Zalmoxis

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  • Erhältlich in:
  • Zalmoxis
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antineoplastische Mittel
  • Therapiebereich:
  • Hämatopoetische Stammzelltransplantation
  • Anwendungsgebiete:
  • Zalmoxis ist als Zusatztherapie bei haploidentischen hämatopoetischen Stammzelltransplantationen (HSZT) von erwachsenen Patienten mit hämatologischen Hochrisiko-Malignomen indiziert.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/002801
  • Berechtigungsdatum:
  • 18-08-2016
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/002801
  • Letzte Änderung:
  • 05-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

© European Medicines Agency, 2016. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/454627/2016

EMEA/H/C/002801

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Zalmoxis

Allogene T-Zellen, die mit einem retroviralen Vektor genetisch modifiziert

sind, der eine verkürzte Form des humanen Nervenwachstumsfaktor-

Rezeptors mit niedriger Affinität (ΔLNGFR) und die Herpes-simplex-Virus-

Typ-I- Thymidinkinase (HSV-TK Mut2) codiert

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für

Zalmoxis. Hierin wird erläutert, wie die Agentur das Arzneimittel beurteilt hat, um zu ihren

Empfehlungen für die Zulassung des Arzneimittels in der EU und die Anwendungsbedingungen zu

gelangen. Diese Zusammenfassung ist nicht als praktischer Rat zur Anwendung von Zalmoxis zu

verstehen.

Wenn Sie als Patient praktische Informationen über Zalmoxis benötigen, lesen Sie bitte die

Packungsbeilage oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Zalmoxis und wofür wird es angewendet?

Zalmoxis ist ein Arzneimittel, das als Begleittherapie bei Erwachsenen angewendet wird, die eine

hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT, eine Transplantation von Zellen, aus denen sich

unterschiedliche Arten von Blutzellen entwickeln können) von einem Spender erhalten haben, dessen

Gewebe teilweise mit dem Gewebe des Empfängers übereinstimmt (so genannte haploidentische

Transplantation). Zalmoxis wird bei Patienten angewendet, die eine haploidentische HSCT erhalten

haben, weil sie an einer schwerwiegenden Form von Blutkrebs leiden, wie bestimmte Leukämien oder

Lymphome. Bevor Patienten eine HSCT erhalten, wird eine Therapie bei ihnen durchgeführt, um die

existierenden Zellen aus dem Knochenmark zu entfernten werden, einschließlich Krebszellen und

Immunzellen. Zalmoxis wird verabreicht, um die Patienten bei der Erholung ihres Immunsystems nach

der Transplantation zu unterstützen.

Zalmoxis gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln für neuartige Therapien, die „somatische

Zelltherapeutika“ genannt werden. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die Zellen oder Gewebe

Zalmoxis

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enthalten, die so behandelt wurden, dass sie zur Heilung, Diagnose oder Vorbeugung von Krankheiten

verwendet werden können. Zalmoxis enthält T-Zellen (eine Form weißer Blutkörperchen), die genetisch

modifiziert wurden

. Um Zalmoxis herzustellen, werden T-Zellen von dem HSCT-Spender vom Rest der

Zellen im Transplantat abgetrennt. Diese T-Zellen werden dann genetisch modifiziert und enthalten

danach ein „Selbstmord-Gen“.

Da es nur wenige Patienten gibt, die sich einer haploidentischen HSCT unterziehen, wurde Zalmoxis

am 20. Oktober 2003 als Arzneimittel für seltene Leiden (ein so genanntes Orphan-Arzneimittel)

ausgewiesen.

Wie wird Zalmoxis angewendet?

Zalmoxis ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Behandlung darf nur unter Aufsicht eines

Arztes erfolgen, der über Erfahrung in der Behandlung von Blutkrebs mittels HSCT verfügt.

Zalmoxis wird für die Anwendung als patientenspezifisches Arzneimittel hergestellt. Es wird im

Zeitraum von 21 bis 49 Tagen nach einer Transplantation verabreicht, jedoch nur dann, wenn das

Immunsystem der Patienten noch nicht durch das Transplantat wiederhergestellt wurde, und wenn bei

den Patienten keine Graft-versus-Host-Reaktion aufgetreten ist (Reaktion, bei der transplantierte

Zellen den Körper angreifen).

Zalmoxis wird über einen Zeitraum von 20 bis 60 Minuten als Infusion (Tropf) in eine Vene verabreicht,

im Abstand von etwa einem Monat, maximal vier Mal, bis die Anzahl der zirkulierenden T-Zellen einen

bestimmten Wert erreicht hat. Die Dosis von Zalmoxis richtet sich nach dem Körpergewicht des

Patienten.

Nähere Informationen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Wie wirkt Zalmoxis?

Wird Zalmoxis nach der Transplantation verabreicht, unterstützt es die Patienten dabei, ihr

Immunsystem wieder aufzubauen und hilft so, sie vor Infektionen zu schützen. Die in Zalmoxis

enthaltenen T-Zellen können jedoch gelegentlich den Körper eines Patienten angreifen und so eine

Graft-versus-Host-Reaktion auslösen. Die in Zalmoxis enthaltenen T-Zellen verfügen über ein

Selbstmord-Gen, das sie anfällig für die Arzneimittel Ganciclovir und Valganciclovir macht. Tritt bei

einem Patienten eine Graft-versus-Host-Reaktion auf, werden Ganciclovir oder Valganciclovir

verabreicht, die diese T-Zellen mit Selbstmord-Gen abtöten und so die Erkrankung behandeln und ihr

weiteres Fortschreiten verhindern.

Welchen Nutzen hat Zalmoxis in den Studien gezeigt?

Zalmoxis wurde in einer Hauptstudie mit 30 Patienten untersucht, bei denen eine haploidentische HSCT

zur Behandlung schwerwiegender Formen von Blutkrebs vorgenommen wurde. In dieser Studie wurde

Zalmoxis mit keiner anderen Behandlung verglichen. Der Hauptindikator für Wirksamkeit war die

Rekonstitution des Immunsystems, gemessen an der Zahl der T-Zellen im Blut. Bei 77% der

Patienten, die Zalmoxis erhielten (23 von 30), erholte sich das Immunsystem. Eine Graft-versus-Host-

Reaktion trat bei 10 Patienten auf, die daraufhin Ganciclovir oder Valganciclovir erhielten, entweder

allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln. Alle 10 Patienten erholten sich von der Graft-

versus-Host-Reaktion.

Allogene T-Zellen, die mit einem retroviralen Vektor genetisch modifiziert sind, der eine verkürzte Form des humanen

Nervenwachstumsfaktor-Rezeptors mit niedriger Affinität (ΔLNGFR) und die Herpes-simplex-Virus-Typ-I- Thymidinkinase

(HSV-TK Mut2) codiert

Zalmoxis

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Die Daten der Hauptstudie wurden auch mit Daten aus einer zweiten derzeit laufenden Studie

kombiniert, und die Überlebensraten für 37 mit Zalmoxis behandelte Patienten (23 aus der Hauptstudie

und 14 aus der laufenden Studie) wurden mit Raten aus einer Datenbank von 140 Patienten

verglichen, die sich in der Vergangenheit einer haploidentischen HSCT unterzogen hatten. Die Anzahl

der Patienten, die nach einem Jahr noch lebten, lag bei 51 % für Patienten, die Zalmoxis erhalten

hatten, verglichen mit 34 bis 40 % für Patienten, die nicht mit Zalmoxis behandelt worden waren.

Welche Risiken sind mit Zalmoxis verbunden?

Eine sehr häufige Nebenwirkung einer Behandlung mit Zalmoxis (die mehr als 1 von 10 Personen

betreffen kann) ist eine akute Graft-versus-Host-Reaktion (wenn die Reaktion innerhalb von etwa 100

Tagen nach der Transplantation auftritt). Bei Anwendung von Zalmoxis kann diese Reaktion mit

Ganciclovir oder Valganciclovir behandelt werden.

Zalmoxis darf nicht bei Patienten angewendet werden, bei denen das Immunsystem sich rekonstituiert

hat. Es darf auch nicht bei Patienten angewendet werden, bei denen bereits eine Graft-versus-Host-

Reaktion aufgetreten ist, die einer Behandlung bedarf.

Die vollständige Auflistung der Einschränkungen und im Zusammenhang mit Zalmoxis berichteten

Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Warum wurde Zalmoxis zugelassen?

Es wurde gezeigt, dass Zalmoxis dazu beiträgt, das Immunsystem von Patienten zu rekonstituieren,

die zur Behandlung schwerwiegender Formen von Blutkrebs eine haploidentische HSCT erhalten

haben; bei diesen Patienten ist die Anzahl der therapeutischen Optionen begrenzt, und ihre Prognose

ist ungünstig. Das Sicherheitsprofil von Zalmoxis wird als akzeptabel eingestuft. Das Hauptrisiko ist

eine Graft-versus-Host-Reaktion, die jedoch erfolgreich mit Ganciclovir oder Valganciclovir behandelt

werden kann, die die T-Zellen abtöten, die in Zalmoxis enthalten sind.

Zwar werden weitere Daten benötigt, um den Umfang des Nutzens zu bestimmen, dennoch gelangte

der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Agentur zu dem Schluss, dass der Nutzen von

Zalmoxis gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, es für die Anwendung in der EU zuzulassen.

Zalmoxis wurde „unter Auflagen” zugelassen. Dies bedeutet, dass weitere Nachweise für das

Arzneimittel erwartet werden, die das Unternehmen bereitstellen muss. Die Europäische Arzneimittel-

Agentur (EMA) wird jedes Jahr sämtliche neuen Informationen prüfen, die verfügbar werden, und die

vorliegende Zusammenfassung wird gegebenenfalls aktualisiert.

Welche Informationen werden für Zalmoxis noch erwartet?

Da Zalmoxis unter Auflagen zugelassen wurde, wird das Unternehmen, das Zalmoxis in Verkehr bringt,

die Ergebnisse einer derzeit laufenden Studie mit Hochrisiko-Patienten bereitstellen, die an akuter

Leukämie leiden. In der Studie wird eine haploidentische HSCT gefolgt von einer Behandlung mit

Zalmoxis verglichen mit haploidentischer HSCT, die T-Zellen enthält, gefolgt von einer Behandlung mit

Cyclophosphamid (einem Arzneimittel zur Vorbeugung einer Graft-versus-Host-Reaktion), sowie

haploidentischer HSCT ohne T-Zellen.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Zalmoxis ergriffen?

Das Unternehmen, das Zalmoxis in Verkehr bringt, wird für Angehörige der Heilberufe

Schulungsmaterial mit detaillierten Informationen über die Risiken bereitstellen, einschließlich der

Zalmoxis

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Graft-versus-Host-Reaktion, sowie über die korrekte Anwendung des Arzneimittels. Das Unternehmen

wird auch Daten von allen Patienten, die mit Zalmoxis behandelt wurden, in einem Register

zusammentragen und ihren Zustand nach der Therapie überwachen, um die langfristige Sicherheit und

Wirksamkeit des Arzneimittels zu untersuchen.

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Zalmoxis, die

von Angehörigen der Heilberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden auch in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Weitere Informationen über Zalmoxis

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Zalmoxis finden Sie auf der Website der Agentur:

ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European public assessment reports

. Wenn Sie

weitere Informationen zur Behandlung mit Zalmoxis benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage

(ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Zusammenfassung des Gutachtens des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden zu Zalmoxis

finden Sie auf der Website der Agentur:

ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/Rare disease

designation.

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Zalmoxis

5 – 20 x 10

6

Zellen/ml Infusionsdispersion

Allogene T-Zellen, die mit einem retroviralen Vektor genetisch modifiziert sind, der eine verkürzte

Form des humanen Nervenwachstumsfaktor-Rezeptors mit niedriger Affinität (ΔLNGFR) und die

Herpes-simplex-Virus-Typ-I-Thymidinkinase (HSV-TK Mut2) codiert

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder einen anderen Arzt, der

Erfahrung in der medizinischen Behandlung von Blutkrebs hat.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder einen anderen Arzt,

der Erfahrung in der medizinischen Behandlung von Blutkrebs hat. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Zalmoxis und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Zalmoxis beachten?

Wie ist Zalmoxis anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Zalmoxis aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST ZALMOXIS

UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Zalmoxis besteht aus weißen Blutzellen, die als T-Zellen bezeichnet werden und von einem Spender

stammen. Diese Zellen werden genetisch modifiziert, indem ein „Suizidgen“ (HSV-TKMut2) in ihren

genetischen Code eingeschleust wird, das später im Falle einer Graft-versus-host-Krankheit aktiviert

werden kann. Damit wird sichergestellt, dass diese Zellen entfernt werden, bevor sie die Zellen des

Patienten schädigen können.

Zalmoxis wird bei Erwachsenen mit bestimmten Tumoren des Blutes angewendet, die als

hämatologische Malignitäten mit hohem Risiko bekannt sind. Es wird nach haploidentischer

Knochenmarktransplantation (hämatopoetische Zelltransplantation) verabreicht. Haploidentisch

bedeutet, dass die Zellen von einem Spender stammen, dessen Gewebe teilweise mit dem Gewebe des

Patienten übereinstimmt. Zalmoxis wird angewendet, um eine Komplikation bei Transplantationen,

die nicht vollständig übereinstimmen, zu verhindern, die als „Graft-versus-host-Krankheit“ bezeichnet

wird, bei der die Spenderzellen die körpereigenen Zellen des Patienten angreifen.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON ZALMOXIS BEACHTEN?

Zalmoxis darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Ihr CD3+ Lymphozytenwert in Ihren Blutuntersuchungen vor der Infusion bei mindestens

100 pro μl liegen.

wenn Sie an Graft-versus-host-Krankheit leiden, die mit Medikamenten zur Unterdrückung

Ihres Immunsystems behandelt werden muss.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Zalmoxis ist ein patientenspezifisches Arzneimittel und darf unter keinen Umständen bei anderen

Patienten angewendet werden.

Ihr Arzt wird Ihre Therapie engmaschig überwachen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie

Zalmoxis anwenden,

wenn Sie an Infektionen leiden, die zum Zeitpunkt der Infusion mit GCV oder VCV (antivirale

Arzneimittel) behandelt werden müssen. In diesem Fall ist die Behandlung mit Zalmoxis erst 24

Stunden nach Abschluss der antiviralen Therapie zu beginnen.

wenn Sie an Graft-versus-host-Krankheit leiden, die mit Medikamenten zur Unterdrückung

Ihres Immunsystems behandelt werden muss.

wenn Sie nach einer Stammzelltransplantation Medikamente zur Unterdrückung Ihres

Immunsystems oder G-CSF (der das Knochenmark zur Produktion von Blutzellen anregt)

nehmen. In diesem Fall darf Zalmoxis erst nach einer angemessenen Auswaschphase (Zeit, die

notwendig ist, um ein Arzneimittel aus Ihrem Körper zu entfernen) angewendet werden.

wenn Sie nach einer Zalmoxis-Anwendung schon einmal Nebenwirkungen hatten und diese

nicht innerhalb von 30 Tagen nach ihrem Auftreten abgeklungen sind.

Wenn Zalmoxis

nicht angewendet werden kann:

In manchen Fällen kann es sein, dass Sie eine geplante Zalmoxis-Infusion nicht erhalten können. Der

Grund dafür können Fertigungsprobleme sein.

In diesen Fällen wird Ihr Arzt informiert, der die Behandlung weiterhin als anstrebenswert beurteilen

kann oder eine Behandlungsalternative für Sie wählt.

Kinder und Jugendliche

Derzeit liegen keine Daten für diese Patienten vor. Zalmoxis wird für die Anwendung bei Kindern und

Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Anwendung von Zalmoxis zusammen mit anderen Arzneimitteln

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel

eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die sichere Anwendung von Zalmoxis während der Schwangerschaft und Stillzeit konnte nicht gezeigt

werden.

Zalmoxis darf bei schwangeren und stillenden Frauen nicht angewendet werden.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Zalmoxis (und bis zu 6 Monate

nach Ende der Behandlung) eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Zalmoxis sollte keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen haben. Achten Sie jedoch auf Ihren Allgemeinzustand, wenn Sie Aufgaben durchführen

möchten, die Urteilsvermögen, motorische und kognitive Fähigkeiten erfordern.

Zalmoxis enthält Natrium

Zalmoxis 5 – 20 x 10

Zellen/ml Infusionsdispersion enthält 13,3 mmol (305,63 mg) Natrium pro

Dosis. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

WIE IST ZALMOXIS ANZUWENDEN?

Zalmoxis darf nur in einem Krankenhaus von Ärzten oder medizinischem Fachpersonal verschrieben

und angewendet werden, die in der Anwendung dieses Arzneimittels geschult sind. Praktische

Informationen zur Handhabung und Anwendung von Zalmoxis für Ärzte und medizinisches

Fachpersonal befindet sich am Ende dieser Packungsbeilage.

Zalmoxis wurde speziell für Sie hergestellt und darf nicht bei anderen Patienten angewendet werden.

Die anzuwendende Zellmenge richtet sich nach Ihrem Körpergewicht. Die Dosis entspricht 1 ± 0,2 x

Zellen/kg.

Zalmoxis wird intravenös (in die Vene) als Tropfinfusion über eine Zeitdauer von ca. 20 – 60 Minuten

im Abstand von 21 – 49 Tagen nach der Transplantation verabreicht. Weitere Infusionen werden

einmal monatlich, bis zu 4 Monate, verabreicht. Die Entscheidung, wann mit der nächsten Behandlung

fortzufahren ist, trifft Ihr Arzt und ist abhängig von Ihrem Immunstatus.

Wenn Sie eine größere Menge von Zalmoxis angewendet haben, als Sie sollten

Da dieses Arzneimittel von einem Arzt verschrieben wurde, wird jede Dosis nur für Sie zubereitet, und

jede Zubereitung besteht aus einer Einzeldosis. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie zu viel erhalten.

Wenn Sie die Anwendung von Zalmoxis vergessen haben

Dieses Arzneimittel wird von einem Arzt verschrieben und in einem Krankenhaus unter strenger

Kontrolle und Terminvereinbarung verabreicht, so dass Sie Ihre Dosis nicht vergessen können.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Einige dieser Nebenwirkungen können schwerwiegend sein und einen

Krankenhausaufenthalt erforderlich machen.

Wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen oder Symptomen haben oder irgendwelche Symptome Sie

beunruhigen,

→ kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt.

Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Patienten können betroffen sein)

Akute Graft-versus-host-Krankheit (eine Komplikation, die nach einer Stammzell- oder

Knochenmarktransplantation auftreten kann, bei der die neu transplantierten Spenderzellen den Körper

des Patienten angreifen).

Häufige Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10 Patienten können betroffen sein)

Lymphoproliferative Erkrankung nach Transplantation (Anstieg der Zahl weißer Blutzellen nach

einer Transplantation)

Chronische Graft-versus-host-Krankheit (eine Komplikation, die nach einer Stammzell- oder

Knochenmarktransplantation auftreten kann, bei der die neu transplantierten Spenderzellen den

Körper des Patienten angreifen)

Intestinale Blutung (Darmblutung)

Leberinsuffizienz (Funktionsstörung der Leber)

Febrile Neutropenie (Fieber in Verbindung mit einer Reduzierung der Anzahl weißer Blutzellen)

Reduziertes Hämoglobin (Reduzierung der Anzahl roter Blutzellen)

Verringerte Thrombozytenzahl (Reduzierung der Anzahl der Blutplättchen)

Bronchitis (Infektion der Lunge)

Pyrexie (Fieber)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen

auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST ZALMOXIS

AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

In Flüssigstickstoffdampf aufbewahren.

Die Infusionslösung ist nach dem Auftauen sofort anzuwenden. Die maximale Zeitspanne zwischen

Auftauen und Infusion beträgt 2 Stunden bei Raumtemperatur (15 °C – 30 °C).

Die Verpackung wird auf Auffälligkeiten in der äußeren Umhüllung geprüft, und das Etikett wird auf

Übereinstimmung zwischen Patient/Spender überprüft.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist als biologische Gefahrenquelle, die genetisch

modifizierte Organismen enthält, und entsprechend den geltenden lokalen Bestimmungen zu

entsorgen.

Die Krankenhausmitarbeiter sind für die korrekte Lagerung des Arzneimittels vor und während der

Anwendung verantwortlich sowie für die korrekte Entsorgung.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Zalmoxis

enthält

Wirkstoff

besteht aus allogenen T-Zellen, die mit einem retroviralen Vektor genetisch modifiziert

sind, der eine verkürzte Form des humanen Nervenwachstumsfaktor-Rezeptors mit niedriger Affinität

(ΔLNGFR) und die Herpes-simplex-Virus-Typ-I-Thymidinkinase (HSV-TK Mut2) codiert.

Jeder Beutel enthält 10 – 100 ml gefrorene Dispersion in einer Konzentration von 5 – 20 x 10

Zellen/ml.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, humanes Serum-Albumin und Dimethylsulfoxid

(siehe Abschnitt 2).

Wie Zalmoxis

aussieht und Inhalt der Packung

Zalmoxis ist eine Infusionsdispersion und liegt als undurchsichtige, weißliche gefrorene

Zellsuspension vor.

Zalmoxis wird als individuelle Einzeldosis im 50 – 500 ml Ethylenvinylacetat-Kryobeutel geliefert.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

MolMed SpA

Via Olgettina 58

20132 Milano

Italien

Tel.: +39-02-212771

Fax +39-02-21277220

info@molmed.com

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Dieses Arzneimittel wurde unter „Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere

Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens

jährlich bewerten und, falls erforderlich, wird die Packungsbeilage aktualisiert werden.

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar. Sie finden dort auch Links zu anderen

Internetseiten über seltene Erkrankungen und Behandlungen.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Praktische Informationen für Ärzte und medizinisches Fachpersonal zur Handhabung und

Anwendung von Zalmoxis.

Zalmoxis darf nur unter der Aufsicht eines in hämatopoetischen Stammzelltransplantationen bei

malignen hämatologischen Erkrankungen erfahrenen Arztes angewendet werden.

Lesen Sie vor der Anwendung von Zalmoxis den gesamten Inhalt dieses Vorgangs durch.

Dosis und Behandlungsverlauf

Ein Beutel enthält genetisch modifizierte Spender-T-Zellen, die HSV-TK und ΔLNGFR in einer

Konzentration von 5-20 x 10

Zellen/ml exprimieren.

Der Behandlungsverlauf besteht aus maximal vier Infusionen im Abstand von jeweils ca. einem

Monat. Die Entscheidung, mit einer neuen Behandlung fortzufahren, richtet sich nach dem

Immunrekonstitutionsstatus des Patienten, der mit einer zirkulierenden T-Lymphozytenzahl von

mindestens 100 pro µl erreicht ist.

Hinweise zur Handhabung

Vor der Handhabung bzw. Anwendung von Zalmoxis

Zalmoxis wird direkt an die medizinische Einrichtung geliefert, in der die Infusion verabreicht

wird. Der Versand erfolgt in Flüssigstickstoffdampf. Der Beutel befindet sich in einem zweiten

Beutel (Zwischenbehälter), und dieser liegt in einer Aluminiumbox (äußerer Behälter). Die

gesamte Packung wird in einem Behälter mit Flüssigstickstoff gesichert, um die entsprechende

Transport- und Umgebungstemperatur bis zum Zeitpunkt der Infusion aufrecht zu erhalten.

Wenn das Arzneimittel nicht sofort für die Infusion vorbereitet wird, Beutel in

Flüssigstickstoffdampf aufbewahren. Nicht bestrahlen.

Zalmoxis wird aus menschlichem Blut eines bestimmten Spenders hergestellt und besteht aus

genetisch modifizierten Zellen. Die Spender werden gemäß den geltenden örtlichen

Bestimmungen auf übertragbare infektiöse Substanzen untersucht. Das Risiko der Übertragung

von ansteckenden Viren auf medizinisches Fachpersonal kann jedoch nicht vollständig

ausgeschlossen werden. Das medizinische Fachpersonal sollte daher bei der Handhabung von

Zalmoxis entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. Tragen von Handschuhen und

Schutzbrille).

Der äußere Behälter und der Zwischenbehälter sind dahingehend zu prüfen, dass das produkt-

und patientenspezifische Etikett auf der Box und auf dem Zwischenbehälter angebracht sind.

Vor der Infusion prüfen

Prüfen, dass das Analysenzertifikat (CoA) mit den Patientenidentifikatoren, dem Verfalldatum

und der Zulassung zur Infusion vom Inhaber der Zulassung vorliegt.

Prüfen, dass die Identität des Patienten mit den essentiellen und eindeutigen

Patienteninformationen auf dem Etikett des Zalmoxis-Beutels und dem Analysenzertifikat

übereinstimmt.

Wenn der Patient zur Infusion bereit ist, Zalmoxis-Beutel auf Unversehrtheit prüfen. Der Beutel

sollte als undurchsichtige, weißliche gefrorene Zellsuspension vorliegen. Wenn der Beutel

deutliche Knicke aufweist oder nicht intakt ist, darf das Arzneimittel nicht verwendet werden.

Beutel in zwei Plastikhüllen (Doppelhülle) geben, um direkten Wasserkontakt zu vermeiden.

Das obere Ende der Beutelhülle aus dem Wasser halten und in ein 37 ± 1 °C Wasserbad geben

und darauf achten, dass kein Wasser in das Siegel eindringt. Wenn beim Auftauen ein Leck

entsteht, darf das Arzneimittel nicht verwendet werden.

Anwendung

Wenn er vollständig aufgetaut ist, Zalmoxis-Beutel aus der Doppelhülle nehmen, abtrocknen

und Außenseite desinfizieren.

Infusion so schnell wie möglich beginnen, Beutel nach dem Auftauen nicht im Wasser liegen

lassen.

Der gesamte Inhalt des Beutels muss intravenös verabreicht werden. Die empfohlene

Infusionsdauer beträgt ca. 20 – 60 Minuten.

Nach der Infusion

Nach Abschluss der Infusion Beutel 2 oder 3 Mal mit einer physiologischen Lösung mit steriler

Technik spülen, um Zalmoxis vollständig dem Patienten zuzuführen.

Nach Abschluss des Spülvorgangs patientenspezifisches Etikett auf dem Beutel abnehmen und

in die Krankenakte geben.

Der Kryobeutel und nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial enthalten genetisch

modifizierte Organismen und sind entsprechend den örtlichen Bestimmungen zu entsorgen.

Zalmoxis darf nicht als Infusion verabreicht werden, wenn:

Kein Analysenzertifikat vorliegt.

Das Analysenzertifikat als abgelehnt markiert ist.

Das Verfalldatum abgelaufen ist.

Die eindeutige Patienteninformation auf dem Infusionsbeutel nicht mit der des zu behandelnden

Patienten übereinstimmt.

Die Unversehrtheit des Arzneimittels nicht gegeben ist.

Dauer der Haltbarkeit und besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Zalmoxis hat eine Haltbarkeit von 18 Monaten, wenn es in Flüssigstickstoffdampf aufbewahrt

wird.

Zalmoxis muss nach Entnahme aus dem Versandbehälter sofort verwendet werden. Wenn er

nicht sofort verwendet wird, Zalmoxis-Beutel aus dem Versandbehälter nehmen und in

Flüssigstickstoff aufbewahren.

Die Dauer der Haltbarkeit nach dem Auftauen beträgt 2 Stunden.

ANHANG IV

SCHLUSSFOLGERUNGEN DER EUROPÄISCHEN ARZNEIMITTEL-AGENTUR ZUR

ERTEILUNG DER GENEHMIGUNG FÜR DAS INVERKEHRBRINGEN UNTER

„BESONDEREN BEDINGUNGEN“ UND ZUR ÄHNLICHKEIT

Schlussfolgerungen der Europäischen Arzneimittel-Agentur

Genehmigung für das Inverkehrbringen unter „besonderen Bedingungen“

Der CHMP ist nach Prüfung des Antrages der Ansicht, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis positiv ist,

und empfiehlt die Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen unter „besonderen

Bedingungen“, wie im Europäischen Öffentlichen Beurteilungsbericht näher erläutert wird.

30-7-2018

Zalmoxis (MolMed S.p.A.)

Zalmoxis (MolMed S.p.A.)

Zalmoxis (Active substance: Allogeneic T cells genetically modified with a retroviral vector encoding for a truncated form of the human low affinity nerve growth factor receptor (?LNGFR) and the herpes simplex I virus thymidine kinase (HSV-TK Mut2)) - Centralised - Renewal - Commission Decision (2018)5118 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/2801/R/10

Europe -DG Health and Food Safety