Testoviron Depot 250 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Testoviron Depot 250 mg Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • testosteroni enantas 250 mg Endwerte. testosteronum 178 mg, benzylis benzoas, ricini öl virginale q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Testoviron Depot 250 mg Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Androgenmangel (Hypogonadismus) beim Mann; als Adjuvans bei progressivem Mammakarzinom

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 17626
  • Berechtigungsdatum:
  • 09-07-1952
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Testoviron® Depot

Bayer (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Testosteroni enantas.

Hilfsstoffe: Benzylis benzoas, Ol. ricini, q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Klare, gelbliche Injektionslösung zur intramuskulären Injektion.

1 Ampulle enthält 250 mg Testosteronenanthat (entspricht 180 mg Testosteron) in 1 ml öliger

Grundlage.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypogonadismus des Mannes.

Pubertätsinduktion bei Pubertas tarda bei Knaben.

Dosierung/Anwendung

Ölige Lösungen wie Testoviron dürfen ausschliesslich intramuskulär und sehr langsam injiziert

werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Injektion sollte tief in den

Gesässmuskel erfolgen. Die in seltenen Fällen während oder unmittelbar nach der Injektion öliger

Lösungen auftretenden, kurzdauernden Reaktionen (Hustenreiz, Atemnot, etc.) lassen sich

erfahrungsgemäss durch betont langsames Injizieren vermeiden.

Die Lösung ist unmittelbar nach der Vorbereitung zu injizieren.

Die Injektionsintervalle sollten je nach Schwere des Testosteronmangels und nach klinischem

Ansprechen individuell angepasst werden. Daher sollte vor Therapiebeginn sowie gelegentlich

während der Behandlung (jeweils am Ende eines Injektionsintervalls) der Testosteron-Serumspiegel

bestimmt werden. Aufgrund der Variabilität der Laborbefunde sollten dabei alle Testosteron-

Bestimmungen stets im selben Labor durchgeführt werden.

Bei zu hohen Serumspiegeln sollte das Injektionsintervall verlängert werden (häufig genügen bis zu

6-wöchige Intervalle). Bei Serumspiegeln unterhalb des Normbereiches kann hingegen eine

Verkürzung des Dosierungsintervalles notwendig sein.

Hypogonadismus des Mannes

1 Ampulle (entsprechend 250 mg Testosteronenanthat bzw. 180 mg unverestertem Testosteron) i.m.

Zu Therapiebeginn bei Erwachsenen sollten die Injektionen alle 2–3 Wochen erfolgen. Zur Erhaltung

eines ausreichenden Androgeneffekts ist üblicherweise ein Injektionsintervall von 3–4 Wochen

ausreichend.

Pubertätsinduktion bei Knaben mit Pubertas tarda

Empfohlen wird eine stufenweise Anhebung der Testosterondosis beginnend mit 50 mg alle vier

Wochen auf bis zu 250 mg alle drei Wochen über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Behandlung einer Pubertas tarda bei Knaben sollte nur durch einen in der pädiatrischen

Endokrinologie erfahrenen Arzt erfolgen.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Pädiatrische Patienten

Testoviron Depot wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht. Bei Kindern vor dem

Pubertätsalter besteht keine Indikation (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ältere Patienten

Die vorliegende, begrenzte Datenlage lässt nicht vermuten, dass die Dosierung bei älteren Patienten

angepasst werden muss.

Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von Testoviron Depot bei Patienten mit eingeschränkter

Nieren- oder Leberfunktion wurden nicht durchgeführt. Testoviron Depot ist kontraindiziert bei

Patienten mit vorausgegangenen oder bestehenden Lebertumoren.

Kontraindikationen

Prostatakarzinom;

Mammakarzinom des Mannes;

Hyperkalzämie bei malignen Tumoren;

vorausgegangene oder bestehende Lebertumoren;

Frauen;

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Testoviron Depot darf nur bei nachgewiesenem (hypo- oder hypergonadotropem) Hypogonadismus

und nach Ausschluss anderer Ursachen, die der Symptomatik zugrunde liegen können, angewendet

werden. Der Testosteronmangel muss eindeutig durch klinische Symptome (Rückbildung der

sekundären Geschlechtsmerkmale, Veränderungen des Körperbaus, Asthenie, Abnahme der Libido,

erektile Dysfunktion usw.) nachgewiesen und durch zwei getrennte Bestimmungen des Testosteron-

Serumspiegels bestätigt werden.

Ölige Lösungen wie Testoviron Depot dürfen ausschliesslich intramuskulär und sehr langsam

injiziert werden. Eine intravasale Injektion muss unbedingt vermieden werden.

Eine pulmonale Mikroembolie, wie sie während oder unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen

auftreten kann, kann zu Symptomen wie Husten, Dyspnoe und Brustschmerzen führen. Vasovagale

Reaktionen wie Unwohlsein, Steigerung der Schweiss-Sekretion, Schwindel, Parästhesien oder

Ohnmacht können auftreten. Diese Reaktionen sind reversibel. Die Behandlung erfolgt

symptomatisch, z.B. durch Sauerstoffgabe.

Über altersspezifische Referenzwerte für Testosteron besteht derzeit kein Konsens. Es sollte jedoch

berücksichtigt werden, dass die Testosteron-Serumspiegel physiologischerweise mit zunehmendem

Alter abnehmen.

Vor Beginn der Therapie sollte eine umfassende allgemeinärztliche Untersuchung durchgeführt

werden. Blutkalziumspiegel, Hämoglobin und Hämatokrit sollten bei Patienten unter

Langzeittherapie regelmässig kontrolliert werden, um eine allfällige Polyglobulie zu entdecken. Bei

einem Anstieg des Hämatokrits kann es erforderlich sein, die Testosterondosis zu reduzieren oder

ggf. die Therapie abzubrechen.

Patienten, welche mit Androgenen behandelt werden, können ein erhöhtes Risiko für die

Entwicklung einer Prostatahyperplasie aufweisen. Daten zum Risiko eines Prostatakarzinoms in

Verbindung mit einer Testosterontherapie erlauben keine eindeutigen Aussagen über einen kausalen

Zusammenhang. Androgene können jedoch das Wachstum eines bereits bestehenden

Prostatakarzinoms beschleunigen. Aus diesem Grund müssen alle Patienten vor Beginn der

Testosteron-Behandlung gründlich untersucht werden, um ein vorbestehendes Prostatakarzinom

auszuschliessen.

Während der Testosterontherapie muss bei jedem Patienten regelmässig (mindestens einmal pro

Jahr) eine Kontrolle von Prostata und Brust mit den gegenwärtig etablierten Methoden (rektal-

digitale Untersuchung und Kontrolle des PSA) durchgeführt werden. Bei hypogonadalen Patienten

über 40 Jahre und bei Risikopatienten (klinisch oder familiär bedingte Risikofaktoren) wird im ersten

Jahr eine regelmässige Kontrolle alle drei Monate, danach jährlich empfohlen.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Ödemneigung (u.a. bei Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz

oder koronarer Herzerkrankung), da eine Behandlung mit Androgenen zu einer vermehrten Natrium-

und Flüssigkeitsretention führen kann, sowie bei Migräne oder Epilepsie. Falls ausgeprägte Ödeme

mit oder ohne kongestive Herzinsuffizienz auftreten, muss die Behandlung unverzüglich beendet

werden.

Bei Patienten mit arterieller Hypertonie sollte Testoviron Depot nur mit Vorsicht angewendet

werden, da Testosteron einen Blutdruckanstieg bewirken kann.

Eine bestehende Schlafapnoe kann verstärkt werden. Dies gilt insbesondere für Risikopatienten mit

Adipositas oder chronischen Atemwegserkrankungen.

Bei Malignom-Patienten, bei welchen aufgrund von Knochenmetastasen ein Risiko für eine

Hyperkalziämie und Hyperkalziurie besteht, sollten Testosteronpräparate nur mit Vorsicht

angewendet werden. Es wird empfohlen, bei diesen Patienten den Kalziumspiegel im Serum

regelmässig zu kontrollieren.

Der Patient ist auf das mögliche Auftreten eines Priapismus aufmerksam zu machen. Ein solcher

kann zu irreversiblen Schäden des Penis führen und erfordert eine Notfalltherapie durch den

Urologen. In diesen Fällen muss die Dosis reduziert oder die Therapie (vorübergehend) abgesetzt

werden.

Bei Patienten unter einer Androgen-Langzeittherapie sollten auch Leberfunktionstests und

Lipidprofil regelmässig kontrolliert werden. Veränderungen des Lipidprofils können eine

Dosisreduktion erforderlich machen.

Bei Androgen-behandelten Patienten, die unter der Testosteron-Substitutionstherapie normale

Testosteron-Plasmaspiegel erreichen, kann es zu einer verbesserten Insulinempfindlichkeit kommen.

Nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Testoviron Depot enthält, wurden gutartige und

(sehr selten) bösartige Lebertumore beobachtet, die zu lebensgefährlichen intraabdominalen

Blutungen führen können. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder

Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die

differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und gegebenenfalls das Präparat abgesetzt

werden.

Unter höheren Testosteron-Dosen, insbesondere bei längerer Anwendung, kann es über eine

Suppression der hypophysären FSH-Sekretion zu Störungen der Spermatogenese mit Oligospermie

und vermindertem Ejakulationsvolumen sowie zu einer Abnahme der Hodengrösse kommen.

Der Patient sollte auf mögliche Symptome einer Überdosierung hingewiesen werden, wie

Reizbarkeit, Nervosität, Gewichtszunahme, übermässig lange oder häufige Erektionen.

Bei Patienten mit angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen (z.B. unter Behandlung

mit oralen Antikoagulatien) sollten generell keine intramuskulären Injektionen durchgeführt werden.

Bei Knaben im Wachstumsalter besteht unter Androgen-Therapie die Gefahr der Induktion einer

vorzeitigen Pubertät sowie eines frühzeitigen Epiphysenschlusses mit entsprechend reduzierter

Endgrösse.

Wegen der androgenen Nebenwirkungen ist bei Kindern eine besonders sorgfältige Nutzen/Risiko-

Abwägung angezeigt.

Androgene sind nicht geeignet, bei gesunden Personen den Muskelaufbau zu fördern oder die

körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Sportler und Athleten sollten darauf hingewiesen werden,

dass dieses Arzneimittel einen Wirkstoff (Testosteron) enthält, der bei Dopingkontrollen eine

positive Reaktion hervorrufen kann.

Testoviron Depot sollte bei Frauen nicht angewendet werden, da Testosteron zu

Virilisierungserscheinungen wie Dysphonie, Hirsutismus, Akne vulgaris und Vergrösserung der

Klitoris führen kann.

Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Testosteron

Enzym-Induktoren: Arzneimittel, die mikrosomale Enzyme induzieren (z.B. Barbiturate,

Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Johanniskraut-Präparate) können zu

einer erhöhten Testosteron-Clearance führen und dadurch die Wirksamkeit von Androgenen

vermindern.

Enzym-Inhibitoren: Umgekehrt kann bei gleichzeitiger Gabe potenter Inhibitoren der CYP450-

Enzyme (z.B. Azol-Antimykotika, Makrolide) der Metabolismus von Testosteron reduziert sein, was

zu einer Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen führen kann.

Einfluss von Androgenen auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Umgekehrt können Androgene den Metabolismus anderer Arzneimittel verändern und zu einer

Erhöhung oder Erniedrigung von deren Plasma- und Gewebskonzentrationen führen.

Pharmakodynamische Interaktionen

Orale Antikoagulantien

Androgene verstärken die Wirkung von oralen Antikoagulantien vom Cumarin-Typ durch

Veränderung der Synthese der Gerinnungsfaktoren in der Leber. Bei gleichzeitiger Behandlung mit

solchen Arzneimitteln wird eine häufigere Kontrolle der INR empfohlen.

Antidiabetika

Androgene können die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika

verstärken. Die Dosierung der Antidiabetika muss daher unter Umständen reduziert werden.

Corticosteroide und ACTH:

Die gleichzeitige Gabe von Testosteron zusammen mit Corticosteroiden oder ACTH kann das Risiko

für Ödeme erhöhen. Eine solche Kombination sollte daher nur mit Vorsicht angewendet werden,

insbesondere bei Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz oder mit relevanten

Lebererkrankungen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Testoviron Depot ist nur zur Anwendung beim Mann bestimmt, bei Frauen besteht keine Indikation.

An Frauen wurden keine klinischen Studien mit diesem Arzneimittel durchgeführt. Die

Verabreichung von Testoviron während der Schwangerschaft kann zu einer Virilisierung weiblicher

Feten führen. Testosteron darf daher bei schwangeren oder stillenden Frauen auf keinen Fall

verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden diesbezüglich keine Studien durchgeführt. Soweit bekannt ist, hat Testosteron keinen

negativen Einfluss auf die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Es ist jedoch zu beachten,

dass Testoviron Depot zu unerwünschten Wirkungen wie Benommenheit, Unruhe und Schwindel

führen kann, welche unter Umständen die Fahrtüchtigkeit (v.a. zu Beginn einer Behandlung)

beeinträchtigen können.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen unter Behandlung mit Testoviron Depot sind Schmerzen

und Erytheme an der Injektionsstelle sowie Husten und/oder Dyspnoe während oder unmittelbar

nach der Injektion.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen aufgelistet, welche unter der Anwendung von

Testoviron Depot in der Marktüberwachung und/oder der Literatur berichtet wurden. Die

Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: häufig: ≥1% bis <10%; gelegentlich: ≥0.1% bis <1%;

selten: ≥0.01% bis <0.1%; sehr selten: <0.01%; unbekannt: basierend überwiegend auf

Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden.

Neoplasmen

Unbekannt: Prostatakarzinom, benigne und maligne Lebertumoren.

Blut und Lymphsystem

Häufig: Polyglobulie.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Reduktion oder Steigerung der Libido.

Nervensystem

Gelegentlich: Kopfschmerzen.

Gefässe

Unbekannt: pulmonale Mikroembolie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Atmungsorgane

Gelegentlich: Husten, Dyspnoe.

Selten: Schlafapnoe-Syndrom.

Leber und Galle

Gelegentlich: Leberfunktionstest anormal.

Sehr selten: Ikterus.

Haut

Häufig: Akne.

Gelegentlich: Exanthem, Pruritus, Alopezie, Urtikaria.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Schmerzen in den Extremitäten, Muskelkrämpfe

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Mastodynie, erhöhte PSA-Werte.

Gelegentlich: Gynäkomastie (unter Umständen persistierend), Hodenschmerz.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (Erythem, Schwellung, Schmerzen, Induration,

Entzündung).

Gelegentlich: Ödeme.

Klasseneffekte von Testosteronpräparaten

Unter Behandlung mit anderen Testosteron-haltigen Präparaten wurde zusätzlich über folgende

unerwünschte Wirkungen berichtet:

vermehrter Appetit, Abstieg des HbA1c, Hypercholesterinämie, erhöhte Triglyzeride, Nervosität,

Unruhe, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, emotionale Störungen, Feindseligkeit/Aggressivität,

Depressionen, Schwindel, Tremor, Migräne, Dysosmie, Dysgeusie, Hitzewallungen,

Blutdruckanstieg, kardiovaskuläre Störungen, Dysphonie, Übelkeit, Diarrhoe, trockene Haut,

Erythem, Seborrhoe, Hypertrichose, Arthralgien, Myalgien, Erhöhung der Kreatinphosphokinase im

Serum, Verhärtung des Brustgewebes, erhöhte Estradiolwerte, Prostatitis, abnormer

Palpationsbefund der Prostata (z.B. Verhärtung), Verringerung der Hodengrösse, häufigere

Erektionen, Priapismus, Asthenie und nächtliches Schwitzen sowie bei Behandlung mit hohen Dosen

und/oder über längere Zeiträume Elektrolytveränderungen.

Überdosierung

Bei Überdosierung können sich die unter «Unerwünschte Wirkungen» aufgeführten Effekte

verstärken. Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Die Behandlung erfolgt durch Absetzen des

Arzneimittels oder Reduktion der Dosis.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03BA03

Wirkungsmechanismus

Testosteronenanthat ist ein Ester des natürlich vorkommenden Androgens Testosteron. Die aktive

Form, Testosteron, entsteht durch Abspaltung der Seitenkette. Testosteron, ein endogenes Hormon,

ist für die normale Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale unerlässlich. Testosteron

wirkt auf bestimmte Stufen der Spermatogenese, auf die sekretorische Funktion der männlichen

akzessorischen Geschlechtsdrüsen, auf Peniswachstum, Ausbildung des männlichen

Behaarungstypus und die für den Mann charakteristische Entwicklung des Kehlkopfs. Es wirkt

ausserdem auf Haut, Muskeln, Skelett, Knochenmark, Leber, Nieren und ZNS.

Bei fehlender körpereigener Androgenproduktion kann Testoviron Depot die anatomischen,

funktionellen und psychischen Ausfallerscheinungen ausgleichen.

Sehr hohe Testosterondosen vermindern oder hemmen die Gonadotropinausschüttung.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intramuskulärer Applikation wird Testosteronenanthat vollständig systemisch verfügbar.

Der Wirkstoff wird mit einer Halbwertszeit von etwa 4,5 Tagen aus dem öligen Depot resorbiert und

rasch und vollständig in den wirksamen Steroidalkohol und die Enanthsäure umgewandelt.

Maximale Konzentrationen von Testosteron in Plasma oder Serum von etwa 20 ng/ml werden nach

1,5–3 Tagen erreicht. Nachfolgend sinken die Testosteronspiegel monophasisch mit einer der

Freigabegeschwindigkeit entsprechenden Halbwertszeit von 4,5 Tagen ab. Testosteronspiegel von ≥2

ng/ml werden für 20 Tage, Konzentrationen von ≥1 ng/ml für 26 Tage aufrechterhalten.

Die über 250 mg Testosteronenanthat zugeführte Testosterondosis beträgt 180 mg. Vier Wochen

nach Behandlung ist das Depot entleert.

Distribution

Das aus Testoviron Depot freigesetzte Testosteron wird wie das endogene Hormon zu etwa 98% an

Proteine (v.a. Sexualhormon bindendes Globulin (SHBG) und Albumin) gebunden.

Metabolismus

Testosteron unterliegt einem ausgeprägten hepatischen und extrahepatischen Metabolismus und wird

auf dieselbe Weise wie endogenes Testosteron über die bekannten Wege des Steroidstoffwechsels

metabolisiert. Die metabolische Clearance von aus Testosteronenanthat freigesetztem Testosteron

betrug 16±7 ml/min/kg.

Es gibt keine Hinweise auf relevante Unterschiede in der Biotransformation von Testosteron bei

hypogonadalen Patienten.

Die Enanthsäure wird über β-Oxidation abgebaut.

Elimination

Die Metaboliten des Testosterons werden mit einer Halbwertszeit von 7,8 Tagen im Verhältnis 9:1

mit Urin und Stuhl eliminiert.

Steady state

Bei wiederholter Injektion von 250 mg Testosteronenanthat im Abstand von 3–4 Wochen kommt es

zu keiner klinisch relevanten Akkumulation des Testosteronenanthats.

Präklinische Daten

In Untersuchungen zur Beurteilung der systemischen Verträglichkeit bei wiederholter Verabreichung

traten keine Befunde auf, die gegen die Anwendung des Wirkstoffes in den für die Therapie

erforderlichen Dosierungen sprechen.

Akute Toxizität

Wie mit Steroidhormonen im Allgemeinen, ist die akute Toxizität von Testosteron sehr gering.

Lokale Verträglichkeit

Hinsichtlich der lokalen Verträglichkeit nach intramuskulärer Applikation wurde in

tierexperimentellen Untersuchungen keine Verstärkung der durch das Lösungsmittel allein

hervorgerufenen leichten lokalen Reizwirkung festgestellt. Das Lösungsmittel in Testoviron Depot

wird seit vielen Jahren in zahlreichen Formulierungen beim Menschen angewendet. Bis heute

wurden keine lokal reizenden Wirkungen beobachtet, die gegen seine Verwendung sprechen.

Experimentelle Untersuchungen mit dem in Testoviron enthaltenen öligen Lösungsmittel ergaben

keinen Hinweis auf eine sensibilisierende Wirkung.

Reproduktionstoxizität

Fertilitätsstudien an Nagetieren und Primaten haben gezeigt, dass die Behandlung mit Testosteron

die Fertilität durch Unterdrückung der Spermatogenese dosisabhängig beeinträchtigt. Darüber hinaus

wurden keine embryoletalen oder teratogenen Wirkungen bei den Nachkommen von

testosteronbehandelten männlichen Ratten beobachtet. Die Verabreichung von Testosteron kann in

bestimmten Entwicklungsstadien eine Virilisierung weiblicher Föten verursachen. ln

embryotoxischen und speziellen teratogenen Untersuchungen wurden jedoch keine Anzeichen für

eine weitere Beeinträchtigung der Organentwicklung gefunden.

Mutagenes und tumorigenes Potential

In-vitro und in-vivo Untersuchungen auf mutagene Wirkung von Testosteron und seine Ester

ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potential. Testosteron oder seine Ester fördern in Studien

an Nagetieren die Entwicklung von hormonabhängigen Tumoren. Allgemein muss damit gerechnet

werden, dass Geschlechtshormone das Wachstum von gewissen hormonabhängigen Geweben und

Tumoren verstärken.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien vorliegen, darf das Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln

gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel sind sorgfältig aufzubewahren und vor Kindern zu sichern. Bei Raumtemperatur (15–

25 °C) lagern. Zudem muss Testoviron Depot vor Licht geschützt werden.

Zulassungsnummer

17626 (Swissmedic).

Packungen

Testoviron Depot Inj Lös Amp 3× 1 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

November 2015.

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