Symmetrel

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Symmetrel Kapseln
  • Darreichungsform:
  • Kapseln
  • Zusammensetzung:
  • amantadini hydrochloridum 100 mg, conserv.: E 215, E 217, excipiens für die Kapsel.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Symmetrel Kapseln
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Morbus Parkinson, Grippeprophylaxe

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 31841
  • Berechtigungsdatum:
  • 15-10-1966
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

Patienteninformation

Symmetrel®

Novartis Pharma Schweiz AG

Was ist Symmetrel und wann wird es angewendet?

Symmetrel ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Beschwerden bei Parkinsonscher Krankheit

einerseits und zur Bekämpfung von bestimmten Grippeviren andererseits.

Symmetrel ist nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zu verwenden. Symmetrel kann

allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln die wichtigsten Beschwerden der

Parkinsonschen Krankheit, wie z.B. Zittern, Versteifung der Muskulatur, Bewegungsarmut,

verlangsamte Denkabläufe günstig beeinflussen. Oft tritt auch eine Stimmungsbesserung und

Lockerung des Gesichtsausdrucks ein.

Die Wirkung stellt sich im Allgemeinen 1 bis 2 Tage nach Einnahme von Symmetrel ein, spätestens

aber nach einer Woche. Die beste Wirkung wird nach einigen Tagen bis wenigen Wochen erreicht.

Symmetrel hat auch eine gezielte Wirkung auf bestimmte Grippeviren (Typ-A). Aufgrund des

vermuteten Wirkungsmechanismus empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Anwendung (d.h. am

1.-2. Krankheitstag). Die Wirkung gegen die Grippeviren setzt bereits 1 bis 2 Stunden nach

Einnahme ein.

Symmetrel kann auch vorbeugend bei Grippeinfektionsgefahr bei Einzelpersonen oder bei Gruppen

eingesetzt werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen ausschliesslich für ihre derzeitige Krankheit verschrieben.

Verwenden Sie es nicht zur Behandlung anderer Krankheiten.

Symmetrel wirkt nicht bei Erkältungskrankheiten, anderen Formen von Grippe oder anderen

Virusinfektionen.

Wann darf Symmetrel nicht angewendet werden?

Symmetrel darf nicht eingesetzt werden, wenn bekannt ist, dass Sie auf den Wirkstoff (Amantadin)

oder auf einen anderen Inhaltsstoff des Präparates überempfindlich sind.

Zudem darf es nicht angewendet werden bei bestimmten schweren Epilepsien oder schweren

psychischen Erkrankungen, Erregungs- und Verwirrtheitszuständen und während der

Schwangerschaft.

Wann ist bei der Einnahme von Symmetrel Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigen.

Bei einer möglichen Herabsetzung der Reaktionsfähigkeit, Schwindel, verschwommenem Sehen und

anderen zentralnervösen Nebenwirkungen wie Gemütsverstimmung, Nervosität,

Konzentrationsschwierigkeiten, körperliche Unruhe und gesteigerte Erregbarkeit, Kopfschmerzen

nach Einnahme von Symmetrel ist von der Teilnahme am Strassenverkehr, vom Bedienen von

Maschinen oder anderen Aktivitäten, die hohe Aufmerksamkeit benötigen, abzusehen.

Symmetrel sollte nicht eingenommen werden, wenn Sie unter erhöhtem Augendruck resp. grünem

Star leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an folgenden Erkrankungen leiden:

·Kreislaufbeschwerden

·Nieren- und Leberfunktionsstörungen

·Magen- und Darmgeschwüren

·Hirnleistungsstörungen (so genanntes hirnorganisches Psychosyndrom)

·epileptischen Anfällen

·immer wieder auftretenden Hautkrankheiten

·krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis)

·Anschwellen von Händen und Füssen

·Allergien oder wiederkehrendes Ekzem

·Vergrösserung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie).

Besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, falls Sie bei sich selber, Ihre

Familienmitglieder oder Pflegepersonen bei Ihnen eine Entwicklung von Trieben oder Begierden

feststellen, die für Sie untypische, ungewöhnliche Verhaltensweisen sind, und Sie dem Impuls, Trieb

oder der Versuchung zur Ausübung von gewissen Tätigkeiten, die Ihnen oder anderen schaden

können, nicht zu widerstehen vermögen. Es handelt sich dabei um Impulskontrollstörungen und sie

umfassen Verhaltensweisen wie ungewöhnlich starker Spieldrang (Glückspiel mit vermehrtem

Geldausgeben), Heisshungeressen oder zwanghaftes Essen, exzessives Einkaufen oder

Geldausgeben, abnormal hoher Sexualtrieb oder gehäufte sexuelle Gedanken oder Gefühle. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin wird möglicherweise Ihre Dosis anpassen oder die Behandlung abbrechen.

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie mit Memantin behandelt werden.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Symptome wie unregelmässiger

Herzschlag, Schwindel oder Bewusstlosigkeit auftritt.

Falls beim Wasserlassen Beschwerden auftreten, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Eine gleichzeitige Einnahme von Symmetrel mit anregenden Arzneimitteln, z.B. Appetitzügler, ist

nicht angezeigt. Die Nebenwirkungen anderer Arzneimittel (z.B. L-Dopa) können durch Symmetrel

verstärkt werden.

Vom gleichzeitigen Genuss von alkoholischen Getränken wird abgeraten.

Die Behandlung mit Symmetrel sollte nicht abrupt abgesetzt werden, da es bei Patientinnen und

Patienten mit der Parkinsonschen Krankheit zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen

kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Symmetrel während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Symmetrel darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Patientinnen die schwanger

sind oder während der Behandlung schwanger werden, müssen sofort den Arzt bzw. die Ärztin

konsultieren. Da der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt, sollten stillende Frauen Symmetrel nicht

einnehmen.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und 5 Tage nach Einnahme der

letzten Dosis Symmetrel wirksame Verhütungsmethoden anwenden.

Wie verwenden Sie Symmetrel?

Bei Parkinson'scher Krankheit

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung während 4-7 Tagen

1 Kapsel 1× pro Tag verschreiben. Ausnahmsweise kann diese Anfangsdosierung während 2

Wochen beibehalten werden. Anschliessend wird der Arzt oder die Ärztin für die Dauerbehandlung

die Dosis steigern, je nach der Reaktion, die Sie auf Symmetrel zeigen, z.B. 2× täglich 1 Kapsel

morgens und mittags zu den Mahlzeiten, evtl. als Ausnahme 3× täglich 1 Kapsel.

Zur Vorbeugung oder Behandlung von Grippevirus-Infektionen

Zur Vorbeugung oder Behandlung von Grippe, hervorgerufen durch Viren vom Typ A.

Erwachsene: 2× täglich 1 Kapsel.

Kinder: 5-10 Jahre: täglich 1 Kapsel; ab 10 Jahren: 2× täglich 1 Kapsel.

Die Anwendung sollte möglichst früh einsetzen und zur Behandlung 4-5 Tage fortgesetzt werden.

Zur Vorbeugung kann bei anhaltender Infektionsgefahr die Einnahme während ungefähr 6 Wochen

notwendig sein. Das Präparat soll bei Kindern unter 5 Jahren nicht angewandt werden.

Allgemeines

Ändern sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Für ältere Patienten und Patientinnen, die eine normale Nierenfunktion aufweisen, wird die Dosis

von maximal 100 mg pro Tag empfohlen. Bei Patienten und Patientinnen, die eine

Nierenfunktionsstörung aufweisen, sollte die Dosis weiter reduziert werden. Für Patientinnen und

Patienten, die eine Dialyse-Behandlung erhalten, wird in der Regel eine Dosis von einer Kapsel (100

mg) pro Woche empfohlen, die gegebenenfalls bei guter Verträglichkeit eventuell auf zwei Kapseln

(200 mg) pro Woche erhöht wird. Der Arzt bzw. die Ärztin entscheidet über die jeweilige Dosis und

eine allfällige Reduktion.

Falls Sie einmal die Einnahme einer Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie, sobald Sie daran

denken. Ist es aber bald Zeit für die Einnahme der nächsten Dosis, nehmen Sie die ausgelassene

Dosis nicht ein, sondern fahren Sie fort, das Arzneimittel zur gewohnten Zeit einzunehmen. Nehmen

Sie nicht die doppelte Dosis.

Wenn Sie mehr als eine Dosis ausgelassen haben, so kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Hören Sie nicht plötzlich auf, Symmetrel einzunehmen, ohne Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zuvor zu

informieren.

Plötzlicher Abbruch der Medikation kann Ihre Erkrankung verschlimmern oder zu einem schweren,

lebensbedrohlichen Zustand führen (so genanntes malignes neuroleptisches Syndrom, v.a.

gekennzeichnet durch Muskelversteifungen mit erhöhter Temperatur, Schwitzen, Herzklopfen und

Bewusstseinsstörungen), der sofortige medizinische Betreuung erfordert.

Informieren Sie daher Ihren Arzt oder Ihre Ärztin sofort, wenn Sie Muskelsteifheit, eine erhöhte

Temperatur oder Fieber nach einem plötzlichen Absetzen von Symmetrel haben.

Welche Nebenwirkungen kann Symmetrel haben?

Nebenwirkungen treten gewöhnlich zu Beginn der Behandlung mit Symmetrel auf. Folgende

Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Symmetrel auftreten:

Blut

Selten: Verminderung der weissen Blutkörperchen.

Häufigkeit unbekannt: Vermehrung der weissen Blutkörperchen.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depression, Angstzustände, gehobene Stimmung

Selten: Psychosen (schwere psychische Störungen mit Störungen des Denkens und der

Wahrnehmung).

Häufigkeit unbekannt: Es kann zu Verhaltensstörungen (Störungen der Impulskontrolle) kommen

wie z.B. Unvermögen dem Impuls, Antrieb oder der Versuchung Tätigkeiten auszuüben, die Ihnen

oder anderen schaden könnten, zu widerstehen wie ungewöhnlich starker Spieldrang (Glücksspiel

mit vermehrten Geldausgaben), Heisshungeressen oder zwanghaftes Essen, exzessives Einkaufen

oder Geldausgeben, abnormal hoher Sexualtrieb oder gehäufte sexuelle Gedanken oder Gefühle.

Nervensystem

Häufig: Unruhe und Erregbarkeit, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Benommenheit,

Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Verlangsamung (Lethargie), Halluzinationen, Alpträume, Störung

der Koordination von Bewegungsabläufen, undeutliche Sprache, verschwommenes Sehen.

Selten: Verwirrtheit, Desorientierung, Zittern, Bewegungsstörungen, Krämpfe. Koma,

Wahnvorstellungen, aggressives Verhalten, Muskelzuckungen, abnormaler Gang sowie Kribbeln in

den Armen und Beinen.

Häufigkeit unbekannt: Schwere Verwirrtheit (Delirium), gehobene Stimmung und gesteigerter

Antrieb (Manie, Hypomanie).

Auge

Selten: Veränderungen der Hornhaut und starker Verlust der Sehschärfe sowie

Pupillenvergrösserung.

Herz/Kreislauf

Häufig: verstärkter Herzschlag, tiefer Blutdruck beim Aufstehen.

Sehr selten: Herzrhythmusstörungen.

Häufigkeit unbekannt: Herzversagen.

Blutgefässe

Häufig: Schwellung der Knöchel.

Atmungsorgane

Häufigkeit unbekannt: Beschleunigte Atmung, Atemnot, Wasser in der Lunge.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung.

Selten: Durchfall.

Häufigkeit unbekannt: Schluckstörungen.

Haut

Häufig: Schwitzen, fleckig «marmorierte» Haut.

Selten: erhöhte Sensibilität der Haut auf UV Licht, Hautausschlag.

Häufigkeit unbekannt: Hautjucken.

Harnwege

Selten: Störungen beim Wasserlassen, Harninkontinenz.

Allgemeine Störungen

Häufigkeit unbekannt: Allergische Reaktionen.

Wenn Sie Nebenwirkungen wie Anschwellen der Beine und/oder Knöchel, Halluzinationen,

Depressionen, Angstzustände, Sprachstörungen, und andere psychische Störungen oder

Muskelversteifungen mit erhöhter Temperatur, Schwitzen, Herzklopfen und Bewusstseinsstörungen

oder bei Kindern abnorm tiefe Temperatur feststellen, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt, bzw. Ihre

Ärztin informieren.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Das Arzneimittel vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahren.

Symmetrel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Symmetrel enthalten?

1 Kapsel enthält 100 mg Amantadinhydrochlorid, die Konservierungsmittel Äthyl- und

Propylparaben Natriumsalz (E215, E217) sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

31841 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Symmetrel? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Kapseln zu 100 mg: 60.

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.