Atenolol-Mepha 50 Lactabs

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
atenololum
Verfügbar ab:
Mepha Pharma AG
ATC-Code:
C07AB03
INN (Internationale Bezeichnung):
atenololum
Darreichungsform:
Lactabs
Zusammensetzung:
atenololum 50 mg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Beta-Rezeptorenblocker
Zulassungsnummer:
50075
Berechtigungsdatum:
1989-09-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Atenolol-Mepha Lactab®

Was ist Atenolol-Mepha und wann wird es angewendet?

Atenolol-Mepha schützt das Herz vor übermässiger Beanspruchung. Die Herz-muskelarbeit wird

vermindert und die Reaktion des Herzens auf körperliche und seelische Belastung wird gedämpft.

Atenolol-Mepha senkt den erhöhten Blut-druck. Angina pectoris (starke drückende Schmerzen in der

Brust, die in den linken Arm ausstrahlen können) tritt auf, wenn das Herz bei Belastung nicht

genügend Sauerstoff erhält. Atenolol-Mepha verhindert diese Anfälle oder reduziert deren Häufigkeit

und Schmerzintensität. Ein unregelmässiger Herzrhythmus oder ein durch Krankheit oder Stress

erhöhter Puls können durch Atenolol-Mepha normalisiert werden.

Der in Atenolol-Mepha enthaltene Wirkstoff Atenolol gehört zu einer Gruppe von Betablockern, die

herzspezifisch wirken. Er senkt den erhöhten Blutdruck und dämpft die Herztätigkeit, ohne die

Muskulatur der Atemwege zu beeinflussen. Somit können auch Patientinnen und Patienten, die an

einer Erkrankung der Atemwege (Atemnot, Asthma) leiden, Atenolol-Mepha mit entsprechender

Vorsicht einnehmen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin verschreibt Ihnen Atenolol-Mepha:

zur Senkung des erhöhten Blutdruckes (Hypertonie);

zum Schutz des Herzmuskels vor übermässiger Belastung (Angina pectoris);

zur Regulierung von Herzrhythmusstörungen;

nach durchgemachtem Herzinfarkt;

zur Vorbeugung gegen einen weiteren Infarkt.

Atenolol-Mepha darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.

Wann darf Atenolol-Mepha nicht angewendet werden?

Bei folgenden Krankheiten sollten Sie auf die Einnahme von Atenolol-Mepha verzichten: falls Sie

bereits früher einmal eine allergische Reaktion auf Atenolol-Mepha bzw. den Wirkstoff Atenolol

gezeigt haben, falls Sie an einer Herzkrankheit wie Herzschwäche oder Herzblock (Puls unter 50

Schläge pro Minute) leiden oder gelitten haben, falls Sie jemals einen sehr langsamen oder sehr

unregelmässigen Puls, einen sehr tiefen Blutdruck oder eine sehr schlechte Durchblutung hatten, falls

man bei Ihnen ein Phäochromozytom festgestellt hat oder nach längerem Fasten.

Atenolol-Mepha ist für die Behandlung von Kindern nicht geeignet.

Wann ist bei der Einnahme von Atenolol-Mepha Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen von Atenolol-Mepha (Müdigkeit, Schwindel) ist

beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an Asthma,

Atembeschwerden, Durchblutungsstörungen, Herzproblemen, Nierenkrankheiten oder

Schilddrüsenerkrankungen leiden.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie andere Arzneimittel wie z.B. Disopyramid

oder Amiodaron gegen unregelmässigen Puls, gegen zu hohen Blutdruck oder Angina pectoris,

gegen Herzinsuffizienz oder gegen Schmerzen anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie abschwellende Nasensprays oder Mittel

gegen Erkältung anwenden.

Falls Sie Clonidin gegen Bluthochdruck oder Migräne einnehmen, sollten Sie weder Clonidin noch

Atenolol-Mepha von sich aus absetzen, ohne mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber gesprochen

zu haben.

Während der Behandlung kann sich Ihr Puls verlangsamen. Dies ist eine natürliche Reaktion auf den

Wirkstoff. Falls Ihr Ruhepuls unter 50 Schläge pro Minute sinkt, informieren Sie Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin.

Wenn Sie an Zuckerkrankheit leiden und Ihr Blutzucker oft niedrig ist, oder wenn Sie gleichzeitig

andere Arzneimittel, insbesondere Herzmittel, einnehmen, so besprechen Sie das Vorgehen mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Denken Sie vor einem chirurgischen Eingriff daran, dass dem Narkosearzt bzw. der Narkoseärztin

alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, bekannt sein müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Atenolol-Mepha während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Während einer Schwangerschaft oder Stillzeit sollten Sie wenn möglich keine Arzneimittel

einnehmen. Diese Vorsichtsmassnahme gilt auch für Atenolol-Mepha. In besonderen Fällen wird Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheiden, ob und wann Atenolol-Mepha während der Schwangerschaft oder

Stillzeit angezeigt ist.

Wie verwenden Sie Atenolol-Mepha?

Wie alle Arzneimittel sollten Sie Atenolol-Mepha genau nach den Anweisungen Ihres Arztes bzw.

Ihrer Ärztin einnehmen. Im allgemeinen beträgt die Dosis für Erwachsene 1 mal täglich 1 Lactab

Atenolol-Mepha 50 oder 1 mal täglich 1 Lactab Atenolol-Mepha 100. Bei Patienten, die an einer

Nierenerkrankung mit Ausscheidungsstörungen leiden, wird der Arzt bzw. die Ärztin die Dosis

entsprechend anpassen. Nehmen Sie die Lactab unzerkaut, am besten immer zur gleichen Tageszeit,

während oder nach den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit, ein. Wenn Sie einmal eine Lactab

vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald Sie sich daran erinnern. Es sollten jedoch nicht zwei

Lactab gleichzeitig eingenommen werden. Ein unkontrollierter hoher Blutdruck kann gefährliche

Folgen haben. Die Beendigung der Behandlung soll keinesfalls plötzlich, sondern über einen

längeren Zeitraum erfolgen. Um die Wirkung von Atenolol-Mepha in gewissen Fällen zu verbessern,

kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen zusätzlich andere Arzneimittel verschreiben. Sorgen Sie für

einen ausreichenden Vorrat Ihrer Atenolol-Mepha Lactab, damit Sie die Behandlung nicht

unterbrechen müssen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Atenolol-Mepha haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Atenolol-Mepha auftreten:

Häufig wurde über Müdigkeit, Verlangsamung des Herzschlages, Kältegefühl in den Fingern und

Zehen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall berichtet. Gelegentlich können Schlafstörungen auftreten.

Selten sind kleinflächige Blutungen in die Haut oder Schleimhaut (Purpura), Verwirrtheit,

Schwindel, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Alpträume, Psychosen, Halluzinationen,

Kribbeln in den Händen, Sehstörungen, Trockenheit der Augen, Verschlimmerung von

Durchblutungsstörungen, Herzblock (Anzeichen hierfür sind unregelmässiger Herzschlag, Müdigkeit

und Schwindel bei zu raschem Aufstehen), Verschlechterung einer Herzschwäche, tiefer Blutdruck,

Verschlechterung von Atembeschwerden bei Asthmatikern, Mundtrockenheit, Verschlimmerung

einer Schuppenflechte (Psoriasis), Hautausschläge, Haarausfall und Impotenz.

Kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Ihr Ruhepuls im Verlauf der

Behandlung unter 50 Schläge pro Minute sinkt, oder falls Ihr Blutdruck zu niedrig ist. Wie bei allen

Arzneimitteln zur Regelung der Herzschlag-Frequenz kann es unter Atenolol-Mepha zu Herz-

Rhythmusstörungen kommen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

In der Originalverpackung, trocken, vor Licht geschützt und nicht über 25°C lagern. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Atenolol-Mepha enthalten?

1 Lactab Atenolol-Mepha 25 enthält:

Atenolol 25 mg und Hilfsstoffe.

1 Lactab Atenolol-Mepha 50 enthält:

Atenolol 50 mg und Hilfsstoffe.

1 Lactab Atenolol-Mepha 100 enthält:

Atenolol 100 mg und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

50’075 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Atenolol-Mepha? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Atenolol-Mepha 25 Lactab: Packungen zu 30 und 100 Lactab.

Atenolol-Mepha 50 Lactab: Packungen zu 30 und 100 Lactab.

Atenolol-Mepha 100 Lactab: Packungen zu 30 und 100 Lactab.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2007 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Interne Versionsnummer: 2.1

Fachinformation

Atenolol-Mepha Lactab®

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Atenolol

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Atenolol-Mepha 25: 1 Lactab enthält: 25 mg Atenolol.

Atenolol-Mepha 50: 1 Lactab enthält: 50 mg Atenolol.

Atenolol-Mepha 100: 1 Lactab enthält: 100 mg Atenolol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie, Angina pectoris, Arrhythmien.

Langzeitprophylaxe bei Status nach Herzinfarkt.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Hypertonie

Die orale Standarddosis beträgt 50 bis 100 mg pro Tag. (1 Lactab Atenolol-Mepha 50 resp. 1 Lactab

Atenolol-Mepha 100). Atenolol-Mepha kann vor, während oder nach den Mahlzeiten eingenommen

werden. Die Einnahme der Lactab sollte jedoch immer zur gleichen Zeit erfolgen. Bei einem

Ruhepuls von 50-55 sollte die Dosis nicht weiter erhöht werden. Ein allfälliger Therapieabbruch bei

Patienten mit ischämischer Herzkrankheit ist schrittweise über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen

vorzunehmen. Wird bei Hypertonikern nach 1 Woche die erwünschte Blutdrucksenkung nicht

erreicht, kann Atenolol-Mepha mit einem Diuretikum oder einem Vasodilatator kombiniert werden.

Vorzugsweise werden Präparate eingesetzt, welche ebenfalls nur 1mal pro Tag verabreicht werden.

Angina pectoris

Die übliche Dosierung beträgt 100 mg verabreicht als einmal tägliche Dosis oder 50 mg zweimal

täglich. Es ist unwahrscheinlich, dass eine Dosissteigerung einen zusätzlichen klinischen Nutzen

bringt.

Arrhythmien

Einmal täglich 50-100 mg peroral als Langzeittherapie.

Status nach Herzinfarkt

Die empfohlene Dosierung für eine Langzeit-Prophylaxe beginnend 24 Stunden nach Herzinfarkt

beträgt 1-mal 100 mg täglich p.o.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder

Über die Dosierung bei Kindern liegen keine Angaben vor. Deshalb kann Atenolol-Mepha nicht für

Kinder empfohlen werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten muss möglicherweise niedriger dosiert werden, vor allem bei beeinträchtigter

Nierenfunktion.

Niereninsuffizienz

Bei Niereninsuffizienz ist die Erhaltungsdosis der Nierenfunktion anzupassen. Bei einer Kreatinin-

Clearance von mehr als 35 ml/Min./1,73 m² findet in der Regel keine Kumulation statt. Liegt die

Kreatinin-Clearance bei 15-35 ml/Min./1,73 m² (oder Serumkreatinin 300-600 µmol/l) sollte die

Dosis auf 50 mg p.o. einmal täglich angepasst werden, bei einer Kreatinin-Clearance <15

ml/Min./1,73 m² (oder Serumkreatinin >600 µmol/l) auf 25 mg p.o. täglich oder 50 mg p.o. alle 2

Tage.

Bei Dialysepatienten ist die Dosis 50 mg p.o. nach der Dialyse. Der Blutdruck ist anschliessend zu

überwachen, wegen der Möglichkeit eines erheblichen Blutdruck-Abfalls.

Kontraindikationen

Atenolol-Mepha ist wie alle Betablocker kontraindiziert bei Bradykardie (Puls <50), kardiogenem

Schock, Hypotension, metabolischer Azidose, schweren peripheren Zirkulationsstörungen, AV-

Block 2. und 3. Grades, Sick-Sinus-Syndrom, unbehandeltem Phäochromozytom, dekompensierter

Herzinsuffizienz und bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Atenolol oder einen der

Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da das insuffiziente Myokard vom beta-adrenergen Antrieb abhängig ist, sollte Atenolol-Mepha bei

Herzinsuffizienz nicht ohne vorgängige, ausreichende Kompensation verordnet werden. Spezielle

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit geringer kardialer Reserve.

Atenolol-Mepha kann aufgrund ungehinderter alpha-rezeptor-vermittelter Vasokonstriktion der

Koronararterien Anzahl und Dauer der Anfälle bei Patienten mit Prinzmetal-Angina erhöhen.

Obwohl Atenolol-Mepha β1-selektiv ist, sollte es trotzdem mit grösster Vorsicht angewendet

werden.

Atenolol-Mepha kann bestehende periphere Durchblutungsstörungen verschlechtern. Bei Patienten

mit AV-Block 1. Grades soll Atenolol-Mepha aufgrund des negativen Effektes auf die Reizleitung

nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Atenolol-Mepha kann eine hypoglykämisch bedingte Tachykardie abschwächen und Zeichen einer

Thyreotoxikose maskieren.

Bei Niereninsuffizienz siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen».

Atenolol wirkt vorwiegend auf die kardialen Betarezeptoren. Bei Asthmatikern kann aber eine

Erhöhung des bronchialen Widerstandes nicht ausgeschlossen werden. Falls eine solche

Bronchialobstruktion auftritt, soll Atenolol-Mepha abgesetzt werden und wenn nötig ein

Bronchodilatator (z.B. Salbutamol) eingesetzt werden.

Falls ein Patient unter der Behandlung Symptome entwickelt, die auf eine zu tiefe Herzrate

zurückzuführen sind, sollte die Dosis reduziert werden.

Der Abbruch einer Betablockertherapie bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit sollte

ausschleichend erfolgen.

Bei Patienten, welche anamnestisch auf verschiedene Allergene mit einer anaphylaktischen Reaktion

reagiert haben, genügen möglicherweise die üblichen Adrenalin-Dosen zur Behandlung einer

allergischen Reaktion nicht.

Interaktionen

Calciumantagonisten

Die gleichzeitige Verabreichung von Betablockern mit negativ inotropen Kalziumantagonisten (z.B.

Verapamil, Diltiazem) kann zu einer Verstärkung dieses Effektes führen und soll daher unterbleiben;

dies vor allem bei Patienten mit beeinträchtigter Ventrikelfunktion und/oder SA- und AV-

Reizleitungsstörungen. Es kann zu schwerer Hypotonie, Bradykardie und Herzversagen kommen.

Dihydropyridine

Eine Kombinationstherapie mit Dihydropyridinen, z.B. Nifedipin, kann das Risiko einer Hypotonie

erhöhen, und bei Patienten mit asymptomatischer Herzinsuffizienz kann sich diese durch eine

Betablocker-Therapie manifestieren.

Antiarrhythmika

Die gleichzeitige Verabreichung von Betablockern mit Antiarrhythmika der Klasse I (z.B.

Disopyramid) oder Amiodaron könnte eine potenzierende Wirkung auf die Vorhof-Überleitungszeit

haben und zu einem negativen inotropischen Effekt führen.

Clonidin

Betablocker können eine Rebound-Hypertonie nach Absetzen von Clonidin verstärken. Falls beide

Substanzen gleichzeitig verabreicht werden, soll der Betablocker mehrere Tage vor Clonidin

abgesetzt werden. Bei einem Wechsel von Clonidin auf Atenolol-Mepha soll die Betablocker-

Therapie erst mehrere Tage nach dem Absetzen von Clonidin beginnen.

Anästhetika

Bei der Anwendung von Anästhetika ist Vorsicht geboten. Der Narkosearzt ist vor einer

Allgemeinnarkose auf die Atenolol-Behandlung des Patienten aufmerksam zu machen, und es sollte

ein Narkosemittel mit möglichst schwach negativ inotroper Wirkung gewählt werden. Der

gleichzeitige Einsatz von Betablockern und Narkosemittel kann eine Reflextachykardie abschwächen

und die Hypotoniegefahr erhöhen. Narkosemittel mit kardiodepressiver Wirkung sollten vermieden

werden.

Digitalisglykoside

Digitalisglykoside in Kombination mit Betablockern können die AV-Überleitungszeit verlängern.

Sympathomimetika

Die gleichzeitige Anwendung von Sympathomimetika, z.B. Adrenalin, kann die Wirkung der

Betablocker antagonisieren.

Prostaglandin-Synthese-Hemmer

Prostaglandin-Synthese-Hemmer wie Ibuprofen oder Indometacin können die blutdrucksenkende

Wirkung von Atenolol vermindern.

Schwangerschaft/Stillzeit

In tierexperimentellen Studien fand sich eine Reproduktionstoxizität. Atenolol passiert die

Plazentaschranke und geht in den fetalen Kreislauf über. Es gibt keine humanen Studien über die

Verwendung von Atenolol im ersten und zweiten Trimenon einer Schwangerschaft. Die Anwendung

von Atenolol zur Behandlung von leichter bis mässiger Hypertonie bei Schwangeren wurde mit einer

Verlangsamung des fetalen Wachstums in Verbindung gebracht. Die Möglichkeit einer fetalen

Schädigung kann daher nicht ausgeschlossen werden. Im dritten Trimenon wurde Atenolol unter

enger Überwachung zur Behandlung von Hypertonie verwendet.

Atenolol-Mepha darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist

eindeutig notwendig.

Atenolol reichert sich in der Muttermilch an.

Neugeborene von Müttern, die zum Zeitpunkt der Entbindung oder in der Stillzeit Atenolol-Mepha

erhalten, können ein Risiko für Hypoglykämie und Bradykardie aufweisen.

Während der Anwendung von Atenolol-Mepha soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen von Atenolol-Mepha (Müdigkeit, Schwindel) ist

beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen, geordnet nach Organsystem, wurden bei der Anwendung

von Atenolol-Mepha beobachtet:

Die folgenden Häufigkeitsangaben werden verwendet:

Sehr häufig (>1/10); häufig (>1/100, <1/10); gelegentlich (>1/1000, <1/100); selten (>1/10'000,

<1/1000); sehr selten (<1/10'000).

Blut und lymphatisches System

Selten: Purpura, Thrombozytopenie.

Immunsystem

Sehr selten: Zunahme antinuklearer Antikörper (ANA); die klinische Relevanz dieses Befundes ist

jedoch noch unklar.

Nervensystem/Psyche

Häufig: Müdigkeit.

Gelegentlich: Schlafstörungen.

Selten: Verwirrtheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Alpträume, Psychosen,

Halluzinationen und Parästhesien.

Augen

Selten: Sehstörungen, Trockenheit der Augen.

Kardiovaskuläres System

Häufig: Bradykardie, kalte Extremitäten.

Selten: Verstärkung einer bestehenden Claudicatio intermittens, Herzblock, Verschlechterung einer

Herzinsuffizienz, orthostatische Hypotonie, welche mit Synkopen einhergehen kann, Raynaud

Syndrom.

Wie bei allen Antiarrhythmika kann es auch bei der Behandlung von Rhythmusstörungen mit

Betablockern zu arrhythmogenen Effekten kommen.

Respirationstrakt

Selten: Bronchospasmus bei Patienten mit Bronchialasthma oder anamnestischen asthmatischen

Beschwerden.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Selten: Mundtrockenheit.

Leber

Gelegentlich: Erhöhung der Transaminasewerte.

Selten: hepatotoxische Reaktionen einschliesslich intrahepatische Cholestase.

Haut

Selten: Psoriasiforme Hautreaktionen, Exazerbation einer Psoriasis, Hautaffektionen, Alopezie.

Urogenitaltrakt

Selten: Impotenz, Peyronie-Krankheit.

Falls nach klinischer Beurteilung das Wohlbefinden eines Patienten durch die obenerwähnten

Reaktionen stark beeinträchtigt ist, soll das Absetzen des Arzneimittels in Erwägung gezogen

werden.

Überdosierung

Symptome

Als Folge einer Überdosierung können Bradykardie, Hypotonie, akute Herzinsuffizienz und

Bronchospasmus auftreten.

Massnahmen

Allgemeine Massnahmen sind strenge ärztliche Überwachung (evtl. auf der Intensivstation) und

Durchführung einer Magenspülung. Zur Verhinderung der Absorption von zurückgebliebenem

Wirkstoff soll Aktivkohle und ein Laxativum verabreicht werden, zur Behandlung von Hypotonie

und Schock kann Plasma oder Plasmaersatz gegeben werden. Falls nötig, kann eine Hämodialyse

oder eine Hämoperfusion in Erwägung gezogen werden.

Eine exzessive Bradykardie kann grundsätzlich mit 1 - 2 mg Atropin i.v. und/oder dem Einsatz eines

Herzschrittmachers behoben werden. Falls nötig kann anschliessend ein i.v. Bolus von 10 mg

Glukagon verabreicht werden. Bei Bedarf kann dies wiederholt werden oder gefolgt sein von einer

Glukagoninfusion von 1 - 10 mg/h, je nach Reaktion des Patienten. Falls der Patient nicht auf

Glukagon anspricht oder kein Glukagon vorhanden ist, kann ein Betastimulator wie Dobutamin 2,5

bis 10 µg/kg/Min. i.v. als Infusion gegeben werden (evtl. sind höhere Dosen notwendig).

Aufgrund der positiv inotropen Wirkung kann Dobutamin auch zur Behandlung von Hypotonie und

akuter Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Es ist wahrscheinlich, dass bei schwerwiegender

Überdosierung die erwähnten Dosierungen nicht ausreichen, um die kardiale Wirkung der

Betablockade aufzuheben. Die Dobutamin-Dosis sollte somit, falls notwendig, erhöht werden, um

das erwartete Ansprechen gemäss der klinischen Verfassung des Patienten zu gewährleisten.

Ein Bronchospasmus kann üblicherweise mit einem Bronchodilatator behoben werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07AB03

Atenolol ist ein β1-selektiver Betarezeptorenblocker, frei von membranstabilisierenden

Eigenschaften und sympathomimetischen Eigenwirkungen (ISA). Die Selektivität nimmt mit

steigender Dosis ab.

Die Dosis-Wirkungskurve ist im therapeutischen Bereich flach. Die Wirksamkeit von Salbutamol auf

die Bronchien wird nicht beeinträchtigt. Mit entsprechender Vorsicht kann es daher bei Patienten mit

obstruktiven Atemwegserkrankungen eingesetzt werden.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Atenolol lässt sich, wie bei anderen Betablockern, nicht genau

erklären. Die Verminderung der Pulsfrequenz und der Herz-Kontraktilität bewirkt wahrscheinlich

eine Reduzierung oder Elimination der Symptome bei Angina pectoris.

Atenolol senkt Herzfrequenz und Blutdruck. Es erhöht die AV-Überleitungszeit, die Refraktärzeit

des Vorhofes und des Atrioventrikularknotens. Der antihypertonische Effekt von Atenolol setzt rasch

ein und erreicht sein volles Ausmass nach einer Woche. Bei gleichzeitiger Gabe anderer

Antihypertonika verstärkt sich die therapeutische Wirkung. Pulsfrequenz- und Blutdruckspitzen

werden unter der Behandlung mit Atenolol weitgehend verhütet. Der frühe Einsatz von Atenolol

beim akuten Herzinfarkt reduziert die Infarktgrösse und senkt die Morbidität und Mortalität.

Patienten mit drohendem Infarkt entwickeln seltener einen definitiven Infarkt, die Häufigkeit

ventrikulärer Arrhythmien ist vermindert und die ausgeprägte Schmerzlinderung führt zu einer

Reduktion des Analgetikabedarfs.

Atenolol ist bei den meisten ethnischen Gruppen wirksam und gut verträglich, obgleich schwarze

Patienten möglicherweise weniger stark ansprechen.

Es ist unwahrscheinlich, dass zusätzliche Eigenschaften von S(-)-Atenolol, verglichen mit dem

Racemat, zu anderen therapeutischen Wirkungen führen würden.

Aufgrund ihres negativ inotropen Effektes sollte die Anwendung von Betablockern bei nicht

kompensierter Herzinsuffizienz vermieden werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Atenolol ist hydrophil. Es wird nach oraler Applikation reproduzierbar, aber unvollständig resorbiert

(40-50%). Maximale Blutspiegel werden nach 2-4 h erreicht.

Distribution

Verteilungsvolumen ca. 0,7 l/kg, Plasmaproteinbindung ca. 3%, mittlere Hirnkonzentration 1/7 der

Plasmakonzentration, freie Passage der Plazentaschranke. In der Muttermilch sind die

Konzentrationen etwa dreimal höher als im Blut.

Metabolismus

Atenolol wird nur in geringem Ausmass hepatisch metabolisiert, mehr als 90% der absorbierten

Dosis erscheinen unverändert im Blut.

Elimination

Die mittlere Eliminationshalbwertszeit beträgt 6 h, extrarenale Dosisfraktion (Q0) 0,12; gut

dialysierbar.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

In der Regel keine Kumulation bei einer glomerulären Filtrationsrate von mehr als 35 ml/Min./1,73

m² resp. einem Serumkreatinin von ca. 300 µmol/l (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Atenolol wurde keiner Mutagenitätsprüfung nach modernen Studienprotokollen unterzogen.

Bisherige in vitro und in vivo Tests verliefen klar negativ.

In Langzeituntersuchungen an Ratten und Mäusen ergaben sich keine Hinweise auf ein

tumorerzeugendes Potential von Atenolol.

Reproduktionstoxizität

Das embryotoxische Potential von Atenolol wurde an zwei Tierarten (Ratte, Kaninchen) untersucht.

Fruchtresorption trat bei der Ratte bei 200 mg/kg auf, einer Dosis, die unterhalb des maternal

toxischen Bereiches lag. Missbildungen wurden nicht beobachtet. Eine nachteilige Wirkung auf die

Fertilität wurde nicht festgestellt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Atenolol-Mepha darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, trocken, vor Licht geschützt und nicht über 25 °C lagern. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

50075 (Swissmedic).

Packungen

Atenolol-Mepha 25 Lactab: 30 und 100. (B)

Atenolol-Mepha 50 Lactab: 30 und 100. (B)

Atenolol-Mepha 100 Lactab: 30 und 100. (B)

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Oktober 2007.

Interne Versionsnummer: 2.1

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