Atomoxetin STADA 80 mg Hartkapseln

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

30-04-2020

Wirkstoff:
ATOMOXETIN HYDROCHLORID
Verfügbar ab:
STADA Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
N06BA09
INN (Internationale Bezeichnung):
ATOMOXETINE HYDROCHLORIDE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
138400
Berechtigungsdatum:
2018-07-19

Lesen Sie das vollständige Dokument

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Atomoxetin STADA 10 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 18 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 25 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 40 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 60 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 80 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 100 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Atomoxetin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Atomoxetin STADA und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Atomoxetin STADA beachten?

Wie ist Atomoxetin STADA einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Atomoxetin STADA aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Atomoxetin STADA und wofür wird es angewendet?

Wofür wird Atomoxetin STADA angewendet?

Atomoxetin STADA enthält den Wirkstoff Atomoxetin und dient zur Behandlung

der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Es wird

angewendet bei

Kindern ab 6 Jahren,

Jugendlichen und

Erwachsenen.

Es wird als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms dieser Erkrankung

verwendet, das aber ebenso nicht-medikamentöse Maßnahmen wie

Beratungen und Verhaltenstherapie erfordert.

Bei Erwachsenen ist eine ADHS-Behandlung mit Atomoxetin STADA angezeigt,

wenn die Krankheitsanzeichen sehr belastend sind und Ihr berufliches oder

soziales Leben in Mitleidenschaft ziehen, und wenn die ADHS-Anzeichen

bereits in Ihrer Kindheit vorhanden waren.

Wie Atomoxetin STADA wirkt

Atomoxetin STADA erhöht die verfügbare Menge des Botenstoffes

Noradrenalin im Gehirn. Diese chemische Substanz, die auch natürlicherweise

produziert wird, erhöht bei ADHS-Patienten die Aufmerksamkeit und vermindert

Impulsivität und Hyperaktivität. Dieses Arzneimittel wurde Ihnen verschrieben,

um Ihnen zu helfen, die durch Ihre ADHS verursachten Beschwerden zu

kontrollieren.

Dieses Arzneimittel gehört nicht zu Gruppe der Stimulanzien (Wirkstoffe mit

einer anregenden oder aufputschenden Wirkung).

Nach Beginn der Einnahme des Arzneimittels kann es einige Wochen dauern,

bis sich Ihre Beschwerden deutlich verbessern.

Über ADHS

Kinder und Jugendliche mit ADHS finden es schwierig:

ruhig zu sitzen und

sich zu konzentrieren.

Es ist aber nicht ihre Schuld, dass sie das nicht schaffen. Viele Kinder und

Jugendliche müssen sich anstrengen, um diese Dinge zu schaffen. ADHS

jedoch kann im Alltag zu Problemen führen. Für Kinder und Jugendliche mit

ADHS können das Lernen und die Erledigung von Hausaufgaben schwierig

sein. Sie haben Probleme damit, sich zu Hause, in der Schule oder anderswo

angemessen zu verhalten. ADHS hat keinen Einfluss auf die Intelligenz eines

Kindes oder Jugendlichen.

Erwachsene mit ADHS haben ähnliche Schwierigkeiten wie betroffene Kinder;

dies kann zu Problemen führen mit:

der Arbeit,

Beziehungen,

einem geringen Selbstwertgefühl,

der Ausbildung.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Atomoxetin STADA beachten?

Atomoxetin STADA darf NICHT eingenommen werden, wenn Sie

allergisch gegen Atomoxetin oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

in den letzten 2 Wochen einen Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer),

wie z.B. Phenelzin, eingenommen haben. Ein MAO-Hemmer wird manchmal

zur Behandlung von Depressionen oder anderen seelischen Erkrankungen

eingesetzt. Die gleichzeitige Gabe von Atomoxetin STADA und MAO-

Hemmern kann schwerwiegende, möglicherweise lebensgefährliche

Nebenwirkungen zur Folge haben. Sie müssen auch mindestens 14 Tage

nach dem Absetzen von Atomoxetin STADA warten, bevor Sie einen MAO-

Hemmer einnehmen.

eine bestimmte Augenerkrankung namens Engwinkelglaukom (erhöhten

Augeninnendruck) haben,

schwerwiegende Herzprobleme haben, die durch eine Erhöhung des

Herzschlags und/oder des Blutdrucks verschlechtert werden könnten, weil

Atomoxetin STADA dazu führen könnte,

schwerwiegende Probleme mit den Blutgefäßen in Ihrem Gehirn haben –

z.B. einen Schlaganfall hatten, eine Auswölbung und Schwächung an einer

Stelle Ihrer Blutgefäße (Aneurysma) oder verengte oder verstopfte

Blutgefäße im Kopf haben,

einen Tumor des Nebennierenmarks (ein sogenanntes Phäochromozytom)

haben.

Nehmen Sie Atomoxetin STADA nicht ein, wenn einer der oben genannten

Punkte auf Sie zutrifft. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt

oder Apotheker, bevor Sie Atomoxetin STADA einnehmen, weil Atomoxetin

STADA diese Probleme verschlimmern kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sowohl Erwachsene als auch Kinder haben die folgenden Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker, bevor Sie Atomoxetin STADA einnehmen, wenn Sie:

Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, oder wenn Sie kurz davor

sind zu versuchen, sich das Leben zu nehmen,

Probleme mit dem Herzen (einschließlich Herzfehlern) oder einen erhöhten

Herzschlag haben. Atomoxetin STADA kann Ihren Herzschlag (Puls)

erhöhen. Es wurde von plötzlichem Tod bei Patienten mit Herzfehlern

berichtet.

hohen Blutdruck haben. Atomoxetin STADA kann den Blutdruck erhöhen.

niedrigen Blutdruck haben. Atomoxetin STADA kann bei Menschen mit

niedrigem Blutdruck Schwindel oder Ohnmacht auslösen.

Probleme durch plötzliche Änderungen Ihres Blutdrucks oder Ihres

Herzschlags haben,

eine Herz-Kreislauferkrankung oder in der Vergangenheit einen Schlaganfall

erlitten haben,

Leberprobleme haben, da Sie eine niedrigere Dosis benötigen könnten,

psychotische Symptome haben einschließlich Halluzinationen (Stimmen

hören oder Dinge sehen, die nicht da sind), an Dinge glauben, die nicht

wahr oder fragwürdig sind,

an Manie (sich über die Maßen erregt fühlen, was zu ungewöhnlichem

Verhalten führt) und an Agitiertheit (Unruhe) leiden,

sich aggressiv fühlen,

sich wütend und feindselig fühlen,

in der Vergangenheit Epilepsie oder Krampfanfälle aus irgendeinem

anderen Grund hatten. Atomoxetin STADA kann zu einer Erhöhung der

Häufigkeit von Krampfanfällen führen.

an ungewöhnlichen Stimmungsschwankungen leiden oder sich sehr

unglücklich fühlen,

schwer kontrollierbare, wiederholte Zuckungen von Körperteilen haben oder

wie unter Zwang unpassende Geräusche und Wörter von sich geben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie mit der Behandlung

beginnen, wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, weil

Atomoxetin STADA diese Probleme verschlimmern kann. Ihr Arzt wird

überwachen, wie dieses Arzneimittel bei Ihnen wirkt.

Untersuchungen, die Ihr Arzt vor und während der Behandlung mit

Atomoxetin STADA durchführen wird

Ihr Arzt wird einige Untersuchungen durchführen

bevor Sie mit der Behandlung beginnen – um sicherzustellen, dass die

Anwendung von Atomoxetin STADA unbedenklich ist und von Nutzen sein

wird,

nach Behandlungsbeginn – mindestens alle 6 Monate, aber möglicherweise

öfter,

bei Änderung der Dosierung.

Ihr Arzt wird folgende Untersuchungen durchführen:

Messen von Blutdruck und Herzschlag (Puls) vor und während der

Einnahme von Atomoxetin STADA,

Messen von Körpergröße und Gewicht bei Kindern und Jugendlichen

während der Einnahme von Atomoxetin STADA,

Überwachung, ob Sie irgendwelche Probleme haben oder sich während der

Einnahme von Atomoxetin STADA Nebenwirkungen verschlimmern.

Ihr Arzt wird mit Ihnen über folgende Dinge sprechen:

alle anderen Arzneimittel, die Sie einnehmen/anwenden,

ob es in Ihrer Familie plötzliche unerklärbare Todesfälle gab,

jegliche anderen medizinischen Probleme (wie z.B. Herzprobleme) bei Ihnen

oder jemandem in Ihrer Familie.

Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Arzt so viele Informationen wie möglich geben.

Dies wird Ihrem Arzt bei der Entscheidung helfen, ob Atomoxetin STADA das

richtige Arzneimittel für Sie ist. Ihr Arzt wird entscheiden, ob vor Beginn der

Einnahme des Arzneimittels weitere Untersuchungen notwendig sind.

Wichtige Informationen über den Inhalt der Hartkapseln

Öffnen Sie die Atomoxetin STADA Hartkapseln nicht, weil der Inhalt der

Hartkapseln Augenreizungen verursachen kann. Im Falle eines Augenkontaktes

mit dem Kapselinhalt müssen Sie das betroffene Auge unverzüglich mit Wasser

ausspülen und ärztlichen Rat einholen. Hände und andere Hautstellen, die

möglicherweise mit dem Kapselinhalt in Kontakt gekommen sind, sind ebenfalls

umgehend mit Wasser abzuwaschen.

Einnahme von Atomoxetin STADA zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet

haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Dies betrifft auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel. Ihr Arzt wird

entscheiden, ob Sie Atomoxetin STADA in Kombination mit Ihren anderen

Arzneimitteln einnehmen können. In einigen Fällen wird Ihr Arzt die Dosis

anpassen oder Ihre Dosis langsamer erhöhen müssen.

Nehmen Sie Atomoxetin STADA nicht zusammen mit sogenannten MAO-

Hemmern (Monoaminoxidase-Hemmern) ein, die zur Behandlung von

Depressionen eingesetzt werden. Siehe Abschnitt 2. „Atomoxetin STADA darf

NICHT eingenommen werden“.

Wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kann Atomoxetin STADA

die Wirkung dieser Arzneimittel beeinflussen oder Nebenwirkungen hervorrufen.

Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen/anwenden, sprechen Sie

mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Atomoxetin STADA einnehmen:

Arzneimittel, die den Blutdruck erhöhen oder die zur Blutdruckeinstellung

verwendet werden,

Arzneimittel gegen Depression, z.B. Imipramin, Venlafaxin, Mirtazapin,

Fluoxetin und Paroxetin,

einige Arzneimittel gegen Husten und Erkältungen, die Wirkstoffe enthalten,

die den Blutdruck beeinflussen. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Apotheker

sprechen, bevor Sie solche Produkte einnehmen/anwenden.

einige Arzneimittel zur Behandlung seelischer (psychischer) Erkrankungen,

Arzneimittel, die das Risiko für ein Auftreten von Krampfanfällen erhöhen,

einige Arzneimittel, die bewirken, dass Atomoxetin STADA länger als normal

im Körper bleibt (wie Chinidin und Terbinafin);

Salbutamol (ein Arzneimittel zur Behandlung von Asthma) kann zu

Herzrasen führen. Dies wird aber keine Verschlechterung Ihres Asthmas

bewirken.

Die unten aufgeführten Arzneimittel können zu einem erhöhten Risiko für

Herzrhythmusstörungen führen, wenn sie zusammen mit Atomoxetin STADA

eingenommen/angewendet werden:

Arzneimittel, die zur Kontrolle des Herzrhythmus eingesetzt werden,

Arzneimittel, die die Salzkonzentration im Blut verändern,

Arzneimittel zur Malariaprophylaxe und -behandlung,

einige Antibiotika (z.B. Erythromycin und Moxifloxacin).

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Arzneimittel, das Sie verwenden, zur oben

aufgeführten Liste gehört, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Atomoxetin STADA einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden oder Ihr Baby zu stillen, fragen

Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Es ist nicht bekannt, ob dieses Arzneimittel ein ungeborenes Baby schädigen

kann oder in die Muttermilch übergeht.

Dieses Arzneimittel wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen, es

sei denn, Ihr Arzt rät Ihnen ausdrücklich dazu.

Wenn Sie stillen, wird empfohlen entweder die Einnahme dieses

Arzneimittels zu vermeiden oder abzustillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Nach der Einnahme von Atomoxetin STADA könnten Sie sich müde, schläfrig

oder benommen fühlen. Daher müssen Sie vorsichtig sein, wenn Sie mit einem

Fahrzeug fahren oder Maschinen bedienen, bevor Sie wissen, wie Atomoxetin

STADA bei Ihnen wirkt. Wenn Sie sich müde, schläfrig oder benommen fühlen,

dürfen Sie kein Fahrzeug fahren oder Maschinen bedienen.

3. Wie ist Atomoxetin STADA einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

Wie viel Sie einnehmen sollten

Erwachsene

Die Behandlung mit Atomoxetin STADA wird mit einer Gesamttagesdosis von

40 mg für mindestens 7 Tage begonnen. Ihr Arzt kann dann entscheiden, diese

Dosis auf die empfohlene Tagesdosis während der Dauerbehandlung von 80

mg bis 100 mg zu erhöhen. Die maximale empfohlene Tagesdosis, die Ihr Arzt

verschreiben wird, beträgt 100 mg.

Die Hartkapseln werden normalerweise einmal oder zweimal täglich (morgens

und am späten Nachmittag oder frühen Abend) eingenommen. Wenn Sie das

Arzneimittel jeden Tag um die gleiche Uhrzeit einnehmen, hilft es Ihnen, an die

Einnahme zu denken.

Wenn Sie Atomoxetin STADA einmal täglich einnehmen und sich schläfrig oder

unwohl fühlen, kann Ihr Arzt mit Ihnen die Einnahme auf zweimal täglich

umstellen.

Leberprobleme

Falls Sie Probleme mit der Leber haben, kann der Arzt eine geringere

Dosierung verschreiben.

Kinder (ab 6 Jahren) oder Jugendliche

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viel Atomoxetin STADA Sie täglich einnehmen

sollen. Er wird diese Menge Ihrem Gewicht entsprechend berechnen. Zu

Behandlungsbeginn wird Ihr Arzt normalerweise eine geringere Dosis

verordnen, bevor er die Menge Atomoxetin STADA, die Sie einnehmen sollen,

Ihrem Gewicht entsprechend anpassen wird.

Körpergewicht bis zu 70 kg: Beginn der Behandlung mit einer

Gesamttagesdosis von 0,5 mg pro kg Körpergewicht für mindestens 7 Tage.

Ihr Arzt kann dann entscheiden, diese Dosis auf die empfohlene Tagesdosis

während der Dauerbehandlung von etwa 1,2 mg pro kg zu erhöhen.

Körpergewicht über 70 kg: Beginn der Behandlung mit einer

Gesamttagesdosis von 40 mg für mindestens 7 Tage. Ihr Arzt kann dann

entscheiden, diese Dosis auf die empfohlene Tagesdosis während der

Dauerbehandlung von 80 mg zu erhöhen. Die maximale empfohlene

Tagesdosis, die Ihr Arzt verschreiben wird, beträgt 100 mg.

Die Hartkapseln werden normalerweise einmal oder zweimal täglich (morgens

und am späten Nachmittag oder frühen Abend) eingenommen. Wenn Sie das

Arzneimittel jeden Tag um die gleiche Uhrzeit einnehmen, hilft es Ihnen, an die

Einnahme zu denken.

Wenn Sie Atomoxetin STADA einmal täglich einnehmen und sich schläfrig oder

unwohl fühlen, kann Ihr Arzt mit Ihnen die Einnahme auf zweimal täglich

umstellen.

Atomoxetin STADA ist nicht für die ADHS-Behandlung bei Kindern unter 6

Jahren vorgesehen, da die Wirksamkeit und die Sicherheit des Arzneimittels bei

dieser Patientengruppe nicht bekannt sind.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Hartkapseln sind im Ganzen zu schlucken und können zu einer Mahlzeit

oder unabhängig davon eingenommen werden.

Die Hartkapseln dürfen nicht geöffnet werden und der Inhalt darf nicht aus

den Hartkapseln genommen und in einer anderen Weise eingenommen

werden.

Kinder sollen dieses Arzneimittel nicht ohne Hilfe eines Erwachsenen

einnehmen.

Dauer der Anwendung

Sie müssen Atomoxetin STADA nicht Ihr ganzes Leben lang einnehmen. Wenn

Sie Atomoxetin STADA länger als ein Jahr einnehmen, wird Ihr Arzt Ihre

Behandlung überprüfen, um festzustellen, ob Sie das Arzneimittel noch

benötigen.

Wenn Sie eine größere Menge von Atomoxetin STADA eingenommen haben, als

Sie sollten

Benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt oder die nächste Notfallambulanz

und informieren Sie sie darüber, wie viele Hartkapseln Sie eingenommen

haben. Die häufigsten Beschwerden, die im Zusammenhang mit

Überdosierungen berichtet wurden, sind Magen-Darm-Probleme, Schläfrigkeit,

Schwindel, Zittern und Verhaltensauffälligkeiten.

Wenn Sie die Einnahme von Atomoxetin STADA vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, müssen Sie diese so schnell wie

möglich nachholen. Sie dürfen aber in einem Zeitraum von 24 Stunden nicht

mehr als Ihre tägliche Gesamtdosis einnehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte

Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Atomoxetin STADA abbrechen

Wenn Sie Atomoxetin STADA absetzen, sind damit üblicherweise keine

Nebenwirkungen verbunden, allerdings können Ihre ADHS-Symptome wieder

auftreten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen. Ihr Arzt wird mit Ihnen über diese

Nebenwirkungen sprechen.

Sie müssen die Einnahme von Atomoxetin STADA abbrechen und

unverzüglich Ihren Arzt benachrichtigen, wenn bei Ihnen Folgendes auftritt:

dunkler Urin,

gelbliche Haut oder gelbliche Augen,

Bauchschmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens, die bei Druck

stärker werden,

Übelkeit ohne erkennbaren Grund,

Müdigkeit,

Juckreiz,

grippeähnliche Beschwerden,

verlängerte und schmerzhafte Erektionen.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Wenn Sie eine der

folgenden Nebenwirkungen an sich bemerken, gehen Sie sofort zu einem

Arzt.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und JUGENDLICHE

Stimmungsschwankungen oder -veränderungen.

ERWACHSENE

Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags oder

Herzrhythmusstörungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und JUGENDLICHE

Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags oder

Herzrhythmusstörungen,

Gedanken oder Gefühle, sich das Leben nehmen zu wollen,

Aggressivität verspüren,

Wut und Feindseligkeit verspüren,

ernste allergische Reaktionen mit Anzeichen von

Schwellungen im Gesicht oder am Hals,

Schwierigkeiten beim Atmen,

Nesselsucht (kleine erhabene und juckende Hautstellen - Quaddeln),

Krampfanfälle,

psychotische Symptome einschließlich Halluzinationen (wie z.B. Stimmen hören oder Dinge

sehen, die nicht da sind), an Dinge glauben, die nicht wahr oder fragwürdig sind.

ERWACHSENE

Gedanken oder Gefühle, sich das Leben nehmen zu wollen,

Aggressivität verspüren,

Wut und Feindseligkeit verspüren,

Stimmungsschwankungen oder –veränderungen,

ernste allergische Reaktionen mit Anzeichen von

Schwellungen im Gesicht oder am Hals,

Schwierigkeiten beim Atmen,

Nesselsucht (kleine erhabene und juckende Hautstellen - Quaddeln).

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und JUGENDLICHE

Leberschädigungen.

ERWACHSENE

Krampfanfälle,

psychotische Symptome einschließlich Halluzinationen (wie z.B. Stimmen hören oder Dinge

sehen, die nicht da sind), an Dinge glauben, die nicht wahr oder fragwürdig sind,

Leberschädigungen.

Folgende weitere Nebenwirkungen wurden berichtet. Informieren Sie Ihren

Arzt oder Apotheker, wenn eine der nachfolgend aufgeführten

Nebenwirkungen Ihnen erhebliche Beschwerden machen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und JUGENDLICHE

Kopfschmerzen,

Magenschmerzen (Bauchschmerzen),

verminderter Appetit (kein Hungergefühl),

Übelkeit oder Erbrechen,

Schläfrigkeit,

erhöhter Blutdruck,

erhöhter Herzschlag (Puls).

Bei den meisten Patienten können diese Beschwerden nach einiger Zeit abklingen.

ERWACHSENE

Übelkeit,

Mundtrockenheit,

Kopfschmerzen,

verminderter Appetit (kein Hungergefühl),

Einschlafstörungen, Durchschlafstörung und frühzeitiges Erwachen,

erhöhter Blutdruck,

erhöhter Herzschlag (Puls).

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und JUGENDLICHE

Reizbarkeit oder Unruhe (Agitiertheit),

Schlafprobleme, einschließlich frühzeitigem Aufwachen,

Depression,

Gefühl von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit,

Angstgefühl,

Tics (Zuckungen),

große Pupillen (das Schwarze in der Mitte des Auges),

Schwindel,

Verstopfung,

Appetitlosigkeit,

Magenverstimmungen, Verdauungsprobleme,

geschwollene, gerötete und juckende Haut,

Hautausschlag,

Antriebs- und Teilnahmslosigkeit (Lethargie),

Brustschmerzen,

Müdigkeit,

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Atomoxetin STADA 10 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 18 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 25 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 40 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 60 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 80 mg Hartkapseln

Atomoxetin STADA 100 mg Hartkapseln

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Atomoxetin STADA 10 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 10 mg Atomoxetin als 11,43 mg

Atomoxetinhydrochlorid.

Atomoxetin STADA 18 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 18 mg Atomoxetin als 20,57 mg

Atomoxetinhydrochlorid.

Atomoxetin STADA 25 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 25 mg Atomoxetin als 28,58 mg

Atomoxetinhydrochlorid.

Atomoxetin STADA 40 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 40 mg Atomoxetin als 45,72 mg

Atomoxetinhydrochlorid.

Atomoxetin STADA 60 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 60 mg Atomoxetin als 68,58 mg

Atomoxetinhydrochlorid.

Atomoxetin STADA 80 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 80 mg Atomoxetin als 91,44 mg

Atomoxetinhydrochlorid.

Atomoxetin STADA 100 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 100 mg Atomoxetin als 114,3 mg

Atomoxetinhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Atomoxetin STADA 10 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel Größe 4 (Länge ca. 14,3 ± 0,3 mm) mit weiß opakem Unter-

und Oberteil.

Atomoxetin STADA 18 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel Größe 3 (Länge ca. 15,9 ± 0,3 mm) mit weiß opakem Unter-

und sattgelb opakem Oberteil.

Atomoxetin STADA 25 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel Größe 4 (Länge ca. 14,3 ± 0,3 mm) mit weiß opakem Unter-

und hellblau opakem Oberteil.

Atomoxetin STADA 40 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel Größe 3 (Länge ca. 15,9 ± 0,3 mm) mit hellblau opakem

Unter- und Oberteil.

Atomoxetin STADA 60 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel Größe 2 (Länge ca. 18,0 ± 0,3 mm) mit sattgelb opakem

Unter- und hellblau opakem Oberteil.

Atomoxetin STADA 80 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel Größe 2 (Länge ca. 18,0 ± 0,3 mm) mit weiß opakem Unter-

und orange opakem Oberteil.

Atomoxetin STADA 100 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel Größe 1 (Länge ca. 19,4 ± 0,3 mm) mit orange opakem

Unter- und Oberteil.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Atomoxetin STADA wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-

/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern ab 6 Jahren, bei Jugendlichen und

bei Erwachsenen als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms

angewendet. Die Behandlung muss von einem Arzt begonnen werden, der über

ein entsprechendes Fachwissen in der Behandlung von ADHS verfügt, wie z.B.

ein Kinderarzt, ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder ein

Psychiater. Eine Diagnose hat gemäß der jeweils gültigen DSM-Kriterien oder

ICD-Richtlinien zu

erfolgen.

Bei Erwachsenen muss bestätigt werden, dass ADHS-Symptome bereits in der

Kindheit vorhanden waren. Eine Bestätigung durch Dritte ist wünschenswert

und eine Atomoxetin STADA-Behandlung darf nicht begonnen werden, wenn

nicht sicher ist, dass ADHS-Symptome in der Kindheit vorhanden waren. Die

Diagnose kann nicht aufgrund des ausschließlichen Vorhandenseins von nur

einem oder mehreren ADHS-Symptomen gestellt werden. Laut klinischer

Einschätzung des Behandlers muss die ADHS-Symptomatik zumindest

mittelgradig ausgeprägt sein, charakterisiert durch zumindest mittelgradige

Beeinträchtigungen in mindestens zwei unterschiedlichen Lebensbereichen

(z.B. soziales, akademisches und/oder berufliches Funktionsniveau), und somit

verschiedene Aspekte des Lebens betreffen.

Weitere Informationen zur sicheren Anwendung des Arzneimittels

Ein umfassendes Behandlungsprogramm schließt typischerweise

psychologische, pädagogische und soziale Maßnahmen ein. Es dient der

Stabilisierung von Patienten mit einem Verhaltenssyndrom, das folgende

chronische Symptome in der Vorgeschichte umfassen kann: kurze

Aufmerksamkeitsspanne, Ablenkbarkeit, emotionale Labilität, Impulsivität,

mäßige bis starke Hyperaktivität, gering ausgeprägte neurologische Symptome

und abnorme EEG-Befunde. Das Lernen kann, muss aber nicht beeinträchtigt

sein.

Eine Arzneimittelbehandlung ist nicht bei allen Patienten mit diesem Syndrom

notwendig, und die Entscheidung über die Anwendung des Arzneimittels muss

auf einer sehr sorgfältigen Beurteilung des Schweregrads der Symptomatik

sowie der Beeinträchtigung im Verhältnis zum Alter und der Persistenz der

Symptome des Patienten basieren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die tägliche Gesamtdosis Atomoxetin STADA kann als Einzeldosis am Morgen

eingenommen werden. Patienten, die bei einmal täglicher Einnahme der

Atomoxetin STADA-Gesamttagesdosis kein zufriedenstellendes klinisches

Ansprechen bezüglich Verträglichkeit (z.B. Übelkeit oder Schläfrigkeit) oder

Wirksamkeit zeigen, profitieren möglicherweise davon, jeweils die halbe

Gesamtdosis am Morgen und am späten Nachmittag oder frühen Abend

einzunehmen.

Erwachsene

Die Behandlung mit Atomoxetin STADA ist mit einer Gesamttagesdosis von 40

mg zu beginnen. Diese Initialdosis ist für mindestens 7 Tage beizubehalten,

bevor die Dosis entsprechend der klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit

auftitriert wird. Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 80 bis 100 mg täglich.

Die maximal empfohlene Tagesdosis beträgt 100 mg. Die Unbedenklichkeit von

Einzeldosen über 120 mg und Gesamttagesdosen von mehr als 150 mg wurde

nicht systematisch untersucht.

Dauer der Anwendung

Eine Behandlung mit Atomoxetin STADA darf nicht zeitlich unbegrenzt

erfolgen. Die Notwendigkeit der Fortführung der Therapie ist nach einem Jahr

neu zu bewerten, vor allem, wenn der Patient einen stabilen und

zufriedenstellenden Behandlungserfolg erreicht hat.

Beendigung der Behandlung

In den klinischen Studien wurden keine ausgeprägten Entzugssymptome

beschrieben. Im Falle nennenswerter Nebenwirkungen kann Atomoxetin abrupt

abgesetzt werden; ansonsten kann das Arzneimittel über einen angemessenen

Zeitraum ausschleichend gegeben werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Menschen

Die Anwendung von Atomoxetin bei Patienten über 65 Jahren wurde nicht

systematisch untersucht.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit mäßiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh Class B) ist die

Initialdosen sowie die angestrebten Zieldosen auf 50% der üblichen Dosis zu

reduzieren. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh Class C)

ist die Initialdosen sowie die angestrebten Zieldosen auf 25% der üblichen

Dosis zu reduzieren (siehe Abschnitt 5.2).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz war die Bioverfügbarkeit von

Atomoxetin um etwa 65% im Vergleich mit gesunden Patienten erhöht.

Allerdings gab es keine Unterschiede, wenn die Bioverfügbarkeit auf Basis der

mg/kg-Dosis berechnet wurde. Dementsprechend kann Atomoxetin STADA an

ADHS-Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium oder weniger

schwerer Niereninsuffizienz in den üblichen Dosen angewendet werden.

CYP2D6 „poor metabolisers“

Ca. 7% der Kaukasier weisen einen Genotyp auf, der einem nicht-funktionalen

CYP2D6 Enzym entspricht (sogenannte CYP2D6 „poor metaboliser“). Patienten

mit diesem Genotyp zeigen einen mehrfach höheren Atomoxetin-Spiegel im

Vergleich zu Patienten mit funktionalem Enzym. „Poor metaboliser“ weisen

deshalb ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen auf (siehe Abschnitte 4.8 und

5.2). Bei Patienten mit bekanntem „poor metaboliser“-Genotyp können eine

geringere Anfangsdosis und ein langsameres Auftitrieren in Erwägung gezogen

werden.

Kinder und Jugendliche

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen bis zu 70 kg Körpergewicht

Die Behandlung mit Atomoxetin STADA ist mit einer Gesamttagesdosis von

etwa 0,5 mg/kg zu beginnen. Diese Initialdosis ist für mindestens 7 Tage

beizubehalten, bevor die Dosis entsprechend der klinischen Wirksamkeit und

Verträglichkeit auftitriert wird. Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt etwa 1,2

mg/kg/Tag (in Abhängigkeit vom Patientengewicht und den verfügbaren

Atomoxetin-Hartkapselstärken). Für Tagesdosen über 1,2 mg/kg konnte kein

zusätzlicher Nutzen nachgewiesen werden. Die Unbedenklichkeit von

Einzeldosen über 1,8 mg/kg/Tag und von Gesamttagesdosen über 1,8 mg/kg

wurde nicht systematisch untersucht. In einigen Fällen kann es angebracht

sein, die Behandlung ins Erwachsenenalter hinein fortzusetzen.

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen über 70 kg Körpergewicht

Die Behandlung mit Atomoxetin STADA ist mit einer Gesamttagesdosis von 40

mg zu beginnen. Diese Initialdosis ist für mindestens 7 Tage beizubehalten,

bevor die Dosis entsprechend der klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit

auftitriert wird. Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 80 mg täglich. Für

Dosen über 80 mg konnte kein zusätzlicher Nutzen nachgewiesen werden. Die

maximal empfohlene Tagesdosis beträgt 100 mg. Die Unbedenklichkeit von

Einzeldosen über 120 mg und Gesamttagesdosen von mehr als 150 mg wurde

nicht systematisch untersucht.

Kinder unter 6 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Atomoxetin bei Kindern unter 6 Jahren ist

nicht erwiesen. Daher darf Atomoxetin STADA bei Kindern unter 6 Jahren nicht

angewendet werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen. Atomoxetin STADA kann unabhängig von den Mahlzeiten

eingenommen werden.

Die Hartkapseln dürfen nicht geöffnet und der Inhalt darf nicht aus den Kapseln

genommen und in einer anderen Weise eingenommen werden (siehe Abschnitt

4.4).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

Atomoxetin darf nicht in Kombination mit einem Monoaminoxidase (MAO)-

Hemmer angewendet werden. Die Therapie mit einem MAO-Hemmer muss seit

mindestens 2 Wochen beendet sein, bevor Atomoxetin angewendet werden

darf. Auch Atomoxetin muss mindestens 2 Wochen lang abgesetzt sein, bevor

die Behandlung mit einem MAO-Hemmer begonnen werden darf.

Atomoxetin darf bei Patienten mit Engwinkelglaukom nicht angewendet werden,

da in klinischen Studien die Atomoxetinanwendung mit einer erhöhten Inzidenz

einer Mydriasis verbunden war.

Atomoxetin darf nicht bei Patienten mit schwerwiegenden kardiovaskulären

oder zerebrovaskulären Erkrankungen angewendet werden. Schwerwiegende

kardiovaskuläre Erkrankungen können u.a. sein: schwerwiegende Hypertonie,

Herzinsuffizienz, arterielle Verschlusskrankheit, Angina pectoris,

hämodynamisch relevanter angeborener Herzfehler, Kardiomyopathie,

Myokardinfarkt, möglicherweise lebensbedrohliche Arrhythmien und

Ionenkanalerkrankungen (Erkrankungen, die durch eine veränderte Funktion

von Ionenkanälen verursacht werden). Schwerwiegende zerebrovaskuläre

Erkrankungen können zerebrales Aneurysma oder Schlaganfall beinhalten.

Atomoxetin darf bei Patienten mit Phäochromozytom oder Phäochromozytom in

der Anamnese nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4 –

Kardiovaskuläre Auswirkungen).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Suizidale Verhaltensweisen

Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) wurden bei

Patienten berichtet, die mit Atomoxetin behandelt wurden. In doppelblinden

klinischen Studien traten suizidale Verhaltensweisen gelegentlich auf, wurden

aber bei mit Atomoxetin behandelten Kindern und Jugendlichen häufiger

beobachtet als bei denjenigen, die mit Placebo behandelt wurden; hier traten

keine Ereignisse auf. In doppelblinden klinischen Studien mit Erwachsenen

zeigte sich kein Unterschied in der Häufigkeit von suizidalem Verhalten

zwischen der Atomoxetin- und der Placebogruppe. Patienten, die wegen ADHS

behandelt werden, müssen hinsichtlich des Auftretens oder der

Verschlimmerung von suizidalen Verhaltensweisen sorgfältig überwacht

werden.

Plötzlicher Tod und vorbestehende Herzveränderungen

Es wurde von plötzlichem Tod bei Patienten mit strukturellen

Herzveränderungen, die Atomoxetin in einer normalen Dosierung

eingenommen hatten, berichtet. Obwohl einige schwerwiegende strukturelle

Herzveränderungen alleine schon ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Tod

darstellen, ist Atomoxetin nur mit Vorsicht bei Patienten mit bekannten

schwerwiegenden strukturellen Herzveränderungen und nach Rücksprache mit

einem Herzspezialisten anzuwenden.

Kardiovaskuläre Auswirkungen

Atomoxetin kann sich auf die Herzfrequenz und den Blutdruck auswirken. Die

meisten Atomoxetin-Patienten zeigen eine mäßige Herzfrequenzerhöhung (im

Mittel <10 Schläge/min) und/oder einen Blutdruckanstieg (im Mittel <5 mmHg)

(siehe Abschnitt 4.8).

Jedoch zeigen kombinierte Daten aus kontrollierten und unkontrollierten

klinischen Studien zu ADHS, dass es bei ca. 8 - 12% der Kinder und

Jugendlichen und 6 - 10% der Erwachsenen zu einer deutlicheren Veränderung

der Herzfrequenz (20 Schläge pro Minute oder mehr) und des Blutdrucks (15 -

20 mmHg oder mehr) kommt. Die Analyse der Daten aus klinischen Studien

zeigte, dass es bei etwa 15 - 26% der Kinder und Jugendlichen und 27 - 32%

der Erwachsenen, die solche Blutdruck- oder Pulsänderungen während der

Atomoxetin-Behandlung zeigten, zu einem anhaltenden oder zunehmenden

Anstieg kam. Langfristige und nachhaltige Veränderungen des Blutdrucks

können möglicherweise zu klinischen Auswirkungen wie Myokardhypertrophie

führen.

Diese Ergebnisse erfordern, dass bei Patienten, die mit Atomoxetin behandelt

werden sollen, zuvor durch eine sorgfältige Anamnese und eine körperliche

Untersuchung das Vorliegen einer kardialen Erkrankung abgeklärt werden

muss. Geben diese initialen Untersuchungen einen Hinweis auf eine solche

Erkrankung oder Vorgeschichte, dann muss eine weitergehende Beurteilung

durch einen Herzspezialisten erfolgen.

Es wird empfohlen, vor der Behandlung und während der Behandlung bei jeder

Dosisanpassung und danach mindestens alle 6 Monate Herzfrequenz und

Blutdruck zu messen und zu dokumentieren, um mögliche klinisch relevante

Erhöhungen zu erkennen. Für pädiatrische Patienten wird eine grafische

Darstellung empfohlen. Bei Erwachsenen sind die Grenzwerte der derzeit

gültigen Richtlinien zur Hypertonie zu befolgen.

Atomoxetin ist bei Patienten, bei denen eine Erkrankung zugrunde liegt, die sich

durch einen Anstieg der Herzfrequenz bzw. des Blutdrucks verschlechtern

könnte, wie z.B. bei Patienten mit Bluthochdruck, Tachykardie oder einer

kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Erkrankung, mit Vorsicht

anzuwenden.

Bei Patienten, die während ihrer Atomoxetin-Behandlung Palpitationen,

Brustschmerzen bei Belastung, nicht durch andere Ursachen erklärbare

Ohnmacht, Dyspnoe oder andere Symptome entwickeln, die eine kardiale

Erkrankung annehmen lassen, muss umgehend eine Untersuchung durch einen

Herzspezialisten erfolgen.

Des Weiteren muss Atomoxetin bei Patienten mit angeborenem oder

erworbenem Long-QT-Syndrom oder einer positiven Familienanamnese für QT-

Zeit-Verlängerung mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.5 und

4.8).

Über orthostatische Hypotonie wurde ebenfalls berichtet. Atomoxetin ist bei

Patienten mit einer Prädisposition für eine Hypotonie oder Erkrankungen, bei

denen eine rasche Veränderung der Herzfrequenz oder des Blutdrucks auftritt,

mit Vorsicht anzuwenden.

Atomoxetin kann bei Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium

einen vorbestehenden Bluthochdruck verstärken (siehe Abschnitt 5.2).

Zerebrovaskuläre Auswirkungen

Nach Beginn der Behandlung mit Atomoxetin müssen Patienten mit

zusätzlichen Risikofaktoren für zerebrovaskuläre Erkrankungen (wie z.B.

bekannte kardiovaskulärer Erkrankung, Medikation, die den Blutdruck erhöht)

bei jeder Visite auf das Auftreten von neurologischen Symptomen untersucht

werden.

Hepatische Auswirkungen

Sehr selten gab es Spontanberichte über Leberschädigung, die sich mit

erhöhten Leberenzymwerten und erhöhtem Bilirubin in Verbindung mit

Gelbsucht manifestierte. Ebenso gab es sehr selten Berichte über schwere

Leberschädigung, einschließlich akutem Leberversagen.

Bei Patienten, die eine Gelbsucht entwickeln oder für die aufgrund von

Laborwerten eine Leberschädigung nachgewiesen werden konnte, muss

Atomoxetin abgesetzt werden. Die Behandlung darf nicht wieder aufgenommen

werden.

Psychotische oder manische Symptome

Behandlungsbedingte psychotische oder manische Symptome, z.B.

Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Manie oder Agitiertheit bei Patienten ohne

ein vorheriges Auftreten von psychotischen Erkrankungen oder Manie in der

Krankengeschichte, können durch Atomoxetin in der normalen Dosierung

hervorgerufen werden. Wenn solche Symptome auftreten, ist Atomoxetin als

eine mögliche Ursache in Erwägung zu ziehen und eine Beendigung der

Behandlung in Erwägung zu ziehen. Die Möglichkeit, dass Atomoxetin

vorbestehende psychotische oder manische Symptome verschlechtert, kann

nicht ausgeschlossen werden.

Aggressive Verhaltensweise, Feindseligkeit oder emotionale Labilität

Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut)

wurde in klinischen Studien häufiger bei mit Atomoxetin behandelten Kindern,

Jugendlichen und Erwachsenen beobachtet als bei denjenigen, die mit Placebo

behandelt wurden. In klinischen Studien wurde emotionale Labilität häufiger bei

mit Atomoxetin als bei mit Placebo behandelten Kindern beobachtet. Patienten

sind im Hinblick auf das Auftreten oder die Verschlimmerung von aggressiven

Verhaltensweisen, Feindseligkeit und emotionaler Labilität engmaschig zu

überwachen.

Mögliche allergische Reaktionen

Wenn auch nur gelegentlich, wurde bei Patienten, die Atomoxetin

eingenommen hatten, über allergische Reaktionen, einschließlich

anaphylaktische Reaktionen, Hautausschlag, angioneurotische Ödeme und

Urtikaria, berichtet.

Krampfanfälle

Krampfanfälle sind ein potenzielles Risiko der Behandlung mit Atomoxetin.

Atomoxetin darf bei Patienten, die eine Anamnese mit Krampfanfällen haben,

nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei Patienten, bei denen Krampfanfälle

auftreten oder wenn bei bestehenden Anfallsleiden die Häufigkeit von

Krampfanfällen zunimmt und kein anderer Grund dafür vorliegt, muss ein

Absetzen von Atomoxetin erwogen werden.

Wachstum und Entwicklung

Bei Kindern und Jugendlichen müssen Wachstum und Entwicklung während

einer Atomoxetin-Behandlung beobachtet werden.

Eine Dosisreduktion oder Unterbrechung der Behandlung bei Kinder und

Jugendlichen in der Langzeittherapie ist in Betracht zu ziehen, wenn diese nicht

ausreichend wachsen oder nicht genügend an Gewicht zunehmen.

Klinische Daten weisen nicht auf einen nachteiligen Effekt bezüglich der

Kognition oder Sexualentwicklung hin. Allerdings ist der Umfang verfügbarer

Langzeitdaten begrenzt. Daher sind Patienten, die eine Langzeittherapie

benötigen, sorgfältig zu überwachen.

Neues Auftreten oder Verschlechterung bei komorbider Depression, Angst und

Tic-Störung

In einer kontrollierten Studie mit pädiatrischen Patienten mit ADHS und

komorbider chronischer motorischer Tic-Störung oder Tourette-Syndrom

zeigten die mit Atomoxetin behandelten Patienten keine Verschlechterung ihrer

Tic-Symptomatik im Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patienten. In

einer kontrollierten Studie mit jugendlichen Patienten mit ADHS und komorbider

depressiver Erkrankung zeigten die mit Atomoxetin behandelten Patienten

keine Verschlechterung der Depression gegenüber den mit Placebo

behandelten Patienten. In zwei kontrollierten Studien (eine mit pädiatrischen

Patienten und eine mit erwachsenen Patienten) mit Patienten mit ADHS und

komorbider Angststörung zeigten die mit Atomoxetin behandelten Patienten

keine Verschlechterung ihrer Angststörung im Vergleich zu den mit Placebo

behandelten Patienten.

Seit der Markteinführung wurden selten Ängste und Depression oder

depressive Verstimmung und sehr selten Tics bei Patienten, die Atomoxetin

einnehmen, berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Patienten, die wegen ADHS mit Atomoxetin behandelt werden, müssen

bezüglich eines Auftretens oder einer Verschlechterung einer

Angstsymptomatik, depressiven Verstimmung, Depression oder Tics

beobachtet werden.

Andere therapeutische Anwendungen

Atomoxetin ist nicht zur Behandlung von Episoden einer Major Depression

und/oder Angststörungen indiziert, da die Ergebnisse von klinischen Studien,

die bei Erwachsenen durchgeführt wurden, die an diesen Erkrankungen litten

ohne gleichzeitiges Vorhandensein von ADHS, keine Wirkung im Vergleich zu

Placebo zeigten (siehe Abschnitt 5.1).

Weitere Informationen zur sicheren Anwendung des Arzneimittels

Untersuchungen vor Behandlungsbeginn

Vor der Verschreibung ist es notwendig, die Anamnese und einen

Ausgangsbefund zum kardiovaskulären Status des Patienten zu erheben,

einschließlich Blutdruck und Herzfrequenz (siehe Abschnitt 4.3).

Regelmäßige Kontrollen

Der kardiovaskuläre Zustand muss regelmäßig kontrolliert werden, wobei

Blutdruck und Puls nach jeder Dosisanpassung und danach mindestens alle 6

Monate dokumentiert werden müssen. Für pädiatrische Patienten wird eine

grafische Darstellung empfohlen. Bei Erwachsenen sind die Grenzwerte der

derzeit gültigen Richtlinien zur Hypertonie zu befolgen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Atomoxetin

MAO-Hemmer

Atomoxetin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern angewendet werden

(siehe Abschnitt 4.3).

CYP2D6-Inhibitoren (SSRIs (z.B. Fluoxetin, Paroxetin), Chinidin, Terbinafin)

Bei Patienten, die mit diesen Arzneimitteln behandelt werden, ist die AUC von

Atomoxetin ca. 6- bis 8fach und die maximale Steady-State-Konzentration

ss,max

) etwa 3- bis 4-fach höher, da Atomoxetin durch CYP2D6

verstoffwechselt wird. Ein langsameres Auftitrieren und eine geringere

Erhaltungsdosis von Atomoxetin können bei Patienten notwendig werden, die

gleichzeitig CYP2D6-Inhibitoren einnehmen. Wenn ein CYP2D6-Inhibitor nach

Einstellung auf die angemessene Atomoxetin-Dosis verschrieben oder

abgesetzt wird, müssen das klinische Ansprechen und die Verträglichkeit erneut

festgestellt und die Notwendigkeit einer Dosisanpassung bei diesem Patienten

überprüft werden.

Bei Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung ist bei der

Kombination von Atomoxetin mit potenten Inhibitoren der Cytochrom P450-

Gruppe außer CYP2D6 Vorsicht geboten, da das Risiko einer klinisch

relevanten Erhöhung der Atomoxetin-Serumkonzentration in vivo unbekannt ist.

Salbutamol (oder andere Beta2-Agonisten)

Werden Patienten mit hohen Dosen von inhalativ oder systemisch (oral oder

intravenös) angewandten Salbutamol (oder anderen Beta2-Agonisten)

behandelt, ist Atomoxetin mit Vorsicht anzuwenden, da die Wirkung von

Salbutamol auf das Herzkreislaufsystem verstärkt werden kann.

In Bezug auf diese Wechselwirkung wurden widersprüchliche Ergebnisse

gefunden. Systemisch verabreichtes Salbutamol (600 μg i.v. über 2 h) in

Kombination mit Atomoxetin (60 mg zweimal täglich für 5 Tage) führte zu einem

Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Diese Auswirkungen waren

besonders zu Beginn der gleichzeitigen Verabreichung von Salbutamol und

Atomoxetin auffällig, allerdings kehrten die Werte nach 8 Stunden wieder in

ihren Ausgangsbereich zurück. In einer weiteren Studie mit gesunden

asiatischen Erwachsenen, die Atomoxetin normal metabolisierten - sogenannte

„extensive metabolisers“, waren jedoch die Auswirkungen auf den Blutdruck

und die Herzfrequenz nach einer inhalierten Standarddosis Salbutamol (200 μg)

durch die gleichzeitige Kurzzeitgabe von Atomoxetin (80 mg einmal täglich für 5

Tage) nicht erhöht.

Die Herzfrequenz war nach einer mehrfachen Inhalation von Salbutamol (800

μg) mit oder ohne Atomoxetin ähnlich.

Während der gleichzeitigen Anwendung dieser Arzneimittel sind Herzfrequenz

und Blutdruck sorgfältig zu überwachen und bei signifikantem Anstieg der

Herzfrequenz und des Blutdrucks kann eine Dosisanpassung entweder für

Atomoxetin oder für Salbutamol (oder andere Beta2-Agonisten) gerechtfertigt

sein.

Es besteht die Möglichkeit eines erhöhten Risikos für eine QT-Zeit-

Verlängerung, wenn Atomoxetin zusammen mit anderen Arzneimitteln

eingenommen wird, die das QT-Intervall verlängern (wie z.B. Neuroleptika,

Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Moxifloxacin, Erythromycin, Methadon,

Mefloquin, trizyklische Antidepressiva, Lithium oder Cisaprid), die den

Elektrolythaushalt stören (wie z.B. Thiaziddiuretika) oder die CYP2D6

inhibieren.

Zerebrale Krampfanfälle sind ein potenzielles Risiko der Behandlung mit

Atomoxetin. Vorsicht ist geboten, wenn Atomoxetin zusammen mit anderen

Arzneimitteln verabreicht wird, die die Krampfschwelle herabsetzen können (wie

z.B. trizyklische Antidepressiva, SSRIs, Neuroleptika, Phenothiazine,

Butyrophenone, Mefloquin, Chloroquin, Bupropion oder Tramadol) (siehe

Abschnitt 4.4). Des Weiteren hat das Absetzen einer Benzodiazepin-

Begleittherapie aufgrund möglicher absetzbedingter Krampfanfälle mit Vorsicht

zu erfolgen.

Blutdrucksenkende Arzneimittel (Antihypertensiva)

Atomoxetin muss in Kombination mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln mit

Vorsicht eingesetzt werden. Aufgrund des möglichen Blutdruckanstiegs kann

Atomoxetin die Wirksamkeit von Blutdrucksenkern/Arzneimitteln zur

Behandlung des Bluthochdrucks vermindern.

Der Blutdruck muss sorgfältig überwacht werden, und bei einem signifikanten

Anstieg des Blutdrucks kann eine erneute Bewertung der Atomoxetin- oder der

antihypertensiven Therapie begründet sein.

Blutdrucksteigernde Arzneimittel oder Arzneimittel, die einen Blutdruckanstieg

bewirken

Aufgrund des möglichen Blutdruckanstiegs darf Atomoxetin in Kombination mit

blutdrucksteigernden Arzneimitteln bzw. Arzneimitteln, die einen

Blutdruckanstieg bewirken (wie z.B. Salbutamol), nur mit Vorsicht eingesetzt

werden. Der Blutdruck muss sorgfältig überwacht werden, und bei einem

signifikanten Anstieg des Blutdrucks kann eine erneute Bewertung entweder

der Atomoxetin-Behandlung oder der blutdrucksteigernden Arzneimittel

begründet sein.

Arzneimittel, die den Noradrenalinhaushalt beeinflussen

Arzneimittel mit einer Wirkung auf Noradrenalin sind bei gleichzeitiger

Anwendung von Atomoxetin vorsichtig einzusetzen, da additive oder

synergistische pharmakologische Effekte möglich sind. Beispiele sind hier

Antidepressiva wie Imipramin, Venlafaxin und Mirtazapin oder

schleimhautabschwellende Mittel wie Pseudoephedrin oder Phenylephrin.

Arzneimittel, die den pH-Wert im Magen beeinflussen

Arzneimittel, die den pH-Wert des Magens erhöhen (Magnesiumhydroxid,

Aluminiumhydroxid, Omeprazol), hatten keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit

von Atomoxetin.

Arzneimittel mit hoher Plasmaproteinbindung

In vitro wurden Verdrängungsstudien mit Atomoxetin und anderen Arzneimitteln

mit hoher Plasmaproteinbindung in therapeutischen Dosen durchgeführt.

Warfarin, Acetylsalicylsäure, Phenytoin oder Diazepam hatten keine Wirkung

auf die Bindung von Atomoxetin an Humanalbumin. Gleichzeitig beeinflusste

Atomoxetin nicht die Bindung dieser Substanzen an Humanalbumin.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Generell lassen tierexperimentelle Studien nicht auf direkte schädliche

Auswirkungen auf die Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt

oder postnatale Entwicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3). Für Atomoxetin

liegen nur begrenzt klinische Daten bei exponierten Schwangeren vor. Solche

Daten sind nicht ausreichend, um auf einen Zusammenhang bzw. einen

fehlenden Zusammenhang zwischen Atomoxetin und Nebenwirkungen während

der Schwangerschaft und/oder der Stillzeit hinzuweisen. Atomoxetin wird

während der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, der mögliche

Nutzen rechtfertigt das mögliche Risiko für den Fetus.

Stillzeit

Atomoxetin und/oder seine Metaboliten werden bei Ratten in die Milch

ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Atomoxetin beim Menschen in die

Muttermilch ausgeschieden wird. Aufgrund der unzureichenden Datenlage wird

die Anwendung von Atomoxetin bei stillenden Müttern nicht empfohlen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es liegen nur eingeschränkt Daten zu den Auswirkungen auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

Strattera hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei pädiatrischen und erwachsenen

Patienten traten unter Atomoxetin im Vergleich zu Placebo vermehrt Müdigkeit,

Somnolenz und Schwindel auf. Patienten müssen darauf hingewiesen werden,

vorsichtig zu sein, wenn sie Auto fahren oder Maschinen bedienen, bis sie

sicher sind, dass ihre Leistungsfähigkeit durch die Einnahme von Atomoxetin

nicht beeinträchtigt wird.

4.8 Nebenwirkungen

Erwachsene

Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils

In klinischen ADHS-Studien bei Erwachsenen war die Häufigkeit von

Nebenwirkungen während der Behandlung mit Atomoxetin in den folgenden

Systemorganklassen am höchsten: Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts,

des Nervensystems und psychische Störungen. Die am häufigsten berichteten

Nebenwirkungen (≥5%) waren verminderter Appetit (14,9%), Schlaflosigkeit

(11,3%), Kopfschmerzen (16,3%), Mundtrockenheit (18,4%) und Übelkeit

(26,7%). Die Mehrheit dieser Ereignisse war leicht oder mittelgradig und die am

häufigsten berichteten schweren Nebenwirkungen waren Übelkeit,

Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Falls bei Erwachsenen

Beschwerden wie Harnverhalt oder verzögerte Blasenentleerung auftreten, ist

ein möglicher Zusammenhang mit der Atomoxetin-Anwendung in Erwägung zu

ziehen.

Die folgende Tabelle zu Nebenwirkungen basiert auf den unerwünschten

Ereignissen und den Ergebnissen von Laboruntersuchungen aus klinischen

Studien sowie auf Spontanberichten über Erwachsene nach der

Markteinführung.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen bei Erwachsenen

Häufigkeitseinteilung: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10),

gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten

(<1/10.000).

Systemorganklass

e

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörun

gen

Verminderter

Appetit

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkei

Agitiertheit*,

reduzierte Libido,

Schlafstörungen,

Depression und

depressive

Verstimmung*,

Angst

Suizidale

Verhaltensweisen

*, Aggression,

Feindseligkeit und

emotionale

Labilität*,

Ruhelosigkeit,

Tics*

Psychose

(einschließlic

Halluzination

en)*

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerz

Schwindel,

Dysgeusie,

Parästhesie,

Schläfrigkeit

(einschließlich

Ohnmacht,

Migräne,

Hypästhesie*

Krampfanfall*

Sedierung), Zittern

Augenerkrankung

en

Verschwommene

s Sehen

Herzerkrankungen

Palpitationen,

Tachykardie

QT-Intervall-

Verlängerung**

Gefäßerkrankunge

n

Hitzewallungen

Kältegefühl in den

Extremitäten

Raynaud-

Syndrom

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des

Gastrointestinaltra

kts

Mundtrockenh

eit, Übelkeit

Abdominelle

Schmerzen

Verstopfung,

Dyspepsie,

Blähungen,

Erbrechen

Leber- und

Gallenerkrankung

en

Erhöhte

Leberwerte,

Ikterus,

Hepatitis,

Leberschäde

n, akutes

Leberversage

n, Erhöhung

des Bilirubins

im Blut*

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewe

bes

Dermatitis,

vermehrtes

Schwitzen,

Hautausschlag

Allergische

Reaktionen

Pruritus, Urtikaria

Skelettmuskulatur-

, Bindegewebs-

und

Knochenerkranku

ngen

Muskelkrämpfe.

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Dysurie,

Pollakisurie,

verzögerte

Blasenentleerung,

Harnverhalt

Verstärkter

Harndrang

Erkrankungen der

Geschlechtsorgan

e und der

Brustdrüse

Dysmenorrhoe,

Ejakulationsstörun

gen, erektile

Dysfunktion,

Prostatitis,

Schmerzen am

männlichen

Genitale

Ejakulationsversa

gen,

unregelmäßige

Menstruation,

veränderter

Orgasmus

Priapismus

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie,

Müdigkeit,

Lethargie,

Schüttelfrost,

Gefühl der inneren

Unruhe,

Reizbarkeit, Durst

Kältegefühl,

Brustschmerzen

(siehe Abschnitt

4.4)

Untersuchungen

Erhöhter

Blutdruck

erhöhte

Herzfrequenz

Gewichtsabnahme

beinhaltet auch Oberbauchschmerzen, Magen-, Bauch- und epigastrische Beschwerden.

beinhaltet Einschlafstörung, Durchschlafstörung und frühmorgendliches Erwachen.

Befunde bei Herzfrequenz und Blutdruck basieren auf gemessenen Vitalparametern.

beinhaltet anaphylaktische Schocks und angioneurotisches Ödem.

* Siehe Abschnitt 4.4

** Siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 4.5

Bei Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung („poor metaboliser“ -

Die folgenden Nebenwirkungen traten bei mindestens 2% der Patienten mit

langsamem CYP2D6-Stoffwechsel (PM = „poor metaboliser“) auf und waren

statistisch signifikant häufiger als bei Patienten mit normalem CYP2D6-

Stoffwechsel (EM = „extensive metaboliser“): verschwommenes Sehen (3,9%

der PMs, 1,3% der EMs), Mundtrockenheit (34,5% der PMs, 17,4% der EMs),

Verstopfung (11,3% der PMs, 6,7% der EMs), Gefühl der inneren Unruhe (4,9%

der PMs, 1,9% der EMs), verminderter Appetit (23,2% der PMs, 14,7% der

EMs), Zittern (5,4% der PMs, 1,2% der EMs), Schlaflosigkeit (19,2% der PMs,

11,3% der EMs), Schlafstörungen (6,9% der PMs, 3,4% der EMs),

Durchschlafstörung (5,4% der PMs, 2,7% der EMs), frühmorgendliches

Erwachen (3% der PMs, 0,9% der EMs), Harnverhalt (5,9% der PMs, 1,2% der

EMs), erektile Dysfunktion (20,9% der PMs, 8,9% der EMs),

Ejakulationsstörungen (6,1% der PMs, 2,2% der EMs), vermehrtes Schwitzen

(14,8% der PMs, 6,8% der EMs), Kältegefühl in den Extremitäten (3% der PMs,

0,5% der EMs).

Kinder und Jugendliche

Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils

In pädiatrischen placebokontrollierten Studien sind die häufigsten

Nebenwirkungen unter Atomoxetin Kopfschmerzen, abdominelle Schmerzen

und verminderter Appetit und wurden für entsprechend 19%, 18% bzw. 16% der

Patienten berichtet. Sie führen aber nur selten zu einem Absetzen des

Arzneimittels (die Abbruchquote beträgt 0,1% für Kopfschmerzen, 0,2% wegen

abdomineller Beschwerden und 0,0% wegen verminderten Appetits).

Abdominelle Beschwerden und verminderter Appetit sind üblicherweise

vorübergehend.

Verbunden mit vermindertem Appetit kam es bei einigen Patienten bei

Therapiebeginn zu einer Wachstumsverzögerung in Bezug auf Gewichts- und

Größenzunahme. Nach einer anfänglichen Gewichts- und

Wachstumsverzögerung normalisierten sich im Durchschnitt Gewicht und

Größe bei Patienten, die mit Atomoxetin behandelt werden, in der

Langzeitbehandlung entsprechend der Vorhersage anhand der Daten der

Gesamtgruppe bei Studienbeginn.

Übelkeit, Erbrechen und Schläfrigkeit

traten bei 10% bis 11% der Patienten

auf, vor allem während des ersten Therapiemonats. Allerdings waren diese

Vorfälle nur leicht bis mäßig ausgeprägt und vorübergehend, und es kam nicht

zu einer signifikanten Zahl von Therapieabbrüchen (Abbruchraten ≤0,5%).

In placebokontrollierten Studien mit Kindern und Erwachsenen zeigten

Atomoxetin-Patienten im Vergleich zu Placebo-Patienten eine Erhöhung der

Herzfrequenz sowie Anstiege des systolischen und des diastolischen

Blutdrucks (siehe Abschnitt 4.4).

Aufgrund seiner Wirkung auf den noradrenergen Tonus wurden bei Atomoxetin-

Patienten orthostatische Hypotonie (0,2%) und Ohnmacht (0,8%) berichtet.

Atomoxetin ist bei Patienten, die zu Hypotonie neigen, mit Vorsichteinzusetzen.

Die folgende Tabelle zu Nebenwirkungen basiert auf den unerwünschten

Ereignissen und den Ergebnissen von Laboruntersuchungen aus klinischen

Studien sowie auf Spontanberichten über Kinder und Jugendliche nach der

Markteinführung.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Häufigkeitseinteilung: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10),

gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten

(<1/10.000).

Systemorganklas

se

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörun

gen

Verminderter

Appetit

Anorexie

(Appetitlosigkeit)

Psychiatrische

Erkrankungen

Reizbarkeit,

Stimmungsschwanku

ngen, Schlaflosigkeit

Agitiertheit*, Angst,

Depression und

depressive

Verstimmung*, Tics*

Suizidale

Verhaltensweis

Aggression,

Feindseligkeit,

emotionale

Labilität*,

Psychose

(einschließlich

Halluzinatione

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerz

Schläfrigkeit

Schwindel

Ohnmacht,

Zittern,

Migräne,

Parästhesie*,

Hypästhesie*,

Krampfanfall**

Augenerkrankung

en

Mydriasis

Verschwomme

nes Sehen

Herzerkrankunge

n

Palpitationen,

Sinustachykar

die, QT-

Intervall-

Verlängerung**

Gefäßerkrankung

en

Raynaud-

Syndrom

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe

(siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des

Gastrointestinaltr

akts

Abdominelle

Schmerzen

Erbrechen,

Übelkeit

Verstopfung,

Dyspepsie.

Leber- und

Gallenerkrankung

en

Erhöhung des

Bilirubins im

Blut*

Erhöhte

Leberwerte,

Ikterus,

Hepatitis,

Leberschäden,

akutes

Leberversagen

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgew

ebes

Dermatitis, Pruritus,

Hautausschlag

Vermehrtes

Schwitzen,

allergische

Reaktionen

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Verzögerte

Blasenentleeru

Harnverhalt

Erkrankungen der

Geschlechtsorgan

e und der

Brustdrüse

Priapismus,

Schmerzen

männlichen

Genitale

Allgemeine

Erkrankungen

und Beschwerden

am

Verabreichungsor

t

Müdigkeit, Lethargie,

Brustschmerzen

(siehe Abschnitt 4.4)

Kraftlosigkeit

Untersuchungen

Erhöhter

Blutdruck

erhöhte

Herzfrequen

Gewichtsverlust

beinhaltet auch Oberbauchschmerzen, Magen-, Bauch- und epigastrische Beschwerden

beinhaltet auch Sedierung.

beinhaltet Einschlafstörung, Durchschlafstörung und frühmorgendliches Erwachen.

Befunde bei Herzfrequenz und Blutdruck basieren auf gemessenen Vitalparametern.

* Siehe Abschnitt 4.4

** Siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 4.5

Bei Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung („poor metaboliser“-

PM):

Die folgenden Nebenwirkungen traten bei mindestens 2% der Patienten mit

langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung (PM = „poor metaboliser“) auf und

waren bei PMs statistisch signifikant häufiger als bei Patienten mit normal

ausgeprägter CYP2D6-Verstoffwechselung (EM = „extensive metaboliser“):

verminderter Appetit (24,1% der PMs, 17,0% der EMs); Schlaflosigkeit,

kombiniert (beinhaltet Schlaflosigkeit, Durchschlafstörung und Einschlafstörung,

14,9% der PMs, 9,7% der EMs); Depression, kombiniert (beinhaltet Depression,

Major Depression, depressive Symptome, depressive Verstimmung und

Dysphorie, (6,5% der PMs, 4,1% der EMs); Gewichtsverlust (7,3% der PMs,

4,4% der EMs), Obstipation (6,8% der PMs, 4,3% der EMs); Tremor (4,5% der

PMs, 0,9% der EMs); Sedierung (3,9% der PMs, 2,1% der EMs); wunde Stellen

(3,9% der PMs, 1,7% der EMs); Enuresis (3,0% der PMs, 1,2% der EMs);

Konjunktivitis (2,5% der PMs, 1,2% der EMs); Ohnmacht (2,5% der PMs, 0,7%

der EMs); frühmorgendliches Erwachen (2,3% der PMs, 0,8% der EMs);

Mydriasis (2,0% der PMs, 0,6% der EMs). Das folgende Ereignis erfüllt nicht die

oben genannten Kriterien, ist aber erwähnenswert: generalisierte Angststörung

(0,8% der PMs, 0,1% der EMs). Zusätzlich war bei PM-Patienten in Studien mit

einer Dauer von bis zu 10 Wochen der Gewichtsverlust stärker ausgeprägt (im

Mittel 0,6 kg bei EMs und 1,1 kg bei PMs).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome

Nach der Markteinführung wurden nicht tödlich verlaufende akute und

chronische Überdosierungen mit Atomoxetin alleine berichtet. Die häufigsten

Symptome, die im Zusammenhang mit akuter und chronischer Überdosierung

berichtet wurden, waren gastrointestinale Symptome, Somnolenz, Schwindel,

Zittern und Verhaltensauffälligkeiten. Hyperaktivität und Agitiertheit wurden

ebenfalls berichtet. Symptome, die mit einer leichten bis mäßigen Aktivierung

des Sympathikus einhergehen (z.B. Tachykardie, Blutdruckanstieg, Mydriasis,

Mundtrockenheit) wurden ebenfalls beobachtet, und es gab Berichte über

Pruritus und Hautausschlag. Der Schweregrad der meisten Ereignisse war

leicht bis mäßig. In einigen Fällen von Überdosierung unter Beteiligung von

Atomoxetin wurden Anfälle und sehr selten eine QT-Zeit-Verlängerung

angegeben. Es gab Berichte von tödlich verlaufenden, akuten Überdosierungen

bei Einnahme von Atomoxetin zusammen mit mindestens einem weiteren

Arzneimittel.

Aus klinischen Studien sind begrenzte Erfahrungen mit Atomoxetin-

Überdosierungen hervorgegangen.

Behandlung

Die Aufrechterhaltung der Atmung ist sicherzustellen. Die Gabe von Aktivkohle

kann innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme der Überdosis helfen, die

Resorption zu vermindern. Die Überwachung der Herz- und Vitalfunktionen wird

empfohlen, neben weiteren angemessenen symptomatischen und

unterstützenden Maßnahmen. Der Patient muss mindestens 6 Stunden lang

beobachtet werden. Da Atomoxetin eine starke Plasmaproteinbindung aufweist,

ist eine Dialyse zur Behandlung einer Überdosierung wahrscheinlich nicht

sinnvoll.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, zentral wirkende

Sympathomimetika

ATC-Code: N06BA09

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Atomoxetin ist ein hochselektiver und potenter Hemmstoff des präsynaptischen

Noradrenalin-Transporters. Dies ist der postulierte Wirkmechanismus.

Atomoxetin hat keine direkte Wirkung auf Serotonin- oder Dopamin-

Transporter. Atomoxetin besitzt eine sehr geringe Affinität zu anderen

noradrenergen Rezeptoren oder zu anderen Neurotransmitter-Transportern

oder Rezeptoren. Atomoxetin besitzt zwei durch Oxidation gebildete

Hauptmetaboliten: 4-Hydroxyatomoxetin und N-Desmethylatomoxetin. 4-

Hydroxyatomoxetin ist verglichen mit Atomoxetin ein gleich starker Inhibitor des

Noradrenalin-Transports, aber anders als Atomoxetin übt dieser Metabolit auch

eine gewisse inhibitorische Aktivität am Serotonin-Transporter aus. Allerdings

ist jeder Effekt auf diesen Transporter wahrscheinlich minimal, weil der größte

Teil von 4-Hydroxyatomoxetin weiter metabolisiert wird, sodass es in sehr viel

geringerer Konzentration im Plasma zirkuliert (1% der Atomoxetin-

Konzentration bei Patienten mit normal ausgeprägter CYP2D6-

Verstoffwechselung – „extensive metaboliser“ und 0,1% der Atomoxetin-

Konzentration bei Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung –

„poor metaboliser“). N-Desmethylatomoxetin hat im Vergleich mit Atomoxetin

eine deutlich geringere pharmakologische Aktivität. Im Steady State liegt es bei

Patienten mit einer normal ausgeprägten Verstoffwechselung („extensive

metaboliser“, EM) in geringeren Plasmakonzentrationen und bei Patienten mit

einer langsamen Verstoffwechselung („poor metaboliser“, PM) in einer ähnlich

hohen Plasmakonzentration wie Atomoxetin vor.

Atomoxetin gehört nicht zur Gruppe der Psychostimulanzien und ist kein

Amphetaminderivat. In einer randomisierten, doppelblinden,

placebokontrollierten Studie bei Erwachsenen wurde das Missbrauchspotenzial

von Atomoxetin und Placebo verglichen. Atomoxetin zeigte keine Wirkungen,

die auf stimulierende oder euphorisierende Eigenschaften hindeuteten.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Erwachsene Patienten

Atomoxetin wurde in Studien mit über 4.800 Erwachsenen, die die DSM-IV

Diagnosekriterien für ADHS erfüllten, untersucht. Die akute Wirksamkeit von

Atomoxetin in der Behandlung von Erwachsenen wurde in sechs

randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien mit einer Dauer

von 10 bis 16 Wochen gezeigt. ADHS-Beschwerden und -Symptome wurden

anhand eines Vergleichs ihrer mittleren Veränderung zwischen Ausgangspunkt

und Endpunkt bei mit Atomoxetin bzw. mit Placebo behandelten Patienten

evaluiert. In jeder der sechs Studien war Atomoxetin bei der Verminderung von

ADHS-Beschwerden und -Symptomen im Vergleich zu Placebo statistisch

signifikant überlegen (Tabelle X).

In allen sechs Studien zeigten mit Atomoxetin behandelte Patienten im

Vergleich zu Placebo statistisch signifikant deutlichere Verbesserungen des

globalen Schweregrades (gemessen mit der clinical global impression of

severity scale (CGI-S)) beim Studienendpunkt sowie statistisch signifikante

Verbesserungen des ADHS-assoziierten Funktionsniveaus in den drei der

insgesamt sechs Akutstudien, in denen diese Fragestellung untersucht wurde

(Tabelle X). Die Langzeitwirksamkeit wurde in zwei jeweils sechsmonatigen

placebokontrollierten Studien bestätigt, in einer dritten jedoch nicht (Tabelle X).

Tabelle X Mittlere Änderungen der Wirksamkeitsparameter in

placebokontrollierten Studien

Änderungen vom Ausgangspunkt bei Patienten mit mindestens

einem Postbaseline-Wert (LOCF)

CAARS-Inv: SV oder

AISRS

a

CGI-S

AAQoL

Studie

Behan

dlung

N

Mittlere

Änderun

g

p-Wert

Mittlere

Änderun

g

p-Wert

Mittlere

Änderu

ng

p-

Wert

Akutstudien

LYAA

-9,5

-6,0

0,006

-0,8

-0,4

0,011

LYAO

-10,5

-6,7

0,002

-0,9

-0,5

0,002

LYBY

-13,6

-8,3

0,007

-1,0

-0,7

0,048

LYDQ

-8,7

-5,6

<0,001

-0,8

-0,6

0,022

14,9

11,1

0,030

LYDZ

-10,7

-7,2

<0,001

-1,1

-0,7

<0,001

15,8

11,0

0,005

LYEE

-14,3

-8,8

<0,001

-1,3

-0,8

<0,001

12,83

8,20

<0,001

Langzeitstudien

LYBV

-11,6

-11,5

0,412

-1,0

-0,9

0,173

13,90

11,18

0,045

LYCU

-13,2

-10,2

0,005

-1,2

-0,9

0,001

13,14

8,62

0,004

LYCW

-14,3

-8,3

<0,001

-1,2

-0,7

<0,001

Abkürzungen: AAQoL = Adult ADHD Quality of Life Total Score; AISRS = Adult ADHD

Investigator Symptom Rating Scale Total Score; ATX = Atomoxetin; CAARS-Inv:SV = Conners

Adult ADHD Rating Scale, Investigator Rated, screening version Total ADHD Symptom Score;

CGI-S = Clinical Global Impression of Severity; LOCF = last observation carried forward; PBO =

Placebo.

ADHS-Symptomskala; die für die Studie LYBY gezeigten Ergebnisse beziehen sich auf mittels

AISRS erhobene Werte; alle übrigen Ergebnisse beziehen sich auf mittels CAARS-Inv:SV

erhobene Werte.

In Sensitivitätsanalysen, bei denen statistisch eine „baseline-observation-

carried-forward-Methode“ für Patienten ohne Messung nach Einschluss in die

Studie (Postbaseline) verwendet wurde (das heißt alle behandelten Patienten),

stimmten die Ergebnisse mit den Ergebnissen aus Tabelle X überein.

Bei der Analyse eines klinisch relevanten Ansprechens in allen sechs Akut- und

den beiden erfolgreichen Langzeitstudien unter Verwendung einer Vielzahl von

a-priori- und post-hoc-Definitionen hatten die mit Atomoxetin behandelten

Patienten durchgehend statistisch signifikant höhere Responseraten als die mit

Placebo behandelten Patienten (Tabelle Y).

Tabelle Y Anzahl und Prozent der Patienten, die in gepoolten,

placebokontrollierten Studien die Responsekriterien erreichten

Response definiert als

Verbesserung von

mindestens 1 Punkt auf der

CGI-S-Skala

Response definiert als 40%

Verbesserung der zu

Studienende erhobenen

CAARS-Inv:SV-Werte

Gruppe

Behandlung

N

n (%)

p-Wert

N

n (%)

p-Wert

Gepoolte Akutstudien

a

401 (62,7%)

283 (43,4%)

<0,001

347 (41,3%)

215 (25,3%)

<0,001

Gepoolte Langzeitstudien

a

482 (63,6%)

301 (49,3%)

<0,001

292 (44,0%)

175 (31,4%)

<0,001

beinhaltet alle Studien aus Tabelle X mit folgenden Ausnahmen: die akute CGI-S-

Responseanalyse berücksichtigt zwei Studien an Patienten mit komorbiden Krankheiten (LYBY,

LYDQ) nicht; in der akuten CAARS-Responseanalyse ist die Studie LYBY nicht berücksichtigt,

da CAARS nicht durchgeführt wurde.

In zwei der Akutstudien wurden ADHS-Patienten mit komorbider

Alkoholabhängigkeit bzw. Soziophobie untersucht. In beiden Studien zeigte sich

eine Besserung der ADHS-Symptome. Bei der Studie mit komorbider

Alkoholabhängigkeit wurden keine Unterschiede hinsichtlich des

Alkoholmissbrauchs bei Behandlung mit Atomoxetin im Vergleich zu Placebo

beobachtet. Bei der Studie mit komorbider Angststörung zeigte sich, dass sich

die komorbide Angstsymptomatik durch die Atomoxetin-Behandlung nicht

verschlechterte.

Die Wirksamkeit von Atomoxetin in Hinblick auf eine dauerhafte

Therapieresponse bezüglich der ADHS-Symptomatik wurde in einer Studie

gezeigt, in der - nach einer aktiven Anfangsbehandlungsphase von 24 Wochen

- Patienten randomisiert wurden, um entweder Atomoxetin oder Placebo für

weitere sechs Monate in einer doppelblinden Behandlungsphase zu erhalten.

Die daran teilnehmenden Patienten erfüllten die Kriterien für eine klinisch

relevante Response, definiert als Verbesserung sowohl auf der CAARS-Inv:SV-

als auch der CGI-S-Skala. Die Kriterien für ein anhaltendes, klinisch relevantes

Ansprechen nach sechs Monaten erfüllten signifikant mehr mit Atomoxetin als

mit Placebo behandelte Patienten (64,3% vs. 50,0%; p = 0,001). Für die

Aufrechterhaltung des Alltagsfunktionsniveaus („Maintenance of functioning“)

konnte bei mit Atomoxetin im Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten

ebenfalls eine statistisch signifikante Überlegenheit gezeigt werden. Dies wurde

durch eine geringere mittlere Änderung des Adult ADHD Quality of Life

(AAQoL) Gesamtscores nach dem 3-monatigen (p = 0,003) sowie dem 6-

monatigen (p = 0,002) Intervall gezeigt.

QT/QTc–Studie

Eine umfassende QT/QTc–Studie, die an gesunden Erwachsenen mit

langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung (PM = „poor metaboliser“)

durchgeführt wurde, in der die Probanden Atomoxetin in Dosen bis zu 60 mg

zweimal täglich erhielten, zeigte, dass sich bei der maximal erwarteten

Konzentration die Wirkung von Atomoxetin auf das QTc-Intervall nicht

signifikant von Placebo unterschied. Es gab eine geringfügige Verlängerung

des QTc-Intervalls mit steigender Atomoxetin-Konzentration.

Kinder und Jugendliche

Atomoxetin wurde in Studien untersucht, in denen über 5.000 Kinder und

Jugendliche mit ADHS eingeschlossen waren. Die akute Wirksamkeit von

Atomoxetin in der ADHS-Behandlung wurde zu Beginn in sechs randomisierten,

doppelblinden, placebokontrollierten, 6 bis 9 Wochen andauernden Studien

nachgewiesen. Anzeichen und Symptome von ADHS wurden durch einen

Vergleich der mittleren Veränderung zwischen Ausgangspunkt und Endpunkt

bei mit Atomoxetin sowie mit Placebo behandelten Patienten beurteilt. In allen

sechs Studien war Atomoxetin bezüglich der Reduzierung der Zeichen und

Symptome von ADHS im Vergleich zu Placebo statistisch signifikant überlegen.

Zusätzlich konnte durch eine placebokontrollierte, einjährige Studie mit über

400 Kindern und Jugendlichen die Langzeit-Wirksamkeit von Atomoxetin

nachgewiesen werden. Die Studie wurde hauptsächlich in Europa durchgeführt.

Auf eine etwa 3-monatige, nicht verblindete, akute Behandlungsphase folgte

eine 9-monatige, doppelblinde, placebokontrollierte Dauerbehandlung. Der

Anteil an Patienten, die nach einem Jahr einen Rückfall erlitten hatten, betrug

18,7% für Atomoxetin und 31,4% für Placebo. In dieser Studie wurden die

Patienten nach einjähriger Atomoxetin-Behandlung 6 weitere Monate entweder

mit Atomoxetin oder Placebo behandelt. Atomoxetin-Patienten erlitten dabei im

Vergleich zu Placebo-Patienten mit geringerer Wahrscheinlichkeit einen

Rückfall oder ein partielles Wiederauftreten der Symptomatik (2% bzw. 12%).

Bei einer Langzeitbehandlung von Kindern und Jugendlichen ist der Nutzen

einer Weiterbehandlung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Atomoxetin war wirksam, wenn die tägliche Gesamtdosis als Einzeldosis

angewendet wurde, und ebenso, wenn die Dosis geteilt am Morgen und am

späten Nachmittag bzw. frühen Abend angewendet wurde. Nach Einschätzung

von Lehrern und Eltern zeigten die Patienten nach einmal täglicher Anwendung

als Einzeldosis im Vergleich mit der Placebo-Gruppe eine statistisch signifikant

deutlichere Verminderung im Schweregrad der ADHS-Symptomatik.

Studien mit aktiver Vergleichssubstanz

In einer randomisierten, doppelblinden, parallelarmigen, 6-wöchigen

pädiatrischen Studie zur Prüfung der Nichtunterlegenheit von Atomoxetin

gegenüber einem üblichen Methylphenidat-Präparat mit verzögerter

Freisetzung als Vergleich wurde gezeigt, dass dieses eine überlegene

Ansprechrate im Vergleich zu Atomoxetin hat. Der prozentuale Anteil der

Patienten, die auf die Therapie ansprachen (Responder) war: 23,5% (Placebo),

44,6% (Atomoxetin) und 56,4% (Methylphenidat). Sowohl Atomoxetin als auch

die Vergleichssubstanz waren statistisch Placebo überlegen und

Methylphenidat war statistisch Atomoxetin überlegen (p = 0,016). Allerdings

waren Patienten, die nicht auf die Therapie mit Stimulantien angesprochen

hatten (Non-Responder) von der Teilnahme an dieser Studie ausgeschlossen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Atomoxetin zeigt bei Kindern und Jugendlichen eine ähnliche Pharmakokinetik

wie bei Erwachsenen. Die Pharmakokinetik von Atomoxetin wurde bei Kindern

unter 6 Jahren nicht systematisch untersucht.

Resorption

Nach oraler Anwendung wird Atomoxetin schnell und fast vollständig resorbiert.

Mittlere maximale Plasmakonzentrationen (c

) wurden etwa 1 – 2 Stunden

nach Einnahme beobachtet. Die absolute Bioverfügbarkeit von Atomoxetin nach

oraler Anwendung reicht von 63 – 94% in Abhängigkeit von interindividuellen

Unterschieden in der Stärke des First-Pass-Effektes. Atomoxetin kann

unabhängig von den Mahlzeiten gegeben werden.

Verteilung

Atomoxetin wird gut verteilt und ist weitgehend (98%) an Plasmaproteine, vor

allem an Albumin, gebunden.

Biotransformation

Atomoxetin wird hauptsächlich durch Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6)

verstoffwechselt. Individuen mit einer reduzierten Aktivität dieses Abbauweges

(„poor metaboliser“, PM), ca. 7% der kaukasischen Bevölkerung, haben eine

höhere Atomoxetin-Plasmakonzentration im Vergleich zu Personen mit einer

normalen Aktivität („extensive metabolisers“, EM). PM haben eine ca. 10-fach

größere AUC von Atomoxetin und c

ss,max

(maximale Steady-State-

Konzentration) ist ungefähr 5-fach größer als bei EM. Der durch Oxidation

gebildete Hauptmetabolit ist das 4-Hydroxyatomoxetin, das schnell

glucuronidiert wird. 4-Hydoxyatomoxetin hat im Vergleich zu Atomoxetin eine

gleich starke Wirkung, liegt aber in viel geringeren Plasmakonzentrationen vor.

Obwohl 4-Hydroxyatomoxetin hauptsächlich über CYP2D6 gebildet wird, kann

4-Hydroxyatomoxetin bei Personen mit fehlender CYP2D6-Aktivität über

verschiedene andere Cytochrom-P450-Enzyme gebildet werden, allerdings

langsamer. In therapeutischen Dosen hemmt oder induziert Atomoxetin nicht

die CYP2D6-Aktivität.

Cytochrom P450 Enzyme

Atomoxetin besitzt keine klinisch signifikante hemmende oder induzierende

Wirkung auf Cytochrom P450 Enzyme, einschließlich CYP1A2, CYP3A,

CYP2D6 und CYP2C9.

Elimination

Die mittlere Halbwertszeit bezogen auf die Ausscheidung nach oraler

Anwendung beträgt 3,6 Stunden bei Patienten mit einer normal ausgeprägten

Verstoffwechselung durch CYP2D6 („extensive metaboliser“, EM) und 21

Stunden bei Patienten mit einer langsamen Verstoffwechselung durch CYP2D6

(„poor metaboliser“, PM). Atomoxetin wird vor allem als 4-Hydroxyatomoxetin-

O-glucuronid ausgeschieden, hauptsächlich im Urin.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Pharmakokinetik von Atomoxetin ist über den Dosisbereich linear. Dies

wurde an „extensive und poor metabolisers“ untersucht.

Spezielle Patientengruppen

Leberfunktionseinschränkung führt zu einer reduzierten Atomoxetin-Clearance,

einer erhöhten Atomoxetin-Konzentration (bei moderater

Funktionseinschränkung ist die AUC 2-fach erhöht und bei schwerwiegender 4-

fach) und zu einer verlängerten Halbwertszeit des Wirkstoffs im Vergleich zu

einer gesunden Kontrollgruppe mit dem gleichen CYP2D6 „extensive

metaboliser“-Genotyp. Bei Patienten mit moderater bis schwerwiegender

Leberfunktionseinschränkung (Child Pugh Class B und C) ist die Anfangs- und

Erhaltungsdosis anzupassen (siehe Abschnitt 4.2).

Im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe war die durchschnittliche

Atomoxetin-Plasmakonzentration bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz

im Allgemeinen höher. Das zeigt die Erhöhung von c

(7% Unterschied) bzw.

0-∞

(ca. 65% Unterschied).

Nach Anpassung an das Körpergewicht minimieren sich diese Unterschiede der

beiden Gruppen. Die Pharmakokinetik von Atomoxetin und seinen Metaboliten

bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz legen nahe, dass keine

Dosisanpassung notwendig ist (siehe Abschnitt 4.2).

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie,

Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität,

Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten

keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Das klinische (oder

das übermäßige pharmakologische) Ansprechen von Tieren auf das

Arzneimittel und die metabolischen Unterschiede zwischen den Spezies führten

zu einer Begrenzung der Dosis. Diese in nicht-klinischen Tierstudien

eingesetzte maximal tolerierte Dosis führte zu einer Atomoxetin-

Plasmakonzentration, die ähnlich oder nur geringfügig über der lag, die bei

Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung („poor metaboliser“)

nach Einnahme der maximalen empfohlenen Tagesdosis auftritt.

An jungen Ratten wurde eine Studie durchgeführt, um die Wirkung von

Atomoxetin auf das Wachstum, die Entwicklung des neurobiologischen

Verhaltens sowie die sexuelle Entwicklung zu untersuchen. Leichte

Verzögerungen des Einsetzens der vaginalen Durchgängigkeit (bei allen

Dosierungen) und der Vorhautablösung (≥10 mg/kg/Tag) sowie eine leichte

Abnahme des Gewichts der Nebenhoden und der Spermienzahl (≥10

mg/kg/Tag) wurden beobachtet. Allerdings gab es keine Auswirkung auf die

Fruchtbarkeit oder die Fortpflanzungsrate. Die Bedeutung dieser Befunde für

den Menschen ist nicht bekannt.

Trächtigen Kaninchen wurden während der Phase der Organentwicklung über

eine Sonde bis zu 100 mg/kg/Tag Atomoxetin verabreicht. Bei dieser Dosis

wurde in einer von drei Studien eine Abnahme der Zahl der lebenden Feten,

eine Zunahme der Frühresorption, eine leichte Erhöhung der Inzidenz eines

atypischen Ursprungs der Arteria carotis und des Fehlens der Arteria subclavia

beobachtet. Diese Befunde erhielt man bei Dosen, die bei der Mutter leicht

toxisch waren. Die Inzidenz dieser Befunde lag innerhalb der historischen

Kontrollwerte. Die Dosis, bei der keine derartige Wirkung beobachtet wurde,

betrug 30 mg/kg/Tag. Bei Kaninchen betrug die Exposition (AUC) des

ungebundenen Atomoxetins bei 100 mg/kg/Tag im Vergleich zum Menschen

mit der maximalen täglichen Dosis von 1,4 mg/kg bei Patienten mit einer normal

ausgeprägten Verstoffwechselung durch CYP2D6 („extensive metaboliser“)

etwa das 3,3-Fache und bei Patienten mit einer langsamen Verstoffwechselung

durch CYP2D6 („poor metaboliser“) das 0,4-Fache. Die Ergebnisse einer der

drei Studien an Kaninchen waren nicht eindeutig und die Relevanz für den

Menschen ist unbekannt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt

Vorverkleisterte Stärke

Dimeticon

Kapselhülle

Titandioxid (E171)

Gelatine

Indigocarmin (E132) (Atomoxetin STADA 25 mg / 40 mg / 60 mg Hartkapseln)

Eisenoxid gelb (E172) (Atomoxetin STADA 18 mg / 60 mg / 80 mg / 100 mg

Hartkapseln)

Eisenoxid rot (E172) (Atomoxetin STADA 80 mg / 100 mg Hartkapseln)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blister (PVC/Aclar/PVC/Aluminium)

Atomoxetin STADA 10 mg / 18 mg Hartkapseln

Originalpackungen mit 7, 28 und 30 Hartkapseln

Atomoxetin STADA 25 mg / 40 mg / 60 mg / 80 mg / 100 mg Hartkapseln

Originalpackungen mit 7, 28, 30 und 56 Hartkapseln

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

STADA Arzneimittel GmbH, Muthgasse 36/2, 1190 Wien, Österreich

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Atomoxetin STADA 10 mg Hartkapseln Z. Nr.:

Atomoxetin STADA 18 mg Hartkapseln Z. Nr.:

Atomoxetin STADA 25 mg Hartkapseln Z. Nr.:

Atomoxetin STADA 40 mg Hartkapseln Z. Nr.:

Atomoxetin STADA 60 mg Hartkapseln Z. Nr.:

Atomoxetin STADA 80 mg Hartkapseln Z. Nr.:

Atomoxetin STADA 100 mg Hartkapseln Z. Nr.:

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

Juni 2018

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten

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