Unituxin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Unituxin
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Unituxin
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antineoplastische Mittel
  • Therapiebereich:
  • Neuroblastom
  • Anwendungsgebiete:
  • Unituxin ist indiziert für die Behandlung von risikoreichen Neuroblastom bei Patienten im Alter von 12 Monaten bis 17 Jahre, die zuvor Induktions-Chemotherapie erhielten und zumindest eine partielle Remission, gefolgt von myeloablativen Therapie und autologe Stammzelltransplantation erreicht haben Transplantation (ASCT). Es wird in Kombination mit Isotretinoin Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierende Faktor (GM-CSF) und Interleukin-2 (IL-2) verwaltet..

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Zurückgezogen
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/002800
  • Berechtigungsdatum:
  • 14-08-2015
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/002800
  • Letzte Änderung:
  • 05-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

EMA/364550/2015

EMEA/H/C/002800

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Unituxin

Dinutuximab

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für Unituxin.

Hierin wird erläutert, wie die Agentur das Arzneimittel beurteilt hat, um zu ihren Empfehlungen für die

Zulassung des Arzneimittels in der EU und die Anwendungsbedingungen zu gelangen. Diese

Zusammenfassung ist nicht als praktischer Rat zur Anwendung von Unituxin zu verstehen.

Wenn Sie als Patient praktische Informationen über Unituxin benötigen, lesen Sie bitte die

Packungsbeilage oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Unituxin und wofür wird es angewendet?

Unituxin ist ein Arzneimittel gegen Krebs, das bei Kindern im Alter zwischen 12 Monaten und 17 Jahren

zur Behandlung eines Neuroblastoms, eines Tumors des Nervensystems, angewendet wird.

Unituxin wird zur Behandlung von Kindern mit „Hochrisiko“-Neuroblastomen verwendet, der Krebsform,

bei der die Gefahr einer Wiederkehr sehr groß ist. Kinder, die mit Unituxin behandelt werden, müssen

zunächst auf eine Chemotherapie angesprochen und sich anschließend einer Zusatzbehandlung zur

Knochenmarksreinigung (myeloablative Therapie) sowie einer Stammzelltherapie unterzogen haben.

Unituxin wird in Kombination mit 3 anderen Arzneimitteln angewendet: GM-CSF, Interleukin-2 und

Isotretinoin.

Da es nur wenige Patienten mit Neuroblastomen gibt, gilt die Krankheit als selten, und Unituxin wurde

am 21. Juni 2011 als Arzneimittel für seltene Leiden („Orphan-Arzneimittel“) ausgewiesen.

Unituxin enthält den Wirkstoff Dinutuximab.

© European Medicines Agency, 2015. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Wie wird Unituxin angewendet?

Unituxin wird als intravenöse Infusion (Tropfinfusion) verabreicht. Die tägliche Dosis richtet sich nach

der Körperoberfläche des Kindes und die Infusionen werden über einen Zeitraum von 10 Stunden

gegeben. Außerdem erhält der Patient 3 weitere Arzneimittel: Isotretinoin, GM-CSF und Interleukin-2.

Die Behandlung erfolgt über etwa 6 Monate; es werden aber nicht alle Arzneimittel jeden Monat

verabreicht. Unituxin wird in den ersten 5 Monaten jeden Monat an vier aufeinanderfolgenden Tagen

verabreicht.

Da bei Unituxin-Gabe das Risiko schwerer allergischer Reaktionen besteht, sollten für diesen Fall die

entsprechende technische Ausstattung und Personal zur Wiederbelebung sofort verfügbar sein. Zur

Minimierung solch lebensbedrohlicher Reaktionen sollten die Patienten vor Beginn der Unituxin-Infusion

ein Antihistaminikum erhalten.

Da Schmerzen zu den häufigen Nebenwirkung der Unituxin-Behandlung gehören, sollten die Patienten

auch Schmerzmittel erhalten.

Unituxin darf nur im Krankenhaus angewendet werden und die Behandlung nur unter Aufsicht eines in

der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arztes erfolgen. Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche

Verschreibung erhältlich.

Wie wirkt Unituxin?

Bei dem Wirkstoff in Unituxin, Dinutuximab, handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der

speziell zur Erkennung einer auf Neuroblastom-Krebszellen in hohen Konzentrationen vorliegenden

Zellstruktur, das Gangliosid GD2, und zur Bindung daran hergestellt wurde. Bindet Dinutuximab an

diese Ganglioside auf Neuroblastomzellen, markiert er diese Zellen als Zielzellen für das Immunsystem

(die körpereigene natürliche Abwehr), welches diese nun angreift. Auf diese Weise unterstützt dieses

Arzneimittel die Vernichtung von Krebszellen, die nach anderen Behandlungsmethoden im Körper

verblieben sind.

Welchen Nutzen hat Unituxin in den Studien gezeigt?

In einer Hauptstudie, an der 230 Patienten mit Hochrisiko-Neuroblastom teilnahmen, erwies sich

Unituxin (Verabreichung gemeinsam mit Isotretinoin, GM-CSF und Interleukin-2) in Bezug auf das

Überleben der Patienten und die Verhinderung eines Wiederauftretens des Krebses als wirksamer als

Isotretinoin allein. Während von den Patienten, die ausschließlich Isotretinoin erhalten hatten, nach

etwa 3 Jahren noch 67 % lebten, waren es bei den Patienten, die Unituxin erhalten hatten, 80 %.

Welche Risiken sind mit Unituxin verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Unituxin (, die mehr als 30 % der Menschen betreffen können) sind:

Schmerzen in allen Körperbereichen, Hypotonie (niedriger Blutdruck), Überempfindlichkeit (allergische

Reaktionen), Fieber, Urticaria (Nesselsucht), Kapillarlecksyndrom (eine Erkrankung, bei der Flüssigkeit

aus den Blutgefäßen austritt und zu Schwellungen und Blutdruckabfall führt), Anämie (verminderte

Zahl roter Blutzellen), verminderte Zahl der Blutplättchen, niedrige Natrium- und Kaliumspiegel,

erhöhte Leberenzymwerte und verminderte Zahl weißer Blutzellen. Die vollständige Auflistung aller

Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Unituxin

EMA/364550/2015

Seite 2/3

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Warum wurde Unituxin zugelassen?

Patienten mit Hochrisiko-Neuroblastom benötigen eine intensive Therapie, die häufig nicht ausreicht,

die Rückkehr des Krebses zu verhindern. Eine Studie, in der Unituxin zusammen mit Isotretinoin, GM-

CSF und Interleukin-2 verabreicht wurde, zeigte, dass diese Kombination die Behandlungsergebnisse

bei diesen Patienten verbessern kann, indem sie deren Leben verlängert und dazu beiträgt, dass die

Krankheit nicht wiederauftritt bzw. sich nicht verschlechtert.

In Anbetracht der Schwere der Krankheit werden die Risiken der Unituxin-Behandlung trotz der mit ihr

verbundenen möglichen schweren Nebenwirkungen und der Notwendigkeit, Arzneimittel gegen

allergische Reaktionen und Schmerzen zu verabreichen, als akzeptabel erachtet. Die Anzahl der

Patienten, die aufgrund von Nebenwirkungen die Behandlung abbrachen, erscheint gering und die

Nebenwirkungen können mit geeigneten Maßnahmen behandelt werden.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Agentur gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen

von Unituxin gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, es für die Anwendung in der EU

zuzulassen.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Unituxin ergriffen?

Es wurde ein Risikomanagementplan entwickelt, um sicherzustellen, dass Unituxin so sicher wie möglich

angewendet wird. Auf der Grundlage dieses Plans wurden Sicherheitsinformationen in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage für Unituxin aufgenommen,

einschließlich geeigneter Vorsichtsmaßnahmen für Angehörige der Heilberufe und Patienten.

Weiterhin wird das Unternehmen, das Unituxin vertreibt, zwei Studien durchführen, um weitere

Informationen zur Sicherheit des Arzneimittels, einschließlich seiner langfristigen Sicherheit, zu

erhalten.

Nähere Informationen sind in der Zusammenfassung des Risikomanagementplans

enthalten.

Weitere Informationen über Unituxin

Am 14. August 2015 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Unituxin in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR und die Zusammenfassung des Risikomanagementplans für

Unituxin finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human

medicines/European public assessment reports. Wenn Sie weitere Informationen zur Behandlung mit

Unituxin benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage (ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Zusammenfassung des Gutachtens des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden zu Unituxin

finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/Rare disease

designation.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 08-2015 aktualisiert.

Unituxin

EMA/364550/2015

Seite 3/3

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Unituxin 3,5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Dinutuximab

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende Abschnitt 4.

Diese Packungsbeilage wird möglicherweise gelegentlich von einem jungen Patienten, der dieses

Arzneimittel einnimmt, gelesen, jedoch ist es in der Regel ein Elternteil/Betreuer. In der Packungsbeilage

wird sich jedoch durchgehend auf „Sie“ bezogen.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, fragen Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Unituxin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Unituxin beachten?

Wie ist Unituxin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Unituxin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Unituxin und wofür wird es angewendet

Was ist Unituxin?

Unituxin ist ein Krebsmedikament, das den Wirkstoff Dinutuximab enthält. Es gehört zu einer Gruppe

von Arzneimitteln, die als „monoklonale Antikörper“ bezeichnet werden. Diese sind in ihrer

Wirkungsweise den vom Körper auf natürliche Weise produzierten Antikörpern ähnlich. Sie helfen dem

Immunsystem, auf bestimmte Zellen, beispielsweise Krebszellen, abzuzielen, indem sie sich an diese

anhaften.

Wofür wird Unituxin angewendet?

Unituxin wird zur Behandlung von „Hochrisiko-Neuroblastom“ bei Kleinkindern, Kindern und

Jugendlichen im Alter von 12 Monaten bis 17 Jahren angewendet.

Ein Neuroblastom ist eine Art von Krebs, der aus anomalen Nervenzellen im Körper wächst. Einige

Neuroblastome werden als Hochrisiko klassifiziert, falls sich der Krebs in verschiedenen Teilen des

Körpers ausgebreitet hat und bestimmte Zelltypen enthält. Bei Hochrisiko-Neuroblastomen besteht eine

Arzneimittel nicht länger zugelassen

höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie nach der Behandlung erneut auftreten.

Um das Risiko des erneuten Auftretens der Krebserkrankung zu reduzieren, wird Unituxin im letzten

Stadium der Behandlung gegeben, um eine eventuell vorhandene Resterkrankung zu eliminieren,

nachdem der Krebs auf die Chemotherapie, Operation und ein autologes (Selbstspender-)

Blutzellentransplantat angesprochen hat.

Wie wirkt Unituxin?

Unituxin erkennt und lagert sich an ein Zelloberflächen-Target namens „GD2“ an. GD2 kommt auf der

Oberfläche von Neuroblastom-Zellen vor. Wenn sich Unituxin an GD2 auf den Krebszellen anlagert,

beginnt das Immunsystem des Patienten, diese Zellen anzugreifen und abzutöten.

Es wurde gezeigt, dass Unituxin die Progression oder ein Rezidiv der Krankheit verzögert und das

Überleben erhöht.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Unituxin beachten?

Unituxin darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Dinutuximab oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Wenn Sie nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Dinutuximab einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Unituxin einnehmen,

wenn:

Sie jemals Anfälle (Krämpfe) hatten

Sie Leberprobleme haben

Sie eine niedrige Zahl von weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen in Ihrem Blut haben –

wie in Tests nachgewiesen

Sie im Ruhezustand Atemprobleme wie Kurzatmigkeit haben

Sie unter Nierenproblemen leiden

Sie Infektionen haben.

Wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich nicht sicher sind), sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Ihnen Unituxin gegeben wird.

Möglicherweise beobachten Sie im Laufe der Behandlung Folgendes, nachdem Sie Unituxin erstmalig

erhalten haben:

Allergische Reaktionen, die schwerwiegend sein können (anaphylaktische Reaktionen) oder

sonstige Reaktionen auf die Infusion

: Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal sofort, wenn Sie eine Reaktion während oder nach der Infusion vernehmen. Solche

Reaktionen treten sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Personen) auf. Zu den Symptomen einer

allergischen Reaktion zählen Hautausschlag, Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht oder im Hals,

Schwindel, Herzrasen oder Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Atemnot, Fieber, Übelkeit, Schmerzen in

Ihren Gelenken. Während der Gabe des Medikaments werden Sie hinsichtlich dieser Symptome eng

Arzneimittel nicht länger zugelassen

überwacht. Es wird Ihnen ein Antihistaminikum zur Vorbeugung von allergischen Reaktionen

gegeben.

Kapillarlecksyndrom

aufgrund des Austretens von Blutkomponenten durch die Wand kleiner

Blutgefäße – dies kann rasch auftretende Schwellungen an Armen, Beinen und anderen Körperteilen,

einen raschen Blutdruckabfall, Benommenheit sowie Atembeschwerden verursachen.

Schmerzen

: Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie Schmerzen

bekommen. Dies tritt sehr häufig während der Behandlung auf (betrifft mehr als 1 von 10 Personen).

Sie erhalten schmerzlindernde Medikamente (wie Paracetamol, Ibuprofen, Morphin) um Schmerzen

vorzubeugen und diese zu lindern. Siehe Abschnitt 4 für weitere Informationen über Schmerzen als

Nebenwirkungen.

Niedriger Blutdruck

: Möglicherweise fühlen Sie sich schwindlig oder ohnmächtig.

Probleme mit Ihren Augen

: Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn

Sie Probleme mit Ihren Augen oder Änderungen Ihrer Sehkraft bemerken.

Blutinfektionen

: Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie Fieber

oder Schüttelfrost feststellen oder sich schwindlig oder ohnmächtig fühlen.

Nervenprobleme

: Möglicherweise bemerken Sie ein Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Brennen an

Ihren Händen, Füßen, Beinen oder Armen, verminderte Empfindung oder Schwäche mit Bewegung

(periphere Neuropathie).

Siehe Abschnitt 4 für eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen.

Tests und Prüfungen

Ihr Arzt wird Bluttests und möglicherweise Sehtests durchführen, während Sie dieses Medikament

einnehmen.

Einnahme von Unituxin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt das medizinische Pflegepersonal, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Dazu gehören nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel und pflanzliche Arzneimittel.

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal insbesondere dann, wenn Sie vor kurzem

Folgendes erhalten haben:

Arzneimittel, die als „Kortikosteroide“ bezeichnet werden; diese können die Aktivität des

Immunsystems beeinträchtigen, welche für die Wirkung von Unituxin wichtig ist.

„Intravenöses Immunglobulin“: Sie sollten diese Art von Medikament in den zwei Wochen vor der

Unituxin-Behandlung und für mindestens eine Woche nach Beendigung der Behandlung nicht

einnehmen.

Wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich nicht sicher sind), informieren Sie

Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, bevor Ihnen Unituxin gegeben wird.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal um Rat.

Wenn Sie schwanger werden könnten und keine Verhütungsmittel anwenden, fragen Sie vor der

Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal um Rat.

Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter 6 Monate lang nach Absetzen der Behandlung

mit Unituxin Verhütungsmittel anwenden.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, bevor Sie dieses

Arzneimittel einnehmen.

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel sollten Sie nicht stillen. Es gibt nur ungenügende

Informationen darüber, ob das Arzneimittel in die Muttermilch übergehen kann. Das empfohlene

Zeitintervall zwischen dem Absetzen der Behandlung und dem Stillen beträgt 6 Monate.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Unituxin hat viele Nebewirkungen, und dies hat Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Unituxin enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23

mg) pro Dosis. Das bedeutet, es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Unituxin einzunehmen?

Unituxin wird Ihnen im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes von einem Arzt oder dem medizinischen

Fachpersonal verabreicht. Es wird als Tropfinfusion in eine Vene geführt (intravenöse Infusion).

Unituxin wird mit drei anderen Arzneimitteln verabreicht:

Isotretinoin

GM-CSF

IL-2

Diese Medikamente werden Ihnen über sechs Zyklen zugeführt. Jeder Zyklus dauert einen Monat. Pro

Zyklus werden Ihnen nicht alle Arzneimittel gegeben.

Wie viel wird verabreicht?

Unituxin wird Ihnen in fünf der sechs Zyklen verabreicht. Die empfohlene Dosis beträgt 17,5

mg/m

. Ihr

Arzt wird Ihre persönliche Dosis basierend auf Ihrer Körperoberfläche festlegen.

Während der Zyklen (Monate) 1, 3 und 5

Unituxin wird als Tropfinfusion in eine Ihrer Venen geführt – etwa 10 Stunden pro Tag über vier

Tage hinweg.

GM-CSF wird jeden Tag über 14 Tage hinweg entweder als Injektion unter die Haut verabreicht oder

Arzneimittel nicht länger zugelassen

als Tropfinfusion in eine Vene geführt.

Ihnen wird in den letzten 14 Tagen eines jeden Zyklus Isotretinoin zur oralen Einnahme gegeben.

Während der Zyklen (Monate) 2 und 4

Unituxin wird als Tropfinfusion in eine Ihrer Venen geführt – etwa 10 Stunden pro Tag über vier

Tage hinweg.

IL-2 wird für vier Tage in Folge als Tropfinfusion in eine Ihrer Vene geführt (Dauerinfusion) – in den

ersten vier Tagen der ersten Woche und den ersten vier Tagen der zweiten Woche eines jeden Zyklus

Ihnen wird in den letzten 14 Tagen eines jeden Zyklus Isotretinoin zur oralen Einnahme gegeben.

Während Zyklus (Monat) 6

Ihnen wird nur Isotretinoin zur oralen Einnahme verabreicht.

Ihr Arzt wird Sie während und nach der Infusion beobachten. Um das Risiko von Nebenwirkungen zu

verringern, kann Ihr Arzt die für die Unituxin-Infusion zulässige Zeit auf bis zu 20 Stunden erhöhen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel, das mit GM-CSF, IL-2 und Isotretinoin gegeben

wird, Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Wenn Sie folgende Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal:

Jede Art von allergischen Reaktionen oder sonstige Reaktionen an der Injektionsstelle – zu den

Symptomen zählen Hautausschlag, Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht oder im Rachen,

Schwindel, Herzrasen oder Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Atemnot, Fieber, Übelkeit, Schmerzen in

Ihren Gelenken.

Rasch auftretende Schwellungen an Armen, Beinen und anderen Körperteilen, ein rascher

Blutdruckabfall, Benommenheit sowie Atembeschwerden (Kapillarlecksyndrom).

Jegliche Art von Schmerzen: im Magen, im Rachen, in der Brust, im Gesicht, an Händen, Füßen,

Beinen oder Armen (wie Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Brennen), im Rücken, Hals, in den

Knochen, Muskeln, im Mund, in den Augen, an den Genitalien.

Diese treten sehr häufig auf (betreffen mehr als 1 von 10 Patienten).

Wenn Sie eine dieser Nebenwirkungen feststellen, informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker umgehend.

Weitere Nebenwirkungen, die bei Ihnen mit diesem Arzneimittel auftreten könnten:

Sehr häufige Nebenwirkungen

(können mehr als 1 von 10 Patienten betreffen):

Husten

Jucken

Appetitlosigkeit

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Durchfall, Erbrechen

Niedriger Blutdruck, durch den Sie sich schwindlig oder ohnmächtig fühlen, oder Bluthochdruck

Anomale Blutwerte wie verminderte Blutplättchenzahl, verminderte rote und weiße

Blutkörperchenzahl, verminderte Albumin-Spiegel (dies kann zu Schwellungen führen und dazu, dass

Sie sich schwach und müde fühlen), Leberfunktionsstörungen, niedrige Kalium-, Natrium-, Calcium-,

Phosphat-Spiegel und hoher Glucose-Spiegel

Häufige Nebenwirkungen

(können bis zu 1 von 10 Patienten betreffen):

Gewichtsverlust, Gewichtszunahme

Schüttelfrost

Kopfschmerzen

Müde, reizbar

Verstopfung, Blut im Stuhl

Schäden an den Nerven im gesamten Körper, die die Bewegung beeinflussen können

Verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, erweiterte („dilatierte“) Pupillen

Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Blut oder Protein in Ihrem Urin

Höheres Infektionsrisiko, insbesondere durch die zur Gabe des Medikaments verwendeten Geräte.

Blut- oder Darminfektionen

Hautprobleme an der Injektionsstelle, ein roter Hautausschlag mit kleinen Unebenheiten

Anomale Blutwerte wie geringe Spiegel von Magnesium, Glucose, hohe Spiegel von Säuren und

Creatinin

Gelegentliche Nebenwirkungen

(können bis zu 1 von 100 Patienten betreffen):

Ungleiche Pupillen

Flüssigkeit in oder um die Lunge

Nierenversagen

Überfunktion der Schilddrüse

Serumkrankheit – eine Krankheit, die einer Allergie ähnelt

Anomaler Herzrhythmus

Schwellungen im hinteren Teil des Gehirns (posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom) – zu

den Symptomen zählen hoher Blutdruck, Kopfschmerzen, Anfälle, Änderungen im Sehvermögen und

im Verhalten, Gefühl, benommen und müde zu sein.

Atypisches hämolytisches urämisches Syndrom (aHUS) – eine Krankheit, die das Blutsystem und die

Nieren betrifft – zu den Symptomen zählen grippeartige Symptome, die nicht verschwinden,

Verwirrtheit, Lethargie, Appetitlosigkeit oder dunkler Urin

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem

melden. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Unituxin aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach dem angegebenen Verfalldatum nicht

mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C). Nicht einfrieren. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren,

um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Die chemische und physikalische Stabilität im Gebrauch wurde bei Umgebungsbedingungen (unter 25°C)

nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdünnte Lösung sofort verwendet werden.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken: Partikel oder Verfärbung

vor der Anwendung.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Der Arzt oder das medizinische

Fachpersonal wird nicht mehr verwendetes Arzneimittel entsorgen. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Unituxin enthält

Der Wirkstoff ist: Dinutuximab. Jede Durchstechflasche enthält 17,5

mg Dinutuximab in 5 ml. Jeder

ml Konzentrat enthält 3,5

mg Dinutuximab.

Die sonstigen Bestandteile sind: Histidin, Polysorbat 20 (E 432), Natriumchlorid und Wasser für

Injektionszwecke. Siehe Abschnitt 2 für weitere Informationen zu Natrium.

Wie Unituxin aussieht und Inhalt der Packung

Unituxin ist eine klare, farblose Infusionslösung in einer klaren Durchstechflache aus Glas. Eine Packung

enthält eine Durchstechflasche.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

United Therapeutics Europe, Ltd.

Unither Haus

Curfew Bell Road

Chertsey

Surrey

KT16 9FG

Vereinigtes Königreich

Tel: +44 (0) 1932 664884

Fax: +44 (0) 1932 573800

E-Mail: druginfo@unither.com

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/

verfügbar. Sie finden dort auch Links zu anderen

Internetseiten über seltene Erkrankungen und Behandlungen. Diese Packungsbeilage ist auf den

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur in allen EU-Amtssprachen verfügbar.

<-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Dosierung und Art der Anwendung

Unituxin ist auf die Anwendung im Krankenhaus beschränkt und darf nur unter Aufsicht eines in der

Anwendung onkologischer Therapien erfahrenen Arztes erfolgen. Es muss von einer medizinischen

Fachkraft verabreicht werden, die darauf vorbereitet ist, schwere allergische Reaktionen, einschließlich

Anaphylaxie, in einer Umgebung, in der komplette Reanimationsdienstleistungen sofort verfügbar sind,

zu behandeln.

Dosierung

Unituxin soll als intravenöse Infusion über fünf Zyklen mit einer täglichen Dosis von 17,5 mg/m

verabreicht werden. In Zyklen 1, 3 und 5 (jeder Zyklus dauert etwa 24 Tage) wird es an Tagen 4-7 und in

Zyklen 2 und 4 (jeder Zyklus dauert etwa 28 Tage) an Tagen 8-11 verabreicht.

Das Behandlungsschema besteht aus Dinutuximab, GM-CSF, IL-2 und Isotretinoin, verabreicht über

sechs aufeinander folgende Zyklen. Das vollständige Dosierungsschema ist in Tabelle 6 und Tabelle 7

dargestellt.

Tabelle 1

:

Dosierungsschema für Zyklen 1, 3 und 5 für Unituxin, GM-CSF und Isotretinoin

Tag

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15-24

GM-CSF

Dinutuximab

Isotretinoin

Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor (GM-CSF): 250 µg/m

/Tag, entweder durch

subkutane Injektion (nachdrücklich empfohlen) oder intravenöse Infusion über 2 Stunden verabreicht.

Dinutuximab: 17,5 mg/m

/Tag als intravenöse Infusion über 10-20 Stunden verabreicht.

Isotretinoin: Bei einem Körpergewicht größer als 12 kg: 80 mg/m

oral zweimal täglich in einer

Gesamtdosis von 160 mg/m

/Tag verabreicht; bei einem Körpergewicht bis 12 kg: 2,67 mg/kg oral

zweimal täglich in einer Gesamttagesdosis von 5,33 mg/kg/Tag (Dosis bis zu den nächsten 10 mg

aufrunden).

Tabelle 2

: Dosierungsschema für Zyklen 2 und 4 für Unituxin und IL-2; Dosierungsschema für Zyklen 2,

4 und 6 für Isotretinoin

Tag

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12-14

15-28

IL-2

Dinutuximab

Isotretinoin

Interleukin-2 (IL-2): 3 Mio IE/m

/Tag durch kontinuierliche intravenöse Infusion über 96 Stunden an

Tagen 1-4 und 4,5 Mio IE/m

/Tag an Tagen 8-11 verabreicht.

Dinutuximab: 17,5 mg/m

/Tag als intravenöse Infusion über 10-20 Stunden verabreicht.

Isotretinoin: Bei einem Körpergewicht größer als 12 kg: 80 mg/m

oral zweimal täglich in einer

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Gesamtdosis von 160 mg/m

/Tag verabreicht; bei einem Körpergewicht bis 12 kg: 2,67 mg/kg oral

zweimal täglich in einer Gesamttagesdosis von 5,33 mg/kg/Tag (Dosis bis zu den nächsten 10 mg

aufrunden).

Vor Beginn jedes Behandlungszyklus, siehe Tabelle 8 für eine Liste von Kriterien, die beurteilt werden

müssen.

Tabelle 3

: Klinische Kriterien, die vor dem Beginn jedes Behandlungszyklus von Unituxin beurteilt

werden müssen.

Zentralnervensystem (ZNS)-Toxizität

• Einleitung des Zyklus verzögern, bis ZNS-Toxizität Grad 1 erreicht wurde oder abgeklungen ist

und/oder Anfallsleiden gut kontrolliert sind

Leberfunktionsstörungen

• Einleitung des ersten Zyklus verzögern, bis Alanin-Aminotransferase (ALT) weniger als das 5-

Fache des oberen Normwertes (ULN) ist. Einleitung der Zyklen 2-6 verzögern, bis ALT weniger

als das 10-Fache von ULN ist.

Thrombozytopenie

• Einleitung des Zyklus verzögern, bis die Thrombozytenzahl mindestens 20.000/µl beträgt.

• Wenn der Patient ZNS-Metastasen hat, Einleitung des Zyklus verzögern und

Thrombozytentransfusion geben, um eine Thrombozytenzahl von mindestens 50.000/µl zu

erhalten.

Atemstörungen

• Einleitung des Zyklus verzögern, bis Ruhedyspnoe abgeklungen ist und/oder die periphere

Sauerstoffsättigung mindestens 94 % auf Raumluft beträgt.

Nierenfunktionsstörungen

• Einleitung des Zyklus verzögern, bis die Kreatinin-Clearance oder die glomeruläre Filtrationsrate

(GFR) mindestens 70 ml/min/1,73 m

beträgt

Systemische Infektion oder Sepsis

• Einleitung des Zyklus verzögern, bis systemische Infektion oder Sepsis abgeklungen ist.

Leukopenie

• Einleitung des ersten Zyklus verzögern, bis die absolute Phagozyten-Zahl (APC) mindestens

1000/µl beträgt.

Zusätzlich zu den oben genannten Kriterien muss die Beurteilung von Herz-Kreislauf-Funktionen des

Patienten anhand des Urteilsvermögens eines Klinikers erfolgen.

Dosisanpassung

Tabelle 9 führt die Leitlinien zur Dosisanpassung für Dinutuximab, GM-CSF und IL-2 auf. Wenn

Patienten Kriterien für das Absetzen dieser Medikamente erfüllen, kann die Behandlung mit Isotretinoin

wie klinisch indiziert fortgesetzt werden.

Tabelle 4:

Leitlinien zur Dosisanpassung zur Behandlung therapiebedingter Nebenwirkungen während

der Anwendung von Dinutuximab in Kombination mit GM-CSF, IL-2 und Isotretinoin.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Allergische Reaktionen

Grad 1 oder 2

Einsetzen der Symptome

Reduzieren der Infusionsrate auf 0,875 mg/m

Unterstützende Maßnahmen anwenden.

Nach Abklingen

Infusion mit der ursprünglichen Rate fortsetzen. Bei

Unverträglichkeit Rate auf 0,875 mg/m

/h senken.

Grad 3 oder 4

Einsetzen der Symptome

Dinutuximab und intravenöses GM-CSF oder IL-2 sofort absetzen.

Unterstützende Maßnahmen anwenden.

Nach Abklingen

Wenn Anzeichen und Symptome mit den oben genannten

Maßnahmen rasch abklingen, kann die Dinutuximab-Infusion mit

einer Rate von 0,875 mg/m

/h wieder aufgenommen werden.

GM-CSF oder IL-2 erst am nächsten Tag wieder aufnehmen.

Für GM-CSF-Zyklen: GM-CSF bei 50 % der Dosis ab dem nächsten

Tag anwenden, und bei Verträglichkeit kann GM-CSF nach

Abschluss der Dinutuximab-Dosierung für diesen Zyklus bei voller

Dosis verabreicht werden.

Für IL-2-Zyklen: IL-2 bei 50 % der Dosis ab dem nächsten Tag

anwenden und für den Rest des Zyklus fortsetzen.

Wenn die Symptome mit der Zugabe von GM-CSF oder IL-2 wieder

auftreten, GM-CSF oder IL-2 und Dinutuximab absetzen.

Wenn die Symptome am nächsten Tag abklingen, Dinutuximab bei

der verträglichen Rate ohne GM-CSF oder IL-2 wieder aufnehmen.

Wiederauftreten

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 für diesen Tag absetzen.

Wenn die Symptome an diesem Tag abklingen, am nächsten Tag mit

Prämedikation auf der Intensivstation wieder aufnehmen.

Nachfolgende Zyklen

Die verträgliche Dinutuximab-Infusionsrate für alle folgenden

Zyklen mit GM-CSF oder IL-2 beibehalten.

Anaphylaxe

Grad 3 oder 4

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 auf Dauer absetzen

Kapillarlecksyndrom

Grad 3 (schwer)

Einsetzen der Symptome

Dinutuximab und intravenöses GM-CSF oder IL-2 absetzen.

Unterstützende Maßnahmen anwenden.

Nach Abklingen

Dinutuximab-Infusion bei 0,875 mg/m

/h wieder aufnehmen.

GM-CSF oder IL-2 am nächsten Tag bei 50 % der Dosis bis zur

letzten Dosis von Dinutuximab für diesen Zyklus wieder aufnehmen.

Nachfolgende Zyklen

Wenn der Patient 50 % der Dosis von GM-CSF oder IL-2 verträgt,

bei dieser Dosis und einer Dinutuximab-Rate von 0,875 mg/m

beginnen. Bei Verträglichkeit am nächsten Tag GM-CSF oder IL 2

auf die volle Dosis erhöhen.

Wenn GM-CSF bei 50 % der Dosis nicht vertragen wird,

Dinutuximab allein für den Rest der GM-CSF-Zyklen anwenden.

Wenn IL-2 bei 50 % der Dosis nicht vertragen wird, für den Rest der

IL-2-Zyklen durch GM-CSF ersetzen.

Grad 4 (lebensbedrohlich)

Einsetzen der Symptome

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 für diesen Zyklus absetzen.

Unterstützende Maßnahmen anwenden.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Nachfolgende Zyklen

Wenn Kapillarlecksyndrom während des IL-2-Zyklus aufgetreten ist,

für den Rest der IL-2-Zyklen durch GM-CSF ersetzen.

Wenn Kapillarlecksyndrom während des GM-CSF-Zyklus

aufgetreten ist, Dinutuximab allein für nachfolgende GM-CSF-

Zyklen anwenden.

Hyponatriämie

Grad 4 (lebensbedrohlich

- < 120 mmol/l trotz angemessenen Flüssigkeitsmanagments

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 auf Dauer absetzen

Hypotonie

Symptomatisch und/oder systolischer Blutdruck unter 70 mmHg oder ein Abfall auf mehr als 15 %

unter dem Ausgangswert

Einsetzen der Symptome

Dinutuximab und intravenöses GM-CSF oder IL-2 absetzen.

Unterstützende Maßnahmen anwenden.

Nach Abklingen

Dinutuximab-Infusion bei 0,875 mg/m

/h wieder aufnehmen.

Wenn der Blutdruck für mindestens 2 Stunden stabil bleibt, GM-CSF

oder IL-2 wieder aufnehmen.

Wenn nach Wiederaufnahme von GM-CSF oder IL-2 der Blutdruck

für mindestens 2 Stunden stabil bleibt, die Dinutuximab-Infusion auf

1,75 mg/m

/h erhöhen.

Wiederauftreten

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 absetzen.

Dinutuximab bei 0,875 mg/m

/h wieder aufnehmen, sobald

Blutdruck stabil ist.

Nach Abklingen

GM-CSF oder IL-2 am nächsten Tag bei 50 % der Dosis wieder

aufnehmen, wenn der Blutdruck stabil bleibt.

Bei Verabreichung mit Dinutuximab GM-CSF oder IL-2 bei 50 %

der Dosis beginnen. Bei Verträglichkeit auf die volle Dosis für den

Rest des Zyklus erhöhen.

Wenn GM-CSF bei 50 % der Dosis nicht vertragen wird,

Dinutuximab allein für den Rest des Zyklus anwenden.

Wenn IL-2 bei 50 % der Dosis nicht vertragen wird, Dinutuximab

allein für den Rest des Zyklus anwenden.

Nachfolgende Zyklen

GM-CSF oder IL-2 bei 50 % der Dosis beginnen, zu erhöhen. Bei

Verträglichkeit am nächsten Tag auf die volle Dosis erhöhen.

Wenn GM-CSF bei 50 % der Dosis nicht vertragen wird,

Dinutuximab allein für den Rest des GM-CSF-Zyklus anwenden.

Wenn IL-2 bei 50 % der Dosis nicht vertragen wird, für den Rest der

IL-2-Zyklen durch GM-CSF ersetzen.

Neurologische Störungen des Auges

Dilatierte Pupille mit schwachem Lichtreflex

Einsetzen der Symptome

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 absetzen.

Nach Abklingen

Dinutuximab bei 0,875 mg/m

/h anwenden und GM-CSF oder IL-2

wieder aufnehmen.

Wiederauftreten

Dinutuximab, GM-CSF und IL-2 für die restlichen Zyklen absetzen.

Nachfolgende Zyklen

Wenn Anomalien vor dem nächsten Zyklus stabil bleiben oder sich

verbessern, Dinutuximab bei 0,875 mg/m

/h und volle Dosis GM-

CSF oder IL-2 anwenden.

Bei Verträglichkeit ohne Verschlechterung der Symptome

Dinutuximab bei 1,75 mg/m

/h für die nachfolgenden Zyklen

anwenden.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Wenn Symptome wieder auftreten, Dinutuximab, GM-CSF und IL-2

für die restlichen Zyklen absetzen.

Serumkrankheit

Grad 4 (lebensbedrohlich)

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 auf Dauer absetzen

Systemische Infektion oder Sepsis

Grad 3 oder 4

Einsetzen der Symptome

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 für den restlichen Zyklus

absetzen.

Nach Abklingen

Fahren Sie mit nachfolgenden geplanten Dinutuximab- und GM-

CSF- oder IL-2-Zyklen fort.

Schmerzen

Grad 4

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 absetzen.

Periphere Neuropathie

Periphere motorische Neuropathie Grad 2

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 auf Dauer absetzen.

Grad 3 (sensorische Veränderungen, die länger als 2 Wochen andauern, objektive motorische

Schwäche) oder Grad 4

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 absetzen.

Atypisches hämolytisches urämisches Syndrom

Dinutuximab und GM-CSF oder IL-2 auf Dauer absetzen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Unituxin bei Kindern im Alter unter 12 Monaten ist bisher noch

nicht erwiesen.

Art der Anwendung

Unituxin sollte nicht als intravenöse Injektion („Push“) oder Bolus verabreicht werden.

Es sollte durch intravenöse Infusion über 10 Stunden verabreicht werden. Die Infusion wird bei einer

Dosisrate von 0,875 mg/m

/h begonnen und bei dieser Rate 30 Minuten lang fortgesetzt; die Rate wird

dann auf 1,75 mg/m

/h für den Rest der Infusion erhöht und bei Verträglichkeit bei dieser Rate

fortgesetzt. Die Infusionsdauer kann bis auf 20 Stunden verlängert werden, um Reaktionen während der

Infusion zu minimieren, die nicht ausreichend auf andere unterstützende Maßnahmen ansprechen. Die

Infusion muss nach 20 Stunden beendet werden, auch wenn die volle Dosis innerhalb dieses Zeitrahmens

nicht abgegeben werden kann.

Prämedikation sollte vor jeder Infusion immer in Betracht gezogen werden.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6 der

Fachinformation.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit (Grad 4) gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 der Fachinformation

Arzneimittel nicht länger zugelassen

genannten sonstigen Bestandteile.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allergische Reaktionen

Eine Prämedikation mit einem Antihistaminikum (z. B. Hydroxyzin oder Diphenhydramin) sollte durch

intravenöse Injektion etwa 20 Minuten vor Beginn jeder Dinutuximab-Infusion angewendet werden. Es

wird empfohlen, das Antihistaminikum-Arzneimittel alle 4-6 Stunden zu wiederholen, wie während der

Infusion von Unituxin erforderlich. Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome von

Infusionsreaktionen 4 Stunden lang nach Abschluss der Unituxin-Infusion beobachtet werden.

Epinephrin (Adrenalin) und Hydrocortison zur intravenösen Anwendung sollten während der

Verabreichung von Dinutuximab am Krankenbett sofort verfügbar sein, um lebensbedrohliche allergische

Reaktionen zu behandeln. Es wird empfohlen, dass die Behandlung für solche Reaktionen über einen

intravenösen Bolus verabreichtes Hydrocortison und über einen intravenösen Bolus verabreichtes

Epinephrin – einmal alle 3-5 Minuten nach Bedarf entsprechend der klinischen Reaktion – umfasst.

Je nach Schweregrad der allergischen Reaktionen sollte die Infusionsrate herabgesetzt oder die

Behandlung abgesetzt werden.

Kapillarlecksyndrom

Kapillarlecksyndrom ist wahrscheinlicher, wenn Dinutuximab zusammen mit IL-2 angewendet wird. Es

wird empfohlen, Metolazon oral oder Furosemid intravenös alle 6-12 Stunden je nach Bedarf

anzuwenden. Zusätzlicher Sauerstoff, Beatmung und Albumin-Ersatztherapie sollten bei Bedarf

entsprechend der klinischen Reaktion verwendet werden.

Zu charakteristischen Symptomen und Anzeichen zählen Hypotonie, generalisierte Ödeme, Aszites,

Dyspnoe, Lungenödem und akutes Nierenversagen verbunden mit Hypoalbuminämie und

Hämokonzentration.

Schmerzen

Starke Schmerzen (Grad 3 oder 4) treten am häufigsten während des ersten 4-Tage-Zyklus von

Dinutuximab auf und lassen häufig im Laufe der Zeit in nachfolgenden Zyklen nach.

Bei starken Schmerzen sollte die Unituxin-Infusionsrate auf 0,875 mg/m

/h herabgesetzt werden.

Unituxin sollte abgebrochen werden, wenn die Schmerzen trotz herabgesetzter Infusionsrate und

Einleitung maximaler unterstützender Maßnahmen nicht angemessen unter Kontrolle gehalten werden

können.

Paracetamol sollte 20 Minuten vor Beginn jeder Dinutuximab-Infusion oral angewendet werden und je

nach Bedarf alle 4-6 Stunden wiederholt werden. Bei der gleichzeitigen Anwendung von IL-2 wird eine

regelmäßige Dosierung alle 4-6 Stunden empfohlen. Falls wegen anhaltender Schmerzen erforderlich,

sollte Ibuprofen oral alle 6 Stunden zwischen den Dosen von Paracetamol angewendet werden. Ibuprofen

sollte nicht angewendet werden, wenn Hinweise auf Thrombozytopenie, Blutungen oder

Nierenfunktionsstörungen vorliegen.

Es wird empfohlen, vor jeder Dinutuximab-Infusion ein Opioid, wie etwa Morphinsulfat, durch

intravenöse Infusion anzuwenden und während und bis 2 Stunden nach Beendigung der Behandlung als

Arzneimittel nicht länger zugelassen

intravenöse Infusion fortzusetzen. Es wird empfohlen, dass zusätzliche intravenöse Bolusinjektionen

eines Opioids nach Bedarf zur Behandlung von Schmerzen bis zu einmal alle 2 Stunden während der

Dinutuximab-Infusion angewendet werden. Wenn Morphin nicht vertragen wird, kann Fentanyl oder

Hydromorphon eingesetzt werden.

Lidocain kann als intravenöse Infusion (2 mg/kg in 50 ml 0,9 % Natriumchlorid) über 30 Minuten hinweg

vor dem Beginn jeder Dinutuximab-Infusion verabreicht werden und über intravenöse Infusion bei

1 mg/kg/h bis zu 2 Stunden nach Beendigung der Behandlung fortgesetzt werden. Eine Lidocain-Infusion

sollte abgesetzt werden, wenn der Patient Schwindel, periorale Taubheit oder Tinnitus entwickelt.

Gabapentin kann zum Zeitpunkt des Beginns der Prämedikation mit Morphin als orale Dosis von

10 mg/kg/Tag verabreicht werden. Die Dosis kann danach entsprechend der für die Schmerztherapie

erforderlichen Menge erhöht werden (bis zu einem Maximum von 60 mg/kg/Tag oder 3600 mg/Tag).

Hypotonie

Intravenöses Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) als Lösung zur Injektion (10 ml/kg) sollte innerhalb einer

Stunde unmittelbar vor der Dinutuximab-Infusion angewendet werden. Beim Eintreten einer Hypotonie

kann dies wiederholt werden, oder es kann intravenöses Albumin oder Erythrozytenkonzentrat

verabreicht werden, wie klinisch indiziert. Es wird empfohlen, dass erforderlichenfalls

Vasopressortherapie ebenfalls angewendet wird, um einen ausreichenden Perfusionsdruck

wiederherzustellen.

Neurologische Erkrankungen des Auges

Augenerkrankungen können insbesondere bei wiederholten Zyklen auftreten. Diese Veränderungen

klingen in der Regel im Laufe der Zeit ab. Die Patienten sollten sich vor Beginn der Therapie einer

ophthalmologischen Untersuchung unterziehen und auf visuelle Veränderungen hin überwacht werden.

Leberfunktionsstörungen

Eine regelmäßige Überwachung der Leberfunktion während der Dinutuximab-Immuntherapie wird

empfohlen.

Systemische Infektionen

Während der Behandlung haben Patienten typischerweise einen zentralen Venenkatheter in situ und als

Folge einer vorherigen ASCT sind sie wahrscheinlich immungeschwächt und deshalb der Gefahr der

Entwicklung systemischer Infektionen ausgesetzt. Bei Patienten sollten keine Hinweise auf eine

systemische Infektion vorliegen, und eine festgestellte Infektion sollte vor Beginn der Behandlung unter

Kontrolle sein.

Laborwertabweichungen

Elektrolytstörungen sind bei Patienten gemeldet worden, die Unituxin erhielten. Während der Behandlung

mit Unituxin sollten Elektrolyte täglich überwacht werden.

Atypisches hämolytisches urämisches Syndrom

Hämolytisches urämisches Syndrom beim Fehlen einer dokumentierten Infektion und resultierender

Niereninsuffizienz, Elektrolytanomalien, Anämie und Hypertonie wurde gemeldet. Unterstützende

Maßnahmen, einschließlich Kontrolle des Hydratationsstatus, der Elektrolytanomalien, der Hypertonie

und der Anämie, sollten angewendet werden.

Natriumaufnahme

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis. Dies bedeutet, dass es

nahezu „natriumfrei“ ist.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

23-7-2018

Qarziba (EUSA Pharma (UK) Limited)

Qarziba (EUSA Pharma (UK) Limited)

Qarziba (Active substance: dinutuximab beta) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4886 of Mon, 23 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety