Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

28-12-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

28-12-2018

Wirkstoff:
Atomoxetinhydrochlorid
Verfügbar ab:
betapharm Arzneimittel GmbH (3364323)
ATC-Code:
N06BA09
INN (Internationale Bezeichnung):
Atomoxetine hydrochloride
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Atomoxetinhydrochlorid (31796) 68,5667 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2202464.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-10-18

Lesen Sie das vollständige Dokument

Wortlaut der für die Packungsbeilage (Gebrauchsinformation) vorgesehenen

Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Atomoxetin beta 10 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 18 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 25 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 40 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 80 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 100 mg Hartkapseln

Atomoxetin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Atomoxetin beta und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Atomoxetin beta beachten?

Wie ist Atomoxetin beta einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Atomoxetin beta aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Atomoxetin beta und wofür wird es angewendet?

Wofür wird es angewendet

Atomoxetin beta enthält Atomoxetin und dient zur Behandlung der

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Es wird angewendet bei:

Kindern ab 6 Jahren

Jugendlichen

Erwachsenen

Es wird nur als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms dieser Erkrankung

angewendet, das ebenso nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Beratungen und

Verhaltenstherapie erfordert.

Es ist nicht für die ADHS-Behandlung bei Kindern unter 6 Jahren vorgesehen, da die

Wirksamkeit und die Sicherheit des Arzneimittels bei dieser Patientengruppe nicht

bekannt sind.

Bei Erwachsenen ist eine ADHS-Behandlung mit Atomoxetin beta angezeigt, wenn die

Krankheitsanzeichen sehr belastend sind und Ihr berufliches oder soziales Leben in

Mitleidenschaft ziehen, und wenn die ADHS-Anzeichen bereits in Ihrer Kindheit

vorhanden waren.

Wie es wirkt

Atomoxetin beta erhöht die verfügbare Menge des Botenstoffes Noradrenalin im Gehirn.

Diese chemische Substanz, die auch natürlicherweise produziert wird, erhöht bei ADHS

Patienten die Aufmerksamkeit und vermindert Impulsivität und Hyperaktivität. Dieses

Arzneimittel wurde Ihnen verschrieben um Ihnen zu helfen, die durch Ihre ADHS

verursachten Beschwerden zu kontrollieren. Dieses Arzneimittel gehört nicht zur Gruppe

der Stimulanzien und hat daher kein Suchtpotenzial.

Nach Beginn der Einnahme des Arzneimittels kann es einige Wochen dauern, bis sich

Ihre Beschwerden deutlich verbessern.

Über ADHS

Kinder und Jugendliche mit ADHS finden es schwierig:

ruhig zu sitzen und

sich zu konzentrieren

Es ist aber nicht ihre Schuld, dass sie das nicht schaffen. Viele Kinder und Jugendliche

müssen sich anstrengen, um diese Dinge zu schaffen. ADHS kann im Alltag zu

Problemen führen. Für Kinder und Jugendliche mit ADHS können das Lernen und die

Erledigung von Hausaufgaben schwierig sein. Sie haben Probleme damit, sich zu Hause,

in der Schule oder anderswo angemessen zu verhalten. ADHS hat keinen Einfluss auf die

Intelligenz eines Kindes oder Jugendlichen.

Erwachsene mit ADHS haben ähnliche Schwierigkeiten wie betroffene Kinder; dies kann

zu Problemen führen mit:

der Arbeit

Beziehungen

einem geringen Selbstwertgefühl

der Ausbildung

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Atomoxetin beta beachten?

Atomoxetin beta darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Atomoxetin oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie in den letzten 2 Wochen einen Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-

Hemmer), wie z. B. Phenelzin, eingenommen haben. Ein MAO-Hemmer wird

manchmal zur Behandlung von Depressionen oder anderen seelischen Erkrankungen

eingesetzt. Die gleichzeitige Gabe von Atomoxetin beta und MAO-Hemmern kann

schwerwiegende, möglicherweise lebensgefährliche Nebenwirkungen zur Folge

haben. Sie müssen auch nach dem Absetzen von Atomoxetin beta mi

ndestens 14

Tage warten, bevor Sie einen MAO-Hemmer einnehmen.

wenn Sie eine bestimmte Augenerkrankung namens Engwinkelglaukom (erhöhter

Augeninnendruck) haben.

wenn Sie schwerwiegende Herzprobleme haben, die durch eine Erhöhung des

Herzschlags und/oder des Blutdrucks verschlechtert werden könnten, weil

Atomoxetin beta dazu führen könnte.

wenn Sie schwerwiegende Probleme mit den Blutgefäßen in Ihrem Gehirn haben –

wie z. B. einen Schlaganfall hatten, eine Auswölbung und Schwächung an einer

Stelle Ihrer Blutgefäße (Aneurysma) oder verengte oder verstopfte Blutgefäße im

Kopf haben.

wenn Sie einen Tumor des Nebennierenmarks (ein sogenanntes Phäochromozytom)

haben.

Nehmen Sie Atomoxetin beta nicht ein, wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie

zutrifft, weil Atomoxetin beta diese Probleme verschlimmern kann. Wenn Sie unsicher

sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Atomoxetin beta

einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sowohl Erwachsene als auch Kinder sollten die folgenden Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen beachten. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor

Sie Atomoxetin beta einnehmen, wenn Sie:

Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, oder wenn Sie kurz davor sind zu

versuchen, sich das Leben zu nehmen

Probleme mit dem Herzen (einschließlich Herzfehlern) oder einen erhöhten

Herzschlag haben. Atomoxetin beta kann Ihren Herzschlag (Puls) erhöhen. Es wurde

von plötzlichem Tod bei Patienten mit Herzfehlern berichtet.

einen hohen Blutdruck haben. Atomoxetin beta kann den Blutdruck erhöhen.

einen niedrigen Blutdruck haben. Atomoxetin beta kann bei Menschen mit

niedrigem Blutdruck Schwindel oder Ohnmacht auslösen.

Probleme durch plötzliche Änderungen Ihres Blutdrucks oder Ihres Herzschlags

haben

eine Herz-Kreislauferkrankung oder in der Vergangenheit einen Schlaganfall erlitten

haben

Leberprobleme haben; da Sie eine niedrigere Dosis benötigen könnten

psychotische Symptome haben einschließlich Halluzinationen (Stimmen hören oder

Dinge sehen, die nicht da sind), an Dinge glauben, die nicht wahr oder fragwürdig

sind

an Manie (sich über die Maßen erregt fühlen, was zu ungewöhnlichem Verhalten

führt) und an Agitiertheit (Unruhe) leiden

sich aggressiv fühlen

sich wütend und feindselig fühlen

in der Vergangenheit Epilepsie oder aus irgendeinem anderen Grund Krampfanfälle

hatten. Atomoxetin beta kann zu einer Erhöhung der Häufigkeit von Krampfanfällen

führen

an ungewöhnlichen Stimmungsschwankungen leiden oder Sie sich sehr unglücklich

fühlen

schwer kontrollierbare, wiederholte Zuckungen von Körperteilen haben oder Sie wie

unter Zwang unpassende Geräusche und Wörter von sich geben

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie mit der Behandlung beginnen,

wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, weil Atomoxetin beta diese

Probleme verschlimmern kann. Ihr Arzt wird überwachen, wie dieses Arzneimittel bei

Ihnen wirkt.

Untersuchungen, die Ihr Arzt durchführen wird, bevor Sie mit der Einnahme von

Atomoxetin beta beginnen

Diese Untersuchungen sollen zeigen, ob Atomoxetin beta das richtige Arzneimittel für

Sie ist.

Ihr Arzt wird folgende Untersuchungen durchführen:

Messen von Blutdruck und Herzschlag (Puls) vor und während der Einnahme von

Atomoxetin beta

Messen von Körpergröße und Gewicht bei Kindern und Jugendlichen vor und

während der Einnahme von Atomoxetin beta

Ihr Arzt wird mit Ihnen über folgende Dinge sprechen:

alle anderen Arzneimittel, die Sie anwenden

ob es in Ihrer Familie plötzliche unerklärbare Todesfälle gab

jegliche andere medizinischen Probleme (wie z. B. Herzprobleme) bei Ihnen oder

jemandem in Ihrer Familie

Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Arzt so viele Informationen wie möglich geben. Dies wird

Ihrem Arzt bei der Entscheidung helfen, ob Atomoxetin beta das richtige Arzneimittel für

Sie ist. Ihr Arzt wird entscheiden, ob vor Beginn der Einnahme des Arzneimittels weitere

Untersuchungen notwendig sind.

Wichtige Informationen über den Inhalt der Kapseln

Öffnen Sie die Atomoxetin beta Kapseln nicht, weil der Inhalt der Kapseln

Augenreizungen verursachen kann. Im Falle eines Augenkontaktes mit dem Kapselinhalt

müssen Sie das betroffene Auge sofort mit Wasser ausspülen und ärztlichen Rat einholen.

Hände und Hautstellen, die möglicherweise mit dem Kapselinhalt in Kontakt gekommen

sind, müssen umgehend mit Wasser abgewaschen werden.

Einnahme von Atomoxetin beta zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben

oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dies betrifft auch

nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie

Atomoxetin beta in Kombination mit Ihren anderen Arzneimitteln einnehmen können. In

einigen Fällen wird Ihr Arzt die Dosis anpassen oder Ihre Dosis langsamer erhöhen

müssen.

Nehmen Sie Atomoxetin beta nicht zusammen mit sogenannten MAO-Hemmern

(Monoaminoxidase-Hemmern), die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden,

ein. Siehe Abschnitt 2 “Atomoxetin beta darf nicht eingenommen werden“.

Wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kann Atomoxetin beta die Wirkung dieser

Arzneimittel beeinflussen oder Nebenwirkungen hervorrufen. Wenn Sie eines der

folgenden Arzneimittel anwenden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor

Sie Atomoxetin beta einnehmen:

Arzneimittel, die den Blutdruck erhöhen oder die zur Blutdruckeinstellung

angewendet werden

Arzneimittel gegen Depression, z. B. Imipramin, Venlafaxin, Mir

tazapin, Fluoxetin

und Paroxetin

einige Arzneimittel gegen Husten und Erkältungen, die Wirkstoffe enthalten, die den

Blutdruck beeinflussen. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker

sprechen, bevor Sie solche Arzneimittel anwenden.

einige Arzneimittel zur Behandlung seelischer (psychischer) Erkrankungen

Arzneimittel, die das Risiko für ein Auftreten von Krampfanfällen erhöhen

einige Arzneimittel, die bewirken, dass Atomoxetin beta länger als normal im

Körper bleibt (wie Chinidin und Terbinafin)

Salbutamol (ein Arzneimittel zur Behandlung von Asthma) kann, ob geschluckt oder

als Injektion verabreicht, zu Herzrasen führen. Dies wird aber keine

Verschlechterung Ihres Asthmas bewirken.

Die unten aufgeführten Arzneimittel können zu einem erhöhten Risiko für

Herzrhythmusstörungen führen, wenn sie zusammen mit Atomoxetin beta eingenommen

werden:

Arzneimittel, die zur Kontrolle des Herzrhythmus eingesetzt werden

Arzneimittel, die die Salzkonzentration im Blut verändern

Arzneimittel zur Malariaprophylaxe und -behandlung

einige Antibiotika (z. B. Erythromycin und Moxifloxacin)

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Arzneimittel, das Sie anwenden, zur oben aufgeführten

Liste gehört, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Atomoxetin beta

einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden oder planen, Ihr Baby zu stillen, fragen Sie vor der

Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Es ist nicht bekannt, ob dieses Arzneimittel ein ungeborenes Baby schädigen kann oder in

die Muttermilch übergeht.

Sie dürfen dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei

denn, Ihr Arzt rät Ihnen ausdrücklich dazu.

Wenn Sie stillen, müssen Sie entweder die Einnahme dieses Arzneimittels

vermeiden oder abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach der Einnahme von Atomoxetin beta könnten Sie sich müde, schläfrig oder

benommen fühlen. Daher müssen Sie vorsichtig sein, wenn Sie ein Fahrzeug führen oder

Maschinen bedienen, bis Sie wissen, wie Atomoxetin beta bei Ihnen wirkt. Wenn Sie sich

müde, schläfrig oder benommen fühlen, dürfen Sie kein Fahrzeug führen oder Maschinen

bedienen.

3. Wie ist Atomoxetin beta einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

sicher sind.

Dies ist normalerweise einmal oder zweimal täglich (morgens und am späten

Nachmittag oder frühen Abend).

Kinder sollen dieses Arzneimittel nicht ohne Hilfe eines Erwachsenen einnehmen.

Wenn Sie Atomoxetin beta einmal täglich einnehmen und sich schläfrig oder unwohl

fühlen, kann Ihr Arzt die Einnahme auf zweimal täglich umstellen.

Atomoxetin beta ist zum Einnehmen. Die Kapseln müssen im Ganzen geschluckt

werden, entweder mit einer Mahlzeit oder ohne.

Die Kapseln dürfen nicht geöffnet und der Inhalt darf nicht aus den Kapseln

genommen und in einer anderen Weise eingenommen werden.

Wenn Sie das Arzneimittel jeden Tag um die gleiche Uhrzeit einnehmen, hilft es

Ihnen, an die Einnahme zu denken.

Wie viel Sie einnehmen sollten

Kinder (ab 6 Jahren) oder Jugendliche:

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viel Atomoxetin beta Sie einnehmen sollen. Er wird diese

Menge Ihrem Gewicht entsprechend berechnen. Zu Behandlungsbeginn wird Ihr Arzt

normalerweise eine geringere Dosis verordnen, bevor er die Menge Atomoxetin beta, die

Sie einnehmen sollen, Ihrem Gewicht entsprechend erhöhen wird:

Körpergewicht bis zu 70 kg: Beginn der Behandlung mit einer Gesamttagesdosis von

0,5 mg pro kg Körpergewicht für mindestens 7 Tage. Ihr Arzt kann dann

entscheiden, diese Dosis auf die übliche tägliche Erhaltungsdosis von etwa 1,2 mg

pro kg Körpergewicht zu erhöhen.

Körpergewicht über 70 kg: Beginn der Behandlung mit einer Gesamttagesdosis von

40 mg für mindestens 7 Tage. Ihr Arzt kann dann entscheiden, diese Dosis auf die

übliche Erhaltungsdosis von 80 mg pro Tag zu erhöhen. Die maximale Tagesdosis,

die Ihr Arzt verschreiben wird, beträgt 100 mg.

Erwachsene:

Die Behandlung mit Atomoxetin beta sollte mit einer Gesamttagesdosis von 40 mg

für mindestens 7 Tage begonnen werden. Ihr Arzt kann dann entscheiden, diese

Dosis auf die übliche Erhaltungsdosis von 80 bis 100 mg pro Tag zu erhöhen. Die

maximale Tagesdosis, die Ihr Arzt verschreiben wird, beträgt 100 mg.

Falls Sie Probleme mit der Leber haben, kann der Arzt eine geringere Dosierung

verschreiben.

Was Ihr Arzt während der Behandlung mit Atomoxetin beta tun wird

Ihr Arzt wird einige Untersuchungen durchführen:

vor der ersten Einnahme, um sicherzustellen, dass Atomoxetin beta für Sie sicher

und von Nutzen ist

nach Beginn der Einnahme mindestens alle 6 Monate, möglicherweise auch öfter

Diese Untersuchungen werden auch bei jeder Dosisänderung durchgeführt und

beinhalten:

das Erfassen der Körpergröße und des Gewichts bei Kindern und Jugendlichen

das Messen von Blutdruck und Puls

das Abklären, ob Sie Probleme während der Einnahme von Atomoxetin beta haben

oder ob sich Nebenwirkungen verschlechtert haben

Langzeitbehandlung

Sie müssen Atomoxetin beta nicht Ihr ganzes Leben lang einnehmen. Wenn Sie

Atomoxetin beta länger als ein Jahr einnehmen, wird Ihr Arzt Ihre Behandlung

überprüfen, um festzustellen, ob Sie das Arzneimittel noch benötigen.

Wenn Sie eine größere Menge von Atomoxetin beta eingenommen haben, als Sie

sollten

Benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt oder die nächste Notfallambulanz und

informieren Sie sie darüber, wie viele Kapseln Sie eingenommen haben. Die häufigsten

Beschwerden, die im Zusammenhang mit Überdosierungen berichtet wurden, sind

Magen-Darm-Probleme, Schläfrigkeit, Schwindel, Zittern und Verhaltensauffälligkeiten.

Wenn Sie die Einnahme von Atomoxetin beta vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, müssen Sie diese so schnell wie möglich

nachholen. Sie dürfen aber in einem Zeitraum von 24 Stunden nicht mehr als Ihre tägliche

Gesamtdosis einnehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die

vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Atomoxetin beta abbrechen

Wenn Sie Atomoxetin beta absetzen, sind damit üblicherweise keine Nebenwirkungen

verbunden, allerdings können Ihre ADHS-Symptome wieder auftreten. Sie sollten mit

Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie die Behandlung beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Obwohl bei einigen Patienten Nebenwirkungen auftreten, finden die meisten Patienten,

dass Atomoxetin beta ihnen hilft. Ihr Arzt wird mit Ihnen über diese Nebenwirkungen

sprechen.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein.

Wenn Sie eine der folgenden

Nebenwirkungen an sich bemerken, gehen Sie sofort zu einem Arzt.

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags oder

Herzrhythmusstörungen

Gedanken oder Gefühle, sich das Leben nehmen zu wollen

Aggressivität verspüren

Wut und Feindseligkeit verspüren

Gefühls- oder Stimmungsschwankungen

ernste allergische Reaktionen mit Anzeichen von

- Schwellungen im Gesicht oder am Hals

- Schwierigkeiten beim Atmen

- Nesselsucht (kleine erhabene und juckende Hautstellen - Quaddeln)

Krampfanfälle

psychotische Symptome einschließlich Halluzinationen (wie z. B. Stimmen hören

oder Dinge sehen, die nicht da sind), an Dinge glauben, die nicht wahr oder

fragwürdig sind

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für

Nebenwirkungen wie:

Gedanken oder Gefühle, sich das Leben nehmen zu wollen (kann bis zu 1 von 100

Behandelten betreffen)

Gefühls- oder Stimmungsschwankungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten

betreffen)

Erwachsene haben ein geringeres Risiko

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten

betreffen)

für Nebenwirkungen wie:

Krampfanfälle

psychotische Symptome einschließlich Halluzinationen (wie z. B. Stimmen hören

oder Dinge sehen, die nicht da sind), an Dinge glauben, die nicht wahr oder

fragwürdig sind

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Leberschädigungen

Sie müssen die Behandlung mit Atomoxetin beta abbrechen und unverzüglich Ihren

Arzt benachrichtigen, wenn bei Ihnen Folgendes auftritt:

dunkler Urin

gelbliche Haut oder gelbliche Augen

Bauchschmerzen, die bei Druck unterhalb des rechten Rippenbogens stärker werden

(schmerzhafte Bauchdeckenspannung)

Übelkeit ohne erkennbaren Grund

Müdigkeit

Juckreiz

grippeähnliche Beschwerden

Folgende weitere Nebenwirkungen wurden berichtet. Informieren Sie Ihren Arzt

oder Apotheker, wenn eine der nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen Ihnen

erhebliche Beschwerden machen.

Sehr häufige

Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und

JUGENDLICHE

ERWACHSENE

Kopfschmerzen

Magenschmerzen (Bauchschmerzen)

verminderter Appetit (kein

Hungergefühl)

Übelkeit oder Erbrechen

Schläfrigkeit

erhöhter Blutdruck

erhöhter Herzschlag (Puls)

Bei den meisten Patienten können diese

Beschwerden nach einiger Zeit abklingen.

Übelkeit

Mundtrockenheit

Kopfschmerzen

verminderter Appetit (kein

Hungergefühl)

Einschlafstörungen,

Durchschlafstörung und frühzeitiges

Erwachen

erhöhter Blutdruck

erhöhter Herzschlag (Puls)

Häufige

Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und

JUGENDLICHE

ERWACHSENE

Reizbarkeit oder Unruhe (Agitiertheit)

Schlafprobleme, einschließlich

frühzeitigem Aufwachen

Depression

Gefühl von Traurigkeit oder

Hoffnungslosigkeit

Angstgefühl

Tics (Zuckungen)

große Pupillen (das Schwarze in der

Unruhe (Agitiertheit)

vermindertes sexuelles Interesse

Schlafstörungen

Depression

Gefühl von Traurigkeit oder

Hoffnungslosigkeit

Angstgefühl

Schwindel

ein ungewöhnlicher Geschmack oder

Mitte des Auges)

Schwindel

Verstopfung

Appetitlosigkeit

Magenverstimmungen,

Verdauungsprobleme

geschwollene, gerötete und juckende

Haut

Hautausschlag

Antriebs- und Teilnahmslosigkeit

(Lethargie)

Brustschmerzen

Müdigkeit

Gewichtsverlust

eine Geschmacksveränderung, die

nicht verschwindet

Zittern

Kribbeln oder Taubheitsgefühl in

Händen oder Füßen

Schläfrigkeit, Benommenheit,

Müdigkeit

Verstopfung

Bauchschmerzen

Verdauungsstörung

Blähungen

Erbrechen

Hitzewallungen

Empfinden oder Vorhandensein eines

sehr schnellen Herzschlages

geschwollene, gerötete und juckende

Haut

vermehrtes Schwitzen

Hautausschlag

Schwierigkeiten beim Wasserlassen

(Urinieren) wie nicht Wasserlassen zu

können, häufiges oder stockendes

Wasserlassen, Schmerzen beim

Wasserlassen

Entzündung der Vorsteherdrüse

(Prostatitis)

Leistenschmerzen bei Männern

Erektionsschwierigkeiten

verzögerter Orgasmus

Schwierigkeiten beim

Aufrechterhalten einer Erektion

Regelblutungskrämpfe

Kraftlosigkeit, Energielosigkeit

Müdigkeit

Antriebs- und Teilnahmslosigkeit

(Lethargie)

Schüttelfrost

Gefühl von Nervosität und Gereiztheit

Durstgefühl

Gewichtsverlust

Gelegentliche

Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und

JUGENDLICHE

ERWACHSENE

Ohnmachtsanfall

Zittern

Migräne

verschwommenes Sehen

ungewöhnliches Hautempfinden, wie

beispielsweise Brennen, Prickeln,

Jucken oder Kribbeln

Kribbeln oder Taubheitsgefühl in

Ruhelosigkeit

Tics (Zuckungen)

Ohnmachtsanfall

Migräne

verschwommenes Sehen

unregelmäßiger, ungewöhnlicher

Herzrhythmus (QT-Verlängerung)

kalte Finger und Zehen

Händen oder Füßen

Krampfanfälle

Empfinden oder Vorhandensein eines

sehr schnellen Herzschlages (QT-

Verlängerung)

Kurzatmigkeit

vermehrtes Schwitzen

juckende Haut

Kraftlosigkeit, Energielosigkeit

Brustschmerzen

Kurzatmigkeit

erhabene, rote, juckende Ausschläge

(Nesselsucht)

Muskelkrämpfe

erhöhter Harndrang

Probleme beim Orgasmus oder

Ausbleiben des Orgasmus

unregelmäßige Regelblutung

Ejakulationsversagen

Seltene

Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

KINDER über 6 Jahre und

JUGENDLICHE

ERWACHSENE

schlechte Durchblutung, die zu tauben

und blassen Zehen und Fingern führt

(Raynaud-Syndrom)

Schwierigkeiten beim Wasserlassen

(Urinieren) wie häufiges oder

stockendes Wasserlassen, Schmerzen

beim Wasserlassen

verlängerte und schmerzhafte

Erektionen

Leistenschmerzen bei männlichen

Kindern und Jugendlichen

schlechte Durchblutung, die zu tauben

und blassen Zehen und Fingern führt

(Raynaud-Syndrom)

verlängerte und schmerzhafte

Erektionen

Wirkung auf das Wachstum

Zu Beginn der Behandlung mit Atomoxetin zeigten einige Kinder vermindertes

Wachstum (Gewicht und Größe). Im Zuge einer Langzeitbehandlung glichen sich

allerdings Gewicht und Körpergröße an die Altersgruppe an. Daher wird der Arzt das

Gewicht und die Körpergröße bei Kindern während der Behandlung beobachten. Sollte

das Kind nicht erwartungsgemäß wachsen oder nicht an Gewicht zunehmen, kann der

Arzt die Dosis anpassen oder entscheiden, Atomoxetin beta für einen gewissen Zeitraum

abzusetzen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Atomoxetin beta aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Atomoxetin beta enthält

Der Wirkstoff ist Atomoxetin.

Atomoxetin beta 10 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 10 mg Atomoxetin (als 11,43 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 18 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 18 mg Atomoxetin (als 20,57 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 25 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 25 mg Atomoxetin (als 28,57 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 40 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 40 mg Atomoxetin (als 45,71 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 60 mg Atomoxetin (als 68,57 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 80 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 80 mg Atomoxetin (als 91,42 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 100 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 100 mg Atomoxetin (als 114,28 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt: Vorverkleisterte Stärke (Mais), hochdisperses Siliciumdioxid, Dimeticon

(350)

Kapselhülle: Gelatine, Natriumdodecylsulfat, Titandioxid (E 171), Eisen(III)-hydroxid-

oxid x H

O (E 172) (

Atomoxetin beta 18 mg, 60 mg, 80 mg, 100 mg

), Indigocarmin (E

132) (

Atomoxetin beta 25 mg, 40 mg, 60 mg

), Eisen(III)-oxid (E 172) (

Atomoxetin beta 80

mg, 100 mg

), gereinigtes Wasser

Drucktinte: Schellack, verestert (45 % in Ethanol, Veresterungsgrad 20%), Eisen(II,III)-

oxid (E 172), Propylenglycol

Wie Atomoxetin beta

aussieht und Inhalt der Packung

Atomoxetin beta 10 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „10“

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „mg“

Atomoxetin beta 18 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig dunkelgelb, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „18“

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „mg“

Atomoxetin beta 25 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „25“

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „mg“

Atomoxetin beta 40 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „40“

Kapselunterteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „mg“

Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 2 (Länge: 17,6 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „60“

Kapselunterteil: undurchsichtig dunkelgelb, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „mg“

Atomoxetin beta 80 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 2 (Länge: 17,6 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig braun, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „80“

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „mg“

Atomoxetin beta 100 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 1 (Länge: 19,1 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig braun, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „100“

Kapselunterteil: undurchsichtig braun, Aufdruck mit schwarzer Tinte: „mg“

Atomoxetin beta ist erhältlich in Faltschachteln mit Blisterpackungen.

Packungsgrößen: 7, 14, 28, 56 und 98 Hartkapseln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

betapharm Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95

86156 Augsburg

Telefon 08 21/74 88 10

Telefax 08 21/74 88 14 20

E-Mail: info@betapharm.de

Hersteller

Pharmathen International S.A.

4, Dervenakion Str.

15351 Pallini Attiki

Griechenland

oder

Pharmathen S.A.

6, Dervenakion Str.

15351 Pallini Attiki

Griechenland

oder

Pharmadox Healthcare Ltd.

KW20A Kordin Industrial Park

PLA 3000 Paola

Malta

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2018.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Atomoxetin beta 10 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 18 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 25 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 40 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 80 mg Hartkapseln

Atomoxetin beta 100 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Atomoxetin beta 10 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 10 mg Atomoxetin (als 11,43 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 18 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 18 mg Atomoxetin (als 20,57 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 25 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 25 mg Atomoxetin (als 28,57 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 40 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 40 mg Atomoxetin (als 45,71 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 60 mg Atomoxetin (als 68,57 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 80 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 80 mg Atomoxetin (als 91,42 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Atomoxetin beta 100 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 100 mg Atomoxetin (als 114,28 mg Atomoxetinhydrochlorid).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Atomoxetin beta 10 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "10"

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "mg"

Atomoxetin beta 18 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig dunkelgelb, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "18"

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "mg"

Atomoxetin beta 25 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "25"

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "mg"

Atomoxetin beta 40 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 3 (Länge: 15,7 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "40"

Kapselunterteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "mg"

Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 2 (Länge: 17,6 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig blau, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "60"

Kapselunterteil: undurchsichtig dunkelgelb, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "mg"

Atomoxetin beta 80 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 2 (Länge: 17,6 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig braun, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "80"

Kapselunterteil: undurchsichtig weiß, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "mg"

Atomoxetin beta 100 mg Hartkapseln

weißes Pulver in einer Hartgelatinekapsel Gr. 1 (Länge: 19,1 ± 0,4 mm)

Kapseloberteil: undurchsichtig braun, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "1 00"

Kapselunterteil: undurchsichtig braun, Aufdruck mit schwarzer Tinte: "mg"

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Atomoxetin beta wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-

/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern ab 6 Jahren, bei Jugendlichen und bei

Erwachsenen als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms angewendet. Die

Behandlung muss von einem Arzt begonnen werden, der über ein entsprechendes

Fachwissen in der Behandlung von ADHS verfügt, wie z. B. ein Kinderarzt, ein Facharzt

für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder ein Psychiater. Eine Diagnose sollte gemäß der

jeweils gültigen DSM-Kriterien oder ICD-Richtlinien erfolgen.

Bei Erwachsenen muss bestätigt werden, dass ADHS-Symptome bereits in der Kindheit

vorhanden waren. Eine Bestätigung durch Dritte ist wünschenswert und eine Atomoxetin

beta-Behandlung darf nicht begonnen werden, wenn nicht sicher ist, dass ADHS-

Symptome in der Kindheit vorhanden waren. Die Diagnose kann nicht aufgrund des

ausschließlichen Vorhandenseins von nur einem oder mehreren ADHS-Symptomen

gestellt werden. Laut klinischer Einschätzung des Behandlers sollte die ADHS-

Symptomatik zumindest mittelgradig ausgeprägt sein, charakterisiert durch zumindest

mittelgradige Beeinträchtigungen in mindestens zwei unterschiedlichen Lebensbereichen

(z. B. soziales, akademisches und/oder berufliches Funktionsniveau), und somit

verschiedene Aspekte des Lebens betreffen.

Weitere Informationen zur sicheren Anwendung des Arzneimittels:

Ein umfassendes Behandlungsprogramm schließt typischerweise psychologische,

pädagogische und soziale Maßnahmen ein. Es dient der Stabilisierung von Patienten mit

einem Verhaltenssyndrom, das folgende chronische Symptome in der Vorgeschichte

umfassen kann: kurze Aufmerksamkeitsspanne, Ablenkbarkeit, emotionale Labilität,

Impulsivität, mäßige bis starke Hyperaktivität, gering ausgeprägte neurologische

Symptome und abnorme EEG-Befunde. Das Lernen kann, muss aber nicht beeinträchtigt

sein.

Eine Arzneimittelbehandlung ist nicht bei allen Patienten mit diesem Syndrom

notwendig, und die Entscheidung über die Anwendung des Arzneimittels muss auf einer

sehr sorgfältigen Beurteilung des Schweregrads der Symptomatik sowie der

Beeinträchtigung im Verhältnis zum Alter und der Persistenz der Symptome des

Patienten basieren.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die tägliche Gesamtdosis Atomoxetin beta kann als Einzeldosis am Morgen

eingenommen werden. Patienten, die bei einmal täglicher Einnahme der Atomoxetin

beta-Gesamttagesdosis kein zufriedenstellendes klinisches Ansprechen bzgl.

Verträglichkeit (z. B. Übelkeit oder Schläfrigkeit) oder Wirksamkeit zeigen, profitieren

möglicherweise davon, jeweils die halbe Tagesgesamtdosis am Morgen und am späten

Nachmittag oder frühen Abend einzunehmen.

Kinder und Jugendliche

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen bis zu 70 kg Körpergewicht:

Die Behandlung mit Atomoxetin beta sollte mit einer Gesamttagesdosis von etwa 0,5

mg/kg begonnen werden. Diese Initialdosis sollte für mindestens 7 Tage beibehalten

werden, bevor die Dosis entsprechend der klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit

auftitriert wird. Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt etwa 1,2 mg/kg (in Abhängigkeit

vom Patientengewicht und den verfügbaren Atomoxetin-Kapselstärken). Für Tagesdosen

über 1,2 mg/kg konnte kein zusätzlicher Nutzen nachgewiesen werden. Die Sicherheit

von Einzeldosen über 1,8 mg/kg/Tag und von Gesamttagesdosen über 1,8 mg/kg wurde

nicht systematisch untersucht. In einigen Fällen kann es angebracht sein, die Behandlung

ins Erwachsenenalter hinein fortzusetzen.

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen über 70 kg Körpergewicht:

Die Behandlung mit Atomoxetin beta sollte mit einer Gesamttagesdosis von 40 mg

begonnen werden. Diese Initialdosis sollte für mindestens 7 Tage beibehalten werden,

bevor die Dosis entsprechend der klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit auftitriert

wird. Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 80 mg täglich. Für Dosen über 80 mg

konnte kein zusätzlicher Nutzen nachgewiesen werden. Die maximal empfohlene

Tagesdosis beträgt 100 mg. Die Sicherheit von Einzeldosen über 120 mg und

Gesamttagesdosen von mehr als 150 mg wurde nicht systematisch untersucht.

Erwachsene

Die Behandlung mit Atomoxetin beta sollte mit einer Gesamttagesdosis von 40 mg

begonnen werden. Diese Initialdosis sollte für mindestens 7 Tage beibehalten werden,

bevor die Dosis entsprechend der klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit auftitriert

wird. Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 80 bis 100 mg täglich. Die maximal

empfohlene Tagesdosis beträgt 100 mg. Die Sicherheit von Einzeldosen über 120 mg und

Gesamttagesdosen von mehr als 150 mg wurde nicht systematisch untersucht.

Weitere Informationen zur sicheren Anwendung des Arzneimittels

Untersuchungen vor Behandlungsbeginn:

Vor der Verschreibung ist es notwendig, die Anamnese und einen Ausgangsbefund zum

kardiovaskulären Status des Patienten zu erheben, einschließlich Blutdruck und

Herzfrequenz (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Regelmäßige Kontrollen:

Der kardiovaskuläre Zustand muss regelmäßig kontrolliert werden, wobei Blutdruck und

Puls nach jeder Dosisanpassung und danach mindestens alle 6 Monate dokumentiert

werden müssen. Für pädiatrische Patienten wird eine grafische Darstellung empfohlen.

Bei Erwachsenen sollten die Grenzwerte der derzeit gültigen Richtlinien zur Hypertonie

befolgt werden. (Siehe Abschnitt 4.4)

Beendigung der Behandlung:

In den klinischen Studien wurden keine ausgeprägten Entzugssymptome beschrieben. Im

Falle nennenswerter Nebenwirkungen kann Atomoxetin abrupt abgesetzt werden;

ansonsten kann das Arzneimittel über einen angemessenen Zeitraum ausschleichend

gegeben werden.

Eine Behandlung mit Atomoxetin beta sollte nicht zeitlich unbegrenzt erfolgen. Die

Notwendigkeit der Fortführung der Therapie sollte nach einem Jahr neu bewertet werden,

vor allem, wenn der Patient einen stabilen und zufriedenstellenden Behandlungserfolg

erreicht hat.

Besondere Patientengruppen

Ältere Menschen

Die Anwendung von Atomoxetin bei Patienten über 65 Jahren wurde nicht systematisch

untersucht.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit mäßiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh Class B) sollten die Initialdosen

sowie die angestrebten Zieldosen auf 50 % der üblichen Dosis reduziert werden. Bei

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh Class C) sollten die Initialdosen

sowie die angestrebten Zieldosen auf 25 % der üblichen Dosis reduziert werden (siehe

Abschnitt 5.2).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz war die Bioverfügbarkeit von Atomoxetin

um etwa 65 % im Vergleich mit gesunden Patienten erhöht. Allerdings gab es keine

Unterschiede, wenn die Bioverfügbarkeit auf Basis der mg/kg-Dosis berechnet wurde.

Dementsprechend kann Atomoxetin beta bei ADHS Patienten mit einer

Nierenerkrankung im Endstadium oder weniger schwerer Niereninsuffizienz in den

üblichen Dosen angewendet werden. Atomoxetin kann bei Patienten mit einer

Nierenerkrankung im Endstadium einen vorbestehenden Bluthochdruck verstärken (siehe

Abschnitt 5.2).

Ca. 7 % der Kaukasier weisen einen Genotyp auf, der einem nicht-funktionalen CYP2D6

Enzym entspricht (sogenannte CYP2D6 "poor metaboliser"). Patienten mit diesem

Genotyp zeigen einen mehrfach höheren Atomoxetin-Spiegel im Vergleich zu Patienten

mit funktionalem Enzym. "Poor metaboliser" weisen deshalb ein erhöhtes Risiko für

Nebenwirkungen auf (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2). Bei Patienten mit bekanntem "poor

metaboliser"-Genotyp können eine geringere Anfangsdosis und ein langsameres

Auftitrieren in Erwägung gezogen werden.

Kinder unter 6 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Atomoxetin bei Kindern unter 6 Jahren ist nicht

erwiesen. Daher darf Atomoxetin beta bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Atomoxetin beta kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Kapseln dürfen nicht geöffnet und der Inhalt darf nicht aus den Kapseln genommen

und in einer anderen Weise eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Atomoxetin darf nicht in Kombination mit einem Monoaminoxidase (MAO)

Hemmer angewendet werden. Die Therapie mit einem MAO-Hemmer muss seit

mindestens 2 Wochen beendet sein, bevor Atomoxetin angewendet werden darf.

Auch Atomoxetin muss mindestens 2 Wochen lang abgesetzt sein, bevor die

Behandlung mit einem MAO-Hemmer begonnen werden darf.

Atomoxetin darf bei Patienten mit Engwinkelglaukom nicht angewendet werden, da

in klinischen Studien die Atomoxetinanwendung mit einer erhöhten Inzidenz einer

Mydriasis verbunden war.

Atomoxetin darf nicht bei Patienten mit schwerwiegenden kardiovaskulären oder

zerebrovaskulären Erkrankungen angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4 –

Kardiovaskuläre Auswirkungen). – Schwerwiegende kardiovaskuläre Erkrankungen

können u. a. sein: schwerwiegende Hypertonie, Herzinsuffizienz, arterielle

Verschlusskrankheit, Angina pectoris, hämodynamisch relevanter angeborener

Herzfehler, Kardiomyopathie, Myokardinfarkt, möglicherweise lebensbedrohliche

Arrhythmien und Ionenkanalerkrankungen (Erkrankungen, die durch eine veränderte

Funktion von Ionenkanälen verursacht werden). Schwerwiegende zerebrovaskuläre

Erkrankungen können zerebrales Aneurysma oder Schlaganfall beinhalten.

Atomoxetin darf bei Patienten mit Phäochromozytom oder Phäochromozytom in der

Anamnese nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4 - Kardiovaskuläre

Auswirkungen).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizidale Verhaltensweisen

Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) wurden bei Patienten

berichtet, die mit Atomoxetin behandelt wurden. In doppelblinden klinischen Studien

traten suizidale Verhaltensweisen gelegentlich auf, wurden aber bei mit Atomoxetin

behandelten Kindern und Jugendlichen häufiger beobachtet als im Vergleich zu

denjenigen, die mit Placebo behandelt wurden; hier traten keine Ereignisse auf. In

doppelblinden klinischen Studien mit Erwachsenen zeigte sich kein Unterschied in der

Häufigkeit von suizidalem Verhalten zwischen der Atomoxetin- und der Placebogruppe.

Patienten, die wegen ADHS behandelt werden, müssen hinsichtlich des Auftretens oder

der Verschlimmerung von suizidalen Verhaltensweisen sorgfältig überwacht werden.

Plötzlicher Tod und vorbestehende Herzveränderungen

Es wurde von plötzlichem Tod bei Patienten mit strukturellen Herzveränderungen, die

Atomoxetin in einer normalen Dosierung eingenommen hatten, berichtet. Obwohl einige

schwerwiegende strukturelle Herzveränderungen alleine schon ein erhöhtes Risiko für

plötzlichen Tod darstellen, sollte Atomoxetin nur mit Vorsicht bei Patienten mit

bekannten schwerwiegenden strukturellen Herzveränderungen und nach Rücksprache mit

einem Herzspezialisten angewendet werden.

Kardiovaskuläre Auswirkungen

Atomoxetin kann sich auf die Herzfrequenz und den Blutdruck auswirken.

Die meisten Atomoxetin-Patienten zeigen eine mäßige Herzfrequenzerhöhung (im Mittel

< 10 Schläge/min) und/oder einen Blutdruckanstieg (im Mittel < 5 mm Hg) (siehe

Abschnitt 4.8).

Jedoch zeigen kombinierte Daten aus kontrollierten und unkontrollierten klinischen

Studien zu ADHS, dass es bei ca. 8-12 % der Kinder und Jugendlichen und 6-10 % der

Erwachsenen zu einer deutlicheren Veränderung der Herzfrequenz (20 Schläge pro

Minute oder mehr) und des Blutdrucks (15-20 mm Hg oder mehr) kommt. Die Analyse

der Daten aus klinischen Studien zeigte, dass es bei etwa 15-26 % der Kinder und

Jugendlichen und 27-32 % der Erwachsenen, die solche Blutdruck- oder Pulsänderungen

während der Atomoxetin-Behandlung zeigten, zu einem anhaltenden oder zunehmenden

Anstieg kam. Langfristige und nachhaltige Veränderungen des Blutdrucks können

möglicherweise zu klinischen Auswirkungen wie Myokardhypertrophie führen.

Diese Ergebnisse erfordern, dass bei Patienten, die mit Atomoxetin behandelt werden

sollen, zuvor durch eine sorgfältige Anamnese und eine körperliche Untersuchung das

Vorliegen einer kardialen Erkrankung abgeklärt werden muss. Geben diese initialen

Untersuchungen einen Hinweis auf eine solche Erkrankung oder Vorgeschichte, dann

muss eine weitergehende Beurteilung durch einen Herzspezialisten erfolgen.

Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn, während der Behandlung bei jeder

Dosisanpassung und danach mindestens alle 6 Monate Herzfrequenz und Blutdruck zu

messen und zu dokumentieren, um mögliche klinisch relevante Erhöhungen zu erkennen.

Für pädiatrische Patienten wird eine grafische Darstellung empfohlen. Bei Erwachsenen

sollten die Grenzwerte der derzeit gültigen Richtlinien zur Hypertonie befolgt werden.

Atomoxetin darf nicht bei Patienten mit schwerwiegenden kardiovaskulären oder

zerebrovaskulären Erkrankungen angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3 -

Schwerwiegende kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Erkrankungen). Atomoxetin

sollte bei Patienten, bei denen eine Erkrankung zugrunde liegt, die sich durch einen

Anstieg der Herzfrequenz bzw. des Blutdrucks verschlechtern könnte, wie z.B. bei

Patienten mit Bluthochdruck, Tachykardie oder einer kardiovaskulären oder

zerebrovaskulären Erkrankung, mit Vorsicht angewendet werden.

Bei Patienten, die während ihrer Atomoxetin-Behandlung Palpitationen, Brustschmerzen

bei Belastung, nicht durch andere Ursachen erklärbare Ohnmacht, Dyspnoe oder andere

Symptome entwickeln, die eine kardiale Erkrankung annehmen lassen, muss umgehend

eine Untersuchung durch einen Herzspezialisten erfolgen.

Des Weiteren muss Atomoxetin bei Patienten mit angeborenem oder erworbenem Long-

QT-Syndrom oder einer positiven Familienanamnese für QT-Zeit-Verlängerung mit

Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).

Über orthostatische Hypotonie wurde ebenfalls berichtet. Atomox

etin sollte bei Patienten

mit einer Prädisposition für eine Hypotonie oder Erkrankungen, bei denen eine rasche

Veränderung der Herzfrequenz oder des Blutdrucks auftritt, mit Vorsicht angewendet

werden.

Zerebrovaskuläre Auswirkungen

Nach Beginn der Behandlung mit Atomoxetin müssen Patienten mit zusätzlichen

Risikofaktoren für zerebrovaskuläre Erkrankungen (wie z. B. bekannte kardiovaskulärer

Erkrankung, gleichzeitig eingenommene Arzneimittel, die den Blutdruck erhöhen) bei

jeder Visite auf das Auftreten von neurologischen Symptomen untersucht werden.

Hepatische Auswirkungen

Sehr selten gab es Spontanberichte über Leberschädigung, die sich mit erhöhten

Leberenzymwerten und erhöhtem Bilirubin in Verbindung mit Gelbsucht manifestierte.

Ebenso gab es sehr selten Berichte über schwere Leberschädigung, einschließlich akutem

Leberversagen. Bei Patienten, die eine Gelbsucht entwickeln oder für die aufgrund von

Laborwerten eine Leberschädigung nachgewiesen werden konnte, muss Atomoxetin beta

abgesetzt werden. Die Behandlung darf nicht wieder aufgenommen werden.

Psychotische oder manische Symptome

Behandlungsbedingte psychotische oder manische Symptome, z. B. Halluzinationen,

Wahnvorstellungen, Manie oder Agitiertheit bei Patienten ohne ein vorheriges Auftreten

von psychotischen Erkrankungen oder Manie in der Krankengeschichte, können durch

Atomoxetin in der normalen Dosierung hervorgerufen werden. Wenn solche Symptome

auftreten, sollte Atomoxetin als eine mögliche Ursache in Erwägung gezogen werden und

eine Beendigung der Behandlung erwogen werden. Die Möglichkeit, dass Atomoxetin

beta vorbestehende psychotische oder manische Symptome verschlechtert, kann nicht

ausgeschlossen werden.

Aggressive Verhaltensweise, Feindseligkeit oder emotionale Labilität

Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurde in

klinischen Studien häufiger bei mit Atomoxetin behandelten Kindern, Jugendlichen und

Erwachsenen beobachtet als bei denjenigen, die mit Placebo behandelt wurden. In

klinischen Studien wurde emotionale Labilität häufiger bei mit Atomoxetin als mit

Placebo behandelten Kindern beobachtet. Patienten sind im Hinblick auf das Auftreten

oder die Verschlimmerung von aggressiven Verhaltensweisen, Feindseligkeit und

emotionaler Labilität engmaschig zu überwachen.

Mögliche allergische Reaktionen

Wenn auch nur gelegentlich, wurde bei Patienten, die Atomoxetin eingenommen hatten,

über allergische Reaktionen, einschließlich anaphylaktische Reaktion, Hautausschlag,

angioneurotische Ödeme und Urtikaria, berichtet.

Augenreizungen

Die Hartkapseln sind nicht dazu bestimmt geöffnet zu werden. Atomoxetin ist

augenreizend. Falls der Inhalt der Hartkapseln mit den Augen in Kontakt kommt, muss

das betroffene Auge sofort mit Wasser gespült und ärztlicher Rat eingeholt werden.

Hände und alle weiteren kontaminierten Oberflächen müssen so bald wie möglich

abgewaschen werden.

Krampfanfälle

Krampfanfälle sind ein potentielles Risiko der Behandlung mit Atomoxetin. Atomoxetin

darf bei Patienten, die eine Anamnese mit Krampfanfällen haben, nur mit Vorsicht

eingesetzt werden. Bei Patienten, bei denen Krampfanfälle auftreten oder wenn bei

bestehenden Anfallsleiden die Häufigkeit von Krampfanfällen zunimmt und kein anderer

Grund dafür vorliegt, muss ein Absetzen von Atomoxetin erwogen werden.

Wachstum und Entwicklung

Bei Kindern und Jugendlichen müssen Wachstum und Entwicklung während einer

Atomoxetin-Behandlung beobachtet werden. Eine Dosisreduktion oder Unterbrechung

der Behandlung bei Kinder und Jugendlichen in der Langzeittherapie ist in Betracht zu

ziehen, wenn diese nicht ausreichend wachsen oder nicht genügend an Gewicht

zunehmen.

Klinische Daten weisen nicht auf einen nachteiligen Effekt bezüglich der Kognition oder

Sexualentwicklung hin. Allerdings ist der Umfang verfügbarer Langzeitdaten begrenzt.

Daher sollten Patienten, die eine Langzeittherapie benötigen, sorgfältig überwacht

werden.

Neues Auftreten oder Verschlechterung bei komorbider Depression, Angst und Tic-

Störung

In einer kontrollierten Studie mit pädiatrischen Patienten mit ADHS und komorbider

chronischer motorischer Tic-Störung oder Tourette-Syndrom, zeigten die mit Atomoxetin

behandelten Patienten keine Verschlechterung ihrer Tic-Symptomatik im Vergleich zu

den mit Placebo behandelten Patienten. In einer kontrollierten Studie mit jugendlichen

Patienten mit ADHS und komorbider depressiver Erkrankung zeigten die mit Atomoxetin

behandelten Patienten keine Verschlechterung der Depression gegenüber den mit Placebo

behandelten Patienten. In zwei kontrollierten Studien (eine mit pädiatrischen Patienten

und eine mit erwachsenen Patienten) mit Patienten mit ADHS und komorbider

Angststörung zeigten die mit Atomoxetin behandelten Patienten keine Verschlechterung

ihrer Angststörung im Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patienten.

Seit der Markteinführung wurden selten Ängste und Depression oder depressive

Verstimmung und sehr selten Tics bei Patienten, die Atomoxetin einnehmen, berichtet

(siehe Abschnitt 4.8).

Patienten, die wegen ADHS mit Atomoxetin behandelt werden, müssen bezüglich eines

Auftretens oder einer Verschlechterung einer Angstsymptomatik, depressiven

Verstimmung, Depression oder Tics beobachtet werden.

Kinder unter 6 Jahren

Atomoxetin beta darf bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden, da die

Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen wurden.

Andere therapeutische Anwendungen

Atomoxetin beta ist nicht zur Behandlung von Episoden einer Major Depression und/oder

Angststörungen indiziert, da die Ergebnisse von klinischen Studien, die bei Erwachsenen

durchgeführt wurden, die an diesen Erkrankungen litten ohne gleichzeitiges

Vorhandensein von ADHS, keine Wirkung im Vergleich zu Placebo zeigten (siehe

Abschnitt 5.1).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Atomoxetin

MAO-Hemmer

Atomoxetin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.3).

CYP2D6-Inhibitoren (SSRIs (z. B. Fluoxetin, Paroxetin), Chinidin, Terbinafin)

Bei Patienten, die mit diesen Arzneimitteln behandelt werden, ist die AUC von

Atomoxetin ca. 6- bis 8-fach und die maximale Steady-state-Konzentration (C

ss,max

) etwa

3- bis 4-fach höher, da Atomoxetin durch CYP2D6 verstoffwechselt wird. Ein

langsameres Auftitrieren und eine geringere Erhaltungsdosis von Atomoxetin können bei

Patienten notwendig werden, die gleichzeitig CYP2D6-Inhibitoren einnehmen. Wenn ein

CYP2D6-Inhibitor nach Einstellung auf die angemessene Atomoxetin-Dosis verschrieben

oder abgesetzt wird, müssen das klinische Ansprechen und die Verträglichkeit erneut

festgestellt und die Notwendigkeit einer Dosisanpassung bei diesem Patienten überprüft

werden.

Bei Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung ist bei der Kombination von

Atomoxetin mit potenten Inhibitoren der Cytochrom P450-Gruppe außer CYP2D6

Vorsicht geboten, da das Risiko einer klinisch relevanten Erhöhung der Atomoxetin-

Serumkonzentration

in vivo

unbekannt ist.

Salbutamol (oder andere Beta

-Agonisten)

Werden Patienten mit hohen Dosen von inhalativ oder systemisch (oral oder intravenös)

angewandtem Salbutamol (oder anderen Beta

-Agonisten) behandelt, ist Atomoxetin mit

Vorsicht anzuwenden, da die Wirkung von Salbutamol auf das Herzkreislaufsystem

verstärkt werden kann.

In Bezug auf diese Wechselwirkung wurden widersprüchliche Ergebnisse gefunden.

Systemisch angewendetes Salbutamol (600 μg i.v. über 2 h) in Kombination mit

Atomoxetin (60 mg zweimal täglich für 5 Tage) führte zu einem Anstieg der

Herzfrequenz und des Blutdrucks. Diese Auswirkungen waren besonders zu Beginn der

gleichzeitigen Anwendung von Salbutamol und Atomoxetin auffällig, allerdings kehrten

die Werte nach 8 Stunden wieder in ihren Ausgangsbereich zurück. In einer weiteren

Studie mit gesunden asiatischen Erwachsenen, die Atomoxetin normal metabolisierten -

sog. "extensive metabolisers", waren jedoch die Auswirkungen auf den Blutdruck und die

Herzfrequenz nach einer inhalierten Standarddosis Salbutamol (200 μg) durch die

gleichzeitige Kurzzeitgabe von Atomoxetin (80 mg einmal täglich für 5 Tage) nicht

erhöht. Die Herzfrequenz war nach einer mehrfachen Inhalation von Salbutamol (800 μg)

mit oder ohne Atomoxetin ähnlich.

Während der gleichzeitigen Anwendung dieser Arzneimittel sollten Herzfrequenz und

Blutdruck sorgfältig überwacht werden und bei signifikantem Anstieg der Herzfrequenz

und des Blutdrucks kann eine Dosisanpassung entweder für Atomoxetin oder für

Salbutamol (oder andere Beta

-Agonisten) gerechtfertigt sein.

Es besteht die Möglichkeit eines erhöhten Risikos für eine QT-Zeit-Verlängerung, wenn

Atomoxetin zusammen mit anderen Arzneimitteln eingenommen wird, die das QT-

Intervall verlängern (wie z. B. Neuroleptika, Antiarrhythmika der Klassen IA und III,

Moxifloxacin, Erythromycin, Methadon, Mefloquin, trizyklische Antidepressiva, Lithium

oder Cisaprid), die den Elektrolythaushalt stören (wie z. B. Thiaziddiuretika) oder die

CYP2D6 inhibieren.

Zerebrale Krampfanfälle sind ein potentielles Risiko der Behandlung mit Atomoxetin.

Vorsicht ist geboten, wenn Atomoxetin zusammen mit anderen Arzneimitteln

angewendet wird, die die Krampfschwelle herabsetzen können (wie z. B. trizyklische

Antidepressiva, SSRIs, Neuroleptika, Phenothiazine, Butyrophenone, Mefloquin,

Chloroquin, Bupropion oder Tramadol) (siehe Abschnitt 4.4). Des Weiteren sollte das

Absetzen einer Benzodiazepin-Begleittherapie aufgrund möglicher absetzbedingter

Krampfanfälle mit Vorsicht erfolgen.

Blutdrucksenkende Arzneimittel (Antihypertensiva)

Atomoxetin muss in Kombination mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln mit Vorsicht

eingesetzt werden. Aufgrund des möglichen Blutdruckanstiegs kann Atomoxetin die

Wirksamkeit von Blutdrucksenkern/Arzneimitteln zur Behandlung des Bluthochdrucks

vermindern. Der Blutdruck muss sorgfältig überwacht werden, und bei einem

signifikanten Anstieg des Blutdrucks kann eine erneute Bewertung der Atomoxetin- oder

der antihypertensiven Therapie begründet sein.

Blutdrucksteigernde Arzneimittel oder Arzneimittel, die einen Blutdruckanstieg bewirken

Aufgrund des möglichen Blutdruckanstiegs darf Atomoxetin in Kombination mit

blutdrucksteigernden Arzneimitteln bzw. Arzneimitteln, die einen Blutdruckanstieg

bewirken (wie z. B. Salbutamol), nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Der Blutdruck

muss sorgfältig überwacht werden, und bei einem signifikanten Anstieg des Blutdrucks

kann eine erneute Bewertung entweder der Atomoxetin-Behandlung oder der

blutdrucksteigernden Arzneimittel begründet sein.

Arzneimittel, die Noradrenalin beeinflussen

Arzneimittel mit einer Wirkung auf Noradrenalin sollten bei gleichzeitiger Anwendung

von Atomoxetin vorsichtig eingesetzt werden, da additive oder synergistische

pharmakologische Effekte möglich sind. Beispiele sind hier Antidepressiva wie

Imipramin, Venlafaxin und Mirtazapin oder schleimhautabschwellende Arzneimittel wie

Pseudoephedrin oder Phenylephrin.

Arzneimittel, die den pH-Wert im Magen beeinflussen

Arzneimittel, die den pH-Wert des Magens erhöhen (Magnesiumhydroxid,

Aluminiumhydroxid, Omeprazol), hatten keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von

Atomoxetin.

Arzneimittel mit hoher Plasmaproteinbindung

In vitro

wurden Verdrängungsstudien mit Atomoxetin und anderen Arzneimitteln mit

hoher Plasmaproteinbindung in therapeutischen Dosen durchgeführt. Warfarin,

Acetylsalicylsäure, Phenytoin oder Diazepam hatten keine Wirkung auf die Bindung von

Atomoxetin an Humanalbumin. Gleichzeitig beeinflusste Atomoxetin nicht die Bindung

dieser Substanzen an Humanalbumin.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Allgemein lassen tierexperimentelle Studien nicht auf direkte schädliche Auswirkungen

auf die Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale

Entwicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3). Für Atomoxetin liegen nur begrenzt

klinische Daten bei exponierten Schwangeren vor. Solche Daten sind nicht ausreichend,

um auf einen Zusammenhang bzw. einen fehlenden Zusammenhang zwischen

Atomoxetin und Nebenwirkungen während der Schwangerschaft und/oder der Stillzeit

hinzuweisen. Atomoxetin darf während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden, es

sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt das mögliche Risiko für den Fetus.

Stillzeit

Atomoxetin und/oder seine Metabolite werden bei Ratten in die Milch ausgeschieden. Es

ist nicht bekannt, ob Atomoxetin beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Aufgrund der unzureichenden Datenlage, sollte eine Anwendung von Atomoxetin in der

Stillzeit vermieden werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Es liegen nur begrenzte Daten zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor. Atomoxetin hat einen geringen Einfluss auf

die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei

pädiatrischen und erwachsenen Patienten traten unter Atomoxetin im Vergleich zu

Placebo vermehrt Müdigkeit, Somnolenz und Schwindel auf. Patienten müssen darauf

hingewiesen werden, vorsichtig zu sein, wenn sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen

bedienen, bis sie sicher sind, dass ihre Leistungsfähigkeit durch die Einnahme von

Atomoxetin nicht beeinträchtigt wird.

4.8

Nebenwirkungen

Kinder und Jugendliche

Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils

In pädiatrischen placebokontrollierten Studien sind die häufigsten Nebenwirkungen unter

Atomoxetin Kopfschmerzen, abdominelle Schmerzen

und verminderter Appetit und

wurden für entsprechend 19 %, 18 % bzw. 16 % der Patienten berichtet. Sie führen aber

nur selten zu einem Absetzen des Arzneimittels (die Abbruchquote beträgt 0,1 % für

Kopfschmerzen, 0,2 % wegen abdomineller Beschwerden und 0,0 % wegen verminderten

Appetits). Abdominelle Beschwerden und verminderter Appetit sind üblicherweise

vorübergehend.

Verbunden mit vermindertem Appetit kam es bei einigen Patienten bei Therapiebeginn zu

einer Wachstumsverzögerung in Bezug auf Gewichts- und Größenzunahme. Nach einer

anfänglichen Gewichts- und Wachstumsverzögerung normalisierten sich im Durchschnitt

Gewicht und Größe bei Patienten, die mit Atomoxetin behandelt wurden, in der

Langzeitbehandlung entsprechend der Vorhersage anhand der Daten der Gesamtgruppe

bei Studienbeginn.

Übelkeit, Erbrechen und Schläfrigkeit

traten bei 10 % bis 11 % der Patienten auf, vor

allem während des ersten Therapiemonats. Allerdings waren diese Vorfälle nur leicht bis

mäßig ausgeprägt und vorübergehend, und es kam nicht zu einer signifikanten Zahl von

Therapieabbrüchen (Abbruchraten ≤ 0,5 %).

In placebokontrollierten Studien mit Kindern und Erwachsenen zeigten Atomoxetin-

Patienten im Vergleich zu Placebo-Patienten eine Erhöhung der Herzfrequenz sowie

Anstiege des systolischen und des diastolischen Blutdrucks (siehe Abschnitt 4.4).

Aufgrund seiner Wirkung auf den noradrenergen Tonus wurden bei Atomoxetin-

Patienten orthostatische Hypotonie (0,2 %) und Ohnmacht (0,8 %) berichtet. Atomoxetin

sollte bei Patienten, die zu Hypotonie neigen, mit Vorsicht eingesetzt werden.

Die folgende Tabelle zu Nebenwirkungen basiert auf den unerwünschten Ereignissen und

den Ergebnissen von Laboruntersuchungen aus klinischen Studien sowie auf

Spontanberichten bei Kindern und Jugendlichen nach der Markteinführung.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Häufigkeitseinteilung: Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥

1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000)

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Stoffwechsel-

und

Ernährungs-

störungen

verminderter

Appetit

Anorexie

(Appetitlosigkeit)

Psychiatrische

Erkrankungen

Reizbarkeit,

Stimmungs-

schwankungen,

Schlaflosigkeit

Agitiertheit*,

Angst,

Depression und

depressive

Verstimmung*,

Tics*

suizidale

Verhaltensweisen,

Aggression,

Feindseligkeit,

emotionale

Labilität*,

Psychose

(einschließlich

Halluzinationen)*

Erkrankungen

des

Nervensystems

Kopfschmerzen,

Schläfrigkeit

Schwindel

Ohnmacht,

Zittern, Migräne,

Parästhesie*,

Hypästhesie*,

Krampfanfall**

Augen-

erkrankungen

Mydriasis

verschwommenes

Sehen

Herz-

erkrankungen

Palpitationen,

Sinustachykardie,

QT-Intervall-

Verlängerung**

Gefäß-

erkrankungen

Raynaud-

Syndrom

Erkrankungen

der Atemwege,

des

Brustraums

und

Mediastinums

Dyspnoe (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen

des Gastro-

intestinaltrakts

abdominelle

Schmerzen

Erbrechen,

Übelkeit

Verstopfung,

Dyspepsie

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Erhöhung des

Bilirubins im

Blut*

erhöhte

Leberwerte,

Ikterus,

Hepatitis,

Leberschäden,

akutes

Leberversagen

Erkrankungen

der Haut und

des

Unterhautzell-

gewebes

Dermatitis,

Pruritus,

Hautausschlag

vermehrtes

Schwitzen,

allergische

Reaktionen

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

verzögerte

Blasenentleeru

Harnverhalt

Erkrankungen

der

Geschlechts-

organe und der

Brustdrüse

Priapismus,

Schmerzen am

männlichen

Genitale

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am Verabrei-

chungsort

Müdigkeit,

Lethargie,

Brustschmerzen

(siehe Abschnitt

4.4)

Kraftlosigkeit

Untersuchun-

gen

erhöhter

Blutdruck

erhöhte

Herzfrequenz

Gewichtsverlust

beinhaltet auch Oberbauchschmerzen, Magen-, Bauch- und epigastrische Beschwerden

beinhaltet auch Sedierung.

beinhaltet Einschlafstörung, Durchschlafstörung und frühmorgendliches Erwachen

Befunde bei Herzfrequenz und Blutdruck basieren auf gemessenen Vitalparametern

* Siehe Abschnitt 4.4

** Siehe Abschnitte 4.4 und 4.5

Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung ("poor metaboliser"- PM):

Die folgenden unerwünschten Ereignisse traten bei mindestens 2,0 % der Patienten mit

langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung (PM = "poor metaboliser") auf und waren bei

PMs statistisch signifikant häufiger als bei Patienten mit normal ausgeprägter CYP2D6-

Verstoffwechselung (EM = "extensive metaboliser"): Verminderter Appetit (24,1 % der

PMs, 17,0 % der EMs); Schlaflosigkeit, kombiniert (beinhaltet Schlaflosigkeit,

Durchschlafstörung und Einschlafstörung, 14,9 % der PMs, 9,7 % der EMs); Depression,

kombiniert (beinhaltet Depression, Major-Depression, depressive Symptome, depressive

Verstimmung und Dysphorie, (6,5 % der PMs, 4,1 % der EMs); Gewichtsverlust (7,3 %

der PMs, 4,4 % der EMs), Obstipation (6,8 % der PMs, 4,3 % der EMs); Tremor (4,5 %

der PMs, 0,9 % der EMs); Sedierung (3,9 % der PMs, 2,1 % der EMs); wunde Stellen

(3,9 % der PMs, 1,7 % der EMs); Enuresis (3,0 % der PMs, 1,2 % der EMs);

Konjunktivitis (2,5 % der PMs, 1,2 % der EMs); Ohnmacht (2,5 % der PMs, 0,7 % der

EMs); frühmorgendliches Erwachen (2,3 % der PMs, 0,8 % der EMs); Mydriasis (2,0 %

der PMs, 0,6 % der EMs). Das folgende Ereignis erfüllt nicht die oben genannten

Kriterien, ist aber erwähnenswert: generalisierte Angststörung (0,8 % der PMs, 0,1 % der

EMs). Zusätzlich war bei PM-Patienten in Studien mit einer Dauer von bis zu 10 Wochen

der Gewichtsverlust stärker ausgeprägt (im Mittel 0,6 kg bei EMs und 1,1 kg bei PMs).

Erwachsene

Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils

In klinischen ADHS-Studien bei Erwachsenen war die Häufigkeit von Nebenwirkungen

während der Behandlung mit Atomoxetin in den folgenden Systemorganklassen am

höchsten: Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, des Nervensystems und psychische

Störungen. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (≥ 5 %) waren verminderter

Appetit (14,9 %), Schlaflosigkeit (11,3 %), Kopfschmerzen (16,3 %), Mundtrockenheit

(18,4 %) und Übelkeit (26,7 %). Die Mehrheit dieser Ereignisse war leicht oder

mittelschwer und die am häufigsten als schwer berichteten Nebenwirkungen waren

Übelkeit, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Falls bei Erwachsenen

Beschwerden wie Harnverhalt oder verzögerte Blasenentleerung auftreten, sollte ein

möglicher Zusammenhang mit der Atomoxetinanwendung erwogen werden.

Die folgende Tabelle zu Nebenwirkungen basiert auf den unerwünschten Ereignissen und

den Ergebnissen von Laboruntersuchungen aus klinischen Studien sowie auf

Spontanberichten bei Erwachsenen nach der Markteinführung.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen bei Erwachsenen

Häufigkeitseinteilung: Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥

1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000)

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Stoffwechsel- und

Ernährungs-

störungen

verminderter

Appetit

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigke

Agitiertheit*,

reduzierte

Libido,

Schlafstörungen

, Depression

und depressive

Verstimmung*,

Angst

suizidale

Verhaltensweise

Aggression,

Feindseligkeit

und emotionale

Labilität*,

Ruhelosigkeit,

Tics*

Psychose

(einschließ

-lich

Halluzinati

o-nen)*

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopf-

schmerzen

Schwindel ,

Dysgeusie,

Parästhesie,

Schläfrigkeit

(einschließlich

Sedierung),

Zittern

Ohnmacht,

Migräne,

Hypästhesie*

Krampf-

anfall**

Augen-

erkrankungen

verschwommene

s Sehen

Herzerkrankungen

Palpitation,

Tachykardie

QT-Intervall-

Verlängerung**

Gefäß-

erkrankungen

Hitzewallunge

Kältegefühl in

Extremitäten

Raynaud-

Syndrom

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

trakts

Mundtrocken

-heit,

Übelkeit

abdominelle

Schmerzen

Verstopfung,

Dyspepsie,

Blähungen,

Erbrechen

Leber- und Gallen-

erkrankungen

erhöhte

Leberwerte

, Ikterus,

Hepatitis,

Leber-

schäden,

akutes

Leberver-

sagen,

Erhöhung

Bilirubins

im Blut*

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewe

bes

Dermatitis,

vermehrtes

Schwitzen,

Hautausschlag

allergische

Reaktionen

Pruritus,

Urtikaria

Skelettmuskulatur-

, Bindegewebs- und

Knochen-

erkrankungen

Muskelkrämpfe

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Dysurie,

Pollakisurie,

verzögerte

Blasenentleerun

g, Harnverhalt

verstärkter

Harndrang

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

Dysmenorrhoe,

Ejakulations-

störungen,

erektile

Dysfunktion,

Prostatitis,

Schmerzen am

männlichen

Genitale

Ejakulations-

versagen,

unregelmäßige

Menstruation,

veränderter

Orgasmus

Priapismus

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie,

Müdigkeit,

Lethargie,

Schüttelfrost,

Gefühl der

inneren Unruhe,

Reizbarkeit,

Durst

Kältegefühl,

Brustschmerzen

(siehe Abschnitt

4.4)

Untersuchungen

erhöhter

Blutdruck

erhöhte

Herzfrequenz

Gewichtsabnah

beinhaltet auch Oberbauchschmerzen, Magen-, Bauch- und epigastrische Beschwerden

beinhaltet Einschlafstörung, Durchschlafstörung und frühmorgendliches Erwachen

Befunde bei Herzfrequenz und Blutdruck basieren auf gemessenen Vitalparametern

beinhaltet anaphylaktische Schocks und angioneurotisches Ödem

* Siehe Abschnitt 4.4

** Siehe Abschnitte 4.4 und 4.5

Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung (,,poor metaboliser‘‘ - PM)

Die folgenden Nebenwirkungen traten bei mindestens 2,0 % der Patienten mit langsamen

CYP2D6-Stoffwechsel (PM = “poor metaboliser“) auf und waren statistisch signifikant

häufiger als bei Patienten mit normalem CYP2D6-Stoffwechsel (EM = “extensive

metaboliser“): Verschwommenes Sehen (3,9 % der PMs, 1,3% der EMs),

Mundtrockenheit (34,5 % der PMs, 17,4 % der EMs), Verstopfung (11,3 % der PMs, 6,7

% der EMs), Gefühl der inneren Unruhe (4,9 % der PMs, 1,9 % der EMs), verminderter

Appetit (23,2 % der PMs, 14,7 % der EMs), Zittern (5,4 % der PMs, 1,2 % der EMs),

Schlaflosigkeit (19,2 % der PMs, 11,3 % der EMs), Schlafstörungen (6,9 % der PMs, 3,4

% der EMs), Durchschlafstörung (5,4 % der PMs, 2,7 % der EMs), frühmorgendliches

Erwachen (3,0 % der PMs, 0,9 % der EMs), Harnverhalt (5,9 % der PMs, 1,2 % der

EMs), erektile Dysfunktion (20,9 % der PMs, 8,9 % der EMs), Ejakulationsstörungen

(6,1 % der PMs, 2,2 % der EMs), vermehrtes Schwitzen (14,8 % der PMs, 6,8 % der

EMs), Kältegefühl in den Extremitäten (3,0 % der PMs, 0,5 % der EMs).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Nach der Markteinführung wurden nicht tödlich verlaufende akute und chronische

Überdosierungen mit Atomoxetin alleine berichtet. Die häufigsten Symptome, die im

Zusammenhang mit akuter und chronischer Überdosierung berichtet wurden, waren

gastrointestinale Symptome, Somnolenz, Schwindel, Zittern und

Verhaltensauffälligkeiten. Hyperaktivität und Agitiertheit wurden ebenfalls berichtet.

Symptome, die mit einer leichten bis mäßigen Aktivierung des Sympathikus einhergehen

(z. B. Tachykardie, Blutdruckanstieg, Mydriasis, Mundtrockenheit) wurden ebenfalls

beobachtet, und es gab Berichte über Pruritus und Hautausschlag. Der Schweregrad der

meisten Ereignisse war leicht bis mäßig. In einigen Fällen von Überdosierung unter

Beteiligung von Atomoxetin wurden Krampfanfälle und sehr selten eine QT-Zeit-

Verlängerung angegeben. Es gab auch Berichte von tödlich verlaufenden, akuten

Überdosierungen bei Einnahme von Atomoxetin zusammen mit mindestens einem

weiteren Arzneimittel.

Aus klinischen Studien sind begrenzte Erfahrungen mit Atomoxetin-Überdosierungen

hervorgegangen.

Behandlung

Die Aufrechterhaltung der Atmung sollte sichergestellt werden. Die Gabe von Aktivkohle

kann innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme der Überdosis helfen, die Resorption zu

vermindern. Die Überwachung der Herz- und Vitalfunktionen wird empfohlen, neben

weiteren angemessenen symptomatischen und unterstützenden Maßnahmen. Der Patient

muss mindestens 6 Stunden lang beobachtet werden. Da Atomoxetin eine starke

Plasmaproteinbindung aufweist, ist eine Dialyse zur Behandlung einer Überdosierung

wahrscheinlich nicht hilfreich.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, zentral wirkende Sympathomimetika

ATC-Code: N06BA09

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Atomoxetin ist ein hochselektiver und potenter Hemmstoff des präsynaptischen

Noradrenalin-Transporters. Dies ist der postulierte Wirkmechanismus. Atomoxetin hat

keine direkte Wirkung auf Serotonin- oder Dopamin-Transporter. Atomoxetin besitzt eine

sehr geringe Affinität zu anderen noradrenergen Rezeptoren oder zu anderen

Neurotransmitter-Transportern oder Rezeptoren. Atomoxetin besitzt zwei durch

Oxidation gebildete Hauptmetaboliten: 4-Hydroxyatomoxetin und N-

Desmethylatomoxetin. 4-Hydroxyatomoxetin ist verglichen mit Atomoxetin ein gleich

starker Inhibitor des Noradrenalin-Transports, aber anders als Atomoxetin übt dieser

Metabolit eine gewisse inhibitorische Aktivität am Serotonin-Transporter aus. Allerdings

ist jeder Effekt auf diesen Transporter wahrscheinlich minimal, weil der größte Teil von

4-Hydroxyatomoxetin weiter metabolisiert wird, sodass es in sehr viel geringeren

Konzentration im Plasma zirkuliert (1 % der Atomoxetin-Konzentration bei Patienten mit

normal ausgeprägter CYP2D6-Verstoffwechselung -"extensive metaboliser" und 0,1 %

der Atomoxetin-Konzentration bei Patienten mit langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung

- "poor metaboliser"). N-Desmethylatomoxetin hat im Vergleich mit Atomoxetin eine

deutlich geringere pharmakologische Aktivität. Im Steady State liegt es bei Patienten mit

einer normal ausgeprägten Verstoffwechselung ("extensive metaboliser", EM) in

geringeren Plasmakonzentrationen und bei Patienten mit einer langsamen

Verstoffwechselung ("poor metaboliser", PM) in einer ähnlich hohen

Plasmakonzentration wie Atomoxetin vor.

Atomoxetin gehört nicht zur Gruppe der Psychostimulanzien und ist kein

Amphetaminderivat. In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie

bei Erwachsenen wurde das Missbrauchspotential von Atomoxetin und Placebo

verglichen. Atomoxetin zeigte keine Wirkungen, die auf stimulierende oder

euphorisierende Eigenschaften hindeuteten.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Kinder und Jugendliche

Atomoxetin wurde in Studien untersucht, in denen über 5000 Kinder und Jugendliche mit

ADHS eingeschlossen waren. Die akute Wirksamkeit von Atomoxetin in der ADHS-

Behandlung wurde zu Beginn in sechs randomisierten, doppelblinden,

placebokontrollierten, 6- bis 9-Wochen andauernden Studien nachgewiesen. Anzeichen

und Symptome von ADHS wurden durch einen Vergleich der mittleren Veränderung

zwischen Ausgangspunkt und Endpunkt bei mit Atomoxetin sowie mit Placebo

behandelten Patienten beurteilt. In allen sechs Studien war Atomoxetin bezüglich der

Reduzierung der Zeichen und Symptome von ADHS im Vergleich zu Placebo statistisch

signifikant überlegen.

Zusätzlich konnte durch eine placebokontrollierte, einjährige Studie mit über 400 Kindern

und Jugendlichen die Langzeit-Wirksamkeit von Atomoxetin nachgewiesen werden. Die

Studie wurde hauptsächlich in Europa durchgeführt. Auf eine etwa 3-monatige, nicht-

verblindete, akute Behandlungsphase folgte eine 9-monatige, doppelblinde,

placebokontrollierte Dauerbehandlung. Der Anteil an Patienten, die nach einem Jahr

einen Rückfall erlitten hatten, betrug 18,7 % für Atomoxetin und 31,4 % für Placebo. In

dieser Studie wurden die Patienten nach einjähriger Atomoxetin-Behandlung 6 weitere

Monate entweder mit Atomoxetin oder Placebo behandelt. Atomoxetin-Patienten erlitten

dabei im Vergleich zu Placebo-Patienten mit geringerer Wahrscheinlichkeit einen

Rückfall oder ein partielles Wiederauftreten der Symptomatik (2 % bzw. 12 %). Bei einer

Langzeitbehandlung von Kindern und Jugendlichen sollte der Nutzen einer

Weiterbehandlung in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Atomoxetin war wirksam, wenn die tägliche Gesamtdosis als Einzeldosis angewendet

wurde, und ebenso, wenn die Dosis geteilt am Morgen und am späten Nachmittag bzw.

frühen Abend angewendet wurde. Nach Einschätzung von Lehrern und Eltern zeigten die

Patienten nach einmal täglicher Anwendung als Einzeldosis im Vergleich mit der

Placebo-Gruppe eine statistisch signifikant deutlichere Verminderung im Schweregrad

der ADHS-Symptomatik.

Studien mit aktiver Vergleichssubstanz

In einer randomisierten, doppelblinden, parallelarmigen, 6-wöchigen pädiatrischen Studie

zur Prüfung der Nichtunterlegenheit von Atomoxetin gegenüber einem üblichen

Methylphenidat-Präparat mit verzögerter Freisetzung als Vergleich, wurde gezeigt, dass

dieses eine überlegene Ansprechrate im Vergleich zu Atomoxetin hat. Der prozentuale

Anteil der Patienten, die auf die Therapie ansprachen (Responder) war: 23,5 % (Placebo),

44,6 % (Atomoxetin) und 56,4 % (Methylphenidat). Sowohl Atomoxetin als auch die

Vergleichssubstanz waren statistisch Placebo überlegen und Methylphenidat war

statistisch Atomoxetin überlegen (p = 0,016). Allerdings waren Patienten, die nicht auf

die Therapie mit Stimulantien angesprochen hatten (Non-Responder) von der Teilnahme

an dieser Studie ausgeschlossen.

Erwachsene Patienten

Atomoxetin wurde in Studien mit über 4800 Erwachsenen, die die DSM-IV

Diagnosekriterien für ADHS erfüllten, untersucht. Die akute Wirksamkeit von

Atomoxetin in der Behandlung von Erwachsenen wurde in sechs randomisierten,

doppelblinden, placebokontrollierten Studien mit einer Dauer von 10 bis 16 Wochen

gezeigt. ADHS-Beschwerden und -Symptome wurden anhand eines Vergleichs ihrer

mittleren Veränderung zwischen Ausgangspunkt und Endpunkt bei mit Atomoxetin bzw.

mit Placebo behandelten Patienten evaluiert. In jeder der sechs Studien war Atomoxetin

bei der Verminderung von ADHS-Beschwerden und -Symptomen im Vergleich zu

Placebo statistisch signifikant überlegen (Tabelle 1). In allen sechs Studien zeigten mit

Atomoxetin behandelte Patienten im Vergleich zu Placebo statistisch signifikant

deutlichere Verbesserungen des globalen Schweregrades (gemessen mit der clinical

global impression of severity scale (CGI-S)) bei Studienendpunkt sowie statistisch

signifikante Verbesserungen des ADHS-assoziierten Funktionsniveaus in den drei der

insgesamt sechs Akutstudien, in denen diese Fragestellung untersucht wurde (Tabelle 1).

Die Langzeitwirksamkeit wurde in zwei jeweils sechsmonatigen placebokontrollierten

Studien bestätigt, in einer dritten jedoch nicht (Tabelle 1).

Tabelle 1 Mittlere Änderungen der Wirksamkeitsparameter in placebokontrollierten Studien

Änderungen vom Ausgangspunkt bei Patienten mit mindestens

einem Postbaseline Wert (LOCF)

N

CAARS-Inv: SV

oder AISRS

CGI-S

AAQoL

Studie

Behandlung

Mittlere

Änderung

p-

Wert

Mittlere

Änderung

p-

Wert

Mittlere

Änderung

p-

Wert

Akutstudien

LYAA

-9,5

-6,0

0,006

-0,8

-0,4

0,011

LYAO

-10,5

-6,7

0,002

-0,9

-0,5

0,002

LYBY

-13,6

-8,3

0,007

-1,0

-0,7

0,048

LYDQ

-8,7

-5,6

< 0,001

-0,8

-0,6

0,022

14,9

11,1

0,030

LYDZ

-10,7

-7,2

< 0,001

-1,1

-0,7

< 0,001

15,8

11,0

0,005

LYEE

-14,3

-8,8

< 0,001

-1,3

-0,8

< 0,001

12,83

8,20

<

0,001

Langzeitstudien

LYBV

-11,6

-11,5

0,412

-1,0

-0,9

0,173

13,90

11,18

0,045

LYCU

-13,2

-10,2

0,005

-1,2

-0,9

0,001

13,14

8,62

0,004

LYCW

-14,3

-8,3

< 0,001

-1,2

-0,7

< 0,001

Abkürzungen: AAQoL = Adult ADHD Quality of Life Total Score; AISRS = Adult ADHD

Investigator Symptom Rating Scale Total Score; ATX = Atomoxetin; CAARS-Inv:SV = Conners

Adult ADHD Rating Scale, Investigator Rated, screening version Total ADHD Symptom Score;

CGI-S = Clinical Global Impression of Severity; LOCF = last observation carried forward; PBO =

Placebo.

ADHS-Symptomskala; die für die Studie LYBY gezeigten Ergebnisse beziehen sich auf mittels

AISRS erhobene Werte; alle übrigen Ergebnisse beziehen sich auf mittels CAARS-Inv:SV

erhobene Werte.

In Sensitivitätsanalysen, bei denen statistisch eine „baseline-observation-carried-forward-

Methode“ für Patienten ohne Messung nach Einschluss in die Studie (Postbaseline)

verwendet wurde (d.h. alle behandelten Patienten), stimmten die Ergebnisse mit den

Ergebnissen aus Tabelle 1 überein.

Bei der Analyse eines klinisch relevanten Ansprechens in allen sechs Akut- und den

beiden erfolgreichen Langzeitstudien unter Verwendung einer Vielzahl von a priori- und

post hoc-Definitionen hatten die mit Atomoxetin behandelten Patienten durchgehend

statistisch signifikant höhere Responseraten als die mit Placebo behandelten Patienten

(Tabelle 2).

Tabelle 2 Anzahl und Prozent der Patienten, die in gepoolten, placebokontrollierten Studien die

Responsekriterien erreichten

Response definiert als

Verbesserung von mindestens 1

Response definiert als 40 %

Verbesserung der zu Studienende

Punkt auf der CGI-S-Skala

erhobenen CAARS-Inv: SV-Werte

Gruppe Behandlung

N

n (%)

p-Wert

N

n (%)

p-Wert

Gepoolte Akutstudien

a

401 (62,7 %)

283 (43,4 %)

< 0,001

347 (41,3 %)

215 (25,3 %)

< 0,001

Gepoolte Langzeitstudien

a

482 (63,6 %)

301 (49,3 %)

<0,001

292 (44,0 %)

175 (31,4 %)

< 0,001

a

beinhaltet alle Studien aus Tabelle 1 mit folgenden Ausnahmen: die akute CGI-S-

Responseanalyse berücksichtigt zwei Studien an Patienten mit komorbiden Krankheiten

(LYBY, LYDQ) nicht; in der akuten CAARS-Responseanalyse ist die Studie LYBY

nicht berücksichtigt, da CAARS nicht durchgeführt wurde.

In zwei der Akutstudien wurden ADHS-Patienten mit komorbider Alkoholabhängigkeit

bzw. Soziophobie untersucht. In beiden Studien zeigte sich eine Besserung der ADHS-

Symptome. Bei der Studie mit komorbider Alkoholabhängigkeit wurden keine

Unterschiede hinsichtlich des Alkoholmissbrauchs bei Behandlung mit Atomoxetin im

Vergleich zu Placebo beobachtet. Bei der Studie mit komorbider Angststörung zeigte

sich, dass sich die komorbide Angstsymptomatik durch die Atomoxetin-Behandlung nicht

verschlechterte.

Die Wirksamkeit von Atomoxetin in Hinblick auf eine dauerhafte Therapieresponse bzgl.

der ADHS-Symptomatik wurde in einer Studie gezeigt, in der - nach einer aktiven

Anfangsbehandlungsphase von 24 Wochen - Patienten randomisiert wurden, um

entweder Atomoxetin oder Placebo für weitere sechs Monate in einer doppelblinden

Behandlungsphase zu erhalten. Die daran teilnehmenden Patienten erfüllten die Kriterien

für eine klinisch relevante Response, definiert als Verbesserung sowohl auf der CAARS-

Inv:SV- als auch der CGI-S-Skala. Die Kriterien für ein anhaltendes, klinisch relevantes

Ansprechen nach sechs Monaten erfüllten signifikant mehr mit Atomoxetin als mit

Placebo behandelte Patienten (64,3 % vs. 50,0 %; p= 0,001). Für die Aufrechterhaltung

des Alltagsfunktionsniveaus („Maintenance of functioning“) konnte bei mit Atomoxetin

im Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten ebenfalls eine statistisch signifikante

Überlegenheit gezeigt werden. Dies wurde durch eine geringere mittlere Änderung des

Adult ADHD quality of Life (AAQoL) Gesamtscores nach dem 3-monatigen (p = 0,003)

sowie dem 6-monatigen (p = 0,002) Intervall gezeigt.

QT/QTc–Studie

Eine umfassende QT/QTc–Studie, die an gesunden Erwachsenen mit langsamer

CYP2D6-Verstoffwechselung (PM = "poor metaboliser") durchgeführt wurde, in der die

Probanden Atomoxetin in Dosen bis zu 60 mg zweimal täglich erhielten, zeigte, dass sich

bei der maximal erwarteten Konzentration die Wirkung von Atomoxetin auf das QTc-

Intervall nicht signifikant von Placebo unterschied. Es gab eine geringfügige

Verlängerung des QTc–Intervalls mit steigender Atomoxetin-Konzentration.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Atomoxetin zeigt bei Kindern und Jugendlichen eine ähnliche Pharmakokinetik wie bei

Erwachsenen. Die Pharmakokinetik von Atomoxetin wurde bei Kindern unter 6 Jahren

nicht untersucht.

Pharmakokinetische Studien zeigten die Bioäquivalenz von Atomoxetin-Kapseln und

einer Lösung zum Einnehmen.

Resorption

Nach oraler Anwendung wird Atomoxetin schnell und fast vollständig resorbiert. Mittlere

maximale Plasmakonzentrationen (C

) wurden etwa 1 – 2 Stunden nach Einnahme

beobachtet. Die absolute Bioverfügbarkeit von Atomoxetin nach oraler Anwendung

reicht von 63 – 94 % in Abhängigkeit von interindividuellen Unterschieden in der Stärke

des First-Pass-Effektes. Atomoxetin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen

werden.

Verteilung

Atomoxetin wird gut verteilt und ist weitgehend (98 %) an Plasmaproteine, vor allem an

Albumin, gebunden.

Biotransformation

Atomoxetin wird hauptsächlich durch Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6) verstoffwechselt.

Individuen mit einer reduzierten Aktivität dieses Abbauweges ("poor metaboliser", PM),

ca. 7 % der kaukasischen Bevölkerung, haben eine höhere Atomoxetin-

Plasmakonzentration im Vergleich zu Personen mit einer normalen Aktivität ("extensive

metabolisers", EM). PM haben eine ca. 10-fach größere AUC von Atomoxetin und C

ss,max

(maximale Steady-state-Konzentration) ist ungefähr 5-fach größer als bei EM. Der durch

Oxidation gebildete Hauptmetabolit ist das 4-Hydroxyatomoxetin, das schnell

glucuronidiert wird. 4-Hydoxyatomoxetin hat im Vergleich zu Atomoxetin eine

gleichstarke Wirkung, liegt aber in viel geringeren Plasmakonzentrationen vor. Obwohl

4-Hydroxyatomoxetin hauptsächlich über CYP2D6 gebildet wird, kann 4-

Hydroxyatomoxetin bei Personen mit fehlender CYP2D6-Aktivität über verschiedene

andere Cytochrom-P450-Enzyme gebildet werden, allerdings langsamer. In

therapeutischen Dosen hemmt oder induziert Atomoxetin nicht die CYP2D6-Aktivität.

Cytochrom P450 Enzyme:

Atomoxetin besitzt keine klinisch signifikante hemmende oder induzierende Wirkung auf

Cytochrom P450 Enzyme, einschließlich CYP1A2, CYP3A, CYP2D6 und CYP2C9.

Elimination

Die mittlere Halbwertszeit bezogen auf die Ausscheidung nach oraler Anwendung beträgt

3,6 Stunden bei Patienten mit einer normal ausgeprägten Verstoffwechselung durch

CYP2D6 ("extensive metaboliser", EM) und 21 Stunden bei Patienten mit einer

langsamen Verstoffwechslung durch CYP2D6 ("poor metaboliser", PM). Atomoxetin

wird vor allem als 4-Hydroxyatomoxetin-O-glucuronid ausgeschieden, hauptsächlich im

Urin.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Pharmakokinetik von Atomoxetin ist über den Dosisbereich linear. Dies wurde an

„extensive und poor metabolisers“ untersucht.

Besondere Patientengruppen

Leberfunktionseinschränkung führt zu einer reduzierten Atomoxetin-Clearance, einer

erhöhten Atomoxetin-Konzentration (bei moderater Funktionseinschränkung ist die AUC

2-fach erhöht und bei schwerwiegender 4-fach), und zu einer verlängerten Halbwertszeit

des Wirkstoffs im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe mit dem gleichen

CYP2D6 "extensive metaboliser"-Genotyp. Bei Patienten mit mäßiger bis

schwerwiegender Leberfunktionseinschränkung (Child Pugh Class B und C) sollte die

Anfangs- und Erhaltungsdosis angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).

Im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe war die durchschnittliche Atomoxetin-

Plasmakonzentration bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz im Allgemeinen

höher. Das zeigt die Erhöhung von C

(7 % Unterschied) bzw. AUC

0-∞

(ca. 65 %

Unterschied). Nach Anpassung an das Körpergewicht minimieren sich diese Unterschiede

der beiden Gruppen. Die Pharmakokinetik von Atomoxetin und seinen Metaboliten bei

Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz legen nahe, dass keine Dosisanpassung

notwendig ist (siehe Abschnitt 4.2)

.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei

wiederholter Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum

kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für

den Menschen erkennen. Das klinische (oder das übermäßige pharmakologische)

Ansprechen von Tieren auf das Arzneimittel und die metabolischen Unterschiede

zwischen den Spezies führten zu einer Begrenzung der Dosis. Diese in nicht-klinischen

Tierstudien eingesetzte maximal tolerierte Dosis führte zu einer Atomoxetin-

Plasmakonzentration, die ähnlich oder nur geringfügig über der lag, die bei Patienten mit

langsamer CYP2D6-Verstoffwechselung ("poor metaboliser") nach Einnahme der

maximalen empfohlenen Tagesdosis auftritt.

An jungen Ratten wurde eine Studie durchgeführt, um die Wirkung von Atomoxetin auf

das Wachstum, die Entwicklung des neurobiologischen Verhaltens sowie die sexuelle

Entwicklung zu untersuchen. Leichte Verzögerungen des Einsetzens der vaginalen

Durchgängigkeit (bei allen Dosierungen) und der Vorhautablösung (≥ 10 mg/kg/Tag)

sowie eine leichte Abnahme des Gewichts der Nebenhoden und der Spermienzahl (≥ 10

mg/kg/Tag) wurden beobachtet. Allerdings gab es keine Auswirkung auf die

Fruchtbarkeit oder die Fortpflanzungsrate. Die Bedeutung dieser Befunde für den

Menschen ist nicht bekannt.

Trächtigen Kaninchen wurden während der Phase der Organentwicklung über eine Sonde

bis zu 100 mg/kg/Tag Atomoxetin verabreicht. Bei dieser Dosis wurde in einer von drei

Studien eine Abnahme der Zahl der lebenden Feten, eine Zunahme der Frühresorption,

eine leichte Erhöhung der Inzidenz eines atypischen Ursprungs der Arteria carotis und

des Fehlens der Arteria subclavia beobachtet. Diese Befunde erhielt man bei Dosen, die

bei der Mutter leicht toxisch waren. Die Inzidenz dieser Befunde lag innerhalb der

historischen Kontrollwerte. Die Dosis, bei der keine derartige Wirkung beobachtet wurde,

betrug 30 mg/kg/Tag. Bei Kaninchen betrug die Exposition (AUC) des ungebundenen

Atomoxetins bei 100 mg/kg/Tag im Vergleich zum Menschen mit der maximalen

täglichen Dosis von 1,4 mg/kg bei Patienten mit einer normal ausgeprägten

Verstoffwechselung durch CYP2D6 ("extensive metaboliser") etwa das 3,3-fache und bei

Patienten mit einer langsamen Verstoffwechselung durch CYP2D6 ("poor metaboliser")

das 0,4-fache. Die Ergebnisse einer der drei Studien an Kaninchen waren nicht eindeutig

und die Relevanz für den Menschen ist nicht bekannt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Dimeticon (350)

Kapselhülle

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Titandioxid (E 171)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172)

(Atomoxetin beta 18 mg, 60 mg, 80 mg, 100 mg)

Indigocarmin (E 132)

(Atomoxetin beta 25 mg, 40 mg, 60 mg)

Eisen(III)-oxid (E 172)

(Atomoxetin beta 80 mg, 100 mg)

Gereinigtes Wasser

Drucktinte

Schellack, verestert (45 % in Ethanol, Veresterungsgrad 20%)

Eisen(II,III)-oxid (E 172)

Propylenglycol

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Transparente PVC/PE/PCTFE//Al Blisterpackungen oder PA/Al/PVC//Al

Blisterpackungen

Packungsgrößen: 7, 14, 28, 56 und 98 Hartkapseln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7.

INHABER DER ZULASSUNG

betapharm Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95

86156 Augsburg

Telefon 08 21/74 88 10

Telefax 08 21/74 88 14 20

E-Mail: info@betapharm.de

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Atomoxetin beta 10 mg:2202460.00.00

Atomoxetin beta 18 mg:2202461.00.00

Atomoxetin beta 25 mg:2202462.00.00

Atomoxetin beta 40 mg:2202463.00.00

Atomoxetin beta 60 mg:2202464.00.00

Atomoxetin beta 80 mg:2202465.00.00

Atomoxetin beta 100 mg:2202466.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

16.10.2018

10.

STAND DER INFORMATION

November 2018

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Lesen Sie das vollständige Dokument

HAUSANSCHRIFT

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

+49 (0)228 99 307-0

+49 (0)228 99 307-5207

E-MAIL

poststelle@bfarm.de

INTERNET

www.bfarm.de

Öffentlicher Bewertungsbericht

Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln

Hartkapsel

Atomoxetinhydrochlorid

Anmelder: betapharm Arzneimittel GmbH

Bei dem Arzneimittel Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln des Zulassungsinhabers betapharm Arznei-

mittel GmbH handelt es sich um eine generische Zulassung, die auf der Grundlage von § 24b AMG er-

teilt wurde. Die Zulassung wurde mit der Zulassungsnummer 2202464.00.00 erteilt.

Folgende Indikationen wurden genehmigt:

Dieses Arzneimittel wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

bei Kindern ab 6 Jahren, bei Jugendlichen und bei Erwachsenen als Teil eines umfassenden Behand-

lungsprogramms angewendet. Die Behandlung muss von einem Arzt begonnen werden, der über ein

entsprechendes Fachwissen in der Behandlung von ADHS verfügt, wie z. B. ein Kinderarzt, ein Facharzt

für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder eine Psychiater. Eine Diagnose sollte gemäß der jeweils gülti-

gen DSM-Kriterien der ICD-Richtlinien erfolgen.

Bei Erwachsenen muss bestätigt werden, dass ADHS-Symptome bereits in der Kindheit vorhanden

waren. Eine Bestätigung durch Dritte ist wünschenswert und eine Behandlung mit diesem Arzneimittel

darf nicht begonnen werden, wenn nicht sicher ist, dass ADHS-Symptome in der Kindheit vorhanden

waren. Die Diagnose kann nicht aufgrund des ausschließlichen Vorhandenseins von nur einem oder

mehreren ADHS-Symptomen gestellt werden. Laut klinischer Einschätzung des Behandlers sollte die

ADHS-Symptomatik zumindest mittelgradig ausgeprägt sein, charakterisiert durch mindestens mittel-

gradige Beeinträchtigungen in mindestens zwei unterschiedlichen Lebensbereichen (z. B. soziales, aka-

demisches und/oder berufliches Funktionsniveau) und somit verschiedene Aspekte des Lebens betref-

fen.

Weiter Informationen zur sicheren Anwendung des Arzneimittels

Ein umfassendes Behandlungsprogramm schließt typischerweise psychologische, pädagogische und

soziale Maßnahmen ein. Es dient der Stabilisierung von Patienten mit einem Verhaltenssyndrom, das

folgende chronische Symptome in der Vorgeschichte umfassen kann: kurze Aufmerksamkeitsspanne,

Ablenkbarkeit, emotionale Labilität, Impulsivität, mäßige bis starke Hyperaktivität, gering ausgeprägte

neurologische Symptome und abnorme EEG-Befunde. Das Lernen kann, muss aber nicht beeinträch-

tigt sein.

Eine Arzneimittelbehandlung ist nicht bei allen Patienten mit diesem Syndrom notwendig, und die

Entscheidung über die Anwendung des Arzneimittels muss auf einer sehr sorgfältigen Beurteilung des

Schweregrads der Symptomatik sowie der Beeinträchtigung im Verhältnis zum Alter und der Persis-

tenz der Symptome des Patienten basieren.

(Stand: 16.10.2018)

Das Arzneimittel hat die gleiche qualitative und quantitative Zusammensetzung aus Wirkstoffen und

die gleiche Darreichungsform wie das Referenzarzneimittel, auf das es Bezug nimmt. Hinsichtlich der

Bioäquivalenz verhält sich das Arzneimittel wie das Referenzarzneimittel.

Qualität:

Eine Beschreibung der Herstellungsmethode wurde vorgelegt. Inprozesskontrollen sind bezüglich der

Produkteigenschaften und der Herstellungsmethode geeignet. Prozessvalidierungsdaten wurden vor-

gelegt und genehmigt. Freisetzungs- und Haltbarkeitsspezifikationen wurden ebenfalls vorgelegt und

akzeptiert; anhand dieser Daten konnte sichergestellt werden, dass die Qualität und Konsistenz des

Endprodukts nicht zu beanstanden waren. Akzeptanzgrenzen wurden anhand konventioneller phar-

mazeutischer Anforderungen belegt. Testverfahren wurden beschrieben und validiert. Chargenanaly-

sen wurden vorgelegt und genehmigt. Die Daten belegen, dass die Chargen mit den Freigabespezifika-

tionen konform sind. Analysenzertifikate wurden für alle Referenzstandards vorgelegt.

Hersteller von Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln:

Pharmathen S.A.

Pharmathen International S.A. (BS 1)

Pharmadox Healthcare Ltd

Pharmathen International S.A.

Das Arzneimittel ist in den folgenden Packungen erhältlich:

OP7; PVC/PE/PCTFE//Al-Blisterpackung

OP14; PVC/PE/PCTFE//Al-Blisterpackung

OP28; PVC/PE/PCTFE//Al-Blisterpackung

OP56; PVC/PE/PCTFE//Al-Blisterpackung

OP7; PA/Al/PVC//Al-Blisterpackung

OP14; PA/Al/PVC//Al-Blisterpackung

OP28; PA/Al/PVC//Al-Blisterpackung

OP56; PA/Al/PVC//Al-Blisterpackung

OP98; PA/Al/PVC//Al-Blisterpackung

OP98; PVC/PE/PCTFE//Al-Blisterpackung

Spezifikationen und Analysenzertifikate für alle Packmittelkomponenten wurden vorgelegt.

Alle Primärpackmittel sind mit der EU-Richtlinie 2002/72/EC konform und geeignet für die Arzneimit-

telverpackung.

Die Stabilitätsstudien wurden in Übereinstimmung mit den zugrundeliegenden Guidelines durchge-

führt, die Ergebnisse lagen innerhalb der Spezifikationsgrenzen.

Die Haltbarkeit wurde anhand dieser Daten auf 3 Jahre festgelegt.

Präklinik:

Es wurden keine präklinischen Studien mit dem Arzneimittel durchgeführt, da diese bereits für das

Referenzarzneimittel vorlagen. Die pharmakodynamischen, pharmakologischen und toxikologischen

Eigenschaften von Atomoxetinhydrochlorid

sind gut bekannt. Durch die Bezugnahme auf das Referenzarzneimittel werden Wiederholungen von

Studien zum Schutz von Mensch und Tier vermieden. Das Modul „Non-clinical Overview“ wurde von

einem durch das Curriculum vitae ausgewiesen, qualifizierten Experten erstellt und durch die Behörde

genehmigt.

Weitere Informationen können in Abschnitt 5.3 der Fachinformation nachgelesen werden.

Klinik:

Für generische Zulassungen sind keine eigenen Wirksamkeits- und Sicherheitsstudien erforderlich, da

diese bereits für das Referenzarzneimittel geprüft wurden. Wirksamkeit und Sicherheit wurden im

Modul „Clinical Overview“ diskutiert. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Atomoxetinhydrochlorid

sind aus der klinischen Praxis gut bekannt. Das Modul „Clinical Overview“ wurde von einem durch das

Curriculum vitae ausgewiesen, qualifizierten Experten erstellt und durch die Behörde genehmigt.

Weitere Information über die klinischen Eigenschaften von Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln kön-

nen in den Abschnitten 5.1 und 5.2 der Fachinformation nachgelesen werden.

Pharmakovigilanz:

Die vom Zulassungsinhaber eingereichte Beschreibung des Pharmakovigilanzsystems erfüllt alle Vo-

raussetzungen und belegt, dass der Zulassungsinhaber eine Qualifizierte Person (QP) hat, die für die

Pharmakovigilanz verantwortlich ist, und die über die notwendigen Maßnahmen für die Meldung jeg-

licher Nebenwirkungen in der europäischen Gemeinschaft oder einem Drittland verfügt.

Zusammenfassung:

Die wichtigen qualitativen Eigenschaften von Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln sind hinreichend

definiert und ausreichend kontrolliert. Die Spezifikationen und analytischen Chargenergebnisse wei-

sen konsistente Daten auf. Es sind keine Qualitätsfragen offen, die einen negativen Einfluss auf das

Nutzen-Risiko-Verhältnis haben könnten.

Es wurden keine weiteren präklinischen Daten für den Antrag benötigt.

Es bestehen keine Bedenken bezüglich der Sicherheit von Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln.

Die Produktinformationstexte sind konform mit denen der Referenzzulassung und wurden genehmigt.

Ein Usertest wurde vorgelegt und als akzeptabel bestätigt.

Die erforderliche pharmazeutische Qualität von Atomoxetin beta 60 mg Hartkapseln ist belegt und es

sind keine präklinischen oder klinischen Bedenken aufgetreten. Die dokumentierte klinische Erfah-

rung mit Atomoxetinhydrochlorid hat den therapeutischen Wert des Wirkstoffs belegt. Das Nutzen-

/Risikoverhältnis wird daher als positiv angesehen.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden, sind den

publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

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