Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann)

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Infusionslösung
  • Darreichungsform:
  • Infusionslösung
  • Zusammensetzung:
  • Natrium 130.5 mmol, Kalium 5.36 mmol, calcium 1.84 mmol, chloridum 111.7 mmol, dl-lactas 27.8 mmol Wasser ad iniectabilia q.s. die Lösung für 1000 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Infusionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Rehydratation, leichte Alkalisierung, Volumenersatz, Trägerlösung

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 38207
  • Berechtigungsdatum:
  • 23-04-1974
  • Letzte Änderung:
  • 27-01-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Ringerlactat B. Braun/Ringerlactat – Glucose 5% B. Braun (nach Hartmann) – Ringerlactat ohne K

B. Braun Medical AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe:

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann): Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid Dihydrat,

Natriumlactat 50% m/m.

Ringerlactat – Glucose 5% B. Braun (nach Hartmann): Natriumchlorid, Kaliumchlorid,

Calciumchlorid Dihydrat, Natriumlactat 50% m/m, Glucose Monohydrat.

Ringerlactat – ohne K B. Braun: Natriumchlorid, Calciumchlorid Dihydrat, Natriumlactat 60% m/m,

Magnesiumchlorid.

Hilfsstoffe:

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann): Wasser für Injektionszwecke.

Ringerlactat – Glucose 5% B. Braun (nach Hartmann): Konzentrierte Salzsäure (zur pH-Einstellung),

Wasser für Injektionszwecke.

Ringerlactat – ohne K B. Braun: Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann)/Ringerlactat ohne K

Infusionslösung, Kombination von Elektrolyten.

Ringerlactat – Glucose 5% B. Braun (nach Hartmann)

Infusionslösung, Kombination von Elektrolyten mit Glucose.

1000 ml Lösung enthalten:

Ringerlactat

(nach

Hartmann)

Ringerlactat

- Glucose 5% (nach

Hartmann)

Ringerlactat

ohne K

Natriumchlorid

6,00 g

6,00 g

5,84 g

Kaliumchlorid

0,40 g

0,40 g

Calciumchlorid Dihydrat

0,27 g

0,27 g

0,26 g

Natriumlactat 50% m/m

6,24 g

6,24 g

7,47 g

Magnesiumchlorid Hexahydrat

0,15 g

Glucose Monohydrat

55 g

(entspricht wasserfreier Glucose)

(50 g)

Konzentrierte Salzsäure

0,081 g

Konzentrierte Salzsäure (zur pH-

Einstellung)

0-0,051 g

Wasser für Injektionszwecke q.s. ad

1000 ml

1000 ml

1000 ml

Elektrolyte:

Natrium

131 mmol/l

131 mmol/l

140 mmol/l

Kalium

5,4 mmol/l

5,4 mmol/l

Calcium

1,8 mmol/l

1,8 mmol/l

1,75 mmol/l

Chlorid

112 mmol/l

112,5-113,0 mmol/l

105 mmol/l

Magnesium

0,75 mmol/l

Lactat

28 mmol/l

28 mmol/l

40 mmol/l

5,5-7,0

5,5-7,0

4,5-7,0

Osmolarität

277 mosm/l

556 mosm/l

288 mosm/l

Energiegehalt

837 kJ/l

(200 kcal/l)

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

·Flüssigkeitssubstitution bei nicht gestörtem Säure-Basen-Gleichgewicht oder leichter Azidose

·Isotonische und hypotonische Dehydratation

·Kurzzeitiger intravaskulärer Volumenersatz

·Trägerlösung für kompatible Elektrolytkonzentrate und Arzneimittel

Ringerlactat ohne K besitzt die selben Anwendungsmöglichkeiten wie Ringerlactat Lösung wenn

eine Kaliumverabreichung vermieden werden muss.

Zusätzlich wird Ringerlactat mit Glucose zur Zufuhr von leicht verwertbaren Kohlenhydraten

eingesetzt.

Dosierung/Anwendung

Art der Anwendung

Ringerlactat mit/ohne Glucose-Infusionslösungen werden intravenös verwendet

Ringerlactat mit/ohne Glucose

Dosierung

Die Dosierung der Lösung hängt vom Flüssigkeits- und Elektrolytbedarf des Patienten, dessen Alter,

Körpergewicht, klinischem Zustand und physiologischem (Säure-Basen-) Status ab.

Die empfohlenen Dosierungen sind:

Die empfohlene Infusionsgeschwindigkeit für Erwachsene beträgt 9 ml/min bzw. ca. 540 ml/h (30

ml/kg Körpergewicht und Tag).

Die Tageshöchstdosis von 2000 ml sollte in der klinischen Routine nicht überschritten werden. Bei

der Behandlung von Schockzuständen können signifikant höhere Mengen der Glucose-freien Lösung

bis zu einem Maximum von 2000 ml/h verabreicht werden.

Ringerlactat mit Glucose

Bei der Anwendung glucosehaltiger Lösungen darf eine Glucose-Zufuhr von 0,5 g Glucose pro kg

Körpergewicht und Stunde nicht überschritten werden. Maximale Tagesdosis: 4-6 g Glucose pro kg

Körpergewicht.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Ringerlactat B. Braun mit/ohne Glucose bei Kindern ist nicht

durch kontrollierte Studien belegt.

Die empfohlene Infusionsgeschwindigkeit bei Säuglingen über 3 Monaten und bei Kinder betragt 4

ml/kg pro Stunde bei 0-10 kg Körpergewicht; 40 ml pro Stunde + 2 ml/kg Körpergewicht über 10 kg

bei 10-20 kg Körpergewicht; und 60 ml pro Stunde + 1 ml/kg Körpergewicht >20 kg.

Für die Erhaltungstherapie dürfen die folgenden Werte für die maximale Tagesdosis nicht

überschritten werden:

Alter

Dosis (ml/kg Körpergewicht pro Tag)

1. Lebenstag

2. Lebenstag

3. Lebenstag

4. Lebenstag

5. Lebenstag

6. Lebenstag

1. Monat

ab dem 2. Monat

1-2 Jahre

3- 5 Jahre

6-12 Jahre

13-18 Jahre

Kontraindikationen

Ringerlactat mit/ohne Glucose sowie Ringerlactat ohne K sind kontraindiziert bei:

·Eingeschränkte Laktatverwertung mit Hyperlaktatämie (siehe auch «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»)

·Hyperhydratation;

·schwerer Niereninsuffizienz;

·dekompensierter Herzinsuffizienz.

Ringerlactat ist nicht zur Behandlung einer schweren metabolischen Azidose bestimmt.

Hyperglykämie (bei Anwendung von Ringerlactat mit Glucose).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann die Anwendung von Ringerlactat mit/ohne

Glucose zu einer übersteigerten Natriumchloridretention führen. Bei Niereninsuffizienz besteht

zudem das Risiko einer Hyperkaliämie. Natriumchloridhaltige Lösungen sind mit besonderer

Vorsicht anzuwenden bei Patienten, die mit Corticoiden behandelt werden, sowie bei Acidose.

Diese Lösungen sollten bei Vorliegen folgender Bedingungen nur mit Vorsicht angewendet werden:

·Hypertone Dehydratation

·Hyperkaliämie

·Hypernatriämie

·Hyperchlorämie

·Hypermagnezämie (nur Ringerlactat ohne K)

·Hyperkalzämie

·Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit Herz-, Nieren- oder Lungeninsuffizienz oder mit Lungen- oder Hirnödem dürfen

Infusionen mit hohem Volumen nur unter spezieller Überwachung angewendet werden.

Die Laktatverwertung kann bei Vorliegen einer Hypoxie oder einer Leberinsuffizienz eingeschränkt

sein.

Der Kaliumgehalt von Ringer-Lactat nach Hartmann B. Braun entspricht etwa der physiologischen

Kaliumkonzentration im menschlichen Blut. Dennoch ist die Lösung nicht für die Behandlung von

Patienten mit schwerem Kaliummangel geeignet.

Da die Lösung metabolisierbare Ionen (z.B. Laktat) enthält, kann sie eine metabolische Alkalose

verursachen. Daher ist die Lösung bei Patienten mit metabolischer Alkalose mit Vorsicht

anzuwenden.

Natriumchlorid-haltige Lösungen sollten mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit

·Herzinsuffizienz, peripheren Ödemen oder extrazellulärer Hyperhydratation

·Hypertonie, eingeschränkter Nierenfunktion, bestehender oder drohender Eklampsie,

Aldosteronismus oder anderen Erkrankungen oder Behandlungen (z.B. Kortikoide/Steroide), die zu

einer Natriumretention führen (siehe auch Abschnitt «Interaktionen»).

Lösungen, die Kaliumsalze enthalten, sollten mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit

Herzerkrankungen, Erkrankungen, die eine Hyperkaliämie begünstigen, wie Nieren- oder

Nebennierenrindeninsuffizienz, akuter Dehydratation oder ausgedehnter Gewebezerstörung, wie sie

bei schweren Verbrennungen vorkommt.

Aufgrund des Calcium-Gehalts:

·ist während der intravenösen Infusion eine Extravasation unbedingt zu vermeiden.

·sollte die Lösung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Erkrankungen mit erhöhten

Vitamin-D-Konzentrationen wie Sarkoidose mit Vorsicht angewendet werden. Die Anwendung

Calcium-haltiger Lösungen sollte bei Patienten mit Nierensteinen oder anamnestisch bekannten

Nierensteinen vermieden werden.

·darf die Lösung bei einer gleichzeitigen Bluttransfusion nicht über dasselbe Infusionssystem

verabreicht werden.

Magnesium-haltige Lösungen (Ringerlactat ohne K) sollten mit Vorsicht bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörungen angewendet werden.

Patienten mit chronischer Hyponatriämie:

Eine zu schnelle Korrektur der Serumnatriumspiegel ist bei Patienten mit chronischer Hyponatriämie

zu vermeiden, da ein schneller Anstieg der Natriumkonzentration in seltenen Fällen zu osmotisch

bedingten Nebenwirkungen führen kann, z.B. zum osmotischen Demyelinisierungssyndrom.

Kinder und Jugendliche:

Die Lösung sollte bei Neugeborenen unter 3 Monaten nur mit besonderer Vorsicht angewendet

werden.

Bei Anwendung von Ringerlactat mit Glucose soll die Glykämie überwacht werden, vor allem bei

Patienten mit Diabetes mellitus/oder posttraumatisch.

Anwendung als Trägerlösung:

Hinweis: Wenn diese Lösung als Trägerlösung verwendet wird, sind die Sicherheitshinweise des

jeweiligen Herstellers des Zusatzes zu berücksichtigen.

Die klinische Überwachung sollte Kontrollen der Serumelektrolyt-spiegel, des Säure-Basen-

Gleichgewichts und der Flüssigkeitsbilanz umfassen.

Der Laktatspiegel im Serum sollte sorgfältig kontrolliert werden. Im Falle einer Laktatakkumulation

während der Infusion müssen Dosierung und Infusionsgeschwindigkeit reduziert oder die

Verabreichung der Lösung ganz abgebrochen werden.

Interaktionen

Die Verabreichung von Ringer-Lactat nach Hartmann B. Braun in Übereinstimmung mit den

empfohlenen Anwendungsgebieten und den Gegenanzeigen erhöht die Plasmakonzentrationen der

darin enthaltenen Elektrolyte nicht. Bei einem Anstieg der Konzentration eines der Elektrolyte aus

anderen Gründen sollten die folgenden Wechselwirkungen berücksichtigt werden.

Natrium

Kortikoide/Steroide und Carbenoxolon können zu einer Natrium- und Wasserretention führen (mit

Ödemen und Hypertonie).

Kalium

Suxamethonium, kaliumsparende Diuretika (Amilorid, Spironolacton, Triamteren, allein oder in

Kombination), ACE-Hemmer (z.B. Captopril, Enalapril), Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (z.B.

Valsartan, Losartan), Tacrolimus und Cyclosporin können die Kaliumkonzentration im Plasma

erhöhen und zu einer potenziell tödlichen Hyperkaliämie führen, insbesondere bei Vorliegen einer

Niereninsuffizienz, die die hyperkaliämische Wirkung steigert.

Kaliumfrei (Ringerlactat ohne K): eine mögliche Hypokaliämie erhöht die Toxizität von

Digitalisglycosiden.

Calcium

Die Wirkungen von Digitalisglykosiden (Herzglykosiden) können bei einer Hyperkalzämie

gesteigert sein und zu schwerwiegenden oder tödlich verlaufenden Herzrhythmusstörungen führen.

Gleichzeitig mit Calcium verabreichte Thiaziddiuretika und Vitamin D können eine Hyperkalzämie

hervorrufen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Bisphosphonaten, Fluoriden, verschiedenen Fluorchinolonen und

Tetrazyklinen mit Calcium- und Magnesium- haltigen Lösungen kann die Bioverfügbarkeit der oben

genannten Arzneimittel verringert sein (reduzierte Resorption).

Laktat

Die Verabreichung von Bikarbonat oder Bikarbonat-Vorstufen wie Laktat führt zu einer

Alkalisierung des Urins mit gesteigerter renaler Clearance azidischer Arzneimittel (z.B.

Salicylsäure). Die Halbwertszeit basischer Arzneimittel – insbesondere die von Sympathomimetika

(z.B. Ephedrin, Pseudoephedrin) und Stimulanzien (z.B. Dexamphetaminsulfat,

Fenfluraminhydrochlorid) ist bei gleichzeitiger Anwendung laktathaltiger Lösungen verlängert.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Bestandteilen von Ringer-Lactat B. Braun bei Schwangeren liegen nur

begrenzte Daten vor (von weniger als 300 Schwangerschaften). Tierstudien ergaben keine Hinweise

auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen im Hinblick auf eine Reproduktionstoxizität (siehe

Abschnitt «Präklinische Daten»).

Da alle Bestandteile von Ringer-Lactat B. Braun natürlicherweise im Körper vorkommen und ihre

biochemischen Eigenschaften gut bekannt sind, kann das Arzneimittel bei entsprechender Indikation

angewendet werden. Jedoch ist bei Schwangeren mit Gestose Vorsicht geboten.

Stillzeit

Calcium wird in die Muttermilch ausgeschieden. Bei Verabreichung therapeutischer Dosen von

Ringer-Lactat B. Braun sind jedoch keine Wirkungen auf gestillte Neugeborene/Säuglinge zu

erwarten. Deshalb kann Ringer-Lactat B. Braun während der Stillzeit angewendet werden.

Fertilität

Keine besonderen Vorsichtsmassnahmen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Diese Lösungen haben keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen sind bei bestimmungsgemässer Anwendung nicht zu erwarten.

Ringerlactat mit Glucose

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Einzelfälle von lokalem Schmerz, Venenwandreizung, Thrombophlebitis oder Extravasation.

Überdosierung

Symptome

Je nach Infusionsvolumen und Patienten können folgende Symptome einer Überdosierung auftreten:

Ringerlactat mit/ohne Glucose

Hyperhydratation, Hypervolämie, kardiale Dekompensation, Hypernatriämie, Hyperkaliämie,

Hyperlactatämie.

Ringerlactat mit Glucose

Hyperglykämie, Säuren-Basen-Ungleichgewicht.

Ringerlactat ohne K

Hypokaliämie.

Therapeutische Massnahmen

Bei Auftreten von Symptomen der Überdosierung ist die Infusion sofort zu unterbrechen, die

physiologischen Parameter des Patienten zu bestimmen und therapeutische Massnahmen einzuleiten:

Hyperhydratation, Hypervolämie, Hypernatriämie: Forcierte Diurese mittels eines passenden

Diuretikums (z.B. Furosemid).

Hyperglykämie: Insulin-Gabe. Es besteht die Möglichkeit einer sekundären Hypoglykämie.

Hyperkaliämie: Calciumsalze und/oder Glucoseinfusionen mit oder ohne Insulin beeinflussen die

Hyperkaliämie günstig.

Hypokaliämie (Ringerlactat ohne K): Kaliumsubstitution.

Bei Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichts bzw. bei Hyperlactatämie sind die Massnahmen

individuell zu bestimmen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: Ringerlactat: B05BB01, Ringerlactat + Glucose 5%: B05BB02

Ringerlactat mit/ohne Glucose ist eine sterile und pyrogenfreie physiologische Elektrolytlösung

mit/ohne Glucose zur intravenösen Anwendung, deren Ionengehalt dem des normalen Plasmas

angenähert ist.

Wirkmechanismus

Die Lösung enthält die wichtigsten Ionen, die auch in der Extrazellularflüssigkeit enthalten sind. Die

pharmakodynamischen Eigenschaften der in der Lösung enthaltenen Ionen (Natrium, Kalium,

Calcium, Chlorid, Laktat) sind daher dieselben wie in der normalen Physiologie.

Laktat ist ein zentrales Substrat des intermediären Stoffwechsels. Es wird unter anderem zu

Bikarbonat oxidiert und übt daher eine leichte alkalisierende Wirkung aus.

Die Zufuhr von Glucose vermindert bei einer bestehenden Kohlenhydratmangelsituation den

Stickstoffverlust und reduziert den Abbau des Leberglycogens. Zusätzlich wird leicht verwendbare

Energie zugeführt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Ringer-Lactat B. Braun hat eine ähnliche Elektrolytzusammensetzung wie die

Extrazellularflüssigkeit (abgesehen von einigen sehr geringfügigen Unterschieden). Es wird daher

zur Korrektur von Störungen des Elektrolythaushalts verwendet. Daher führt die Anwendung von

Ringer Lactatlösung B. Braun bei Beachtung der Anwendungsgebiete und Gegenanzeigen nicht zum

Anstieg der Plasmakonzentrationen der genannten Elektrolyte.

Infolge ihrer Verteilung (siehe unten) hat die Lösung eine kurze hämodynamische Wirkung.

Aufgrund des Anteils an metabolisierbaren Anionen ist Ringer-Lactat B. Braun vor allem bei

Patienten mit Neigung zur Azidose angezeigt.

Pharmakokinetik

Resorption

Da die Bestandteile von Ringer-Lactat B. Braun intravenös infundiert werden, beträgt ihre

Bioverfügbarkeit 100%.

Verteilung

Die Verabreichung von Ringer-Lactat B. Braun führt direkt zur Auffüllung des interstitiellen Raums,

der etwa zwei Drittel des Extrazellularraums ausmacht. Nur ein Drittel des verabreichten Volumens

verbleibt im intravasalen Raum. Deshalb hat die Lösung nur eine kurze hämodynamische Wirkung.

Nach intravasaler Zufuhr erfolgt die Äquilibrierung mit dem Extrazellulärraum innerhalb 20-30

Minuten. Nach einer Stunde befinden sich beim Gesunden noch 25% des Infusates im

Intravasalraum, beim kritisch Kranken oder Traumatisierten beträgt dieser Anteil noch 20% oder

weniger. Lactat wird in der Leber über den oxidativen Stoffwechsel zu CO2 und Wasser

metabolisiert.

Glucose wird über den Zitronensäurezyklus abgebaut und kann pro Mol Glucose bis zu 48 Mol

Adenosin-Triphosphat ergeben. (Brennwert: ca. 4 kcal/g, Oxidationswasser: 0,6 ml/g).

Die Elektrolyte werden über den normalen Ausscheidungsweg (renal) eliminiert.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial

lassen die präklinischen Daten zu den Einzelkomponenten von Ringer-Lactat B. Braun keine

besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die Zugabe von Arzneimitteln zu Infusionslösungen kann zu Inkompatibilitätsreaktionen führen.

Während manche Reaktionen sofort auffallen, muss jedoch auch mit subtileren physikalischen,

chemischen oder pharmakologischen Unverträglichkeiten gerechnet werden.

Der Zusatz von phosphat- und/oder carbonathaltigen Lösungen zu Ringerlactat mit/ohne Glucose ist

wegen der Ausfällung von unlöslichen Calciumsalzen zu vermeiden.

Die Zugabe von medikamentösen Zusätzen muss auf aseptischem Wege erfolgen. In jedem Fall ist

darauf zu achten, dass eine vollständige Mischung des Zusatzes mit der Lösung gewährleistet ist.

Eine Lagerung solcher Lösungen muss vermieden werden. Auf die Kompatibilität muss auch

geachtet werden, wenn mehrere Infusionen durch das gleiche Infusionsbesteck wie Ringerlactat

mit/ohne Glucose verabreicht werden.

Ringerlactat mit Glucose sollte nicht gleichzeitig, vor oder nach Verabreichung von Blut oder

Blutkomponenten durch das gleiche Infusionsbesteck infundiert werden, da die Gefahr einer

Pseudoagglutination besteht.

Haltbarkeit

Ringerlactat, Ringerlactat ohne K und Ringerlactat + Glucose 5% dürfen nur bis zu dem mit «Exp.»

auf dem Etikett oder Beutel vermerkten Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Hinweise für die Handhabung

Nur unbeschädigte Behälter und klare Lösung verwenden. Eventuelle Restmengen von Lösungen

verwerfen.

Zulassungsnummer

Ringerlactat B. Braun/Ringerlactat + Glucose 5% B. Braun: 38207 (Swissmedic).

Ringerlactat ohne K: 65724 (Swissmedic).

Packungen

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Ecoflac 1× 500 ml. (B)

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Ecoflac 10× 500 ml. (B)

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Ecoflac 1× 1000 ml. (B)

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Ecoflac 10× 1000 ml. (B)

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Ecobag 20× 250 ml. (B)

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Ecobag 20× 500 ml. (B)

Ringerlactat B. Braun (nach Hartmann) Ecobag 10× 1000 ml. (B)

Ringerlactat ohne K B. Braun Ecobag 20× 500 ml. (B)

Ringerlactat ohne K B. Braun Ecobag 10× 1000 ml. (B)

Ringerlactat – Glucose 5% B. Braun (nach Hartmann) Ecobag 20× 250 ml. (B)

Ringerlactat – Glucose 5% B. Braun (nach Hartmann) Ecobag 10× 1000 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

B. Braun Medical AG, 6204 Sempach.

Stand der Information

Mai 2015.

Handhabungshinweis

Handhabungshinweis Ecoflac®

Handhabungshinweis Ecobag®

Druckinfusion

Druckinfusion

·Infusionsgerät

einstecken

·Behälter aufrecht

halten

·Bei geöffneter

Rollenklemme Luft

vollständig aus dem

Behälter entfernen und

Tropfkammer ca. zur

Hälfte füllen.

·Behälter um 180°

drehen und

Infusionsgerät entlüften

·Rollenklemme

schliessen

·Behälter in die

Druckmanschette

einlegen

·Druck aufbauen

·Rollenklemme öffnen

und Druckinfusion

starten

·Infusionsgerät

einstecken

·Behälter aufrecht

halten

·Bei geöffneter

Rollenklemme Luft

vollständig aus dem

Behälter entfernen und

Tropfkammer ca. zur

Hälfte füllen.

·Behälter um 180°

drehen und

Infusionsgerät entlüften

·Rollenklemme schliessen

·Behälter in die

Druckmanschette

einlegen

·Druck auf den Beutel

aufbauen jedoch nicht 40

kPa (300 mmHg)

überschreiten

·eine gelegentliche

Undichtigkeit bei einer

Druckbelastung von 50

kPa (380 mmHg) kann

nicht ausgeschlossen

werden. Entsprechende

Vorsichtsmassnahmen

sind zu berücksichtigen

·Rollenklemme öffnen

und Druckinfusion starten

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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