Tilcotil

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Tilcotil Filmtabletten
  • Darreichungsform:
  • Filmtabletten
  • Zusammensetzung:
  • tenoxicamum 20 mg, excipiens pro compresso obducto.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Tilcotil Filmtabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Antirheumaticum, Antiphlogisticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 46929
  • Berechtigungsdatum:
  • 20-02-1986
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie diese Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Tilcotil®

Was ist Tilcotil und wann wird es angewendet?

Tilcotil ist ein Arzneimittel, das auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zur Behandlung von

schmerzhaften und entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie Krankheiten des

rheumatischen Formenkreises und akute Gicht, verwendet wird. Davon befallen werden

beispielsweise Gelenke an Gliedmassen und Wirbelsäule, Muskeln, Sehnen, Sehnenscheiden und

Bänder.

Nach einmaliger Einnahme wirkt Tilcotil normalerweise stark und nachhaltig auf Schmerzen und

Entzündungen. Es kann jedoch, wie andere Rheumamittel, die Ursachen dieser Erkrankungen des

Bewegungsapparates nicht heilen, sondern nur die damit verbundenen Schmerzen sowie die

Entzündung lindern.

Tilcotil darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Behandlung mit Tilcotil kann durch zusätzliche Heilmassnahmen, wie warme Bäder, Gymnastik

oder Massagen, wirkungsvoll ergänzt werden.

Wann darf Tilcotil nicht angewendet werden?

Tilcotil darf nicht eingenommen werden,

·wenn Sie auf einen der Inhaltsstoffe allergisch reagieren oder nach der Einnahme von

Acetylsalicylsäure oder anderen Schmerz- oder Rheumamitteln, sogenannten nicht-steroidalen

entzündungshemmenden Arzneimitteln, Atemnot oder allergieähnliche Hautreaktionen hatten;

·im letzten Drittel der Schwangerschaft;

·bei aktiven Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder Magen-/Darm-Blutungen;

·bei chronischen Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa);

·bei schwerer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion;

·bei schwerer Herzleistungsschwäche;

·zur Behandlung von Schmerzen nach einer koronaren Bypassoperation am Herzen (resp. Einsatz

einer Herz-Lungen-Maschine).

Grundsätzlich sollten Sie neben Tilcotil ohne Einwilligung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin keine

anderen Rheumamittel einnehmen, da es sonst vermehrt zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-

Bereich kommen kann.

Falls bei Ihnen eine Operation geplant ist, sollten Sie den behandelnden Arzt bzw. die Ärztin über

Ihre Rheumabehandlung informieren und eine Woche vor dem Eingriff mit der Einnahme von

Tilcotil aufhören.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auch mit, ob Sie Arzneimittel zur Senkung des Blutzuckers

(bei Diabetes), zur «Blutverdünnung», harntreibende Arzneimittel oder Kortikosteroide einnehmen,

ob Ihre Leber- oder Nierenfunktion gestört ist oder Sie an Herz-Kreislauf-Beschwerden leiden. Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin wird in diesen Fällen entscheiden, ob für Sie eine Behandlung mit Tilcotil

angebracht ist. Er/Sie wird für Sie die Einnahmevorschriften und gegebenenfalls auch

Kontrolluntersuchungen festlegen.

Wann ist bei der Einnahme von Tilcotil Vorsicht geboten?

Während der Behandlung mit Tilcotil können im oberen Magen-Darm-Trakt Schleimhautgeschwüre,

selten Blutungen oder in Einzelfällen Perforationen (Magen-, Darmdurchbrüche) auftreten. Diese

Komplikationen können während der Behandlung jederzeit auch ohne Warnsymptome auftreten. Um

dieses Risiko zu verringern, verschreibt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen die kleinste wirksame Dosis

während der kürzest möglichen Therapiedauer. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin,

wenn Sie Magenschmerzen haben und einen Zusammenhang mit der Einnahme des Arzneimittels

vermuten.

Für gewisse Schmerzmittel, die sogenannten COX-2-Hemmer, wurde unter hohen Dosierungen

und/oder Langzeitbehandlung ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall festgestellt. Ob

dieses erhöhte Risiko auch für Tilcotil zutrifft, ist noch nicht bekannt. Falls Sie bereits einen

Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Venenthrombose hatten, oder falls Sie Risikofaktoren haben (wie

hoher Blutdruck, Diabetes [Zuckerkrankheit], hohe Blutfettwerte, Rauchen), wird Ihr Arzt oder Ihre

Ärztin entscheiden, ob Sie Tilcotil trotzdem anwenden können. Informieren Sie in jedem Fall Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin darüber.

Die Einnahme von Tilcotil kann die Funktion Ihrer Nieren beeinträchtigen, was zu einer Erhöhung

des Blutdrucks und/oder zu Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen) führen kann. Informieren Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie herzkrank oder nierenkrank sind, falls Sie Arzneimittel gegen

Bluthochdruck (z.B. harntreibende Mittel, ACE-Hemmer) einnehmen oder bei einem erhöhten

Flüssigkeitsverlust, z.B. durch starkes Schwitzen.

Tilcotil wird von den meisten Menschen gut vertragen. Nur selten wurde eine Überempfindlichkeit

beobachtet. Diese wird sichtbar an stark geschwollenen Knöcheln oder Händen, Hautausschlägen

oder einer erhöhten Sonnenempfindlichkeit. Wenn Sie dies feststellen, hören Sie mit der Einnahme

des Arzneimittels unverzüglich auf und teilen Sie die Beobachtungen Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

mit.

Vorsicht ist geboten,

·wenn die Patientinnen oder Patienten schon älter oder geschwächt sind;

·bei bestehenden oder durchgemachten Leber-, Nieren- oder Herzkrankheiten wie z.B. hohem

Blutdruck;

·bei Magen- oder Darmerkrankungen;

·bei Störungen der Blutgerinnung;

·wenn folgende Arzneimittel im gleichen Zeitraum eingenommen werden: orale Kortikosteroide,

Blutverdünnungsmittel, moderne Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)

sowie Aspirin.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Insbesondere bei Auftreten von Schwindel,

Sehstörungen oder anderen zentralnervösen Störungen sollten Sie auf das Führen eines

Motorfahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen verzichten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben, an Laktose Intoleranz, erblich bedingter Glukose-Galaktose

Intoleranz oder Galaktose Malabsorption leiden oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte)

einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Tilcotil während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet werden?

Schwangerschaft

Sollten Sie schwanger sein oder eine Schwangerschaft planen, sollten Sie Tenoxicam nur nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin einnehmen. Im letzten Drittel der Schwangerschaft

darf Tilcotil nicht eingenommen werden.

Stillzeit

Tilcotil sollte während der Stillzeit nicht eingenommen werden, ausser Ihre Arzt bzw. Ihre Ärztin hat

es Ihnen ausdrücklich erlaubt.

Wie verwenden Sie Tilcotil?

Tilcotil muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden.

Die vorschriftsgemässe und regelmässige Einnahme ist bei Rheumamitteln oft entscheidend für den

Erfolg der Behandlung. Halten Sie sich deshalb bei der Anwendung von Tilcotil genau an die

Anordnungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Er/Sie hat Dosierung und Kontrolluntersuchungen auf

Sie persönlich abgestimmt.

Die übliche Dosierung für Erwachsene beträgt 1 Filmtablette zu 20 mg täglich. Nehmen Sie Tilcotil

regelmässig zur gleichen Tageszeit, am besten während oder nach einer Mahlzeit. Die Filmtabletten

sollten Sie unzerkaut mit reichlich Wasser oder einem anderen alkoholfreien Getränk einnehmen.

Für Patienten unter 18 Jahren kann keine Dosisempfehlung gegeben werden, da entsprechende

klinische Studien nicht vorliegen.

Sollten Sie die Einnahme der Filmtabletten einmal vergessen, dürfen Sie nicht am folgenden Tag die

doppelte Menge einnehmen.

Die lindernde Wirkung von Tilcotil ist bald nach Behandlungsbeginn spürbar und nimmt während

der nächsten Tage stetig zu. Im Verlauf einer länger dauernden Behandlung kann Ihnen Ihr Arzt oder

Ihre Ärztin auch eine niedrigere tägliche Dosis zur Erhaltung der Wirkung verschreiben.

Beim Gichtanfall hat sich folgende Dosierung bewährt: Während der ersten zwei Tage einmal täglich

2 Filmtabletten und während der folgenden fünf Tage 1 Filmtablette täglich. Halten Sie sich auch in

diesem Fall an die Anordnungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Tilcotil haben?

Am häufigsten werden während einer Behandlung mit Tilcotil Nebenwirkungen im Magen-Darm-

Trakt beobachtet (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Tilcotil Vorsicht geboten?»).

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Häufigkeiten: Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten

(>1/10000, <1/1000), sehr selten (<1/10000), Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Sehr häufig können Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung auftreten.

Häufig können Schwindel, Kopfschmerzen, Oberbauch- und Bauchschmerzen, Sodbrennen,

Juckreiz, Hautauschläge, Hautrötung, Nesselfieber, eine Erhöhung der Leberenzyme im Blut oder

eine Einschränkung der Nierenfunktion auftreten. Diese Nebenwirkungen sind meist nur

vorübergehend und erfordern selten einen Abbruch der Behandlung.

Gelegentlich können Hautausschlag, leichte Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe),

Verminderter Appetit, Schlafstörungen, Drehschwindel, Herzklopfen, Magen-Darm-Geschwür,

Blutungen im Magen-Darm-Trakt (einschliesslich Erbrechen von Blut und schwarzer Stuhl),

Entzündung der Mundschleimhaut oder der Magenschleimhaut, Erbrechen, trockener Mund,

Ermüdungserscheinungen auftreten.

Selten können Veränderung der Blutwerte, Sonnenempfindlichkeit der Haut, schwere Hautreaktionen

mit Blasenbildung auf der Haut, Mundgeschwür auftreten.

Sehr selten kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut- und Atmungsorgane,

Blutgefässentzündung, Durchbruch im Magen-Darm-Trakt, Leberentzündung, Lichtempfindlichkeit

der Haut, Blutdruckerhöhung, Pankreatitis kommen.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Es können

Sehstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen (möglicherweise Hören oder Sehen von Dingen, die

nicht wirklich da sind), Parästesie (abnormale Empfindungen, wie etwa Ameisenlaufen, Kribbeln

oder Taubheitsgefühl, insbesondere in den Händen und Füssen), Schläfrigkeit, Blähungen,

Herzinsuffizienz, Verschlimmerung von entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn),

Infertilität bei Frauen (Unfähigkeit ein Kind auszutragen) auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Tilcotil nicht über 30°C und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Tilcotil enthalten?

Die gelbe Tablette enthält als Wirkstoff 20 mg Tenoxicam und weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

46929 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Tilcotil? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Filmtabletten zu 20 mg: Packungen mit 10 und 30 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.