Targocid 400 mg i.v./i.m.

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Targocid 400 mg i.v./i.m. lyophilisat und lösungsmittel
  • Darreichungsform:
  • lyophilisat und lösungsmittel
  • Zusammensetzung:
  • Vorbereitung cryodesiccata: teicoplaninum 400 mg, natrii chloridum, für Glas. Loslassen: Wasser iniectabilia 3 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Targocid 400 mg i.v./i.m. lyophilisat und lösungsmittel
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Infektionskrankheiten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 49339
  • Berechtigungsdatum:
  • 11-09-1990
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Targocid®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Teicoplaninum (Praeparatio cryodesiccata).

Hilfsstoff: Natrii chloridum.

Solvens: Aqua ad injectabilia 3 ml (Solvens).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung/Infusion oder Trinklösung.

Teicoplaninum (Praeparatio cryodesiccata) 200 mg bzw. 400 mg pro vitro.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Parenterale Behandlung:

Targocid ist bei Erwachsenen und Kindern ab dem Säuglingsalter zur parenteralen Behandlung

folgender Infektionen angezeigt:

Zur Therapie von Infektionen bei Methicillin- oder Cephalosporinresistenz, die durch grampositive

Erreger verursacht wurden, sowie bei Penicillin-Allergie und bei Patienten, die auf Penicilline und

Cephalosporine nicht angesprochen haben.

Zur Initialtherapie bei Verdacht auf Methicillin-resistente Keime (nach Vorliegen des Ergebnisses

der Empfindlichkeitstestung sollte die Therapie entsprechend angepasst werden). Gegebenenfalls

sind Kulturen anzulegen, um die ursächlichen Erreger und deren Empfindlichkeit gegenüber

Teicoplanin festzustellen.

Targocid wird unter den obgenannten Voraussetzungen verwendet bei:

·infektiöser Endokarditis,

·Infektionen der Knochen und Gelenke,

·Infektionen der unteren Atemwege,

·Infektionen der Haut und Weichteile,

·komplizierte Harnwegsinfektionen,

·Peritonitis im Zusammenhang mit einer kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD),

·Septikämie.

Orale Einnahme:

Bei durch Clostridium difficile hervorgerufener pseudomembranöser Enterokolitis.

Anwendungsmöglichkeiten

Das antibakterielle Wirkspektrum von Teicoplanin ist eng (grampositive Erreger) und Teicoplanin

muss meist gemeinsam mit anderen Antibiotika verabreicht werden. Eine Monotherapie mit

Teicoplanin ist ausser bei bestimmten Infektionen, wenn der Keim bereits ermittelt und empfindlich

oder mit hoher Wahrscheinlichkeit empfindlich gegenüber Teicoplainin ist, nicht sinnvoll.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sind zu beachten,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Es wird empfohlen, dass die Diagnose und die Einleitung der Behandlung mit Targocid im Spital

unter Überwachung eines Spezialisten stattfinden.

Dosierung/Anwendung

Dosierung bei Erwachsenen und Patienten höheren Alters mit normaler Nierenfunktion

Behandlung von Infektionen mit grampositiven Erregern

Indikationen

Initialdosis

Erhaltungsdosis

Initialdosis

Ziel-

Serumkonzentration an

Tag 3–5

Erhaltungsdosis

Ziel-Serumkonzentration

in der Erhaltungstherapie

·Infektionen der Haut

und Weichteile

·Infektionen der

unteren Atemwege

·komplizierte

Harnwegs-infektionen

·Septikämie

6 mg/kg

Körpergewicht

alle

12 Stunden für

3 intravenöse

oder

intramuskuläre

Gaben

>15 mg/l(1)

6 mg/kg

Körpergewicht

einmal täglich

intravenös oder

intramuskulär

>15 mg/l(1) einmal

wöchentlich

·Infektionen der

Knochen und Gelenke

12 mg/kg

Körpergewicht

alle

12 Stunden für

3–5 intravenös

e oder

intramuskuläre

Gaben

>20 mg/l(1)

12 mg/kg

Körpergewicht

einmal täglich

intravenös oder

intramuskulär

>20 mg/l(1)

·infektiöse

Endokarditis

(einschliesslich bei

i.v.-

Drogenabhängigkeit

Monotherapie bei S.-

aureus-Endokarditis)

12 mg/kg

Körpergewicht

alle

12 Stunden für

3–5

intravenöse

Gaben

30–40 mg/l(1)

12 mg/kg

Körpergewicht

einmal täglich

intravenös oder

intramuskulär

>30 mg/l(1)

(1) Messung mittels FPIA

Bei Patienten jeden Körpergewichts wird die Dosis gemäss dem Körpergewicht ermittelt.

Die Dosierung und Dauer der Behandlung richten sich nach der Art und Schwere der Infektion, dem

klinischen Ansprechen des Patienten sowie patientenspezifischen Faktoren wie Lebensalter und

Nierenfunktion.

Bestimmung der Serumkonzentration:

Die Teicoplanin-Serumkonzentration ist im Gleichgewichtszustand nach der letzten Initialdosis zu

messen, um sicherzustellen, dass die minimale Serumkonzentration erreicht wurde:

·Bei den meisten Infektionen durch grampositive Erreger soll die Teicoplanin-Serumkonzentration

stets mindestens 10 mg/l (gemessen mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie [HPLC]) bzw.

mindestens 15 mg/l (gemessen mittels Fluoreszenzpolarisations-Immunoassay [FPIA]).

·Bei Endokarditis oder anderen schweren Infektionen liegen diese Sollgrenzen der Teicoplanin-

Serumkonzentration bei 15–30 mg/l (HPLC-Messung) bzw. 30–40 mg/l (FPIA-Messung).

Während der Erhaltungstherapie soll eine Bestimmung der Teicoplanin-Serumkonzentration

mindestens einmal wöchentlich erfolgen, um sicherzustellen, dass die Konzentration weiterhin stets

im genannten Zielbereich liegt.

Kinder und Jugendliche

Für Jugendliche über 12 Jahre gelten dieselben Dosisempfehlungen wie für Erwachsene.

Neugeborene und Säuglinge bis 2 Monate:

Initialdosis:

Eine Einzeldosis von 16 mg/kg Körpergewicht als intravenöse Infusion am ersten Tag.

Erhaltungsdosis:

Eine Dosis von 8 mg/kg Körpergewicht als intravenöse Infusion einmal täglich über eine

Infusionsdauer von 30 Minuten.

Kinder von 2 Monaten bis 12 Jahren:

Initialdosis:

3-mal eine Dosis von 10 mg/kg Körpergewicht intravenös im Abstand von 12 Stunden.

Erhaltungsdosis:

Eine Dosis von 6 mg/kg Körpergewicht einmal täglich intravenös oder intramuskulär.

Bei schweren Infektionen sowie bei Patienten mit Neutropenie beträgt die Erhaltungsdosis

10 mg/kg Körpergewicht intravenös einmal täglich.

Ältere Patienten

Gleiche Dosierung wie unter «Erwachsene» angegeben. Bei eingeschränkter Nierenfunktion siehe

«Spezielle Dosierungsanweisungen».

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD)

Nach einer einmaligen intravenösen Initialdosis von 6 mg/kg Körpergewicht werden in der ersten

Woche 20 mg/l in jeden Beutel Dialyseflüssigkeit gegeben, in der zweiten Woche 20 mg/l in jeden

zweiten Beutel und in der dritten Woche 20 mg/l in den Beutel für die Nacht.

Pseudomembranöse Enterokolitis

Die empfohlene Dosierung beträgt 100–200 mg oral zweimal täglich für 7–14 Tage.

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Bis zum vierten Tag der Behandlung ist keine Dosisanpassung erforderlich, danach ist die Dosis so

anzupassen, dass stets eine Serumkonzentration von mindestens 10 mg/l (HPLC-Messung) bzw.

15 mg/l (FPIA-Messung) aufrechterhalten wird.

Nach dem vierten Behandlungstag:

Bei leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance zwischen 40 und 80 ml/min):

Die Erhaltungsdosis wird auf die Hälfte herabgesetzt – entweder durch Verabreichung einer

regulären Dosis alle zwei Tage oder durch Verabreichung einer halben Dosis einmal täglich.

·Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 40 ml/min) und bei Dialysepatienten:

Die Dosis wird auf ein Drittel herabgesetzt – entweder durch Verabreichung einer regulären Dosis

alle drei Tage oder durch Verabreichung einer Dritteldosis einmal täglich.

Teicoplanin kann nicht durch Hämodialyse entfernt werden.

Kombination mit anderen Antibiotika

Das antibakterielle Wirkspektrum von Teicoplanin ist eng (grampositive Erreger). Bei bestimmten

Infektionen kann eine Monotherapie mit Teicoplanin erwogen werden, dies jedoch nur, wenn der

Keim bereits ermittelt und empfindlich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit empfindlich gegenüber

Teicoplainin ist.

Arten der Anwendung

·intravenös:

·intravenöse Injektion als Bolus über 3–5 Minuten (schnelle i.v.-Gabe)

·intravenöse Infusion über 30 Minuten (einzige zulässige Anwendungsart bei Neugeborenen)

·intramuskulär

·oral (zur Behandlung von pseudomembranöser Enterokolitis)

Therapiedauer

Die Behandlungsdauer richtet sich nach Art und Schweregrad der Infektion sowie nach dem

klinischen Verlauf. Grundsätzlich sollte die Therapie bis mindestens drei Tage nach Nachlassen des

Fiebers und/oder Verschwinden der Symptome dauern.

Bei Endokarditis und Osteomyelitis wird eine Therapiedauer von mindestens 3 Wochen empfohlen.

Die orale Behandlung der durch Clostridium difficile hervorgerufenen pseudomembranösen

Enterokolitis sollte über einen Zeitraum von mindestens 7–14 Tagen erfolgen.

Targocid sollte nicht länger als 4 Monate lang verwendet werden.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff.

Da keine klinischen Daten vorliegen, sollte Targocid aufgrund des Krampfrisikos nicht in den

subarachnoidalen Raum injiziert werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen

Bei Teicoplanin wurde über schwere, lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen, manchmal

mit tödlichem Ausgang, berichtet (z.B. anaphylaktischer Schock). Wenn eine allergische Reaktion

auftritt, muss die Behandlung mit Teicoplanin sofort abgebrochen und geeignete Notfallmassnahmen

eingeleitet werden.

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Vancomycin sollte Teicoplanin mit

Vorsicht angewendet werden, da eine allergische Kreuzreaktion einschliesslich eines tödlichen

anaphylaktischen Schocks auftreten kann.

Das Auftreten eines «Red-Man-Syndroms» (Roter-Mann-Syndroms) unter Vancomycin in der

Vorgeschichte stellt jedoch keine Kontraindikation für Teicoplanin dar.

Infusionsreaktionen

In seltenen Fällen wurde (auch schon bei Erstanwendung) ein «Red-Man-Syndrom» oder Roter-

Mann-Syndrom (Symptomenkomplex mit Pruritus, Urtikaria, Hautrötungen, Quincke-Ödem,

Tachykardie, Blutdruckabfall, Dyspnoe) beobachtet. Die Reduktion der Infusionsgeschwindigkeit

oder der Abbruch der Anwendung kann zur Beendigung dieser Reaktionen führen. Infusionsbedingte

Reaktionen können gemindert werden, wenn die Tagesdosis nicht als Bolusinjektion, sondern als

Infusion über einen Zeitraum von 30 Minuten gegeben wird.

Schwere bullöse Reaktionen

Bei der Anwendung von Teicoplanin wurde über lebensbedrohliche oder sogar tödliche Fälle von

Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch-epidermale Nekrolyse (TEN)

berichtet. Wenn Anzeichen oder Symptome eines SJS oder einer TEN (z.B. progressive

Hautrötungen, häufig mit Blasenbildung oder Schleimhautschädigungen) auftreten, muss die

Behandlung mit Teicoplanin sofort abgebrochen werden.

Antibakterielles Wirkspektrum

Das antibakterielle Wirkspektrum von Teicoplanin ist eng (grampositive Erreger) und Teicoplanin

muss meist gemeinsam mit anderen Antibiotika verabreicht werden. Eine Monotherapie mit

Teicoplanin ist ausser bei bestimmten Infektionen, wenn der Keim bereits ermittelt und empfindlich

oder mit hoher Wahrscheinlichkeit empfindlich gegenüber Teicoplainin ist, nicht sinnvoll,

Für eine rationale Therapie mit Teicoplanin sind das antibakterielle Wirkspektrum, das

Sicherheitsprofil und die Eignung der antibiotischen Standardtherapie für den einzelnen Patienten bei

der Therapieentscheidung zu berücksichtigen. Auf dieser Grundlage wird davon ausgegangen, dass

Teicoplanin vorwiegend bei schweren Infektionen von Patienten zur Anwendung kommt, bei denen

die antibiotische Standardtherapie als ungeeignet eingestuft wird.

Initialdosis

Da nur begrenzte Daten zur Sicherheit vorliegen, sind Patienten sorgfältig hinsichtlich des Auftretens

von Nebenwirkungen zu beobachten, wenn Teicoplanin in der Dosis von 12 mg/kg Körpergewicht

zweimal täglich angewendet wird. Unter diesem Therapieschema soll neben den empfohlenen

periodischen hämatologischen Untersuchungen auch der Kreatinin-Wert im Serum überwacht

werden.

Aufgrund des Krampfrisikos darf Teicoplanin nicht intraventrikulär verabreicht werden.

Thrombopenie

Unter der Anwendung von Teicoplanin wurde über Fälle von Thrombozytopenie berichtet. Während

der Behandlung sollten in regelmässigen Abständen hämatologische Untersuchungen (einschliesslich

grosses Blutbild) erfolgen.

Nephrotoxizität

Bei Patienten, die Teicoplanin erhielten, wurde über Niereninsuffizienz berichtet (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»). Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion und/oder

Patienten, die Teicoplanin in Verbindung mit oder anschliessend an eine Behandlung mit anderen

Arzneimitteln mit bekanntem nephrotoxischem Potenzial (Aminoglykoside, Colistin, Amphotericin

B, Ciclosporin oder Cisplatin) erhalten, sollten sorgfältig überwacht werden und es sollten Hörtests

durchgeführt werden.

Da Teicoplanin vorwiegend über die Nieren ausgeschieden wird, muss die Dosis bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion angepasst werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Ototoxizität

Wie bei anderen Glykopeptiden wurde bei mit Teicoplanin behandelten Patienten über Ototoxizität

(Hörverlust und Tinnitus) berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Patienten, bei denen

während der Behandlung mit Teicoplanin Anzeichen und Symptome einer Beeinträchtigung des

Hörvermögens oder einer Innenohrstörung auftreten, sollten sorgfältig bewertet und überwacht

werden, insbesondere bei längerer Behandlungsdauer und bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion. Patienten, die Teicoplanin in Verbindung mit oder anschliessend an eine

Behandlung mit anderen Arzneimitteln mit bekanntem neuro-/ototoxischem Potenzial

(Aminoglykoside, Ciclosporin, Cisplatin, Furosemid oder Etacrynsäure) erhalten, sollten sorgfältig

überwacht werden, und bei Verschlechterung des Hörvermögens sollte eine Nutzenbewertung der

Teicoplanin-Behandlung vorgenommen werden.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die Teicoplanin zusammen mit anderen ototoxischen

und/oder neurotoxischen Arzneimitteln erhalten, für die regelmässige Blutuntersuchungen sowie

Leber- und Nierenfunktionstests empfohlen werden.

Superinfektion

Wie bei anderen Antibiotika kann insbesondere die längere Anwendung von Teicoplanin zur

Vermehrung von anderen, nicht empfindlichen Mikroorganismen führen. Falls während der

Behandlung eine Superinfektion auftritt, ist diese entsprechend zu behandeln.

Interaktionen

In klinischen Studien erhielten viele Patienten Targocid gleichzeitig mit anderen Antibiotika,

Antihypertensiva, herzwirksamen Präparaten, Antidiabetika und Anästhetika, ohne dass es Hinweise

auf Interaktionen gab.

Teicoplanin- und Aminoglykosidlösungen sind inkompatibel und dürfen für die Anwendung als

Injektionslösung nicht miteinander gemischt werden. Sie sind aber kompatibel in

Dialyseflüssigkeiten und können bei der Behandlung von Peritonitis im Zusammenhang mit einer

kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) uneingeschränkt eingesetzt werden.

Nur mit Vorsicht sollte Teicoplanin zusammen mit oder im Anschluss an Substanzen gegeben

werden, von denen bekannt ist, dass sie die Nieren- oder Hörfunktion beeinträchtigen können. Zu

diesen Arzneimitteln zählen Aminoglykoside, Colistin, Amphotericin B, Ciclosporin, Cisplatin,

Furosemid und Etacrynsäure.

Es gab keine Hinweise auf synergistische Oto- oder Nephrotoxizität bei gleichzeitiger Verabreichung

von Aminoglykosiden.

In Tierstudien wurden keine Interaktionen mit Diazepam, Thiopental, Morphin, Halothan oder

neuromuskulär blockierenden Substanzen beobachtet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Daten für die Anwendung von Teicoplanin bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben bei hohen Dosen eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

«Präklinische Daten»). Das potenzielle Risiko für Menschen ist nicht bekannt. Deshalb sollte

Teicoplanin während der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, dies ist unbedingt

erforderlich. Ein potenzielles Risiko für Schädigungen des Innenohrs und der Nieren des Fötus kann

nicht ausgeschlossen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Präklinische

Daten»).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Teicoplanin beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Bei Tieren ist der

Übergang von Teicoplanin in die Muttermilch nicht ausreichend untersucht. Die Entscheidung,

abzustillen/weiterzustillen oder die Therapie mit Teicoplanin abzubrechen/fortzusetzen, sollte

einerseits die Vorteile der Muttermilch für den Säugling, andererseits den Nutzen von Teicoplanin

für die Mutter berücksichtigen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Targocid hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen.

Teicoplanin kann Schwindelgefühle und Kopfschmerzen verursachen. Dadurch kann die Fähigkeit,

ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt sein. Patienten mit

entsprechenden Nebenwirkungen sollten nicht am Strassenverkehr teilnehmen oder Maschinen

bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen wurde anhand der folgenden Definition klassifiziert:

«sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000), «selten»

(<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000), «Einzelfälle»: (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Infektionen und Infestationen:

Unbekannt: Superinfektion (Verbreitung von nicht empfindlichen Keimen).

Selten: Abszess.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich: Eosinophilie 0,8%, Thrombozytopenie 0,3%, Leukopenie 0,4%, Neutropenie,

Thrombocytose.

Selten: reversible Agranulozytose.

Erkrankungen des Immunsystems:

Einzelfälle von Rigor, Bronchospasmus, Angioödem und anaphylaktischen

Reaktionen/anaphylaktischem Schock (siehe «Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes») Hautausschlag mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen/Hypersensitivitätsreaktion (DRESS).

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich: Benommenheit 0,5%, Kopfschmerzen 0,3%.

Einzelfälle: Krampfanfälle.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Gelegentlich: schwach ausgeprägter Gehörverlust, Tinnitus oder veränderte Vestibularis-Funktion

0,4%.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Gelegentlich: Nausea oder Erbrechen 0,6%, Diarrhöe 0,5%.

Leber- und Gallenerkrankungen:

Häufig: vorübergehende Erhöhung von Transaminasen und/oder alkalischer Phosphatase 2,0%.

Gelegentlich: cholestatische Hepatitis 0,1%.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: Exanthem, Erythem oder Pruritus 2,4%, Fieber 1,4%, Urtikaria.

Selten: infusionsbedingte Ereignisse wie Erythema oder Flush des Oberkörpers («Red-Man-

Syndrom») bei Patienten ohne vorangegangene Teicoplanin-Behandlung. Bei Reexposition mit

geringerer Infusionsrate und/oder Teicoplaninkonzentration traten diese Ereignisse nicht wieder auf.

Diese Ereignisse waren nicht spezifisch für irgendeine Konzentration oder Infusionsrate.

Einzelfälle: Dermatitis exfoliativa, toxisch epidermale Nekrolyse und Erythema multiforme sowie

Stevens-Johnson-Syndrom.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Vorübergehend erhöhtes Serumkreatinin 0,3%, sehr selten Nierenversagen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig: Schmerz 1,5%, Fieber.

Gelegentlich: Thrombophlebitis 0,9%, Rötung 0,3%, Abszess an der Injektionsstelle nach i.m.-

Verabreichung.

Einzelfälle: Schüttelfrost.

Überdosierung

Symptome:

Zwei Kinder von vier und acht Jahren mit Agranulozytose erhielten versehentlich mehrere Dosen zu

100 mg/kg/Tag. Trotz sehr hoher Plasmakonzentrationen (bis 300 mg/l) traten keine Symptome oder

abnormalen Laborwerte auf. In einem Fall kam es bei einem 29 Tage alten Neugeborenen, das

400 mg i.v. (95 mg/kg) erhalten hatte, zu Agitation.

Behandlung:

Die Behandlung einer Überdosierung muss symptomatisch erfolgen.Teicoplanin wird mittels

Hämodialyse nicht und mittels Peritonealdialyse nur langsam eliminiert.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01XA02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Teicoplanin ist ein Glykopeptid, das das Wachstum sensibler Bakterien (aerobe und anaerobe

grampositive Keime) durch Beeinflussung ihrer Zellwandsynthese an einer Angriffsstelle, die sich

von jener der Betalaktame unterscheidet, hemmt. Die Peptidoglycan-Synthese wird durch spezifische

Bindung an D-Alanyl-D-Alanin-Reste blockiert.

Mikrobiologie

Teicoplanin wirkt im Allgemeinen bakterizid. In einigen Ausnahmefällen (Enterokokken, Listeria

monocytogenes und vereinzelt koagulasenegative Staphylokokken) wirkt Teicoplanin

bakteriostatisch.

Teicoplanin wirkt unter anderem gegen Staphylokokken (inklusive derjenigen Stämme, die gegen

Methicillin oder andere Betalactam-Antibiotika resistent sind), gegen Streptokokken, Enterokokken,

Listeria monocytogenes, Mikrokokken, Corynebakterien der Gruppe J/K und grampositive

Anaerobier inklusive Clostridium difficile.

Für die Schweiz können die kritischen Konzentrationen anhand der Daten von EUCAST (European

Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) abgeleitet werden. Die Grenzwerte der MHK

nach EUCAST, Version 7.1 vom 10. März 2017 (www.eucast.org) sind in der Tabelle unten

aufgeführt:

Mikroorganismen

Sensibel

Resistent

Staphylococcus aureusa

≤2 mg/l

>2 mg/ml

Koagulasenegative Staphylokokkena

≤4 mg/l

>4 mg/ml

Enterococcus spp.

≤2 mg/l

>2 mg/ml

Streptococcus spp. (A, B, C, G)b

≤2 mg/l

>2 mg/ml

Streptococcus pneumoniaeb

≤2 mg/l

>2 mg/ml

Streptokokken der Viridans-Gruppeb

≤2 mg/l

>2 mg/ml

Grampositive Anaerobier ausser Clostridium

difficile

PK-/PD-Schwellen (nicht artgebunden)c,d

a Die Glykopeptid-MHK-Werte sind methodenabhängig und sollten

durch Bouillon-Mikrodilution bestimmt werden (Referenz ISO 20776).

S. aureus mit Vancomycin-MHK-Werten von 2 mg/ml liegen im

Grenzbereich der Wildtyp-MHK-Verteilung und zeigen möglicherweise

ein eingeschränktes klinisches Ansprechen. Der Grenzwert für S. aureus

wurde auf 2 mg/ml reduziert, um eine Einstufung der Isolate als GISA

zu vermeiden, da schwere Infektionen durch GISA-Isolate nicht mit

hohen Dosen von Vancomycin oder Teicoplanin behandelbar sind.

b Isolate mit MHK-Werten oberhalb des Grenzwertes für

Empfindlichkeit sind sehr selten oder noch nicht berichtet worden. Die

Tests zur Identifizierung und Empfindlichkeitsbestimmung müssen für

jedes solcher Isolate wiederholt werden, und bei Bestätigung muss das

Isolat an ein Referenz-Labor geschickt werden. Bis zum Vorliegen von

Erkenntnissen zum klinischen Ansprechen dieser Isolate mit bestätigten

MHK-Werten oberhalb des derzeitigen Grenzwertes für Resistenz

sollten sie als resistent eingestuft werden.

c DU bedeutet, dass nur unzureichende Evidenz vorliegt, dass die

betreffende Spezies einen geeigneten Zielorganismus für die

Behandlung mit diesem Arzneimittel darstellt.

d Es kann eine MHK mit einem Kommentar, aber ohne begleitende S-,

I- oder R-Einstufung gemeldet worden sein.

Üblicherweise empfindliche Spezies

Inkonstant sensible

Spezies

(Erworbene Resistenz

>10%)

Von Natur aus resistente

Bakterien

Grampositive aerobe Bakterien

Grampositive aerobe

Bakterien:

Alle gramnegativen

Bakterien

Corynebacterium jeikeiuma

Enterococcus faecalis

Staphylococcus aureus (darunter Methicillin-

resistente Stämme)

Streptococcus agalactiae

Streptococcus dysgalactiae subsp.

equisimilisa

(Streptokokken der Gruppen C & G)

Streptococcus pneumoniae

Streptococcus pyogenes

Streptokokken der Viridans-Gruppea,b

Grampositive anaerobe Bakterien

Clostridium difficilea

Peptostreptococcus spp.a

Enterococcus faecium

Staphylococcus

epidermidis

Staphylococcus

haemolyticus

Staphylococcus hominis

Andere Bakterien:

Chlamydia spp.

Chlamydophila spp.

Legionella pneumophila

Mycoplasma spp.

a Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. Die

wichtigsten Daten aus der Literatur, die Grundlagendokumente und die Therapieempfehlungen

lassen auf eine Sensibilität schliessen.

b Sammelbezeichnung für eine Gruppe heterogener Streptokokkenarten. Der Resistenzgrad kann je

nach entsprechender Streptokokkenart schwanken.

Resistenzmechanismus

Eine Teicoplanin-Resistenz kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

·Veränderung der Zielstruktur: Diese Form der Resistenz ist insbesondere bei der Spezies

Enterococcus faecium aufgetreten. Die Veränderung beruht auf dem Austausch der endständigen D-

Alanin-D-Alanin-Funktion der Aminosäureseitenkette einer Mureinvorstufe durch D-Ala-D-Lactat,

sodass die Affinität zu Vancomycin vermindert ist. Die hierfür verantwortlichen Enzyme sind eine

neu gebildete D-Lactat-Dehydrogenase bzw. Ligase.

·Die verminderte Empfindlichkeit oder Resistenz bei Staphylokokken gegenüber Teicoplanin beruht

auf der Überproduktion von Vorstufen des Mureins, an die Teicoplanin gebunden wird.

Eine Kreuzresistenz zwischen Teicoplanin und Vancomycin kann auftreten. Einige Vancomycin-

resistente Enterokokken sind gegenüber Teicoplanin empfindlich (Phänotyp Van-B).

Die Prävalenz der Resistenz kann geografisch und im Zeitverlauf für die selektierten Stämme

variieren. Lokale Informationen können sich als sehr nützlich erweisen, insbesondere bei der

Behandlung schwerer Infektionen, bei denen eine mikrobiologische Diagnostik mit Isolierung des

Krankheitserregers und Sensibilitätsnachweis empfohlen wird. Es wird der Beizug eines Spezialisten

angeraten, insbesondere, wenn aufgrund einer hohen lokalen Resistenz die Anwendung von Targocid

unter bestimmten Umständen fragwürdig ist.

Pharmakokinetik

Absorption und Bioverfügbarkeit

Teicoplanin wird parenteral (intravenös oder intramuskulär) verabreicht. Nach intramuskulärer Gabe

ist die Bioverfügbarkeit (verglichen mit der intravenösen Gabe) nahezu vollständig (90%). Nach

intramuskulärer Gabe von 200 mg an 6 Tagen liegt die mittlere (SD) maximale Teicoplanin-

Serumkonzentration (Cmax) bei 12,1 (0,9) mg/l und wird 2 Stunden nach der Anwendung erreicht.

Bei einer intravenösen Initialdosis von 6 mg/kg alle 12 Stunden liegen die Cmax-Werte nach 3 bis 5

Anwendungen zwischen 60 und 70 mg/l und die minimalen Serumkonzentrationen (Ctrough)

üblicherweise bei >10 mg/l. Nach einer intravenösen Initialdosis von 12 mg/kg alle 12 Stunden

liegen die mittleren Cmax- und Ctrough-Werte nach 3 Anwendungen bei 100 bzw. 20 mg/l.

Nach Gabe einer einmal täglichen Erhaltungsdosis von 6 mg/kg betragen die Cmax- und Ctrough-

Werte ungefähr 70 mg/l bzw. 15 mg/l. Nach einer einmal täglichen Erhaltungsdosis von 12 mg/kg

schwanken die Ctrough-Werte zwischen 18 und 30 mg/l.

Bei oraler Gabe wird Teicoplanin nicht aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Nach oraler

Anwendung einer einmaligen Dosis von 250 oder 500 mg bei gesunden Probanden wird Teicoplanin

in unveränderter Form nur in den Faeces wiedergefunden (ungefähr 45% der eingenommenen

Dosis), während es weder im Serum noch im Urin nachweisbar ist.

Distribution

Die Bindung von Teicoplanin an menschliche Plasmaproteine liegt bei 87,6 bis 90,8% unabhängig

von der Teicoplanin-Konzentration. Teicoplanin wird überwiegend an menschliches Serum-Albumin

gebunden. Teicoplanin diffundiert nicht in die Erythrozyten.

Das Verteilungsvolumen im Steady State (VSS) variiert von 0,7 bis 1,4 ml/kg. Die höchsten VSS-

Werte wurden in aktuellen Studien beobachtet, in denen die Sammelperiode mehr als 8 Tage betrug.

Teicoplanin wird überwiegend in die Lunge, das Myokard und Knochengewebe verteilt mit einem

Verteilungsverhältnis zwischen Gewebe und Serum von grösser als 1. In Blasenflüssigkeit,

Gelenkflüssigkeit und Peritonealflüssigkeit liegt das Verteilungsverhältnis zwischen 0,5 und 1.

Teicoplanin wird aus der Peritonealflüssigkeit mit der gleichen Eliminationsrate wie aus dem Serum

eliminiert. In Pleuraflüssigkeit und subkutanem Fettgewebe liegt das Verteilungsverhältnis zwischen

0,2 und 0,5. Teicoplanin penetriert nicht gut in die Zerebrospinalflüssigkeit (CSF).

Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Muttermilch übertritt oder ob eine Passage der

Placentaschranke stattfindet.

Metabolismus/Elimination

Teicoplanin wird hauptsächlich unverändert renal ausgeschieden (80% innerhalb von 16 Tagen),

während 2,7% der verabreichten Dosis innerhalb von 8 Tagen in den Faeces wiedergefunden werden

(nach Ausscheidung über die Galle).

Die Eliminationshalbwertzeit von Teicoplanin variierte in den jüngsten Studien zwischen 100 und

170 Stunden bei einer Sammeldauer von 8 bis 35 Tagen.

Teicoplanin besitzt eine niedrige totale Clearance von 10 bis 14 ml/h/kg und eine renale Clearance

von 8 bis 12 ml/h/kg, was darauf hindeutet, dass Teicoplanin überwiegend renal ausgeschieden wird.

Die lange Eliminations-Halbwertszeit erlaubt eine einmal tägliche Verabreichung (Ausnahme:

Initialdosen).

Linearität

In einem Dosisbereich von 2 bis 25 mg/kg zeigt Teicoplanin eine lineare Pharmakokinetik.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Patienten mit Niereninsuffizienz:

Da Teicoplanin über die Nieren ausgeschieden wird, nimmt die Elimination mit zunehmender

Niereninsuffizienz ab. Die totale und renale Clearance von Teicoplanin hängt von der Kreatinin-

Clearance ab.

Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten ist die Pharmakokinetik von Teicoplanin nicht verändert, sofern die

Nierenfunktion nicht eingeschränkt ist.

Kinder und Jugendliche:

Im Vergleich zu Erwachsenen werden bei Kindern eine höhere totale Clearance (15,8 ml/h/kg bei

Neugeborenen, 14,8 ml/h/kg bei einem Durchschnittsalter von acht Jahren) und eine kürzere

Eliminationshalbwertszeit (40 Stunden bei Neugeborenen, 58 Stunden bei Achtjährigen) beobachtet.

Präklinische Daten

Nach wiederholter parenteraler Anwendung traten bei Ratten und Hunden Schädigungen der Niere

auf, die dosisabhängig und reversibel waren. Untersuchungsergebnisse zum ototoxischen Potenzial

bei Meerschweinchen zeigten, dass eine leichte Beeinträchtigung der kochleären und vestibulären

Funktion möglich ist, ohne dass morphologische Schäden beobachtet wurden.

Die Fertilität wurde bei subkutanen Dosen von bis zu 40 mg/kg/Tag weder bei weiblichen noch bei

männlichen Ratten beeinflusst. In Studien zur embryo-fötalen Entwicklung wurden nach subkutaner

Verabreichung von bis zu 200 mg/kg/Tag bei Ratten und nach intramuskulärer Verabreichung von

bis zu 15 mg/kg/Tag beim Kaninchen keine Missbildungen beobachtet. Nach Verabreichung hoher

Dosen an Ratten kam es jedoch vermehrt zu Totgeburten (nach 100 mg/kg /Tag und mehr) und

neonataler Mortalität (nach 200 mg/kg/Tag). Bei einer Dosis von 50 mg/kg/Tag wurde dieser Effekt

nicht beobachtet. In einer peri- und postnatalen Studie an Ratten zeigten sich nach subkutaner

Verabreichung von bis zu 40 mg/kg/Tag keine Effekte auf die Fertilität der F1-Generation oder auf

das Überleben und die Entwicklung der F2-Generation.

Teicoplanin zeigte keine antigenen (bei Mäusen, Meerschweinchen und Kaninchen) oder

genotoxischen Eigenschaften sowie keine Hinweise auf lokale Unverträglichkeit.

Untersuchungsbefunde zur Kanzerogenität liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten:

Die Lösungen von Teicoplanin und Aminoglycosiden sind inkompatibel und dürfen daher nicht vor

der Injektion gemischt werden; hingegen sind die beiden Lösungen in Dialyseflüssigkeiten

kompatibel und können zur Behandlung von CAPD-Peritonitis sicher eingesetzt werden.

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln

gemischt werden.

Haltbarkeit:

Pulver und Lösungsmittel für Injektionslösung:

Vor Hitze schützen.

Bei Zimmertemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Zubereitete Lösung:

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die zubereitete Lösung sofort verwendet werden (maximale

Aufbewahrungszeit von 24 Stunden bei 2-8 °C), ausser die Zubereitung konnte unter kontrollierten

und validierten aseptischen Bedingungen erfolgen. Bei nicht sofortigem Gebrauch liegen die

Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen in der Verantwortung des Anwenders. Chemische

und physikalische «In-use»-Stabilität wurde bis zu 48 Stunden bei Raumtemperatur und für 7 Tage

bei 2-8 °C gezeigt.

Orale Anwendung: Die Lösung unmittelbar verbrauchen.

Arzneimittel sorgfältig aufbewahren.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung:

Herstellung der Injektionslösung

Das gesamte Lösungsmittel langsam in die Durchstechflasche mit dem Pulver injizieren.

Vorsichtig zwischen den Händen rollen, bis das Pulver vollständig gelöst ist. Wenn die Lösung

schäumt, etwa 15 Minuten stehen lassen. Nur klare gelbliche Lösungen dürfen eingesetzt werden.

Die rekonstituierte Lösung enthält 200 mg in 3,0 ml bzw. 400 mg in 3,0 ml.

Nominelle Teicoplanin-Menge in der Durchstechflasche

200 mg 400 mg

Volumen der Durchstechflasche

10 ml

22 ml

Entnehmbares Volumen an Lösungsmittel aus der Ampulle zur Zubereitung

3,14 ml

3,14 ml

Volumen, das die nominelle Teicoplanin-Menge enthält (entnommen mit einer 5-

ml-Spritze mit einer 23-G-Kanüle)

3,0 ml

3,0 ml

Die rekonstituierte Lösung kann direkt injiziert, nach weiterer Verdünnung infundiert oder oral

eingenommen werden.

Herstellung der Infusionslösung

Targocid kann in folgenden Infusionslösungen angewendet werden:

·Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9%)

·Ringer-Lösung

·Ringer-Laktat-Lösung

·5% Dextrose-Injektionslösung

·10% Dextrose-Injektionslösung

·0,18% Natriumchlorid- und 4% Glukoselösung

·0,45% Natriumchlorid- und 5% Glukoselösung

·Peritonealdialyselösung mit 1,36% oder 3,86% Glukoselösung.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den geltenden Anforderungen

zu beseitigen (nicht länger als 24 Stunden aufbewahren).

Herstellung der Lösung zur peroralen Anwendung

Der Inhalt einer Ampulle zu 200 mg Teicoplanin kann in 30 ml Wasser gelöst, getrunken oder über

eine Magensonde zugeführt werden.

Zulassungsnummer

49339 (Swissmedic).

Packungen

Ampulle zu 200 mg: 1 (A)

Ampulle zu 400 mg: 1 (A)

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

August 2017.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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1-11-2018

Safety evaluation of the food enzyme α‐amylase from a genetically modified Aspergillus niger (strain NZYM‐MC)

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20-10-2018

Scientific Opinion on Flavouring Group Evaluation 200, Revision 1 (FGE.200 Rev.1): 74 α,β‐unsaturated aliphatic aldehydes and precursors from chemical subgroup 1.1.1 of FGE.19

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Published on: Fri, 19 Oct 2018 00:00:00 +0200 The Panel on Food Additives and Flavourings of the European Food Safety Authority was requested to evaluate the genotoxic potential of 74 flavouring substances from subgroup 1.1.1 of FGE.19 in the Flavouring Group Evaluation 200 Revision 1 (FGE.200 Rev1). In FGE.200, genotoxicity studies were provided for one representative substance, namely hex‐2(trans)‐enal [FL‐no: 05.073], and for other two substances in the same subgroup, namely 2‐dodecenal [FL‐no: 05.03...

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11-10-2018

Re‐evaluation of oxidised soya bean oil interacted with mono‐ and diglycerides of fatty acids (E 479b) as a food additive

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Published on: Wed, 10 Oct 2018 00:00:00 +0200 The EFSA Panel on Food Additives and Flavourings (FAF) provides a scientific opinion re‐evaluating the safety of thermally oxidised soya bean oil interacted with mono‐ and diglycerides of fatty acids (TOSOM) (E 479b) when used as a food additive. The Scientific Committee on Food (SCF) and the Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) derived an acceptable daily intake (ADI) of 25 and 30 mg/kg body weight (bw) per day, respectively. There was n...

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2-10-2018

Forthyron 400 ad us. vet., Tabletten

Forthyron 400 ad us. vet., Tabletten

● Die Zulassung ist am 02.10.2018 erloschen.

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

31-8-2018

Public Notification: PremierZen Gold 4000 contains hidden drug ingredient

Public Notification: PremierZen Gold 4000 contains hidden drug ingredient

The Food and Drug Administration is advising consumers not to purchase or use PremierZen Gold 4000, a product promoted for sexual enhancement. This product was identified during an examination of international mail shipments.

FDA - U.S. Food and Drug Administration

22-8-2018

Pexion 400 mg ad us. vet., Tabletten

Pexion 400 mg ad us. vet., Tabletten

● Änderung Text "Unerwünschte Wirkungen" und "Wechselwirkungen"

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

3-8-2018

Scientific guideline:  Ledipasvir/sofosbuvir film-coated tablet 90 mg/400 mg product-specific bioequivalence guidance, adopted

Scientific guideline: Ledipasvir/sofosbuvir film-coated tablet 90 mg/400 mg product-specific bioequivalence guidance, adopted

Ledipasvir/sofosbuvir film-coated tablet 90 mg/400 mg product-specific bioequivalence guidance

Europe - EFSA - European Food Safety Authority EFSA Journal

27-7-2018

Dringende Sicherheitsinformation zu ARCHITECT c4000 / c8000 / c16000 Processing Module von Abbott Laboratories (Abbott Park)

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Weitere Informationen sowie Details zum Produkt entnehmen Sie bitte der anliegenden Kundeninformation des Herstellers.

Deutschland - BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

14-6-2018

Blokhuis: maak postnatale depressie bespreekbaar

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In Nederland ontwikkelen jaarlijks ruim 23.400 vrouwen een depressie na de bevalling. Dat is 1 op de 8 moeders. Velen van hen durven hun situatie niet aan te kaarten. Zij zijn bang om gezien te worden als een slechte moeder (47,4%) en willen anderen niet belasten (52,2%), blijkt uit een peiling onder vrouwen die (signalen van) een postnatale depressie hebben gehad. Hierdoor blijft postnatale depressie, ook wel postpartum depressie (PPD) genoemd, te vaak onbesproken. Daarom geeft staatssecretaris Paul Blo...

Netherlands - Ministerie van Volksgezondheid, Welzijn en Sport

29-5-2018

Fälschung des Arzneimittels Sovaldi® 400 mg Filmtabletten (Charge VVDXD) auf den deutschen Markt gelangt

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Deutschland - BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

19-6-2015

Global operation against illicit medicines completed

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A global medicine operation results in 156 arrests and shutdown of more than 2,400 websites.

Danish Medicines Agency

25-10-2018

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11-10-2018

Avalox® 400 mg/250 ml Infusionslösung

Rote - Liste

8-10-2018

ISENTRESS 400 mg Filmtabletten

Rote - Liste

30-7-2018

Ibu Teva® 400 mg Filmtabletten

Rote - Liste

30-7-2018

Dolgit® 200/400

Rote - Liste

26-7-2018

Harvoni® 90 mg/400 mg Filmtabletten

Rote - Liste

25-7-2018

#FDA issues updated safety communication for Zoll LifeVest 4000 regarding “Message Code 102,” and updated patient checklist.  https://go.usa.gov/xUEPn  #MedicalDevices

#FDA issues updated safety communication for Zoll LifeVest 4000 regarding “Message Code 102,” and updated patient checklist. https://go.usa.gov/xUEPn  #MedicalDevices

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FDA - U.S. Food and Drug Administration

16-7-2018

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Sanasthmax® 400 Mikrogramm

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14-6-2018

Votrient 200 mg/400 mg Filmtabletten

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Viramune® 400 mg Retardtabletten

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29-5-2018

EU/3/14/1400 (Orphan Europe S.A.R.L.)

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EU/3/14/1400 (Active substance: (1S,4R,5R,7S)-3,4-dibenzyl-2-oxo-6,8-dioxa-3-azabyciclo[3.2.1]octane-7-carboxylic acid-L-lysine) - Transfer of orphan designation - Commission Decision (2018)3402 of Tue, 29 May 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMA/OD/185/14/T/01

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29-5-2018

Ibuflam-Lysin 400 mg Filmtabletten

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