Vepesid 100 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Vepesid 100 mg Kapseln
  • Darreichungsform:
  • Kapseln
  • Zusammensetzung:
  • etoposidum 100 mg, conserv.: E 215, E 217, excipiens pro capsula.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Vepesid 100 mg Kapseln
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Zytostatikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 42888
  • Berechtigungsdatum:
  • 09-07-1980
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Vepesid®

Bristol-Myers Squibb SA

Was ist Vepesid und wann wird es angewendet?

Vepesid enthält den Wirkstoff Etoposid, der die Teilung und Vermehrung von Tumorzellen hemmt.

Es wird bei folgenden Tumorerkrankungen entweder allein oder in Kombination mit anderen

Tumorarzneimitteln angewendet:

Akuter myeloischer Leukämie (einer bestimmten Leukämie-Form), Morbus Hodgkin und Non-

Hodgkin-Lymphomen (Tumoren des Lymphgewebes), Lungentumoren, Keimzelltumoren (Tumoren

ausgehend von den Keimzellen in den Eierstöcken oder den Hoden) und Chorionkarzinomen

(krebsige Wucherung von Zellen des Fötus in der Gebärmutter während einer Schwangerschaft oder

nach einer Geburt oder Fehlgeburt).

Dieses Arzneimittel darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin und unter regelmässiger

medizinischer Kontrolle eingenommen werden.

Wann darf Vepesid nicht angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Etoposid, mit Etoposid verwandten Substanzen

oder einem der Hilfsstoffe.

In der Schwangerschaft und der Stillzeit.

Wann ist bei der Einnahme von Vepesid Vorsicht geboten?

Vepesid wird Ihnen in der Regel von einem Tumorspezialisten bzw. einer Tumorspezialistin

verschrieben und dessen/deren Anweisungen sollten strikte befolgt werden. Er/sie wird u.a.

regelmässig Ihr Blut kontrollieren. Vepesid hat eine starke Hemmwirkung auf die Blutbildung im

Knochenmark und führt zur Abnahme der Blutplättchen und der weissen Blutzellen. Als Folge

können vermehrt Infektionen und Blutungskomplikationen auftreten. Sie sollten sich unverzüglich

bei Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin melden, wenn es zu Blutungen und/oder

blutunterlaufenen Stellen an Ihrem Körper kommt oder wenn Fieber oder andere Zeichen einer

Infektion auftreten.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Vepesid und anderen Arzneimitteln wie Phenylbutazon zur

Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Acetylsalicylsäure (Aspirin) gegen Schmerzen,

Ciclosporin zur Verhinderung der Abstossung von transplantierten Organen oder anderen Tumor-

Arzneimitteln können die Wirkung und Nebenwirkungen von Vepesid verstärkt werden. Bei

gleichzeitiger Verabreichung von Vepesid und Phenytoin oder Carbamazepin, sowie anderen

Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie, kann die Wirkung von Vepesid reduziert sein. Zudem

kann die gleichzeitige Anwendung von Vepesid und anderen Arzneimitteln zur Behandlung der

Epilepsie zu einer verringerten Anfallskontrolle führen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden. Er/sie wird

entscheiden, welche Arzneimittel Sie zusammen mit Vepesid anwenden können.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, falls Sie während der Behandlung mit Vepesid eine Impfung

erhalten sollten. Die Anwendung von Vepesid und bestimmten Impfstofftypen

(Lebendvirusimpfstoffe) muss vermieden werden, weil sie zu schweren Infektionen führen kann.

Vepesid kann auf Grund unerwünschter Wirkungen wie Schläfrigkeit, Übelkeit und Erbrechen die

Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen ist

deshalb Vorsicht geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Vepesid während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Vepesid darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Die Patientinnen und

Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter, sollen während der Behandlung sowie den folgenden 6

Monaten wirksame Empfängnisverhütungsmittel benutzen. Tritt bei der Patientin oder der Partnerin

des Patienten dennoch eine Schwangerschaft ein, soll der Arzt bzw. die Ärztin unverzüglich

informiert werden. Wenn sich die Patienten nach dem Ende der Behandlung Kinder wünschen, wird

eine genetische Beratung empfohlen. Da Vepesid die männliche Fruchtbarkeit verringern kann, kann

eine Konservierung der Spermien vor Behandlungsbeginn für eine spätere Vaterschaft in Erwägung

gezogen werden.

Während der Behandlung mit Vepesid darf nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Vepesid?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird die Dosis für jeden Patienten bzw. jede Patientin individuell festlegen.

Sie hängt ab von der Art des Tumors, der Körperoberfläche, dem Verhalten des Wirkstoffs im

Körper, vom Blutbild und davon, ob vorher oder gleichzeitig andere Tumor-Arzneimittel eingesetzt

wurden/werden oder ob eine Strahlenbehandlung voranging. Die verordnete Dosis wird an 3 Tagen

(Tag 1, 3 und 5) oder an 5 Tagen (Tag 1 bis 5) eingenommen, dann folgt eine Pause von etwa 2 bis 3

Wochen bis zum nächsten Behandlungszyklus (d.h. ein Zyklus dauert 3 bis 4 Wochen). Alternativ

kann eine niedrigere Dosis an 21 Tagen eingenommen werden, dann folgt eine Pause von 1 Woche

bis zum nächsten Zyklus. Je nach Verträglichkeit (Hemmwirkung auf das Knochenmark) wird der

Arzt bzw. die Ärztin eventuell die Dosis reduzieren und/oder die Einnahmepausen verlängern.

Bei Patienten und Patientinnen mit einer verminderten Nierenfunktion wird der Arzt bzw. die Ärztin

die Dosis eventuell ebenfalls reduzieren.

Da zur Anwendung von Vepesid bei Kindern und Jugendlichen die Erfahrungen beschränkt sind,

sollten diese das Arzneimittel nur im Rahmen einer Arzneimittel-Studie erhalten.

Die Tagesdosis wird entweder auf einmal eingenommen oder, wenn sie mehr als 200 mg beträgt,

verteilt auf zwei Gaben. Nehmen Sie die Kapseln mit etwas Wasser und mit oder ohne Mahlzeit ein.

Sie sind ganz zu schlucken und dürfen nicht zerbissen, gekaut oder gelutscht werden. Achten Sie

darauf, dass die in den Kapseln enthaltene Flüssigkeit (z.B. bei einer Beschädigung einer Kapsel)

nicht mit der Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt. Falls es zu einem Hautkontakt kommt,

waschen Sie die Stelle mit Wasser und Seife, bei Augenkontakt spülen Sie gründlich mit Wasser.

Beschädigte Kapseln dürfen nicht eingenommen werden und sollten dem Arzt oder Apotheker bzw.

der Ärztin oder Apothekerin zur fachgerechten Entsorgung zurückgegeben werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Vepesid haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Vepesid auftreten:

Sehr häufig: Hemmung der Blutbildung im Knochenmark mit Verminderung der weissen

Blutkörperchen und der Blutplättchen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Durchfall,

vorübergehender Haarausfall.

Häufig: Blutdruckabfall, Entzündungen und Geschwüre der Mundschleimhaut und im Magen-Darm-

Trakt, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen.

Gelegentlich: Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl.

Selten: Schläfrigkeit, Müdigkeit, Krampfanfälle, Sehstörungen inkl. vorübergehender Sehverlust,

Blutdruckanstieg, Lungenschädigung, Bauchschmerzen, Verstopfung, Schluckbeschwerden,

Geschmacksstörungen, Beeinträchtigung der Leberfunktion, schwere Hautreaktionen,

Hautverfärbung, Juckreiz, Hautausschlag, Quaddelbildung, Fieber, Schwäche, Unwohlsein,

Leukämie und andere Tumore.

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Häufigkeit nicht bekannt: als Folge eines schnellen Zerfalls von Krebszellen (Tumorlyse-Syndrom).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel muss für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden. Es ist bei Raumtemperatur (15-

25 °C) und vor Licht geschützt aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit <EXP> bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bringen Sie nicht gebrauchte oder beschädigte Kapseln unbedingt Ihrem Arzt oder Apotheker bzw.

Ihrer Ärztin oder Apothekerin zur fachgerechten Entsorgung zurück. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen

Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die

ausführliche Fachinformation.

Was ist in Vepesid enthalten?

1 Kapsel enthält 50 mg oder 100 mg des Wirkstoffs Etoposid, die Konservierungsmittel E 215 und E

217 sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

42888 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Vepesid? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Jede Packung enthält 20 Kapseln zu 50 mg oder 10 Kapseln zu 100 mg Etoposid.

Zulassungsinhaberin

Bristol-Myers Squibb SA, Steinhausen.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

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