SMOFlipid

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • SMOFlipid Infusionsemulsion
  • Darreichungsform:
  • Infusionsemulsion
  • Zusammensetzung:
  • sojae öl 60 g, triglycerida saturata media 60 g, Olivenöl 50 g, Fisch öl 30 g, lecithinum gereinigt e vitello ei, glycerolum, natrii oleas, antiox.: E 307 163-225 mg, Wasser iniectabilia q.s. zu emulsionem für 1000 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • SMOFlipid Infusionsemulsion
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Parenterale Zufuhr von Energie, essentiellen Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 57231
  • Berechtigungsdatum:
  • 20-07-2006
  • Letzte Änderung:
  • 16-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

SMOFlipid®

Fresenius Kabi (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Sojabohnenöl, MCT, Olivenöl, Fischöl.

Hilfsstoffe: Glycerol, Ei-Lecithin, dl-α-Tocopherol, Wasser ad injectabilia, NaOH, Na-oleat.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisse homogene Emulsion zur Infusion i.v.

1 Liter enthält:

Sojaöl (gereinigt): 60,0 g.

MCT: 60,0 g.

Olivenöl (gereinigt): 50,0 g.

Fischöl (gereinigt, reich an Omega-3-Fettsäuren): 30,0 g: corresp. total Triglyceride 20%.

Energie: 8,4 MJ/l (= 2000 kcal/l).

pH: ca. 8.

Osmolalität: ca. 380 mosm/kg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Deckung des Bedarfs an Energie und essentiellen Fettsäuren sowie zur Supplementierung von

Omega-3-Fettsäuren bei Patienten im Rahmen einer parenteralen Ernährung, wenn eine orale oder

enterale Ernährung unmöglich, unzureichend oder kontraindiziert ist.

Dosierung/Anwendung

Bestimmend für die Dosierung und die Infusionsrate sollte die Fetteliminationskapazität sein. Siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Erwachsene

Die übliche Dosierung beträgt 1,0–2,0 g Fett/kg Körpergewicht und Tag, entsprechend 5–10 ml/kg

KG und Tag.

Die empfohlene Infusionsgeschwindigkeit beträgt 0,125 g Fett/kg KG und Stunde, entsprechend 0,63

ml SMOFlipid/kg KG und Stunde, und sollte 0,15 g Fett/kg KG und Stunde, entsprechend 0,75 ml

SMOFlipid/kg KG und Stunde, nicht überschreiten.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren

Es wird empfohlen, eine tägliche Dosis von 3 g Fett/kg KG und Tag nicht zu überschreiten. Dies

entspricht 15 ml SMOFlipid/kg KG und Tag.

Während der ersten Woche der Verabreichung sollte die tägliche Dosis schrittweise erhöht werden.

Die Infusionsrate sollte 0,15 g Fett/kg KG und Stunde nicht überschreiten.

Neugeborene und Kleinkinder

Die Anfangsdosis sollte 0,5–1,0 g Fett/kg KG und Tag betragen, gefolgt von einem schrittweisen

Anstieg um 0,5–1,0 g Fett/kg KG und Tag bis zu 3,0 g Fett/kg KG und Tag.

Die Infusionsrate sollte 0,125 g Fett/kg KG und Stunde nicht überschreiten.

Es wird empfohlen, eine tägliche Dosis von 3 g Fett/kg KG und Tag nicht zu überschreiten. Dies

entspricht 15 ml SMOFlipid/kg KG und Tag.

Bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht beträgt die maximal

empfohlene Dosis 2 g Fett/kg KG und Tag.

Früh- und Neugeborene sollten die Tagesdosis vorzugsweise kontinuierlich über 24 Stunden

erhalten, am besten mittels Infusionspumpe.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung, Infusion in eine periphere oder zentrale Vene.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Fisch-, Ei-, Soja- und Erdnusseiweiss oder gegenüber einem anderen

Inhaltsstoff von SMOFlipid.

Schwere Hyperlipidämie.

Schwere Leberinsuffizienz.

Schwere Blutgerinnungsstörungen.

Schwere Niereninsuffizienz ohne Möglichkeiten zur Hämofiltration oder Dialyse.

Akuter Schock.

Allgemeine Kontraindikationen einer Infusionstherapie sind: akutes Lungenödem,

Hyperhydratationszustände, dekompensierte Herzinsuffizienz, instabile Zustände (wie z.B. schwere

Postaggressionszustände, dekompensierter Diabetes mellitus, akuter Myokardinfarkt, metabolische

Azidose und schwere Sepsis).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Fetteliminationskapazität ist individuell verschieden und ist daher entsprechend der klinischen

Routine zu überwachen. Spezielle Vorsicht ist bei Patienten mit ausgeprägtem Risiko für eine

Hyperlipidämie geboten (wie z.B. Patienten mit hoher Fettdosierung, schwerer Sepsis und

Säuglingen mit extrem geringem Geburtsgewicht). Die Konzentration der Serumtriglyceride sollte

im Allgemeinen 3 mmol/l während der Infusion nicht überschreiten. Sofern die Serum- oder Plasma-

Triglyceridkonzentrationen während oder nach der Infusion 3 mmol/l überschreiten, sollte eine

Herabsetzung der Dosis oder ein Abbruch der Fettemulsion-Infusion in Betracht gezogen werden.

Überdosierung kann zum Fett-Übersättigungssyndrom (fat overload-syndrom) führen.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus oder

Niereninsuffizienz vor.

SMOFlipid sollte im Falle eines gestörten Fettstoffwechsels, z.B. Niereninsuffizienz,

dekompensierter Diabetes mellitus, Pankreatitis, beeinträchtigter Leberfunktion, Hypothyroidismus

(bei erhöhten Triglyceridspiegeln) und Sepsis mit Vorsicht gegeben werden.

Die alleinige Zufuhr von mittelkettigen Fettsäuren kann zu einer metabolischen Acidose führen.

Dieses Risiko kann durch die gleichzeitige Gabe langkettiger Fettsäuren, die in SMOFlipid enthalten

sind, weitgehend vermieden werden. Die gleichzeitige Verabreichung von Kohlenhydraten kann

dieses Risiko zusätzlich vermindern. Die gleichzeitige Infusion von Kohlenhydraten oder

kohlenhydrathaltigen Aminosäurenlösungen wird daher empfohlen.

Patienten mit bekannter Allergie auf Fisch-Sojaprotein, Eiprotein oder Eiphospholipide sollten

SMOFlipid nicht erhalten. Zwischen Soja- und Erdnussprotein wurde eine Kreuzallergie beobachtet.

Vorsicht ist geboten, wenn SMOFlipid Neu- und Frühgeborenen mit Hyperbilirubinämie und bei

Fällen mit pulmonaler Hypertonie verabreicht wird. Bei Neugeborenen, besonders bei

Frühgeborenen, die längerfristig parenteral ernährt werden, sollten die Blutplättchenzahlen,

Leberfunktionen und Serumtriglyceride kontrolliert werden.

Interaktionen

Heparin bewirkt, in klinischen Dosen gegeben, eine vorübergehende Erhöhung der Freisetzung der

Lipoproteinlipase in den Kreislauf. Dieses kann anfänglich zu einem Anstieg der Plasmalipolyse

führen, gefolgt von einem vorübergehenden Abfall der Triglycerid-Clearance.

Sojabohnenöl hat einen natürlichen Gehalt an Vitamin K1. Die Konzentration in SMOFlipid ist

jedoch so gering, dass bei Patienten, die mit Cumarinderivaten behandelt werden, keine wesentliche

Beeinträchtigung des Koagulationsprozesses zu erwarten ist.

Schwangerschaft/Stillzeit

Für die Anwendung von SMOFlipid in der Schwangerschaft oder Stillzeit liegen weder klinische

Erfahrungen noch präklinische Studien vor. Die Reproduktionstoxizität wurde im Tierversuch nicht

geprüft. SMOFlipid soll in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht angewendet werden,

es sei denn, dies ist eindeutig notwendig.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend, da nur bei stationären Patienten angewendet.

Unerwünschte Wirkungen

Häufig ≥1/100 und <1/10; gelegentlich ≥1/1000 und <1/100; selten ≥1/10’000 und <1/1000; sehr

selten <1/10’000.

Unerwünschte Wirkungen, die während der Anwendung von Fettemulsionen beobachtet wurden:

Funktionsstörungen der Gefässe

Selten: Hypotonie, Hypertonie.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Selten: Atemnot.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Sehr selten: Priapismus: Priapismus stellt einen urologischen Notfall dar.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Leicht erhöhte Körpertemperatur.

Gelegentlich: Schüttelfrost.

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylactoide Reaktionen, Hautausschlag, Urtikaria),

Hitze- oder Kältegefühl, Blässe (Zyanose), Nacken-, Rücken-, Knochen-, Brust- und

Lendenschmerzen.

Treten diese Nebenwirkungen auf oder steigt der Triglyceridspiegel unter der Infusion über einen

Wert von 4 mmol/l, so ist die Infusion von SMOFlipid zu stoppen oder mit verringerter Dosierung

fortzusetzen.

Fett-Übersättigungssyndrom (fat overload-syndrome)

Eine beeinträchtigte Fähigkeit Triglyceride abzubauen kann als Folge einer Überdosierung zum Fett-

Übersättigungssyndrom führen. Es kann aber auch während einer schweren Hypertriglyceridämie

selbst unter der empfohlenen Infusionsrate bei einer plötzlichen Änderung des klinischen Zustandes

des Patienten auftreten, z.B. bei einer Verschlechterung der Nierenfunktion oder einer Infektion.

Charakteristisch für das Fett-Übersättigungssyndrom sind Hyperlipämie, Fieber, Fettinfiltration,

Hepatomegalie, Splenomegalie, Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Blutgerinnungsstörungen

und Koma. Die Symptome sind im Allgemeinen reversibel, wenn die Infusion abgebrochen wird.

Überdosierung

Fett-Übersättigungssyndrom (fat overload-syndrom), (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B05BA02

SMOFlipid ist eine Fettemulsion zur parenteralen Ernährung.

Die mit der Fettemulsion infundierten Fettpartikel ähneln in ihrer Grösse und ihren biologischen

Eigenschaften den physiologischen Chylomikronen.

Jede der Komponenten von SMOFlipid – Sojabohnenöl, mittelkettige Triglyceride, Olivenöl sowie

Fischöl – weist, mit Ausnahme ihres Energiegehaltes, charakteristische pharmakodynamische

Eigenschaften auf.

Sojabohnenöl hat einen hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren, wovon die ω-6 Fettsäure Linolsäure

den höchsten Anteil (ca. 55–60%) ausmacht. α-Linolensäure, eine ω-3 Fettsäure, kommt mit ca. 8%

vor. Diese Komponente von SMOFlipid liefern somit den notwendigen Anteil an essentiellen

Fettsäuren.

Die mittelkettigen Fettsäuren werden sehr schnell oxidiert und liefern deshalb schnell verfügbare

Energie.

Olivenöl stellt hauptsächlich Energie aus einfach-ungesättigten Fettsäuren bereit, die potentiell

weniger zur Peroxidation neigen als vergleichbare Mengen mehrfach-ungesättigter Fettsäuren.

Fischöl ist durch einen hohen Anteil an Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA)

charakterisiert. DHA ist ein wichtiger Strukturbestandteil der Zellmembranen. Dagegen ist EPA ein

Vorläufer der Eicosanoide, wie Prostaglandine, Tromboxane und Leukotriene.

Vitamin E schützt die ungesättigten Fettsäuren vor Peroxidation.

In zwei Studien wurden Patienten zu Hause langfristig parenteral ernährt. Die primäre Zielsetzung

der Studien war, die Sicherheit der Anwendung zu belegen. In einer der beiden Studien mit

pädiatrischen Patienten wurde als sekundäre Zielsetzung die Wirksamkeit in verschiedenen

Altersgruppen (1 Monat bis <2 Jahre und 2–11 Jahre) untersucht. Beide Studien zeigten, dass das

Sicherheitsprofil für SMOFlipid mit dem des Kontrollpräparates (Intralipid 20%: Sojabohnenöl-

Emulsion) vergleichbar war. Wirksamkeitsparameter in der pädiatrischen Studie waren

Gewichtszunahme, Körpergrösse, Body-Mass-Index, Präalbumin, Retinolbindendes Protein und

Fettsäurenprofil. Bei keinem dieser Parameter gab es einen Unterschied zwischen den Gruppen mit

Ausnahme des Fettsäurenprofils nach einer Behandlungszeit von 4 Wochen. Bei den Patienten, die

SMOFlipid erhielten, wies das Fettsäureprofil in den Plasmalipoproteinen und in den Phospholipiden

der roten Blutkörperchen einen Anstieg an Omega-3-Fettsäuren auf, die auf die Zusammensetzung

der infundierten SMOFlipid-Emulsion zurückzuführen ist.

Pharmakokinetik

SMOFlipid wird schneller als die nur langkettige Triglyceride enthaltenden Fettemulsionen

eliminiert, damit sind die Triglycerid-Spiegel während der Infusion vergleichsweise geringer.

Präklinische Daten

Im Allgemeinen zeigten die Präklinischen Studien keine anderen als die unter hoher Dosierung von

Fettemulsionen zu erwartenden Effekte. Studien zur lokalen Verträglichkeit an Kaninchen zeigten

eine leichte, vorübergehende Entzündung nach intra-arterieller, paravenöser oder subkutaner

Applikation. Nach intramuskulärer Applikation zeigte sich eine mässige vorübergehende

Entzündung, bei einigen Tieren war eine Gewebsnekrose zu beobachten.

Sonstige Hinweise

Hinweis für die Handhabung

Nur verwenden, wenn die Emulsion homogen ist.

Mischungen sind unter aseptischen Bedingungen herzustellen.

Nach Infusion nicht verbrauchte Mischlösung ist zu verwerfen.

Inkompatibilitäten

SMOFlipid darf nur mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, für die die Kompatibilität geprüft

wurde.

Kompatibilitäten

SMOFlipid dürfen nur Arzneimittellösungen oder Lösungen zur parenteralen Ernährung zugesetzt

werden, deren Kompatibilität dokumentiert wurde.

Haltbarkeit

Siehe Verfalldatum.

Nur verwenden wenn das Präparat homogen und Behältnis unbeschädigt ist.

Nach einer langen Lagerzeit kann eine gewisse Auftrennung der Liposomen nach Dichte auftreten,

die keinen Einfluss auf die Qualität des Produktes hat.

Ein solches Aufrahmen darf mit einer Unstabilität nicht verwechselt werden. Jede Emulsions-

Flasche, die an der Oberfläche eine ölige, durchsichtige Phase aufweist oder Öltropfen enthält, ist

unbrauchbar und muss vernichtet werden.

Aufgrund des Risikos einer mikrobiellen Kontamination ist die Emulsion zur Infusion sofort zu

verwenden. Nicht verbrauchte Lösungen sind zu verwerfen.

Haltbarkeit nach Mischen

Im Rahmen einer vollständigen parenteralen Ernährung kann SMOFlipid mit Aminosäuren-,

Glucose- und Elektrolytlösungen gemischt werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte SMOFlipid sofort verwendet werden, wenn Additive zugesetzt

wurden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Nicht einfrieren.

Zulassungsnummer

57231 (Swissmedic).

Packungen

SMOFlipid Inf Emuls Glasfl 10× 100 ml. (B)

SMOFlipid Inf Emuls Glasfl 10× 250 ml. (B)

SMOFlipid Inf Emuls Glasfl 10× 500 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

Fresenius Kabi (Schweiz) AG, 6370 Oberdorf NW.

Stand der Information

April 2011.

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