Risperdal 1 mg/mL

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Risperdal 1 mg/mL Lösung
  • Darreichungsform:
  • Lösung
  • Zusammensetzung:
  • risperidonum 1 mg, conserv.: E 210, excipiens ad-Lösung für 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Risperdal 1 mg/mL Lösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Neurolepticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 53424
  • Berechtigungsdatum:
  • 28-02-1996
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Risperdal® Lösung

Janssen-Cilag AG

Was ist Risperdal und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin wird Risperdal eingesetzt:

·zur Behandlung einer Gruppe von als Psychosen bezeichneten Krankheiten. Dabei handelt es sich

um Störungen der Gehirnfunktion, die das Denken, Empfinden und/oder Handeln betreffen.

Typische Symptome sind z.B. Verwirrung, Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen (z.B. Hören

der Stimme einer Person, die gar nicht anwesend ist), Wahnvorstellungen, Entfremdung von der

Gesellschaft und übermässig starke Introvertiertheit, sowie Angst und Spannung.

·Risperdal kann sowohl bei plötzlich auftretenden (akuten) als auch bei langdauernden (chronischen)

Störungen eingenommen werden. Weiter wird Risperdal eingesetzt, um die Erkrankung unter

Kontrolle zu halten und um ein Wiederauftreten der Störungen zu verhindern, nachdem die

Symptome abgeklungen sind.

·neben anderen Behandlungsmassnahmen kurzfristig (bis zu 12 Wochen) bei Personen mit

Alzheimer-Demenz zur Kontrolle von Symptomen wie Wahnvorstellungen oder aggressivem

Verhalten.

·als Zusatztherapie zusammen mit Stimmungsstabilisatoren oder zur alleinigen Behandlung

manischer Episoden. Eine manische Episode ist charakterisiert durch gehobene oder reizbare

Stimmung, Selbstüberschätzung, vermindertes Schlafbedürfnis, gehetztes Sprechen, Ideenflucht,

Ablenkbarkeit oder eingeschränktes Urteilsvermögen mit sozial störendem oder aggressivem

Verhalten.

·zur symptomatischen Behandlung von Störungen des Sozialverhaltens, oppositionellem

Trotzverhalten oder anderem sozial störendem Verhalten bei Kindern, Jugendlichen und

Erwachsenen mit unterdurchschnittlicher intellektueller Leistungsfähigkeit oder mentaler

Retardierung, welche destruktive Verhaltensweisen wie z.B. Aggressivität, Impulsivität und

Selbstverletzung zeigen.

·zur Behandlung von Verhaltensproblemen bei Kindern und Jugendlichen ab dem 5. Lebensjahr mit

autistischen Störungen. Derartige Verhaltensprobleme können vor allem Aggression,

selbstverletzendes Verhalten und andere Verhaltensstörungen, Überaktivität und Ängstlichkeit sein.

Wann darf Risperdal nicht eingenommen werden?

Demenzpatienten und -Patientinnen mit Parkinsonsymptomen wie Steifheit und Verlangsamung aller

Bewegungen dürfen Risperdal nicht einnehmen, da es zu einer Verschlimmerung der Symptome

kommen kann.

Patienten und Patientinnen, die eine Demenz mit Lewy-Körpern aufweisen, eine spezielle Art der

Demenz, welche häufig Symptome wie Steifheit, langsame Bewegungen, schlurfender oder steifer

Gang, Zittern und/oder Probleme mit dem Sehen einschliesst (wie z.B. visuelle Halluzinationen)

dürfen Risperdal nicht einnehmen.

Nehmen Sie Risperdal nicht ein, wenn Sie überempfindlich auf einen der Inhaltsstoffe reagieren.

Überempfindlichkeit kann sich z.B. als Hautausschlag, Juckreiz, Kurzatmigkeit oder geschwollenes

Gesicht äussern. Sollten Sie ein solches Symptom bemerken, so kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin.

Wann ist bei der Einnahme von Risperdal Vorsicht geboten?

Ältere Demenzpatienten

Bei älteren Demenzpatienten besteht ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall mit Risperidon oder

anderen Arzneimitteln dieser Klasse. Sie sollten Risperdal im Allgemeinen nicht einnehmen, wenn

Sie an einer Demenz leiden oder früher bereits einen Schlaganfall hatten. Der Patient bzw. die

Patientin oder ihre Betreuungsperson soll den behandelnden Arzt bzw. die Ärztin darauf hinweisen,

falls zu einem früheren Zeitpunkt ein Schlaganfall aufgetreten war.

Während einer Behandlung mit Risperdal sollten Sie für eine allgemeine ärztliche Betreuung Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin häufig sehen. Sie müssen unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen,

wenn Sie oder Ihr Betreuer bzw. Ihre Betreuerin eine plötzliche Veränderung Ihres Geisteszustandes

bemerken oder wenn eine, auch nur für eine kurze Zeit, plötzliche vor allem einseitig auftretende

Schwäche oder Taubheit des Gesichtes, der Arme und Beine, eine verwaschene Sprache oder eine

Schwierigkeit beim Schlucken auftritt. Dies können Zeichen eines Schlaganfalls sein.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Furosemid einnehmen, eine

Entwässerungstablette, die häufig bei Herzproblemen oder Schwellungen aufgrund zu starker

Wassereinlagerung, eingesetzt wird. Risperdal alleine genommen oder zusammen mit Furosemid

kann das Risiko für einen Schlaganfall oder Tod bei älteren Patienten mit Demenz erhöhen.

Situationen, welche eine sofortige Arztbehandlung erfordern:

Während einer Langzeitbehandlung kann Risperdal möglicherweise im Gesicht oder an der Zunge

unwillkürliche Zuckungen bewirken. Sollte dies auftreten, so sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin

konsultieren.

Sehr selten kann ein Zustand von Verwirrung, Bewusstseinsverminderung, hohem Fieber oder

Muskelsteifigkeit auftreten. Falls dies passieren sollte, konsultieren Sie einen Arzt oder eine Ärztin

und teilen Sie ihm bzw. ihr mit, dass Sie Risperdal einnehmen.

Blutgerinnsel

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin falls bei Ihnen oder in Ihrer Familie Fälle von

Blutgerinnseln aufgetreten sind. Blutgerinnsel in der Lunge und in den Beinen wurden bei Patienten

festgestellt, welche Risperdal nehmen. Blutgerinnsel können tödlich sein. Falls Sie Atemnot und

starke Brustschmerzen haben oder ein schmerzhaftes geschwollenes Bein haben, ist der Arzt

unverzüglich aufzusuchen.

Wenn Sie an Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes (Zuckerkrankheit), Nieren- oder

Leberfunktionsstörungen, Parkinson-Krankheit, Epilepsie leiden oder in der Vergangenheit an einem

Tumor gelitten haben, teilen Sie das Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit.

Falls Sie in der Vergangenheit eine verlängerte und/oder schmerzhafte Erektion hatten, sollten Sie

dies mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen. Diese unerwünschte Wirkung (sog. Priapismus)

erfordert eine dringende Behandlung durch den Urologen. Falls Sie an Probleme mit der Regulation

der Körpertemperatur haben oder an Überhitzung leiden, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit.

Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren sollen Risperdal zur Behandlung der Schizophrenie und der

manischen Episode nicht einnehmen, da noch zu wenige Erfahrungen vorliegen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin, wenn Sie in der Vergangenheit zu tiefe Werte für die

weissen Blutkörperchen hatten (ob andere Arzneimittel dafür der Grund waren oder nicht).

Da gefährlich tiefe Werte gewisser Arten weisser Blutzellen, die zur Bekämpfung von Infektionen in

Ihrem Blut gebrauch werden, sehr selten bei Patienten bzw. Patientinnen, die Risperdal einnahmen,

beobachtet wurden, kann es sein, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre Anzahl weisser Blutkörperchen

kontrolliert.

Sagen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie einen anormal hohen Spiegel des Hormons

Prolaktin in Ihrem Blut oder wenn Sie einen möglicherweise Prolaktin-abhängigen Tumor haben.

Risperdal kann eine Gewichtszunahme verursachen. Eine erhebliche Gewichtszunahme kann Ihre

Gesundheit negativ beeinflussen. Daher ist eine regelmässige Gewichtskontrolle empfehlenswert.

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Lassen Sie sich bei Bedarf von Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin oder anderem Gesundheitspersonal bezüglich der Ernährung beraten.

Weitere Krankheiten und Risiken

Wenn Sie an Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes (Zuckerkrankheit), Nieren- oder

Leberfunktionsstörungen, Parkinson-Krankheit, Epilepsie leiden oder in der Vergangenheit an einem

Tumor gelitten haben, teilen Sie das bitte Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder an Ihre Ärztin, wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung von

Bluthochdruck einnehmen, da die gleichzeitige Anwendung von Risperdal und blutdrucksenkenden

Arzneimitteln einen zu starken Blutdruckabfall zur Folge haben kann.

Bei der Anwendung von Risperdal ist Vorsicht geboten, wenn gleichzeitig Arzneimittel

eingenommen werden, welche die Erregungsausbreitung im Herzen verändern; dazu gehören u.a.

Arzneimittel zur Behandlung von Malaria, Herzrhythmusstörungen oder Allergien sowie andere

Antipsychotika, Antidepressiva, harntreibende Arzneimittel und andere Arzneimittel mit

Auswirkungen auf die Körpersalze (Natrium, Kalium, Magnesium).

Einige Arzneimittel können die Konzentration von Risperdal im Blut erhöhen oder erniedrigen.

Deshalb informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eine Therapie mit nachfolgenden

Arzneimitteln beginnen oder beenden, damit Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gegebenenfalls eine

Anpassung der Dosierung vornehmen kann.

Arzneimittel welche die Konzentration von Risperdal im Blut erhöhen können:

·Fluoxetin, Bupropion und Paroxetin, Arzneimittel, die vor allem zur Behandlung von Depressionen

und verschiedenen Angststörungen eingesetzt werden;

·Itraconazol und Ketoconazol, Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen;

·Gewisse Arzneimittel zur Behandlung von HIV/AIDS, wie beispielsweise Ritonavir;

·Verapamil, ein Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und/oder Herzrhytmusstörungen;

·Sertralin und Fluvoxamin, Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen und Psychiatrischen

Störungen;

Arzneimittel welche die Konzentration von Risperdal erniedrigen können:

·Carbamazepin, ein Arzneimittel, das hauptsächlich zur Behandlung der Epilepsie und

Trigeminusneuralgie (schwere Schmerzattacken im Gesicht) verwendet wird;

·Rifampicin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen.

Patienten und Patientinnen, die Antipsychotika in Kombination mit Lithium eingenommen hatten,

berichteten häufiger über Bewegungsstörungen als unter Lithium alleine.

Risperdal kann unter Umständen die Wirkung von Alkohol und gewissen Arzneimitteln, welche die

Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen (Beruhigungs- resp. Schlafmittel, narkotische Schmerzmittel,

gewisse Antihistaminika, gewisse Antidepressiva) verstärken. Meiden Sie also Alkohol und nehmen

Sie solche Arzneimittel nur, wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin sie Ihnen verschrieben hat.

Im Rahmen von Operationen zur Beseitigung einer Linsentrübung am Auge (Katarakt) kann es

vorkommen, dass sich die Pupille nicht in der benötigten Weise weitet. Ausserdem ist es möglich,

dass die Iris (farbiger Teil Ihres Auges) während der Operation schlaff wird, was zu einer

Schädigung des Auges führen kann. Daher sollten Sie vor einer Augenoperation ihren Augenarzt

darüber informieren, dass Sie dieses Arzneimittel nehmen.

Risperdal kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen

zu bedienen, beeinträchtigen! Wir empfehlen Ihnen deshalb, zu Beginn der Behandlung nicht Auto

zu fahren und keine Maschinen zu bedienen.

Solange Sie Risperdal einnehmen, sollten Sie unter ständiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien

haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Risperdal während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, dürfen Sie Risperdal nur einnehmen, wenn es Ihr

Arzt oder Ihre Ärztin ausdrücklich verschreibt. Solange Sie Risperdal einnehmen dürfen Sie nicht

stillen. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Arzt oder Ihrer Ärztin. Bei Anwendung von

Risperdal während des letzten Drittels der Schwangerschaft können bei Neugeborenen Zittern,

Muskelsteifigkeit und/oder Muskelschwäche, Schläfrigkeit, Erregung, Schwierigkeiten beim Atmen

oder Probleme beim Füttern auftreten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin unverzüglich im Falle einer Schwangerschaft, um das

beste Vorgehen bei der Behandlung Ihrer Krankheit zu besprechen und die Sicherheit für Ihr Kind zu

gewährleisten. Die Behandlung soll keinesfalls aus eigenem Ermessen abgesetzt werden. Ein

plötzliches Absetzen von Risperdal kann schwerwiegende Folgen haben.

Bitte informieren Sie auch unverzüglich Ihren Frauenarzt bzw. -ärztin oder Geburtshelfer/-in über

eine Einnahme von Risperidon während der Schwangerschaft, insbesondere wenn beschriebene

Auffälligkeiten bei Ihrem Kind nach der Geburt auftreten.

Wie verwenden Sie Risperdal?

Allgemeine Hinweise:

Die tägliche Dosis von Risperdal kann auf einmal eingenommen werden oder je zur Hälfte morgens

und abends. Dosen von mehr als 8 mg pro Tag sind auf 2 Einnahmen (morgens und abends) zu

verteilen. Sie können Risperdal mit oder zwischen den Mahlzeiten einnehmen. Nehmen Sie die

Lösung in/mit einer nicht alkoholhaltigen Flüssigkeit, ausser Tee, ein.

Die individuell notwendige Menge Risperdal variiert stark. Deshalb wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

die Menge Lösung so lange abstimmen, bis die erwünschte Wirkung eintritt.

Wichtige Anmerkung: Die Mengen sind in Milligramm (= mg) angegeben!

Der Arzt oder die Ärztin wird Ihnen die Menge Lösung, die für Ihre individuelle Situation am besten

ist, angeben.

Psychosen: Erwachsene unter 65 Jahre und Jugendliche über 15 Jahre

Zu Beginn der Behandlung mit Risperdal wird die Dosierung in kleinen Schritten bis zur für Sie

angepassten Dosis erhöht.

Für eine Dauerbehandlung werden in der Regel 4- 6 mg täglich genügen, jedoch kann auch eine

tiefere tägliche Dosis ausreichen.

Psychosen bei Patienten und Patientinnen über 65 Jahre

Für Patienten und Patientinnen über 65 Jahre wird eine spezielle Dosierung von Ihrem Arzt oder

Ihrer Ärztin festgelegt.

Schwere Verhaltensstörungen bei Personen mit Alzheimer-Demenz

Zu Beginn der Behandlung mit Risperdal wird die Dosierung in kleinen Schritten bis zur für Sie

richtigen Dosierung erhöht. In der Regel wird mit 2× täglich 0.25 mg begonnen. Jeden 2. Tag kann

die Tagesdosis vom Arzt resp. der Ärztin um 0.5 mg erhöht werden.

Für eine Dauerbehandlung ist 1 mg täglich die übliche Dosis, verteilt auf eine oder zwei Einnahmen.

Es können auch Dosen bis zu 2 mg nötig sein.

Als Zusatztherapie oder auch alleine zur Behandlung manischer Episoden (Erwachsene und

Jugendliche über 15 Jahren)

In der Regel ist die Anfangsdosis 1× täglich abends 2 mg. Diese Dosis kann vom Arzt resp. Ärztin in

Schritten von 1× täglich 1 mg angepasst werden; eine Dosisänderung sollte nicht häufiger als jeden

2. Tag erfolgen. Für die meisten Patienten und Patientinnen sind Dosen zwischen 2-6 mg/Tag

ausreichend.

Symptomatische Behandlung von Störungen des Sozialverhaltens bei Erwachsenen und Kindern ab 5

Jahren

·Bei Patienten und Patientinnen mit einem Gewicht von 50 kg oder mehr beträgt in der Regel die

Anfangsdosis 1× täglich 0.5 mg. Diese Dosis kann vom Arzt resp. der Ärztin in Schritten von 1×

täglich 0.5 mg angepasst werden; eine Dosisänderung sollte nicht häufiger als jeden 2. Tag erfolgen.

Übliche Dosierungen sind 1× täglich 0.5 bis 1.5 mg.

·Bei Patienten und Patientinnen mit einem Gewicht unter 50 kg wird in der Regel die Behandlung

mit 1× täglich 0.25 mg begonnen. Diese Dosis kann vom Arzt resp. der Ärztin in Schritten von 1×

täglich 0.25 mg angepasst werden; eine Dosisänderung sollte nicht häufiger als jeden 2. Tag

erfolgen. Die Dosis liegt gewöhnlich zwischen 1× täglich 0.25 und 0.75 mg.

Zu dieser Anwendung liegen bei Kindern unter 5 Jahren keine Erfahrungen vor.

Patienten bzw. Patientinnen mit Nieren- oder Leberstörungen

Bei Nieren- oder Leberstörungen beträgt die Dosierung im Allgemeinen die Hälfte der üblichen

Dosierung.

Wichtige Anmerkung: Eine Tagesmaximaldosis von 16 mg, verteilt auf 2 Gaben, darf nicht

überschritten werden.

Behandlung von Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen mit autistischen Störungen

·Bei Patienten und Patientinnen mit einem Körpergewicht unter 50 kg beträgt die empfohlene

Anfangsdosierung 0.25 mg pro Tag. Ab Tag 4 kann die Dosis um 0.25 mg erhöht werden.

Diese Dosierung wird nach ca. 14 Tagen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin überprüft und allenfalls

erhöht. Die tägliche Maximaldosis bei Patienten und Patientinnen mit einem Körpergewicht unter

20 kg beträgt 1.25 mg pro Tag.

·Bei Patienten und Patientinnen mit einem Körpergewicht über oder gleich 50 kg beträgt die

empfohlene Anfangsdosierung 0.5 mg pro Tag. Ab Tag 4 kann diese Dosis um 0.5 mg erhöht

werden.

Diese Dosierung wird nach ca. 14 Tagen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin überprüft und allenfalls

erhöht.

Risperdal kann bei Autismus einmal oder zweimal täglich verabreicht werden.

Patienten, welche unter Schläfrigkeit leiden, profitieren bei einmal täglicher Dosierung evtl. von

einem Wechsel zur abendlichen Gabe vor dem Zubettgehen oder von einer zweimal täglichen

Verabreichung.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Hinweise zur Öffnung der 30-ml bzw. 100-ml-Flasche und Handhabung der Dosierpipetten

(Abbildungen zur Dosierung):

Abb. 1: Die Flasche hat einen kindersicheren

Verschluss und kann wie folgt geöffnet

werden:

·Plastikkappe herunterdrücken und

gleichzeitig im Gegenuhrzeigersinn drehen.

·Plastikkappe abnehmen.

Abb. 2: Pipette in Flasche einführen.

Abb. 3: Mit der einen Hand den unteren

Pipettenring festhalten und mit der anderen

Hand am oberen Ring ziehen, bis auf dem

Pipettenkolben die gewünschte Markierung in

Millilitern (ml) resp. Milligramm (mg)

erscheint.

Abb. 4: Die Pipette am unteren Ring fassen

und die ganze Pipette aus der Flasche ziehen.

Durch Hinunterdrücken des oberen Rings bis

zum Anschlag die Pipette in eine nicht

alkoholhaltige Flüssigkeit, ausser Tee,

entleeren. Die Flasche verschliessen. Die

Pipette mit etwas Wasser ausspülen.

Die leere Pipette trocknen lassen und an einem sauberen Ort aufbewahren.

Welche Nebenwirkungen kann Risperdal haben?

Sehr häufig:

·Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen,

·Parkinsonismus: Dieser Zustand kann beinhalten: langsame oder beeinträchtigte Bewegungen,

Gefühl der Steifheit oder Verspannung der Muskeln (die Ihre Bewegungen ruckartig machen) und

manchmal sogar ein Gefühl, dass die Bewegung «einfriert» und dann wieder startet. Andere Zeichen

von Parkinsonismus schliessen einen langsamen schlurfenden Gang ein, ein Zittern in Ruhe, einen

verstärkten Speichelfluss und/oder Speichelaustritt, und Ausdruckslosigkeit des Gesichtes,

·Schläfrigkeit oder verminderte Aufmerksamkeit,

·Kopfschmerzen

Häufig:

Entzündungen und Infektionen

·Lungenentzündung (Pneumonie), Infektionen der Bronchien (Bronchitis), allgemeine Symptome

einer Erkältung, Infektion der Nasennebenhöhle, Harnwegsinfektion, Infektion des Ohrs, Gefühl als

ob man eine Grippe hätte

·Halsschmerzen, Husten, Nasenbluten, verstopfte Nase,

·Augeninfektionen oder gerötete Augen,

·Hautausschlag, gerötete Haut,

Hormone und Stoffwechsel

·Risperdal kann den Spiegel eines Hormons erhöhen, das man «Prolaktin» nennt (was Symptome

hervorrufen kann oder auch nicht). Es kann mittels Blutanalyse bestimmt werden. Wenn Symptome

bei hohen Prolaktinspiegeln vorkommen, können diese bei Männern ein Anschwellen der Brust,

Schwierigkeiten eine Erektion zu bekommen und diese aufrechtzuerhalten oder andere sexuelle

Funktionsstörungen einschliessen. Bei Frauen können diese Brustbeschwerden, Austreten von Milch

aus den Brustdrüsen, unregelmässige Menstruation oder andere Probleme mit dem Zyklus

beinhalten.

·Gewichtszunahme, erhöhter oder verminderter Appetit,

Bewegungsapparat und Nervensystem

·Unwillkürliche Muskelbewegungen (Dyskinesie)

·Zittern

·Muskelkrämpfe, Knochen- oder Muskelschmerz, Rückenschmerz, Gelenkschmerz,

·Schlafstörung, Reizbarkeit, Depression, Angst, Unruhe,

·Schläfrigkeit,

·Verschwommenes Sehen,

·Fehlerhafter Spannungszustand der Muskeln (Dystonie).

Herz und Gefässe

·Schneller Herzschlag, hoher Blutdruck, Kurzatmigkeit,

·Schwellungen am Körper, den Armen oder Beinen, Fieber, Brustkorbbeschwerden, Schwäche,

Müdigkeit, Schmerzen, Sturz.

Verdauungsapparat und Unterleib

·Unterleibsschmerzen oder -beschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall,

Verdauungsstörungen, trockener Mund, Zahnschmerzen,

·unfreiwilliger Harnabgang (Harninkontinenz).

Gelegentlich:

Entzündungen und Infektionen

·Infektion der Atemwege, Blaseninfektion, Augeninfektion, Mandelentzündung, Pilzinfektion der

Nägel, Hautinfektion. Eine Infektion begrenzt auf ein einzelnes Hautareal oder Körperteil, virale

Infektion, durch Milben hervorgerufene Hautentzündung,

·Verminderung desjenigen Typus weisser Blutzellen, die Ihnen helfen, sich gegen eine Infektion zu

schützen, Abnahme der Anzahl weisser Blutkörperchen (siehe «Wann ist bei der Einnahme von

Risperdal Vorsicht geboten»), Abnahme der Blutplättchen (Blutzellen, die helfen, Blutungen zu

stoppen), Anämie. (Abnahme der Anzahl roter Blutkörperchen), Anstieg der Eosinophilenzahl (ein

Typus weisser Blutkörperchen) in Ihrem Blut,

·Allergische Reaktion,

·Lungenentzündung, verursacht durch Einatmen von Nahrung in die Atemwege, Lungenstauung,

Stauung der Atemwege, knisterndes Atemgeräusch, Kurzatmigkeit, Stimmstörung,

Atemwegerkrankung,

·Magen- oder Darminfektion,

·Nesselsucht, Juckreiz, Haarausfall, Verdickung der Haut, Exanthem, trockene Haut,

Hautverfärbung, Akne, Schuppen, Hauterkrankung, Hautläsion,

·Anschwellen des Gesichts, des Mundes, der Augen oder der Lippen.

Stoffwechsel

·Diabetes (Zuckerkrankheit) oder Verschlimmerung eines Diabetes, hohe Blutzuckerwerte,

exzessives Trinken von Wasser,

·Gewichtsverlust, Appetitverlust, der zu Unterernährung und einem tiefen Körpergewicht führen

kann,

·Erhöhte Cholesterinwerte in Ihrem Blut,

·Abnormale Leberresultate in Zusammenhang mit Leber, Muskel oder Cholesterin.

Nervensystem, Bewegungsapparat, Sinnesorgane

·Gehobene Stimmung (Manie), Verwirrung, Abnahme des sexuellen Antriebs, Albträume,

·Tardive Dyskinesie (zuckende oder ruckartige Bewegungen, die Sie nicht kontrollieren können an

Gesicht, Zunge oder anderen Körperteilen). Informieren Sie in einem solchen Fall unverzüglich

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie unwillkürliche rhythmische Bewegungen der Zunge, des

Mundes oder im Gesicht bekommen. Das Absetzen von Risperdal kann notwendig sein (siehe

«Wann ist bei der Einnahme von Risperdal Vorsicht geboten»).

·Plötzliche Störung der Blutversorgung des Gehirns (Schlaganfall oder «Mini»-Schlaganfall),

·Verlust der Reaktion auf Reize, Bewusstseinsverlust, Bewusstseinseinschränkung,

·Krampfanfälle, Ohnmacht,

·Ein ruheloses Bedürfnis Körperteile zu bewegen, Gleichgewichtsstörungen, abnormale

Koordination, Schwindel beim Aufstehen/Stehen, Aufmerksamkeitsstörung, Probleme beim

Sprechen, Verlust oder abnormale Geschmacksempfindung, verminderte Empfindlichkeit der Haut

gegenüber Schmerz oder Berührung, ein Gefühl von Kribbeln, Prickeln oder Taubheit der Haut,

·Überempfindlichkeit der Augen gegenüber Licht, trockene Augen, Augentränen, Rötung der Augen,

·Drehgefühl (Schwindel), Ohrgeräusche, Ohrenschmerz,

·Kältegefühl, Anstieg der Körpertemperatur,

·Durstgefühl, sich nicht gut fühlen, Gefühl «nicht ganz auf der Höhe» zu sein, Unwohlsein,

·Abnormale Haltung, Gelenksteifheit, Gelenkschwellung, Muskelschwäche, Nackenschmerz.

Herz und Gefässe

·Herzrhythmusstörungen, abnormale elektrische Leitung des Herzens, Verlängerung der

intraventrikulären Erregungsdauer Ihres Herzen, verlangsamter Herzschlag, abnorme Veränderung

im EKG (Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens), ein flatterndes oder pochendes

Gefühl in Ihrem Brustkorb (Palpitationen),

·Tiefer Blutdruck, tiefer Blutdruck beim Aufstehen/Stehen (daher fühlen sich manche Patienten bzw.

Patientinnen, die Risperdal einnehmen, einer Ohnmacht nahe, schwindlig oder verlieren das

Bewusstsein, wenn sie aufstehen oder sich plötzlich aufrichten), Gesichtsrötung.

Urogenitale Störungen

·Häufiges Wasserlassen, Harnretention (Unvermögen, die gefüllte Harnblase spontan zu entleeren),

Schmerzen beim Wasserlassen,

·Erektionsstörungen, Ejakulationsstörungen,

·Ausbleiben der Menstruation, unregelmässige Menstruation oder andere Probleme mit dem Zyklus

(bei Frauen),

·Brustvergrösserung bei Männern, Austritt von Milch aus den Brustdrüsen, sexuelle

Funktionsstörung, Brustbeschwerden, Ausfluss aus der Scheide,

·Stuhlinkontinenz, sehr harter Stuhl, Schluckbeschwerden, Blähungen.

Selten:

Hormone und Stoffwechsel

·unangemessene Bildung eines Hormons, das die Urinmenge steuert,

·Koma aufgrund eines unkontrollierten Diabetes,

·Abnahme der Körpertemperatur, Zunahme der Körpertemperatur, Kältegefühl in Armen und

Beinen,

·Abnorme Werte bei Laboruntersuchungen (Zucker im Urin, tiefer Blutzuckerspiegel, hohe

Triglyceridwerte im Blut (ein Fett))Gelbfärbung der Haut und der Augen (Gelbsucht),

·Zerstörung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse),

·Verspätete Menstruation, Vergrösserung der Brustdrüsen, Brustvergrösserung, Ausfluss aus der

Brust.

Nervensystem

·Emotionslosigkeit, Unfähigkeit zum Orgasmus zu kommen,

·Neuroleptisches malignes Syndrom (Verwirrung, vermindertes oder Verlust des Bewusstseins,

hohes Fieber und schwere Muskelsteifheit),(siehe «Wann ist bei der Einnahme von Risperdal

Vorsicht geboten?»)

·Kopfzittern,

·Glaukom (erhöhter Augeninnendruck), Probleme mit den Augenbewegungen, Augenrollen,

Verkrustung des Augenlides,

·Schlafwandeln,

·Atemprobleme während des Schlafes (Schlaf-Apnoe), schnelle und flache Atmung,

·Symptome eines Arzneimittelentzugs.

Herz und Gefässe

·Störungen von Blutgefässen im Gehirn,

·Unregelmässiger Herzschlag,

·Blutgerinnsel in den Beinen, Blutgerinnsel in der Lunge (siehe «Wann ist bei der Einnahme von

Risperdal Vorsicht geboten?»).

Entzündungen und Infektionen

·Bauchspeichelentzündung,

·Geschwollene Zunge, Lacklippen, Arzneimittelabhängiger Hautausschlag.

Verdauungsapparat

·Behinderung der Darmpassage (inkl. Darmverschluss)

Sehr selten

·Schwerwiegende allergische Reaktion mit einer Schwellung, die den Rachen mit betreffen und zu

Schwierigkeiten beim Atmen führen kann,

Häufigkeit unbekannt

Entzündungen und Infektionen

·Gefährlich tiefe Zahl eines Typus weisser Blutzellen in Ihrem Blut, der benötigt wird, um

Infektionen zu bekämpfen,

·Schwerwiegende allergische Reaktion, die durch Fieber, geschwollenen Mund, Gesicht, Lippen und

Zunge, Kurzatmigkeit, Jucken, Hautausschlag und manchmal durch Blutdruckabfall gekennzeichnet

ist.

Herz und Gefässe

·Schneller Herzschlag beim Aufstehen.

Nervensystem, Bewegungsapparat, Sinnesorgane

·Schlafbezogene Essstörung (unkontrollierte Essenseinnahme beim Schlafwandeln),

·Verhärtung der Haut,

·Priapismus (eine verlängerte schmerzhafte Erektion, die evtl. chirurgisch behandelt werden muss),

·Komplikationen bei Augenoperationen zur Beseitigung der Linsentrübung (Floppy-Iris Syndrom bei

Katarakt-Operationen).

Hormone und Stoffwechsel

·Erhöhte Insulinwerte (ein Hormon, das Ihren Blutzuckerspiegel kontrolliert) in Ihrem Blut, dies

kann zu tiefen Zuckerwerten führen,

·Gefährliche übermässige Wassereinnahme.

Schwangerschaft und Stillzeit

·Bei Anwendung von Risperdal während des letzten Drittels der Schwangerschaft können bei

Neugeborenen Zittern, Muskelsteifigkeit, Schwäche, Schläfrigkeit, Erregung, Schwierigkeiten beim

Atmen oder Probleme beim Füttern auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wenn Sie zu viel Lösung eingenommen haben, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin.

Was ist ferner zu beachten?

Risperdal Lösung soll bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor dem Gefrieren geschützt aufbewahrt

werden.

Nach dem Öffnen beträgt die Haltbarkeit der Lösung maximal 3 Monate.

Risperdal ist vor Kindern geschützt aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Risperdal enthalten?

1 ml Risperdal Lösung enthält als Wirkstoff 1 mg Risperidon, das Konservierungsmittel Benzoesäure

(E 210) sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

53424 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Risperdal? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Risperdal Lösung 1 mg/ml: 30 ml und 100 ml (mit 3-ml-Dosierpipette).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.