Zevalin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Zevalin
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Zevalin
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Therapeutische Radiopharmazeutika
  • Therapiebereich:
  • Lymphom, follikulär
  • Anwendungsgebiete:
  • Zevalin ist bei Erwachsenen indiziert.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/000547
  • Berechtigungsdatum:
  • 16-01-2004
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/000547
  • Letzte Änderung:
  • 06-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

+44 (0)20 7418 8416

-mail

© European Medicines Agency, 2011. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/725154/2011

EMEA/H/C/000547

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Zevalin

Ibritumomab Tiuxetan

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für Zevalin.

Hierin wird erläutert, wie der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) das Arzneimittel beurteilt hat,

um zu seinem befürwortenden Gutachten zur Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen und

seinen Empfehlungen zu den Anwendungsbedingungen für Zevalin zu gelangen.

Was ist Zevalin?

Zevalin ist ein Kit zur Zubereitung einer „radioaktiv markierten“ Infusion (Tropfinfusion in eine Vene)

mit dem Wirkstoff Ibritumomab Tiuxetan.

Wofür wird Zevalin angewendet?

Zevalin wird nicht direkt angewendet, sondern muss vor der Anwendung radioaktiv markiert werden.

Bei der radioaktiven Markierung handelt es sich um ein Verfahren, bei dem eine Substanz mit einer

radioaktiven Verbindung gekennzeichnet (markiert) wird. Zevalin wird radioaktiv markiert, indem es

mit einer Lösung aus radioaktivem Yttrium(

Y)-Chlorid gemischt wird.

Das radioaktiv markierte Arzneimittel wird zur Behandlung erwachsener Patienten mit follikulärem

Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) vom B-Zell-Typ eingesetzt. Hierbei handelt es sich um einen Krebs

des Lymphgewebes (Teil des Immunsystems), der einen bestimmten Typ der weißen

Blutkörperchen namens B-Zellen oder auch B-Lymphozyten betrifft. Zevalin wird bei den folgenden

Gruppen von Patienten angewendet:

Lymphompatienten, bei denen nach ihrer ersten „Induktionstherapie“ (erste Stufe der

chemotherapeutischen Behandlung) eine Remission (Verringerung der Zahl der Krebszellen)

eingetreten ist; Zevalin wird als „Konsolidierungstherapie“ zur Verbesserung der Remission

verabreicht;

Patienten, bei denen Rituximab (ein anderer Wirkstoff zur Behandlung des Non-Hodgkin-

Lymphoms) nicht mehr wirkt oder die Krankheit nach einer Rituximab-Behandlung

wiederaufgetreten ist.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Wie wird Zevalin angewendet?

Radioaktiv markiertes Zevalin sollte nur von qualifiziertem Personal zubereitet und verabreicht werden,

das eine entsprechende Genehmigung für die Anwendung radioaktiver Arzneimittel (Radiopharmaka)

hat.

Vor der Behandlung mit radioaktiv markiertem Zevalin müssen die Patienten zuerst eine Rituximab-

Infusion erhalten (und zwar in einer niedrigeren als der zur Behandlung eingesetzten Dosis), um

zirkulierende B-Zellen zu entfernen, damit nur noch die vom Krebs befallenen B-Zellen im

Lymphgewebe übrig bleiben. Dies ermöglicht eine zielgerichtete Bestrahlung der vom Krebs befallenen

B-Zellen mit Zevalin. Sieben bis neun Tage später werden eine zweite Rituximab-Infusion sowie eine

Injektion des radioaktiv markierten Zevalins vorgenommen. Zevalin muss als langsame Infusion über

einen Zeitraum von zehn Minuten verabreicht werden. Die Zevalin-Dosis wird nach der Anzahl der

Blutkörperchen berechnet, um die dem Zustand des Patienten entsprechende Menge an Radioaktivität

zu verabreichen.

Wie wirkt Zevalin?

Der Wirkstoff in Zevalin, Ibritumomab, ist ein monoklonaler Antikörper. Ein monoklonaler Antikörper

ist ein Antikörper (eine Proteinart), der eine bestimmte Struktur (ein sogenanntes Antigen), die in

bestimmten Körperzellen vorkommt, erkennt und sich daran bindet. Ibritumomab wurde so konzipiert,

dass es an ein bestimmtes Antigen namens CD20 andockt, das sich an der Oberfläche aller B-

Lymphozyten befindet.

Durch die radioaktive Markierung von Zevalin heftet sich das radioaktive Element Yttrium-90 (

Y) an

den Wirkstoff Ibritumomab. Nach Injektion des radioaktiv markierten Arzneimittels befördert der

monoklonale Antikörper die Radioaktivität zu seinem Zielantigen CD20 auf den B-Zellen. Nachdem sich

der Antikörper an das Antigen angeheftet hat, kann die radioaktive Strahlung dort örtlich ihre Wirkung

entfalten und die B-Zellen-Lymphome zerstören.

Wie wurde Zevalin untersucht?

Für die Konsolidierungstherapie wurde Zevalin in einer Hauptstudie mit 414 Patienten untersucht, bei

denen während der Induktionstherapie des Non-Hodgkin-Lymphoms eine teilweise oder vollständige

Remission erreicht worden war. In der Studie wurden Patienten, die Zevalin erhielten, mit Patienten,

die keine zusätzliche Behandlung erhielten, verglichen. Hauptindikator für die Wirksamkeit war die

Überlebensdauer der Patienten ohne Verschlimmerung ihrer Krankheit.

Zevalin wurde ferner an insgesamt 306 Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom untersucht, die entweder

auf andere Behandlungen nicht angesprochen hatten oder deren Krankheit nach einer früheren

Behandlung wiederaufgetreten war. In der Hauptstudie wurde bei 143 Patienten die Wirksamkeit von

Zevalin mit der von Rituximab verglichen. In einer zusätzlichen Studie erhielten 57 Patienten mit

follikulärem Lymphom, die zuvor behandelt worden waren und bei denen Rituximab nicht wirkte,

Zevalin. Hauptindikator für die Wirksamkeit war in beiden Studien die Anzahl der Patienten, deren

Krankheit vollständig oder teilweise auf die Behandlung ansprach.

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Welchen Nutzen hat Zevalin in diesen Studien gezeigt?

Bei der Anwendung von Zevalin als Konsolidierungstherapie überlebten die Patienten länger, ohne dass

sich ihre Krankheit verschlimmerte, als wenn sie keine weitere Behandlung erhielten. Patienten, die

radioaktiv markiertes Zevalin erhielten, überlebten durchschnittlich 37 Monate, bis sich ihre Krankheit

verschlimmerte, im Vergleich zu 14 Monaten bei Patienten, die keine weitere Behandlung erhielten. Die

Zahl der Patienten, die Rituximab als Teil ihrer Induktionstherapie erhalten hatten, war jedoch zu

gering, um bestimmen zu können, ob die Anwendung von Zevalin als Konsolidierungsbehandlung bei

diesen Patienten von Vorteil wäre.

Bei Patienten, die entweder auf andere Behandlungen nicht angesprochen hatten oder deren Krankheit

nach einer früheren Behandlung wiederaufgetreten war, war Zevalin wirksamer als Rituximab. So

betrug das Ansprechen bei Patienten, die radioaktiv markiertes Zevalin erhalten hatten, 80 % im

Vergleich zu 56 % bei Patienten unter Rituximab. Allerdings dauerte es bei beiden Gruppen gleich

lange, bis sich die Krankheit nach der Behandlung verschlimmerte (etwa zehn Monate). In der

zusätzlichen Studie sprach etwa die Hälfte der Patienten auf das radioaktiv markierte Zevalin an.

Welches Risiko ist mit Zevalin verbunden?

Radioaktiv markiertes Zevalin ist radioaktiv, und seine Anwendung kann ein gewisses Risiko der

Entstehung von Krebs sowie vererbbarer Defekte beinhalten. Der verschreibende Arzt hat

sicherzustellen, dass die Risiken der radioaktiven Strahlenbelastung geringer sind als das von der

Erkrankung selbst ausgehende Risiko. Die häufigsten Nebenwirkungen von Zevalin (beobachtet bei

mehr als 1 von 10 Patienten) sind Anämie (verminderte Zahl der roten Blutkörperchen),

Leukozytopenie und Neutropenie (verminderte Zahl weißer Blutkörperchen), Thrombozytopenie

(verminderte Zahl der Blutplättchen), Asthenie (Kraftlosigkeit und Schwäche), Pyrexie (Fieber), Rigor

(Steifheit) und Nausea (Übelkeit). Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Zevalin

berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Zevalin darf nicht bei Patienten angewendet werden, die möglicherweise überempfindlich (allergisch)

gegen Ibritumomab, Yttriumchlorid, Mausproteine oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Zevalin

darf nicht bei Schwangeren oder stillenden Müttern angewendet werden.

Warum wurde Zevalin zugelassen?

Der CHMP gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen von Zevalin als Konsolidierungstherapie nach

einer Remissionsinduktion bei zuvor unbehandelten Patienten mit follikulärem Lymphom und bei der

Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem nach einer Behandlung mit Rituximab

rezidivierenden (wiederkehrenden) oder refraktären (unempfänglichen) CD20-positiven follikulären

Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) vom B-Zell-Typ gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, die

Genehmigung für das Inverkehrbringen von Zevalin zu erteilen.

Zevalin wurde ursprünglich unter „außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen, da es nicht möglich

gewesen war, umfassende Informationen über Zevalin zu erlangen. Da der Hersteller von Zevalin die

geforderten zusätzlichen Informationen vorgelegt hatte, wurden die besonderen Bedingungen am

22. Mai 2008 aufgehoben.

Weitere Informationen über Zevalin:

Am 16. Januar 2004 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Zevalin in der gesamten Europäischen Union.

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Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Zevalin finden Sie auf der Website der Agentur:

ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European Public Assessment Reports

. Wenn Sie

weitere Informationen zur Behandlung mit Zevalin benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage

(ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 09-2011 aktualisiert.

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Zevalin 1,6 mg/ml Kit für ein radioaktives Arzneimittel zur Infusion

Ibritumomab-Tiuxetan [

90

Y]

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses Arzneimittel

verabreicht wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Zevalin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Verabreichung von Zevalin beachten?

Wie ist Zevalin anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Zevalin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST ZEVALIN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Bei diesem Arzneimittel handelt es sich um ein radioaktives Arzneimittel, das ausschließlich zur

Therapie vorgesehen ist.

Zevalin ist ein Kit für die Zubereitung des Wirkstoffs Ibritumomab-Tiuxetan [

Y], eines mit der

radioaktiven Substanz Yttrium-90 (

Y) markierten monoklonalen Antikörpers. Zevalin bindet an ein

Eiweiß (CD20) auf der Oberfläche bestimmter weißer Blutkörperchen (B-Zellen) und tötet diese

durch Bestrahlung.

Zevalin wird zur Behandlung von Patienten verwendet, die an einer speziellen Untergruppe von B-

Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen leiden (CD20-positives indolentes oder transformiertes B-Zell-NHL),

wenn eine vorangegangene Behandlung mit Rituximab, einem anderen monoklonalen Antikörper,

nicht gewirkt hat oder nicht mehr wirkt (refraktäre oder rezidivierte Erkrankung).

Zevalin wird außerdem bei bisher unbehandelten Patienten mit follikulären Lymphomen angewendet.

Es wird als

Konsolidierungstherapie

zur Verbesserung der mit der ersten Chemotherapie erreichten

Verminderung der Anzahl von Lymphomzellen (Remission) eingesetzt.

Bei der Anwendung von Zevalin werden Sie geringen Mengen an Radioaktivität ausgesetzt. Ihr Arzt

und der Nuklearmediziner sind zu der Auffassung gelangt, dass für Sie der klinische Nutzen der

Behandlung mit diesem radioaktiven Arzneimittel die strahlungsbedingten Risiken überwiegt.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER VERABREICHUNG VON ZEVALIN BEACHTEN?

Zevalin darf Ihnen nicht verabreicht werden,

wenn Sie

allergisch

gegen einen der folgenden Wirkstoffe sind:

Ibritumomab-Tiuxetan, Yttriumchlorid oder einen der in Abschnitt 6 („Was Zevalin enthält“)

genannten sonstigen Bestandteile von Zevalin sind.

Rituximab oder andere Eiweiße aus Mäusen

Wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe auch den Abschnitt „Schwangerschaft und

Stillzeit“).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Zevalin ist erforderlich:

Die Anwendung von Zevalin wird in folgenden Fällen nicht empfohlen, da seine Sicherheit und

Wirksamkeit nicht belegt sind:

wenn mehr als ein Viertel

Ihres Knochenmarks bösartige, krankhaft veränderte Zellen

enthält.

wenn ein Viertel oder mehr Ihres Knochenmarks

einer früheren äußerlichen

Strahlenbehandlung

(eine Form der Strahlentherapie) ausgesetzt war.

wenn Sie nur Zevalin erhalten und die Zahl der Blutplättchen bei Ihnen geringer als

100.000/mm

3

ist.

wenn nach Chemotherapie die Anzahl der Blutplättchen bei Ihnen geringer als 150.000/

mm

3

ist.

wenn die Anzahl der weißen Blutzellen bei Ihnen geringer als 1.500/mm

3

ist.

wenn Sie

zuvor

eine Knochenmarktransplantation oder Blutstammzellenbehandlung

erhalten haben.

Falls Sie vor der Behandlung mit Zevalin mit anderen Eiweißstoffen

(insbesondere von Mäusen)

behandelt wurden,

ist das Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion (Allergie) erhöht. Daher kann

bei Ihnen ein Test auf bestimmte Antikörper erforderlich werden.

Die Anwendung von Zevalin wird außerdem nicht für Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen

empfohlen, die das Gehirn und/oder Rückenmark befallen haben, da diese Patienten nicht in

klinischen Studien eingeschlossen waren.

Kinder

Die Anwendung von Zevalin bei Kindern unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da seine Sicherheit

und Wirksamkeit nicht belegt sind.

Ältere Patienten

Zu älteren Patienten (ab 65 Jahren) liegen begrenzte Daten vor. Es wurden keine grundsätzlichen

Unterschiede im Hinblick auf die Sicherheit und Wirksamkeit zwischen älteren und jüngeren

Patienten beobachtet.

Anwendung von Zevalin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw.

vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich dabei nicht um

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Ihr Arzt muss insbesondere eine Behandlung mit Wachstumsfaktoren wie Filgrastim über einen

Zeitraum von drei Wochen vor sowie zwei Wochen nach der Verabreichung von Zevalin

unterbrechen.

Wenn Sie Zevalin weniger als 4 Monate nach einer Chemotherapie erhalten, in deren Rahmen der

Wirkstoff Fludarabin verabreicht wurde, kann das Risiko einer Verminderung der Anzahl von

Blutkörperchen erhöht sein.

Wenn Sie nach der Anwendung von Zevalin geimpft werden sollen, teilen Sie bitte Ihrem Arzt mit,

dass Sie Zevalin erhalten haben.

Schwangerschaft und Stillzeit

Zevalin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Ihr Arzt wird vor der

Behandlung Tests zum Ausschluss einer Schwangerschaft durchführen. Empfängnisfähige Frauen und

männliche Patienten müssen während der Behandlung mit Zevalin sowie über einen Zeitraum von

einem Jahr nach Ende der Behandlung zuverlässige empfängnisverhütende Maßnahmen anwenden.

Es besteht ein mögliches Risiko, dass die von Zevalin ausgehende ionisierende Strahlung Ihre

Eierstöcke bzw. Ihre Hoden schädigen könnte. Bitte fragen Sie Ihren Arzt, wie sich dies in Ihrem Fall

auswirken könnte, insbesondere wenn Sie planen, zukünftig Kinder zu bekommen.

Frauen dürfen während der Behandlung sowie über einen Zeitraum von 12 Monaten danach nicht

stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Zevalin kann Ihre Fähigkeit zum Steuern eines Fahrzeuges bzw. Bedienen von Maschinen

beeinträchtigen, da Schwindel häufig als Nebenwirkung auftritt. Seien Sie daher vorsichtig, bis Sie

sicher sind, dass Zevalin Ihr Reaktionsvermögen nicht beeinträchtigt.

Zevalin enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält je nach Radioaktivitätskonzentration bis zu 28 mg Natrium pro Dosis.

Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

WIE IST ZEVALIN ANZUWENDEN?

Es gibt strenge Gesetze zur Anwendung, Handhabung und Beseitigung von radioaktiven

Arzneimitteln. Zevalin wird ausschließlich in speziellen kontrollierten Bereichen angewendet. Dieses

Arzneimittel wird nur von Personen gehandhabt und Ihnen verabreicht, die in der sicheren

Anwendung geschult und hierfür qualifiziert sind. Diese Personen achten besonders auf die sichere

Anwendung dieses Arzneimittels und informieren Sie stets über die von ihnen vorgenommenen

Maßnahmen.

Die Dosis von Zevalin hängt von Ihrem Körpergewicht, der Zahl Ihrer Blutplättchen und von der

Erkrankung ab, zu deren Behandlung Zevalin verwendet wird (Anwendungsgebiet). Die

Maximaldosis darf 1200 MBq (Megabequerel, eine Einheit zur Messung von Radioaktivität) nicht

überschreiten.

Zevalin wird zusammen mit einem anderen Arzneimittel angewendet, das den Wirkstoff Rituximab

enthält.

Sie erhalten im Rahmen von zwei Besuchen an einer medizinischen Einrichtung im Abstand von 7 bis

9 Tagen insgesamt 3 Infusionen.

An Tag 1 erhalten Sie eine Infusion Rituximab.

An Tag 7, 8 oder 9 erhalten Sie eine Infusion Rituximab und kurz darauf (innerhalb von

4 Stunden) eine Infusion Zevalin.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Zur Konsolidierungstherapie bei Patienten mit follikulären Lymphomen

Die übliche Dosis beträgt 15 MBq/kg Körpergewicht.

Zur Behandlung von Patienten mit rezidivierten oder refraktären Non-Hodgkin-Lymphomen, die auf

Rituximab nicht ansprechen

Die übliche Dosis beträgt je nach der Zahl Ihrer Blutplättchen 11 oder 15 MBq pro kg

Körpergewicht.

Zubereitung von Zevalin

Zevalin wird nicht direkt verabreicht, sondern muss zunächst von einer medizinischen Fachperson

zubereitet werden. Das Kit ermöglicht die Kopplung des Antikörpers Ibritumomab-Tiuxetan mit dem

radioaktiven Isotop Yttrium

Y (Radiomarkierung).

Wie wird Zevalin verabreicht?

Zevalin wird durch intravenöse Infusion (Tropf in eine Vene) über eine Dauer von in der Regel etwa

10 Minuten verabreicht.

Hinweise für die Zeit nach der Anwendung von Zevalin

Die Strahlenmenge, der Ihr Körper durch Zevalin ausgesetzt sein wird, ist geringer als die bei einer

Radiotherapie. Ein Großteil der Radioaktivität zerfällt innerhalb des Körpers, doch ein kleiner Anteil

wird über den Urin ausgeschieden. Daher müssen Sie sich über einen Zeitraum von einer Woche nach

der Zevalin-Infusion nach jedem Wasserlassen gründlich die Hände waschen.

Nach der Behandlung wird Ihr Arzt in regelmäßigen Abständen Blutuntersuchungen durchführen, um

die Anzahl Ihrer Blutplättchen und weißen Blutkörperchen zu kontrollieren. Diese Werte nehmen in

der Regel etwa zwei Monate nach Beginn der Behandlung ab.

Falls Ihr Arzt vorhat, Sie nach der Behandlung mit Zevalin mit einem anderen Antikörper zu

behandeln, sind Tests auf bestimmte Antikörper erforderlich. Ihr Arzt teilt Ihnen mit, ob dies auf Sie

zutrifft.

Wenn Ihnen eine größere Menge von Zevalin verabreicht wurde, als Sie bekommen sollten

Falls es bei Ihnen zu besonders schädlichen Wirkungen kommen sollte, wird Ihr Arzt Sie

entsprechend behandeln. Dies kann das Absetzen der Behandlung mit Zevalin sowie eine Behandlung

mit Wachstumsfaktoren oder Ihren eigenen Stammzellen umfassen.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch Zevalin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Informieren Sie

umgehend

Ihren Arzt, wenn Sie Symptome einer der folgenden Nebenwirkungen

bemerken:

Infektion:

Fieber, Schüttelfrost

Blutvergiftung (Sepsis):

Fieber und Schüttelfrost, Bewusstseinstrübungen, beschleunigte

Atmung, Herzrasen, verminderte Harnproduktion, Blutdruckabfall, Schock, Probleme mit

Blutungen oder der Blutgerinnung

Infektionen der Lunge (Pneumonie):

Atemnot

Niedrige Anzahl von Blutkörperchen:

ungewöhnliche blaue Flecken, eine ungewöhnlich

starke Blutungsneigung nach Verletzungen, Fieber oder wenn Sie sich außergewöhnlich

abgeschlagen fühlen oder unter Atemnot leiden

Schwere Schleimhautreaktionen,

die Tage oder Monate nach der Verabreichung von

Zevalin und/oder Rituximab auftreten können. Ihr Arzt wird die Behandlung sofort abbrechen.

Extravasation

(Austreten der Infusion in das umliegende Gewebe): Schmerzen, Brennen,

Stechen oder andere Reaktionen an der Infusionsstelle während der Verabreichung. Ihr Arzt

wird die Infusion sofort abbrechen und eine andere Vene verwenden.

Allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen)/Infusionsreaktionen:

Symptome

einer allergischen Reaktion/Infusionsreaktion können Hautreaktionen, Atemnot, Schwellung,

Juckreiz, Hautrötung, Schüttelfrost, Schwindel (mögliches Zeichen für niedrigen Blutdruck)

sein. Ihr Arzt entscheidet aufgrund der Art/des Schweregrads der Reaktion, ob die

Behandlung sofort abgebrochen werden muss.

Die mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Nebenwirkungen haben in einigen Fällen, entweder in

klinischen Studien oder nach der Marktzulassung des Produkts, zum Tod geführt.

Die mit zwei Sternchen (**) gekennzeichneten Nebenwirkungen wurden zusätzlich unter

Konsolidierungstherapie beobachtet.

Sehr häufige

Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

verminderte Anzahl von Blutplättchen, weißen und roten Blutkörperchen

Thrombozytopenie, Leukopenie, Neutropenie, Anämie

Übelkeit

Schwäche, Fieber, Schüttelfrost

(Rigor)

Infektion*

Müdigkeit**

rote, stecknadelkopfgroße Flecken unter der Haut (

Petechien

Häufige

Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Blutvergiftung (

Sepsis

)*; Infektion der Lunge

(Pneumonie)

*; Harnwegsinfektion;

Pilzinfektionen im Mund wie z. B. Mundsoor (

orale Candidiasis

andere Krebserkrankungen des Bluts (

Myelodysplastisches Syndrom (MDS)/ akute

myeloische Leukämie (AML)

)*;**; Tumorschmerzen

Fieber mit Abnahme der Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen

(febrile Neutropenie);

verminderte Anzahl aller Blutkörperchen

(Panzytopenie)

*; verminderte Anzahl von

Lymphozyten

(Lymphopenie)

allergische Reaktionen (

Überempfindlichkeitsreaktionen

starker Appetitverlust

(Anorexie)

Angstzustände; Schlaflosigkeit (

Insomnie

Schwindel; Kopfschmerzen

Blutung aufgrund erniedrigter Anzahl von Blutplättchen*

Husten; Nasenlaufen

Erbrechen, Bauchschmerzen (

abdominale Schmerzen

); Durchfall; Verdauungsstörungen;

Rachenreizung; Verstopfung

Ausschlag; Juckreiz (

Pruritus

Gelenkschmerzen (

Arthralgie

); Muskelschmerzen (

Myalgie

); Rückenschmerzen;

Nackenschmerzen

Schmerzen; grippeähnliche Beschwerden; allgemeines Krankheitsgefühl (

Malaise

Schwellungen infolge von Flüssigkeitsansammlung in Armen, Beinen und anderen Geweben

periphere Ödeme

); vermehrtes Schwitzen

hoher Blutdruck (

Hypertonie

niedriger Blutdruck (

Hypotonie

Ausbleiben der Regelblutung (

Amenorrhoe

Gelegentliche

Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

beschleunigter Herzschlag (

Tachykardie

Seltene

Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

gutartiger Hirntumor (

Meningeom

Blutung im Kopf aufgrund erniedrigter Anzahl von Blutplättchen*

Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit:

Reaktionen der Haut und Schleimhäute (einschließlich

Stevens-Johnson-Syndrom

*

Austreten der Infusion in das umliegende Gewebe (

Extravasation

), das zur Entzündung der

Haut

(Dermatitis an der Infusionsstelle)

und Hautabschälung (

Desquamation an der

Infusionsstelle

) oder Geschwüren an der Infusionsstelle führt

Schädigung des Gewebes in der Umgebung des Lymphsystem-Tumors und Komplikationen

infolge einer Schwellung eines solchen Tumors

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem* anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST ZEVALIN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen Zevalin nach dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Dieses Arzneimittel wird von einer medizinischen Fachperson aufbewahrt.

Im Kühlschrank lagern (2°C bis 8 °C). Nicht einfrieren.

Durchstechflaschen in der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Die Lagerung sollte in Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften für radioaktive Stoffe

erfolgen.

Nach der Radiomarkierung wird eine unverzügliche Anwendung empfohlen: Die Stabilität wurde bei

2°C bis 8°C und Lichtschutz für 8 Stunden nachgewiesen.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Zevalin enthält

Der Wirkstoff ist Ibritumomab-Tiuxetan. Eine Durchstechflasche enthält 3,2 mg Ibritumomab-

Tiuxetan in 2 ml Lösung (1,6 mg pro ml).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Durchstechflasche mit Ibritumomab-Tiuxetan-Lösung: Natriumchlorid, Wasser für

Injektionszwecke

Durchstechflasche mit Natriumacetatlösung: Natriumacetat, Wasser für Injektionszwecke

Durchstechflasche mit Formulierungspufferlösung: Humanalbumin-Lösung, Natriumchlorid,

Dinatriumhydrogenphosphat 12 H

O, Natriumhydroxid, Kaliumdihydrogenphosphat,

Kaliumchlorid, Pentetinsäure, Salzsäure (verdünnt) zur pH-Einstellung, Wasser für

Injektionszwecke

Die endgültige Formulierung nach Radiomarkierung enthält 2,08 mg [

Y] Ibritumomab-Tiuxetan in

einem Gesamtvolumen von 10 ml.

Wie Zevalin aussieht und Inhalt der Packung

Zevalin ist ein Kit für ein radioaktives Arzneimittel zur Infusion. Das Kit enthält:

Eine Ibritumomab-Tiuxetan-Durchstechflasche aus Glas mit 2 ml klarer, farbloser Lösung

Eine Natriumacetat-Durchstechflasche aus Glas mit 2 ml klarer, farbloser Lösung

Eine Formulierungspuffer-Durchstechflasche aus Glas mit 10 ml klarer, gelber bis

bernsteinfarbener Lösung

Eine Reaktionsflasche (leer)

Pharmazeutischer Unternehmer

Spectrum Pharmaceuticals B.V.

Prins Bernhardplein 200

1097 JB Amsterdam

Niederlande

Hersteller

CIS bio international

RN 306- Saclay

B.P. 32

91192 Gif-sur-Yvette Cedex

Frankreich

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.

Diese Packungsbeilage ist auf den Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur in allen EU-

Amtssprachen verfügbar.

ANHANG IV

WISSENSCHAFTLICHE SCHLUSSFOLGERUNGEN UND GRÜNDE FÜR DIE ÄNDERUNG

DER BEDINGUNGEN DER GENEHMIGUNG(EN) FÜR DAS INVERKEHRBRINGEN

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Der CHMP ist unter Berücksichtigung des PRAC-Beurteilungsberichts zum PSUR/zu den PSURs

für Ibritumomab-Tiuxetan zu den folgenden wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gelangt:

Der PRAC war der Ansicht, dass die Informationen zu myelodysplastischem Syndrom (MDS)/

akuter myeloischer Leukämie (AML) in Abschnitt 4.8 der Zusammenfassung der Merkmale des

Arzneimittels näher ausgeführt werden müssen. Es ist anzugeben, dass die als „häufig“ eingestufte

Häufigkeit dieser unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) aus einer Studie zur

Konsolidierungstherapie nach Remissionsinduktion bei zuvor unbehandelten Patienten mit

follikulärem Lymphom abgeleitet wurde. Die Beschreibung der UAW im gleichen Abschnitt der

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels ist entsprechend zu ändern, um zu

verdeutlichen, welche Aussagen sich auf jede der beiden Indikationen beziehen

(Konsolidierungstherapie bei follikulärem Lymphom gegenüber rezidiviertem oder refraktärem

Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)). Die Packungsbeilage ist dementsprechend ebenfalls zu ändern.

Der CHMP stimmt den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC zu.

Gründe für die Änderung der Bedingungen der Genehmigung(en) für das Inverkehrbringen

Der CHMP ist auf der Grundlage der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen für Ibritumomab-

Tiuxetan der Auffassung, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis des Arzneimittels/der Arzneimittel,

das/die Ibritumomab-Tiuxetan enthält/enthalten, vorbehaltlich der vorgeschlagenen Änderungen der

Produktinformation, unverändert ist.

Der CHMP empfiehlt, die Bedingungen der Genehmigung(en) für das Inverkehrbringen zu ändern.