Tegretol 2%

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Tegretol 2% orale Suspension
  • Darreichungsform:
  • orale Suspension
  • Zusammensetzung:
  • carbamazepinum 100 mg, arom.: vanillinum und andere, saccharinum natricum, conserv.: E 200, E 216, E 218, excipiens um die suspension für 5 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Tegretol 2% orale Suspension
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Antiepilepticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 36896
  • Berechtigungsdatum:
  • 07-04-1986
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Tegretol®

Was ist Tegretol und wann wird es angewendet?

Tegretol mit dem Wirkstoff Carbamazepin ist ein Antiepileptikum und wird auf Verschreibung des

Arztes bzw. der Ärztin angewendet zur Behandlung von Anfallsleiden (Epilepsie) bei Erwachsenen

und Kindern. Weiterhin wird es auch angewendet zur Behandlung von einigen Nervenerkrankungen,

z.B. Trigeminusneuralgie, bei bestimmten psychischen (seelischen) Erkrankungen (Manie, manisch-

depressive Krankheit) sowie bei Beschwerden, die während einer Alkoholentziehungskur auftreten.

Wann darf Tegretol nicht angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) auf den Wirkstoff Carbamazepin oder ähnliche

Wirkstoffe wie z.B. Oxcarbazepin (Trileptal) oder andere Arzneimittel, die ebenfalls mit

Überempfindlichkeitsreaktionen in Verbindung gebracht werden, wie z.B. Trizyklische

Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Imipramin) darf Tegretol nicht angewendet werden.

Tegretol darf ebenfalls nicht angewendet werden bei gleichzeitiger Einnahme von bestimmten

Arzneimitteln, sogenannten Monoamino-Oxidase-Inhibitoren (MAOIs) zur Behandlung von

Depressionen.

Bei bestimmten Begleiterkrankungen sollten Sie Tegretol nicht oder erst nach eingehender ärztlicher

Prüfung einnehmen. Deshalb informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an folgenden

Erkrankungen leiden oder früher gelitten haben:

·Störungen der Herzfunktion,

·Blutbildungsstörungen,

·Leber- oder Nierenerkrankungen,

·gemischten Anfallsformen der Epilepsie,

·erhöhter Augeninnendruck (Glaukom, grüner Star),

·Verwirrtheitszustände oder Erregtheit und Unruhe,

·Überempfindlichkeitsreaktionen auf Oxcarbazepin oder andere Arzneimittel,

·Porphyrie,

·Orale Suspension: Allergische Reaktionen auf Konservierungsstoffe (Parabene) oder bei

Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Sorbitol).

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Tegretol Vorsicht geboten?

Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder stellen Sie sicher, dass jemand anderer

dies für Sie tun kann, falls irgendwelche der folgenden (gelegentlichen oder seltenen)

Nebenwirkungen auftreten. Sie könnten frühe Anzeichen einer ernsten Schädigung Ihres Blutes,

Ihrer Leber, Ihrer Nieren oder anderer Organe sein und könnten dringend ärztliche Behandlung

erfordern:

·Fieber, Halsschmerzen, Hautausschlag, Geschwüre im Mund, geschwollene Drüsen,

·Dunkelfärbung des Urins,

·Anzeichen starker Hautreaktionen, wie z.B. Schälen der Haut, Ausschlag,

·jede Gelbfärbung Ihrer Haut oder des weissen Teils Ihrer Augen,

·Schwellung der Knöchel, Füsse oder Unterschenkel,

·unregelmässiger Herzschlag, Atemnot, Brustschmerz, Bewusstseinsverlust,

·Zunahme von Krämpfen,

·vermehrt blaue Flecken wegen geringfügiger Ursachen.

·falls bei Ihnen aufgrund der Einnahme von Tegretol Schwindel, Schläfrigkeit, Blutdruckabfall oder

Verwirrtheit auftreten, was zu Stürzen führen kann.

Schwerwiegende und weniger schwerwiegende unerwünschte Haut-/ Unverträglichkeitsreaktionen

treten selten unter der Behandlung (insbesondere in den ersten Monaten nach Behandlungsbeginn)

mit Tegretol auf. Dieses Risiko kann durch eine bestimmte Blutprobe vor Behandlungsbeginn

insbesondere bei europäischen Patienten, aber auch bei Patienten mit asiatischer Abstammung näher

beurteilt werden. Vor Behandlungsbeginn sollten Sie daher eine entsprechende Bluttestung mit

Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin besprechen und vornehmen. Wichtig ist,

dass es auch trotz einer unauffälligen Blutprobe trotzdem zu unerwünschten Hautreaktionen kommen

kann, und dass es auch trotz einer auffälligen Blutprobe nicht unbedingt zu unerwünschten

Reaktionen kommen muss.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen eine Operation (auch ein kleiner

Eingriff) geplant ist.

Da Tegretol, wie andere psychoaktive Arzneimittel, zu einer Verminderung der

Alkoholverträglichkeit führen kann, ist es empfehlenswert, während der Behandlung auf

Alkoholgenuss zu verzichten.

Essen Sie keine Grapefruits und trinken Sie keinen Grapefruitsaft, da sie die Wirkungen von Tegretol

verstärken können. Andere Fruchtsäfte haben keinen Einfluss. Bei Frauen, die empfängnisverhütende

Präparate (Anti-Baby-Pille) und gleichzeitig Tegretol einnehmen, können Zwischenblutungen

auftreten. Die Pille kann dadurch unwirksam werden. Daher sind zusätzlich nicht-hormonelle

Empfängnisverhütungsmittel anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben,

·Sie eine Nierenerkrankung haben und Arzneimittel einnehmen um Ihre Blutnatriumwerte zu senken,

oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Tegretol behandelt wurden, hatten

Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem

Zeitpunkt während der Einnahme von Tegretol solche Gedanken haben sollten, kontaktieren Sie

sofort Ihren Arzt.

Darf Tegretol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit Tegretol und bis zu 2 Wochen

nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Sie sollten unbedingt Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn Sie schwanger sind, mit einer Schwangerschaft rechnen

oder stillen. Tegretol darf nicht ohne ausdrückliche ärztliche Verordnung während der

Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen bzw. angewendet werden.

Wie verwenden Sie Tegretol?

Tegretol sollte nur auf ärztliche Anweisung eingenommen werden. Halten Sie sich bei der Einnahme

des Arzneimittels stets genau an die Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Wenn Sie sich nicht

sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin. Die

Dosierung wird vom Arzt bzw. der Ärztin festgelegt und ist je nach Anwendungsbereich, Alter und

Ausprägung der Störungen verschieden.

Tegretol Orale Suspension: Zur korrekten Dosierung muss der beigelegte Messlöffel gebraucht

werden: 1 Messlöffel (5 ml) enthält 100 mg der Wirksubstanz von Tegretol. Flasche vor Gebrauch

schütteln.

Tegretol ist während oder nach den Mahlzeiten mit Flüssigkeit einzunehmen.

Tegretol CR Divitabs (entweder ganze Tablette oder – falls so verordnet – eine halbe Tablette) sind

unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einzunehmen.

Um den besten Effekt zu erzielen und die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen zu vermindern,

ist es sehr wichtig, dass Tegretol regelmässig eingenommen wird. Falls Sie die Einnahme bzw.

Anwendung des Arzneimittels einmal vergessen haben, holen Sie diese so rasch wie möglich nach.

Falls jedoch bereits der Zeitpunkt für die nächste Einnahme bzw. Anwendung erreicht ist, holen Sie

die vergessene Einnahme bzw. Anwendung nicht nach, sondern gehen direkt zur nächsten über.

Falls Sie mehr als eine Einnahme bzw. Anwendung ausgelassen haben, konsultieren Sie bitte Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Bei der Behandlung einer Trigeminusneuralgie beträgt die maximale Tagesdosis 1‘200 mg.

Ändern oder unterbrechen Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben,

das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker

bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Tegretol haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Tegretol auftreten:

Es kann - besonders zu Beginn der Behandlung - zu Schwindelanfällen, Störungen der

Bewegungskoordination, Seh- oder Hörstörungen, Kopfschmerzen, Gelenk- oder Muskelschmerzen,

Müdigkeit, Magen-Darm-Störungen (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit),

Entzündungen im Darmbereich, allergischer Hautausschlag, Juckreiz, Empfindlichkeit der Haut und

Augen gegenüber dem Sonnenlicht, und Haarverlust kommen. Ausserdem können ungewollte

Bewegungen, Unruhe, aggressives Verhalten, Sinnestäuschungen, Durchfall oder Verstopfung,

erhöhter oder erniedrigter Blutdruck, Taubheit in den Händen und Füssen, häufiges Wasserlassen,

plötzliche Verminderung der Urinmenge und Störungen der Sexualfunktion auftreten.

Nebenwirkungen, bei denen die Häufigkeit nicht bekannt ist: Wiederauftreten einer Herpes Virus

Infektion, Verlust der Nägel, Knochenbrüche, Abnahme der Knochendichte, Gedächtnisstörung,

Sturz infolge von Schwindel, Schläfrigkeit, Blutdruckabfall oder Verwirrtheit.

Falls es zu unregelmässigem Herzschlag, Gelbsucht, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Durchfall,

Bauchschmerzen, Gewichtszunahme, Verschlimmerung von Hauterscheinungen und zu fieberhaften

grippeähnlichen Erscheinungen kommt oder die weiter oben aufgeführten Beschwerden sehr lange

andauern, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Während der Einnahme von Tegretol sollten Sie sich vor starker Sonneneinstrahlung schützen.

Arzneimittel sind für Kinder unerreichbar aufzubewahren.

Tegretol Tabletten sollen vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 25°C aufbewahrt werden.

Tegretol Orale Suspension soll vor Licht geschützt und nicht über 30°C aufbewahrt werden. Nach

erstmaliger Öffnung ist die Suspension 3 Monate haltbar.

Tegretol CR Divitabs sollen vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30°C aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Tegretol enthalten?

Tegretol enthält Carbamazepin als Wirksubstanz.

1 Tablette mit Teilkerbe enthält: 200 mg bzw. 400 mg Carbamazepin, Sodium carboxylmethyl

cellulose (hergestellt aus gentechnisch veränderter Baumwolle) sowie weitere Hilfsstoffe.

1 CR Divitabs mit Teilkerbe enthält: 200 mg bzw. 400 mg Carbamazepin sowie Hilfsstoffe.

5 ml (= 1 Messlöffel) Orale Suspension enthalten: 100 mg Carbamazepin, die Konservierungsmittel

Methyl- und Propylparaben (E218/216) und Sorbinsäure (E200), Vanillin und andere Aromastoffe,

Saccharin sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

36896, 29789, 47443 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Tegretol? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Tabletten zu 200 mg: 50.

Tabletten zu 400 mg: 30 und 200.

CR Divitabs zu 200 mg (teilbar): 50 und 200.

CR Divitabs zu 400 mg (teilbar): 30 und 200.

Orale Suspension 2% mit Messlöffel für 5 ml (= 100 mg): 250 ml.

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.