Vibravenös

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Vibravenös Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • doxycyclinum 100 mg zu doxycyclini hyclas, magnesium, chloridum hexahydricum, ethanolaminum, polyvidonum K 17, Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 5 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Vibravenös Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Infektionskrankheiten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 36829
  • Berechtigungsdatum:
  • 14-01-1972
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Vibravenös®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Doxycyclinum ut D. hyclas.

Hilfsstoffe: Magnesii chloridum, Ethanolaminum, Polyvidonum K 17, Aqua q.s. ad solutionem pro 5

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Ampulle zu 5 ml enthält 100 mg Doxycyclinum (ut D. hyclas).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Klinische Indikationen, falls der Keim im Erregerspektrum von Doxycyclin liegt.

Atemweginfektionen

Pneumonien: Lobär- und Bronchopneumonien, verursacht durch Doxycyclin-empfindliche Erreger.

Andere Infektionen des ORL-Bereichs und der Atemwege

Pharyngitis, Tonsillitis, Otitis media, Bronchitis und Sinusitis.

Für beta-hämolytische Streptokokken der Gruppe A, die den Bereich des oberen Respirationstraktes

infizieren, ist Penicillin das Antibiotikum der Wahl, einschliesslich für die Prophylaxe des

rheumatischen Fiebers.

Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane

Pyelonephritis, Zystitis, Urethritis und nicht spezifische Urethritis (nicht gonokokkale Urethritis,

Lymphogranuloma venereum). Bei Gonokokken-Infektionen ist Vibravenös als Zusatztherapie zur

Behandlung vermuteter oder nachgewiesener Begleitinfektionen durch Chlamydia trachomatis

indiziert.

Gastrointestinale Infektionen

(siehe antimikrobielles Spektrum in vitro)

Vibravenös ist zur Therapie der Cholera indiziert.

Infektionen der Haut und Weichteile

Impetigo, Furunkulose, Phlegmone, Abszess, infizierte traumatische und operative Wunden,

Paronychie. Bei der Behandlung von Weichteilinfektionen mit Vibravenös sollen gleichzeitig die

notwendigen chirurgischen Massnahmen erfolgen.

Ophthalmologische Infektionen

Vibravenös ist beim Trachom indiziert, obwohl der Erreger – wie Immunofluoreszenz-

Untersuchungen zeigen – nicht immer beseitigt wird.

Borreliosen, Lyme Disease

Lyme Disease Stadium I und II, d.h. Hautmanifestationen mit flüchtigen Gelenkerscheinungen und

flüchtigen und auf das Gesicht begrenzten neurologischen Erscheinungen. Lyme Disease Stadium II

und III bei Patienten mit bekannter Beta-Lactamallergie.

Epidemisches Rückfallfieber und Läusefleckfieber

Vibravenös ist indiziert für die Behandlung des Rückfallfiebers (verursacht durch Borrelia

recurrentis) und des Läusefleckfiebers (verursacht durch Rickettsia prowazekii).

Leptospirose

Vibravenös ist zur Therapie der Leptospirose indiziert.

Sonstige Infektionen

Psittakose, Prostatitis, Granuloma inguinale (verursacht durch Calymmatobacterium granulomatis),

Syphilis, Frambösie (Yaws) und Plaut-Vincent-Angina. Malaria hervorgerufen durch Chloroquin-

resistentes Plasmodium falciparum.

Bei akuter Darm-Amoebiasis kann Vibravenös eine nützliche Ergänzung zu Amoebiciden darstellen.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Zur Beachtung: Eine rasche Verabreichung ist zu vermeiden. Die i.v. Injektion soll pro 100 mg

Doxycyclin mindestens 2 Minuten dauern.

Die parenterale Therapie ist nur anzuwenden, wenn die orale Verabreichung nicht indiziert ist. So

bald wie möglich ist die orale Weiterbehandlung einzuleiten. Länger dauernde intravenöse

Verabreichung kann zu Thrombophlebitis führen.

Dosierung und Häufigkeit der Verabreichung von Vibravenös (100 bis 200 mg/d) unterscheiden sich

von den meisten anderen Tetracyclinen (1 bis 2 g/d). Überschreiten der empfohlenen Dosis kann zu

häufigerem Auftreten von Nebenwirkungen führen. Die Therapie sollte mindestens während 24 bis

48 Stunden nach Nachlassen der Symptome und des Fiebers fortgesetzt werden. Bei Streptokokken-

Infektionen ist die Behandlung während mindestens 10 Tagen durchzuführen, um das Auftreten von

rheumatischem Fieber oder Glomerulonephritis zu verhindern.

Übliche Dosierung

Erwachsene: Die übliche Dosierung von Vibravenös bei Erwachsenen beträgt am ersten

Behandlungstag 200 mg, verabreicht in 1 oder 2 Infusionen. Die nachfolgenden täglichen Dosen

liegen bei 100-200 mg, die in 1 oder 2 Infusionen verabreicht werden.

Kinder über 12 Jahre: mit einem Körpergewicht von 50 kg oder weniger erhalten am ersten Tag 4

mg/kg verabreicht in 1 oder 2 Infusionen. Die nachfolgenden Tagesdosen betragen – je nach

Schweregrad der Infektion – 2 bis 4 mg/kg Körpergewicht verabreicht in 1 oder 2 Infusionen. Bei

Kindern mit einem Gewicht über 50 kg ist die übliche Dosis für Erwachsene anzuwenden.

Kinder unter 12 Jahre: Die Anwendung von Vibravenös bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht

empfohlen, da in dieser Altersgruppe keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorhanden

sind. (Siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Adnexitis (pelvic inflammatory disease «PID»)

100 mg Doxycyclin i.v. alle 12 Stunden sowie Cefoxitin 2 g i.v. alle 6 Stunden oder Cefotan 2 g i.v.

alle 12 Stunden während mindestens 4 Tagen und mindestens 24 bis 48 Stunden über eine Besserung

des Patienten hinaus. Danach 200 mg Doxycyclin oral pro Tag – aufgeteilt in 2 Dosen –, bis eine

Gesamttherapiedauer von 14 Tagen erreicht wird.

Bei allen Infektionen mit beta-hämolytischen Streptokokken der Gruppe A ist die Behandlung

während mindestens 10 Tagen durchzuführen.

Lyme Disease

Stadium I: 2× täglich 100 mg Vibravenös während 10-14 Tagen.

Stadium II, III: 2× täglich 200 mg Vibravenös.

Malaria (Chloroquin-resistente Plasmodium-falciparum-Stämme): 200 mg täglich während

mindestens 7 Tagen. Da die Infektion schwer verlaufen kann, muss ein schnell wirksames

Schizontozid, z.B. Chinin, immer in Kombination mit Vibravenös verabreicht werden. Die

Therapieempfehlungen sind für Chinin je nach Region unterschiedlich.

Cholera-Therapie bei Erwachsenen: 300 mg in einer einzigen Gabe.

Therapie der Leptospirose: 2× täglich 100 mg Vibravenös während 7 Tagen.

Kontraindikationen

Vibravenös ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Doxycyclin, einem der

Hilfsstoffe von Vibravenös oder gegenüber Tetracyclinen und bei Patienten mit Myasthenia gravis

kontraindiziert.

Vibravenös ist zudem kontraindiziert bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen.

Vibravenös ist bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion kontraindiziert. Es enthält als

Lösungsmittel Polyvinylpyrrolidon (PVP), dessen Ausscheidung bei solchen Patienten bis zu einem

gewissen Grad vermindert sein kann (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei

Patienten mit Niereninsuffizienz, die krankheitsbedingt kein orales Doxycyclin einnehmen können

(z.B. Intubation) und für die keine therapeutische Alternative zu Vibravenös zur Verfügung steht,

darf Vibravenös nur angewendet werden, wenn die Nierenfunktion adäquat kontrolliert wird.

Es liegen einige Berichte vor, wonach verschiedene PVP-haltige Präparate placentagängig sind. Da

der PVP-Metabolismus im Fötus und Neugeborenen noch nicht ausreichend geklärt ist, sollte

Vibravenös Neugeborenen oder schwangeren Frauen nicht verabreicht werden (siehe auch

«Schwangerschaft/Stillzeit»)

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anwendung bei Kindern

Die Anwendung von Vibravenös bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da in dieser

Altersgruppe keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorhanden sind.

Wie andere Tetracycline bildet auch Vibravenös mit dem in allen knochenbildenden Geweben

vorliegenden Calcium einen stabilen Calcium-Komplex. Bei Frühgeborenen, die alle 6 Stunden oral

25 mg Tetracyclin/kg erhielten, beobachtete man ein vermindertes Wadenbein-Wachstum. Diese

Erscheinung verschwand wieder nach Absetzen der Therapie.

Odontogenese

Die Anwendung von Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe während der Zahnentwicklung (zweite

Hälfte der Schwangerschaft, Kleinkinder und Kinder bis zu 12 Jahren) kann zu einer bleibenden

gelb-grau-braunen Verfärbung der Zähne führen. Diese unerwünschte Wirkung tritt häufiger nach

Langzeitanwendung auf, wurde aber auch schon nach wiederholten kurzfristigen Therapien

beobachtet. Es liegen auch Berichte über Hypoplasie des Zahnschmelzes vor. Bei pädiatrischen

Patienten, die 12 Jahre oder jünger sind darf Doxycyclin nur in schwerwiegenden und

lebensbedrohenden Situationen angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das Risiko

überwiegt und vor allem dann wenn keine Alternativtherapien vorhanden sind.

Niereninsuffizienz

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollen eine orale Therapie mit Doxycyclin erhalten, da

diese kein Polyvinylpyrrolidon enthält (siehe «Kontraindikationen»).

Allgemein

Schwere Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-

Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen (DRESS) wurden bei Patienten berichtet, die mit Doxycyclin behandelt

wurden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Falls schwere Hautreaktionen auftreten, muss

Doxycylin sofort abgesetzt und eine angemessene Therapie eingeleitet werden.

Eine akute, anaphylaktoide Reaktion mit Kollaps, Brustschmerzen und Blutdruckabfall wurde in

seltenen Fällen nach intravenöser Injektion beobachtet. Diese Reaktion wird durch Absetzen von

Vibravenös sowie durch Verabreichung von blutdrucksteigernden Aminen, Antihistaminika,

Corticosteroiden und wenn nötig Sauerstoff therapiert.

Gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor Cerebri) wurde mit der Verwendung von

Tetracyclinen einschliesslich Doxycyclin in Zusammenhang gebracht. Die gutartige intrakranielle

Hypertonie (Pseudotumor Cerebri) ist normalerweise vorübergehend, es wurde jedoch Fälle von

permanentem Sehverlust als Folge von gutartiger intrakranieller Hypertonie (Pseudotumor Cerebri)

unter Behandlung mit Tetracyclinen einschliesslich Doxycyclin berichtet. Falls Sehstörungen

während der Behandlung auftreten, ist eine sofortige ophthalmologische Untersuchung angezeigt. Da

der intrakranielle Druck auch nach Absetzen des Arzneimittels während Wochen erhöht sein kann,

sollen die Patienten überwacht werden bis sie stabil sind. Es ist bekannt, dass auch Isotretinoin

gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor Cerebri) auslösen kann, deshalb soll die

gleichzeitige Anwendung von Isotretinoin und Doxycyclin vermieden werden (siehe

«Interaktionen»).

Pseudomembranöse Kolitis wurde bei nahezu allen antibakteriell wirksamen Substanzen

einschliesslich Doxycyclin beobachtet und reichte im Schweregrad von mild bis lebensbedrohend. Es

ist wichtig, diese Diagnose bei Patienten in Betracht zu ziehen, welche nach der Verabreichung von

Antibiotika an Diarrhöe leiden. Bei pseudomembranöser Kolitis sind Arzneimittel welche die

Darmperistaltik hemmen kontraindiziert.

Die Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) ist mit nahezu allen antibakteriellen

Wirkstoffen einschliesslich Doxycyclin beobachtet worden und ihr Schweregrad kann von leichter

Diarrhö bis zur tödlichen Kolitis reichen. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen verändert

die normale Flora des Dickdarms, was zum Überwuchern durch C. difficile führt.

C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entstehung der CDAD beitragen. Hypertoxin-

produzierende Stämme von C. difficile bedingen eine erhöhte Morbidität und Mortalität, denn diese

Infektionen können gegen antimikrobielle Therapie resistent sein, was unter Umständen eine

Kolektomie erfordert. Eine CDAD ist bei allen Patienten mit Diarrhö nach antibiotischer Behandlung

in Betracht zu ziehen. Es ist eine sorgfältige Anamnese zu erheben, da Fälle von CDAD mehr als

zwei Monate nach antibiotischer Behandlung beschrieben worden sind.

Bei starkem Durchfall sind Peristaltikhemmer kontraindiziert.

Die Anwendung von Antibiotika kann gelegentlich zu übermässigem Wachstum unempfindlicher

Keime führen (Mykosen, pseudomembranöse Kolitis). Ständige Überwachung des Patienten ist

wichtig. Falls resistente Erreger auftreten, sollte man das Antibiotikum absetzen und eine

entsprechende Behandlung einleiten.

Bei einigen Patienten wurde während der Einnahme von Tetracyclinen, einschliesslich Doxycyclin,

eine Photosensibilisierung beobachtet. Bei diesen Patienten entsteht nach Sonnen- oder

Ultraviolettbestrahlung ein ausgeprägter Sonnenbrand, selten auch mit Beteiligung der Nägel

(Nagelablösung und –verfärbung). Patienten, die sich evtl. direkter Sonnen- oder UV-Bestrahlung

aussetzen, sollten über diese Tetracyclin-Reaktion informiert werden. Die Behandlung ist bei den

ersten Anzeichen einer Hautrötung abzubrechen.

Die antianabole Wirkung der Tetracycline kann einen Anstieg des Serum-Harnstoff-Stickstoffs

verursachen. Gemäss bisherigen Untersuchungen kommt dieser antianabole Effekt mit Doxycyclin

bei nierengeschädigten Patienten nicht vor.

Selten wurden Leberfunktionsstörungen beobachtet. Diese Reaktionen traten sowohl nach oraler als

auch nach parenteraler Therapie mit Tetracyclinen, einschliesslich Doxycyclin, auf.

Bei Patienten mit leichten bis mittelgradigen Leberfunktionsstörungen oder bei gleichzeitiger

Behandlung mit hepatotoxischen Arzneimitteln sollte Doxycyclin mit Vorsicht eingesetzt werden.

Wenn bei der Behandlung einer venerischen Erkrankung Verdacht auf eine gleichzeitige Syphilis

besteht, sind geeignete diagnostische Massnahmen inklusive Dunkelfelduntersuchungen

vorzunehmen; serologische Tests sind monatlich während mindestens 4 Monaten durchzuführen.

Bei Langzeittherapie sollen die Organsysteme periodisch mit Laboruntersuchungen überprüft werden

(Blutbild, Nieren- und Leberfunktion).

Infektionen mit beta-haemolytischen Streptokokken der Gruppe A müssen während mindestens 10

Tagen behandelt werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Doxycyclin und Methotrexat muss die Serumkonzentration von

Methotrexat sorgfältig überwacht werden. (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Die gleichzeitige Therapie mit oralen Chelatbildnern (AL3+, Fe3+ und andere) kann die

Bioverfügbarkeit von intravenös verabreichten Doxycyclin signifikant senken. In einer Studie in 6

Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Aluminiumhydroxid zu einer Reduktion der AUC von

91 auf 64 mg × h/l. Diese Reduktion lässt sich am ehesten durch eine Interaktion mit

Aluminiumionen und der Resorption von enterohepatischem Doxycyclin erklären.

Über Verlängerungen der Prothrombinzeit bei Patienten unter Warfarin und Doxycyclin wurde

berichtet. Da unter Tetracyclinen die Plasmaprothrombin-Aktivität gesenkt werden kann, muss bei

antikoagulierten Patienten eine Dosisreduktion der Antikoagulantien in Betracht gezogen werden.

Doxycyclin kann die Wirkung von Sulfonylharnstoffen verstärken.

Da bakteriostatisch wirkende Arzneimittel bakterizid wirkende Arzneimittel beeinträchtigen können,

sollte Doxycyclin im Regelfall (Ausnahme siehe z.B. im Abschnitt «Dosierung/Anwendung») nicht

zusammen mit bakterizid wirkenden Arzneimitteln verabreicht werden.

Das Antibiotikum Rifampicin, induzierende Stoffe aus der Klasse der Barbiturate und andere

antikonvulsiv wirksame Pharmaka wie Carbamazepin, Diphenylhydantoin und Primidon sowie

chronischer Alkoholabusus können aufgrund einer Enzyminduktion in der Leber den Abbau von

Doxycyclin beschleunigen, so dass unter üblicher Dosierung keine therapeutisch wirksamen

Doxycyclin-Konzentrationen erreicht werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen und Methoxyfluran wurden fatale

Nierenschädigungen beobachtet.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Methotrexat kann dessen Toxizität verstärkt werden.

Durch gleichzeitige Anwendung von Doxycyclin und Ciclosporin A kann die toxische Wirkung des

Immunsuppresivums erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Theophylin und Tetracyclinen kann das Vorkommen von

Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt erhöhen.

Die gleichzeitige Anwendung von Isotretinoin und Doxycyclin soll vermieden werden, da beide

Arzneimittel in seltenen Fällen gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri) auslösen

können.

Es kann zu einer Wirkungsabnahme von oralen Kontrazeptiva bei gleichzeitiger Tetracyclintherapie

kommen.

Schwangerschaft/Stillzeit

(siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Anwendung bei Kindern/Odontogenese»)

Schwangerschaft

Die Anwendung von Vibravenös bei schwangeren Frauen wurde nicht untersucht. Es bestehen

indessen klare Hinweise für Risiken für den menschlichen Fötus.

Während der Schwangerschaft darf Doxycyclin nicht verabreicht werden, es sei denn es ist klar

notwendig. (siehe «Kontraindikationen und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Anwendung

bei Kindern»)

Während der Schwangerschaft besteht die erhöhte Gefahr von Leberschäden unter Tetracyclin-

Anwendung.

Stillzeit

Tetracycline treten in die Muttermilch über. Doxycyclin erreicht in der Muttermilch 30-40% der

mütterlichen Plasmakonzentration und soll deshalb stillenden Müttern nicht verabreicht werden

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Anwendung bei Kindern»).

Ist die Anwendung von Vibravenös erforderlich, soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Wirkung von Doxycyclin auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von schweren Maschinen

wurde nicht untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Doxycyclin diese Fähigkeiten direkt

beeinflussen könnte, jedoch können sehr selten unter Doxycyclin-Therapie unerwünschte Wirkungen

(vgl. entsprechende Rubrik) auftreten, die diese Fähigkeiten teilweise schwer beeinträchtigen (z.B.

anaphylaktische Reaktionen, intrakranielle Hypertonie, Doppelbilder etc.).

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bei Patienten unter Tetracyclin-Therapie,

einschliesslich Doxycyclin, beobachtet.

Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000,

≥1/10'000) und sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Selten: Die Anwendung von Antibiotika kann zu Überwucherung von nicht-empfindlichen Keimen

führen (Mykosen, pseudomembranöse Kolitis). Eine ständige Überwachung des Patienten ist

unbedingt erforderlich. Falls resistente Keime auftreten, soll das Antibiotikum abgesetzt und eine

angemessene Therapie eingeleitet werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Blutgerinnungsstörung und Hämaturie.

Selten: Hämolytische Anämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Eosinophilie, Lymphozytopenien,

Lymphadenopathien, atypische Lymphozyten und toxische Granulationen der Granulozyten.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich anaphylaktischer Schock, anaphylaktische

Reaktion, anaphylaktoide Reaktion, Purpura Schönlein-Henoch, Hypotonie, Perikarditis,

Angioödem, generalisiertes Exanthem, Exazerbation von systemischem Lupus erythematodes,

Dyspnoe, Serumkrankheit, periphere Ődeme, Tachykardie und Urtikaria. Eine akute, anaphylaktoide

Reaktion mit Kollaps, Brustschmerzen und Blutdruckabfall wurde in seltenen Fällen nach

intravenöser Injektion beobachtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: DRESS-Syndrom (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen).

Innerhalb der Tetracyclin-Gruppe besteht eine komplette Kreuzallergie.

Endokrine Erkrankungen

Selten: Nach Langzeittherapie sollen Tetracycline zur Bildung von braunschwarzen, mikroskopisch

nachweisbaren Verfärbungen in der Schilddrüse geführt haben; Untersuchungen der

Schilddrüsenfunktion haben bisher keine Abweichungen von der Norm ergeben.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Selten: Vorwölbung der Fontanellen und gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri)

bei Erwachsenen. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Doppelbilder können erste

Hinweise für das Auftreten einer gutartigen intrakraniellen Hypertonie sein. Parästhesien,

Tachykardien, Unruhe und Angstzustände. Selten wurden Störung bzw. der Verlust der Geruchs- und

Geschmacksempfindung beschrieben, welche nur in einigen Fällen und auch nur teilweise reversibel

waren.

Sehr selten: Krampfanfälle.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Selten: Tinnitus.

Gefässerkrankungen

Selten: Gesichtsrötung.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit/Erbrechen.

Gelegentlich: Dyspepsie, Mund- und Rachenschleimhautentzündungen, Heiserkeit und vereinzelt

schwarze Haarzunge.

Selten: Pankreatitis, Leibschmerzen, Durchfälle, Glossitis, reversible und oberflächliche Verfärbung

der bleibenden Zähne, Schluckbeschwerden, verminderter Appetit, veränderter Geschmack,

Enterokolitis, pseudomembranöse Kolitis, C. difficile Colitis sowie entzündliche Veränderungen in

der Anogenitalregion, deren Ursache oft ein übermässiges Wachstum von Candida-Stämmen ist,

Oesophagitis und oesophageale Ulzerationen. Diese Reaktionen sind sowohl durch orale wie auch

durch parenterale Verabreichung von Tetracyclinen verursacht worden.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Abnorme Leberfunktion, Hepatitis, Hepatotoxizität.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Photosensibilisierungsreaktion (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

Ausschläge, einschliesslich makulopapulöse und erythematöse Ausschläge.

Gelegentlich: Jucken.

Selten: Exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnsons-Syndrom, toxische

epidermale Nekrolyse, Photo-Onycholysis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Arthralgie, Myalgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Erhöhter Blutharnstoff (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Im

Zusammenhang mit Doxycyclingabe wurde selten über Nierenschädigungen, z.B. interstitielle

Nephritis, akutes Nierenversagen und Anurie berichtet.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Über leichte lokale Irritationen an der Injektionsstelle wurde berichtet. Es gab einige Berichte

über Empfindungen von Wärme.

Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung ist das Präparat abzusetzen, symptomatisch zu behandeln und

unterstützende Massnahmen einzuleiten. Die noch nicht resorbierten Anteile der Substanz sollten

durch Gabe von Antazida oder Magnesium- und Calciumsalzen zu nicht resorbierbaren

Chelatkomplexen gebunden werden. Eine Dialyse verändert die Serum-Halbwertszeit nicht und

würde deshalb keinen Nutzen in der Behandlung einer Überdosierung bringen.

Doxycyclin ist bei einmaliger oraler Aufnahme in mehrfachen, therapeutischen Dosen nicht akut

toxisch. Bei Überdosierung besteht jedoch die Gefahr einer Pankreatitis.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01AA02

Vibravenös ist die zur intravenösen Injektion und Infusion bestimmte spritzfertige Lösung von

Doxycyclin (Wirkstoff von Vibravenös®).

Doxycyclin, welches zur Gruppe der Tetracycline gehört, wirkt bakteriostatisch, wahrscheinlich

durch Hemmung der Proteinsynthese. Vibravenös ist gegen grampositive und gramnegative Erreger

wirksam. Das antimikrobielle in-vitro-Spektrum aller Tetracycline ist nahezu identisch (siehe

nachstehende Tabelle).

Das bakterielle in vitro Erregerspektrum

(Die Zahlen in Klammern geben die Situationen/Organe an, wo der Erreger pathogen wirkt. Siehe

Anmerkungen 1-6.)

Mehrheitlich empfindliche Erreger (MHK-Wert ≤4 mg/l):

MHK-Werte (mg/l); * MHK90 (mg/l)

** Durchschnittswerte oder

Bandbreite

Anmerkungen

Grampositive bakterielle Erreger

Staphylococcus aureus

0.1*

(1), (2)

Streptococcus pneumoniae

(Diplococcus pneum.)

0.19-3.1**

Gramnegative bakterielle Erreger

Acinetobacter sp. calcoaceticus

3.2*

Actinomyces sp.

1.0*

Bacillus anthracis

0.12-5.0**

Bacteroides sp.

0.25->8**

Borrelia burgdorferi

≤0.25-2**

Borrelia recurrentis

1-10**

Borrelia duttonii

1-10**

Moraxella catarrhalis

0.25*

Brucella sp.

(bei gleichzeitiger Gabe von

Streptomycin)

0.5-2.0**

Campylobacter fetus (Vibrio fetus)

1.56*

Chlamydia psittaci

0.03

Chlamydia trachomatis

≤0.5*

Clostridium sp.

0.1-6.2**

Francisella tularensis

2-10**

Haemophilus influenzae

0.5*

Klebsiella pneumoniae

1->10**

Leptotrichia sp. (Fusobacterium sp.)

0.1-25 **

Listeria monocytogenes

0.25-1.0 **

Neisseria gonorrhoeae

1.4*

Neisseria meningitidis

<1.0*

Rickettsiae sp.

1-10**

Vibrio cholerae (Vibrio comma)

1.4*

Yersinia pestis

2-10**

Andere bakterielle Erreger

Mycoplasma pneumoniae

Ureaplasma urealyticum

0.05-0.2**

Teilweise empfindliche und mehrheitlich mässig empfindliche bakterielle Erreger (MHK-Wert >4-

<16 mg/l):

MHK-Werte (mg/l); * MHK90 (mg/l)

** Durchschnittswerte oder

Anmerkungen

Bandbreite

Grampositive bakterielle Erreger

Streptococcus pyogenes 0.19-50**

(2), (3), (4)

Streptococcus faecalis

<0.19-≥125**

(2), (3)

Gramnegative bakterielle Erreger

Enterobacter aerogenes

(Aerobacter aerogenes)

6.3-50**

Escherichia coli

5->10**

Klebsiella sp.

1->300**

Shigella sp.

5->10**

Erreger, die in der Klinik empfindlich oder mässig empfindlich reagieren und in vitro nicht oder nur

schwerlich kultivierbar sind:

MHK-Werte (mg/l); * MHK90 (mg/l)

** Durchschnittswerte oder

Bandbreite

Anmerkungen

Leptospiren

Treponema pallidum,

Treponema pertenue

Plasmodium falciparum

(Chloroquin-resistente

Stämme)

Resistente bakterielle Erreger (MHK-Wert ≥16 mg/l):

Proteus sp., Pseudomonas sp., viele Klebsiella/Enterobacter sp.,

Providenzia sp.

Anmerkungen

(1) Tetracycline sind nicht Antibiotika der Wahl für die Behandlung von Staphylokokken-

Infektionen aller Art.

(2) Vibravenös ist nur zur Behandlung von Infektionen mit empfindlichen Keimen indiziert, deshalb

wird empfohlen eine bakteriologische Testung und einen Kulturnachweis vorzunehmen, da viele

dieser Keime eine Tetracyclin-Resistenz zeigen.

(3) Streptococcus sp.

Streptococcus pyogenes und Streptococcus faecalis sind teilweise resistent gegenüber Tetracyclinen.

Ein Therapiebeginn mit Vibravenös sollte erst bei Vorliegen einer bakteriologischen Testung mit

dem Ergebnis «empfindlich» eingeleitet werden.

(4) Für Infektionen des oberen Respirationstraktes mit beta-hämolytischen Streptokokken der

Gruppe A ist Penicillin üblicherweise das Antibiotikum der Wahl, einschliesslich für die Prophylaxe

von rheumatischem Fieber.

(5) Wenn Penicillin kontraindiziert ist, ist Vibravenös eine Alternativtherapie.

(6) Rocky Mountain spotted fever, Typhus fever, Q-fever, Rickettsialpox und Tick fevers.

Die Empfindlichkeit gegen Doxycyclin lässt sich mittels Dilutionstests oder Disk-Diffusionstests

ermitteln, wobei standardisierte Techniken für die Empfindlichkeitsprüfung Anwendung finden, wie

diejenigen, welche vom Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) empfohlen werden.

Laborresultate in Dilutionstests oder im standardisierten Disk-Diffusionstest sollten nach folgenden

Kriterien interpretiert werden:

empfindlich

mässig

empfindlich

resistent

Dilutionstest:

Hemmkonzentrationen ≤4 µg/ml

8 µg/ml

≥16 µg/ml

Diffusionstest (Disk mit 30 µg Doxycyclin):

Hemmhofdurchmesser ≥16 mm

13-15 mm

≤12 mm

Mässig empfindliche Keime sind empfindlich bei hoher Dosierung oder wenn die Infektion auf

Gewebe und Flüssigkeiten begrenzt ist, in denen hohe Antibiotikaspiegel erreicht werden.

Die Empfindlichkeit der Mikroorganismen gegenüber Doxycyclin sollte geprüft werden. Es hat sich

bei in-vitro-Tests gezeigt, dass Doxycyclin gegen gewisse Stämme wirksam ist, die gegen andere

Tetracycline resistent sind.

Resistenz

Obwohl Tetracycline in vitro auch gegen einige Stämme von Acinetobacter, Bacteroides,

Enterobacter aerogenes, Escherichia coli und Klebsiella aktiv sind, ist ein grosser Prozentsatz dieser

Stämme resistent gegen Tetracycline. Fast alle Stämme von Proteus, Serratia und Pseudomonas

aeruginosa sind gegen Tetracycline resistent.

Obwohl Tetracycline in vitro und in vivo auch gegen einige Staphylokokken- und Streptokokken-

Stämme aktiv sind, wird in zunehmendem Masse über Tetracyclin-Resistenz dieser Bakterien

berichtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Werden erwachsenen Versuchspersonen 100 mg Doxycyclin mit einer einstündigen Infusion

(Konzentration: 0.4 mg/ml) verabreicht, werden maximale Plasmakonzentrationen von

durchschnittlich 2.5 µg/ml erreicht. Werden 200 mg Doxycyclin mit einer zweistündigen Infusion

(Konzentration 0.4 mg/ml) verabreicht, werden maximale Plasmakonzentrationen von

durchschnittlich 3.6 µg/ml erreicht.

Distribution

Doxycyclin wird zu ca. 90% an Plasmaproteine gebunden.

Doxycyclin besitzt eine hohe Lipoid-Löslichkeit und eine niedrige Affinität zu Calcium. Das

Verteilungsvolumen beträgt 0.75 l/kg.

Tetracycline verteilen sich gut in den meisten Geweben (einschliesslich

Nasennebenhöhlenschleimhaut) und Körperflüssigkeiten, einschliesslich Pleuraflüssigkeit,

Bronchialsekret, Sputum, Speichel, Aszites, Synovialflüssigkeit, Tränen- und Glaskörperflüssigkeit

und der Prostata- und Samenflüssigkeit.

Doxycyclin wird in die Galle verteilt, die Konzentration in der Galle kann das 5-15-fache der

Plasmakonzentration betragen.

Tetracycline werden in den retikuloendothelialen Zellen der Leber, der Milz und des Knochenmarks,

im Knochen sowie im Dentin und Schmelz der noch nicht durchgebrochenen Zähne gespeichert.

Die Konzentrationen im Liquor cerebrospinalis erreichen nur 10-30% der Plasmakonzentration.

Tetracycline passieren die Placenta.

Doxycyclin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht in dieser 30-40% der mütterlichen

Plasmakonzentration.

Metabolismus

Doxycyclin wird nicht metabolisiert. Nach biliärer Ausscheidung wird Doxycyclin durch

Chelatbildung im Darm inaktiviert.

Elimination

Nach einmaliger Doxycyclin-Verabreichung beträgt die Halbwertszeit ungefähr 16 Stunden und nach

wiederholter Verabreichung ungefähr 23 Stunden. Doxycyclin wird in der Leber konzentriert und

über die Galle in den Intestinaltrakt ausgeschieden, von wo es reabsorbiert werden kann (entero-

hepatischer Kreislauf). Doxycyclin passiert die Leber und wird in der Gallenblase konzentriert.

Doxycyclin wird hochkonzentriert, in biologisch aktiver Form im Urin und im Faeces ausgeschieden

(Q0=0.7). Während der ersten 48 Stunden nach Verabreichung einer Einzeldosis werden ungefähr

20% des verabreichten Doxycyclins unverändert renal und ungefähr 30% unverändert fäkal

ausgeschieden.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ungefähr 75 ml/min) werden etwa

40% der verabreichten Menge von Doxycyclin innert 72 Stunden durch die Nieren ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <10 ml/min) kann die

renale Ausscheidung von 40%/72 Stunden auf 1-5%/72 Stunden des verabreichten Doxycyclins

absinken.

Bei Patienten mit normaler bzw. stark eingeschränkter Nierenfunktion waren die Serum-

Eliminations-Halbwertszeiten annähernd gleich. Gemäss vorliegenden Studien kumuliert Doxycyclin

in üblicher Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht. Deshalb kann

Doxycyclin bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in der üblichen Dosierung eingesetzt

werden.

Dialyse

Hämodialyse und Peritonealdialyse verändern die Serum-Halbwertszeit von Doxycyclin nicht.

Leberfunktionsstörungen

Über pharmakokinetische Parameter bei Leberfunktionsstörungen liegen keine Angaben vor.

Geriatrie

Über pharmakokinetische Parameter bei älteren Patienten liegen keine Angaben vor.

Pädiatrie

Über pharmakokinetische Parameter bei Kindern liegen keine Angaben vor. Die Anwendung von

Doxycyclin wird erst bei Kindern, die älter als 12 Jahre sind, empfohlen.

Präklinische Daten

Es wurden keine Langzeit-Tierstudien zur Evaluierung des karzinogenen Potenzials von Doxycyclin

durchgeführt. Aus Studien mit den verwandten Antibiotika Oxytetracyclin und Minocyclin gibt es

allerdings Beweise für eine onkogene Aktivität bei Ratten (Nebennieren- und Hypophysentumor,

resp. Schilddrüsentumor).

Obschon keine Mutagenitätsstudien mit Doxycyclin durchgeführt wurden, wurde auch über positive

Resultate bei in-vitro-Säugetier-Zell-Assays für verwandte Antibiotika (Tetracycline,

Oxytetracycline) berichtet.

Tierversuche zeigten, dass Tetracycline durch die Placentarschranke diffundieren und im fötalen

Gewebe nachzuweisen sind. Sie können den sich entwickelnden Fötus schädigen. Teilweise besteht

ein Zusammenhang mit einer Verzögerung der Skelett-Entwicklung. Zeichen einer Embryotoxizität

beobachtete man auch bei Tieren, die während der Frühtragzeit behandelt wurden.

Orale Tagesdosen von bis zu 250 mg Doxycyclin pro kg Körpergewicht hatten keine offensichtliche

Wirkung auf die Fertilität von weiblichen Ratten. Die Wirkung auf die männliche Fertilität wurde

nicht untersucht.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Vibravenös ist mit Ringer-Lösung nicht kompatibel.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die Ausscheidung von PVP kann zu falsch positiven Reaktionen mit z.B. folgenden Teststreifen

führen: Albustix «Ames», Uristix «Ames», Labstix «Ames», Urei, Combur Tests.

Glukosetests im Urin

Obwohl es bekannt ist, dass Tetracycline zu falsch positiven Resultaten von Urinzucker-

Bestimmungen geführt haben, wenn die Kupfersulfat-Methode (Benedict, Clinitest®) verwendet

wurde, so kann dieser Effekt durch die Ascorbinsäure, welche in den parenteralen Formen der

Tetracycline enthalten ist, verursacht werden. Es ist auch erwiesen, dass Tetracycline falsch negative

Resultate bei Urinzucker-Tests mit Glukose-Oxidase Reagenzien (z.B. Clinistix®, Tes-Tape®)

verursachen.

Andere Labortests

Tetracycline interferieren generell mit fluorometrischen Bestimmungen von Harn-Katecholaminen

(falsche Erhöhung der Werte).

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vibravenös ist im Kühlschrank bei 2-8 °C zu lagern; es sollte nicht direkter Sonnenbestrahlung oder

übermässiger Hitze ausgesetzt und nicht eingefroren werden.

Die Lösung hat eine gelb-bräunliche Eigenfarbe (max. No 12 Gardner Color Scale). Eine stärkere

Verfärbung der Lösung kann eine Wirkungseinbusse anzeigen; verfärbte Lösungen sollten nicht

verwendet werden.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die zur intravenösen Injektion bestimmte Lösung soll nicht intramuskulär oder subkutan injiziert

werden; eine paravenöse Injektion ist zu vermeiden.

Die Dauer der Infusion kann mit der Dosis (100 bis 200 mg täglich) variieren, liegt aber

normalerweise bei 1 bis 4 Stunden. Die empfohlene Mindestdauer der Infusion für 100 mg (einer 0.5

mg/ml Lösung) beträgt eine Stunde.

Eine rasche Verabreichung ist zu vermeiden. Die i.v. Injektion soll pro 100 mg Doxycyclin

mindestens 2 Minuten dauern.

Vibravenös kann direkt in die Vene injiziert werden oder in den Infusionsschlauch, der eine der

nachfolgend angegebenen kompatiblen Infusionslösungen enthält. Die Ampullenlösung kann im

Voraus mit der Infusionslösung gemischt werden, wenn die Lösung frisch zubereitet, vor

Sonnenlicht geschützt und innerhalb 24 Stunden aufgebraucht wird.

Folgende Lösungen sind geeignet: sterile isotonische NaCl-Lösung sowie 5%ige, 10%ige oder

20%ige Glukoselösung.

Andere Arzneimittel sollten der Ampullenlösung oder der Vibravenös-haltigen Infusionslösung nicht

zugesetzt werden.

Zulassungsnummer

36829 (Swissmedic).

Packungen

Ampullen (5 ml) zu 100 mg: 5. [A]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

November 2017.

LLD V011

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier