 6,9 mmol/l,

BMI > 30 kg/m2, erhöhte Triglyceride, Bluthochdruck) sollten klinisch und biochemisch gemäß

nationaler Richtlinien überwacht werden.

Sonstige Bestandteile

Atorvastatin Bluefish enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf Atorvastatin

Atorvastatin wird durch das Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 (CYP3A4) metabolisiert und ist ein

Substrat der hepatischen Transporter OATP1B1 (organic anion-transporting polypeptide 1B1) und

OATP1B3 (organic anion-transporting polypeptide 1B3). Metaboliten von Atorvastatin sind Substrate

von OATP1B1. Atorvastatin wird außerdem als Substrat von MDR1 (multi-drug resistance protein 1)

und BCRP (breast cancer resistance protein) identifiziert, wodurch die intestinale Resorption und

biliäre Ausscheidung von Atorvastatin begrenzt sein könnten (siehe Abschnitt 5.2). Die gleichzeitige

Anwendung mit Arzneimitteln, die Hemmstoffe von CYP3A4 oder von Transportproteinen sind, kann

zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Atorvastatin und einem erhöhten Myopathierisiko führen.

Auch bei der gleichzeitigen Gabe von Atorvastatin zusammen mit anderen Arzneimitteln, die ein

Myopathie induzierendes Potenzial aufweisen, wie etwa Fibrate und Ezetimib, kann das Risiko erhöht

sein (siehe Abschnitt 4.4).

Hemmstoffe von CYP3A4

Es hat sich gezeigt, dass starke CYP3A4-Hemmer die Konzentrationen von Atorvastatin deutlich

erhöhen (siehe Tabelle 1 und die nachfolgenden Erläuterungen). Soweit möglich sollte eine

Begleittherapie mit starken CYP3A4-Hemmern (z. B. Ciclosporin, Telithromycin, Clarithromycin,

Delavirdin, Stiripentol, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Posaconazol, einigen Virostatika zur

Behandlung von HCV [z. B. Elbasvir/Grazoprevir] und bestimmte HIV-Protease-Inhibitoren

einschließlich Atazanavir, Indinavir, Darunavir usw.) vermieden werden. In den Fällen, in denen eine

gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel zusammen mit Atorvastatin unumgänglich ist, sollte eine

niedrigere Initial- und Maximaldosis erwogen werden und es wird eine entsprechende klinische

Kontrolle des Patienten empfohlen (siehe Tabelle 1).

Mittelstarke CYP3A4-Hemmer (z. B. Erythromycin, Diltiazem, Verapamil und Fluconazol) können

die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen (siehe Tabelle 1). Bei Anwendung von

Erythromycin zusammen mit Statinen wurde ein erhöhtes Myopathierisiko beobachtet. Es wurden

keine Interaktionsstudien zu den Auswirkungen von Amiodaron oder Verapamil auf Atorvastatin

durchgeführt. Amiodaron und Verapamil sind bekannte CYP3A4-Hemmstoffe, und eine

Begleittherapie mit Atorvastatin kann daher möglicherweise zu einer erhöhten Atorvastatin-Exposition

führen. Deshalb sollte bei einer Begleittherapie mit einem mittelstarken CYP3A4-Hemmer eine

niedrigere Maximaldosis von Atorvastatin erwogen werden und es wird eine entsprechende klinische

Kontrolle des Patienten empfohlen. Nach dem Behandlungsbeginn oder einer Dosisanpassung des

Hemmstoffs wird eine entsprechende klinische Kontrolle empfohlen.

Induktoren von CYP3A4

Die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin und Induktoren des Cytochrom-P-450-Isoenzyms 3A4

(z. B. Efavirenz, Rifampicin, Johanniskraut) kann zu unterschiedlich starken Verringerungen der

Plasmakonzentration von Atorvastatin führen. Aufgrund des dualen Interaktionsmechanismus von

Rifampicin (Induktor des Cytochrom-P-450-Isoenzyms 3A4 und Hemmer des hepatozellulären

Aufnahmetransporters OATP1B1) wird die gleichzeitige Gabe von Atorvastatin und Rifampicin

empfohlen, da eine verzögerte Einnahme von Atorvastatin nach der Gabe von Rifampicin mit einer

ausgeprägten Verringerung der Plasmakonzentration von Atorvastatin verbunden war. Die

Auswirkungen von Rifampicin auf die Konzentration von Atorvastatin in den Hepatozyten ist jedoch

unbekannt, und für den Fall, dass eine Komedikation nicht vermieden werden kann, sollten die

Patienten sorgfältig hinsichtlich der Wirksamkeit überwacht werden.

Hemmstoffe von Transportern

Hemmstoffe von Transportproteinen (z. B. Ciclosporin) können die systemische Exposition von

Atorvastatin erhöhen (siehe Tabelle 1). Die Auswirkungen einer Hemmung von hepatischen

Aufnahmetransportern auf die Konzentration von Atorvastatin in Hepatozyten sind nicht bekannt.

Falls eine Komedikation nicht vermieden werden kann, wird eine Dosisreduktion und eine klinische

Überwachung hinsichtlich der Wirksamkeit empfohlen (siehe Tabelle 1).

Gemfibrozil/Fibrate

Bei Monotherapie mit Fibraten treten gelegentlich muskuläre Störungen einschließlich

Rhabdomyolyse auf. Bei gleichzeitiger Gabe von Fibraten und Atorvastatin kann das Risiko für das

Auftreten derartiger Störungen erhöht sein. Falls eine Komedikation nicht vermieden werden kann,

sollte die niedrigste zum Erreichen des Therapieziels notwendige Dosis von Atorvastatin angewendet

werden und eine entsprechende Kontrolle des Patienten erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).

Ezetimib

Die alleinige Anwendung von Ezetimib wird mit dem Auftreten von muskulären Erscheinungen

einschließlich Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht. Daher kann bei gleichzeitiger Anwendung

von Ezetimib und Atorvastatin das Risiko für das Auftreten derartiger Erscheinungen erhöht sein. Es

wird eine entsprechende klinische Kontrolle des Patienten empfohlen.

Colestipol

Die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten waren bei gleichzeitiger

Einnahme von Colestipol zusammen mit Atorvastatin erniedrigt (ungefähr 25 %). Die lipidsenkende

Wirkung war jedoch bei gleichzeitiger Einnahme von Atorvastatin und Colestipol größer als bei

alleiniger Gabe der jeweiligen Arzneimittel.

Fusidinsäure

Interaktionsstudien mit Atorvastatin und Fusidinsäure wurden nicht durchgeführt. In den Erfahrungen

nach Markteinführung wurden jedoch bei gleichzeitiger Gabe von Atorvastatin und Fusidinsäure, wie

auch bei anderen Statinen, muskuläre Erscheinungen einschließlich Rhabdomyolyse berichtet. Der

Mechanismus dieser Interaktion ist nicht bekannt. Diese Patienten sollten engmaschig überwacht und

ein vorübergehendes Aussetzen der Therapie mit Atorvastatin erwogen werden.

Auswirkungen von Atorvastatin auf gleichzeitig verabreichte Arzneimittel

Digoxin

Bei gleichzeitiger, mehrmaliger Einnahme von 10 mg Atorvastatin und Digoxin erhöhte sich die

Steady-State-Plasmakonzentration von Digoxin geringfügig. Patienten, die gleichzeitig Digoxin

einnehmen, sollten deshalb entsprechend überwacht werden.

Orale Kontrazeptiva

Die gleichzeitige Einnahme von Atorvastatin zusammen mit oralen Kontrazeptiva führte zu einem

Anstieg der Plasmakonzentrationen von Norethisteron und Ethinyl-Estradiol.

Warfarin

In einer klinischen Studie bei Patienten unter einer Dauertherapie mit Warfarin führte die gleichzeitige

Einnahme von 80 mg Atorvastatin täglich und Warfarin zu einer geringen (ca. 1,7 Sekunden)

Abnahme der Prothrombinzeit während der ersten 4 Behandlungstage, wobei die Prothrombinzeit

innerhalb von 15 Tagen Anwendung von Atorvastatin wieder Normalwerte erreichte. Obwohl nur sehr

seltene Fälle einer klinisch signifikanten Wechselwirkung mit Antikoagulanzien berichtet wurden,

sollte bei Patienten, die Antikoagulanzien vom Coumarin-Typ einnehmen, vor der ersten Anwendung

von Atorvastatin und während der ersten Therapiephase die Prothrombinzeit so häufig bestimmt

werden, dass sichergestellt ist, dass keine signifikante Änderung der Prothrombinzeit eintritt. Wenn

dann eine stabile Prothrombinzeit gesichert ist, kann sie in den Abständen, wie sie für Patienten unter

Antikoagulanzien vom Coumarin-Typ üblich ist, kontrolliert werden. Wenn die Dosis von

Atorvastatin verändert oder die Therapie abgebrochen wird, sollte die gleiche Vorgehensweise

gewählt werden. Bei Patienten ohne Antikoagulanzientherapie wurde Atorvastatin nicht mit Blutungen

oder Veränderungen der Prothrombinzeit in Verbindung gebracht.

Kinder

Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt. Das Ausmaß an Interaktionen

bei Kindern ist nicht bekannt. Die oben genannten Wechselwirkungen bei Erwachsenen und die

Warnhinweise im Abschnitt 4.4 sollten auch bei Kindern beachtet werden.

Tabelle 1: Auswirkungen gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von

Atorvastatin

Atorvastatin

Gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel und

Dosierung

Dosis

Veränderung der

Klinische Empfehlungen

Tipranivir 500 mg

2 x täglich/Ritonavir

200 mg 2 x täglich,

8 Tage

(Tag 14 bis Tag 21)

40 mg am Tag 1,

10 mg am Tag 20

↑ 9,4 fach

Ciclosporin 5,2

mg/kg/Tag, stabile

Dosis

10 mg einmal

täglich über 28

Tage

↑ 8,7 fach

Falls eine Komedikation mit

Atorvastatin notwendig ist, 10

mg Atorvastatin nicht

überschreiten. Eine klinische

Überwachung dieser Patienten

wird empfohlen.

Lopinavir 400

mg 2 x täglich/

Ritonavir 100 mg

2 x täglich, 14

Tage

20 mg OD für 4

Tage

↑ 5.9 fach

Clarithromycin 500 mg

2 x täglich 9 Tage

80 mg einmal

täglich über 8 Tage

↑ 4,4 fach

Falls eine Komedikation mit

Atorvastatin notwendig ist,

wird eine niedrigere

Atorvastatin-Erhaltungsdosis

empfohlen. Bei höheren

Atorvastatin-Dosen als 20 mg

wird eine klinische

Überwachung dieser Patienten

empfohlen.

Saquinqvir 400 mg 2 x

täglich/Ritonavir (300

mg 2 x täglich von Tag

5 bis 7, Erhöhung auf

400 mg 2 x täglich an

Tag 8), Tag 5 bis 18,

jeweils 30 Minuten nach

der Atorvastatin-Gabe

40 mg einmal

täglich über 4 Tage

↑ 3,9-fach

Darunavir 300 mg 2 x

täglich/Ritonavir 100

mg 2 x täglich, 9 Tage

10 mg einmal

täglich über 4 Tage

↑ 3,3-fach

Itraconazol 200 mg 1 x

täglich, 4 Tage

40 mg als

Einmalgabe

↑ 3,3-fach

Fosamprenavir 700 mg

2 x täglich/Ritonavir

100 mg 2 x täglich, 14

Tage

10 mg einmal

täglich über 4 Tage

↑ 2,5-fach

Fosamprenavir 1400 mg

2 x täglich, 14 Tage

10 mg einmal

täglich über 4 Tage

↑ 2,3-fach

Falls eine Komedikation mit

Atorvastatin notwendig ist,

wird eine niedrigere

Atorvastatin-Erhaltungsdosis

empfohlen. Bei höheren

Atorvastatin-Dosen als 40 mg

wird eine klinische

Überwachung dieser Patienten

empfohlen.

Glecaprevir 400 mg

einmal täglich/

Pibrentasvir 120 mg

einmal täglich, 7 Tage

10 mg einmal

täglich für 7 Tage

Eine gemeinsame

Anwendung mit Präparaten,

die Glecaprevir oder

Pibrentasvir enthalten, ist

kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Elbasvir 50 mg einmal

täglich/ Grazoprevir

200 mg einmal täglich,

13 Tage

10 mg Einzeldosis

1,95

Bei gemeinsamer

Anwendung mit Präparaten,

die Elbasvir oder

Grazoprevir enthalten,

sollte die Atorvastatin-

Dosis eine Tagesdosis von

20 mg nicht überschreiten.

Nelfinavir 1250 mg 2 x

täglich, 14 Tage

10 mg einmal

täglich über 28 Tage

↑ 1,7-fach

Keine besonderen

Empfehlungen

Grapefruitsaft, 240 ml,

einmal täglich

40 mg als

Einmalgabe

↑ 37 %

Große Mengen Grapefruitsaft

und Atorvastatin sollten nicht

gleichzeitig eingenommen

werden.

Diltiazem 240 mg

einmal täglich, 28 Tage

40 mg als

Einmalgabe

↑ 51 %

Nach Therapiebeginn oder

Dosisanpassung von Diltiazem

wird eine geeignete klinische

Überwachung dieser Patienten

empfohlen.

Erythromycin 500 mg 4

x täglich, 7 Tage

10 mg als

Einmalgabe

↑ 33 %

Es werden eine niedrigere

Maximaldosis und eine

klinische Überwachung

dieser Patienten empfohlen.

Amlodipin 10 mg als

Einmalgabe

80 mg als

Einmalgabe

↑ 18 %

Keine besonderen

Empfehlungen

Cimetidin 300 mg 4 x

täglich, 2 Wochen

10 mg einmal

täglich über 4

Wochen

↓ weniger als 1 %

Keine besonderen

Empfehlungen

Antazidasuspension aus

Magnesium- und

Aluminiumhydroxid, 30

ml 4 x täglich, 2

Wochen

10 mg einmal

täglich über 4

Wochen

↓ 35 %

Keine besonderen

Empfehlungen

Efavirenz 600 mg

einmal täglich, 14 Tage

10 mg über 3 Tage

↓ 41 %

Keine besonderen

Empfehlungen

Rifampicin 600 mg

einmal täglich, 7 Tage

(gleichzeitige

Verabreichung)

40 mg als

Einmalgabe

↑ 30 %

Rifampicin 600 mg

einmal täglich, 5 Tage

(getrennte

Verabreichung)

40 mg als

Einmalgabe

↓ 80 %

Falls eine Komedikation

notwendig ist, wird eine

gleichzeitige Verabreichung

von Atorvastatin zusammen

mit Rifampicin unter klinischer

Kontrolle empfohlen.

Gemfibrozil 600 mg 2 x

täglich, 7 Tage

40 mg als

Einmalgabe

↑ 35 %

Es werden eine niedrigere

Initialdosis und eine klinische

Überwachung dieser Patienten

empfohlen.

Fenofibrat 160 mg

einmal täglich, 7 Tage

40 mg als

Einmalgabe

↑ 3 %

Es werden eine niedrigere

Initialdosis und eine klinische

Überwachung dieser Patienten

empfohlen.

Die Angaben zur x-fachen Veränderung stellen ein einfaches Verhältnis zwischen der Komedikation

und der Anwendung von Atorvastatin alleine dar (z. B. 1-fach = keine Veränderung). Die Angaben der

Veränderung in x Prozent zeigen den prozentualen Unterschied im Bezug auf die Anwendung von

Atorvastatin alleine (z. B. 0 % = keine Veränderung).

b

Zur klinischen Signifikanz siehe Abschnitte 4.4 und 4.5

Enthält einen oder mehrere Inhaltsstoffe, die CYP3A4 hemmen, und kann die Plasmakonzentrationen

von Arzneimitteln, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, erhöhen. Ein Glass Grapefruitsaft (240

ml) führte darüberhinaus zu einer 20,4 %igen Abnahme der AUC des aktiven Orthohydroxy-

Metaboliten. Große Mengen Grapefruitsaft (mehr als 1,2 Liter täglich über 5 Tage) erhöhten die AUC

von Atorvastatin um das 2,5-Fache sowie die AUC der aktiven Bestandteile (Atorvastatin und

Metabolite).

Gesamte Aktivität der Atorvastatin-Äquivalenz

↑ = Anstieg; ↓ = Abnahme

Tabelle 2: Auswirkungen von Atorvastatin auf die Pharmakokinetik von gleichzeitig verabreichten

Arzneimitteln

Gleichzeitig verabreichte Arzneimittel

Atorvastatin und

Dosierung

Arzneimittel und Dosierung

Veränderung

der AUC

a

Klinische Empfehlungen

80 mg einmal

täglich über 10

Tage

Digoxin 0,25 mg einmal täglich, 20

Tage

↑ 15 %

Patienten, die Digoxin

einnehmen, sollten in

geeigneter Weise überwacht

werden.

40 mg einmal

täglich über 22

Tage

Orale Kontrazeptiva einmal täglich,

2 Monate

- Norethindron 1mg

- Ethinylestradiol

35 μg

↑ 28 %

↑ 19 %

Keine besonderen

Empfehlungen

80 mg einmal

täglich über 15

Tage

b

Phenazon 600 mg als Einmalgabe

↑ 3 %

Keine besonderen

Empfehlungen

Die Angaben der Veränderung in x Prozent zeigen den prozentualen Unterschied im Bezug auf die

Anwendung von Atorvastatin alleine (z. B. 0 % = keine Veränderung).

b

Bei gleichzeitiger Mehrfachgabe von Atorvastatin und Phenazon zeigten sich nur geringe oder nicht

erkennbare Auswirkungen auf die Clearance von Phenazon

↑ = Anstieg; ↓ = Abnahme

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen, die schwanger werden können

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie geeignete Verhütungsmaßnahmen

anwenden (siehe Abschnitt 4.3).

Schwangerschaft

Atorvastatin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Sicherheit in

der Schwangerschaft ist bisher nicht belegt. Bei schwangeren Frauen wurden keine kontrollierten

klinischen Studien mit Atorvastatin durchgeführt. Es liegen seltene Berichte über kongenitale

Anomalien nach intrauteriner Exposition mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren vor. In

tierexperimentellen Studien hat sich eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Eine Behandlung der Mutter mit Atorvastatin kann beim Fötus die Konzentration von Mevalonat,

einem Vorprodukt der Cholesterinbiosynthese, verringern. Atherosklerose ist ein chronischer Prozess,

und das übliche Absetzen einer lipidsenkenden Therapie während der Schwangerschaft sollte nur

einen geringen Einfluss auf das Langzeitrisiko einer primären Hypercholesterinämie haben.

Deshalb sollte Atorvastatin von schwangeren Frauen, von Frauen, die schwanger werden möchten

oder glauben, schwanger zu sein, nicht angewendet werden. Für den Zeitraum der Schwangerschaft

oder bis bekannt ist, dass keine Schwangerschaft vorliegt, sollte die Therapie mit Atorvastatin

abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Ob Atorvastatin oder seine Metaboliten in die menschliche Muttermilch übertreten, ist nicht bekannt.

Bei Ratten wurden in der Milch ähnliche Konzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven

Metaboliten wie im Plasma gemessen (siehe Abschnitt 5.3). Wegen der Gefahr schwerer

Nebenwirkungen sollten Frauen, die Atorvastatin einnehmen, ihre Säuglinge nicht stillen (siehe

Abschnitt 4.3). Atorvastatin ist in der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

In tierexperimentellen Studien hatte Atorvastatin keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von

männlichen oder weiblichen Tieren (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Atorvastatin Bluefish hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

In der 16.066 Patienten (8.755 Atorvastatin und 7.311 Plazebo) mit einer durchschnittlichen

Behandlungsdauer von 53 Wochen umfassenden Datenbank der plazebokontrollierten klinischen

Studien mit Atorvastatin brachen 5,2 % der Atorvastatin-Patienten und 4,0 % der Patienten unter

Plazebo die Therapie wegen Nebenwirkungen ab.

Auf der Basis von klinischen Studien sowie umfangreichen Erfahrungen im täglichen Einsatz ergibt

sich das nachfolgende Verträglichkeitsprofil von Atorvastatin.

Die Häufigkeitsangaben entsprechen folgenden geschätzten Inzidenzen:

häufig (

1/100, ˂ 1/10); gelegentlich (

1/1.000, <1/100); selten (

1/10.000, <1/1.000); sehr selten

1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Nasopharyngitis

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Thrombopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: allergische Reaktionen

Sehr selten: anaphylaktische Reaktionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Hyperglykämie

Gelegentlich: Hypoglykämie, Gewichtszunahme, Anorexie

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Alpträume, Schlaflosigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen

Gelegentlich: Benommenheit, Parästhesien, Hypästhesien, Störung des Geschmacksempfindens,

Amnesie

Selten: periphere Neuropathie

Augenerkrankungen

Gelegentlich: verschwommenes Sehen

Selten: Sehstörungen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Tinnitus

Sehr selten: Hörverlust

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Häufig: pharyngolaryngeale Schmerzen, Nasenbluten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Verstopfung, Blähungen, Dyspepsie, Übelkeit, Durchfall

Gelegentlich: Erbrechen, Ober- und Unterbauchschmerzen, Aufstoßen, Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Hepatitis

Selten: Cholestase

Sehr selten: Leberversagen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Urtikaria, Hautausschlag, Pruritus, Alopezie

Selten: angioneurotisches Ödem, bullöses Exanthem einschl. Erythema multiforme, Stevens-Johnson-

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Myalgie, Arthralgie, Schmerzen in den Extremitäten, Muskelspasmen, Gelenkschwellungen,

Rückenschmerzen

Gelegentlich: Nackenschmerzen, Muskelschwäche

Selten: Myopathie, Myositis, Rhabdomyolyse, Tendopathie (manchmal verkompliziert durch eine

Sehnenruptur)

Nicht bekannt: immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Gynäkomastie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden

Gelegentlich: Unwohlsein, Asthenie, Schmerzen im Brustkorb, periphere Ödeme, Erschöpfung, Fieber

Untersuchungen

Häufig: veränderte Leberfunktionstests, erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut

Gelegentlich: positiver Test auf weiße Blutzellen im Urin

Wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren wurde bei Patienten, die mit Atorvastatin

behandelt wurden, ein Anstieg der Serumtransaminasen beobachtet. Diese Veränderungen waren

normalerweise geringfügig und vorübergehend und führten nicht zu einem Behandlungsabbruch.

Klinisch relevante Erhöhungen (um mehr als das 3-Fache des oberen Normwertes) der Transaminasen

traten bei 0,8 % der Patienten unter Atorvastatin-Medikation auf. Diese Erhöhungen waren

dosisabhängig und bei allen Patienten reversibel.

Erhöhte Kreatinkinase(CK)-Konzentrationen im Serum, die über dem 3-Fachen des oberen

Normwertes lagen, wurden in klinischen Studien bei 2,5 % der Patienten unter Behandlung mit

Atorvastatin beobachtet, ähnlich wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmern. Werte über dem

10-Fachen des oberen Normwertes traten bei 0,4 % der mit Atorvastatin behandelten Patienten auf

(siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Datenbank zur klinischen Sicherheit enthält auch Daten von 249 pädiatrischen Patienten, die

Atorvastatin erhielten. Davon waren sieben Patienten jünger als sechs Jahre, 14 Patienten im Alter

zwischen sechs und neun Jahren und 228 Patienten waren zwischen 10 und 17 Jahre alt.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Bauchschmerzen

Untersuchungen

Häufig: Erhöhung der Alaninaminotransferase und der Kreatinkinase

Auf Grundlage der vorhandenen Daten kann davon ausgegangen werden, dass die Häufigkeit, Art und

Ausprägung von Nebenwirkungen bei Kindern vergleichbar mit denen bei Erwachsenen ist. Zur

Langzeitverträglichkeit liegen bislang nur begrenzte Erfahrungen bei Kindern vor.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen berichtet:

Störung der Sexualfunktion

Depressionen

in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie eine interstitielle Lungenkrankheit

(siehe Abschnitt 4.4)

Diabetes Mellitus: Die Häufigkeit hängt ab vom vorhanden sein oder nicht vorhanden sein von

Risikofaktoren (Nüchternblutzucker

5,6 mmol/l, BMI

30 kg/m

erhöhte Triglyceride,

bestehender Bluthochdruck).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

Österreich

Fax: +43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Eine spezielle Behandlung bei Überdosierung mit Atorvastatin

ist nicht verfügbar. Bei Überdosierung

sollte der Patient symptomatisch behandelt werden und es sollten, falls erforderlich, unterstützende

Maßnahmen ergriffen werden. Leberfunktionstests sollten durchgeführt und die CK-Werte im Serum

überprüft werden. Da Atorvastatin zu einem hohen Anteil an Plasmaproteine gebunden wird, lässt eine

Hämodialyse keine signifikante Beschleunigung der Atorvastatin-Clearance erwarten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktasehemmer

ATC-Code: C10AA 05

Atorvastatin ist ein selektiver, kompetitiver Hemmstoff der HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym

katalysiert geschwindigkeitsbestimmend die Umwandlung von 3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-

Coenzym-A zu Mevalonat, dem Vorläufer von Sterolen einschließlich des Cholesterins. In der Leber

werden Triglyzeride und Cholesterin in Very-Low-Density-Lipoproteine (VLDL) eingebaut und zum

weiteren Transport in periphere Gewebe an das Plasma abgegeben. Low-Density-Lipoproteine (LDL)

entstehen aus VLDL und werden vorwiegend durch den Rezeptor mit hoher Affinität für LDL (LDL-

Rezeptor) abgebaut.

Atorvastatin senkt die Konzentrationen von Plasmacholesterin und Lipoproteinen im Serum durch

Hemmung der HMG-CoA-Reduktase und demzufolge der Cholesterinbiosynthese in der Leber und

erhöht die Anzahl der hepatischen LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche, wodurch die Aufnahme

und der Abbau von LDL beschleunigt werden.

Atorvastatin senkt die LDL-Produktion und die Anzahl von LDL-Teilchen. Atorvastatin bewirkt einen

tief greifenden und anhaltenden Anstieg der LDL-Rezeptor-Aktivität, verbunden mit einer günstigen

Veränderung in der Qualität der zirkulierenden LDL-Partikel. Atorvastatin bewirkt eine Reduktion

von LDL-Cholesterin bei Patienten mit Familiärer Homozygoter Hypercholesterinämie, einer

Patientenpopulation, die üblicherweise nicht auf lipidsenkende Arzneimittel anspricht.

In einer Dosis-Wirkungs-Studie konnte gezeigt werden, dass Atorvastatin zu einer Erniedrigung der

Konzentrationen von Gesamtcholesterin (um 30 bis 46 %), LDL-Cholesterin (um 41 bis 61 %),

Apolipoprotein B (um 34 bis 50 %) und Triglyzeriden (um 14 bis 33 %) führt, und gleichzeitig in

variablem Ausmaß die Konzentrationen von HDL-Cholesterin und Apolipoprotein-A-1 erhöht. Diese

Ergebnisse treffen in gleichem Maß auf Patienten mit Heterozygoter Familiärer Hypercholesterinämie,

nicht familiären Formen der Hypercholesterinämie sowie Gemischter Hyperlipidämie einschließlich

Patienten mit nicht insulinabhängigem Diabetes mellitus zu.

Die Senkung des Gesamt-Cholesterins, LDL-Cholesterins und Apolipoproteins B zeigte nachweislich

eine Reduktion des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse und kardiovaskulärer Todesfälle.

Homozygote Familiäre Hypercholesterinämie

In eine offene Multizenter-Compassionate-Use-Studie über acht Wochen mit einer optionalen

Verlängerungsphase von variabler Dauer wurden 335 Patienten eingeschlossen. Bei 89 dieser

Patienten wurde eine Homozygote Familiäre Hypercholesterinämie diagnostiziert. Die

durchschnittliche prozentuale Senkung des LDL-Cholesterins belief sich bei diesen 89 Patienten auf

ca. 20 %. Atorvastatin wurde in Dosen bis zu 80 mg pro Tag verabreicht.

Atherosklerose

In der REVERSAL-Studie („Reversing Atherosclerosis with Aggressive Lipid-Lowering Study”)

wurde die Wirkung einer intensiven Lipidsenkung mit 80 mg Atorvastatin mit der Wirkung einer

moderaten Lipidsenkung durch 40 mg Pravastatin auf die koronare Atherosklerose mittels

intravaskulärem Ultraschall (IVUS) während einer Koronarangiographie bei Patienten mit koronarer

Herzkrankheit verglichen. Die Ultraschalluntersuchung wurde in dieser randomisierten,

doppelblinden, kontrollierten Multizenterstudie bei insgesamt 502 Patienten vor Behandlungsbeginn

und nach 18 Monaten durchgeführt. In der Atorvastatin-Gruppe (n = 253) war keine Progression der

Atherosklerose festzustellen.

Die mediane, prozentuale Veränderung des gesamten atherosklerotischen Plaquevolumens (primärer

Endpunkt) gegenüber dem Ausgangswert betrug in der Atorvastatin-Gruppe

-0,4 % (p = 0,98) und +2,7 % (p = 0,001) in der Pravastatin-Gruppe (n = 249). Die Unterschiede

zwischen Atorvastatin und Pravastatin waren statistisch signifikant (p = 0,02). Der Einfluss einer

starken Lipidsenkung auf kardiovaskuläre Endpunkte (z. B. Notwendigkeit von Revaskularisierung,

nicht tödlicher Myokardinfarkt, Tod aufgrund KHK) wurde in dieser Studie nicht untersucht.

In der Atorvastatin-Gruppe verringerte sich das LDL-C von einem Ausgangswert von 150 mg/dl ± 28

(3,89 mmol/l ± 0,7) auf durchschnittlich 78,9 mg/dl ± 30 (2,04 mmol/l ± 0,8), in der Pravastatin-

Gruppe von 150 mg/dl ± 26 (3,89 mmol/l ± 0,7) auf 110 mg/dl ± 26 (2,85 mmol/l ± 0,7) (p <0,0001).

Atorvastatin führte darüber hinaus auch zu einer signifikanten Abnahme des durchschnittlichen

Gesamtcholesterins um 34,1 % (Pravastatin: -18,4 %, p <0,0001), der durchschnittlichen

Triglyzeridspiegel um 20 % (Pravastatin: -6,8 %, p = 0,0009) sowie des mittleren Apolipoproteins B

um 39,1 % (Pravastatin: -22,0 %, p <0,0001). Atorvastatin erhöhte das mittlere HDL-C um 2,9 %

(Pravastatin: +5,6 %, p = n. s.). Das CRP wurde in der Atorvastatin-Gruppe um durchschnittlich

36,4 % verringert, verglichen mit einer 5,2%igen Verringerung in der Pravastatin-Gruppe (p <0,0001).

Diese Studienergebnisse wurden mit einer 80-mg-Dosierung erreicht. Sie können daher nicht auf

niedrigere Dosierungen extrapoliert werden.

Die Sicherheits- und Verträglichkeitsprofile der beiden Behandlungsgruppen waren vergleichbar.

Die Auswirkung einer intensiven Lipidsenkung auf schwere kardiovaskuläre Endpunkte wurde in

dieser Studie nicht untersucht. Daher ist die klinische Signifikanz dieser bildgebenden Ergebnisse

bezüglich der Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse nicht bekannt.

Akutes Koronarsyndrom

In der MIRACL-Studie wurde 80 mg Atorvastatin bei 3.086 Patienten (Atorvastatin n = 1.538;

Plazebo n = 1.548) mit akutem Koronarsyndrom (Non-Q-Wave-Myokardinfarkt oder instabile Angina

pectoris) untersucht. Die Behandlung wurde in der akuten Phase nach Klinikeinweisung begonnen und

über 16 Wochen durchgeführt. Durch die Therapie mit 80 mg Atorvastatin täglich verlängerte sich die

Zeit bis zum Auftreten des kombinierten primären Endpunktes (Tod jeglicher Ursache, nicht tödlicher

Myokardinfarkt, Herzstillstand mit Reanimation oder Angina pectoris mit Hinweis auf eine zugrunde

liegende Myokardischämie und erforderlicher Hospitalisierung), was eine Risikoreduktion um 16 % (p

= 0,048) bedeutet. Dies beruhte hauptsächlich auf einer Verringerung der Wiedereinweisungen ins

Krankenhaus bei Angina pectoris mit Hinweis auf eine zugrunde liegende Myokardischämie um 26 %

(p = 0,018). Die anderen sekundären Endpunkte erreichten für sich alleine keine statistische

Signifikanz (Insgesamt: Plazebo: 22,2 %; Atorvastatin: 22,4 %).

Das Sicherheitsprofil von Atorvastatin in der MIRACL-Studie entsprach den unter Abschnitt 4.8

gemachten Angaben.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

In der ASCOT-LLA-Studie („Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial Lipid Lowering Arm“),

einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie, wurde der Effekt von Atorvastatin

auf eine koronare Herzkrankheit mit tödlichem und nicht tödlichem Ausgang untersucht. Bei den

Patienten handelte es sich um Hypertoniker im Alter von 40 bis 79 Jahren, ohne vorangegangenen

Herzinfarkt oder ohne vorangegangene Behandlung wegen Angina pectoris und mit einer

Gesamtcholesterinkonzentration ≤251 mg/dl (6,5 mmol/l). Alle Patienten hatten mindestens drei der

vorab definierten, kardiovaskulären Risikofaktoren: männliches Geschlecht, Alter ≥55 Jahre, Rauchen,

Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit bei einem Verwandten ersten Grades, Quotient

Gesamtcholesterinkonzentration: HDL-C >6, periphere Gefäßkrankheit, Linksherzhypertrophie,

zerebrovaskuläre Ereignisse in der Anamnese, spezifische EKG-Veränderungen,

Proteinurie/Albuminurie. Nicht bei allen eingeschlossenen Patienten konnte von einem hohen Risiko

für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis ausgegangen werden.

Die Patienten erhielten eine antihypertensive Therapie (entweder auf der Basis von Amlodipin oder

Atenolol) und entweder 10 mg Atorvastatin täglich (n = 5.168) oder Plazebo (n = 5.137).

Die absolute und relative Risikoreduktion durch Atorvastatin ist in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Ereignis

Relative

Risiko-

reduktion

Anzahl

Ereignisse

(Atorvastatin

vs. Plazebo)

Absolute Risiko-

reduktion

p-Wert

Koronare Herzkrankheit

mit tödlichem Ausgang

und nicht tödlicher

Herzinfarkt

36 %

100 vs.154

1,1 %

0,0005

Alle kardiovaskulären

Ereignisse und

Revaskularisierungs-

maßnahmen

20 %

389 vs. 483

1,9 %

0,0008

Alle Koronarereignisse

29 %

178 vs. 247

1,4 %

0,0006

Berechnet auf Basis der Rohdaten (medianer Beobachtungszeitraum: 3,3 Jahre)

Die Gesamtsterblichkeit und die kardiovaskuläre Sterblichkeit wurden nicht signifikant verringert (185

vs. 212 Ereignisse, p = 0,17 und 74 vs. 82 Ereignisse, p = 0,51). In einer geschlechtsbezogenen

Subgruppenanalyse (81 % Männer, 19 % Frauen) konnte die positive Wirkung von Atorvastatin bei

Männern, jedoch nicht bei den Frauen nachgewiesen werden, möglicherweise aufgrund der niedrige

Ereignisrate in der Subgruppe der Frauen. Gesamtsterblichkeit und kardiovaskuläre Sterblichkeit

waren bei den weiblichen Patienten zahlenmäßig höher (38 vs. 30 und 17 vs. 12), erreichten jedoch

keine statistische Signifikanz. Abhängig von der antihypertensiven Basistherapie ergaben sich jedoch

signifikante Auswirkungen: Der primäre Endpunkt (koronare Herzkrankheit mit tödlichem Ausgang

und nicht tödlicher Herzinfarkt) wurde durch Atorvastatin bei den mit Amlodipin behandelten

Patienten signifikant verringert (HR 0,47 (0,32 bis 0,69), p = 0,00008) jedoch nicht bei den mit

Atenolol behandelten Patienten (HR 0,83 (0,59 bis 1,17), p = 0,287).

Weiters wurde die Wirkung von Atorvastatin auf kardiovaskuläre Erkrankungen mit tödlichem und

nicht tödlichem Ausgang in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten

Multizenterstudie, der CARDS-Studie („Collaborative Atorvastatin Diabetes Study“), untersucht. Bei

den Patienten handelte es sich um Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen 40 und 75 Jahren, ohne

kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte und mit einem LDL-C ≤160 mg/dl (4,14 mmol/l)

und TG ≤600 mg/dl (6,78 mmol/l). Alle Patienten hatten mindestens einen der folgenden

Risikofaktoren: Hypertonie, Rauchen, Retinopathie, Mikroalbuminurie oder Makroalbuminurie.

Über einen medianen Nachbehandlungszeitraum von 3,9 Jahren erhielten diese Patienten entweder 10

mg Atorvastatin pro Tag (n = 1.428) oder Plazebo (n = 1.410).

Die absolute und relative Risikoreduktion durch Atorvastatin ist in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Ereignis

Relative

Risiko-

reduktion

Anzahl

Ereignisse

(Atorvastatin

vs. Plazebo)

Absolute

Risiko-

reduktion

p-Wert

Schwerwiegende

kardiovaskuläre Ereignisse

(akuter Herzinfarkt mit

tödlichem und nicht tödlichem

Ausgang, stummer Herzinfarkt,

plötzlicher Tod durch koronare

Herzkrankheit, instabile Angina

pectoris, aortokoronarer Bypass,

perkutane transluminale

37 %

83 vs. 127

3,2 %

0,0010

Koronarangioplastie,

Revaskularisation, Schlaganfall)

Herzinfarkt (akuter Herzinfarkt

mit tödlichem und nicht

tödlichem Ausgang, stummer

Herzinfarkt)

42 %

38 vs. 64

1,9 %

0,0070

Schlaganfall mit tödlichem und

nicht tödlichem Ausgang

48 %

21 vs. 39

1,3 %

0,0163

Berechnet auf Basis der Rohdaten (medianer Beobachtungszeitraum: 3,9 Jahre)

Es gab keine Hinweise auf Wirksamkeitsunterschiede im Hinblick auf das Geschlecht, Alter oder den

Ausgangs-LDL-C-Spiegel der Patienten. Bezüglich der Todesfälle gab es einen positiven Trend (82

Todesfälle in der Plazebo-Gruppe vs. 61 Todesfälle in der Atorvastatin-Gruppe; p = 0,0592).

Rezidivierender Schlaganfall

In der SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels) wurde die

Wirksamkeit gegen Schlaganfall von 80 mg Atorvastatin täglich oder Plazebo bei 4.731 Patienten

untersucht, die während der letzten sechs Monate einen Schlaganfall oder eine transiente ischämische

Attacke (TIA) erlitten hatten und anamnestisch keine KHK aufwiesen. Bei 60 % der Patienten

handelte es sich um Männer, das Alter lag zwischen 21 und 92 Jahren (Durchschnitt: 63 Jahre) und der

durchschnittliche LDL-Wert zu Studienbeginn lag bei 133 mg/dl (3,4 mmol/l). Während der

Behandlung mit Atorvastatin betrug der mittlere LDL-C-Wert 73 mg/dl (1,9 mmol /l) und unter

Plazebo 129 mg/dl (3,3 mmol/l). Die Beobachtungsdauer betrug im Median 4,9 Jahre.

Im Vergleich zu Plazebo verringerte 80 mg Atorvastatin das Risiko des primären Endpunktes tödlicher

oder nicht tödlicher Schlaganfall um 15 % (HR 0,85; 95 % CI: 0,72 bis 1,00; p = 0,05 oder HR 0,84;

95 % CI: 0,71 bis 0,99; p = 0,03 nach Adjustierung an die Ausgangsfaktoren). Die Gesamtmortalität

unter Atorvastatin betrug 9,1 % (216/2365) im Vergleich zu 8,9 % (211/2366) unter Plazebo.

In einer Post-hoc-Analyse verringerte 80 mg Atorvastatin im Vergleich zu Plazebo die Häufigkeit

eines ischämischen Schlaganfalls (218/2365, 9,2 % vs. 274 /2366, 11,6 %, p = 0,01) und erhöhte die

Häufigkeit eines hämorrhagischen Schlaganfalls (55/2365, 2,3 % vs. 33/2366, 1,4 %, p = 0,02).

Das Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls war bei den Patienten erhöht, die vor Eintritt in die

Studie bereits einen hämorrhagischen Schlaganfall erlitten hatten (7/45 unter Atorvastatin vs. 2/48

unter Plazebo; HR 4,06; 95 % CI: 0,84 bis 19,57). Das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall war

zwischen beiden Gruppen vergleichbar (3/45 unter Atorvastatin vs. 2/48 unter Plazebo; HR 1,64; 95 %

CI: 0,27 bis 9,82).

Bei den Patienten, die die Studie nach einem vorangegangenen lakunären Infarkt begannen, war das

Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls erhöht (20/708 unter Atorvastatin vs. 4/701 unter

Plazebo; HR 4,99; 95 % CI: 1,71 bis 14,6), aber das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall war

bei diesen Patienten erniedrigt (79/708 unter Atorvastatin vs. 102/701 unter Plazebo; HR 0,76; 95 %

CI: 0,57 bis 1,02). Es ist möglich, dass bei Patienten mit einem vorangegangenen lakunären Infarkt die

80 mg Atorvastatin täglich erhalten, das Nettorisiko für einen Schlaganfall erhöht ist.

Die Gesamtmortalität betrug in der Subgruppe der Patienten mit hämorrhagischem Schlaganfall in der

Anamnese 15,6 % (7/45) unter Atorvastatin gegenüber 10,4 % (5/48) unter Plazebo. In der Subgruppe

der Patienten mit lakunärem Infarkt in der Anamnese betrug die Gesamtmortalität unter Atorvastatin

10,9 % (77/708) gegenüber 9,1 % (64/701) unter Plazebo.

Kinder und Jugendliche

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie bei pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren

Bei Kindern und Jugendlichen mit einer genetisch bestätigten heterozygoten familiären

Hypercholesterinämie und einem Ausgangs-LDL-C ≥4 mmol/l wurde eine achtwöchige offene Studie

zur Untersuchung der Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Sicherheit und Verträglichkeit von

Atorvastatin durchgeführt. Insgesamt wurden 39 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren

eingeschlossen. In der Kohorte A waren 15 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahre und dem Tanner-

Stadium 1, und in der Kohorte B waren 24 Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahre und dem Tanner-

Stadium ≥2.

In der Kohorte A betrug die Initialdosis von Atorvastatin 5 mg täglich als Kautablette und in der

Kohorte B 10 mg täglich als Filmtablette. Wenn ein Teilnehmer nach vier Wochen den LDL-C-

Zielwert von <3,35 mmol/l nicht erreicht hatte und Atorvastatin gut vertragen wurde, konnte die

Atorvastatin-Dosis verdoppelt werden.

Ab der zweiten Woche gingen die Mittelwerte für LDL-C, TC, VLDL-C und Apo B bei allen

Studienteilnehmern zurück. Bei den Personen, bei denen die Dosis verdoppelt wurde, wurde bereits

zwei Wochen nach der Dosiserhöhung, bei der ersten Kontrolle, ein weiterer Rückgang beobachtet.

Der durchschnittliche prozentuale Rückgang der Lipidparameter war in beiden Kohorten ähnlich,

unabhängig davon, ob die Initialdosis beibehalten oder verdoppelt wurde. In der achten Woche betrug

der durchschnittliche Rückgang gegenüber dem Ausgangswert für LDL-C und TC ca. 40 % bzw. 30 %

bei allen Dosierungen.

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie bei pädiatrischen Patienten im Alter von 10 bis

17 Jahren

In einer doppelblinden, plazebokontrollierten Studie, die in eine offene Phase überging, wurden 187

Jungen und Mädchen nach der Menarche im Alter von 10 bis 17 Jahren (14,1 Jahre im Durchschnitt),

die an heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie oder einer schweren Hypercholesterinämie

litten, für 26 Wochen auf Atorvastatin (n = 140) oder Plazebo (n = 47) randomisiert und erhielten

anschließend alle Atorvastatin für weitere 26 Wochen. Die Dosis betrug 10 mg Atorvastatin einmal

täglich für die ersten vier Wochen und wurde auf 20 mg erhöht, wenn das LDL-C >3,36 mmol/l war.

In der 26-wöchigen Doppelblindphase führte Atorvastatin zu einem signifikanten Abfall der

Plasmaspiegel von Gesamtcholesterin, LDL-C, Triglyceriden und Apolipoprotein B. Die

durchschnittlichen LDL-C-Werte in der 26wöchigen Doppelblindphase lagen bei 3,38 mmol/l

(Bereich: 1,81 bis 6,26 mmol/l) in der Atorvastatingruppe und 5,91 mmol/l (Bereich: 3,93 bis

9,96 mmol/l) unter Plazebo.

Eine weitere Kinderstudie mit Atorvastatin im Vergleich zu Colestipol bei Patienten mit

Hypercholesterinämie im Alter von 10 bis 18 Jahren zeigte, dass in der Woche 26 Atorvastatin (n =

25) im Vergleich zu Colestipol (n = 31) zu einem signifikanten (p <0,05) Abfall des LDL-C führte.

In einer Compassionate-Use-Studie wurden Patienten mit schwerer Hypercholesterinämie

(einschließlich homozygoter Hypercholesterinämie) behandelt. Darunter waren auch 46 pädiatrische

Patienten, die mit Atorvastatin behandelt und entsprechend dem therapeutischen Ansprechen titriert

wurden (einige Patienten erhielten 80 mg pro Tag). Die Studie ging über drei Jahre und das LDL-

Cholesterin wurde um 36 % gesenkt.

Langzeiterfahrungen zu den Auswirkung einer Atorvastatintherapie in der Kindheit auf eine

verringerte Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter liegen nicht vor.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat auf die Auflage verzichtet, Studienergebnisse zu

Atorvastatin in der Behandlung von Kindern im Alter von 0 bis unter sechs Jahren mit heterozygoter

Hypercholesterinämie und bei Kindern von 0 bis unter 18 Jahren mit homozygoter familiärer

Hypercholesterinämie, kombinierter (gemischter) Hypercholesterinämie, primärer

Hypercholesterinämie und zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse vorzulegen (siehe Abschnitt

4.2 zur Anwendung bei Kindern).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Atorvastatin wird nach oraler Einnahme rasch resorbiert; maximale Plasmaspiegel (C

) werden nach

1 bis 2 Stunden erreicht. Das Ausmaß der Resorption steigt proportional mit der Wirkstoffdosis an.

Atorvastatin Filmtabletten sind im Vergleich zu einer oralen Lösung zu 95 bis 99 % biologisch

verfügbar. Die absolute Bioverfügbarkeit von Atorvastatin beträgt annähernd 12 %, und die

systemisch verfügbare Hemmaktivität der HMG-CoA-Reduktase beträgt ca. 30 %. Die geringe

systemische Verfügbarkeit wird der präsystemischen Clearance in der gastrointestinalen Mukosa

und/oder einem First-Pass-Metabolismus in der Leber zugeschrieben.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen von Atorvastatin beträgt ca. 381 Liter. Atorvastatin wird zu

mindestens 98 % an Plasmaproteine gebunden.

Biotransformation

Atorvastatin wird von Cytochrom-P-450 3A4 zu ortho- und parahydroxylierten Derivaten und

verschiedenen Betaoxidationsprodukten metabolisiert. Abgesehen von anderen Stoffwechselwegen

werden diese Produkte durch Glucuronidierung weiter metabolisiert. In vitro ist die Hemmung der

HMG-CoA-Reduktase durch ortho- und parahydroxylierte Metaboliten der von Atorvastatin

äquivalent. Annähernd 70 % der zirkulierenden Hemmaktivität für die HMG-CoA-Reduktase werden

den aktiven Metaboliten zugeschrieben.

Elimination

Atorvastatin wird nach hepatischer und/oder extrahepatischer Umwandlung hauptsächlich über die

Galle eliminiert. Jedoch scheint der Wirkstoff keinem signifikanten enterohepatischen Kreislauf zu

unterliegen. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Atorvastatin aus dem Plasma beträgt beim

Menschen ungefähr 14 Stunden. Die Halbwertszeit für die HMG-CoA-Reduktase-Hemmaktivität

beträgt aufgrund des Beitrags der aktiven Metaboliten annähernd 20 bis 30 Stunden.

Atorvastatin ist ein Substrat der hepatischen Transporter OATP1B1 (organic aniontransporting

polypeptide 1B1) and OATP1B3 (organic anion-transporting polypeptide 1B3). Metaboliten von

Atorvastatin sind Substrate von OATP1B1. Atorvastatin wird außerdem als Substrat der Efflux-

Transporter MDR1 (multi-drug resistance protein 1) und BCRP (breast cancer resistance protein)

identifiziert, wodurch die intestinale Resorption und biliäre Ausscheidung von Atorvastatin begrenzt

sein könnten.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Menschen

Der Plasmaspiegel von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten ist bei gesunden älteren

Menschen höher als bei jungen Erwachsenen, während die Wirkung auf die Lipide bei älteren

Patienten vergleichbar zu der bei jungen Patienten ist.

Kinder und Jugendliche

In einer offenen Studie über acht Wochen wurden pädiatrische Patienten (Alter: sechs bis 17 Jahre) im

Tanner Stadium 1 (n = 15) und Tanner Stadium ≥2 (n = 24) mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie und einem Ausgangs- LDL-C ≥4 mmol/l entweder mit 5 oder 10 mg

Atorvastatin täglich als Kautablette oder mit 10 bis 20 mg Atorvastatin täglich in Form der

Filmtablette behandelt. Das Körpergewicht war die einzige signifikante Kovariate im

populationspharmakokinetischen Modell von Atorvastatin. Nach allometrischer Skalierung nach dem

Körpergewicht schien die offensichtliche orale Clearance von Atorvastatin bei pädiatrischen Patienten

ähnlich zu sein, wie die bei Erwachsenen. Über den gesamten Konzentrationsbereich von Atorvastatin

und O44 Hydroxyatorvastatin wurde eine übereinstimmende Abnahme von LDL-C und TC

Beobachtet.

Geschlecht

Die Konzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten unterscheiden sich bei Frauen

(ungefähr 20 % höherer C

und ca. 10 % geringerer AUC-Wert) von denen bei Männern. Diese

Unterschiede hatten keine klinische Bedeutung; es resultierten daraus keine klinisch signifikanten

Unterschiede in der Wirkung auf die Lipide zwischen Männern und Frauen.

Niereninsuffizienz

Eine Erkrankung der Nieren hat keinen Einfluss auf die Plasmaspiegel von Atorvastatin und seine

aktiven Metaboliten oder ihre Wirkungen auf die Lipide.

Leberinsuffizienz

Die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten sind deutlich erhöht

(Cmax

annähernd 16-fach und AUC annähernd 11-fach) bei Patienten mit einer chronischen, durch

Alkohol bedingten Lebererkrankung (Child-Pugh B).

SLCO1B1-Polymorphie

Die hepatische Aufnahme aller HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffe einschließlich Atorvastatin

geschieht u. a. über den OATP1B1-Transporter. Bei Patienten mit SLCO1B1-Polymorphie besteht das

Risiko einer erhöhten Aufnahme von Atorvastatin, was zu einem erhöhten Rhabdomyolyse-Risiko

führen kann (siehe Abschnitt 4.4). Eine Nukleotidpolymorphie in dem Gen, das für OATP1B1 codiert

(SLCO1B1 c.521CC) führt, im Vergleich zu Personen ohne diese Genotyp-Variante (c.521TT), zu

einer 2,4-fach höheren Atorvastatin-Exposition (AUC). Bei diesen Patienten ist darüberhinaus eine

genetisch bedingte Störung der hepatischen Aufnahme von Atorvastatin möglich. Eventuelle

Auswirkungen auf die Wirksamkeit sind nicht bekannt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei vier in vitro Tests und einem in vivo Testsystem zeigte Atorvastatin kein mutagenes oder

klastogenes Potenzial. Bei Ratten erwies sich Atorvastatin als nicht karzinogen. Bei Mäusen kam es

jedoch bei hohen Dosen (die zu einer um das 6- bis 11-fach höheren AUC0-24h

führten, als mit der

höchsten empfohlenen Dosis beim Menschen erreicht wird) zu hepatozellulären Adenomen bei den

männlichen Tieren und bei den weiblichen Versuchstieren zu hepatozellulären Karzinomen.

Aus tierexperimentellen Studien gibt es Hinweise, dass HMG-CoA-Reduktase-Hemmer die

Entwicklung von Embryo oder Fötus beeinflussen können. Bei Ratten, Kaninchen und Hunden

beeinflusste Atorvastatin die Fertilität nicht und es war nicht teratogen. Bei maternal toxischen Dosen

wurde jedoch bei Ratten und Kaninchen eine fötotoxische Wirkung beobachtet. Bei einer Exposition

des Muttertiers mit hohen Atorvastatin-Dosen kam es bei Ratten zu einer verzögerten Entwicklung

und einer verringerten Überlebensrate des Nachwuchses. Bei Ratten ergaben sich Hinweise auf eine

Plazentagängigkeit. Die Atorvastatinkonzentrationen sind bei Ratten im Plasma und in der

Muttermilch ähnlich. Ob Atorvastatin oder seine Metaboliten in die menschliche Muttermilch

übergehen, ist nicht bekannt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (E470b), Natriumlaurylsulfat, mikrokristalline

Cellulose, hochdisperses, hydrophobes Siliciumdioxid, Butylhydroxyanisol (E320), Crospovidon

(E1202), Natriumhydrogencarbonat (E500), Sinespum (Saccharose, Sorbitantristearat,

Macrogolstearat (40), Dimeticon 400, Siliciumdioxid, 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol).

Filmüberzug: Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 4000.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen.

Packungsgrößen: 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 90, 98 und 100 Filmtabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Bluefish Pharmaceuticals AB

Gävlegatan 22,

113 30 Stockholm

Schweden

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Atorvastatin 10 mg Filmtabletten: 1-30378

Atorvastatin 20 mg Filmtabletten: 1-30379

Atorvastatin 40 mg Filmtabletten: 1-30380

Atorvastatin 80 mg Filmtabletten: 1-30381

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

11. Mai 2011 / 09. Dezember 2015

10.

STAND DER INFORMATION

Jänner 2019

VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig

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