Vivotif

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Vivotif Kapseln
  • Darreichungsform:
  • Kapseln
  • Zusammensetzung:
  • salmonella typhi lebenden Stamm Ty 21a min.2 Mia. U., antiox.: E 300 -, material-Kapseln: dibutylis phthalas, color.: E 127, excipiens für die Kapsel.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Vivotif Kapseln
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Impfstoffe
  • Therapiebereich:
  • aktive Immunisierung gegen Typhus abdominalis, ab dem vollendeten 5. Lebensjahr

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 467
  • Berechtigungsdatum:
  • 09-12-1980
  • Letzte Änderung:
  • 07-09-2017

Packungsbeilage

Patienteninformation

Transferiert von Janssen Vaccines AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie sollten es nicht an andere

Personen weitergeben. Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später

nochmals lesen.

Vivotif®

Lebendimpfstoff zur oralen, aktiven Immunisierung gegen Abdominaltyphus («Typhus»)

Was ist Vivotif und wann wird es angewendet?

Abdominaltyphus ist eine akute fieberhafte Erkrankung, hervorgerufen durch den Erreger Salmonella

enterica serovar Typhi (Abk. S. typhi), welcher zu Bauchkrämpfen, Durchfall und Appetitlosigkeit

führt. Ohne gezielte Antibiotikatherapie kann Abdominaltyphus tödlich verlaufen.

Eine ähnlich verlaufende Krankheit erfolgt durch eine Infektion mit den verwandten Erregern

Salmonella enterica, serovar Paratyphi (Abk. S. paratyphi) A, B, und C. Am häufigsten kommt S. 

typhi, gefolgt je nach Weltregion von S. paratyphi A und B vor. S. paratyphi C ist die seltenste

Variante.

Leider sind die Salmonellen, die Abdominaltyphus verursachen, gegen herkömmliche Antibiotika

zusehends resistent geworden.

Die Ansteckung erfolgt durch Aufnahme der Krankheitserreger (S. typhi oder S. paratyphi) mit

verun-reinigten Speisen oder Wasser, was die weite Verbreitung in Gebieten mit mangelhafter

Hygiene erklärt.

Vivotif ist ein Schluckimpfstoff zum Schutz gegen Abdominaltyphus. Durch Einnahme einer

abgeänderten, nicht mehr schädlichen Form von S. typhi (S. typhi-Stamm Ty21a) entwickelt der

Körper eine Immunität gegen die Erreger des Abdominaltyphus.

Der Vivotif-Impfstamm S. typhi Ty21a besitzt eine gemeinsame Oberflächenstruktur (O12) mit S. 

paratyphi A und B. Mit S. paratyphi C besteht keine Gemeinsamkeit, so dass eine Schutzwirkung

gegen S. paratyphi C nicht erwartet werden kann. Eine Schutzwirkung gegen S. paratyphi A wurde

nicht ausreichend untersucht. Veröffentlichte Daten sprechen dafür, dass die Impfung mit Vivotif

auch unvollständig (ca. 45%) gegen Infektionen mit S. paratyphi B schützen könnte.

Vivotif wird vorbeugend auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin vor Reisen oder bei

Aufenthalten in Gebieten mit mangelhaften hygienischen Verhältnissen empfohlen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Auch wenn Sie geimpft sind, sollten Sie alle notwendigen hygienischen Massnahmen treffen, um die

Aufnahme von Salmonellen mit Getränken oder Lebensmitteln zu vermeiden.

Wann darf Vivotif nicht eingenommen werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen die Bestandteile des Impfstoffes, bei einer angeborenen oder

erworbenen Immunschwäche und bei gleichzeitiger Behandlung mit Medikamenten, die auf das

Immunsystem oder den Impfstoff einwirken, darf Vivotif nicht eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von Vivotif Vorsicht geboten?

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

– an anderen Krankheiten leiden,

– Allergien haben oder

– andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen!

Während akuten fieberhaften Erkrankungen und akuten Darminfektionen sowie während und bis 3

Tage nach einer Antibiotika-Behandlung sollte Vivotif nicht eingenommen werden. Bei geplanter

Malaria-prophylaxe sollte ein genereller Abstand von 3 Tagen zwischen der Einnahme der letzten

Dosis Vivotif und dem Beginn der Malariaprophylaxe beachtet werden. Es wird empfohlen, die

Malariaprophylaxe in der letzten Woche vor der Abreise zu beginnen.

Bei begonnener Malariaprophylaxe mit Chloroquin, Mefloquin, den Kombinationspräparaten

Pyrimethamin/

Sulfadoxin oder Atovaquone/Proguanil darf Vivotif verabreicht werden. Bei begonnener

MaIariaprophylaxe mit anderen Antimalaria-Mitteln als den oben erwähnten, sollte diese gestoppt

und erst nach 3 Tagen Vivotif verabreicht werden.

Darf Vivotif während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit

eingenommen werden?

Der Impfstoff soll aufgrund des enthaltenen Hilfsstoffes Dibutylphthalat während der

Schwangerschaft oder Stillzeit nur angewendet werden, wenn dies der Arzt bzw. die Ärztin

ausdrücklich verordnet hat.

Wie verwenden Sie Vivotif?

Für Kinder ab 5 Jahren und Erwachsene sind insgesamt 3 Impfdosen an den Tagen 1, 3 und 5

erforderlich. Die Kapsel jeweils nüchtern 1 Stunde vor dem Essen mit kaltem oder lauwarmem

Wasser einnehmen (max. 37 °C).

Der Impfschutz wird ca. 10 Tage nach Einnahme der letzten Dosis wirksam, daher sollte mit der

Vivotif-Impfung spätestens 2 Wochen vor Abreise begonnen werden. Der Impfschutz hält mindes-

tens 1 Jahr, bei ständigem Aufenthalt in Gebieten mit gehäuftem Vorkommen der Erkrankung

mindestens 3 Jahre an. Bei Reisen in Gebiete mit mangelhafter Hygiene wird eine jährliche

Wiederimpfung empfohlen. In Endemiegebieten erfolgt die Wiederimpfung alle 3 Jahre. Die

Wiederimpfung besteht aus 3 Dosen, wie bei der Erstimpfung.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Parenterale Impfstoffe, wie Gelbfieber, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken, können

gleichzeitig verabreicht werden.

Welche Nebenwirkungen kann Vivotif haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Vivotif auftreten:

Abdominal-schmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Durchfall, Erbrechen, Hautausschläge,

Müdigkeit, Unwohl-sein, Schüttelfrost, Schwindel, Kribbeln, Muskel- und Gelenkschmerzen und

allergische Reaktionen. Diese Symptome verschwinden spontan innerhalb von wenigen Tagen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apo-theker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Vivotif muss im Kühlschrank (+2 bis +8 °C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Das

Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Vivotif enthalten?

Vivotif enthält pro Dosis mindestens 2 Milliarden Lebendkeime des abgeschwächten Salmonella

typhi-Stammes Ty21a in gefriergetrockneter Form.

Hilfsstoffe: inaktivierte S. typhi Ty21a, Milchzucker, Zucker, Ascorbinsäure, Aminosäure-Peptid-

Gemisch

(Hy-Case-SF), Magnesiumstearat.

Kapsel: Titandioxid (E171), Erythrosin rot Nr. 3 (E127), Eisenoxid gelb (E172), Eisenoxid rot

(E172), Gelatine.

Kapselbeschichtung: Hydroxypropylmethylcellulosephthalat, Diethylphthalat, Dibutylphthalat,

Ethylenglykol.

Zulassungsnummer

00467 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Vivotif? Welche Packungen sind erhältlich?

Vivotif erhalten Sie beim Arzt/bei der Ärztin oder in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung.

Eine Packung enthält 3 magensaftresistente Kapseln.

Zulassungsinhaberin

PaxVax Berna GmbH, Köniz

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2012 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

PaxVax Berna GmbH, Köniz

Domizil: Oberriedstrasse 68, CH-3174 Thörishaus