Solu-Medrol SAB 250 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Solu-Medrol SAB 250 mg Injektions-/Infusionspräparat
  • Darreichungsform:
  • Injektions-/Infusionspräparat
  • Zusammensetzung:
  • Praeparatio cryodesiccata: methylprednisolonum 250 mg ut methylprednisoloni-21 succinas natricus, natrii dihydrogenophosphas monohydricus, dinatrii phosphas anhydricus, pro vitro. Solvens: aqua ad iniectabilia 4 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Solu-Medrol SAB 250 mg Injektions-/Infusionspräparat
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Glucocorticoid-Therapie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 53697
  • Berechtigungsdatum:
  • 15-02-1996
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Transferiert von Pfizer AG

Solu-MEDROL®/- SAB

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Methylprednisolonum ut Methylprednisoloni-21 succinas natricus.

Hilfsstoffe

Im Lyophilisat: Solu-Medrol und Solu-Medrol SAB (sine alcohol benzylicus): Natrii phosphates;

Lactosum monohydricum (nur bei Solu-Medrol SAB 40 mg).

Im Solvens:

Solu-Medrol: Conserv. Alcohol benzylicus 9 mg, Aqua ad iniectablilia q.s. ad solutionem pro ml.

Solu-Medrol SAB (sine alcohol benzylicus): Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Solu-Medrol: Injektions-/Infusionspräparat

Stechampullen:

Stechampullen mit Lyophilisat à 500 mg resp. 1 g Methylprednisolon.

Solvensstechampullen 7.8 ml resp. 15.6 ml.

Solu-Medrol SAB (sine alcohol benzylicus): Injektions-/Infusionspräparat

Stechampullen:

Stechampullen mit Lyophilisat à 40 mg Methylprednisolon.

Solvensampullen 1 ml.

Act-O-Vials (2-Kammer-Ampullen):

Kammer mit Lyophilisat à 40 mg resp. 125 mg resp. 250 mg Methylprednisolon.

Kammer mit Solvens 1 ml resp. 2 ml resp. 4 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

In Notfallsituationen oder in Fällen, in denen eine orale Verabreichung nicht möglich ist, ist Solu-

Medrol/- SAB zur Behandlung folgender Erkrankungen angezeigt:

Endokrinologische Erkrankungen

Primäre oder sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz (NNR-Insuffizienz) bei gleichzeitiger

Therapie mit einem Mineralocorticoid (Hydrocortison oder Cortison ist das Mittel der Wahl. Im

Kindesalter kommt der Substitution mit Mineralocorticoiden besondere Bedeutung zu).

Akute NNR-Insuffizienz, Schock als Folge einer NNR-Insuffizienz bzw. Schock im Falle eines

Nichtansprechens auf eine konventionelle Therapie, weil möglicherweise eine NNR-Insuffizienz

besteht. (Hydrocortison oder Cortison ist das Mittel der Wahl. Die gleichzeitige Gabe eines

Mineralocorticoids ist bei Totalausfall der Nebennierenrindenfunktion unerlässlich).

Präoperativ sowie bei schweren traumatischen Zuständen und Erkrankungen: Bei Patienten mit

bekannter NNR-Insuffizienz oder bei unklarer Reaktionsfähigkeit der Nebennieren.

Kongenitale Nebennierenrindenhyperplasie.

Granulomatöse (subakute nicht-eitrige) Riesenzellthyreoiditis.

Hyperkalzämie im Rahmen maligner Erkrankungen.

Rheumatische Erkrankungen

Als adjuvante Therapie zur Kurzzeitbehandlung bei akuten Schüben oder Verschlimmerung von:

Posttraumatischer Osteoarthritis, Synovitis bei Osteoarthritis, chronischer Polyarthritis (Rheumatoide

Arthritis), juveniler rheumatoider Arthritis (in ausgewählten Fällen kann eine niedrig dosierte

Erhaltungstherapie erforderlich sein), akuter und subakuter Bursitis, Epikondylitis, akuter

unspezifischer Tendosynovitis, akuter Gicht-Arthritis, Arthritis psoriatica, Spondylitis ankylopoetica.

Kollagenosen (Immunkomplex-Krankheiten)

In Fällen von Exazerbationen oder als Erhaltungstherapie in ausgewählten Fällen bei:

Systemischem Lupus erythematodes (und Lupus nephritis), akuter rheumatischer Karditis,

systemischer Dermatomyositis (Polymyositis), Polyarteriitis nodosa, Goodpasture-Syndrom.

Dermatologische Erkrankungen

Pemphigus, schweres Erythema exsudativum multiforme (Stevens-Johnson-Syndrom), Dermatitis

exfoliativa, schwere Psoriasis, Dermatitis herpetiformis bullosa, schweres seborrhoisches Ekzem,

Mycosis fungoides.

Allergische Erkrankungen

Zur Behandlung schwerer bzw. invalidisierender allergischer Zustände, die durch adäquate

konventionelle Therapie nicht kontrollierbar sind:

Asthma bronchiale, Kontaktdermatitis, atopische Dermatitis, Serumkrankheit, saisonale oder

perenniale allergische Rhinitis, Arzneimittel-Überempfindlichkeitsreaktionen,

Transfusionsreaktionen, akutes nicht infektiöses Larynxödem/Glottisödem (hierbei steht die Therapie

mit Adrenalin an 1. Stelle).

Ophthalmologische Erkrankungen

Schwere akute und chronische allergische und entzündliche Prozesse am Auge:

Herpes Zoster ophthalmicus (nur bei intakter Corneaoberfläche), Iritis und Iridozyklitis,

Chorioretinitis, diffuse hintere Uveitis und Chorioiditis, retrobulbäre Neuritis, Ophthalmia

sympathica, Entzündungen im Bereich der vorderen Augenabschnitte, allergische Konjunktivitis,

allergische Hornhautrand-Ulzera, Keratitis disciformis (nur bei intakter Corneaoberfläche).

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Zur Überbrückung kritischer Krankheitsphasen bei entzündlichen Darmerkrankungen: Colitis

ulcerosa, Enteritis regionalis (M. Crohn).

Erkrankungen der Atmungsorgane

Symptomatische Sarkoidose, allergische Alveolitis, fulminante oder generalisierte

Lungen-/Bronchialtuberkulose bzw. Pleuritis tuberculosa (bei gleichzeitiger adäquater

Chemotherapie), mit anderen Therapien nicht kontrollierbare eosinophile Pneumopathie (Löffler-

Syndrom), Aspirationspneumonitis.

Hämatologische Erkrankungen

Erworbene autoimmun-hämolytische Anämie, Purpura thrombopenica idiopathica im

Erwachsenenalter (nur i.v.-Therapie; i.m.-Therapie kontraindiziert), sekundäre Thrombozytopenie im

Erwachsenenalter, Erythroblastopenie (pure red cell aplasia), kongenitale (erythroide) hypoplastische

Anämie.

Neoplastische Erkrankungen

Zur Palliativbehandlung von:

Leukämien und Lymphomen bei Erwachsenen, akuter Leukämie im Kindesalter.

Nephrotisches Syndrom

Zur Diurese-Einleitung und Reduktion der Proteinurie beim nicht urämischen idiopathischen

nephrotischen Syndrom oder als Folge eines Lupus erythematodes.

Nervensystem

Hirnödeme als Folge von Tumoren (Primärtumor, Metastasen), chirurgischer oder

strahlentherapeutischer Massnahmen; akute Schübe von Multipler Sklerose; akute

Rückenmarksverletzungen, sofern die Behandlung innerhalb von 8 Stunden nach der Verletzung

eingeleitet wird (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Verschiedene Erkrankungen

Tuberkulöse Meningitis mit bestehendem oder drohendem Subarachnoidalblock (bei gleichzeitiger

Anwendung einer adäquaten antituberkulösen Therapie).

Trichinose mit generalisierten allergischen Reaktionen wie Angioödem, Urtikaria sowie lokalen

Überempfindlichkeitsreaktionen an Myokard und ZNS.

Akute Abstossungsreaktionen bzw. -krisen von Organtransplantaten.

Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Zytostatika-Therapie in der

Onkologie.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Dosierungsempfehlungen

Die Corticosteroidtherapie ergänzt in der Regel eine Basistherapie, ersetzt diese aber nicht. Die

Dosierung sollte dem Schweregrad der Erkrankung und der Reaktion des Patienten angepasst

werden. Zur Verminderung unerwünschter Wirkungen und sobald es der Zustand des Patienten

erlaubt, sollte die Dosierung herabgesetzt und auf eine orale Behandlung mit Glucocorticoiden

umgestellt werden. Dabei ist zu beachten, dass nach einigen Tagen Behandlung die Dosierung

schrittweise reduziert wird, um ein Wiederauftreten der Krankheit und eine

Nebennierenrindeninsuffizienz zu vermeiden.

Eine hochdosierte parenterale Therapie mit Solu-Medrol/- SAB sollte nur solange fortgesetzt

werden, bis sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat, üblicherweise nicht länger als 48-72

Stunden.

Solu-Medrol/- SAB kann durch intravenöse oder intramuskuläre Injektion (Ausnahme: Purpura

thrombopenica idiopathica im Erwachsenenalter nur i.v.-Therapie; i.m.-Therapie kontraindiziert),

oder auch durch intravenöse Infusion gegeben werden. Die Initialtherapie in Notfällen erfolgt

vorzugsweise durch intravenöse Injektion.

Die Verabreichungsdauer von Initialdosen mit bis zu 250 mg sollte mindestens 5 Minuten, diejenige

von Dosen über 250 mg mindestens 30 Minuten betragen. Weitere Dosen können je nach

Ansprechen und Zustand des Patienten i.v. oder i.m. in entsprechenden Abständen gegeben werden.

Dosierungsschemata

Zusatztherapie bei lebensbedrohlichen Zuständen

Die empfohlene Dosierung von Solu-Medrol/- SAB beträgt 30 mg pro kg Körpergewicht während

mindestens 30 Minuten als i.v. Infusion. Diese Dosis wird während 48 Stunden alle 4-6 Stunden

wiederholt.

Intravenöse Pulstherapie

Bei gegebener Indikation für Corticosteroide bzw. bei Versagen der Standardtherapie (z.B. bei

Lupus-Nephritis, rheumatoider Arthritis usw.) gelten folgende Dosierungsvorschläge (als i.v.-

Infusion während mindestens 30 Minuten):

·Rheumatische Erkrankungen: 1 g i.v. täglich während 1-4 Tagen oder 1 g i.v. monatlich während 6

Monaten.

·Systemischer Lupus erythematodes: 1 g i.v. täglich während 3 Tagen.

·Multiple Sklerose: 1 g i.v. täglich während 3–5 Tagen.

·Nephrotisches Syndrom (Ödemtherapie z.B. bei Glomerulonephritis, Lupus erythematodes): 30 mg

pro kg Körpergewicht i.v. alle 2 Tage während 4 Tagen oder 1 g i.v. pro Tag während 3, 5 oder 7

Tagen. Die Therapie kann (falls keine Besserung eingetreten ist oder der Zustand des Patienten es

erfordert) nach einer Woche wiederholt werden.

Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit zytostatischer Chemotherapie in der

Onkologie

Bei Chemotherapie, die eine geringe bis mässige Übelkeit verursacht: 250 mg als i.v.-Injektion

während mindestens 5 Minuten 1 Stunde vor der Chemotherapie, bei Beginn der Chemotherapie

sowie beim Auftreten von Erbrechen. Zur Verstärkung der antiemetischen Wirksamkeit kann

zusammen mit der ersten Dosis Solu-Medrol/- SAB eine weitere antiemetisch wirksame Substanz (5-

HT3-Rezeptorantagonist, Phenothiazine, Metoclopramid usw.) verabreicht werden.

Bei Chemotherapie mit potentiell schwerem Erbrechen: 1 Stunde vor der Chemotherapie 250 mg als

i.v.-Injektion während mindestens 5 Minuten zusammen mit adäquaten Dosen eines geeigneten

Antiemetikums (z.B. 5-HT3-Rezeptorantagonist), danach 250 mg Solu-Medrol/- SAB als i.v.-

Injektion während mindestens 5 Minuten bei Beginn der Chemotherapie sowie beim Auftreten von

Erbrechen.

Akute Rückenmarksverletzung

Die Behandlung muss innerhalb von 8 Stunden nach der Verletzung beginnen (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Therapiebeginn innerhalb von 3 Stunden nach Verletzung:

30 mg pro kg Körpergewicht als i.v.-Bolusinjektion während 15 Minuten. Nach 45 Minuten Pause

wird während 23 Stunden 5.4 mg/kg pro Stunde über einen separaten i.v.-Zugang kontinuierlich

infundiert.

Patienten mit Therapiebeginn 3-8 Stunden nach Verletzung:

30 mg pro kg Körpergewicht als i.v.-Bolusinjektion während 15 Minuten. Nach 45 Minuten Pause

wird während 47 Stunden 5.4 mg/kg pro Stunde über einen separaten i.v.-Zugang kontinuierlich

infundiert.

Die maximale Haltbarkeit der verdünnten Infusionslösung ist hierbei zu beachten; vgl. «Sonstige

Hinweise/Hinweise für die Handhabung».

Andere Indikationen

Die Initialdosis variiert von 10-500 mg je nach Erkrankung. Höhere Dosierungen sind bei der

kurzfristigen Behandlung von schweren, akuten Erkrankungen erforderlich.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Pädiatrie

Bei Frühgeborenen und Neugeborenen ist Solu-Medrol SAB ohne das Konservierungsmittel

Benzylalkohol zu verwenden (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen – Anwendung in der Pädiatrie»).

In der Pädiatrie sind im Allgemeinen geringere Dosen als oben angegeben ausreichend (siehe auch

«Pharmakokinetik»). Sie sollten sich jedoch stets eher nach dem Zustand des Patienten und seiner

Reaktion auf die Behandlung richten als nach Alter oder Körpergewicht. Es sollten nicht weniger als

0.5 mg pro kg Körpergewicht je 24 Stunden verabreicht werden.

Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten ist im Falle einer längerdauernden Corticosteroidtherapie das Risiko für eine

Osteoporose sowie für eine Flüssigkeitsretention (eventuell mit daraus resultierender Hypertonie)

potentiell erhöht. Ältere Patienten sollten daher mit Vorsicht behandelt werden.

Leberinsuffizienz, Hypothyreose

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz oder mit Hypothyreose ist die Metabolisierung von

Methylprednisolon verzögert und die Wirkung kann verstärkt sein. Es kann erforderlich sein, die

Dosis dementsprechend zu verringern.

Niereninsuffizienz

Bei Niereninsuffizienz ist keine Dosierungsanpassung notwendig.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Methylprednisolon oder einem anderen Inhaltstoff. Solu-Medrol

SAB 40 mg enthält aus Kuhmilch hergestelltes Lactose-Monohydrat. Diese 40 mg Formulierung ist

daher bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Kuhmilch oder einen ihrer

Inhaltsstoffe oder andere Milchprodukte kontraindiziert, da sie Spuren von Inhaltsstoffen von Milch

enthalten kann.

Intrathekale oder epidurale Verabreichung.

Intramuskuläre Verabreichung bei idiopathischer thrombozytopenischer Purpura.

Systemische Pilzinfektionen.

Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten Lebendimpfstoffen ist bei

Personen, die immunsuppressive Dosen von Corticosteroiden erhalten, kontraindiziert.

Solu-Medrol ist bei Frühgeborenen kontraindiziert, da es das Konservierungsmittel Benzylalkohol

enthält (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mögliche Komplikationen unter einer Corticosteroidtherapie sind von der Höhe der Dosis und der

Dauer der Therapie abhängig. Deshalb sollte für jeden einzelnen Patienten hinsichtlich Dosierung

und Behandlungsdauer eine individuelle Nutzen/Risiko-Beurteilung durchgeführt werden, wobei

auch festgelegt wird, ob eine tägliche oder eine intermittierende Therapie anzuwenden ist.

Endokrine Effekte

Pharmakologische Dosierungen von Corticosteroiden, die über einen längeren Zeitraum verabreicht

werden, können zu einer hypothalamisch-hypophysär-adrenalen Suppression (sekundäre

Nebennierenrindeninsuffizienz) führen. Das Ausmass und die Dauer einer adrenokorticalen

Insuffizienz variiert von Patient zu Patient und ist abhängig von Dosis, Frequenz, Tageszeit der

Verabreichung und Dauer einer Glucocorticoidtherapie. Dieser Effekt kann durch eine alternierende

Therapie verringert werden.

Bei ungewöhnlichen Belastungen (z.B. schwere Erkrankung, grössere Operationen, schweres

Trauma, etc.) muss bei Patienten, welche unter einer längerfristigen Therapie mit Corticosteroiden

stehen, kurzfristig vor, während und nach der Belastungssituation die Dosis schnell wirksamer

Corticosteroide erhöht werden.

Bei abruptem Absetzen von Glucocorticoiden kann es zu einer NNR-Insuffizienz (unter Umständen

mit letalem Ausgang) kommen. Daher sollten Steroide nicht abrupt abgesetzt, sondern die Dosis

allmählich reduziert werden.

Eine relative NNR-Insuffizienz kann noch Monate nach Absetzen der Therapie persistieren. Kommt

es in diesem Zeitraum zu besonderen Belastungssituationen (z.B. schwere Erkrankungen, grössere

Operationen, etc.), so sollte die Hormontherapie wieder aufgenommen werden. Da auch die

Mineralcorticoidsekretion eingeschränkt sein kann, sollten zusätzlich auch Salz und/oder ein

Mineralcorticoid begleitend verabreicht werden.

Ein «Steroid-Absetzsyndrom», welches unabhängig von einer Nebennierenrindeninsuffizienz zu sein

scheint, kann ebenfalls bei abruptem Absetzen von Glucocorticoiden auftreten. Dieses Syndrom

beinhaltet Symptome wie: Anorexie, Nausea, Erbrechen, Lethargie, Kopfschmerzen, Fieber,

Gelenkschmerzen, Hautschuppung, Myalgie, Gewichtsverlust und/oder Hypotonie. Bei Patienten mit

Hypothyreose ist die Wirkung extern zugeführter Glucocorticoide verstärkt.

Nach systemischer Verabreichung von Corticosteroiden wurde über Phäochromozytom-Krisen

berichtet, teilweise mit letalem Ausgang. Corticosteroide sollten daher bei Patienten mit bekanntem

oder vermutetem Phäochromozytom nur nach entsprechender Evaluierung des Risiko/Nutzen-

Verhältnisses verabreicht werden.

Treten bei einem Patienten unter Behandlung mit Solu-Medrol potentielle Symptome eines

Phäochromozytoms wie hypertensive Krise, Herzversagen, Tachykardie, Kopf-, Abdominal-

und/oder Thoraxschmerzen auf, sollte an die Möglichkeit eines bisher unbekannten

Phäochromozytoms gedacht werden.

Da Glucocorticoide ein Cushing-Syndrom hervorrufen oder verschlechtern können, sollten

Glucocorticoide bei Patienten mit Morbus Cushing vermieden werden.

Immunsuppressive Effekte/Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Infektionen

Corticosteroide können die Anzeichen einer beginnenden Infektion maskieren oder latente

Infektionen aktivieren, ebenso können während der Corticosteroidtherapie neue Infektionen

auftreten. So kann bei Corticosteroidanwendung die Resistenz gegenüber Erregern vermindert und

die Lokalisierung einer Infektion erschwert sein. Bei schweren Infektionskrankheiten ist für einen

ausreichenden antibiotischen bzw. chemotherapeutischen Schutz zu sorgen.

Varizellen und Masern, die während einer systemischen Behandlung mit Corticosteroiden auftreten,

können eine schwere Verlaufsform annehmen und insbesondere bei Kindern tödlich enden.

Varizellen erfordern eine sofortige Behandlung, z.B. mit Aciclovir i.v. Bei Risikopatienten ist eine

Prophylaxe mit Aciclovir oder eine passive Immunprophylaxe mit Varizella-zoster-Immunglobulin

angezeigt.

Solu-Medrol/- SAB darf bei Tuberkulosepatienten nur bei aktiver fulminanter Tuberkulose oder

Miliartuberkulose und nur in Kombination mit einer geeigneten tuberkulostatischen Therapie

eingesetzt werden. Falls Corticosteroide bei Patienten mit latenter Tuberkulose oder

Tuberkulinreaktivität indiziert sind, ist eine engmaschige Kontrolle erforderlich, da eine

Reaktivierung der Erkrankung erfolgen kann. Bei einer Corticosteroid-Langzeittherapie sollten diese

Patienten eine Chemoprophylaxe erhalten.

Die Bedeutung von Corticosteroiden bei der Behandlung des septischen Schocks ist umstritten. Die

routinemässige Anwendung bei septischem Schock wird nicht empfohlen.

Corticosteroide können systemische Mykosen verschlimmern und sollten deshalb nur in Notfällen

zur Beherrschung von unerwünschten Reaktionen nach Therapie mit Amphotericin B gegeben

werden.

Corticosteroide sollen bei Patienten mit bekannten oder vermuteten parasitären Infestationen wie

zum Beispiel einer Strongyloides (Fadenwurm)-Infestation mit grosser Vorsicht angewendet werden.

Bei diesen Patienten kann eine durch Corticosteroide induzierte Immunsuppression zu einer

Strongyloides-Hyperinfektion und zur Disseminierung mit ausgedehnter Larvenmigration führen, die

oftmals mit einer schweren Enterokolitis und einer potentiell letalen gram-negativen Sepsis

einhergeht.

Impfungen mit Lebendvakzinen sind bei Personen, die immunsuppressive Dosen von

Corticosteroiden erhalten, kontraindiziert.

Die Impfung mit inaktivierten Vakzinen oder Vakzinen mit Virusteilen kann zwar durchgeführt

werden, kann jedoch bei gleichzeitiger Therapie mit immunsuppressiven Dosen von Corticosteroiden

zu einem Verfehlen des Impferfolges führen. Bei Patienten, die keine immunsuppressiven Dosen von

Corticosteroiden erhalten, können notwendige Impfungen durchgeführt werden.

Effekte auf Herz/Kreislauf

Nach rascher Verabreichung sehr hoher intravenöser Dosen von Solu-Medrol/- SAB (über 0.5 g in

weniger als 10 Minuten) wurde über Herzrhythmusstörungen und/oder Kreislaufkollaps und

Herzstillstand berichtet. Unabhängig von der Geschwindigkeit oder Dauer hoher intravenös

verabreichter Dosen wurden während oder nach der Applikation Bradykardien beobachtet.

Systemische Corticosteroide sollten mit Vorsicht und nur wenn absolut notwendig bei Patienten mit

Herzinsuffizienz eingesetzt werden.

Bei Patienten mit vorbestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren, die über einen längeren Zeitraum

höhere Dosen erhalten, können unerwünschte Wirkungen von Glucocorticoiden wie Hypertonie oder

Dyslipidämie das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse weiter erhöhen. Daher sollten

Corticosteroide bei diesen Patienten sowie bei Patienten mit frischem Myokardinfarkt nur mit

Vorsicht eingesetzt werden. Gegebenenfalls ist eine Risikomodifizierung anzustreben und/oder ein

zusätzliches kardiales Monitoring durchzuführen. Niedrige Dosierung und/oder eine alternierende

Therapie können das Risiko für solche Komplikationen vermindern.

Steroide sollten mit Vorsicht bei Patienten mit Hypertonie eingesetzt werden.

Effekte auf die Psyche

Unter Corticosteroidbehandlung kann es zu potentiell schweren psychischen Störungen kommen, die

von Euphorie über Insomnie, Stimmungsschwankungen und Persönlichkeitsveränderungen sowie

schweren Depressionen bis hin zu manifesten Psychosen reichen. Auch können sich eine bereits

bestehende emotionale Instabilität oder psychotische Tendenzen durch Corticoideinwirkung

verschlimmern.

Die Symptome treten meist innerhalb von Tagen oder Wochen nach Behandlungsbeginn auf.

Die meisten Reaktionen verschwinden nach Dosisreduktion oder Absetzen, trotzdem kann eine

spezifische Behandlung notwendig sein. Unerwünschte psychische Effekte wurden auch nach

Absetzen von Corticosteroiden berichtet.

Patienten und Angehörige sollten aufgefordert werden, bei Auftreten psychischer Symptome unter

der Therapie bzw. während oder nach dem Ausschleichen/Absetzen den Arzt zu kontaktieren,

insbesondere, wenn depressive Stimmung oder suizidale Absichten vermutet werden.

Effekte auf das Nervensystem

Bei Patienten mit Anfallsleiden sollten Corticosteroide nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Bei akuter Rückenmarksverletzung ist darauf zu achten, dass sich bei einer verspäteten

Verabreichung von Solu-Medrol/- SAB (mehr als 8 Stunden nach der Verletzung) die Spätprognose

nicht verbessert und sich in gewissen Fällen sogar verschlechtern kann.

In kontrollierten klinischen Studien führten Corticosteroide in hohen Dosierungen zu einer

Verkürzung akuter Schübe einer Multiplen Sklerose. Krankheitsverlauf und Prognose werden jedoch

nicht beeinflusst.

In Zusammenhang mit der Anwendung von Corticosteroiden, vor allem bei der langfristigen

Anwendung in hohen Dosen, wurde über Fälle von epiduraler Lipomatose berichtet.

Hepatobiliäre Effekte

Unter Anwendung von Methylprednisolon in hohen Dosen (üblicherweise ab 1 g pro Tag) wurde

über Leberschädigungen, wie z.B. akute Hepatitis berichtet,teilweise mit letalem Ausgang. Die

Mehrzahl dieser Fälle betraf weibliche Patientinnen mit Multipler Sklerose. Die Zeitdauer bis zur

Manifestation einer akuten Hepatitis kann dabei einige Wochen und mehr betragen. Nach Absetzen

der Behandlung waren die Veränderungen meist reversibel.

Muskuloskeletale Effekte

Bei Behandlung der Myasthenia gravis mit Cholinesterasehemmern kann durch Glucocorticoide die

Wirkung des Cholinesterasehemmers verringert und das Risiko einer Myastheniekrise erhöht

werden. Eine Behandlung mit Cholinesterasehemmern sollte daher 24 Stunden vor der

Verabreichung eines Corticosteroids beendet werden (siehe «Interaktionen»).

Prinzipiell sollten Corticosteroide bei Patienten mit Myasthenia gravis nur mit Vorsicht eingesetzt

werden.

Im Zusammenhang mit der Anwendung hoher Corticosteroid-Dosen wurden akute Myopathien

beobachtet, die am häufigsten auftraten bei Patienten mit Störungen der neuromuskulären

Transmission (z.B. Myasthenia gravis) oder bei Patienten, die gleichzeitig neuromuskuläre Blocker

(wie z.B. Pancuronium) erhielten. Solche akuten Myopathien verlaufen generalisiert, können die

Augen- und die Atemmuskulatur einbeziehen und zu einer Tetraparese führen. Die Kreatinkinase-

Werte können steigen. Die klinische Besserung oder Heilung nach Absetzen der Corticosteroide

kann Wochen bis Jahre dauern.

Die Langzeitanwendung von Corticosteroiden kann zu einer Osteoporose führen, insbesondere bei

geriatrischen Patienten oder bei postmenopausalen Frauen.

Okuläre Effekte

Bei Patienten mit Herpes simplex Infektionen des Auges sollten Corticosteroide wegen der Gefahr

der Hornhautperforation besonders vorsichtig und nur bei intakter Corneaoberfläche angewendet

werden.

Mögliche unerwünschte Wirkungen bei längerdauernder Anwendung von Corticosteroiden sind

Exophthalmus, Katarakt (auch bei Kindern) und erhöhter intraokulärer Druck. Letzterer kann zu

einem manifesten Glaukom mit Schädigung des Sehnervs führen. Eine periodische augenärztliche

Untersuchung ist daher in Erwägung zu ziehen.

Ausserdem kann eine Behandlung mit Glucocorticoiden Sekundärinfektionen des Auges mit Viren

oder Pilzen begünstigen.

Eine Corticosteroidtherapie wurde auch mit dem Auftreten einer zentralen serösen Chorioretinitis in

Verbindung gebracht, die zur Netzhautablösung führen kann.

Überempfindlichkeitsreaktionen

In seltenen Fällen können nach Gabe von Corticosteroiden allergische Reaktionen auftreten wie

Hautreaktionen oder anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen. Deshalb sollten insbesondere bei

Patienten mit bekannter Arzneimittelallergie vor der Anwendung entsprechende

Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Das in Solu-Medrol enthaltene Konservierungsmittel Benzylalkohol kann

Überempfindlichkeitsreaktionen verursachen. Bei Frühgeborenen (sowie bei Neugeborenen mit

geringem Geburtsgewicht) kann Benzylalkohol ausserdem ein schweres toxisches Syndrom

(«Gasping Syndrom») verursachen (siehe «Kontraindikationen»). Das Toxizitätsrisiko hängt dabei

von der verabreichten Menge und von der Entgiftungskapazität der Leber und der Nieren ab.

Frühgeborene und untergewichtige Säuglinge sind möglicherweise einem höheren Toxizitätsrisiko

ausgesetzt.

Auch wenn die Benzylalkohol-Konzentration bei Applikation therapeutischer Dosen von Solu-

Medrol wesentlich geringer ist als die Dosen, die mit dem «Gasping Syndrom» in Verbindung

gebracht werden, ist die minimale Menge Benzylalkohol, ab der Toxizität auftritt, nicht bekannt.

Patienten, die hohe Dosen erhalten, können wahrscheinlicher eine Toxizität entwickeln. Bei der

Anwendung Benzylalkohol-haltiger Arzneimittel sollte die Summe der täglichen Menge

Benzylalkohol aus allen Quellen berücksichtigt werden.

(Solu-Medrol SAB enthält keinen Benzylalkohol.)

Schädel-Hirn-Trauma

Corticosteroide sollen nicht zur Behandlung traumatischer Hirnschädigungen eingesetzt werden. Die

Resultate einer multizentrischen Studie zeigten bei Patienten, die Methylprednisolon erhielten, im

Vergleich zu Placebo eine signifikant erhöhte Mortalität sowohl 2 Wochen (relatives Risiko 1.18;

95%-Konfidenzintervall 1.09-1.27) als auch 6 Monate nach der Verletzung (26% versus 22%). Ein

kausaler Zusammenhang mit der Methylprednisolon-Behandlung wurde nicht festgestellt.

Bei akutem Hirnödem und akutem Asthma bronchiale ist Solu-Medrol/- SAB nicht als Ersatz der

konventionellen Behandlung, sondern zusätzlich zu dieser zu verabreichen.

Andere Erkrankungen, bei welchen Corticosteroide nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden

sollten

·aktive oder latente peptische Ulcera: Glucocorticoide können die Symptome peptischer Ulcera

maskieren, sodass es zu einer weitgehend asymptomatischen Perforation oder zu akuten

gastrointestinalen Blutungen kommen kann. Das Risiko für peptische Ulzera steigt durch die

Kombination von Corticosteroiden mit nicht-steroidalen Antiphlogistika.

·Pankreatitis: Hohe Corticosteroid-Dosierungen können eine akute Pankreatitis auslösen.

·Stoffwechsel: Corticosteroide können den Blutglukosespiegel erhöhen, einen bestehenden Diabetes

verschlechtern und bei Langzeittherapie das Risiko für einen Diabetes mellitus erhöhen.

·Wasser-Elektrolyt-Haushalt: Corticosteroide können, insbesondere in mittleren und hohen Dosen,

zu einer Salz- und Flüssigkeitsretention sowie zu einer erhöhten Kaliumausscheidung führen.

Eventuell kann eine Kochsalz-Restriktion bzw. eine Kaliumsubstitution notwendig werden.

·Gleichzeitige Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika: Acetylsalicylsäure und andere

nicht-steroidale Antiphlogistika sollten nur mit Vorsicht zusammen mit Corticosteroiden angewendet

werden. Insbesondere ist im Falle eine Hypoprothrombinämie bei der gleichzeitigen Gabe von

Acetylsalicylsäure Vorsicht geboten.

·Andere Erkrankungen: Vorsicht ist auch geboten bei Abszessen oder anderen eitrigen

Entzündungen, unspezifischer ulzeröser Kolitis (insbesondere bei drohender Perforation),

Divertikulitis, frischen intestinalen Anastomosen, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, Osteoporose,

Thromboseneigung, Migräne oder psychotischen Erkrankungen in der Anamnese.

Anwendung in der Pädiatrie

Da Solu-Medrol als Konservierungsmittel Benzylalkohol enthält, sollte von der Verabreichung des

Präparates an Neugeborene abgesehen werden. Bei Frühgeborenen darf es nicht verabreicht werden

(siehe «Kontraindikationen»).

Bei Kindern und Jugendlichen können unter langzeitiger, in mehreren Tagesdosen verabreichter

Glucocorticoidbehandlung Wachstum und Entwicklung gehemmt werden. Eine solche Behandlung

erfordert daher eine äusserst strenge Indikationsstellung. Das Risiko für diese Nebenwirkungen kann

durch eine alternierende Glucocorticoidtherapie vermindert werden.

Bei einer längerdauernden Corticosteroidtherapie besteht bei Kindern ein Risiko für eine Erhöhung

des intrakraniellen Druckes.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Methylprednisolon

Methylprednisolon wird hauptsächlich durch das CYP450-Enzym CYP3A4 metabolisiert.

Interaktionen an diesem Enzym können daher die Wirksamkeit und/oder die unerwünschten

Wirkungen von Methylprednisolon beeinflussen.

Enzyminhibitoren: Bei gleichzeitiger Verabreichung von mässigen bis starken CYP3A4-Inhibitoren

(z.B. Protease-Inhibitoren, Azol-Antimykotika, Makrolide, Diltiazem, Isoniazid, Verapamil) wird die

Metabolisierung von Methylprednisolon verlangsamt, und sowohl Wirksamkeit als auch

unerwünschte Wirkungen können verstärkt sein. Eine Reduktion der Methylprednisolon-Dosis kann

erforderlich sein, um eine Steroidtoxizität zu vermeiden. Auch Grapefruitsaft stellt einen CYP3A4-

Inhibitor dar.

Enzyminduktoren: Bei gleichzeitiger Verabreichung von CYP3A4-Induktoren (z.B. Barbiturate,

Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin sowie Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum

perforatum) enthalten) wird die Metabolisierung von Methylprednisolon beschleunigt, wodurch die

Wirksamkeit reduziert werden kann. Eine Erhöhung der Methylprednisolon-Dosis kann daher

notwendig sein.

Auch durch gleichzeitige Verabreichung anderer CYP3A4-Substrate (z.B. Benzodiazepine,

Cyclophosphamid, Tacrolimus, Aprepitant, Fosaprepitant, Diltiazem) kann die hepatische Clearance

von Methylprednisolon beeinflusst und eine Dosisanpassung erforderlich werden.

Auch Sexualhormone (z.B. Ethinylestradiol, Norethisteron) können die Clearance von

Glucocorticoiden beeinflussen. Insbesondere können Östrogene die Wirkung von Corticosteroiden

verstärken. Bei therapeutischen Dosierungen dieser Hormone (z.B. in hormonalen Kontrazeptiva) ist

jedoch eine klinisch relevante Inhibition von CYP-Enzymen durch Sexualhormone

unwahrscheinlich.

Bei gleichzeitiger Gabe von Methylprednisolon und Ciclosporin wird der Metabolismus gegenseitig

inhibiert. Deshalb können unerwünschte Wirkungen beider Substanzen verstärkt auftreten.

Insbesondere wurden unter gleichzeitiger Gabe von Methylprednisolon und Ciclosporin vermehrt

Konvulsionen beobachtet.

Einfluss von Methylprednisolon auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Glucocorticoide können CYP3A4 sowohl induzieren als auch inhibieren und dadurch die

Plasmakonzentrationen anderer CYP3A4-Substrate erhöhen oder erniedrigen. Beispiele hierfür sind:

Aprepitant, Fosaprepitant, Ethinylestradiol, Norethisteron.

Glucocorticoide können den Metabolismus von HIV Protease-Inhibitoren induzieren und damit zu

einer Reduktion der Plasmaspiegel führen.

Glucocorticoide können bei längerdauernder hoher Dosierung die Elimination von Salicylaten

beschleunigen und dadurch deren Wirksamkeit reduzieren. Umgekehrt kann bei Reduktion der

Corticosteroid-Dosis die Toxizität von Salicylaten verstärkt sein.

Acetylsalicylsäure soll bei Patienten mit Hypoprothrombinämie nur mit Vorsicht zusammen mit

Corticosteroiden angewendet werden.

Pharmakodynamische Interaktionen

NSAR's: Bei gleichzeitiger Gabe von Corticosteroiden und NSAR's kann die Inzidenz von Ulzera

und Blutungen im Gastrointestinaltrakt erhöht sein.

Immunsuppressiva: Methylprednisolon wirkt synergistisch mit anderen Immunsuppressiva wie z.B.

Methotrexat. Daher kann bei gleichzeitiger Gabe mit solchen Immunsuppressiva eine niedrigere

Corticosteroid-Dosis ausreichend sein.

Anticholinergika: Atropin und andere Anticholinergika können einen bereits durch

Methylprednisolon gesteigerten Augeninnendruck weiter erhöhen.

Sympathomimetika: Corticosteroide erhöhen die Wirkung sowie die Toxizität von

Sympathomimetika wie Salbutamol.

Neuromuskuläre Blocker: Corticosteroide können die Wirkung von nicht-depolarisierenden

neuromuskulären Blockern wie z.B. Vecuronium beeinflussen. Berichtet wurde über eine

Antagonisierung der neuromuskulären Blockade sowie bei gleichzeitiger Anwendung hoher Dosen

über akute Myopathien (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Cholinesterasehemmer: Corticosteroide können die Wirkung von Cholinesterasehemmern bei

Myasthenia gravis reduzieren. Bei gleichzeitiger Anwendung von Methylprednisolon mit

Cholinesterasehemmern wie Neostigmin oder Pyridostigmin kann eine Myasthenie-Krise auftreten.

Antikoagulantien: Die Wirkung von Heparin oder oralen Antikoagulantien kann erhöht oder

erniedrigt sein. Die Blutgerinnung ist daher zu kontrollieren und ggf. die Antikoagulantien-Dosis

anzupassen.

Herzglykoside: Die Toxizität von Digitalis-Gykosiden wird durch die gleichzeitige Gabe von

Corticosteroiden potenziert.

Antidiabetika: Aufgrund des diabetogenen Effekts der Glucocorticoide müssen bei gleichzeitiger

Verabreichung von Insulin oder oralen Antidiabetika die Glucosespiegel überwacht werden.

Gegebenenfalls ist die Dosierung der Antidiabetika anzupassen.

Antihypertonika: Die antihypertensive Wirkung wird durch den mineralocorticoiden Effekt der

Corticoide teilweise reduziert, was zu erhöhten Blutdruckwerten führen kann.

Arzneimittel mit Einfluss auf den Kaliumhaushalt: Bei Verabreichung von Corticosteroiden

zusammen mit Arzneimitteln, welche die Kaliumausscheidung steigern (z.B. Furosemid,

Hydrochlorothiazid, Amphotericin B, Betasympathomimetika oder Xanthin-Derivaten), besteht ein

erhöhtes Risiko einer Hypokaliämie. Bei diesen Patienten sollten daher die Kaliumspiegel überwacht

werden.

Psychopharmaka: Die Wirkung von Anxiolytika und Antipsychotika kann vermindert werden.

Gegebenenfalls ist die Dosis dieser Substanzen anzupassen.

Zytostatika: Die Wirksamkeit von Cyclophosphamid kann reduziert sein.

Impfstoffe: Lebendvirus-Impfstoffe wie z.B. Poliomyelitis-, BCG-, Mumps-, Masern- und Röteln-

Impfstoffe können wegen der immunsupprimierenden Wirkung der Corticosteroide erhöht toxisch

sein. Disseminierte virale Infektionen können auftreten. Bei Totvirus-Impfstoffen kann die

Impfantwort reduziert sein.

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel zu

konsultieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Fertilität

In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Corticosteroide die Fertilität beeinträchtigen (siehe

«Präklinische Daten»).

Schwangerschaft

Tierstudien haben unerwünschte Wirkungen auf den Föten gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Es

existieren keine kontrollierten Humanstudien, und bis heute sind keine Auswirkungen von

Corticosteroiden auf den Geburtsvorgang bekannt. Retrospektive Studien an den Nachkommen von

17 Frauen, die während 34 Schwangerschaften unterschiedliche Dosen verschiedener

Glucocorticoide erhalten hatten, ergaben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen der Arzneimittel.

Wie alle Glucocorticoide passiert auch Methylprednisolon die Plazentaschranke. Auch

Benzylalkohol kann die Plazentaschranke passieren (zu möglichen unerwünschten Wirkungen des

Hilfsstoffes siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eine retrospektive Studie zeigte eine erhöhte Inzidenz eines geringen Geburtsgewichtes bei

Neugeborenen, deren Mütter Corticosteroide erhielten. Beim Menschen scheint das Risiko eines

geringen Geburtsgewichtes dosisabhängig zu sein und kann durch die Verabreichung niedrigerer

Corticosteroid-Dosen verringert werden. Ausserdem wurden bei Neugeborenen, deren Mütter eine

Langzeittherapie mit Corticosteroiden erhielten, Katarakte beobachtet.

Solu-Medrol/- SAB sollte daher während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn,

es ist klar notwendig. Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft höhere Steroiddosen

erhalten haben, sollen sorgfältig auf Zeichen von Nebennierenrindeninsuffizienz überwacht werden.

Stillzeit

Da Methylprednisolon in die Muttermilch übertritt und u.a. die Nebennierenrinden-Funktion und das

Wachstum des Säuglings beeinträchtigen könnte, sollte unter der Anwendung von Solu-Medrol nicht

gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Wirkung von Corticosteroiden auf die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen wurde

nicht untersucht. Unerwünschte Wirkungen, wie Schwindel, Schwindelgefühl, Sehstörungen und

Müdigkeit können nach einer Behandlung mit Corticosteroiden auftreten. Betroffene Patienten

sollten nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen systemisch applizierter Corticosteroide wie Methylprednisolon sind

von Dosis und Behandlungsdauer sowie von Alter, Geschlecht und Grunderkrankung des Patienten

abhängig.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organklasse und Häufigkeit aufgeführt,

welche für systemisch applizierte Corticosteroide typisch sind und demzufolge auch unter Solu-

Medrol auftreten können. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig

(<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10'000), sehr selten

(<1/10'000), nicht bekannt (Häufigkeit kann auf der Basis der vorliegenden Daten nicht zuverlässig

abgeschätzt werden).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen.

Nicht bekannt: Opportunistische Infektion.

Neoplasmen

Nicht bekannt: Es wurde über Kaposi Sarkome bei Patienten, die eine Corticosteroid-Therapie

erhielten, berichtet. Bei Abbruch der Corticosteroid-Therapie kann eine klinische Remission

erfolgen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Nicht bekannt: Leukozytose.

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen inklusive anaphylaktoider Reaktionen oder

anaphylaktischer Reaktionen einschliesslich Angioödem, abgeschwächte Reaktionen auf Hauttests.

Endokrine Erkrankungen

Häufig: Cushing-Syndrom.

Nicht bekannt: Hypopituitarismus, Steroidentzugssyndrom, Auslösung einer Phäochromozytom-

Krise bei Patienten mit vorbestehendem (auch latentem) Phäochromzytom.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Natrium- und Flüssigkeitsretention, Hypokaliämie.

Nicht bekannt: Appetitzunahme (welche zu Gewichtszunahme führen kann), verminderte

Glukosetoleranz, Dyslipidämie, negative Stickstoffbilanz infolge Eiweisskatabolismus, metabolische

Azidose, hypokaliämische Alkalose, vermehrte Calcium- und Phosphatausscheidung, Lipomatose.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: affektive Störungen wie depressive oder euphorische Stimmung.

Nicht bekannt: Stimmungsschwankungen, Affektlabilität, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, mentale

Störungen, abnormes Verhalten, Verwirrtheitszustände, Persönlichkeitsveränderungen, psychische

Abhängigkeit, psychotische Störungen (wie Manie, Wahnvorstellung, Halluzination, Schizophrenie

oder deren Verschlechterung), Suizidgedanken.

Erkrankungen des Nervensystems

Nicht bekannt: Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Amnesie, kognitive Störungen, erhöhter

intrakranieller Druck (mit Papillenödem [benigne intrakranielle Hypertonie]), Krampfanfall,

epidurale Lipomatose.

Augenerkrankungen

Häufig: Katarakt.

Nicht bekannt: erhöhter intraokulärer Druck, Glaukom, Exophthalmus, Chorioretinopathie.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt: Vertigo.

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: Herzinsuffizienz bei disponierten Patienten, Herzstillstand, Arrhythmien.

Nach rascher Verabreichung sehr hoher intravenöser Dosen von Solu-Medrol/- SAB (über 0.5 g in

weniger als 10 Minuten) wurde über Herzrhythmusstörungen und/oder Kreislaufkollaps und

Herzstillstand berichtet. Unabhängig von der Geschwindigkeit oder Dauer hoher intravenös

verabreichter Dosen wurde während oder nach der Applikation eine Bradykardie beobachtet.

Es wurde eine Myokardruptur nach einem Herzinfarkt gemeldet.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypertonie.

Nicht bekannt: Hypotonie, thromboembolische Ereignisse.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt: Singultus.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: peptische Ulzera (mit möglicher Blutung und Perforation).

Nicht bekannt: Bauchschmerzen, abdominelles Spannungsgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe,

Dyspepsie, Ösophagitis (einschliesslich ulzerativer Ösophagitis), gastrointestinale Blutungen,

Pankreatitis (auch bei Kindern), Peritonitis, Darmperforation.

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt: Erhöhung von Transaminasen und/oder alkalischer Phosphatase, klinisch manifeste

Leberfunktionsstörung einschliesslich Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautatrophie, Akne, Ekchymosen.

Nicht bekannt: Erythem, Hautausschlag, Hyperhidrose, Pruritus, Striae, Pigmentierungsstörungen,

Hirsutismus, Petechien, Urtikaria, steriler Abszess.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Osteoporose, Muskelschwäche.

Nicht bekannt: Arthralgie, Myalgie, Myopathie, Muskelatrophie, neuropathische Arthropathie,

Sehnenrisse (insbesondere der Achillessehne), Wirbelkompressionsfrakturen, pathologische

Frakturen, Osteonekrose.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt: Blutharnstoff erhöht.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nicht bekannt: Menstruationsstörungen, Potenzstörungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: periphere Ödeme, Wundheilungsstörungen.

Nicht bekannt: Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Erythem, Pruritus, Ausschlag und Urtikaria),

Müdigkeit, Unwohlsein.

Pädiatrie

Das Sicherheitsprofil von Methylprednisolon bei Kindern und Jugendlichen entspricht im

Wesentlichen jenem bei Erwachsenen. Darüber hinaus wurden bei Kindern folgende unerwünschte

Wirkungen beobachtet:

Endokrine Erkrankungen

Häufig: Wachstumsretardierung.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, abnormes Verhalten.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schlaflosigkeit.

Überdosierung

Berichte über eine akute Toxizität nach Überdosierung mit Corticosteroiden sind selten, ein

klinisches Syndrom einer akuten Überdosierung ist nicht bekannt. Im Fall einer Überdosierung ist

kein spezifisches Antidot verfügbar. Die Therapie ist supportiv und symptomatisch.

Methylprednisolon ist dialysierbar (die metabolische Clearance beim Erwachsenen beträgt über 250

ml/min).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H02AB04

Der Wirkstoff von Solu-Medrol/- SAB ist Methylprednisolon, das 6-Methylderivat von Prednisolon.

Er wird in Form des gut wasserlöslichen Natriumsuccinat-Esters eingesetzt, der in-vivo schnell und

vollständig hydrolysiert wird. Daher eignet sich Solu-Medrol/- SAB besonders für intravenöse

Therapien, bei denen rasch hohe Plasmaspiegel erreicht werden müssen.

Methylprednisolon hat entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkungen mit geringen

mineralocorticoiden Eigenschaften.

Die Wirkung von Methylprednisolon, wie von allen Glucocorticoiden, beruht auf der Anregung oder

Hemmung der Synthese spezifischer intrazellulärer Proteine. Diese biologisch aktiven Proteine sind

für die eigentlichen systemischen Wirkungen verantwortlich. Aufgrund des Wirkmechanismus setzt

die Wirkung auch bei parenteraler Verabreichung verzögert ein.

Die Dauer der entzündungshemmenden Wirkung der Glucocorticoide entspricht etwa der Dauer der

Hypothalamus-Hypophysen-NNR Depression.

Die maximale pharmakologische Wirkung wird 1 bis 2 Stunden nach Verabreichung von Solu-

Medrol/- SAB i.v. Infusion erreicht.

Die entzündungshemmende Wirkung von 4 mg Methylprednisolon entspricht jener von 5 mg

Prednisolon, 4 mg Triamcinolon, 0.6 mg Betamethason oder 0.75 mg Dexamethason.

Pharmakokinetik

Methylprednisolon-Natriumsuccinat wird in-vivo rasch zum freien Methylprednisolon hydrolysiert.

Absorption

Nach einer intravenösen Infusion von 1 g Methylprednisolon über 30 Minuten kommt es zu

maximalen Plasmawerten von 16-72 μmol/l. Bei den meisten Patienten sinken die Plasmaspiegel

innerhalb von 24 Stunden auf 0.12-3.4 μmol/l und innerhalb von 48 Stunden auf 0.06-0.13 μmol/l ab.

Nach einer intramuskulären Gabe von 40 mg Methylprednisolon wurde die durchschnittliche

Spitzenkonzentration von 454 ng/ml nach 1 Stunde erreicht. Nach 12 Stunden sank die

Plasmakonzentration auf 31.9 ng/ml. Nach 18 Stunden konnte kein Methylprednisolon mehr

festgestellt werden. Die Bioverfügbarkeit bei intramuskulärer Gabe beträgt 100%.

Die Absorptionskinetik von Methylprednisolon ist unabhängig von der Verabreichungsroute linear.

Distribution

Methylprednisolon wird weitgehend in die Gewebe verteilt. Das Verteilungsvolumen liegt bei

ungefähr 1.4 l/kg. Methylprednisolon wird zu etwa 77% an Plasmaproteine gebunden.

Methylprednisolon passiert sowohl die Blut-Hirn- als auch die Plazentaschranke und tritt in die

Muttermilch über.

Metabolismus

Der Metabolismus von Methylprednisolon in der Leber verläuft qualitativ ähnlich wie bei Cortisol.

Die Hauptmetaboliten sind 20α-Hydroxymethylprednisolon und 20β-Hydroxy-6α-methylprednison.

Elimination

Die totale Clearance von Methylprednisolon liegt bei 5-6 ml/min/kg, die mittlere

Eliminationshalbwertszeit beträgt 1.8-2.5 Stunden. Die pharmakologische Halbwertszeit beträgt

jedoch etwa 12-36 Stunden. Die metabolische Clearance beträgt beim Erwachsenen über 250

ml/min. Die Elimination erfolgt hauptsächlich über die Nieren in Form von Glucuroniden, Sulfaten

und nicht konjugierten Verbindungen. Minimale Methylprednisolon-Mengen werden über die Faeces

ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrie: Bei Neugeborenen ist die Plasmaclearance niedriger als bei Kindern und Erwachsenen.

Niereninsuffizienz: Bei Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung notwendig, Methylprednisolon

ist dialysierbar.

Leberinsuffizienz: Bei schwerer Leberinsuffizienz ist die Metabolisierung von Methylprednisolon

verzögert, sodass erwünschte und unerwünschte Wirkungen verstärkt sein können.

Hypoalbuminämie/Hyperbilirubinämie: Es können unerwünscht hohe Konzentrationen an nicht

proteingebundenem Methylprednisolon auftreten.

Präklinische Daten

Auf der Basis konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie und zur Toxizität nach

wiederholter Gabe wurden keine unerwarteten Risiken identifiziert. Die Toxizitäten, die in Studien

mit wiederholter Gabe beobachtet wurden, entsprachen jenen, die bei kontinuierlicher Exposition

gegenüber exogenen Nebennierenrindensteroiden zu erwarten sind.

Methylprednisolon zeigte keine Hinweise auf ein sensibilisierendes Potential im Test an

Meerschweinchen.

Kanzerogenität

Mit Methylprednisolon wurden keine Studien zur Kanzerogenität bei Nagetieren durchgeführt. Die

Ergebnisse von Tests mit verwandten Glucocorticoiden auf Kanzerogenität bei Ratten fielen

unterschiedlich aus. Veröffentlichte Daten weisen darauf hin, dass Budesonid, Prednisolon und

Triamcinolonacetonid die Inzidenz von hepatozellulären Adenomen und Karzinomen nach oraler

Verabreichung über das Trinkwasser bei männlichen Ratten erhöhen können, wobei die Dosen unter

den typischen klinischen Dosen lagen (berechnet auf der Basis von mg/m2).

Mutagenität

Mit Methylprednisolon wurden keine Studien zur Genotoxizität durchgeführt.

Methylprednisolonsulfonat, welches eine ähnliche Struktur aufweist wie Methylprednisolon, zeigte

bis 2000 µg/Platte keine Mutagenität auf Salmonella typhimurium mit oder ohne metabolischer

Aktivierung. Methylprednisolonsulfonat war auch in einem Genmutationsassay an Ovarienzellen von

chinesischen Hamstern in einer Konzentration bis 10000 µg/ml nicht mutagen.

Methylprednisolon suleptanat induzierte keine ausserplanmässige DNA-Synthese in primären

Rattenhepatozyten bei einer Konzentration bis 1000 µg/ml.

Darüber hinaus weist eine Überprüfung von publizierten Daten darauf hin, dass

Prednisolonfarnesylat (PNF), welches in seiner Struktur Mehylprednisolon ähnelt, war bei

Salmonella typhimurium und Escherichia coli-Stämmen bis 5000 µg/Platte nicht mutagen mit oder

ohne metabolischer Aktivierung. Bei einer Fibroblastenzelllinie von chinesischen Hamstern bewirkte

PNF bei der höchsten getesteten Konzentration von 1500 µg/ml einen leichten Anstieg der Inzidenz

von strukturellen Chromosomenaberrationen nach metabolischer Aktivierung.

Reproduktionstoxikologie

Bei Verabreichung von Corticosteroiden an Ratten wurde eine verminderte Fertilität beobachtet. Bei

subkutaner Behandlung von männlichen Ratten während 6 Wochen mit Corticosteron in Dosen von

10 und 20 mg/kg/Tag wurden verkleinerte Kopulationspfropfen beobachtet, was ein Nebeneffekt des

geringeren zusätzlichen Organgewichts sein kann. In einer Fertilitätsstudie mit oraler Behandlung

männlicher und weiblicher Ratten mit 50, 150 oder 500 mg/kg/Tag Rimexolon wurden eine

Zunahme von Resorptionen und eine Reduktion der lebenden Föten, jedoch keine Effekte auf die

Kopulation und die Fertilitätsindizes festgestellt.

Die Verabreichung von Corticosteroiden in humanäquivalenten Dosen hat sich bei vielen Tierspezies

als teratogen erwiesen. In entsprechenden Studien wurde gezeigt, dass Glucocorticoide wie

Methylprednisolon die Inzidenz von Fehlbildungen (Gaumenspalten, Fehlbildungen des Skeletts,

Anenzephalie, ventrikuläre Defekte, Spina bifida), embryofötaler Letalität (z.B. Zunahme von

Resorptionen) sowie intrauterine Wachstumsverzögerungen erhöhen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Um Kompatibilitäts- und Stabilitätsprobleme zu vermeiden, wird empfohlen Methylprednisolon

separat von anderen intravenösen Medikamenten, zu verabreichen. Zu den mit Methylprednisolon

Na-Succinat in Lösung unverträglichen Medikamenten gehören unter anderem (aber nicht

ausschliesslich) Allopurinol, Doxapram, Tigecyclin, Diltiazem, Calziumgluconat, Vecuronium

Bromid, Rocuronium Bromid, Cisatracuriumbesylat, Glycopyrrolat, Propofol.

Solu-Medrol/- SAB darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten

Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit/Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Haltbarkeit der rekonstituierten und verdünnten Lösungen: siehe «Hinweise für die Handhabung».

Hinsichtlich Kompatibilitäts- und Stabilitätsproblemen: siehe «Interaktionen».

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der Injektionslösung

Parenterale Arzneimittel sind vor der Verabreichung visuell auf Partikel oder Verfärbung zu

untersuchen.

Rekonstitution im Act-0-Vial (2-Kammer-Ampulle)

1.Die Plastikkappe hinunterdrücken, damit das Lösungsmittel in

die untere Kammer mit dem Lyophilisat fliessen kann.

2.Bis zur Auflösung leicht schütteln.

3.Die Plastikscheibe, welche den Stopfen bedeckt, entfernen.

4.Den Gummistopfen desinfizieren.

5.Die Injektionsnadel durch das Zentrum des Stopfens einstechen, bis die Spitze gerade sichtbar

wird. Das Fläschchen umdrehen und die benötigte Dosis aufziehen.

Um das Risiko des Herausstechens von Gummiteilen des Stopfens zu vermindern, sollte bei der

Entnahme der Lösung folgendes beachtet werden:

·Eine möglichst dünne Nadel verwenden.

·Den Stopfen innerhalb des kleinen markierten Kreises anstechen, da der Stopfen in der Mitte am

dünnsten ist.

·Die Nadel senkrecht zur Oberfläche des Stopfens einstechen.

Rekonstitution bei der Stechampulle

Das Lösungsmittel wird in die Stechampulle mit dem Lyophilisat eingebracht und bis zur Lösung

leicht geschüttelt. Zur Auflösung soll nur das beigefügte Lösungsmittel verwendet werden.

Öffnen der Solvensampulle

Die Ampulle ist so zu halten, dass der farbige

Punkt vorne, d.h. dem Gesicht zugewandt,

liegt.

Die Ampulle wird geöffnet, indem man den Daumen

auf den Punkt legt und vorsichtig nach hinten drückt.

Solu-Medrol und Solu-Medrol SAB sind Einzeldosispräparate für die einmalige Anwendung. Die

rekonstituierte Lösung ist sofort zu verwenden, allfällige Reste sind zu verwerfen.

Zubereitung der Infusionslösung

Die wie oben beschrieben rekonstituierte Lösung wird anschliessend einer Infusionslösung Glucose

5% oder NaCl 0.9% beigefügt. Das Volumen richtet sich dabei nach Dauer und

Tropfgeschwindigkeit der Infusion.

Die verdünnten Infusionslösungen sind 24 Stunden physikalisch-chemisch stabil (2-25 °C). Aus

mikrobiologischen Gründen sollten sie sofort verwendet werden. Falls notwendig können sie

maximal 24 Stunden im Kühlschrank (2-8 °C) aufbewahrt werden; sie sind jedoch ab 6 Stunden

regelmässig auf Niederschläge und Trübungen zu kontrollieren. Trübe Lösungen und Lösungen mit

Niederschlägen dürfen nicht mehr verwendet werden und sind zu verwerfen.

Zulassungsnummer

Solu-Medrol: 35112 (Swissmedic).

Solu-Medrol SAB: 53697 (Swissmedic).

Packungen

Solu-Medrol 500 mg: 1 Stechampulle Lyophilisat und 1 Solvensstechampulle [B].

Solu-Medrol 1 g: 1 Stechampulle Lyophilisat und 1 Solvensstechampulle [B].

Solu-Medrol SAB 40 mg: 1 Stechampulle Lyophilisat und 1 Solvensampulle[B].

Solu-Medrol SAB 40 mg: 1 Act-O-Vial [B].

Solu-Medrol SAB 125 mg: 1 Act-O-Vial [B].

Solu-Medrol SAB 250 mg: 3 Act-O-Vials [B].

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

November 2016.

LLD V015

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



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