Sevoflurane Baxter

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Sevoflurane Baxter Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation
  • Darreichungsform:
  • Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation
  • Zusammensetzung:
  • sevofluranum 100 %.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Sevoflurane Baxter Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Inhalationsanästhetikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 57671
  • Berechtigungsdatum:
  • 30-11-2006
  • Letzte Änderung:
  • 25-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Unerwünschte Wirkungen/Sonstige Hinweise

Sevoflurane Baxter

Zusammensetzung

Wirkstoff: Sevofluranum 100% v/v

Hilfsstoffe: keine

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Sevoflurane Baxter ist eine klare, farblose Flüssigkeit und besteht aus reinem Sevofluran.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Sevoflurane Baxter ist indiziert zur Einleitung und Erhaltung einer Allgemeinanästhesie beim

Erwachsenen und beim Kind, bei stationären oder ambulanten chirurgischen Eingriffen.

Dosierung/Anwendung

Prämedikation

Die Prämedikation sollte patientenspezifisch und nach Ermessen des Anästhesisten gewählt werden.

Allgemeinanästhesie für chirurgische Eingriffe

Sevoflurane Baxter sollte mittels speziell für den Gebrauch mit Sevofluran kalibriertem Verdampfer

verabreicht werden, so dass die Konzentration genau dosiert werden kann. Die MAC-Werte

(Minimale Alveoläre Konzentration, siehe auch unter „Eigenschaften/ Wirkungen“,

„Wirkungsmechanismus & Pharmakodynamik“, Tabelle) für Sevofluran nehmen mit dem Alter und

der beigefügten Menge an Lachgas ab.

Einleitung

Die Dosierung sollte individuell bestimmt werden und entsprechend dem erwünschten Effekt je nach

Alter und Allgemeinzustand erfolgen. Vor der Inhalation von Sevofluran kann ein Barbiturat mit

kurzer Wirkungsdauer oder ein anderes geeignetes intravenöses Mittel zur Anästhesieeinleitung

verabreicht werden. Eine Einleitung mit Sevofluran kann sowohl in Sauerstoff als auch in einem

Sauerstoff/Lachgas-Gemisch erfolgen.

Erwachsene: Beim Erwachsenen bewirkt eine inhalierte Konzentration von bis zu 5% meistens eine

chirurgische Anästhesie innerhalb von weniger als 2 Minuten.

Kinder: Bei Kindern wird bei Inhalation von Konzentrationen bis zu 7% die chirurgische Anästhesie

innerhalb von weniger als 2 Minuten erreicht. Alternativ können für die Anästhesie-Einleitung bei

nicht prämedizierten Patienten Konzentrationen bis zu 8% Sevofluran gebraucht werden.

Erhaltung

Eine für chirurgische Eingriffe geeignete Anästhesietiefe kann durch Konzentrationen von 0,5-3%

Sevofluran aufrechterhalten werden, mit oder ohne gleichzeitigem Einsatz von Lachgas.

Ältere Patienten: Wie mit anderen Inhalationsanästhetika sind zur Aufrechterhaltung einer

chirurgischen Anästhesie in der Regel weniger hohe Konzentrationen erforderlich.

Ausleitung

Das Erwachen nach Sevofluran-Anästhesie erfolgt normalerweise schnell. Deshalb benötigen die

Patienten unter Umständen frühzeitig schmerzlindernde Arzneimittel.

Kontraindikationen

Bei Patienten mit bekannter oder vermuteter Überempfindlichkeit gegenüber Sevofluran oder

anderen halogenierten Inhalationsanästhetika sollte Sevoflurane Baxter nicht verwendet werden (z.B.

bei Patienten, in deren Vorgeschichte es nach einer Anästhesie mit einer dieser Substanzen zu

Leberfunktionsstörungen, Ikterus, Fieber oder Leukozytose (Anstieg der weissen Blutkörperchen)

oder Eosinophilie unklarer Ursache gekommen ist).

Bei Patienten mit bekannter oder vermuteter genetischer Veranlagung für maligne Hyperthermie darf

Sevoflurane Baxter nicht verwendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Sevoflurane Baxter sollte nur durch erfahrenes Personal, das zur Verabreichung von Substanzen zur

Allgemeinanästhesie ausgebildet ist, verabreicht werden. Apparative Einrichtungen zur

Aufrechterhaltung offener Atemwege, für die künstliche Beatmung und Sauerstoffanreicherung

sowie für die Reanimation sollen sofort verfügbar sein.

Die vom Verdampfer freigesetzte Sevofluran Konzentration muss genau bekannt sein.

Inhalationsanästhetika unterscheiden sich in ihren physikalischen Eigenschaften, weshalb nur

speziell für Sevoflurane Baxter kalibrierte Verdampfer verwendet werden dürfen. Die Anwendung

von Allgemeinanästhetika muss auf das individuelle Ansprechen des Patienten angepasst werden.

Sevofluran kann eine Atmungsdepression auslösen, was durch eine narkotische Vormedikation oder

anderen Agenzien, die eine Atemdepression auslösen können, verstärkt werden kann.

Eine Atemdepression wird mit zunehmender Anästhesietiefe verstärkt.

Die Atmung sollte überwacht und falls nötig, unterstützt werden.

Während der Aufrechterhaltung der Anästhesie verursacht eine Erhöhung der Sevofluran-

Konzentration eine dosisabhängige Blutdruckabnahme (Hypotonie). Dies kann durch eine

Verringerung der inhalierten Sevofluran-Konzentration korrigiert werden.

Die Aufrechterhaltung der hämodynamischen Stabilität ist wichtig, speziell bei Patienten mit

koronarer Herzkrankheit, um das Auftreten einer myokardialen Ischämie zu verhindern.

Sevofluran verlängert signifikant das QTc-Intervall. Bei der Anwendung von Sevofluran wurde

bisher nur sehr selten über Torsades de pointes berichtet, die in Einzelfällen auch tödlich verlaufen

können. Sevofluran sollte mit Vorsicht verwendet werden bei entsprechend prädisponierten

Patienten, z.B. solchen mit kongenitalem langem QTc-Syndrom oder bei gleichzeitiger Einnahme

von Arzneimitteln, die für eine Verlängerung des QTc-Intervalles bekannt sind.

In Einzelfällen traten bei pädiatrischen Patienten mit Morbus Pompe ventrikuläre Arrhythmien auf

mit zum Teil tödlichem Ausgang. Allgemeinanästhetika, einschliesslich Sevoflurane Baxter, können

Veränderungen des Blutdrucks und der Herzfrequenz bewirken, was das Potenzial für

Herzrhythmusstörungen bei Patienten mit sekundären Kardiomyopathien bei Morbus Pompe

Erkrankung erhöhen kann. Falls eine Verabreichung von Sevofluran erforderlich ist, wird die

Konsultation eines Spezialisten in der Behandlung der Patienten mit Morbus Pompe empfohlen.

Allgemeinanästhetika, einschliesslich Sevofluran, sollten bei Patienten mit mitochondrialen

Erkrankungen mit Vorsicht angewendet werden.

Die volle Erholung aus einer allgemeinen Anästhesie sollte sorgfältig überprüft werden, bevor ein

Patient entlassen wird.

Maligne Hyperthermie

Bei prädisponierten Patienten kann Sevofluran eine metabolische Hyperaktivität der

Skelettmuskulatur herbeiführen, die einen erhöhten Sauerstoffbedarf zur Folge hat und zum

klinischen Syndrom der malignen Hyperthermie führen kann. Das klinische Syndrom zeichnet sich

durch Hyperkapnie aus, und kann unter Umständen Muskelrigidität, Tachykardie, Tachypnoe,

Zyanose, Arrhythmie und/oder labilen Blutdruck umfassen. Einige dieser nichtspezifischen Zeichen

können ebenfalls bei leichter Anästhesie, akuter Hypoxie, Hyperkapnie und Hypovolämie auftreten.

In klinischen Studien wurde über einen Fall von maligner Hyperthermie berichtet. Weiterhin liegen

Post Marketing Berichte über maligne Hyperthermie vor, einige davon mit tödlichem Ausgang.

Die maligne Hyperthermie wird durch Absetzen des auslösenden Faktors (z.B. Sevoflurane),

intravenöser Verabreichung von Natrium-Dantrolen (siehe Arzneimittelinformation von i.v.

Natrium-Dantrolen für zusätzliche Informationen zur Patientenbehandlung) und unterstützenden

Massnahmen behandelt. Dies beinhaltet Massnahmen zur Normalisierung der Körpertemperatur,

Atmungs- und Kreislauf-unterstützende Massnahmen und die Bekämpfung von Störungen im

Elektrolyt-Flüssigkeits- und Säure-Basen-Haushalt. Eine Niereninsuffizienz erscheint unter

Umständen später, weshalb der Harnfluss kontrolliert und wenn möglich aufrechterhalten werden

sollte.

Es liegen seltene Post Marketing Berichte vor über milde, moderate oder schwere postoperative

hepatische Funktionsstörungen oder Hepatitis mit oder ohne Ikterus. Zudem liegen seltene Post

Marketing Berichte über Leberversagen und Lebernekrose unter Verwendung von starken, flüchtigen

Anästhetika einschliesslich Sevoflurane vor.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit bereits vorliegender Lebererkrankung oder bei Patienten, die

Arzneimittel einnehmen, welche bekanntermassen die Leberfunktion beeinträchtigen.

Berichten zufolge könnte eine frühere Exposition gegenüber halogenierten Kohlenwasserstoff-

Anästhetika zu vermehrten Leberschädigungen führen, vor allem dann, wenn diese innerhalb einem

Intervall von ≤3 Monaten bestand.

Aufgrund der geringen Zahl von niereninsuffizienten Patienten mit Kreatininausgangswerten von

maximal 130 µmol/l (1,5 mg/dl), denen Sevofluran in klinischen Studien verabreicht wurde, ist

dessen Sicherheit in dieser Patientengruppe nicht vollständig etabliert. Sevofluran sollte deshalb

Patienten mit einer Niereninsuffizienz nur mit Vorsicht verabreicht werden.

In Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen erhöhten Intrakranialdruck (ICP) sollte Sevofluran

nur mit Vorsicht und zusammen mit Massnahmen, welche den ICP senken, wie Hyperventilation,

verabreicht werden.

Über seltene Fälle von Krampfanfällen im Zusammenhang mit der Anwendung von Sevofluran

wurde berichtet. Viele dieser Fälle traten bei Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von 2

Monaten an auf, bei der Mehrheit davon ohne prädisponierende Risikofaktoren. Vorsicht ist deshalb

geboten bei der Anwendung von Sevoflurane bei Patienten, die ein mögliches Risiko für

Krampfanfälle tragen und bei Kindern.

Die MAC (Minimale Alveoläre Konzentration) nehmen mit zunehmendem Alter ab. Die mittlere

Konzentration von Sevoflurane zum Erreichen der MAC ist bei einem 80-jährigen deshalb ungefähr

um 50% niedriger als bei einem 20-jährigen.

Perioperative Hyperkaliämie

Die Anwendung von Inhalationsanästhetika wurde mit seltenen Erhöhungen der Serum Kalium

Werte in Zusammenhang gebracht, die bei pädiatrischen Patienten zu Herzrhythmusstörungen und

Tod in der postoperativen Phase führten.

Patienten mit latenter als auch mit manifester neuromuskulärer Erkrankung, insbesondere einer

Duchenne Muskeldystrophie, scheinen am meisten gefährdet zu sein. In den meisten Fällen wurde

zusätzlich Succinylcholin verabreicht. Die Patienten erfuhren ausserdem signifikante Erhöhungen

der Kreatinkinase Werte und in einigen Fällen Urinänderungen, die mit einer Myoglobinurie im

Einklang stehen. Trotz der Ähnlichkeit mit maligner Hyperthermie, zeigte keiner der Patienten

Anzeichen oder Symptome von Muskelrigidität oder hypermetabolischem Zustand. Frühzeitige und

wirkungsvolle Massnahmen sollten ergriffen werden, um die Hyperkaliämie und resistente

Arrhythmien zu behandeln, ebenso wird eine anschliessende Abklärung des Vorliegens einer latenten

neuromuskulären Krankheit, empfohlen.

Sevofluran führt nach Kontakt mit CO2-Absorbern im Anästhesiesystem zur Bildung eines

Degradationsproduktes (Compound A). Compound A kann potentiell nierenschädigend sein.

Folgende Faktoren können zu einer Erhöhung der Konzentration von Compound A führen:

·Anästhesietechniken mit geschlossenen Kreisläufen und niedrigem Frischgas-Fluss

·Gebrauch höherer Anästhesie-Konzentrationen

·höhere Absorbertemperaturen

·Gebrauch von Baralyme® gegenüber Sodalime® als CO2-Absorber

·Dehydratation des Absorbers bei Baralyme®.

Die kritische Konzentration, ab welcher toxische Wirkungen beim Menschen erwartet werden

müssen, ist nicht bekannt. Vorsichtshalber sollten deshalb hohe Compound A-Konzentrationen

vermieden werden. Sevofluran darf nicht mit geschlossenen Systemen mit einem Frischgasfluss von

unter 1 Liter/Min. verabreicht werden. Mit niedrigem Frischgasfluss (1-2 Liter/Min.) soll die

Exposition von Sevofluran in der Regel 2 MAC-Stunden nicht übersteigen. Bei Patienten mit

vorbestehender Niereninsuffizienz soll Sevofluran mit Vorsicht verwendet werden (Frischgasfluss

über 2 Liter/Min.).

Austausch von trockenen CO2-Absorbern

Eine Austrocknung des CO2-Absorptionsmittels führt zu einer Verstärkung der exothermen

Reaktion, die zwischen Sevofluran und dem CO2-Absorptionsmittel abläuft. Dies kann zum Beispiel

eintreten, wenn während längerer Zeit trockenes Gas durch den CO2-Absorber hindurchgeleitet wird.

In seltenen Fällen wurde bei der Anwendung von Sevofluran in Verbindung mit ausgetrocknetem

CO2-Absorptionsmittel (besonders bei Kaliumhydroxid-haltigen wie z.B. Baralyme) über extreme

Hitzeentwicklung, Rauchentwicklung und/oder Spontanentzündung in der Anästhesieapparatur

berichtet. Ein ungewöhnlich verzögerter Anstieg oder unerwarteter Abfall der eingeleiteten

Sevofluran-Konzentration im Vergleich zur Verdampfer-Einstellung kann im Zusammenhang mit

einer übermässigen Erwärmung des CO2-Absorbers stehen.

Eine Austrocknung des CO2-Absorptionsmittels kann zu einer exothermen Reaktion, zu vermehrtem

Sevofluran Abbau und der Bildung von Abbauprodukten führen (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Dies kann zum Beispiel eintreten, wenn während längerer Zeit trockenes Gas durch den CO2-

Absorber fliesst. Sevofluran Abbauprodukte (Methanol, Formaldehyd, Kohlenmonoxid und

Compound A, B, C und D) wurden im respiratorischen Kreislauf eines experimentellen

Anästhesiegerätes beobachtet, bei dem ausgetrocknete CO2-Absorber und eine maximale Sevofluran

Konzentrationen (8%) für längere Zeit (≥2 Stunden) angewendet wurden. Die beobachteten

Formaldehyd-Konzentrationen im anästhetischen, respiratorischen Kreislauf (unter der Verwendung

von Natriumhydroxid enthaltenden Absorbern) waren vergleichbar mit Konzentrationen, welche

bekanntermassen milde respiratorische Irritationen verursachen. Die klinische Relevanz der in

diesem extremen, experimentellen Model beobachteten Abbauprodukte ist nicht bekannt.

Wenn vermutet wird, dass das CO2-Absorptionsmittel ausgetrocknet ist, muss es ersetzt werden,

bevor Sevofluran angewendet wird.

Der Farbindikator der meisten CO2-Absorber muss sich nicht notwendigerweise infolge einer

Austrocknung verändern. Das Ausbleiben einer signifikanten Farbveränderung darf deshalb nicht als

Gewährleistung einer ausreichenden Hydratation des CO2-Absorptionsmittels angesehen werden.

CO2-Absorber sollten, unabhängig vom Zustand des Farbindikators, regelmässig ausgetauscht

werden.

Sevofluran kann unter Umständen durch Lewis-Säuren aus Glasoberflächen oder aus Oxiden von

Metallen, wie Eisen und Aluminium zu Hexafluoroisopropanol, Formaldehyd, Fluorwasserstoff und

anderen Produkten abgebaut werden. Dieser mögliche Abbau von Sevofluran wird durch das in

Sevoflurane Baxter enthaltene, als Inhibitor wirkende Wasser minimiert. Sevoflurane Baxter soll

daher nur mit einem für das Präparat vorgesehenen und kompatiblen Verdampfer angewendet

werden.

Interaktionen

Während einer Sevofluran Narkose sollten Beta-sympathomimetische Agenzien wie Isoprenalin und

Alpha- und Beta-sympathomimetische Agenzien wie Adrenalin und Noradrenalin mit Vorsicht

verwendet werden, wegen des potentiellen Risikos einer ventrikulären Arrhythmie.

Nicht-selektive MAO-Inhibitoren

Es besteht das Risiko eines Auftretens einer Krise während der Operation. Im Allgemeinen wird

empfohlen, die Behandlung zwei Wochen vor der Operation zu stoppen.

Sevofluran kann bei Patienten, welche mit Kalzium Antagonisten, im Speziellen mit Dihydropyridin

Derivaten, behandelt werden, zu einer ausgeprägten Hypotonie führen.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung von Kalzium Antagonisten mit Inhalationsanästhetika ist

Vorsicht geboten, wegen des Risikos eines additiv negativen inotropen Effekts.

Die gleichzeitige Verabreichung von Succinylcholin mit Inhalationsanästhetika wurde mit seltenen

Erhöhungen der Serumkalium Spiegel assoziiert, was zu Herzrhythmusstörungen und zum Tod bei

pädiatrischen Patienten während der postoperativen Periode führte.

Barbiturate

Sevoflurane Baxter kann zusammen mit Barbituraten, wie bei der Anästhesie-Einleitung

gebräuchlich, verabreicht werden.

Benzodiazepine und Opioide

Benzodiazepine und Opioide bewirken eine Verringerung der MAC von Sevofluran. Sevofluran

kann zusammen mit den in der Chirurgie gebräuchlichen Benzodiazepinen und Opioiden verabreicht

werden.

Induktoren von CYP2E1

Arzneimittel und Substanzen, die die Aktivität von Cytochrome P450 Isoenzym CYP2E1 erhöhen,

wie Isoniazid oder Alkohol, können den Metabolismus von Sevoflurane verstärken und zu einer

signifikanten Erhöhung der Plasma-Fluorid-Konzentration führen.

Lachgas

Die MAC von Sevofluran wird durch eine Kombination mit Lachgas vermindert.

Die MAC wird dadurch beim Erwachsenen um rund 50%, beim Kind um rund 25% herabgesetzt

(vgl. Tabelle «Eigenschaften/Wirkungen, Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik, Tabelle»).

Muskelrelaxanzien

Sevofluran beeinflusst sowohl die Intensität wie die Dauer der neuromuskulären Blockade durch

nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien wie Pancuronium, Vecuronium oder Atracurium. Die

Anpassung der Dosierung dieser Muskelrelaxanzien bei gleichzeitiger Verabreichung unter

Sevofluran ist derjenigen unter Isofluran vergleichbar. Der Effekt von Sevofluran und die Dauer der

depolarisierenden neuromuskulären Blockade mit Succinylcholin wurden nicht untersucht.

Beim Fehlen von spezifischen Richtlinien beachte man: (1) bei endotrachealer Intubierung ist die

Dosis nichtpolarisierender Muskelrelaxanzien nicht herabzusetzen; (2) während der

Aufrechterhaltung der Anästhesie ist die Dosis nichtdepolarisierender Muskelrelaxanzien im

Vergleich zu derjenigen während einer Lachgas/Opioid-Anästhesie wahrscheinlich zu reduzieren.

Die Verabreichung zusätzlicher Dosen des Muskelrelaxans wird durch die Reaktion auf die

Nervenstimulierung bestimmt.

Die einzige Abbaureaktion von Sevofluran unter klinischen Bedingungen erfolgt durch direkten

Kontakt mit CO2-Absorbern (Natronkalk und Baralyme®). Diese Interaktion mit CO2-Absorbern ist

nicht auf Sevofluran beschränkt. Eine Anpassung der Dosis oder eine Modifikation des klinischen

Verfahrens ist nicht notwendig (siehe unter Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Schwangerschaft, Stillzeit

Tierexperimentelle Studien mit Dosen bis zu 1 MAC haben keine Anzeichen einer verringerten

Fruchtbarkeit oder von Schäden für die Föten durch Sevofluran ergeben. Man verfügt über keine

kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen, weshalb Sevofluran in der Schwangerschaft nicht

verabreicht werden darf, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Eine klinische Studie zeigt die

Sicherheit von Sevofluran für Mutter und Kind beim Einsatz als Anästhetikum bei Kaiserschnitt. Zur

vaginalen Entbindung und bei Wehen liegen keine Daten vor.

Wie andere Inhalationsanästhetika, hat Sevofluran Uterus-relaxierende Wirkungen, was das

potentielle Risiko für Uterusblutungen erhöht. Vorsicht ist deshalb geboten bei der Anwendung von

Sevofluran während der Anästhesie in der Geburtshilfe.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Sevofluran oder dessen Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Wegen

fehlender dokumentierter Erfahrung, sollen Frauen nach der Verabreichung von Sevofluran während

48 Stunden nicht stillen und die Milch dieser Periode verwerfen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Obschon das Wiedererlangen des Bewusstseins nach einer Sevofluran-Verabreichung in der Regel

innerhalb weniger Minuten eintritt, ist für 24 Stunden nach der Allgemein-Anästhesie die Fähigkeit

zur Ausübung von Tätigkeiten eingeschränkt, welche die volle geistige Aufmerksamkeit erfordern,

wie das Lenken eines Fahrzeuges oder die Bedienung gefährlicher Maschinen und Geräte.

Unerwünschte Wirkungen

Sevoflurane Baxter kann eine dosisabhängige kardiopulmonale Depression bewirken. Übelkeit,

Erbrechen und Delirium sind wie für andere Inhalationsanästhetika in der postoperativen Periode

beobachtet worden. Es handelt sich dabei um bekannte Folgen des chirurgischen Eingriffes und der

Allgemeinanästhesie, welche möglicherweise auf das Inhalationsanästhetikum oder auf während

oder nach der Operation verabreichte Mittel sowie auf patientenspezifische Reaktionen auf den

chirurgischen Eingriff zurückgeführt werden können.

In den kontrollierten klinischen Studien waren die unerwünschten Wirkungen, welche mit der

Verabreichung von Sevofluran in Zusammenhang gebracht worden sind wie folgt:

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Fluorose; die maximalen Konzentrationen an anorganischem Fluorid werden meistens

innerhalb von 2 Stunden nach Ende der Anästhesie mit Sevofluran erreicht und fallen innerhalb von

48 Stunden auf die Ausgangswerte vor der Operation zurück. In klinischen Prüfungen waren erhöhte

Fluoridspiegel nicht mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion verbunden.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Agitation (bei Kindern sehr häufig: 25%)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Schläfrigkeit (10%).

Häufig: Kopfschmerzen

Gelegentlich: Benommenheit.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Bradykardie (bei älteren Patienten sehr häufig: 12%), Tachykardie, AV-Block III.

Grades.

Selten: Herzrhythmusstörungen bei Kindern (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gefässerkrankungen

Sehr häufig: Hypotonie (13%, bei älteren Patienten 27%)

Gelegentlich: Hypertonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig: vermehrter Husten (11%, bei Kindern:19%)

Gelegentlich: Atemstörungen, Laryngismus

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (29%, bei älteren Patienten: 17%, bei Kindern 14%), Erbrechen (15%, bei

Kindern 27%)

Gelegentlich: gesteigerte Speichelabsonderung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Hypothermie

Gelegentlich: Fieber, Schüttelfrost

Untersuchungen

Häufig: erhöhter Blutzucker, erhöhte Leukozytenzahl

Gelegentlich: Veränderungen der Leberfunktionstests

Spontanmeldungen

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktion bis hin zum Schock

Im Zusammenhang mit berufsbedingter Langzeit-Exposition mit Inhalationsanästhetika,

einschliesslich Sevofluran, gibt es seltene Berichte über Hypersensitivität (einschliesslich

Kontaktdermatitis, Rash, Atemnot, Keuchen, Brustschmerzen, Schwellungen im Gesicht oder

anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktion bis hin zum Schock). Solche Reaktionen wurden auch

durch klinische Tests bestätigt (z.B. Methacholintest).

Erkrankungen des Nervensystems

Krämpfe (Episoden in der Art von epileptischen Anfällen, v.a. bei Kindern und Jugendlichen, siehe

Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Dystonie.

Herzerkrankungen Häufig: Verlängerung des QTc-Intervalles.

Sehr selten: Torsades de pointes, die in Einzelfällen auch tödlich verlaufen können. (siehe Rubrik

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Einzelfälle von potentiell tödlichen ventrikulären Arrhythmien bei pädiatrischen Patienten mit

Morbus Pompe wurden berichtet (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Bronchospasmus.

Leber- und Gallenerkrankungen

Seltene Berichte über milde, moderate oder schwere postoperative hepatische Funktionsstörungen

oder Hepatitis, mit oder ohne Ikterus, sind vorhanden. Zudem liegen seltene Post Marketing Berichte

über Leberversagen und Lebernekrose unter Verwendung von starken, flüchtigen Anästhetika

einschliesslich Sevoflurane vor.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Maligne Hyperthermie, die in Einzelfällen auch tödlich verlaufen kann (siehe Rubriken

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» / «Kontraindikationen»).

Überdosierung

Bei Anzeichen einer Überdosierung sind folgende Massnahmen zu ergreifen: Absetzen von

Sevofluran, Atemwege offenhalten, assistierte oder kontrollierte Ventilation mit Sauerstoff einleiten

und die kardiovaskuläre Funktion aufrechterhalten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N01AB08

Physikalische und chemische Eigenschaften

Sevofluran ist eine klare, farblose Flüssigkeit. Der Gehalt von mindestens 300 ppm Wasser dient

zum Schutz gegen umfeldbedingte Lewis-Säuren. Es enthält keine Zusätze oder chemische

Stabilisatoren. Es hat einen milden, ätherartigen Geruch. Es ist mischbar mit Ethanol, Äther,

Chloroform und Petroleumbenzin und ist sehr schwer löslich in Wasser.

Der chemische Abbau von inhalativen Anästhetika kann durch den Kontakt mit CO2-Absorbern in

Anästhesiegeräten auftreten. Wenn die Anwendung gemäss Anweisung mit frischen Absorbern

erfolgt, ist der Sevofluran Abbau minimal und die Abbauprodukte sind nicht detektierbar und nicht

toxisch. Der Sevofluran Abbau und die anschliessende Bildung von Abbauprodukten werden durch

Erhöhung der Absorber-Temperatur, ausgetrocknete CO2-Absorber (besonders solche, die

Kaliumhydroxid enthalten, wie z.B. Baralyme®), erhöhte Sevofluran Konzentration und erhöhtem

Frischgas Zufluss gefördert. Der alkalische Abbau von Sevofluran kann über zwei Wege erfolgen.

Ersterer ist das Ergebnis der Abspaltung von Fluorwasserstoff unter Bildung von

Pentafluoroisopropenyl-fluoromethylether (PIFE, Compound A). Der andere Abbauweg erfolgt nur

bei Vorhandensein von ausgetrockneten CO2-Absorbern und führt zur Dissoziation von Sevofluran

zu Hexafluoroisopropanol (HFIP) und Formaldehyd. HFIP ist inaktiv, nicht genotoxisch und wird

schnell glucuronidiert und ausgeschieden. Die Toxizität von HFIP ist mit derjenigen von Sevofluran

vergleichbar. Formaldehyd ist während des normalen metabolischen Prozesses vorhanden. Durch

Kontakt mit einem sehr ausgetrockneten CO2-Absorber kann Formaldehyd weiter in Methanol und

Formiat abgebaut werden. Formiat kann unter erhöhter Temperatur zur Bildung von Kohlenmonoxid

beitragen. Durch die Reaktion von Methanol und Compound A kann das Methoxy-Additionsprodukt

Compound B gebildet werden. Compound B kann durch weitere Fluorwasserstoff-Abspaltungen in

Compound C, D und E umgewandelt werden. Mit sehr ausgetrockneten CO2-Absorbern, vor allem

denjenigen, die Kaliumhydroxid enthalten (z.B. Baralyme®), können sich Formaldehyd, Methanol,

Kohlenmonoxid, Compound A und eventuell seine Abbauprodukte Compound B, C und D bilden.

Wichtige Daten sind

Siedepunkt bei 760 mmHg: 58,6°C.

Spezifisches Gewicht (20°C): 1,520-1,525.

Dampfdruck (berechnet) in mmHg**: 157 mmHg bei 20°C, 197 mmHg bei 25°C, 317 mmHg bei

36°C.

** Gleichung für die Berechnung des Dampfdrucks (mmHg):

log10Pvap = A + B/T

dabei bedeutet:

A = 8,086,

B = -1726,68,

T = °C + 273,16 (Kelvin)

Verteilungskoeffizienten bei 37°C

Blut/Gas: 0,63-0,69. Wasser/Gas: 0,36. Olivenöl/Gas: 47,2-53,9. Hirn/Gas: 1,15.

Mittlere Substanz/Gas-Verteilungskoeffizienten bei 25°C für in der Medizin gebräuchliche Polymere

Leitender Gummi: 14,0. Butyl-Kautschuk: 7,7. Polyvinylchlorid: 17,4. Polyethylen: 1,3.

Sevofluran ist volatil, aber nicht brennbar und nicht explosiv, gemäss den Definitionen der

Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) 601-2-13.

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Sevoflurane Baxter ist ein schnell wirkendes Anästhetikum. Der durch Inhalation eingeleitete

Bewusstseinsverlust tritt sanft und schnell ein; nach dem Absetzen kehrt das Bewusstsein rasch

zurück. Dies bedeutet eine bessere Steuerbarkeit der Anästhesie und eine höhere Patientensicherheit.

Die Einleitung erfolgt mit geringer Reizung und wenig Anzeichen einer Irritation der oberen

Atemwege sowie ohne Anzeichen einer übermässigen Tracheobronchialsekretion oder einer

Stimulierung des Zentralnervensystems. Wie andere potente Inhalationsanästhetika führt Sevofluran

zu einer dosisabhängigen Atemdepression und Blutdrucksenkung.

Der durch Adrenalin induzierte arrhythmogene Schwellenwert von Sevofluran ist mit demjenigen

von Isofluran vergleichbar. Beim Hund mit künstlich erzeugten Koronarstenosen wurde die

kollaterale Myokarddurchblutung durch Sevofluran nicht verringert. Die Inzidenz von myokardialer

Ischämie und Myokardinfarkt bei Myokardischämie-Risikopatienten ist für Sevofluran und Isofluran

vergleichbar.

Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass die lokale (d.h. die hepatische, renale, zerebrale)

Durchblutung unter Sevofluran aufrechterhalten bleibt. Veränderungen im zentralen Nervensystem

von Patienten - intrakranialer Druck, zerebraler Blutfluss und Geschwindigkeit, zerebraler

Sauerstoffumsatz und zerebraler Perfusionsdruck - waren für Sevofluran und Isofluran vergleichbar.

Sevofluran hat minimale Auswirkungen auf den Intrakranialdruck und die Reaktionsfähigkeit auf

CO2 bleibt erhalten.

Sevofluran beeinflusst in normalen klinischen Konzentrationen die Konzentrationsfähigkeit der

Niere, auch nach längeren Anästhesien bis zu 9 Stunden, nicht.

Die nachfolgende Tabelle gibt die den verschiedenen Altersgruppen entsprechende MAC (Minimale

alveoläre Konzentration) an:

Einfluss des Alters auf die MAC von Sevofluran

Alter des Patienten

(Jahre)

Sevofluran (%) in

Sauerstoff

Sevofluran (%) in

65% N2O/35% O2

0-1 Monat*

Keine Angabe

1 - <6 Monate

Keine Angabe

6 Monate - <3 Jahre 2,8

2,0**

3- <5

Keine Angabe

5-12

Keine Angabe

2,05

0,98

0,87

0,70

*Neugeborene mit regulärer Schwangerschaftsdauer

MAC-Werte bei Frühgeborenen wurden nicht bestimmt.

** Bei 1–<3 Jahre alten pädiatrischen Patienten wurde 60% N2O/40% O2

verwendet.

Wie mit anderen halogenierten Substanzen nimmt die MAC mit dem Alter

und mit der Zugabe von Lachgas ab.

Pharmakokinetik

Absorption

Als Konsequenz der geringen Löslichkeit von Sevofluran im Blut steigen die alveolären

Konzentrationen während der Einleitung rasch an und nehmen bei der Ausleitung rasch ab. Die

inhalierten und die alveolären («End-Tidal»)-Konzentrationen (F1 und Fa) wurden gemessen, und

der ermittelte Fa/F1-Wert (Wash-in-Wert) nach 30 Minuten betrug für Sevofluran 0,85.

Distribution

Die Verteilung von Sevofluran in die Körpergewebe hängt von deren Durchblutung und den

entsprechenden Verteilungskoeffizienten ab.

Der Effekt von Sevofluran auf die Verdrängung von Arzneimitteln von den Serum- und

Gewebeproteinen wurde nicht untersucht.

Metabolismus

Aufgrund der schnellen pulmonalen Elimination von Sevofluran bleibt für die Metabolisierung nur

eine geringe Menge an Anästhetikum zur Verfügung. Beim Menschen werden weniger als 5% des

absorbierten Sevofluran metabolisiert. Sevofluran wird durch Cytochrom P450 (hauptsächlich

Isoenzym CYP2E1), unter Freisetzung von anorganischem Fluorid und CO2 (oder einem Fragment

mit einem Kohlenstoffatom), zu Hexafluoroisopropanol (HFIP) defluoriert. Die Fluorid-

Konzentration wird durch die Anästhesiedauer, die verwendete Sevoflurankonzentration und die

Zusammensetzung des Narkosegasgemisches beeinflusst (siehe auch «Interaktionen» «Induktoren

von CYP2E1»). Einmal gebildetes HFIP wird rasch mit Glukuronsäure konjugiert und eliminiert. Es

sind keine anderen Abbauwege von Sevofluran bekannt. Es ist das einzige fluorhaltige

Anästhetikum, welches nicht zur Trifluoroacetylsäure (potentiell lebertoxisch) metabolisiert wird.

Barbiturate induzieren die Defluorierung von Sevofluran nicht.

Rund 7% der Erwachsenen, bei denen das anorganische Fluorid im klinischen Programm bestimmt

wurde, wiesen Konzentrationen über 50 µM (ungefährer Schwellenwert Nierentoxizität bei Ratten)

auf. In keinem dieser Fälle wurde aber eine darauf zurückzuführende klinisch signifikante

Beeinflussung der Nierenfunktion beobachtet.

Elimination

Der grösste Teil der verabreichten Dosis wird mit einer kurzen initialen Halbwertszeit von 3,7

Minuten durch die Lungen eliminiert. Die Halbwertszeit der Elimination der terminalen Phase

beträgt 48,6-50,4 Minuten. Das aufgenommene Sevofluran wird grösstenteils rasch in unveränderter

Form durch die Lunge ausgeatmet.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Da Sevofluran hauptsächlich über die Lungen eliminiert und nur wenig metabolisiert wird (<5%),

kann davon ausgegangen werden, dass Faktoren, welche die Metabolisierung beeinflussen, wie eine

eingeschränkte Leberfunktion oder Nierenfunktion (vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»), die Kinetik von Sevofluran bei Patienten nicht beeinflussen.

Die Dosierung für die verschiedenen Altersgrenzen ist durch die verschiedenen MAC-Werte für jede

Gruppe definiert (siehe «Eigenschaften/Wirkungen, Wirkungsmechanismus und

Pharmakodynamik»).

Präklinische Daten

Akute und subchronische Toxizität

Präklinische Daten zur akuten und subchronischen Toxizität von Sevofluran zeigen, dass es

konzentrationsabhängig eine Depression der Atmung und des Kreislaufsystems auslöst. Eine

spezielle Organtoxizität entwickelte Sevofluran hierbei nicht. Beim Affen wurde bei wiederholter

Anwendung ein leichter, reversibler Anstieg der Leberenzyme beobachtet. Hinweisen auf

Nephrotoxizität von Abbauprodukten von Sevofluran wurde in speziellen Studien in der Ratte

nachgegangen. Dort lag der Schwellenwert von Compound A (PIFE) für reversible Änderungen von

Parametern der Nierenfunktion (Blutharnstoff, Kreatinin, Glukose) bei 114 ppm. Alle

histomorphologischen Veränderungen waren reversibel. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die

Aufnahme von inhalierten Stoffen im Nager höher ist als im Menschen. Es werden dort höhere

Spiegel von Sevofluran und insbesondere seines Abbauproduktes erwartet, da auch die Aktivität der

beta-Lyase, einem Schlüsselenzym bei der Nierentoxizität von Haloalkenen im Nager zehnmal höher

ist als im Menschen.

Mutagenität/Kanzerogenität

Umfangreiche in vitro- und in vivo-Untersuchungen mit Sevofluran zur Mutagenität verliefen

negativ. Studien zur Kanzerogenität liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Studien zur Fertilität an Ratten ergaben Hinweise auf eine verminderte Trächtigkeits- und

Implantationsrate nach wiederholter Gabe anästhetischer Dosen. In Entwicklungstoxizitätsstudien an

Ratten und Kaninchen zeigten sich keine teratogenen Effekte. Ratten, die während der Perinatalphase

behandelt worden sind, zeigten bei subanästhetischen Konzentrationen eine Verlängerung der

Tragzeit.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Kontakt mit CO2-Absorbern (Natronkalk und Baralyme®, siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Haltbarkeit

Sevoflurane Baxter darf nur bis zum mit «EXP:» angegebenen Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Sevoflurane Baxter gut verschlossen, aufrecht und nicht über 30°C lagern. Für Kinder unerreichbar

aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Sevoflurane Baxter sollte mittels eines speziell dafür kalibrierten Verdampfers angewendet werden.

Das Abfüllen erfolgt direkt aus der Flasche über ein integriertes Ventil, welches zur direkten

Verbindung mit einem geeigneten Verdampfer dient, oder im Falle einer Flasche mit

Kunststoffschraubdeckel (ohne integriertes Ventil) mit einem geeigneten Adapter, der speziell für

den Sevofluran-Verdampfer ausgelegt ist. Das Präparat Sevoflurane Baxter darf nur mit einem für

das Präparat vorgesehenen und kompatiblen Verdampfer angewendet werden.

Zulassungsnummer

57’671 (Swissmedic)

Packungen

Packung zu 6 Aluminiumflaschen à 250 ml mit Kunststoffschraubdeckel. [B]

Packung zu 6 Aluminiumflaschen à 250 ml mit integriertem Ventil. [B]

Zulassungsinhaberin

Baxter AG, 8152 Opfikon

Stand der Information

August 2014

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier

9-11-2011

Danish Pharmacovigilance Update, 20 October 2011

Danish Pharmacovigilance Update, 20 October 2011

In this edition of Danish Pharmacovigilance Update, you can read about: Use of medicines involving a risk of serious and life-threatening skin reactions, the European Medicines Agency to investigate the possible connection between orlistat and rare cases of severe liver toxicity, and the EMA’s review of peritoneal dialysis solutions from Baxter A/S.

Danish Medicines Agency

18-9-2018

Isofluran Baxter

Rote - Liste

18-9-2018

Sevofluran Baxter

Rote - Liste

30-5-2018

Sevohale (Chanelle Pharmaceuticals Manufacturing Limited)

Sevohale (Chanelle Pharmaceuticals Manufacturing Limited)

Sevohale (Active substance: sevoflurane) - Centralised - 2-Monthly update - Commission Decision (2018)3407 of Wed, 30 May 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/V/C/4199/IB/3

Europe -DG Health and Food Safety