Trizivir

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Trizivir Filmtabletten
  • Darreichungsform:
  • Filmtabletten
  • Zusammensetzung:
  • abacavirum 300 mg bis abacaviri sulfas, lamivudinum 150 mg, zidovudinum 300 mg, color.: E 132, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Trizivir Filmtabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • HIV-Infektionen

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 55537
  • Berechtigungsdatum:
  • 30-11-2000
  • Letzte Änderung:
  • 11-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie sollten es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Trizivir®

ViiV Healthcare

Was ist das Wichtigste, das ich über Trizivir wissen sollte?

Patientinnen und Patienten, welche den Wirkstoff Abacavir (der in Trizivir enthalten ist) einnehmen,

können eine Überempfindlichkeitsreaktion (allergische Reaktion) entwickeln, die lebensbedrohlich

sein kann, wenn Trizivir nicht abgesetzt wird.

KONTAKTIEREN SIE UNVERZÜGLICH IHREN ARZT oder IHRE ÄRZTIN, welche/r

entscheiden wird, ob Trizivir abgesetzt werden muss, wenn:

1.Sie Hautausschlag bekommen

ODER

2.Sie eines oder mehrere Symptome aus mindestens ZWEI der folgenden Gruppen an sich

beobachten:

-Fieber,

-Atembeschwerden oder Halsschmerzen oder Husten,

-Übelkeit oder Erbrechen oder Durchfall oder Bauchschmerzen,

-starke Müdigkeit oder diffuse Schmerzen oder allgemeines Krankheitsgefühl.

Eine Liste dieser Symptome finden Sie auf der Warnkarte (Innenseite der Packung). Tragen Sie diese

Warnkarte immer bei sich.

Wenn Sie Trizivir aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion abgesetzt haben, dürfen Sie NIE

WIEDER Trizivir oder ein anderes Abacavir-haltiges Arzneimittel (z. B. Ziagen, Kivexa oder

Triumeq) EINNEHMEN, da dies INNERHALB VON STUNDEN zu einem lebensbedrohlichen

Blutdruckabfall oder Tod führen kann.

Trizivir kann auch weitere Nebenwirkungen haben, die unter dem Kapitel "Welche Nebenwirkungen

kann Trizivir haben?" aufgeführt sind.

Was ist Trizivir und wann wird es angewendet?

Trizivir enthält die drei Wirkstoffe Abacavir (Ziagen), Lamivudin (3TC) und Zidovudin

(Retrovir AZT). Dies sind virenhemmende Substanzen (Virostatika) aus der Gruppe der sogenannten

nukleosidanalogen Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTIs).

Trizivir wird bei Erwachsenen angewendet, um das Fortschreiten einer HIV (humaner

Immunmangel-Virus) -Infektion zu verzögern, welche zur Immunschwächekrankheit AIDS

(erworbenes Immunmangel-Syndrom) und zu den damit in Zusammenhang stehenden Krankheiten

führen kann.

Trizivir kann weder AIDS heilen noch die HI-Viren abtöten, aber es kann die Bildung neuer Viren

verlangsamen und so vor weiteren Schäden des Immunsystems schützen.

Trizivir darf nur nach genauer Beurteilung des Krankheitszustandes durch einen Spezialisten und auf

dessen Verschreiben hin eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird die Wirksamkeit der

Behandlung regelmässig kontrollieren.

Was sollte dazu beachtet werden?

Vergessen Sie nicht, dass Ihnen dieses Arzneimittel von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur

Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben wurde. Es darf nicht für die Behandlung

anderer Erkrankungen und auch nicht anderer Personen verwendet werden.

Beachten Sie, dass die Behandlung mit Trizivir das Risiko einer Übertragung von HIV auf andere

Personen nicht herabsetzt; insbesondere besteht ein Übertragungsrisiko beim ungeschützten

Geschlechtsverkehr oder bei Blutkontakt. Entsprechende Vorsichtsmassnahmen müssen daher

weiterhin getroffen werden.

Während der Behandlung mit Trizivir oder einem anderen Arzneimittel gegen die HIV-Erkrankung

können auch weiterhin andere Infektionen oder Komplikationen einer HIV-Infektion auftreten.

Daher sollten Sie regelmässigen Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer Ärztin haben und

die Termine für Kontrolluntersuchungen einhalten.

Es kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass Trizivir die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit,

Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt. Auch die HIV-Erkrankung selbst kann das

Reaktionsvermögen einschränken.

Wann darf Trizivir nicht eingenommen/angewendet werden?

Trizivir darf nicht eingenommen werden bei

-bekannter oder vermuteter Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen Abacavir, Lamivudin

und Zidovudin oder einem Hilfsstoff der Tabletten.

-wenn bei Ihnen mit einem Gen-Test das Allel HLA-B (Typ 5701) nachgewiesen wurde.

- Leber- und schweren Nierenfunktionsstörungen

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Trizivir Vorsicht geboten?

Abacavir (einer der Wirkstoffe von Trizivir) kann eine schwerwiegende allergische Reaktion

(Überempfindlichkeitsreaktion) hervorrufen, die lebensbedrohlich sein kann, wenn die Behandlung

mit Abacavir-haltigen Arzneimitteln nicht beendet wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass

Personen mit dem Allel HLA-B (Typ 5701) mit grösserer Wahrscheinlichkeit überempfindlich auf

Abacavir reagieren. Auch wenn Sie diesen Gen-Typ nicht aufweisen, ist es jedoch immer noch

möglich, dass eine Überempfindlichkeitsreaktion auftritt. Falls möglich sind Sie auf dieses Gen hin

getestet worden, bevor Ihnen Trizivir verschrieben wurde. Wenn Sie wissen, dass Sie diesen Gen-

Typ aufweisen, müssen Sie Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin vor Einnahme von Trizivir darüber

informieren.

Die häufigsten Symptome dieser Reaktion sind Fieber und Hautausschlag. Andere häufig

beobachtete Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, starke Müdigkeit,

Kurzatmigkeit, Husten, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen. Weitere weniger häufige Symptome

sind Gelenkschmerzen, geschwollener Hals, schwere Atembeschwerden, Halsschmerzen.

Gelegentlich können auch Augenentzündungen (Konjunktivitis), Läsionen der Mundschleimhaut,

Blutdruckabfall und ein Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Händen und Füssen auftreten.

Die Symptome dieser Überempfindlichkeitsreaktion können zu jedem Zeitpunkt während der

Behandlung mit Trizivir auftreten, üblicherweise manifestieren sie sich jedoch innerhalb der ersten 6

Wochen nach Behandlungsbeginn und verschlimmern sich mit fortgesetzter Einnahme.

KONTAKTIEREN SIE UNVERZÜGLICH IHREN ARZT oder IHRE ÄRZTIN, wenn:

1.Sie Hautausschlag bekommen

ODER

2.Sie eines oder mehrere Symptome aus mindestens ZWEI der folgenden Gruppen an sich

beobachten:

- Fieber,

- Atembeschwerden oder Halsschmerzen oder Husten,

- Übelkeit oder Erbrechen oder Durchfall oder Bauchschmerzen,

- starke Müdigkeit oder diffuse Schmerzen oder allgemeines Krankheitsgefühl.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Sie anweisen, die Einnahme von Trizivir abzubrechen.

Wenn Sie Trizivir aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion abgesetzt haben, dürfen Sie NIE

WIEDER Trizivir oder ein anderes Abacavir-haltiges Arzneimittel (z. B. Ziagen, Kivexa oder

Triumeq) EINNEHMEN. Sollten Sie dies dennoch tun, kann es innerhalb von Stunden zu einem

lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen, der zum Tod führen kann.

Wenn Sie Trizivir aus irgendeinem Grund abgesetzt haben, insbesondere deshalb, weil Sie glauben,

dass sich Nebenwirkungen eingestellt haben, oder weil Sie an einer anderen Erkrankung leiden:

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie die Behandlung wiederaufnehmen. Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin prüft, ob Ihre Beschwerden mit einer Überempfindlichkeitsreaktion in

Zusammenhang stehen könnten. Wenn der Arzt bzw. die Ärztin der Meinung ist, dass dies der Fall

ist, werden Sie angewiesen, nie mehr Trizivir oder andere Abacavir-haltige Arzneimittel

einzunehmen. Es ist wichtig, dass Sie sich an diese Anweisung halten.

Gelegentlich sind Überempfindlichkeitsreaktionen bei Patienten und Patientinnen aufgetreten, die

wieder mit der Einnahme von Abacavir begonnen haben, die aber vor Absetzen von Abacavir nur

eines der in der Warnhinweiskarte aufgeführten Symptome zeigten.

In sehr seltenen Fällen haben Patienten und Patientinnen, die in der Vergangenheit Abacavir-haltige

Arzneimittel eingenommen hatten ohne Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion zu zeigen,

Überempfindlichkeitsreaktionen entwickelt, nachdem sie wieder begonnen haben, diese Arzneimittel

einzunehmen.

Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie angewiesen hat, Trizivir erneut einzunehmen, können Sie

gebeten werden, Ihre ersten Dosen in einer Einrichtung einzunehmen, wo eine rasche medizinische

Hilfe, falls erforderlich, gewährleistet ist.

Falls Sie überempfindlich gegen Trizivir sind, bringen Sie alle Ihre restlichen Trizivir-Tabletten zur

sicheren Entsorgung zurück. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin um Rat.

Der Packung von Trizivir liegt eine Warnhinweis-Karte bei, um Sie und medizinische Fachpersonen

auf die Möglichkeit einer Überempfindlichkeitsreaktion hinzuweisen. Trennen Sie diese Karte ab

und tragen Sie sie stets bei sich.

Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion (AIDS) haben ein schwaches

Immunsystem und können daher mit höherer Wahrscheinlichkeit schwere Infektionen entwickeln

(opportunistische Infektionen). Wenn diese Personen mit der Behandlung beginnen, können alte,

versteckte Infektionen wieder aufflammen und Anzeichen und Symptome einer Entzündung

verursachen. Diese Symptome werden wahrscheinlich durch die Verbesserung der körpereigenen

Immunantwort verursacht, da der Körper versucht, diese Infektionen zu bekämpfen.

Neben opportunistischen Infektionen können auch Autoimmunerkrankungen auftreten (eine

Krankheit, die auftritt, wenn das Immunsystem gesundes Körpergewebe angreift), nachdem Sie mit

der Einnahme von Arzneimitteln zur Behandlung Ihrer HIV-Infektion begonnen haben.

Autoimmunerkrankungen können auch erst viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.

Bitte informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, um die notwendige Behandlung zu erhalten,

wenn Sie Symptome einer Infektion bemerken oder andere Symptome wie Muskelschwäche,

Gelenkschmerzen oder Schwellungen, eine Schwäche, die in den Händen und Füssen beginnt und

aufwärts zum Rumpf fortschreitet, Herzklopfen, Zittern oder Hyperaktivität.

Wenn bei Ihnen irgendwelche Symptome einer Infektion auftreten oder falls Sie eines der oben

beschriebenen Symptome bemerken, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Nehmen Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin keine anderen Arzneimittel gegen

die Infektion.

Trizivir hilft, Ihre Erkrankung unter Kontrolle zu halten, heilt sie aber nicht. Es ist nötig, Trizivir

jeden Tag einzunehmen. Beenden Sie die Einnahme nicht, bevor Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer

Ärztin gesprochen haben.

Bevor eine Behandlung mit Trizivir begonnen wird, müssen die roten und weissen Blutkörperchen

bestimmt werden. Ist deren Wert abnormal tief, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin von einer Behandlung

absehen. Auch während der Behandlung wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin regelmässige

Blutbildkontrollen durchführen.

Wenn Sie an einer Erkrankung der Nieren oder der Leber leiden oder bereits früher eine

Lebererkrankung hatten, insbesondere eine Hepatitis B-Infektion (Gelbsucht), sollten Sie vor der

Anwendung von Trizivir Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Es ist wichtig, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin über alle Ihre Symptome informiert ist, auch wenn Sie

selbst denken, dass diese nicht im Zusammenhang mit Ihrer HIV-Infektion oder deren Behandlung

stehen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss möglicherweise die Dosierung des Arzneimittels Ihren

Symptomen anpassen und Ihnen anstelle von Trizivir getrennte Arzneimittel verschreiben.

Manche Patientinnen und Patienten, die Trizivir oder andere, ähnliche Medikamente (NRTIs)

einnehmen, entwickeln eine so genannte Laktatazidose in Verbindung mit einer Lebervergrösserung.

Zu einer Laktatazidose kommt es durch Anreicherung von Milchsäure im Körper. Dies ist selten und

tritt in den entsprechenden Fällen gewöhnlich nach mehrmonatiger Behandlung ein. Die Störung

kann lebensbedrohlich sein und zum Versagen innerer Organe führen.

Eine Laktatazidose tritt mit grösserer Wahrscheinlichkeit bei Personen mit vorbestehenden

Leberschäden und vorwiegend bei Frauen auf.

Beim Auftreten der folgenden Symptome ist ebenfalls unverzüglich der Arzt bzw. die Ärztin zu

informieren: Schwächegefühl/Muskelschwäche, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen,

schnelles und tiefes Atmen, Unwohlsein, Appetit- und/oder Gewichtsverlust oder Benommenheit.

Dies sind möglicherweise frühe Warnzeichen für eine beginnende – beim Fortschreiten unter

Umständen lebensbedrohende – Nebenwirkung wie Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis),

Leberfunktionsstörung (Hepatitis) oder Laktatazidose (erhöhter Milchsäuregehalt im Blut).

Trizivir sollte nicht an Kinder und Jugendliche verabreicht werden.

Einige Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion, einschliesslich Abacavir, können das

Risiko für Herzinfarkt erhöhen. Falls Sie Herzprobleme haben, Rauchen oder unter Erkrankungen

leiden, die das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen wie Bluthochdruck und Diabetes, informieren

Sie Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin. Setzen Sie das Arzneimittel nicht ab, ausser Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin hat Ihnen entsprechende Anweisungen gegeben.

Die in Trizivir enthaltenen Wirkstoffe können mit anderen Arzneimitteln interagieren, was unter

Umständen zu Nebenwirkungen führen kann. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin über alle Arzneimittel informieren, die Sie einnehmen müssen.

Zu den Arzneimitteln, welche nicht oder nur mit Vorsicht gleichzeitig mit Trizivir verabreicht

werden dürfen, gehören:

Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, Codein, das in Hustenmitteln enthalten ist, Morphin,

Methadon, Interferon, das Gichtmittel Probenecid, Clofibrat, das zur Senkung von erhöhten

Blutfettwerten eingesetzt wird, der Magensäurehemmer Cimetidin, sowie gewisse Antirheumatika

(Indometacin, Ketoprofen, Naproxen), Antiepileptika (Phenobarbital, Phenytoin, Valproat),

Antibiotika (Co-trimoxazol, Rifampicin, Clarithromycin), Beruhigungsmittel (Oxazepam und

Lorazepam), andere virenhemmende Arzneimittel (Stavudin, Zalcitabin, Emtricitabin, Ganciclovir

und Foscarnet) und verschiedene Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (Amphotericin, Flucytosin) und

zur Behandlung von Pneumocystis-carinii-Pneumonie (PCP) resp. Toxoplasmose (Pyrimethamin,

Atovaquon, Pentamidin, Dapsone) und zur Behandlung von Krebs (Vincristin, Vinblastin,

Doxorubicin).

Bei einer gleichzeitigen Verabreichung von Ribavirin und Trizivir kann es zu einer Anämie

kommen, oder eine solche kann sich verschlimmern. Falls bei Ihnen Anzeichen einer Anämie

auftreten (z.B. Müdigkeit und Kurzatmigkeit), wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Er bzw. sie wird Sie beraten, ob Sie die Behandlung mit Trizivir abbrechen sollen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien

haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Trizivir während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet

werden?

Wenn Sie schwanger sind, in nächster Zukunft schwanger werden möchten oder wenn Sie stillen,

informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie irgendein Arzneimittel einnehmen. Die

sichere Anwendung von Trizivir während der Schwangerschaft ist bisher nicht belegt. Wenn Sie

während der Behandlung mit Trizivir schwanger werden, wird Sie Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin beraten,

ob Sie Trizivir weiterhin einnehmen sollen.

Bei Babies und Kleinkindern, die während der Schwangerschaft oder den Wehen mit

nukleosidanalogen Reverse-Transkriptase-Hemmern (NRTIs) in Berührung gekommen sind, wurde

vorübergehend ein erhöhter Milchsäuregehalt im Blut beobachtet. Ausserdem liegen sehr seltene

Berichte über Krankheiten vor, die das Nervensystem betreffen wie z.B. Verzögerung der

Entwicklung oder Krampfanfälle. Diese Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die geltenden

Empfehlungen zum Einsatz einer antiretroviralen Therapie bei Schwangeren zur Vorbeugung einer

Mutter-Kind-Übertragung von HIV.

Gesundheitsexperten empfehlen, dass HIV-infizierte Frauen ihre Kinder wenn möglich nicht stillen

sollten, um eine Übertragung von HIV zu vermeiden.

Die in Trizivir enthaltenen Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über. Es wird daher empfohlen, dass

Mütter, die Trizivir einnehmen, ihre Kinder nicht stillen.

Wie verwenden Sie Trizivir?

Die Dosierung und die Behandlungsdauer werden von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt.

Die übliche Dosierung für Erwachsene beträgt 2x täglich 1 Tablette Trizivir.

Die Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten (nüchtern, zum oder nach dem Essen)

eingenommen werden und sind unzerkaut mit genügend Flüssigkeit zu schlucken.

Falls Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald Sie daran denken, und verfahren

Sie danach wie vorher. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis zum Ausgleich der vergessenen Dosis

ein.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Beenden Sie die Behandlung nicht

vorzeitig; eine regelmässige Einnahme ist sehr wichtig. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu

schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Verhalten bei Therapieabbruch

Wenn Sie die Einnahme von Trizivir aus irgendwelchen Gründen - insbesondere jedoch wegen

Nebenwirkungen oder anderen Erkrankungen – abgebrochen haben, ist es sehr wichtig, dass Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren, bevor Sie mit der Einnahme wieder beginnen. In einigen

Fällen wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie auffordern, mit der Einnahme von Trizivir wieder zu

beginnen, vorausgesetzt, dass in Notfällen eine medizinische Betreuung möglich ist. Falls Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin der Meinung ist, dass die aufgetretenen Symptome möglicherweise mit einer

Überempfindlichkeitsreaktion in Zusammenhang stehen, werden Sie angewiesen, nie wieder Trizivir

oder ein anderes Abacavir-haltiges Arzneimittel (z. B. Ziagen, Kivexa oder Triumeq) einzunehmen.

Die Anwendung und Sicherheit von Trizivir bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft

worden.

Welche Nebenwirkungen kann Trizivir haben?

Bei der Behandlung einer HIV-Infektion lässt sich nicht immer beurteilen, ob die auftretenden

Symptome durch Trizivir, durch andere Arzneimittel, die Sie einnehmen, oder durch die HIV-

Erkrankung selber verursacht werden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin immer über alle Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes informieren.

Abacavir (ein Bestandteil von Trizivir) kann eine schwerwiegende allergische Reaktion

(Überempfindlichkeitsreaktion) hervorrufen. Diese ist im Abschnitt "Wann ist bei der Einnahme von

Trizivir Vorsicht geboten?" beschrieben. Es ist wichtig, dass Sie die Information über die allergische

Reaktion lesen und verstehen.

Eine andere schwere Nebenwirkung von Trizivir (hauptsächlich durch den Wirkstoffanteil Zidovudin

verursacht) ist die Abnahme bestimmter Blutzelltypen (einschliesslich der roten und weissen

Blutkörperchen und Blutplättchen). Die Verminderung der roten Blutkörperchen (Blutarmut) äussert

sich in einer ausgeprägten Müdigkeit und die Abnahme der weissen Blutkörperchen in einer erhöhten

Anfälligkeit für Infektionen, während ein Mangel an Blutplättchen zu einer erhöhten

Blutungsneigung (blaue Flecken, Blutergüsse) führen kann. Sollte dies auftreten, so informieren Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort und warten Sie nicht bis zur nächsten Kontrolle.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Trizivir auftreten:

Häufig (können bis zu 1 von 10 Personen betreffen):

-Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und -krämpfe, Durchfall, Appetitlosigkeit,

Verdauungsstörungen, Blähungen

-Kopfschmerzen, Schwindel

-Husten, nasale Symptome

-Anstieg bestimmter Leberenzyme und des Bilirubins

-Hautausschlag, Haarausfall

-Muskel- und Gelenkschmerzen

-Fieber, Teilnahmslosigkeit, Mattigkeit, Schwäche

Gelegentlich (können bis zu 1 von 100 Personen betreffen):

-Atembeschwerden

-Exanthem, Juckreiz

Selten (können bis zu 1 Person von 1‘000 betreffen):

-Anstieg der Milchsäurekonzentration im Blut (Laktatazidose)

-Kribbeln, Taubheits- und Schwächegefühl in den Gliedmassen, Krampfanfälle,

-Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Angstzustände, Depressionen

-Ohren-, Nasen-, Halsinfektionen

-Geschmacksstörungen

-Lebererkrankungen wie Vergrösserung oder Verfettung der Leber, Gelbsucht,

Bauchspeicheldrüsenentzündung

-Pigmentierung der Nägel, der Haut und der Mundschleimhaut, Nesselfieber, Schwitzen

-häufiges Wasserlassen

-Schüttelfrost, Brustschmerzen, Herzmuskelerkrankung, grippeähnliche Erscheinungen, allgemeines

Unwohlsein und Schmerzgefühl

-Vergrösserung der Brustdrüsen beim Mann

Sehr selten (können bis zu 1 Person von 10‘000 betreffen):

-Hautausschlag, der Blasen bilden kann und wie kleine Zielscheiben (zentrale dunkle Flecken

umgeben von einer helleren Fläche mit einem dunkel eingesäumten Ring) aussieht (Erythema

multiforme)

-ausgedehnter Hautausschlag mit Bläschen und Hautablösung, besonders um den Mund, die Nase,

die Augen und die Geschlechtsorgane herum (Stevens-Johnson-Syndrom), sowie eine schwerere

Form mit Hautablösungen bei mehr als 30% der Körperoberfläche (toxische epidermale Nekrolyse).

Informieren Sie unverzüglich einen Arzt, wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt.

Beim Auftreten der folgenden Symptome ist unverzüglich der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren:

Schwächegefühl/Muskelschwäche, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, schnelles und tiefes

Atmen, Unwohlsein, Appetit- und/oder Gewichtsverlust oder Benommenheit. Dies sind

möglicherweise frühe Warnzeichen für eine beginnende – beim Fortschreiten unter Umständen

lebensbedrohende – Nebenwirkung wie Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis),

Leberfunktionsstörung (Hepatitis) oder Laktatazidose (erhöhter Milchsäuregehalt im Blut).

Die Behandlung mit Trizivir oder anderen Medikamenten, die Zidovudin enthalten, kann zum

Verlust von Fett (Lipoatrophie) an Beinen, Armen und Gesicht führen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

sollte Sie auf Anzeichen einer Lipoatrophie überwachen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin, wenn Sie an Ihren Beinen, Armen oder Ihrem Gesicht einen Fettschwund bemerken. Wenn

derartige Anzeichen auftreten, beurteilt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin, ob die Behandlung mit Trizivir

abgebrochen und Ihre HIV-Behandlung umgestellt werden muss. Nach dem Absetzen von Trizivir

kann es mehrere Monate dauern, bis sich verlorenes Fett wieder einlagert. Möglicherweise wird nicht

das gesamte verlorene Fett wieder erlangt.

Ebenso wurde über veränderte Serumlipid-und Blutglukosewerte berichtet.

Falls weitere Nebenwirkungen auftreten, bei denen Sie einen Zusammenhang mit der Anwendung

von Trizivir vermuten, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Trizivir Filmtabletten sind unter 30°C und ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Faltschachtel mit "EXP" bezeichneten Verfalldatum

verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Trizivir enthalten?

1 Filmtablette Trizivir enthält als Wirkstoffe 300 mg Abacavir, 150 mg Lamivudin und 300 mg

Zidovudin sowie den Farbstoff E 132 (Indigocarmin) und Hilfsstoffe zur Herstellung von Tabletten.

Zulassungsnummer

55537 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Trizivir? Welche Packungen sind erhältlich?

Trizivir ist in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt,

erhältlich.

Trizivir: 60 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

ViiV Healthcare GmbH, 3053 Münchenbuchsee

Diese Packungsbeilage wurde im November 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.