Thrombozytenkonzentrat

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema
  • Darreichungsform:
  • Suspension
  • Zusammensetzung:
  • Thrombozyten vom Menschen 0.675-2.0 x10(E09)Zellen
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema
    Deutschland
  • Sprache:
  • Deutsch

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • Zulassungsnummer:
  • PEI.H.11650.01.1
  • Letzte Änderung:
  • 05-05-2018

Packungsbeilage

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1.

Identifizierung des Arzneimittels

a) Bezeichnung

Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema

b) Stoffgruppe

zelluläre Blutzubereitung

2.

Anwendungsgebiete

Gabe

Thrombozytenkonzentraten

indiziert

Behandlung

einer

Blutungsneigung,

bedingt

durch

eine

schwere

Thrombozytopenie

infolge

thrombozytärer Bildungsstörungen, im Notfall auch bei Umsatzstörungen, jedoch

nicht bei einer niedrigen Thrombozytenzahl allein. Damit durch die Zufuhr von

Plättchen

eine

Besserung

thrombozytär

bedingten

Blutungsneigung

erwarten

ist,

sollte

Behandlung

zunächst

deren

Ursache

abgeklärt

werden.

Das „Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema“ ist auch geeignet zur Anwendung

für stark immungeschwächte Personen und/oder Patienten unter Radiotherapie,

bei denen das Risiko einer transfusionsassoziierten Graft-Versus-Host-Reaktion

vermieden werden soll, wie:

- Frühgeborene (bis zur Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche)

- Neugeborene bei Verdacht auf Immundefizienz,

- Neugeborene bei postpartaler Austauschtransfusion

- Patienten bei allogener Transplantation hämatopoetischer Stammzellen

(aus peripherem Blut, Knochenmark oder Nabelschnurblut)

- Patienten 7-14 Tage vor autologer Stammzellentnahme

- Patienten bei autologer Stammzelltransplantation (bis ca. drei Monate nach

Transplantation)

- Patienten mit schwerem Immundefektsyndrom oder mit AIDS

- Patienten mit M. Hodgkin (alle Stadien)

- Patienten bei Therapie mit Purin- Analoga (z.B. Fludarabin, Cladrabin,

Deoxycoformycin)

- Patienten bei Therapie mit Anti-T- Lymphozyten-Antikörpern (z.B. Alem-

tuzumab, ATG/ALG)

- Patienten bei Hochdosis-Chemotherapie mit oder ohne Ganzkörperbe-

strahlung, Patienten mit Leukämien, malignen Lymphomen, soliden

Tumoren*. (* nicht gesicherte Indikationen)

Das „Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema“ ist ebenso geeignet für Patienten,

bei denen eine CMV-Infektion vermieden werden muss, wie:

- Frühgeborene

- Empfänger eines allogenen Stammzellpräparates

- Empfänger mit schweren angeborenen Immundefekten (SCID)

- CMV-negative, HIV-infizierte Patienten

- CMV-negative, schwangere Frauen

- stillende Mütter

- (siehe auch „Querschnitts-Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und

Plasmaderivaten“)

3.

Informationen zur Anwendung

a) Gegenanzeigen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Amotosalen-HCl oder Psoralene. In diesem

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Fall sollten Thrombozytenkonzentrate, die mit diesem Pathogeninaktivierungs-

verfahren behandelt wurden, nicht verwendet werden.

Eine absolute Kontraindikation für Thrombozytentransfusionen gibt es nicht. Bei

potentiellen

Empfängern

eines

Stammzelltransplantates

(Knochenmark,

periphere Stammzellen, Nabelschnurblut), z.B. bei Patienten mit aplastischen

Anämien,

Leukämien

etc.,

Gabe

Thrombozytenkonzentraten

Transplantatspenders

seiner

Blutsverwandten

Transplantation

unbedingt zu vermeiden.

Relative Kontraindikationen sind u.a. die Anwendung bei

bekannten Allergien des Empfängers gegen humane Plasmaproteine,

bekannten Immunthrombozytopenien,

posttransfusioneller Purpura,

heparininduzierter Thrombozytopenie,

kongenitalen

Thrombozytenfunktionsstörungen,

Thrombasthenie

Glanzmann oder Bernard-Soulier-Syndrom.

b) Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Das Amotosalen/Licht-behandelte „Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema“ darf

nicht zusätzlich mit Gamma- oder Röntgenbestrahlen behandelt werden.

Thrombozytenkonzentrate

sind

Regel

AB0-kompatibel

über

Transfusionsgerät

Standardfilter

Porengröße

transfundieren.

Beim Refraktärzustand gegenüber Thrombozytentransfusionen aufgrund einer

Alloimmunisierung gegen Antigene des HLA- und ggf. HPA-Systems sind nach

Möglichkeit

HLA-Klasse-I-kompatible

ggf.

HPA-kompatible

Thrombozytenkonzentrate

transfundieren.

Transfusionsgeschwindigkeit

muss dem klinischen Zustand des Patienten angepasst werden.

Bei neonataler Transfusion sollte sorgfältig auf Anzeichen einer Zitratintoxikation

geachtet und die Transfusionsgeschwindigkeit dem klinischen Zustand angepasst

werden.

Die Auswahl Anti-CMV-Antikörper-negativer Thrombozytenkonzentrate ist nicht

erforderlich, da auch intrazelluläre Zytomegalieviren inaktiviert werden.

c) Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, soweit sie die Wirkungs-

weise des Arzneimittels beeinflussen können und Hauptinkompatibilitäten

Durch

Medikamente,

Thrombozytenfunktion

beeinflussen,

kann

Wirkung von Thrombozytenkonzentraten vermindert bzw. aufgehoben werden.

Wegen der Gefahr von Gerinnselbildungen dürfen kalziumhaltige Lösungen nicht

gleichzeitig in demselben Schlauchsystem gegeben werden. Die Beimischung

von Medikamenten zum Thrombozytenkonzentrat ist nicht zulässig.

d) Verwendung für besondere Personengruppen

negativen

Mädchen

gebärfähigen

Frauen

wegen

praktisch in allen Thrombozytenkonzentraten vorhandenen Kontamination mit

Erythrozyten die Transfusion von Thrombozytenkonzentraten Rh (D)-positiver

Spender

Ausnahme

lebensbedrohlichen

Situationen

unbedingt

vermeiden.

Transfusion

Thrombozytenkonzentraten

(D)-positiver

Spender in Rh (D)-negative Patienten lässt sich wegen des Mangels an Rh (D)-

negativem

Blut

nicht

immer

vermeiden,

sollte

nach

Möglichkeit

aber

Betracht gezogen werden, wenn es sich um Männer oder um nicht gebärfähige

Frauen handelt. In solchen Fällen ist stets eine serologische Nachuntersuchung 2

3 / 7

bis 4 Monate nach Transfusion zur Feststellung eventuell gebildeter Anti-D-

Antikörper durchzuführen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch bestehen

keine Einwände.

Anwendung bei Kindern, Neugeborenen, Föten: Eine Gammabestrahlung ist auch

bei Neugeborenen und Föten nicht erforderlich.

Anwendung bei Neugeborenen unter Lichttherapie: Neugeborene, die während

einer

Lichttherapie

Behandlung

Hyperbilirubinämie

Thrombozytentransfusionen benötigen, sollten mit Lichttherapiegeräten behandelt

werden, die kein Licht mit einer Wellenlänge kleiner als 425nm aussenden.

Anderenfalls kann es zu einer Wechselwirkung zwischen dem UVA-Licht und dem

Restgehalt des zur Herstellung des „Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema“

verwendeten Psoralens (Amotosalen) und damit zu einem Erythem kommen. Bei

Lichttherapie mit einer Wellenlänge kleiner als 425nm dürfen nur unbehandelte

Thrombozytenkonzentrate transfundiert werden.

Stark immunsupprimierte Patienten:

Entscheidungskriterien für die Transfusion von Thrombozyten bei primären und

sekundären Knochenmarkinsuffizienzen, disseminierter intravasaler Gerinnung,

Patienten

angeborenen

Thrombozytopathien/-penien,

Autoimmunthrombozytopenien, fötaler bzw. Alloimmunthrombozytopenie, für die

Auswahl

Präparate

deren

Dosierung

sowie

Überwachung

Anwendung sind im Rahmen einer patientenbezogenen Qualitätssicherung durch

die transfusionsverantwortlichen Personen festzulegen.

Auswirkung

Kraftfahrer

Bedienung

Maschinen:

Nach

Transfusion

Thrombozytenkonzentraten

sollte

eine

Ruhepause

mindestens 1/2 Stunde eingehalten werden.

e) Warnhinweise

sind nicht angeordnet.

4.

Hinweise zur ordnungsgemäßen Anwendung

a) Dosierung

Die Dosierung der Thrombozyten ist abhängig vom klinischen Zustand und der

Thrombozytenzahl des Patienten.

Der Thrombozytenbedarf für die initiale Behandlung eines normalgewichtigen

Erwachsenen

ohne

weitere

Komplikationen

beträgt

mindestens

Thrombozyten,

entsprechend

einer

Packungseinheit.

Eine

Überwachung

Therapie, z.B. durch Bestimmung der Thrombozytenzahl oder der Blutungszeit

beim Patienten, ist unerlässlich.

b) Art der Anwendung

zur i. v. Infusion

c) Häufigkeit der Verabreichung

nach Indikationsstellung

d) Dauer der Behandlung

nach Indikationsstellung

e) Überdosierung

Eine Gefahr der Überdosierung besteht bei Erwachsenen nicht.

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f) Notfallmaßnahmen

Treten Unverträglichkeiten auf, so ist die Transfusion unverzüglich abzubrechen,

der Venenzugang jedoch offenzuhalten und eine Behandlung, der Schwere der

Symptome gemäß, nach den aktuellen Regeln der Notfalltherapie einzuleiten.

5.

Nebenwirkungen

Allgemeine

Unverträglichkeitsreaktionen

(z.B.

urtikarielle

Hautreaktionen,

andere anaphylaktoide Reaktionen und posttransfusionelle Purpura)

Spezielle

Unverträglichkeitsreaktionen

gegenüber

Amotosalen

seinen

Photoabbauprodukten

(z.B.

allergische

anaphylaktoide

Reaktionen).

Immunologische Reaktionen durch Bildung von Neoantigenen sind bisher nicht

bekannt.

Transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz (TRALI)

anaphylaktische Reaktionen bei Empfängern mit angeborenem IgA-Mangel

Mikrozirkulationsstörungen durch aggregierende Thrombozyten bei massiver

Transfusion

Immunisierung des Empfängers gegen thrombozytäre und nicht-thrombozytäre

Antigene

Obwohl HLA-bedingte Unverträglichkeiten stark verringert sind, können febrile

Transfusionsreaktionen in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit der

Transfusion auftreten.

Bei Neugeborenen sind bei schneller Transfusion Herz-Kreislaufreaktionen

infolge von Citratintoxikationen möglich.

Durch das zusätzlich angewandte Pathogeninaktivierungsverfahren mit dem

INTERCEPT Blood System“ (Amotosalen/UVA) verlieren Viren, Bakterien,

Parasiten und Restleukozyten weitestgehend ihre Teilungsfähigkeit. Das Risiko

einer

bakteriellen,

viralen

oder

parasitären

Kontamination

oder

eine

transfusions-assoziierte Graft versus Host Erkrankung ist nicht mit allerletzter

Sicherheit auszuschließen. Jedoch wird insbesondere die Inaktivierung von

umhüllten Viren (HIV, HBV, HCV) und Leukozyten als sicher erachtet. Eine

effiziente Inaktivierung von nicht-umhüllten Viren (z.B. HAV und Parvovirus-

B19)

nicht

gewährleistet.

Pathogeninaktivierungsverfahren

gegenüber einem breiten Spektrum von gram-positiven und gram-negativen

Bakterien sehr effektiv; jedoch gegenüber einzelnen Bakterien-Spezies (z.B.

Pseudomonas aeruginosa) nur eingeschränkt effektiv (4,5 log Reduktion).

Aufgrund

Anwendung

Pathogeninaktivierungsverfahrens

bereits

während

Herstellung,

wird

sicher

erachtet,

eine

bakterielle

Kontamination auch mit hoher Keimlast zu inaktivieren. Bakterielle Sporen

(z.B. von Clostridium perfringens oder Bacillus cereus) lassen sich mit dem

hier

angewandten

Pathogeninaktivierungsverfahren

nicht

abtöten.

Belastung

Pyrogenen

wird

durch

Pathogeninaktivierungsverfahren

nicht unterbunden, daher sind pyrogene Reaktionen (auch schwerwiegende)

des Empfängers nicht auszuschließen.

Bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln ist

die Übertragung von Infektionskrankheiten durch Übertragung von Erregern –

auch bislang unbekannter Natur – nicht völlig auszuschließen. Dies gilt z.B. für

Hepatitiden, seltener für das erworbene Immundefektsyndrom (AIDS).

Vereinigten

Königreich

Großbritannien

Nordirland

wurde

über

Einzelfälle

berichtet,

denen

Empfängern

Transfusionen,

deren

Spender

später

varianten

Creutzfeldt-Jakob

Krankheit

(vCJK)

erkrankten,

ebenfalls

„Erreger“

genannte

Prionen)

nachgewiesen

5 / 7

wurde. Bei der vCJK handelt es sich um eine in Deutschland bislang nicht

beobachtete

Erkrankung,

durch

Verzehr

bestimmten

Nahrungsmitteln aus BSE-kranken Rindern erworben werden kann.

6.

Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften

Die wirksamen Bestandteile von Thrombozytenkonzentraten sind morphologisch

und funktionell intakte Thrombozyten, welche die zellulären Bestandteile des

Hämostasesystems darstellen. Die Hämostaseaktivität der funktionell intakten

Thrombozyten ist sofort nach der Transfusion gegeben. Die Funktionsfähigkeit

und mittlere Überlebenszeit der Thrombozyten nimmt mit der Lagerungsdauer ab.

Durch die Leukozytendepletion auf < 1 x 10

Leukozyten pro Packungseinheit

wird das Risiko einer Immunisierung gegen humane leukozytäre Alloantigene

(HLA)

durch

Pathogeninaktivierungsverfahren

Übertragung

mitosefähiger

immunkompetenter

Lymphozyten

stark

vermindert,

somit

Gefahr einer transfusionsassoziierten Graf-versus-Host-Reaktion vermieden.

Das Pathogeninaktivierungsverfahren basiert auf der Zugabe von Amotosalen

nachfolgender

UVA-Bestrahlung.

Trotz

effizienten

Entfernung

Amotosalen

durch

Adsorptionsverfahren

sind

sehr

geringe

Mengen

Amotosalen (≤ 2µmol/L) und dessen Photoprodukten D und E (Dimere von

Amotosalen)

Thrombozytenkonzentrat

nachweisbar.

Tierversuche

einmaliger und wiederholter Verabreichung von Amotosalen, in Dosierungen, die

mehr als 100-fach über der klinisch zu erwartenden Exposition von Amotosalen

lagen,

ergaben

keine

Hinweise

erhöhtes

toxikologisches

Risiko

(Genotoxizität,

Kanzerogenität

oder

Reproduktionstoxizität).

gibt

keine

Anzeichen

Phototoxizität

nach

intravenöser

Anwendung

40-fachen

klinischen Dosis in tierexperimentellen Studien.

7.

Weitere Hinweise

a) Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit

Das Thrombozytenkonzentrat „Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema“ ist 5

Tage bei +20 bis +24°C unter gleichmäßiger Agitation haltbar. Nach Ablauf des

Verfallsdatums darf das Thrombozytenkonzentrat nicht mehr verwendet werden.

Nach

kurzer

Unterbrechung

o.g.

Lagerbedingungen

Thrombozytenkonzentrat

unverzüglich

transfundieren.

Eine

durch

Transfusionsbesteck geöffnete Konserve muss unverzüglich verbraucht werden.

b) Optische Prüfung

Unmittelbar

Transfusion

muss

jedes

Thrombozytenkonzentrat

einer

optischen

Qualitätsprüfung

unterzogen

werden,

auffällige

Thrombozytenkonzentrate

(z.B.

fehlendes

„Swirling-Phänomen“,

erkennbare

Aggregatbildung) dürfen nicht verwendet werden.

c) Zusammensetzung des Fertigarzneimittels

Wirkstoffe (qualitativ und quantitativ)

arzneilich wirksame Bestandteile:

Human-Thrombozyten aus 4 Vollblutspenden

2,5 x 10

bis 5,0 x 10

Thrombozyten/Packungseinheit

sonstige Bestandteile:

1 ml „Thrombozytenkonzentrat VB PR, Haema“ enthält:

SSP+ 0,53 – 0,68 ml

6 / 7

Plasma der angegebenen Blutgruppe 0,26 – 0,39 ml

Stabilisator CPD (Ph.Eur.) 0,06 – 0,08 ml

1000ml Thrombozytenadditivlösung SSP+ enthalten:

Natriumcitrat-Dihydrat

3,18 g

Natriumchlorid

4,05 g

Natriumacetat-Trihydrat

4,42 g

Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat

1,05 g

Dinatriumhydrogenphosphat

3,05 g

Kaliumchlorid

0,37 g

Magnesiumchlorid-Hexahydrat

0,30 g

pH-Wert

In Wasser für Injektionszwecke ad 1000 ml

1000 ml des Stabilisator CPD enthalten:

Glucose wasserfrei

23,15 g

Citronensäure-Monohydrat

3,27 g

Natriumcitrat-Dihydrat

26,3 g

Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat

2,51 g

In Wasser für Injektionszwecke ad 1000 ml

Restgehalt pro Liter:

Amotosalen ≤ 2µM

Restzellzahlen pro Packungseinheit:

keine teilungsfähigen Leukozyten

Restzellzahlen pro ml:

Erythrozyten

< 4 x 10

d) Darreichungsform und Inhalt, Behältnis

240 bis 380 ml Suspension im Kunststoffbeutel mit CE-Zertifikat

e) Angaben zum pharmazeutischen Unternehmer/Inhaber der Zulassung

Haema AG

Landsteinerstraße 1

04103 Leipzig

f) Angaben zum Hersteller, der das Fertigarzneimittel für das

Inverkehrbringen freigegeben hat

Haema AG

Landsteinerstraße 1

04103 Leipzig

g) Zulassungsnummer

PEI.H.11650.01.1

h) Datum der Erteilung oder der Verlängerung der Zulassung

11.06.2013

i) Arzneimittelstatus

Verschreibungspflichtig

8.

Sonstige Hinweise

Maßnahmen

Reduktion

Übertragungsrisikos

Infektionserregern:

Da bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln

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die Übertragung von Infektionskrankheiten nicht völlig auszuschließen ist, werden

Maßnahmen getroffen, um das Risiko einer Übertragung von infektiösem Material

minimieren:

Für

Herstellung

„Thrombozytenkonzentrat

Haema“ werden ausschließlich Spenden gesunder Spender verwendet, die mit

negativem Ergebnis getestet wurden auf Humanes Immundefizienz Virus (p24

Ag, Anti-HIV-1/2-Ak, HIV-1 Genom), Hepatitis-B Virus (HBsAg, Anti-HBc-Ak),

Hepatitis-C Virus (Anti-HCV-Ak, HCV-Genom) und Treponema pallidum (Anti-

Treponema pallidum-Ak). Darüber hinaus kann durch die Leukozytendepletion

das Risiko einer Übertragung von leukozytenassoziierten Viren (HTLV-I/II, CMV,

u.a.)

Bakterien

(Yersinia

enterocolitica)

entscheidend

vermindert

werden. Durch die zusätzliche Pathogeninaktivierung mittels „INTERCEPT Blood

System“

(Amotosalen/UVA)

kann

einer

weiteren

Reduktion

Übertragungsrisikos

Infektionserregern

(Viren,

Bakterien

Parasiten)

ausgegangen werden.

Falle

einer

Kontamination

Präparates

Keimen,

eine

extrem

schnelle Wachstumskinetik besitzen, kann aufgrund des zeitlichen Abstandes

zwischen

Entnahme

Amotosalen/Licht-Behandlung

nicht

ausgeschlossen

werden, dass diese trotz Inaktivierung nicht vollständig eliminiert werden können.

Diese Fälle sind allerdings sehr selten.

Qualitätssicherung:

Für die Transfusion von Thrombozytenkonzentraten sind von den Einrichtungen

der Krankenversorgung Maßnahmen im Rahmen der Qualitätssicherung nach

§ 15

Transfusionsgesetzes

ergreifen.

Dazu

gehören

u.a.

detaillierte

Anweisungen sowohl für die Indikationsstellung und Dosierung abhängig von

Thrombozytenanzahl

-abfall

unterschiedlichen

Grunderkrankungen,

Vorsorgemaßnahmen zur Erhaltung der Unversehrtheit der Konserve vor der

Transfusion

Anweisungen

Nachuntersuchung

Patienten

für

Feststellung des Transfusionserfolges, eventuell gebildeter Antikörper und zu

ergreifender

Prophylaxe.

Entscheidungskriterien

für

Transfusion

Thrombozyten

primären

sekundären

Knochenmarkinsuffizienzen,

aplastischer Anämie oder Myelodysplasie, disseminierter intravasaler Gerinnung,

Patienten

angeborenen

Thrombozytopathien/-penien,

Autoimmunthrombozytopenien, fötaler bzw. Alloimmunthrombozytopenie, für die

Auswahl

Präparate

deren

Dosierung

sowie

Überwachung

Anwendung sind im Rahmen einer patientenbezogenen Qualitätssicherung durch

die transfusionsverantwortlichen Personen festzulegen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung:

ordnungsgemäße

Entsorgung

angebrochenen

bzw.

nicht

mehr

verwendbaren Präparaten ist entsprechend den Vorgaben der Einrichtung der

Krankenversorgung sicherzustellen.

Die jeweils aktuellen “Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen

und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“ sowie gegebenenfalls

ergänzende Veröffentlichungen der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-

Instituts sind zu berücksichtigen.

9.

Datum der letzten Überarbeitung

15.04.2013