TISSEEL 10 ml

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • TISSEEL 10 ml 2 Fertigspritzen
  • Darreichungsform:
  • 2 Fertigspritzen
  • Zusammensetzung:
  • I) Kleberprotein-Lösung gefroren: fibrinogenum menschlichen 72-110 mg/ml Faktor XIII-0.6-10 U/ml, aprotininum 2250-3750 U./ml, albuminum Menschen, histidinum, nicotinamidum, polysorbatum 80, natrii citras dihydricus, Wasser ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 5 ml. II) Thrombin-Lösung gefroren: thrombinum menschlichen 400-625 U./ml, albuminum menschlichen calcium chloridum dihydricum, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 5 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • TISSEEL 10 ml 2 Fertigspritzen
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Blutprodukte
  • Therapiebereich:
  • Gewebekleber und adjuvante Blutstillung bei Operationen; Unterstützung der Wundheilung

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 52618
  • Berechtigungsdatum:
  • 02-06-1994
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

TISSEEL

Zusammensetzung

Kleberprotein-Lösung:

Wirkstoffe: Fibrinogenum humanum, Factor XIII, Aprotininum syntheticum

Hilfsstoffe: Albuminum humanum, L-Histidinum, Nicotinamidum, Natrii citras dihydricum,

Polysorbatum 80 (Tween 80), Aqua ad iniectabilia

Thrombin-Lösung:

Wirkstoffe: Thrombinum humanum, Calcii chloridum dihydricum

Hilfsstoffe: Albuminum humanum, Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Fibrinkleber, tiefgefroren.

Die Kleberprotein-Lösung enthält pro ml:

Fibrinogen (als clottierbares Protein) 72 - 1101 mg

Aprotinin (synthetisch) 3000 KIE2

Faktor XIII 0.6 – 10 IE3

Die Thrombin-Lösung enthält pro ml:

Thrombin 500 IE4

Calciumchlorid Dihydrat 40 mmol (5.88 mg)

1 Enthalten in einer Gesamtprotein-Konzentration von 110.5 mg/ml

2 1 EPU (European Pharmacopeia Units) entspricht 1800 KIE (Kallidogenase-Inaktivator-Einheiten)

31 Einheit (IE) Faktor XIII entspricht jener Aktivität, die in 1 ml frischem Normalplasma enthalten

4Die Thrombin-Aktivität wird gemäss dem aktuellen internationalen WHO-Standard für Thrombin

ermittelt

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

TISSEEL unterstützt die Blutstillung, wenn chirurgische Standardtechniken nicht ausreichen.

TISSEEL ist ein Fibrinkleber zur Klebung und Abdichtung von Geweben, oder zur Sicherung von

chirurgischen Nähten in der Gefässchirurgie oder bei gastrointestinalen Anastomosen. Ausserdem

dient TISSEEL der Klebung und Abdichtung von Geweben und der Nahtsicherung in der

Neurochirurgie und bei chirurgischen Eingriffen, bei denen es zum Kontakt mit Liquor, Dura Mater

kommen kann, wie beispielsweise otologische, rhinologische, ophthalmische und vertebrale

Eingriffe.

Bei der Anwendung von TISSEEL wird zum Teil auch biokompatibles Material wie z.B.

Kollagenvlies als Träger- und Verstärkermaterial eingesetzt.

Dosierung/Anwendung

TISSEEL darf nur von erfahrenen Chirurgen angewendet werden, die in der Anwendung von

TISSEEL geschult wurden.

Dosierung

Das erforderliche Volumen an TISSEEL-Lösung richtet sich nach der Grösse der zu klebenden oder

zu beschichtenden Fläche bzw. nach der Grösse des auszufüllenden Defektes. Ausserdem ist es von

der gewählten Applikationsmethode abhängig.

Die bei der Erstapplikation auf eine anatomische Struktur bzw. Zielfläche eingesetzte Menge sollte

ausreichen, um den betreffenden Bereich vollständig abzudecken.

Die Anwendung kann bei Bedarf wiederholt erfolgen. Eine Wiederanwendung von TISSEEL auf

eine bestehende polymerisierte TISSEEL Schicht sollte jedoch vermieden werden, da TISSEEL auf

einer polymerisierten Schicht nicht klebt.

Bei der Klebung von Flächen kann als Anhaltspunkt dienen, dass die Packungsgrösse TISSEEL 2,0

ml (d.h. 1 ml Kleberprotein-Lösung und 1 ml Thrombin-Lösung zu gleichen Teilen) für eine Fläche

von mindestens 10 cm² ausreicht.

Wird der Fibrinkleber durch Sprühen appliziert, so kann mit der gleichen Menge (d.h. 1 ml

Kleberprotein-Lösung und 1 ml Thrombin-Lösung) je nach Indikation eine Fläche von 25 bis 100

cm² beschichtet werden.

Verabreichungen ausserhalb der vorgesehenen Applikationsfläche sollten vermieden werden.

TISSEEL nur als dünne Schicht auftragen. Ein zu dickes Fibringerinnsel kann sich auf die

Wirksamkeit des Produkts und die Wundheilung auswirken.

TISSEEL wurde bei Früh- wie Neugeborenen, Kleinkindern bis hin zu Jugendlichen, zum Teil in

grösserer Zahl angewendet; dies gilt insbesondere für die Gebiete Lebertransplantation,

Oesophagus/Trachea (besonders bei Fisteln), Herzchirurgie, Urogenitalbereich, Bauchhöhle/Darm,

sowie Nervenanastomosen.

Die Anwendung und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist bis jetzt nicht geprüft worden.

Art der Anwendung

Zur topischen Anwendung auf der Wundfläche. Nicht injizieren.

Um optimale Sicherheit bei der Anwendung von TISSEEL zu gewährleisten, sollen die folgenden

Empfehlungen befolgt werden:

Bei offener Chirurgie soll ein Druckregelgerät verwendet werden, dessen Maximaldruck

höchstens 2,0 bar (28,5 psi) beträgt.

Bei minimal invasiven/laparoskopischen Eingriffen soll ein Druckregelgerät verwendet werden,

dessen Maximaldruck höchstens 1,5 bar (22 psi) beträgt und das ausschliesslich Kohlendioxidgas

verwendet.

Vor dem Aufbringen von TISSEEL muss die Wundoberfläche mittels Standardtechniken (z. B.

intermittierende Anwendung von Kompressen, Tupfern, Anwendung von Saugern) getrocknet

werden. Verwenden Sie keine Druckluft oder Gas um die Applikationsstelle zu trocknen. TISSEEL

darf nur auf sichtbare Applikationsstellen gesprüht werden.

TISSEEL darf nur gemäss den Anweisungen und unter Verwendung der Produkte und Geräte

rekonstituiert bzw. verabreicht werden, die für dieses Produkt empfohlen werden (siehe “Hinweise

zur Handhabung“).

Für die Sprühapplikation siehe “Warnhinweise und Vorsichtmassnahmen” und “Hinweise zur

Handhabung” mit besonderen Empfehlungen zum erforderlichen Druck und Gewebeabstand je nach

Art des Eingriffs und zur Länge der Applikationshilfen.“

Unmittelbar vor der Anwendung sollten die ersten Tropfen von der Applikationskanüle

ausgeschieden und verworfen werden, um die Verwendung eines ausreichend vermischten Präparates

sicherzustellen.

Kontraindikationen

TISSEEL alleine ist nicht indiziert zur Behandlung von massiven arteriellen und venösen Blutungen.

TISSEEL darf nicht intravaskulär angewendet werden. Eine intravaskuläre Anwendung kann

lebensbedrohliche thromboembolische Ereignisse zur Folge haben. Bei Überempfindlichkeit

gegenüber einem der Wirkstoffe oder sonstigen Bestandteile, sowie bei bekannter

Überempfindlichkeit gegen Rinderprotein oder synthetisches Aprotinin, darf TISSEEL nicht

angewendet werden.

Eine Injektion in die Nasenschleimhaut darf nicht erfolgen, da hier schwerwiegende allergisch-

anaphylaktoide Reaktionen aufgetreten sind und es zu thromboembolischen Komplikationen im

Versorgungsbereich der Arteria ophthalmica kommen kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nur zur Anwendung auf Wundflächen. Nicht intravaskulär anwenden.

Bei Patienten mit allergischer Diathese oder Arzneimittelüberempfindlichkeit sowie bei Patienten,

die Aprotinin bereits in der Vergangenheit erhalten haben, ist eine sorgfältige Risiko/Nutzen-

Abwägung erforderlich. Es empfiehlt sich, Antihistaminika vor der Gabe von Aprotinin zu

verabreichen.

Bei der Injektion von Kleberprotein- und/oder Thrombin-Lösungen in Weichteilgewebe besteht das

Risiko einer anaphylaktischen Reaktion.

Wie bei allen Proteinprodukten sind allergische Überempfindlichkeitsreaktionen nicht

ausgeschlossen.

TISSEEL sollte nicht intravaskulär angewendet werden, da dies zu anaphylaktischen Reaktionen und

/ oder thromboembolischen Komplikationen führen kann, die beide lebensbedrohlich sein können.

Eine intravaskuläre Anwendung kann die Wahrscheinlichkeit und den Schweregrad von akuten

Überempfindlichkeitsreaktionen bei empfindlichen Patienten erhöhen.

Zeichen auf Überempfindlichkeitsreaktionen sind: Bradykardie, Tachykardie, Hypotonie,

Hitzegefühl, Bronchspasmus, Giemen, Dyspnoe, Übelkeit, Urtikaria, Angioödem, Pruritus, Erythem,

Parästhesie. Es wurde auch über schwerwiegende anaphylaktische Reaktionen, einschliesslich

anaphylaktischer Schock mit TISSEEL berichtet (siehe Unerwünschte Wirkungen).

Bei Auftreten eines dieser Symptome ist die Anwendung unverzüglich abzubrechen und die derzeit

gültigen Standardmassnahmen für eine Schockbehandlung einzuleiten.

Bereits appliziertes Präparat muss von der Applikationsstelle entfernt werden.

TISSEEL enthält synthetisches Aprotinin, ein monomerisches Polypeptid das bekannt ist, mit dem

Risiko von anaphylaktischen Reaktionen im Zusammenhang zu stehen. Auch bei strikt lokaler

Anwendung besteht das Risiko von anaphylaktischen Reaktionen auf Aprotinin, insbesondere im

Fall einer vorangegangenen Exposition.

Deshalb sollte jede Verwendung von Aprotinin oder aprotininhaltigen Präparaten in der Krankenakte

vermerkt werden.

Da synthetisches Aprotinin die identische Struktur wie das bovine Aprotinin aufweist, sollte die

Anwendung von TISSEEL bei Patienten mit Allergien gegen Rinderproteine sorgfältig abgewogen

werden.

In zwei retrospektiven, nicht randomisierten Studien in der koronaren Bypass-Chirurgie zeigten

Patienten, die Fibrinkleber erhielten ein statistisch signifikant erhöhtes Mortalitätsrisiko. Obwohl

diese Studien keinen kausalen Zusammenhang belegen, kann ein Zusammenhang zwischen dem

erhöhten Risiko und der Verabreichung von TISSEEL nicht ausgeschlossen werden. Um eine

unerwünschte intravasale Verabreichung zu vermeiden, ist daher besondere Vorsicht geboten.

Bei der Verabreichung von Fibrinklebern mit einem Sprühgerät ist Vorsicht geboten.

TISSEEL soll nur als dünne Schicht aufgetragen werden. Eine zu dicke Schicht kann die

Wirksamkeit des Produkts und die Wundheilung negativ beeinflussen.

Bei der Verwendung von Sprühgeräten mit Druckgasreglern zur Verabreichung von TISSEEL sind

lebensbedrohliche/tödliche Luft- oder Gasembolien aufgetreten. Dieses Ereignis scheint mit der

Verwendung von Spray-Sets mit höherem als dem empfohlenen Druck und/oder mit einem zu

geringen Abstand zur Gewebeoberfläche zusammenzuhängen. Das Risiko scheint höher zu sein,

wenn Fibrinkleber mit Luft aufgesprüht werden, als beim Sprühen mit CO2 und ist daher beim

Aufsprühen von TISSEEL auf offene Operationswunden nicht auszuschliessen.

Wird TISSEEL mittels Sprühapplikation aufgetragen, muss sichergestellt werden, dass ein Druck

verwendet wird, der im vom Hersteller des Sprühgeräts empfohlenen Druckbereich liegt (siehe

Tabelle unter „Hinweise zur Handhabung“ für Drücke und Abstände).

TISSEEL darf nur per Sprühapplikation verabreicht werden, wenn der Sprühabstand exakt beurteilt

werden kann. Nicht näher als im empfohlenen Abstand aufsprühen.

Beim Aufsprühen von TISSEEL sollen Änderungen von Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und

endexspiratorischem CO2 überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft- oder Gasembolie

besteht (siehe auch „Dosierung/Anwendung“).

TISSEEL darf nicht mit dem Easy Spray / Spray Set System in geschlossenen Körperbereichen

angewendet werden

Ohne zusätzliche blutstillende Massnahmen ist TISSEEL Fibrinkleber nicht zur Behandlung von

massiven und starken arteriellen Blutungen indiziert.

Kleberprotein- und/oder Thrombin-Lösungen, die bei der Anwendung auf Gewebe ausserhalb des zu

klebenden Bereichs gelangt sind, sollten nach Möglichkeit entfernt werden. Vor der Verwendung

von TISSEEL müssen alle Körperteile ausserhalb der zu behandelnden Fläche sorgfältig abgedeckt

werden, um eine Gewebeadhäsion an einer unerwünschten Stelle zu vermeiden.

Werden Fibrinkleber in geschlossen Bereichen angewendet, besteht das Risiko von

Kompressionskomplikationen.

TISSEEL Fibrinkleber wird aus humanem Plasma hergestellt. Standardmassnahmen zur

Verhinderung von Infektionen, die sich durch den Einsatz von Arzneimitteln ergeben, die aus Blut

oder Blutplasma hergestellt werden, schliessen die Auswahl der Spender und das Screening der

einzelnen Spenden und Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker sowie den Einsatz effektiver

Schritte zur Inaktivierung / Entfernung von Viren im Herstellungsverfahren ein. Dennoch kann bei

der Verabreichung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Blutplasma die Möglichkeit der

Übertragung von Krankheitserregern nicht völlig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bislang

unbekannte oder neu aufgetretene Viren und andere Pathogene.

Die ergriffenen Sicherheitsmassnahmen werden als wirksam gegen umhüllte Viren wie z.B. HIV,

HBV und HCV sowie gegen das unbehüllte Hepatitis A Virus (HAV) betrachtet. Für Parvovirus B19

können die getroffenen Massnahmen von eingeschränktem Wert sein.

Parvovirus B19 Infektionen können schwerwiegende Folgen für schwangere Frauen (fötale

Infektion) und für Personen mit Immunmangelkrankheiten oder gesteigerter Erythropoese (z.B.

hämolytische Anämie) haben.

Es wird empfohlen, bei jeder Verabreichung von TISSEEL Fibrinkleber an einen Patienten den

Namen und die Chargennummer des Präparates zu dokumentieren, um einen Zusammenhang

zwischen Patient und Produktcharge herzustellen.

Während der Herstellung von TISSEEL wird Heparin (aus Schweinemucosa) als Hilfsstoff

verwendet. Im Endprodukt ist kein Heparin mehr nachweisbar.

Oxidierte Cellulose-haltige Präparate können die Wirksamkeit von TISSEEL vermindern und sollten

deshalb nicht als Trägermaterial eingesetzt werden (siehe „Sonstige Hinweise“)

Interaktionen

Es wurden keine formalen Wechselwirkungsstudien durchgeführt.

Alkohol-, jod- oder schwermetallhaltige Lösungen interferieren wegen der Denaturierung von

Proteinen oder anderen Mechanismen mit der Wirksamkeit des Präparates. Deshalb sollten diese

Substanzen vor der Anwendung von TISSEEL Fibrinkleber weitestmöglich entfernt werden.

TISSEEL Fibrinkleber kann auch bei voll heparinisierten Patienten, z.B. bei extrakorporalem

Kreislauf, angewendet werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Die Sicherheit der Anwendung von Fibrinklebern während der Schwangerschaft und Stillzeit wurde

nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht.

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft,

Embryonalentwicklung, Entwicklung des Fötus und/oder die postnatale Entwicklung vor. Daher, und

weil ein Gehalt an Parvovirus B19 in TISSEEL nicht kategorisch ausgeschlossen werden kann (siehe

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“) sollte das Medikament in der Schwangerschaft und

während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

In seltenen Fällen können bei Patienten, die mit Fibrinkleber/Hämostatika behandelt werden,

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen auftreten (z.B. Angioödeme, Brennen

und Stechen am Verabreichungsort, Bradykardie, Bronchospasmus, Schüttelfrost, Atemnot,

Hautrötungen (Flush), generalisierte Urtikaria, Kopfschmerzen, Nesselsucht, Hypotonie, Lethargie,

Übelkeit, Juckreiz, Ruhelosigkeit, Tachykardie, Engegefühl in der Brust, Kribbeln, Erbrechen,

Stenoseatmung).

In Einzelfällen sind diese Reaktionen bis zur schweren Anaphylaxie fortgeschritten. Solche

Reaktionen können besonders dann beobachtet werden, wenn das Präparat wiederholt oder bei

Patienten angewendet wird, bei denen bereits früher eine Überempfindlichkeit gegenüber Aprotinin,

Rinderproteine (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“) oder einen anderen Bestandteil

des Präparats aufgetreten ist.

Selbst wenn eine erste Behandlung mit TISSEEL gut vertragen wurde, kann eine weitere

Anwendung des Präparats oder die systemische Anwendung von Aprotinin schwere anaphylaktische

Reaktionen zur Folge haben.

In seltenen Fällen können sich Antikörper gegen Bestandteile des Fibrinklebers bilden.

Intravaskuläre Verabreichung kann zu thromboembolischen Komplikationen führen, und es besteht

ein Risiko anaphylaktischer Reaktionen.

Speziell bei koronaren Bypass-Operationen sollte TISSEEL mit Vorsicht angewendet werden, um

jegliches Risiko der intravaskulären Anwendung zu minimieren.

Hinweise zur Sicherheit in Bezug auf übertragbare Erreger siehe „Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen“.

In klinischen Studien und aus der post-marketing surveillance (markiert mit einem p in der

nachfolgenden Auflistung) mit Baxter Fibrinkleber wurde über folgende unerwünschten Wirkungen

mit TISSEEL berichtet.

In den klinischen Studien wurde TISSEEL als Zusatzhämostatikum in der Kardio-, Vaskular-,

Hüftgelenkersatz-, Leber- und Milz-Chirurgie verabreicht. Andere klinische Studien schlossen die

Klebung von Lymphgefässen in Patienten mit axillärer Lymphknotenentfernung, Klebung von

Kolon-Anastomosen und Duraklebung in der hinteren Schädelgrube ein. Da die Häufigkeit von

unerwünschten Wirkungen, welche aus der Post-Marketing-Surveillance berichtet wurden, anhand

der vorhandenen Daten nicht abgeschätzt werden kann, wurde, wenn immer möglich, die obere

Grenze des 95% Konfidenzintervalls unter Anwendung des Dreisatzes wie folgt berechnet: 3/1146 =

0.0026 oder 0.26% d.h. gelegentlich (wobei „1146“ die totale Anzahl Patienten ist, die in klinischen

Studien mit TISSEEL behandelt wurden).

Sehr häufig (³ 1/10), häufig (³ 1/100 bis <1/10), gelegentlich (³ 1/1,000 bis <1/100), selten (³ 1/10,000

bis <1/1,000), sehr selten (< 1/10,000) unbekannt (kann nicht anhand der vorhandenen Daten

geschätzt werden).

Allgemeine Bereiche

Nebenwirkung

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Postoperative Wundinfektion

häufig

Störungen des Blutes und des Lymphsystems

Erhöhung von

Fibrinabbauprodukten

gelegentlich

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen* p gelegentlich

Anaphylaktische Reaktionen* p

gelegentlich

Anaphylaktischer Schock* p

gelegentlich

Parästhesie p

gelegentlich

Bronchospasmus p

gelegentlich

Giemen p

gelegentlich

Pruritus p

gelegentlich

Erythem p

gelegentlich

Störungen des Nervensystems

Sensorische Missempfindungen

häufig

Funktionsstörungen des Herzens

Bradykardie p

gelegentlich

Tachykardie p

gelegentlich

Funktionsstörungen der Gefässe

Achselvenenthrombose **

häufig

Hypotonie

selten

Hämatome p

gelegentlich

Arterielle Embolie p

gelegentlich

Luftembolie*** p

unbekannt

Embolie der Zerebralarterien p

gelegentlich

Zerebralinfarkt** p

gelegentlich

Respiratorische, thorakale und mediastinale

Funktionsstörungen

Dyspnoe p

gelegentlich

Gastrointestinale Beschwerden

Übelkeit

gelegentlich

Intestinale Obstruktion p

gelegentlich

Funktionsstörungen der Haut und des

Unterhautgewebes

Hautausschlag

häufig

Urtikaria p

gelegentlich

Gestörte Wundheilung p

gelegentlich

Störungen der Skelettmuskulatur und des

Bindegewebes

Gliederschmerzen

häufig

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der

Applikationsstelle

Schmerzen

häufig

Erhöhte Körpertemperatur

häufig

Hautrötung p

gelegentlich

Ödeme p

gelegentlich

Verletzungen und Vergiftungen

Postprozeduale Schmerzen

gelegentlich

Serom

sehr häufig

Angioödem p

gelegentlich

* anaphylaktische Reaktionen und anaphylaktischer Schock schliessen tödliche Reaktionen ein.

** als Folge intravaskulärer Applikation im Sinus petrosus superior.

*** wie mit anderen Fibrinklebern sind auch unter TISSEEL bei der Verwendung von Druckgas

lebensbedrohliche/tödliche Luft- und Gasembolien aufgetreten. Diese Ereignisse scheinen mit einer

unsachgemässen Anwendung von Sprühgeräten im Zusammenhang zu stehen (z.Bsp. mit einem

höheren Druck als empfohlen und in unmittelbarer Nähe der Gewebsoberfläche).

p unerwünschte Wirkungen aus der post-marketing surveillance.

Klasseneffekte

Andere Nebenwirkungen, welche mit Fibrinkleber/Hämostatika assoziiert werden, schliessen

Überempfindlichkeitsreaktionen ein, welche sich durch Reizung an der Applikationsstelle,

Brustkorbbeschwerden, Schüttelfrost, Kopfschmerz, Lethargie, Unruhe und Erbrechen manifestieren

können.

Überdosierung

Der Fibrinkleber sollte nur als dünne Schicht aufgetragen werden, da zu dicke Schichten die

Wirksamkeit des Präparates und den Wundheilungsprozess stören können.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B02BC30

TISSEEL Fibrinkleber ist ein biologischer Zweikomponentenkleber. Die beiden Komponenten

liegen tiefgefroren vor und müssen vor der Anwendung aufgetaut werden. Während oder unmittelbar

vor der Anwendung werden die beiden Komponenten (Kleberprotein-Lösung und Thrombin-Lösung)

vermischt (siehe Applikationsmethoden). Es entsteht eine viskose Kleberprotein-Thrombin-Lösung,

die rasch zu einer weissen, elastischen Masse wird, welche fest am Gewebe haftet. Die Verfestigung

läuft analog der physiologischen Gerinnung ab und dient zur Blutstillung, zum Wundverschluss

sowie zur Gewebeklebung. Im Verlauf der Wundheilung kommt es zu einer vollständigen Resorption

des verfestigten Fibrinklebers.

Das folgende Schema soll den Ablauf verdeutlichen:

Kleberprotein-Lösung

(mit Aprotinin)

Kleberprotein-Thrombin-

Lösung

Thrombin-Lösung

(mit Calciumchlorid Dihydrat)

Verfestigter Fibrinkleber

Pharmakokinetik

Die Fibrinklebung führt analog zur letzten Stufe der natürlichen Blutgerinnung innerhalb weniger

Minuten zur Ausbildung eines physiologischen Fibringerüstes. Dieses Gerüst in Form eines

dreidimensionalen Netzwerkes wird in der Folge von Fibroblasten besiedelt. Die einsetzende

Kollagensynthese der Fibroblasten führt zur bindegewebigen Organisation des Wundgebietes.

Gleichzeitig kommt es zu einer allmählichen Resorption des Fibrins, wobei histomorphologisch kein

Unterschied zum Abbau körpereigenen, extravasalen Fibrins feststellbar ist. Die Geschwindigkeit

des Fibrinabbaus wird einerseits durch die fibrinolytische Aktivität des umgebenden Gewebes und

die eingewanderten Granulozyten, andererseits durch die Menge des dem Kleber zugesetzten

Fibrinolyseinhibitors Aprotinin beeinflusst. Das im TISSEEL in geringer Menge vorhandene

Plasminogen wird unter Einwirkung von Plasminogen-Aktivatoren aus dem umgebenden Gewebe in

Plasmin überführt, welches Fibrin zu löslichen Spaltprodukten (FDP) abbaut. Die

Fibrinspaltprodukte werden durch die neben den Fibroblasten in das Wundgebiet eingewanderten

Granulozyten und Makrophagen phagozytiert und weiter abgebaut.

Thrombin bildet einen Komplex mit Antithrombin III. Dieser Komplex und Aprotinin werden

proteolytisch abgebaut, während das CaCl2 dem Elektrolythaushalt zugeführt wird.

Aufgrund der pharmakokinetischen Profile konnte Bioäquivalenz von bovinem und synthetischem

Aprotinin gezeigt werden.

Präklinische Daten

TISSEEL mit (bovinem oder synthetischem) Aprotinin hat sich in in-vivo-Studien inklusive solcher

zur Wundheilung bei Ratten und Kaninchen als gut verträglich erwiesen.

In humanen Fibroblasten-Kulturen zeigte die Kleberproteinlösung von TISSEEL hervorragende

Zellkompatibilität bei fehlender Zytotoxizität. Darüberhinaus konnte in geeigneten In vitro-Tests

keine Mutagenität nachgewiesen werden.

Subkutane akute Toxizitätsstudien an Ratten und Kaninchen zeigten keine akute Toxizität von

TISSEEL bei guter lokaler Verträglichkeit. Synthetisches und bovines Aprotinin wurden selbst nach

einmaliger intravenöser und paravenöser Applikation sehr hoher Dosen (bis 1‘500‘000 IU/kg bei

Ratte oder Maus toleriert. Die beobachteten No-Observed_Adverse-Event-Effect Level wurden mit <

100‘000 IU/kg (Maus) und < 200‘000 IU/kg (Ratte) bestimmt. In geeigneten Meerschweinchen-

Modellen gab es weder Anzeichen für sensibilisierendes noch für anaphylaktisches Potential von

synthetischem oder bovinem Aprotinin.

Basierend auf einer systematischen Literaturanalyse können uf für TISSEEL verwendeten

Lösungsmitteln / Detergentien / Reagentien beruhende Nebenwirkungen oder Toxizitäten

ausgeschlossen werden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Oxidierte Zellulose-haltige Präparate können die Wirksamkeit von TISSEEL vermindern und sollten

deshalb nicht als Trägermaterial eingesetzt werden.

TISSEEL darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Alkohol-, jod- oder schwermetallhaltige Lösungen interferieren wegen der Denaturierung von

Proteinen oder anderen Mechanismen mit der Wirksamkeit des Präparates. Lässt sich deren

Verwendung nicht vermeiden, so sind etwaige Reste vor Beginn der Klebung möglichst vollständig

zu entfernen.

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit ’’Exp:’’ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Die aufgetauten Lösungen innerhalb von höchstens 72 Stunden nach dem Auftauen verwenden. Bis

zum Gebrauch bei Raumtemperatur (15 – 25°C) in ungeöffneter und unbeschädigter

Sterilverpackung lagern.

Nach dem Auftauen nicht mehr einfrieren und nicht im Kühlschrank lagern!

Besondere Lagerungshinweise

Tiefgekühlt (≤-20 °C) lagern. Die Kühlkette bis zur Anwendung nicht unterbrechen.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren!

Hinweise für die Handhabung

Allgemeines

Vor der Verwendung von TISSEEL müssen alle Körperteile ausserhalb der zu behandelnden Fläche

sorgfältig abgedeckt werden, um eine Gewebeadhäsion an einer unerwünschten Stelle zu vermeiden.

Um ein Haftenbleiben des Fibrinklebers zu vermeiden, Handschuhe und Instrumente, die mit

Kleberprotein-Thrombin-Lösung in Berührung kommen können, vorher mit steriler Kochsalzlösung

anfeuchten.

Eine separate, sequentielle Anwendung der beiden Komponenten muss vermieden werden. Das

heisst beide Komponenten müssen gemeinsam aufgetragen werden und dürfen nicht getrennt

appliziert werden.

Vorbereitung und Rekonstitution

Die Kleberprotein- und Thrombinlösung befinden sich je in einer Fertigspritze zum Einmalgebrauch.

Das Präparat wurde unter aseptischen Bedingungen in zwei sterilen Beuteln verpackt. Der innere

Beutel und dessen Inhalt sind steril, solange die äussere Verpackung unbeschädigt ist.

Es wird empfohlen, beide Kleberkomponenten in einem sterilen Wasserbad bei

33°C – 37°C aufzutauen und zu erwärmen. Das Wasserbad darf eine Temperatur von 37°C nicht

überschreiten (um den vorgegebenen Temperaturbereich zu überwachen die Wassertemperatur mit

einem Thermometer kontrollieren und gegebenenfalls das Wasser wechseln. Wird ein steriles

Wasserbad für das Auftauen und Erwärmen verwendet, die Fertigspritze aus den Beuteln

entnehmen).

Die Schutzkappe der Spritze erst nach vollständigem Auftauen entfernen und die Applikationsnadel

sofort aufsetzen. TISSEEL nicht anwenden, bis die Lösungen vollständig aufgetaut sind.

Das Auftauen und Erwärmen der Fertigspritze kann nach einer der vier folgenden Methoden

vorgenommen werden:

1. Schnelles Auftauen / Erwärmen (steriles Wasserbad) – empfohlene Methode

Den inneren Beutel in den Sterilbereich bringen, die Fertigspritze aus dem Innenbeutel entnehmen

und direkt in das sterile Wasserbad legen. Sicherstellen, dass der Inhalt der Fertigspritze vollständig

in das Wasser eingetaucht ist.

Tabelle 1: Auftau- und Erwärmungszeiten im sterilen Wasserbad bei 33 °C bis maximal 37 °C

Packungsgrösse

Mindestzeit für Auftauen und

Erwärmen auf 33 °C bis maximal 37

°C im

sterilen Wasserbad

(Präparat ohne Beutel)

PRIMA-Spritze Duo Syringe System

2 ml

5 Minuten

8 Minuten

4 ml

5 Minuten

9 Minuten

2. Auftauen/ Erwärmen in einem nicht sterilen Wasserbad

Als Alternative kann das Präparat ausserhalb des sterilen Bereiches unter Anwendung eines nicht

sterilen Wasserbads aufgetaut werden.

Hierzu die Fertigspritze in den beiden Beuteln belassen und für die entsprechende Dauer in ein

Wasserbad ausserhalb des Sterilbereiches legen (siehe Tabelle 2). Sicherstellen, dass die Beutel

während der gesamten Auftaudauer in das Wasser eingetaucht bleiben. Nach dem Auftauen aus dem

Wasserbad entnehmen, den Aussenbeutel trocknen und den Innenbeutel mit der Fertigspritze in den

Sterilbereich bringen.

Tabelle 2: Auftau- und Erwärmzeiten in einem nicht sterilen Wasserbad bei 33 °C bis maximal 37 °C

Packungsgrösse

Mindestzeit für Auftauen- und

Erwärmen auf 33 °C bis maximal 37

°C im

nicht sterilen Wasserbad

(Präparat in Beuteln)

PRIMA-Spritze Duo Syringe System

2 ml

15 Minuten

31 Minuten

4 ml

20 Minuten

46 Minuten

3. Auftauen und Erwärmen in einem Inkubator

Alternativ können die Kleberkomponenten auch in einem Inkubator bei 33 - 37°C aufgetaut und

erwärmt werden.

Die Auftau- und Erwärmungszeiten im Inkubator sind in Tabelle 3 angegeben. Bei diesen Angaben

wird davon ausgegangen, dass sich das Produkt in den Beuteln befindet.

Tabelle 3: Auftau- und Erwärmungszeiten im Inkubator von 33°C bis maximal 37°C

Packungsgrösse

Mindestzeit für Auftauen- und

Erwärmen auf 33 °C bis maximal 37

°C,

im Inkubator

(Präparat in Beuteln)

PRIMA-Spritze Duo Syringe System

2 ml

40 Minuten

62 Minuten

4 ml

50 Minuten

77 Minuten

4) Auftauen bei Raumtemperatur (nicht über +25°C) / Erwärmen vor der Anwendung in einem

Inkubator auf 33°C – 37°C

Das Präparat kann bei Raumtemperatur aufgetaut werden. Die in Tabelle 4 angeführten Zeitangaben

sind Minimalzeiten für das Auftauen bei Raumtemperatur. Nach dem Auftauen ist das Präparat bei

Raumtemperatur zu lagern und muss innerhalb von 72 Stunden verwendet werden.

Wenn das Auftauen bei Raumtemperatur erfolgt, muss das Präparat kurz vor Gebrauch zusätzlich in

einem Inkubator auf 33°C – 37°C erwärmt werden. Die entsprechenden Erwärmungszeiten sind

ebenfalls in Tabelle 4 angeführt.

Tabelle 4: Auftau- und Erwärmungszeiten bei Raumtemperatur (RT), gefolgt von einem zusätzlichen

Erwärmen vor Gebrauch im Inkubator bei 33°C bis maximal 37°C.

Packungs-grösse Mindestzeit für Auftauen bei Raumtemperatur (nicht über 25°C), gefolgt von

einem zusätzlichen Erwärmen vor der Anwendung in einem Inkubator bei 33°bis

maximal 37 °C

(Präparat in Beuteln)

PRIMA Spritze

Duo Syringe System

Auftauzeiten bei

Raumtemperatur

Erwärmzeiten im

Inkubator

Auftauzeiten bei

Raumtemperatur

Erwärmzeiten im

Inkubator

2 ml

80 Minuten

+ 11 Minuten

82 Minuten

+ 28 Minuten

4 ml

90 Minuten

+ 13 Minuten

117 Minuten

+ 30 Minuten

–Das Produkt zum Auftauen nicht in den Händen halten!

–Nicht in die Mikrowelle geben!

–Nach dem Auftauen nicht in den Kühlschrank geben und nicht wieder einfrieren!

Bei Raumtemperatur aufgetaute ungeöffnete Beutel können bei kontrollierter Raumtemperatur (nicht

über +25 °C) bis zu 72 Stunden gelagert werden. Wird das Präparat nicht innerhalb von 72 Stunden

nach dem Auftauen verwendet, muss es verworfen werden.

Um eine optimale Vermischung der beiden Lösungen zu erzielen, müssen die beiden

Kleberkomponenten unmittelbar vor der Anwendung auf 33–37°C erwärmt werden. TISSEEL darf

nicht Temperaturen über 37 °C exponiert werden und nicht in die Mikrowelle gegeben werden.

Die Kleberproteinlösung und die Thrombinlösung sollten klar bis leicht opaleszierend sein.

Lösungen, die trüb sind oder Ablagerungen aufweisen, nicht verwenden. Die aufgetauten Präparate

vor der Anwendung visuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüfen.

Die aufgetaute Kleberproteinlösung sollte eine leicht viskose Flüssigkeit sein. Wenn die Lösung die

Konsistenz eines verfestigten Gels aufweist, ist davon auszugehen, dass sie denaturiert wurde (z.B.

aufgrund einer Unterbrechung der Kühlkette oder durch Überhitzen während des Erwärmens). In

diesem Fall darf TISSEEL nicht angewendet werden.

Die Spritze erst kurz vor der Anwendung aus dem Beutel entnehmen. Die Spritzenschutzkappen erst

zur Anwendung von den Spritzen entfernen.

Bei der PRIMA-Spritze soll um das Entfernen der Schutzkappe zu erleichtern, zuerst die

Spritzenkappe hin-und her bewegt werden. Erst dann die Schutzkappe abziehen.

TISSEEL erst verwenden, wenn das Präparat vollständig aufgetaut und auf 33° bis 37° Grad erwärmt

ist (flüssige Konsistenz).

Zu weiteren Anweisungen für die Vorbereitung bitte das zuständige Krankenpflegepersonal oder den

Arzt befragen.

Verabreichung mit der PRIMA-Spritze

Für die Applikation die Doppelkammer-Fertigspritze mit der Kleberprotein- und der Thrombin-

Lösung an ein Anschluss-Stück und eine Applikationskanüle anschliessen, die im Set mit dem

Applikationszubehör mitgeliefert wurden. Die Doppelkolbenstange der Doppelkammer-Fertigspritze

stellt sicher, dass gleiche Mengen der Kleberkomponenten über das Anschluss-Stück in die

Applikationskanüle gelangen, wo sie gemischt und anschliessend aufgetragen werden.

Arbeitsanleitung für die Handhabung der PRIMA-Spritze

1.Spritze vor dem Anbringen der Applikationsteile vollständig entlüften.

2.Das Anschluss-Stück und die Befestigungslasche an der Seite der Spritze mit dem

Befestigungsloch für die Befestigungslasche ausrichten.

3.Die Konusse der Doppelkammer-Fertigspritze mit dem Anschluss-Stück verbinden. Dabei auf

festen Halt achten.

Das Anschluss-Stück mit der Befestigungslasche an der Doppelkammer-Fertigspritze fixieren.

Wenn die Befestigungslasche reisst, das mitgelieferte Ersatz-Anschluss-Stück verwenden.

Wenn das Ersatz-Anschluss-Stück nicht vorhanden ist, kann das System trotzdem verwendet werden,

sofern sorgfältig darauf geachtet wird, dass die Verbindung fest sitzt und dicht ist.

Nicht die Luft im Anschluss-Stück herausdrücken.

4.Eine Applikationskanüle auf das Anschluss-Stück stecken. Die Luft im Anschluss-Stück und in der

Applikationskanüle erst bei Beginn der eigentlichen Applikation mit herausdrücken, da sonst die

Applikationskanüle verstopfen könnte.

Hinweis: Vor der Anwendung von TISSEEL muss die Wundoberfläche mit Standardtechniken (z. B.

mehrmaliges Aufdrücken von Kompressen oder Tupfern, Verwendung von Sauggeräten) getrocknet

werden. Zum Trocknen keine Druckluft und kein Gas verwenden.

Die gemischte Kleberprotein-Thrombin-Lösung auf die vorgesehene Oberfläche oder auf die Flächen

der zu verklebenden Teile durch Ausüben von Druck auf die Rückseite der Doppelkolbenstange

auftragen.

Bei chirurgischen Eingriffen, die das Auftragen eines Mindestvolumens des Fibrinklebers verlangen,

wird empfohlen, die ersten Tropfen des Produkts herauszudrücken und zu verwerfen.

Nach Auftragen von TISSEEL mindestens 2 Minuten vergehen lassen, um eine ausreichende

Polymerisation zu erzielen.

Verabreichung mit dem Duo Syringe System

Für die Verabreichung beide Einmalspritzen mit der Kleberproteinlösung und der Thrombinlösung

an ein Anschluss-Stück und eine Applikationskanüle anschliessen. Sämtliche dafür benötigte

Elemente befinden sich im doppelt steril verpackten Applikationshilfen-Set (Duploject Combi).

Der gemeinsame Kolben der Duploject Doppelspritzenhalterung stellt sicher, dass gleiche Mengen

der beiden Kleberkomponenten über das Anschluss-Stück in die Applikationskanüle gelangen, wo

sie durchmischt und anschliessend aufgetragen werden.

Arbeitsanleitung für das Duo Syringe System

1.Die Konusse des Duo Syringe Systems mit dem Anschluss-Stück verbinden. Dabei auf festen Halt

achten. Das Anschluss-Stück mit der Sicherungslasche an der Duploject Doppelspritzenhalterung

fixieren. Sollte die Lasche reissen, das Ersatz-Anschlussstück verwenden. Sollte keines vorhanden

sein, kann das System trotzdem verwendet werden, jedoch ist sorgfältig darauf zu achten, dass die

Verbindung fest sitzt und dicht ist.

2.Eine Applikationskanüle auf das Anschluss-Stück stecken.

Die Luft im Anschluss-Stück und in der Applikationskanüle erst bei der Anwendung mit

herausdrücken, da sonst möglicherweise die Austrittsöffnung der Kanüle verstopfen könnte.

3.Das Gemisch aus Kleberprotein- und Thrombinlösung auf die zu behandelnde Oberfläche oder auf

die Flächen der zu verklebenden Teile auftragen.

Wenn die Applikation der Fibrinkleberkomponenten unterbrochen wird, kann es unmittelbar zu einer

Verstopfung der Kanüle kommen. Die Applikationskanüle in diesem Falle erst unmittelbar vor der

Fortsetzung der Applikation gegen eine neue austauschen. Sollten die Austrittsöffnungen des

Anschluss-Stücks verstopft sein, das mitgelieferte Ersatz-Anschluss-Stück verwenden.

Hinweis: Wegen der hohen Konzentration der Thrombin-Lösung (500 I.E./ml) setzt die Verfestigung

des Fibrinklebers innerhalb von Sekunden nach Vermischung ein.

Der Fibrinkleber kann auch mit anderem von Baxter gelieferten Zubehör aufgetragen werden, das

sich besonders für beispielsweise den endoskopischen Einsatz, die minimal-invasive Chirurgie oder

die Applikation auf grosse oder schwer zugängliche Flächen eignet. Beim Einsatz solcher

Applikationshilfen bitte genau nach Bedienungsanleitung vorgehen.

Nach der Applikation von TISSEEL mindestens 2 Minuten warten, um eine genügende

Polymerisation zu erhalten.

Bei der Anwendung von TISSEEL wird zum Teil auch biokompatibles Material wie z.B.

Kollagenvlies als Träger- und Verstärkermaterial eingesetzt.

Wird TISSEEL mit Hilfe eines Sprühgeräts aufgetragen, muss sichergestellt werden, dass der Druck

und der Gewebeabstand innerhalb der folgenden, vom Hersteller empfohlenen Bereiche liegen:

Empfohlener Druck, Gewebeabstand und Sprühgeräte für die Applikation von TISSEEL

Art der

Chirurgie

verwendendes

Sprühset

Zu verwendende

Applikationshilfe

verwendender

Druckregler

Empfohlener

Abstand vom

Zielgewebe

Empfohlener

Sprühdruck

Offene Wunde

Tisseel / Artiss

Spray Set

n. z.

EasySpray

10-15 cm

1,5-2,0 bar

(21,5-28,5 psi

Tisseel / Artiss

Spray Set 10er-

Pack

n. z.

EasySpray

Laparoskopie/

minimal

invasive

Eingriffe

n. z.

Duplospray MIS

Applikator 20 cm

Duplospray

MIS Regulator

2–5 cm

1,2-1,5 bar

(18-22 psi)

Duplospray MIS

Regulator

NIST B11

Duplospray MIS

Applikator 30 cm

Duplospray

MIS Regulator

Duplospray MIS

Regulator

NIST B11

Duplospray MIS

Applikator 40 cm

Duplospray

MIS Regulator

Duplospray MIS

Regulator

NIST B11

Austauschbare

Spitze

Duplospray

MIS Regulator

Duplospray MIS

Regulator

NIST B11

Beim Aufsprühen von TISSEEL sollen Änderungen von Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und

endexspiratorischem CO2 überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft- oder Gasembolie

besteht (siehe „Dosierung/Anwendung“ und „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Zulassungsnummer

52'618 (Swissmedic)

Packungen

Packung mit:

TISSEEL 2 ml: enthält 1 ml Kleberprotein-Lösung und 1 ml Thrombin-Lösung (B)

TISSEEL 4 ml: enthält 2 ml Kleberprotein-Lösung und 2 ml Thrombin-Lösung (B)

1 Duo Syringe System: mit 1 Fertigspritze tiefgefrorener Kleberprotein-Lösung, 1 Fertigspritze

tiefgefrorener Thrombin-Lösung und 1 Gerätesatz

Gerätesatz

Der doppelt sterile Gerätesatz enthält 2 Anschlussstücke (1 Reserve-Anschlussstück) und 4

Applikationskanülen (3 Reservekanülen) für die Applikation der Fibrinkleber-Komponenten und ein

Duploject Combi (Dual Syringe System) (siehe Art der Anwendung).

Oder

1 PRIMA Spritze: mit tiefgefrorener Kleberprotein-Lösung und Thrombin-Lösung in einer

vorgefüllten Doppelkammer-Fertigspritze (aus Polypropylen), mit einer Spitzenkappe verschlossen,

verpackt in 2 Beuteln zusammen mit einem Medizinprodukt, bestehend aus 2 Anschluss-Stücken und

4 Applikationskanülen.

Der Gerätesatz wurde mit Ethylenoxid sterilisiert und ist bei ungeöffneter und unbeschädigter

Verpackung steril und pyrogenfrei.

Nur für Einmalgebrauch! Nicht resterilisieren!

Zulassungsinhaberin

Baxter AG, 8152 Opfikon

Stand der Information

Januar 2018

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



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